Posts by spacecowboy

    @ Miwori


    Ich bin immer wieder erstaunt, wie genial diese Stadt einst ausgerichtet war. Eine bis ins Detail durchdachte Stadtplanung, obwohl die Fotos in einer Zeit entstanden, wo die Bevölkerung sprunghaft angestiegen ist und sich vervielfältigte. Um so bestürzter bin ich immer wieder, wenn ich diese Vergleichsfotos von heute sehe. Dieses verbaute heillose Durcheinander, scheinbar ohne Gespür für koordinierte Stadtplanung... :daumenunten:

    Diese Email hat mich heute erreicht. Den Autor dieses Schreibens, der mir bekannt ist, habe ich ausgeblendet. Er setzt sich, obwohl er nicht in Leipzig aufgewachsen ist und seit einigen Jahren in den USA lebt, für den Erhalt der historischen Bausubstanz sowie für die Wiedererrichtung der Paulinerkirche und Augusteum ein. Wolfgang Tiefensee ist - für alle, die es noch nicht wissen - der Oberbürgermeister der Stadt Leipzig.



    Nein, wie unachtsam von mir. Jetzt habe ich an einer Stelle doch vergessen, seinen Namen auszublenden. Möge er mir doch bitte verzeihen... :peinlich:

    Ja, drücken wir die Daumen, dass das BVG zugunsten der Kleinen Funkenburg entscheiden wird, so dass das Verfahren noch einmal neu aufgerollt werden kann.


    Diverse Studien haben ergeben, dass ein Ausbau der Jahnallee und die Freilegung des Elstermühlgrabens mit der Kl. Funkenburg realisierbar ist. Hier betreibt die Stadt Augenwischerei, denn sie will das unliebsame Gebäude, weil´s leer steht, Geld kostet und der Ausbau der Jahnallee mit ihm teurer werden würde, abreißen lassen.


    Wenn ich lese, dass die kleine Funkenburg zwar unter Denkmalschutz steht, aber kein Gebäude von überregionaler Bedeutung sei und deswegen abgerissen werden kann, frage ich mich, warum wir dann noch einen Denkmalschutz haben!? Nach dieser Logik kann man auch die historische Altstadt von - beispielsweise - Melsungen mit seinen vielen schönen Fachwerkhäusern abreisen lassen, denn diese haben auch keine überregionale Bedeutung. Der kulturelle Wert eines Gebäudes misst sich in Leipzig also in seiner überregionalen Bedeutung - wie grotesk!


    Jeder, der ein Haus, das unter Denkmalschutz steht, besitzt weiß, wie gnadenlos der Denkmalschutz bezüglich Um-, An- und Ausbau sein kann - und die wenigsten besitzen ein Haus von überregionaler Bedeutung.


    Übrigens, das Gebäude im Hintergrund des Baggers ist nicht die Kleine Funkenburg.

    Quote from "Ben"

    Oh Mann...Ich weiß manchmal echt nicht, was ich schlimmer finden soll: Die zerstörten Einzelbauten oder die durch 8-Spurige Straßen zerstörte Stadtstruktur...


    Ja, das frage ich mich auch immer wieder. Wenn man sich die schönen Bilder von Norbi anschaut, insbesondere das erste rund um den KP, dann weiß man, warum unsere Städte heutzutage so missgebildet wirken. Diese perfekte und kompakte Stadtstruktur wurde brachial nach dem 2. WK zerstört.


    In Dresden kommt hinzu, dass breite Magistralen, aneinandergereite Plattenbauten und große Grünflächen die einstige Kompaktheit und Urbanität ausgehebelt haben.


    Hätte man die städtischen Strukturen beim Wiederaufbau bewahrt bzw. wieder aufgenommen, wäre das Dilemma m.E., trotz einfallsloser Nachkriegsarchitektur, nur halb so groß. Rekonstruktionen wie der KP hätten sich dadurch auch viel leichter realisieren lassen.

    Also das Dach wirkt auf den Fotos ziemlich billig. Die weiße Farbe passt irgendwie überhaupt nicht zum Bahnhofsgebäude, weder innen noch außen. Sie ist vielleicht lichtdurchlässig, aber wenn die Sonne auf´s Dach knallt, kann ich mir vorstellen, dass das Innere des Bahnofs unangenehm überbelichtet ist.



    Quote from "Harmonica"

    Zur Innenausstattung hatte ich in einem anderen Beitrag bereits etwas geschrieben. Bisher ist mir folgendes aufgefallen: Sichtbeton, weiß angestrichener Sichtbeton, sichtbare Kabelkanäle, Fliesen auf dem Boden.


