Posts by Miwori

    Dafür gibt es aber Gründe, die in der sozioökonomischen Struktur dieser Stadt, ja sogar der gesamten Region, zu suchen sind! Hier gibt es eben keine potenten Kleininvestoren, die für für sich selbst oder als Anlagemöglichkeit ein innerstädtisches Einzelgebäude mit etwa zehn Mieteinheiten hochziehen wollen.


    Solche Kleininvestoren gibt es mittlerweile.
    Aber die investieren lieber in der Äußeren Neustadt, in Pieschen, Striesen oder Löbtau.
    Da, wo die Stadt Urbanität und Gewerbekraft ausstrahlt, wo man sich nicht an unverdaulichen dicken Klötzern verschluckt,
    und man, statt auf uneingelöste "City"-Versprechen zu hoffen, auf reale Nachfrage bauen kann.

    Eine quadratische/rechteckige Grundstruktur, wie auf dem Masterplan dargestellt, wirkt auf mich langweilig.


    Ist es auch.
    Stadtplanung aus dem vorigem Jahrtausend.


    Eigentlich müßte die Stadt Rahmenbedingungen schaffen für eine kleinteilige Entwicklung, die auch der Wirtschaftskraft der regionalen Akteure angemessen ist.
    Stattdessen werden immer wieder überdimensionierte Quartier-Klötzer definiert, für deren Bebebauung man international auf Investorensuche geht. Und braucht sich dann nicht zu wundern, daß diese Investoren ihre Objekte ausschließlich zur Renditemaximierung bewirtschaften.

    Warum nicht an dieser Stelle extrem modern - in die Höhe(!) - bauen und dafür die Innenstadt von weiteren Bausünden a la Wilsdruffer Straße, Postplatz usw. verschonen?


    Da spricht einiges dagegen.
    Die Sichtbeziehung von den Radebeuler Weinbergen auf die Türme der Innenstadt und umgekehrt ist eine der wenigen, die nicht durch sogenannte "Punkthochhäuser" gestört wird.


    Die Hauptgründe gegen solche größenwahnsinnigen Ideen dürften allerdings ökonomischer Natur sein.
    Die wenigen mit ihrem Stammsitz in Dresden ansässigen Unternehmen wie Bäckerei Krause, Auto Pattusch oder Dr.Doerr benötigen keine Bürotower...
    Und Wohnhochhäuser liegen in Deutschland auch nicht im Trend

    Wobei mir angesichts der Hofkirche manchmal der Gedanke kommt, weshalb sie so im Schatten der Frauenkirche steht:


    sie wurde nicht bis auf die Grundmauern zerstört. Architektonisch gefällt sie mir in ihrer Kühnheit fast noch besser, aber sie hat im protestantischen Dresden leider nur die Aussichten auf einen schlichten zweiten Platz.


    Ich denke mal, beide Kirchen wurden in alten Reiseführern durchaus gleichwertig betrachtet.
    Es war ja auch etwas Einmaliges, daß in der 1.Hälfte des 18.Jahrhunderts zeitgleich in Sichtweite eine katholische und eine evanglisch-lutherische Kirche emporwuchsen, ohne daß man sich darüber die Köpfe einschlug. Und zwar schon Jahre bevor Friedrich II. in Preußen verkündete, daß jeder nach seiner Fasson selig werden möge und sehr viele Jahre vor der Verkündung der Toleranzedikte von Kaiser Josephs II. in Wien.
    Die heutige Spitzenstellung der Frauenkirche entstand erst durch die besonderen Umstände des Wiederaufbaus.
    Es war vor 20 oder 15 Jahren nicht unbedingt absehbar, daß sie in derart dominierender Weise den Platz als Wahrzeichen No.1 der Stadt erobern würde, vor Zwinger und Semperoper.

    So sieht der Blick von der Keilspitze über Dresden aus:


    valley of the innocent | Flickr - Photo Sharing!


    Ein schönes Fotos...


    Leider schaut man als Museumsbesucher nur durch Lamellen auf die Stadt und die Aussicht ist dadurch nicht wirklich brauchbar im Sinne einer Aussicht.


    Ich war heute im MHM drin und es ist ein ganz erstklassiges Haus von sicher europäischem Rang geworden.

    Im übrigen ist Deutschland immer noch extrem dicht besiedelt, und das gilt auch für die Lausitz.


    So siehts aus!
    Wir sind sehr weit davon entfernt, daß ganze Regionen "den Wölfen überlassen werden".
    Das Problem ist eher die Überalterung, und infolgedessen eine rückwärtsgewandte, konservative, zukunftsängstliche Bevölkerungsmehrheit, die die Besitzstände kontrolliert und der Jugend den Mut nimmt, neue Impulse zu setzen.

    Ich finde das Treppenhaus sehr beeindruckend und die Etage mit den Pavillions auch ganz hübsch anzuschauen,
    aber in Bezug auf die Lenkung der Passantenströme eben wenig durchdacht.
    Ein völliger Flop ist auch auch diese überdachte "Passage" des Trompetergäßchens. Ein ungemütlicher Ort, dessen Sinn sich überhaupt nicht erschließt.


