Posts by spacecowboy

    Vermutlich stammt der rechte Eckbau, den man jetzt wieder aus irgendeiner Schublade herausgeholt hat, auch aus der direkten Nachwendezeit. Schön ist das nicht, aber hier geht es mehr um wichtige Stadtreparatur als um architektonische Präferenzen. Diese ist mit der Schließung des Blockrands jedenfalls gegeben.

    Sieht "zwar besser aus" ist kein Argument für eine Umgestaltung, die nur besser werden kann. Aus einem bemerkenswert hässlichen Gebäude ist nun ein bemerkenswert langweiliges Gebäude im BRD-Nachkriegsmief entstanden. Glückwunsch nach Kassel.

    ^ Was war jetzt gleich nochmal an der Aussage des Stuttgarter OBM so bodenlos, dass eine derartig schroffe Alarmdepesche kommt? Liegt es vielleicht daran, dass Schuster Anforderungen an ein Quartier stellt, die über traditionelle Fassaden hinausgehen, oder was gibt es hier wieder zu kritteln?


    Moderations-Hinweis (Aedificium):
    Gekürzt. Für diesen Beitrag wurde am 19.09.2010 eine Verwarnung ausgesprochen.

    Das Dresdner Pendant zu Connewitz ist ja die äußere Neustadt.
    Nun aber zurück zu den Fotos:


    Sehr gut gefiel mir die Perspektive vom Johannisplatz auf den Augustusplatz. Welch eine Rückgewinnung urbanen Stadtraums mit dem Bau des Paulinums geleistet wurde, lässt sich erahnen, wenn man die mickrige Vorgängerbebauung als Vergleich heranzieht. Der großstädtische Eindruck aus dieser Perspektive verstärkt sich heute, weil das Paulinum deutlich höher geworden ist als es die Paulinerkirche je war. Die Hüllen am Augustusplatz sollen nun nach mehrfacher Bauverzögerung Ende Oktober fallen. Ich bin auf das Ergebnis gespannt.

    ^ Himmel, was dir alles in den zwei Wochen Urlaub in Leipzig widerfahren ist. Geisteswissenschaftliche Studenten, die erst um 11 aufstehen, und die, die keine Arbeit haben, stehen auch erst um Elfe auf. Unerhört! Derweil hat's Valjean doch auf den Punkt gebracht: Leipzig punktet da, wo Dresden versagt und andersherum. Wer, wann, wo aufsteht, interessiert vielleicht Oma Hildegard aus Wachsamshausen, aber nicht in einem Architekturforum.


    Quote from "Georg Friedrich"

    Wäre Leipzig nicht den Russen übergeben worden und hätte die Geschichte ihm eine Rolle als bundesdeutsche Stadt an der Grenze zugewiesen, hätte es zwar etliche ökonomische Nachteile aufgrund seiner Randlage hinnehmen müssen, als städtebaulich ansprechende Metropole würde es heute jedoch in einem Zug mit München genannt werden.


    Hätte, wäre, wenn und aber ist zwar immer müßig, aber ich bestreite deine Aussage. Leipzig wäre auch nicht viel mehr an den Rand gedrängt gewesen als dazumal Hamburg. Viele Unternehmen in Berlin, dass dann ohnehin zu 100 Prozent an die Russen gefallen wäre, wären statt im fernen München, Stuttgart oder Frankfurt vermutlich schon im nahen Leipzig und drumherum hängen geblieben.


    Quote

    Auch hätte Leipzigs Altstadt geringeren Schaden genommen


    Es wäre vermutlich zu einem ähnlich schnellen Wiederaufbau gekommen wie in anderen westdeutschen Großstädten. Ich bezweifel, dass die Schäden geringer ausgefallen wären.

    ^ Was ist denn daran nun wieder so entsetzlich? Kannst du zur Abwechslung auch mal deine Meinung begründen? Und heißt es nicht Diözesanmuseum? Ansonsten ist das Stadtbild von Halberstadt trotz massiver Kriegs- und Nachkriegsverluste doch recht ansprechend. Es wirkt weder verbaut noch schäbig, wie ich es aus Westdeutschland selbst bei geringerem Zerstörungsgrad gewohnt bin, und von Plattenbautristesse kann auch keine Rede sein. Einzig die vielen Brachflächen und Lücken sowie der hohe Leerstand stechen negativ hervor. Aber letztendlich ist dies auch die Chance für eine kontinuierliche und hoffentlich adäquate Nachverdichtung.