    ...quasi der übliche modernistische Wahnsinn, der die historische Substanz entwertet und entstellt. Statt in einem Bahnhof, fühlt man sich eher - nach Deinen Aussagen - wie in einer riesigen Fabrikhalle.


    http://www.lvz.de/aktuell/content/157979.html\r
    http://www.lvz.de/aktuell/content/157979.html

    Meiner Ansicht nach wurden viele Baulücken in der Innenstadt mit einer anspruchsvollen modernen Gebäudearchitekturwieder aufgefüllt. Anspruchsvoll auch deshalb, weil diese Gebäude sich so gut es geht harmonisch in das historische Ambiente einfügen - ohne dabei störend zu wirken.


    Natürlich gelang dies nicht immer, wenn ich nur an die langweilige Konsumtempelarchitektur in der Innenstadt denke. Der Umbau des Messehauses am Markt, in dem die Kette Zara eingezogen ist, erscheint ja depremierend mit seiner granitschwarzen Verkleidung und den phosphorgrünen Linien. Dies soll wohl das Pendant zum Hugendubel-Haus sein, oder was?


    Das Zentrum ist zwar nach wie vor attraktiv, wobei ich mir in seiner Neugestaltung einen anderen Weg gewünscht hätte. Man wird einfach den Gedanken nicht los, in einem Zentrum zu sein, das stellvertretend für viele Zentren in Westeuropa steht. Das Herzstück von Leipzig wirkt heute ziemlich kühl, funktional und konsumorientiert. Schade eigentlich.



    3 Beispiele von moderner Architektur in der Innenstadt:


    Specks Hof



    Dachgewölbe Hansa-Haus (wurde meiner Meinung nach komplett neu gebaut)



    Zeitgeschichtliche Forum (hier hätte man die Dachpartie anders gestalten müssen)


    Quelle: http://www.rolei.de/html/">http://www.rolei.de/html/ Leipzigpagen.html

    Booni


    Da Du Dich vehement für eine Rekonstruktion des Alten Gewandhauses aussprichst: In Leipzig besteht meiner Meinung nach momentan für ein zweites großes Konzerthaus keinen Bedarf. Das Neue Gewandhaus hat sich auf dem Augustusplatz fest etabliert. Das Gebäude ist von diesem Ort, auch wenn die Architektur fragwürdig ist, nicht mehr wegzudenken.


    Natürlich wäre es schön, dieses Rekonstruktionsvorhaben nicht ganz aus den Augen zu verlieren. Schließlich schmückte es einst das Musikviertel, an das heute nur noch die Straßennamen berühmter Komponisten erinnert.



    Mein Anliegen in Leipzig gilt momentan der Kongresshalle am Zoo, dessen dringende Restaurierung im Inneren des Gebäudes sich immer wieder verschiebt. Kein Geld, keine nachhaltige Nutzung usw.. Die - recht gelungene - äußere Sanierung des Hauses, das u.a. auch als Ball- und Konzerthaus fungierte (halt nur nicht so pompös wie das Gewandhaus), ist bereits abgeschlossen. Hoffentlich findet sich bald eine Lösung. Weitere Information unter http://www.kongresshalle-leipzig.de/index.html\r
    www.kongresshalle-leipzig.de/index.html


    Hier noch ein Bild von der Kongresshalle nach ihrer Sanierung. Die Bäume dahinter gehören bereits zum Leipziger Zoogelände.

    Das eigentliche Manko an Dresden ist doch, dass das Zentrum, ähnlich wie in Berlin oder Chemnitz, faktisch nicht mehr existiert. Nicht nur, dass banale Nachkriegsarchitektur das Stadtbild beherrscht, sondern, was für mich viel schlimmer ist, die historischen Straßenzüge mussten überdimensionierten Alleen im Ostblocklook weichen. Die historische Altstadt beschränkt sich lediglich auf ein sehr kleines Areal, auf dem der Massentourismus Einzug gehalten hat.


    Gleich hinterm Taschenbergpalais und Altmarkt beginnt die Tristesse und je näher man sich - via Prager Straße - dem Wiener Platz nebst Hauptbahnhof nähert, desto ungemütlicher wird es. Das schmerzt mich ungemein, wenn ich bedenke, was für eine Perle diese Stadt einst war.


    Der Verlust der historischen Zentren halte ich für besonders schlimm in unseren Großstädten, denn diese waren immer die Herzstücke und dienten u.a. als Identifikation. In Dresden ist dieser Verlust besonders schmerzvoll, denn wohl fühle ich mich auch in der von Touristen und Ramschverkäufern verstopften historischen Altstadt nicht so richtig.


