Posts by bilderbuch

    @ CK


    Du siehst also, dass diese Stadt gar nicht so schlecht ist, wie es hier durch unsere Kommentare manchmal den Anschein haben mag. Zwar ist die Innenstadt mit ihrer städtischen Struktur vollkommen zerstört und man vermisst bis heute an vielen Stellen die ehemals urbane Dichte, dennoch kann diese Stadt begeistern.
    Bei einem Besuch sollte man neben den ganzen Baulichkeiten die weltberühmten Dresdner Sammlungen nicht vergessen. Mit Grünem Gewölbe, Porzellansammlung, Gemäldegalerie und Rüstkammer besitzt Dresden Museen von Weltrang.
    Wenn man sich Kirchen anschauen möchte, dann sollte man neben denen der Innenstadt unbedingt die Christuskirche in Strehlen (erste "moderne" Kirche im Deutschen Reich), die Leubnitzer Kirche mit ihrem mittelalterlichen Turm und den Deckengemälden, die Loschwitzer Kirche von Bähr, Maria am Wasser (Harmonie aus Landschaft und Barock) usw. besichtigen.
    Abgesehen davon lohnt sich in jedem Fall ein Spaziergang entlang des Neustädter Elbufers (vom Diakonissenkrankenhaus in die Innenstadt) und ein Spaziergang im Großen Garten bei Abendlicht. Das und mehr und du wirst trotz aller Schrecken der missratenen Moderne von dieser Stadt verzaubert werden.

    Das Hotel am Külz-Ring war auch mein Favorit unter den ganzen Hotelprojekten der letzten Monate. Allerdings steht schon gegenüber dem Zwinger ein Gebäude aus den 90ern, das dem geplanten Bettenhaus doch sehr ähnlich ist und keinen zu stören scheint. Abgesehen davon ist die gesamt Straßenfront gegenüber dem Zwingergraben, das Große Haus eingeschlossen, von keiner großen Qualität und beeinträchtigt den Zwinger sowieso.
    Wenn man sich den sogenannten Herzogingarten einmal anschaut (er verdient seinen Namen nicht), dann kann ein solches Gebäude einfach nur besser sein als der Status quo. Es ist eine Schande, dass ein Gelände schräg gegenüber der größten Sehenswürdigkeit einer Stadt in einem solchen Zustand ist.

    Ist doch eigentlich keine allzu schlechte Nachricht. Zwar ist das Hotel nur solala und wird sicherlich auch nicht unbedingt gebraucht, es bedeutet aber auf der anderen Seite für das Gelände eine definitive Aufwertung. Und außerdem geschieht auch endlich etwas mit dem Torhaus am Palaisplatz.

    Die Freimaurer sollen ihr Grundstück am Herzogingarten verkauft haben, auf dem ein Hotel entstehen sollte.
    Ist da was dran? Wenn ja, dann stellt sich die Frage, was der neue Besitzer mit dem Grund anfangen möchte, schließlich handelt es sich um keine unbedeutende Ecke der Stadt.

    Sachsenbau war in meinen Augen ein ziemlicher Mist. Die Passage wäre zwar vom Prinzip her nicht schlecht gewesen, da sie ein gewisses Flair ausstrahlte und wir hätten jetzt schon einige Fassaden mehr gehabt, die Struktur dieses gewaltigen Blockes wäre allerdings zu gewaltig gewesen und hätte den flächenmäßig kleinen Stadtkern noch mehr überforderdert, als es der Kulturpalast jetzt schon tut.
    Ansonsten empfinde ich den KP nicht als hässlich, er ist das qualitätvollste Gebäude, das wir aus dieser Zeit besitzen und stellt durchaus einen identitätsstiftenden Ort dar. Leider ist er aber z.B. durch die getönten Scheiben etwas entstellt.

    Hier an dieser Stelle besetzt einmal Kultur, Populärkultur den innersten Kern der Altstadt. Was danch kommen würde, wäre nur Kommerz. Müssen wir ohne Not dieses Grundstück privatisieren, nur weil man versucht Dresden möglichst billig neu zu erfinden?
    Natürlich ist der Kulturpalast städtebaulich schwierig und in seiner Kubatur nicht gerade sehr sensibel. Allerdings muss man sich fragen, ob dann nicht auch Abrisse am Altmarkt generell nötig wären, an der Ost- und Westseite. Kann man das wollen?