    Letztlich wird als Quintessenz herauskommen, daß sich rein auf Funktionalität getrimmte Center wie Altmarktgalerie, Elbepark, Florana & Co. als erfolgreicher erweisen,
    und die Investoren sich in dieser Hinsicht künftig noch weniger auf Experimente einlassen werden.

    Ich glaub nicht, dass es "den Dresdner an sich" gibt.
    Man kann die Einwohner dieser Stadt in ein halbes Dutzend Soziotypen unterteilen, die unterschiedlicher kaum sein könnten,
    Neustadt-Bewohner, Elbhangmenschen, Vorstadteigenheimbesitzer, Genossenschaftssiedler bis zum "Plattenbaumieter aus Überzeugung"...
    Allen ist gemein, daß sie ihren jeweiligen Milieus sehr stark verhaftet sind und das Stadtzentrum eigentlich nur besuchen, um es ihrem Besuch zu zeigen.

    Die temporäre Begrünung von aktuell nicht zur Bebauung nachgefragten Flächen ist doch ganz sinnvoll.
    Was wäre denn die Alternative?
    Mit Vorkriegs-Gebäudetexturen bedruckte 1:1 Pappkulissen aufstellen?

    Das soll aber wohl nicht ewig so bleiben. Zumindest gibt es schon Planungen für eine Folgebebauung.


    rohdecan architekten gmbh - dresden


    Interessant. Kannte ich noch nicht.
    Es gibt ja wegen der Förderung eine Karenzzeit, bis Neubebauung erfolgen darf.


    Allerdings - beim bisherigen Abriß wurden die Platten bis knapp unter Oberfläche abgetragen.
    Ob sie da später noch die Fundamente heraushacken?
    Denn ich würde mir kein Einfamilienhausgrundstück kaufen, wo ich zwei Spaten tief auf massiven Beton treffe...

    In Großcotta bei Pirna steht auch ein hübsches Schloß.
    Es gehört der Gemeinde, die es schrittweise sanieren will.




    In Prohlis wird derzeit der vorletzte "Stern" abgerissen und der letzte entkernt.
    Damit wird dann das gesamte Plattenbauviertel östlich des Langen Weges mit Ausnahme des Kindergartens komplett renaturiert sein




    Auch vom ehemaligen Plattenbaugebiet Reicker Straße Nord stehen nur noch zwei Wohnzeilen, die zur Zeit entkernt und für den Abbruch vorbereitet werden


    Romantisches Licht für das Blaue Wunder


    Schsische Zeitung [online]


    Daß so etwas ohne Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeht?
    Immerhin ist die Elbe Wanderroute für viele Tierarten, die durch derartige Lichtspiele irritiert werden können!

    Das Wort "Grün" im gleichen Atemzug mit der untergegangenen Altstadt zu nennen, müßte eigentlich bei Todesstrafe verboten werden. Das Grüne alte Dresden vor circa 1206 hatte zehntausende Jahre Zeit, zu zeigen, was es kann. In der lächerlich kurzen Zeitspanne ab 1206 hat Dresden die Kunstwelt gerockt - und man ist immer wieder überrascht zu sehen, in wieviel Teilbereichen Dresden die Finger im Spiel hatte - und das auf dieser wirklich nicht besonders großen Fläche der ehemaligen Altstadt.
    Natürlich sieht das der Altkommunist wieder anders.

    Du übersiehst dabei, daß eine ganze Generation der älteren Dresdner mehr oder weniger ausgeprägte posttraumatischen Belastungsstörungen als Folge der Erlebnisse in den Bombenkellern und im Feuersturm hatte.
    Darüber wird nicht gesprochen, aber das Gefangensein im brennenden Gassengewirr, das Umherirren, bevor man endlich wieder an Luft, Licht und Wasser gelangte, war sicherlich ein Grund dafür, daß man beim Wiederaufbau der Stadt in der Bevölkerung eine hohe Akzeptanz für die radikale Auflockerung der Innenstadt erfuhr.
    Und in den Jahrzehnten des Kalten Krieges spielten die Belange einer "luftschutzgerechten Stadt" immer eine Rolle, zumal Dresden als Standort einer sowjetischen Panzerarmee Primärziel gewesen wäre.

    Gerade in der Oederaner Straße könnte man mit gezielter Straßenraumgestaltung viel machen und verbessern.

    Trotzdem bleibt es immer ein Quartier im Schatten des Kühlturms und des Kraftwerkes.
    Umringt von Gewerbe.
    Eine für Dresdner Verhältnisse miese Wohnlage.
    Wer dort investiert, wird auch ein wenig auf die allgemeine Verknappung des Wohnraumes in der Stadt spekulieren müssen...

    Zur Ehrenrettung des "Unterschicht"-Pöbels muss gesagt werden, dass es diesmal der eigene akademische Nachwuchs unserer werten Künstlerschaft war.


    Schsische Zeitung [online] - Dresden: Bekannter Knstler entzahnte Lwen

    Quote

    Der 28-jährige Walldorf ist Student an der Hochschule für bildende
    Künste und stadtweit mit seinem Werk einer pinkelnden Polizistin bekannt
    geworden.

    Im Januar hatte er für seine pinkelnde Polizistin Petra einen mit 1000 Euro dotierten Nachwuchspreis gewonnen und bundesweit für Aufsehen gesorgt.