    Zum angenehmen Einkaufen eignet sich das Zentrum, wenn man nicht umbedingt auf Karstadt, Altmarktgalerie & Co. steht, ebensowenig, wie zum gemütlichen Kneipenbummel. Dafür muss man schon in die quirrlige Neustadt fahren (alternativ ne halbe Stunde laufen).


    Dennoch scheint "Betonflorenz" auf dem richtigen Weg zu sein, um seinen historischen Glanz wiederzuerlangen. Allein die Rekonstruktionsvorhaben verdienen einen Schwerpunkt im APH-Forum. Und außerhalb des Plattenbauradiusses, darüber wurde hier schon oft diskutiert, ist die Stadt wirklich schick.


    Jedenfalls schaue ich gern und oft hier rein. Schließlich muss ich doch auch wissen, was beim sächsischen Rivalen so alles abgeht :zwinkern:

    Dass bei dem Neubau der Universität von einem Campus gesprochen wird, lässt leicht Verwirrung aufkommen, denn die einzelnen Institute werden auch weiterhin über die ganze Stadt verstreut sein. Die schönsten Gebäude, in denen man fleißig studieren kann und die ganz im Sinne der klassischen Architektur sind, habe ich mal in das Forum eingestellt. Als Fotoquelle diente die Seite von http://www.uni-leipzig.de">www.uni-leipzig.de





    Institut für klassische Architektur



    Institut für Meteorologie



    Institut für Mineralogie



    Institut für Theaterwissenschaften



    Juristenfakultät



    Krochhochhaus



    Rektoratsgebäude



    Ritterstraße



    Theologische Fakultät



    Zentralverwaltung Ritterstraße



    Französisches Institut



    Gästehaus



    Geschwister-Scholl-Haus, Institut für Kunstpädagogik



    Dekanat (schön auch die 4 Gebäude aus 4 verschiedenen Epochen)



    Deutsches Literaturinstitut



    Europäisches Dokumentationszentrum



    Antikenmuseum in der Alten Nikoleischule



    Ägyptisches Museum 1



    Ägyptisches Museum 2



    Bibliotheca Albertina 1



    Bibliotheca Albertina 2



    Bibliotheca Albertina 3

    Also, Dresden bedeutet für mich Faszination und Abschreckung zu gleich. Wobei die Faszination dann doch überwiegt. Ich habe in der Stadt Viertel gesehen, die in ihrer Schönheit einzigartig in Deutschland sind. Auf den Luftbildern, auch wenn viele Plattenbauten zu sehen sind, überwiegt ebenfalls der positive Eindruck. Viel grün, sehr sauber und teils prächtige Bauten bestimmen die Fotos.


    Das Schönste für mich an Dresden: Abends, wenn es dunkel ist, auf der Carola- oder Augustusbrücke zu stehen und das angestrahlte barocke Ensemble zu bestaunen.

    Naja, teilweise sind die Gebäude sehr schön (ich muss unbedingt mal wieder nach Berlin), aber diese unterkühlten Elemente, die überall auf den Fotos präsent sind und so typisch für Berlin zu sein scheinen, stören mich sehr. Dieser Tiefgaragenwahn ist ebenfalls verwerflich.


    Hat man noch bis in die 80ziger mit hässlichen Parkhäusern en masse die Innenstädte zugebaut, wird nun unter Tage operiert, damit scheinbar die Ästhetik über Tage gewahrt bleibt. So gesehen mag dies zwar stimmen, aber wirklich schön ist dies trotzdem nicht. Und dann dieser Fahrstuhl... :augenrollen:

    Oh ja, das Haus in der Beethovenstr. 8 mit der schönen Rossbach-Fassade ist wirklich eine Augenweite. Nachdem ich das Gebäude noch halb eingerüstet im Herbst fotografiert hatte, standen meine Freundin, die ansonsten nicht viel für Architektur übrig hat, und ich am 2. Weihnachtsfeiertag bei scheußlichem Wetter ziemlich lange staunend davor.


    Das Wohnhaus direkt gegenüber der Bibliotheca Albertina rundet das historische Ensemble des Musikviertels, auch wenn dort 3 üble Plattenbauten sowie ein paar fragwürdige Abschreibungsobjekte aus der Nachwendezeit rumstehen, harmonisch ab.


    Die neu gebaute Fakultät der Uni in Sichtbetonoptik, die an der Stelle errichtet wurde, wo einst das alte Gewandhaus stand, ist natürlich schon ein bitterer Wehrmutstropfen.



