Posts by Schloss Hof

    Die Kärnternstraße muss nach dem Krieg dem damaligen Zeitgeschmack entsprechend purifiziert worden sein - hier der Zustand vor 2011:


    Bei der Renovierung durch die Signa Holding, stieß man auf Verzierungselemente am Balkon und man entschied sich für die aktuelle "Behübschung"

    Leider hat das gar nichts mit der ursprünglichen Fassadengestaltung zu tun:

    Quelle Bildarchiv OENB
    Es ist das Haus in der Bildmitte mit dem "Montblanc"-Schriftzug in Neonröhren im Erdgeschoss


    Sean Apollo

    Da gebe ich dir 100 % Recht, jeder dem das missfällt muß dagegen auftreten - daher habe ich in meinem Büro gleich die Unterschriftenliste zur Hetzgasse 8 im 3. Bezirk herumgereicht und das mit Erfolg - die Leute unterschreiben!

    Rinascente
    Ein außergewöhnliches und meines Wissens einzigartiges Proket in Österreich diese "Neuschaffung" des Gestüts Lindhofs!
    Wirklich sensationell und es wirkt eben nicht wie auf dem Reißbrett entworfen, sondern als wäre es mit Wissen und der Handwerkskunst der damaligen Zeit entstanden. Die Gebäude atmen Geschichte, obwohl sie erst 2005 - 2007 geschaffen wurden.

    Die Anspielung auf die Inspiration durch ein Schloss aus dem Osten für die Festsaaldecke kann meiner Meinung nur die klassizistische Adaption durch Maria Theresia von Schloss Hof betreffen!

    Das Projekt in Wien erweist sich auch als großartig, wenn ich deinen Bericht zu den Ergeschossfenstern betrachte - ich gehe oft vorbei, um mich über den Fortschritt zu vergewissern.
    Weißt du, sind die Halterung zwischen den Erdgeschossfenstern für historisch inspirierte Kandelaber vorgesehen, ähnlich wie beim benachbarten Palais Liechtenstein?

    Also das mit den 4 vorhanden Löwen an der Wiener Straße 27 in Mödling bezweifle ich mal - hab mir die Denkmaliste einmal angeschaut und da ist zwar von 4 Postamentlöwen die Rede aber das Bild ziegt eindeutig, dass diese keinerlei Ähnlichkeit mit denen vom jetzt wieder im neuen Südbahnhof aufgestellten bzw. in Laxenburg aufgestellten haben:


    Quelle: Wikimedia.org

    Und ob die restlichen durch Kriegseinwirkungen zerstört wurden bezweifele ich nach der Durchsicht des Bildarchivs der OENB - zumindest 3 sind auf Grund der Aufnahmen (jeweils auf den Seitenpavillions am Dach) nachweislich vorhanden gewesen. Noch dazu sprach der Gesamteindruck und das Vorhandensein der sonstigen Plastiken am Dach für einen ungeschädigten Zustand - urteilt selbst:

    Quelle: Bildarchivaustria

    Ich bin erst heute nachträglich auf eine äußerst erfreuliche Meldung zum Schloss Trautmannsdorf an der Leitha vom April dieses Jahres gestossen:
    http://noe.orf.at/news/stories/2640206/

    Eine wahrlich herrschaftliche Anlage, die immer wieder in die Hände von Spekulaten geraten ist. Diesmal hoffentlich an einen wirklich kunstsinnigen Investor! Zudem zu einem akzeptablen Preis: angeboten zu Euro 1,89 Mio - Zuschlag zu 0,85 Mio.

    Selbst war ich vor ca. 10 Jahren vor Ort und habe mich sogar ins baufällige Innere gewagt: eingestürzte Decken und Treppen - ganz schön gefährlich!

    Einen guten Eindruck vom Schloss vermittelt dieser Link:
    http://www.hofmann.tv/trautmannsdorf/index.html

    Die Fotos sind fast 10 Jahre alt - daher ist anzunehmen, dass der aktuelle Zustand nicht besser geworden ist!

    Vielen Dank Palantir:

    In der offiziellen Aussendung wird auch über den weiteren Zeitplan gesprochen:

    Quote

    Nach der Sicherung des Bestandes und bauhistorischer Untersuchungen, begleitet durch das Bundesdenkmalamt und unterstützt von der Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsgesellschaft, soll bis Ende 2014 ein fixer Zeit- und Budgetplan zur Wiederherstellung der Hauptbrunnenanlage von Schloss Hof feststehen.