    Der Fuchshuber-Entwurf ist zwar das Gegenteil von dem, was hier meist propagiert wird, aber ich halte ihn gerade aufgrund seiner klaren, aber keineswegs plumpen Architektursprache an dieser städtebaulich sensiblen Ecke für sehr angemessen. Zudem spiegelt das Katharinum die architektonische Vielfalt in Leipzig wider. Weniger schön hingegen ist eher die in Sachen Architektur primitivere Rückseite zum Bildermuseum, die Teil des öffentlichen Raums der Innenstadt darstellt. Da ist so 'ne motivationslos hineingeschnittene Tür und eine so große fensterlose Fläche wie auf dem 2. Foto von Dases Bilderbeitrag zu sehen schon sehr ärgerlich. Dies weicht auch vom geplanten Entwurf ab.

    Ein paar Sanierungsprojekte aus dem Grafischen Viertel.


    An der neobarocken Villa Goldschmidtstr. 31 (Villa Schröder) wird fleißig gewerkelt.


    Vorzustand 2007



    Zustand letztes Wochenende. Die Sanierung wird sicher sehr hochwertig ausfallen.



    Rückansicht in der Talstraße




    Auch dieses Portal und das dahinterliegende Kutscherhaus (wird durch den Baum verdeckt) werden saniert.




    Die Sanierung des Nachbargebäudes Goldschmidtstraße 29 (ehemaliges Verlagshaus von Karl W. Hiersemann) ist bekanntlich schon seit geraumer Zeit abgeschlossen. Hier noch einmal der direkte Vergleich mit dem Vorzustand.


    Goldschmidtstr. 29, Zustand 2008



    Beide Fotos von User leipziger



    Goldschmidtstraße 29 letztes Wochenende



    Schräg gegenüber wird ein schönes neoklassizistisches Gebäude saniert. User Dunke_Ich berichtete bereits davon. Folgende Aufnahme im Kontext mit der Villa daneben.



    Und gleich daneben erfährt die Henriette-Goldschmidt-Schule demnächst eine Fassadensanierung.



    Rückblickend noch einmal die Goldschmidtstraße im Kontext.




    Jetzt machen wir einen Sprung in die westliche Vorstadt, ins Bachviertel. An der Käthe-Kollwitz-Str. werden gegenwärtig die letzten unsanierten Gebäude in Angriff genommen. Hier zwei Gebäude aus der Zwischenkriegszeit.




    In der Käthe-Kollwitz-Straße wurde in jüngster Zeit außerordentlich viel saniert.


    Zustand 2007



    Zustand letztes Wochenende, gleiche Perspektive wie oben. Fantastischer Wandel. Die Fassadenrekos haben sich mehr als gelohnt.



    Und ein Sprung in den Norden, nach Gohlis. Daumierstraße 1 wird seit ein paar Tagen in Angriff genommen. Schuttrutsche, Container und Dixiklo deuten auf eine Sanierung hin. Am Montag wurde ein Teil der Gehwegüberdachung abgebaut und mit einem Bagger der Fußweg vor dem Gebäude aufgerissen. Seltsam nur, dass man nicht erfährt, welcher Investor dahinter steckt.


    Daumierstraße 1 letzten Sonntag. Bei dem stadtbildprägende Eckgebäude ist seit vielen Jahren der Dachstuhl abgebrannt. Ich hatte befürchtet, dass es demnächst aus Sicherheitsgründen abgerissen werden muss. Der städtebauliche Verlust wäre wie auf folgendem Bild verheerend gewesen. Nun scheint es aber gerettet zu werden.





    Schräg gegenüber noch einmal die von der GRK-Holding jüngst sanierte Virchowstraße 8 im direkten Vergleich.


    Zustand 2007



    Zustand vom letzten Wochenende.



    Wer schon immer mal wissen wollte, wie's im Treppenhaus der Waldstraße 56 aussieht...




    Soweit nicht anders angegeben, Bilder von mir.

    Ein schönes Fleckchen Erde. Das nördliche Böhmen mit seinem Becken hat es mir schon immer sehr angetan, gerade auch wegen der Industrie und den negativen Umelteinflüssen. Inzwischen scheint viel saniert und renaturiert worden zu sein. Auch gut. Teplitz kenne ich auch noch als rußschwarze No Go Area. Jetzt ist die Stadt bunter denn jeh.

    ^ Was der ursus schreibt. Hier wird sonst auch viel gejammert und geschimpft, jedoch bei kaum einem anderen Gebäude ist es angebrachter als bei diesem Umbau Barbarossaplatz 4 in Würzburg. Bei diesem Dachaufbau tun meine Augen ob dieser Stillosigkeit und Unbedarftheit schon weh, aber - dem nicht genug - schaut euch dieses verhunzte EG an. Vorher mit braun gesprossten Fenstern und den Markisen durchaus nett anzuschauen, jetzt völlig Banane. Meine Empfehlung: Als Ausgleich für diese Frechheit gleich ins Pirna-Forum wechseln und schauen, dass moderne Wohnansprüche und historische Würde sich nicht ausschließen (müssen).