    Zum Haus in der Haydnstr.: Wenn man das Vergleichsfoto aus dem Jahre 2001 betrachtet, wo das Haus übelst verstümmelt wurde, scheint die Rekonstruktion wahrlich vorbildlich gelungen zu sein. Dass das Dach hätte besser ausfallen können, stört mich nicht wirklich. Hier sollte man froh sein, dass dem Gebäude überhaupt ein Dach verpasst worden ist. Wenn ich dagegen an die Altbauten in Frankfurt denke... :schreckgrau:


    Doch, doch, das Haus ist sehr schön geworden.



    So, hier noch drei Eindrücke aus LE. Quelle: http://www.immobilienscout24.de">http://www.immobilienscout24.de


    Mir scheint, als ob sich die Stadtväter nur so dubiose Geschäftemacher an Land ziehen. Und ebenso erscheint mir, dass diese Leute entweder unqualifizierte Wessis (siehe LD) sind oder was mit der Stasi am Hut hatten.


    Die Firma Caruso verdient am Abriss bestimmt nicht schlecht. Ist die Firma im städtischen Besitz oder wen muss sie schmieren, damit immer sie die Abrissaufträge erhält?


    Apropo Villengebiete:


    Villen in Gohlis



    Quelle: http://www.fotoalbum-leipzig.de">www.fotoalbum-leipzig.de

    Allein 15 Bürgerinitiativen in Leipzig, wie es sadik schon feststellte, engagieren sich für den Erhalt der historischen Bausubstanz der Stadt und insbesondere auch für den Erhalt der Kleinen Funkenburg. Lütke Daldrup aus NRW und LWB-Chef Beck wissen schon, warum sie die Kleine Funkenburg schon jetzt leerräumen. :boese:


    http://www.lvz.de/aktuell/content/155501.html\r
    http://www.lvz.de/aktuell/content/155501.html


    http://www.lvz-online.de/download/dokus/050128_stadtforum_grundsatzpapier.pdf\r
    http://www.lvz-online.de/download/dokus ... papier.pdf


    http://www.lvz-online.de/download/dokus/050128_stadtforum_offenerbrief.pdf\r
    http://www.lvz-online.de/download/dokus ... rbrief.pdf

    Danke Sadik für diese Information. Weißt Du, was mit der wertvollen Innenausstattung passieren wird?


    Es ist schon ein Jammer, dass wegen dem Straßenbau geschichtlich wertvolle Gebäude verschwinden müssen. Hier kann man mal sehen, wie die Fördermittelmentalität im Osten zu Lasten des Denkmalschutzes geht, somahl ich innenstadtnahe Straßenprojekte ohnenhin für frevelhaft halte. Aber da habe ich mich heute schon genug geäußert.


    Ich hoffe, wir hören bald wieder was von Dir. Da ich diese Woche frei habe, müll' ich das Forum gnadenlos mit meinen Posts und Fotos zu. Ab nächste Woche wieder gemächlicher :zwinkern:


    typisch Leipziger Dachlandschaft


    Das Schokoladenpalais steht, ich glaub' Poetenweg, in der Nähe des Gohliser Schlösschen. Auf dem Architektenfoto gefällt es mir nicht so gut, aber man sollte schon auf das Ergebnis warten, bevor man urteilt.


    Jedesmal wenn ich in Leipzig bin, schaue ich dort vorbei. Momentan sieht es dort noch ziemlich wüst aus. Zu Weihnachten waren die Arbeiten allerdings schon so weit fortgeschritten, dass es eigentlich noch diesen Sommer fertig werden müsste. Was die Rekonstruktion des Palais anbelangt, weiß ich nicht, wie das Gebäude vorher aussah. Zu DDR-Zeiten war es auf jedenfall ein im sozialistischen Look angehauchter VEB (Volkseigener Betrieb :D ).


    Die Eigentumswohnungen sollen schon zu 100% verkauft sein, was für Leipzig ungewöhnlich schnell ging.


    Vielleicht kannst Du, medmellow, ja mal vorbeischauen und Fotos für uns machen. Weitere Informationen unter http://www.schokoladenpalais.de/start.htm\r
    http://www.schokoladenpalais.de/start.htm



    So, hier noch einige Fotos aus meiner Sammlung


    unsanierte Stadtvilla



    sanierte und sehr repräsentative Stadtvilla im Bachviertel



    Gohliser Schlösschen



    Quellen: http://www.meinestadt.de">http://www.meinestadt.de
    http://www.immobilienscout24.de">http://www.immobilienscout24.de