    Bis dahin können die Fundstücke in der Gartenführung - täglich um 15:00 - unter die Lupe genommen werden.

    Heute habe ich die Antwort der wissenschaftlichen Leiterin Frau Hanzl-Wachter auf meine Frage bekommen, ob bei den Grabungen an der Großen Kaskade Reliefteile gefunden wurden - hier ihre Antwort:

    Quote

    Ja, wir haben Teile der Reliefplatten gefunden, was wirklich sensationell ist. Nun werden die Spolien dokumentiert und es wird der Versuch einer Rekonstruktion unternommen. Ob er gelingt, wird sich weisen. Der Idealfall wäre natürlich, wenn wir die Mauer weitgehend rekonstruieren könnten.

    Auf meine Fragen nach Zeitplan und was mit den Treillagen ist, ging sie nicht ein!

    Ich könnte mir aber vorstellen, dass das Jubiläum 300. Geburtstag von Maria Theresia im Jahr 2017 ein guter Anlaß wäre, zumindest die Große Kaskade wiederhergestellt zu präsentieren!

    @ exilwiener
    Vielen Dank für die tollen Neuigkeiten - ich habe mir heuer schon von den Bildern der Webkamera gedacht, dass sich da was tut. Deshalb hab ich am 1. 6. Schloss Hof einen Besuch abgestattet. Erst dann habe ich deinen Eintrag mit den erfreulichen Nachrichten gelesen.
    Allein der Umstand ist mega erfreulich, aber auch ein sehr wichtiges Detail, das du nicht erwähnt hast:

    Quote

    Die vier Reliefs, welche die heute nackte Wand zierten, sind verschwunden.

    (Zitat aus Wikipedia über die Brunnenwand)

    Du hast auf deinem 2. Bild den Stapel von Holzpaletten von oben also von der 5. Terrasse abgelichtet. Ich hab mir ganz kurz aber die Baustelle von der 6. Terrasse angesehen und mit ungläubigen Augen Spolien dieser 4 bisher als verschwunden geglaubten Reliefs gesehen - Gesichter u Geflügeldarstellungen, die ganz säuberlich auf diese Holzpaletten aufgelegt waren. Teils blitzten aber nur Ansätze von Darstellung hervor, da Mörtel oder Zement den Rest verdecken!

    So wie es sich für mich darstellt, hat man beim Abbruch des Brunnens die Reliefplatten zerschlagen und sie sekundär in die neue (jetzt im Abriss befindliche Mauer) verbaut. Das wäre die Sensation schlechthin, wenn die Bauforscher große Puzzleteile der 4 ehemaligen Reliefs freilegen könnten!

    Leider hatte ich meine Kamera nicht bei der Hand!

    Exilwiener du hast Recht! Durch Zufall bin ich erneut auf eine weitere "Fassadenfantasie" im 1. Bezirk gestossen (das Haus wird erst entrüstet), die ich heute ablichten möchte und nächste Woche einstelle! Es ist wirklich im Grunde erfreulich! Ich bin nur neugierig, ob das ein Startschuss ist, abgeschlagene Fassaden im Größeren Maße zu "historisieren"! Denn wenn ja, gehen Ihnen bald die wenigen Standardformen aus!
    Es wäre Schade, wenn man die gleichen Standardformen auch für purifizierte Häuser wählt, die an prominenterer Stelle stehen wie z. B. Schottenring 14, Operngasse 6 oder Stubenring 2 bzw. 20

    Zufällig bin ich auf die Umgestaltung dieser Fassade gestossen --> eigentlich meide ich dieses Viertel des 1. Bezirks, da es für seine "purifizierten" Fassaden bekannt ist!

    Hier wie das Haus noch vor kurzem ausgesehen haben muss - laut Kulturgutplan der Stadt Wien - MA 19 SZI S. Jackwerth:

    Das Haus wurde 1861 durch den ungarstämmigen Anton Baumgartner entworfen und befindet sich auf den Gründen des ehemaligen Glacis. Zentrales Gebäude in diesem Stadtteil war das markante Hotel METROPOL mit seiner repräsentativen Fassade zum Morzinplatz - ein Hotel das für die Weltaustellugn 1873 errichtet wurde.