    Was hat denn das eine (gegen S21) mit dem anderen (Reko des Marktplatzes) zu tun? Es geht der überwiegenden Mehrheit sicher nicht um das bauliche Erbe Stuttgarts, es sei denn, die Konservierung des Status Quo ist damit gemeint.

    Du bist immer wieder aufs Neue herzallerliebst, Reikianer. Der erste Brüller ist, dass die Dresdner Marketing GmbH eine "unabhängige" Studie über die Marke Dresden in Auftrag gibt. Der zweite Brüller ist dann die erstaunliche Erkenntnis: "Dresden ist einzigartig und dynamisch!" Mit Verlaub, aber das trifft wohl auf alle Städte zu, in denen stadteigene Marketing-Unternehmen "unabhängige" Studien in Auftrag geben. Aber es geht ja noch weiter:


    Quote

    Die Agentur schlägt vor die Frauenkirche, das Residenzschloss und den Zwinger in den Mittelpunkt der Tourismuswerbung zu stellen.


    Wieviele (Steuer-)Gelder hat die Agentur eigentlich für diese bahnbrechende Erkenntnis bekommen? Als ob das nicht schon seit Jahren so gemacht würde. Mit der Prager Straße wird man ja wohl kaum punkten können.


    Aber jetzt kommt das Beste:


    Quote

    Den Satz: “Deutsche Unternehmer können sich nicht kaum vorstellen, Dresden bei einer Standortentscheidung in die engere Wahl zu ziehen.“(Sic!) ist etwas unverständlich. Vermutlich sollte gesagt werden, dass sich deutsche Unternehmen in Zukunft unter Umständen vorstellen könnten, eine Firma in Dresden anzusiedeln.


    Ja, ein Beweis dafür, dass man sich offensichtlich alles schönreden kann.


    Quote

    Menschen, die nicht in dieser einzigartigen Symbiose von Stadt und Natur aufgewachsen sind und in einer gesichtslosen Tieflandsbucht oder in Betonwüsten leben, können sich vermutlich nicht an dieser Studie erfreuen.


    Diese einzigartige Symbiose von Stadt und Natur habe ich erst heute Morgen offenen Mundes bestaunen können: SkyscraperCity - View Single Post - Dresden | Hafencity | In Planung
    Gott sei Dank, dass Dresden keine dieser Betonwüsten ist.

    ^ Ich bin ganz sicher kein Verfechter von Shopping Malls. Wo willst du das von mir gelesen haben? Ich habe dir lediglich zu verstehen gegeben, dass der europäische Stadtcharakter Dresdens schon viel früher zerstört wurde. Die Shopping Malls heute sind nicht Ursache, sondern Folge dieser Stadtzerstörung. Jetzt verständlicher?

    ^ Mit sozialistischem Vorzeigewiederaufbau beziehe ich mich ironisch auf die strukturelle Zerstörung des Dresdner Zentrums nach dem WKII, als Gassen, Straßen und Plätze großangelegten Arealen wichen. Das gilt auch für das Gebiet rund um den Altmarkt. Diese Zerstörung gab es in dem Umfang nicht einmal in westdeutschen Großstädten. Dieser Fehlplanung sowie der Tatsache, dass bis 1989 noch nicht alle Areale vollständig bebaut wurden (Stichpunkt Brachflächen), begünstigst das Ausbreiten der Shopping Malls. Welch ein Glück, dass wenigstens der Neumarkt davon verschont blieb und dort heute keine überdachte Neumarkt-Galerie mit integrierter Ruine der Frauenkirche steht.

    Quote from "Sankt Petersburg"

    ...ich finde sowieso dass man in einer Innenstadt nicht eine US-Style Shopping Mall neben die anderen pflanzen kann, ohne den Europäischen Stadtcharacter zu zerstören.


    Doch, kann man. Der Europäische Stadtcharakter wurde in Dresdens Innenstadt mit dem sozialistischen Vorzeigewiederaufbau ohnehin schon zerstört, dagegen wirken selbst viele US-Städte europäischer. Und es existieren noch so viele Brachflächen, worauf etliche Shopping-Center Platz fänden. Nicht nur User Reikianer träumt in Dresden vom großen Shopping-Paradies und sieht im nahen Osteuropa neue Käuferschichten. In einer kleinteiligen, guterhaltenen Innenstadt, also beispielsweise drüben in Prag, wäre sowas freilich völlig undenkbar. Dort müssen gigantische und "zugeknöpfte" Shopping Malls mit dem Stadtrand vorliebnehmen.