    Absolut billig wirkt auch das Kunstwerk "Die Welle" auf der Augustusbrücke, das an die Flut von 2002 erinnern soll. Es besteht aus mehreren Lagen von irgendwie bedrucktem Blech und sieht so aus, als würde man auf erste Rostflecken warten können. Absolut plakativer Mist ohne Niveau, leider aber eben auf der Augustusbrücke!

    Heute ist ein Artikel über die Müllsituation am Alaunpark in den DNN. Es geht darum, dass viele Dresdner den Park zum Grillen nutzen (was ich positiv finde) und die Reste dieser Feiern in den städtischen Papierkörben entsorgen wollen. Leider ist die Stadt aber nicht dazu in der Lage, die Eimer mehr als zweimal wöchentlich zu leeren, weil es sonst nicht zu bezahlen sei. So bilden sich entsprechende Haufen außerhalb der Tonnen.
    Der Leiter der Abteilung für Grünflächenunterhaltung fordert deshalb die Nutzer dazu auf, ihren Müll mit nach Hause zu nehmen. Dabei muss man sich fragen, wie realitätsnah dieser Mann denn ist? Wenn die Besucher des Parks schon einmal ihren Müll zur Tonne bringen, was durchaus nicht selbstverständlich ist, dann werden sie ihn doch nicht noch weiter schleppen um vielleicht einen leeren Mülleimer zu finden. So wäre es nur konsequent, wenn die Leute ihr Zeug gleich an Ort und Stelle liegen lassen.
    Bei diesem Problem am Alaunpark handelt es sich aber leider um keinen Einzelfall. Selbst auf der Prager Straße werden die Eimer so selten geleert, dass sich darauf und darum regelrechte Berge auftürmen.
    Wieviel Geld ist der Stadt ein attraktives Stadtbild wert, gerade wenn man Touristen anlocken will? Der besagte Vorgang ist ansonsten leider typisch für Dresden.

    Das Kunstwerk ist, soviel ich weiß, nichts zum ansehen, sondern eher etwas zum anhören. Man soll ja dort an einigen Stellen das Plätschern von Wasser hören können, sonst nichts.
    Aber wenn es mit richtigem Wasser nicht funktioniert, dann kann man es sich durch dieses neue Kunstwerk, so es denn einmal funktionieren sollte, ja einbilden.

    Habe mir am WE mal den Film "Was bleibt, Architektur der Nachkriegsmoderne in Dresden" angesehen und muss sagen, dass er sehr gut ist und neue interessante Aspekte vermittelt.
    So war es für mich eine besonderer These die ich aus dem Film migenommen habe, dass diese Architektur, im Gegensatz zur traditionellen, nicht dazu in der Lage ist in Würde zu altern, sondern einfach nur unästhetisch zu verrotten. Das ist vielleicht eine Tatsache, die fernab von allen funktionalen Schwächen und der abstrakten Sperrigkeit, uns diese Art der Architektur als unmenschlich und würdelos erscheinen lassen. Dennoch gibt es gerade in Dresden positive Beispiele der Nachkriegsmoderne, die aber aufgrund der allgemeinen Kulturlosigkeit verrotten und immer mehr entstellt werden.