    In der NS-Zeit nutze es die Gestappo für Ihre Untriebe. Beim Kampf um Wien wurde es in der Mitte stark zerstört - die Substanz erschien aber trotzdem noch sehr intakt. Man wollte sich aber der jüngsten jetzt unanbenehmen Geschichte entledigen - wie in Wien üblich - und man machte es dem Erdboden gleich! Man errichtete einen potthässlichen Neubau:

    Nachkriegsfotos zeigen, dass die umliegenden Häuser so gut wie unbeschädigt waren - also alle über intakte Fassaden verfügten - auch das Haus Salztorgasse 5!

    Anscheindend damit der Neubau nicht so krass auffällt, wurden die umgebenden unbeschädigten Häuser modernisiert, d. h. entweder durch Neubauten ersetzt oder purifiziert.
    Fazit: von den 15 Gebäuden, die das ehemaligen Hotel Metropol unmittelbar umgeben haben, sind nur noch 3 annähernd ursprünglich (keines aber in direkten Blickfeld), 4 neu gebaut und 8 purifiziert

    Daher zu meiner Überraschung zur Salztorgasse 5:

    vorher:


    nachher:

    Der Kenner merkt natürlich, dass es sich hier um keine Reko handelt! Ich habe auch lang überlegt, wie ich es titulieren soll: Anlehnung, Vereinfachung oder Fantasie?

    Denn man hat die Fassade mit unsachgemäßen zu schmalen Elementen "beklebt":

    Zumindest der Balkon mit dem Balustraden wurde wieder hergestellt:

    Und der Eingang wirkt wieder repräsentativer:

    Doch im direkten Vergleich zum Ursprungskonzept fällt die Fassadenfantasie durch:


    Warum sich Investoren nicht die Mühe machen, alte Pläne oder Photos zu rate zu ziehen - Schade!

    Hier ein aktueller Stand der Seitenfront des Palais Liechtenstein:

    Das Seitenportal von Lukas von Hildebrandt ist jetzt auch wieder komplett und fast zur Gänze entrüstet:

    Dem aufmerksamen Betrachter wird bei 1 Bild und auch bei den Beitragsfotos davor über das Palais Liechtenstein, eine Kleinigkeit an Detailtreue aufgefallen sein, die für Wien eine Rarität darstellt!

    Es wurden nach meinem Wissen zum 1. mal seit mindestens 50 Jahren wieder Laternen mit Wandausleger nach historisch korrekten Modellen montiert:

    5 Stück an der Zahl:

    Im ersten Augenblick hat mich der hellgraue Anstrich gestört, da ja die Fenstergitter schwarz sind!
    Und andererseit die spärlichen sonst in Wien anzutreffenden Wandausleger ebenfalls schwarz gestrichen sind! Aber beim Vergleich merkt man eindeutig, dass durch den grauen Anstrich die vielen Details besser zur Geltung kommen, als durch den "üblichen" schwarzen - beurteilt selbst:

    Zu anderen wurde mein subjektiver Eindruck bestätigt, dass das mittige Oval einst durch ein Wappenfeld besetzt war und nicht wie bei diesem Exemplar am Niederösterreichischen Landhaus - ausgespart war!

    Was beim Palais Liechtenstein durch das Landesfürstliche Wappen besetzt ist, war sonst, wie es bei einem sekundär verwendeten Ausleger in einem Hinterhof in der Freisingergasse ersichtlich ist, mit dem Kaiserlichen Wiener Wappen besetzt:

    Für mich gehört eine entsprechende "historische" Beleuchtungsausstattung zu einer stimmungsvollen Ausstattung einer Altstadt und ist ein unzertrennlicher Teil davon! Leider ist die Stadtregierung hier einer anderer Meinung, sodaß ich vermute, dass Wien die einzige Altstadt besitzt ohne adäquater historischer Beleuchtung! Schade!

    Als eines meiner ehemaligen Lieblingsobjekte, deren Verlust in Wien mich merklich schmerzen, sind die bedeutenden Palais der jüdischen Bankiers - so z. B. das Palais Rothschild in der Prinz Eugen Straße - Quelle des Bildmaterials ist das Bildarchiv der OENB:

    Ansicht der Seitenfront von der Plößlgasse:

    Ansicht der Hauptfront von der Prinz Eugen Straße mit dem Zaunabschluß zur Straße:

    Durchschritt man diese, stand man in diesem Vorplatz mit dem Haupteingang:

    Man betrat zuerst das säulenbestandene Vestibül:

    um ins geräumige Stiegenhaus zu kommen:

    Auch die einzelnen Zimmer waren von erlesenstem Geschmack "französich" ausgestattet:

    Und das traurige daran ist, dass das Palais nicht durch den Krieg zerstört wurde, sondern 1955 durch die Wiener! Nach einem Ausverkauf des Inventars entledigte man sich durch den Abbruch seines schlechten Gewissens, wie man mit seinen jüdischen Mitbürgern umgegangen war. Motto: "Was man nicht sieht, gab es nicht!"