    Vielleicht ist es ja der Ruf Dresdens als Kulturstadt von besonderem Rang, der ewige Blick zurück, der uns heute eine kulturelle Blüte, Visionen, Sinn für Schönheit und Anmut nimmt. Viel zu sehr ruht man sich auf seiner angestaubten, einem Mythos gleichen Vergangenheit aus, und verschläft damit die Zukunft unserer Stadt.
    Es ist ja nicht das erste Mal, dass Dresden in der Bedeutungslosigkeit verschwunden wäre. Leider aber ist diese heutige Bedeutungslosigkeit nicht den schlechten Umständen geschuldet, sondern Ignoranz, Arroganz und Unkenntnis.
    Leider gibt es in Dresden auch kein starkes Bürgertum mehr, das in einem Moment der Verelendung in die Bresche springen und neue Impulse geben könnte. Alle Bürgerlichkeit hat die DDR mit ihrer der Intelligenz stets misstrauichen Einstellung vernichtet, das Bürgertum in die innere Emigration geschickt und somit alles Engagement sterben lassen. Darunter leiden wir noch heute und deshalb ist jeder Einsatz jenseits eingefahrener Gleise ein steter Kraftakt.
    Leider sind auch die Parteien, die sich zum bürgerlichen Lager zählen, stark im alten Denken verhaftet, was sich besonders in der Dresdner CDU in einem schädlichen und penetranten Hegemonialanspruch manifestiert. Doch die tumbe Masse folgt noch immer diesen Rattenfängern, die unsere Vergangenheit verkaufen, uns unserer Identität berauben und diese Stadt unter dem sprichwörtlichen Asphalt ihres niederen Machtanspruchs ersäufen.
    Diese Brücke ist ein Sinnbild dafür und kann als Denkmal für die letztendliche Zerstörung dieser Stadt stehen. Das Alte Dresden wird heute nicht mehr nur aus dem Stadtbild getilgt, sondern auch aus den Herzen. Danke!

    Da man nun endlich zurück beim Thema ist, bleibt zu erwähnen, dass es auch in Dresden durchaus qualitätvolle Wochenmärkte gibt. So ist der z.B. auf dem Schillerplatz in Blasewirt stattfindende Markt sehr ansprechend und könnte in dieser Form auf dem Altmarkt ein positives Bild geben. Leider scheint aber dafür jegliches Interesse zu fehlen.
    Warum das so ist, darüber kann man sich streiten. In Dresden könnte ein Grund für die Vernachlässigung des Hauptplatzes, ab von jeglicher ideologischer Aufladung, durchaus Zerstörung und anschließende DDR-Jahre, sein. Durch die totale Zerstörung des Zentrums hat sich der Handelsschwerpunkt in die Stadtteilzentren verlagert, die immer noch sehr stark sind. Der Altmarkt auf der anderen Seite wurde durch die DDR als Demonstrationsplatz missbraucht und deshalb vielleicht den Dresdnern ein wenig entfremdet. Daran kann auch der beliebte Striezelmarkt nicht viel ändern.

    Dass aus dem EKZ am Wiener Platz nichts wird, empfinde ich als tragisch. Hier wäre ein "Magnet" zur Aufwertung des Platzes und der südlichen Prager Straße durchaus nötig gewesen.
    Jetzt dort einfach einen Park anzulegen bringt in meinen Augen nichts, da er eh nicht sonderlich attraktiv werden wird und durch die nachlässige Pflege und Unterhaltung durch die Stadt (man braucht sich nur einmal die Mülleimer auf der Prager Straße ansehen, die scheinbar nie geleert werden) schnell verkommen wird.
    Aber vielleicht gibt es ja noch eine Option für wirtschaftlich bessere Zeiten. Man soll die Hoffnung ja nicht aufgeben.

    Man hatte ja auch lange vor einer Bewerbung fürs Weltkulturerbe zurückgeschreckt, da man dadurch Einschränkungen befürchtete, die ja durchaus eingetreten sind, aber niemanden interessieren, jedenfalls nicht die LaDi und die Stadtverwaltung.
    So wird man sich auch nicht nochmal bewerben, wie z.B. in Berlin, wo man ja über mehrere Welterbestätten verfügt. Armes Dresden!

    War heute vor Ort um mir das rege Markttreiben mal anzusehen und war, wie nicht anders zu erwarten, enttäuscht. Der Wochenmarkt hat absolut kein Niveau und versprüht den Charme einer Wagenburg. Selbst in Prohlis sieht das besser aus. Angebot und Präsentation sind eine Katastrophe und Marktbesucher deshalb auch Mangelware. So habe ich mir das jedenfalls nicht vorgestellt.
    Übrigens bleiben die Kugelahornbäume nach einem heftigen Machtwort der famosen OB erhalten. Vergelt's Gott!