    Kommen wir zum Ende dieses Spaziergangs, indem wir die Berggasse Richtung Stadtpfarrkirche gehen:


    Berggasse 38 - das Haus ganz rechts -dessen linker Gebäudeteil mit einer Achse in den Straßenraum vorspringend ist ebenfalls ein spätgotisches Bürgerhaus!

    Gegenüber steht das Haus Berggasse 55:

    Das sogenannte ehem. Scharfrichterhaus - im Kern spätgotisches Gebäude mit Krüppelwalmdach. Die Fenstergewände des ersten Obergeschoßes weisen gedrehte Taustäben auf und die ehem. Speicheraufzugsgaupe ist heute Wohnraum!

    Darauf folgt wieder auf der Gegenseite das Haus Berggasse 40:

    Ebenfalls eine spätgotische Hausanlage mit abgefastem Schulterbogenportal und Oberlicht in einem trichterförmigen Rechteckgewände

    Stilistisch fällt das Haus Berggase 44 aus dem gewohnten Rahmen --> biedermeierlich:

    Doch der äußere Schein trügt --> ursprünglich war es einmal ein Getreidespeicher aus dem 16. Jahrhundert, der 1840 in ein biedermeierliches Wohngebäude umgebaut wurde.

    Die nächsten sind Berggasse 73 und 75:

    Nr. 73 mit auffällig wuchtigem Schornstein!

    Dieses Haus wird auch das Grüntaller Benefiziatenhaus genannt. Es ist ein spätgotisches Giebelhaus aus dem letzten Viertel des 16. Jahrhunderts mit Rundbogenportal und biedermeierlichem Tor:

    Sein angrenzender Nachbar ist ebenfalls spätgotisch - mit steinernem Renaissance Rundbogenportal und ehem. mittiger Aufzugstüre:

    Den Abschluß bildet Berggasse 48:

    das sogennatte Haimbergerisches Benefiziatenhaus ist mit "1586" datierte und weißt eigentlich reichen Sgraffitoschmuckauf, der derzeit aber unter dem starken Bewuchs nicht ersichtlich ist!

    So das wars fast --> will man von der Berggasse auf den Stadtplatz kann man auch über die sogenannte Mayr-Stiege:


    Aufnahme Richtung Stadtplatz mit den hohen Schornsteinen des Bummerlhauses

    und noch einmal mit Blick zum Aufgang in die Berggasse:

    so das was jetzt wirklich von dieser Tour - mit dem Hinweis --> es warten noch genug Details, die es lohnt abzulichten! (und ein Besuch der Stadt sowieso!!)

    Vielen Dank für die stimmungsvollen und pitoresken Aufnahmen!

    Bitte das als Lob sehen: Entweder du hast einen Fotokurs gemacht oder eine bedeutend bessere Kamera verwendet, als bei manch deiner anderen Beiträge in der letzten Jahren - ich finde, du hast bildtechnisch einen Quantensprung gemacht!

    PS: war auch vor 3 Jahren im Winter in Dinkelsbühl - die Stadt wirkt, wie ich an deinen Fotos sehe, dann doch enorm anders!

    Ich weiß nicht, ob du die Berggasse gegangen bist - in deinem Beitrag aus 2009 hast du sie zumindest bildlich nicht eingestellt!
    Du kannst auch über die Stadtpromenade zum Schloss gehen!

    Das Problem bei Steyr ist, das man nicht in Steyr Urlaub macht, sondern es sich anschaut, wenn man daran vorbeifährt oder in der Nähe auf Urlaub ist. Und so wie du sagst, es ist doch sehr weitläufig und noch dazu ist ein Haus interessanter als das nächste! Damit vergeht die Zeit und du bist gar nicht weit gekommen!

    Steyrdorf wäre bei meinem nächsten Besuch mein Ziel (da hast du ja schon einiges eingestellt - aber trotzdem auch vieles noch nicht, was interessant wäre - dort gibt es z. B. auch einen fantastischen gotischen Innenhof) - daher auch von mir diesmal nicht das Schnallentor!! huh:)

    Das Johannestor lag in der Johannesgasse einer Querstraße zur Haratzmüllerstraße!