Posts by Raffael

    Es ist mir unbegreiflich, warum es für den inneren Altstadtbereich (südlich der Berliner Straße) nicht eine Gestaltungssatzung gibt, die z.B. Flachdächer verbietet. Für Alt-Sachsenhausen, das nördliche Mainufer und das Bahnhofsviertel gibt es das doch (glücklicherweise) auch. Warum dann nicht auch für das Herz der Altstadt? Hat hier das Stadtparlament gepennt oder will man einfach keine Gestaltungssatzung an dieser wichtigen Stelle? Es ist so peinlich, wenn Gäste auch mal einen Blick in die Nebengassen des Römers werfen wollen und sich dann wie im Sozialbauviertel der Vorstadt vorkommen.


    Aber auch dem Caritasverband und dem Architekten gilt die Anfrage: Warum muss das "Lebenshaus" gegenüber einer der ältesten und schönsten Kirchen der Stadt ausgerechnet ein Flachdach tragen? Und warum ebenso die Kindertagesstätte gegenüber dem altehrwürdigen Karmeliterkloster? Immerhin wird hier für die Anwohner der "Blick auf das dahinterliegende Karmeliterkloster" freigehalten. Man weiß also doch, was den Leuten gefällt. Warum um alles in der Welt baut man dann so einen Schrott? :kopfwand:

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    Echt widerwärtig, so ein Protzding.


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    An Madames Stelle würde ich mich genieren, dort Landsleute zu empfangen... :übelkeit:


    Jetzt geht ihr aber etwas zu weit. Man hat halt nicht immer das Glück, etwas rekonstruieren zu können. Wenn man dann auch nicht gerade "modern" bauen will, kommt leider manchmal etwas raus, was zu sehr in Richtung Kitsch und oberflächlicher Protzerei geht. Heutige Architekten haben mit anspruchsvoller historisierender Architektur und Ästhetik eben keine Erfahrung. Es ist immerhin ein Versuch, eine Alternative zur heute einzig erlaubten Architekturrichtung zu finden.

    Quote from "RMA"

    Wer das Wohnhaus von ETA Hoffmann findet, gewinnt eine Waschmaschine. ;)


    Na dann tipp ich doch mal auf dieses:


    Wo kann ich die Waschmachine abholen? 8)

    Das mit dem Film war wirklich schade. Ich dachte ja, ein Reboot würde das Problem lösen, aber dann wurde einfach mit dem Programm fortgefahren. Warum stellt man den Film nicht einfach in Youtube ein? Wäre doch eine gute Werbemaßnahme.

    Wie schon bekannt sein dürfte, findet am Donnerstag (11.12., 16 Uhr) die in diesem Jahr letzte Plenarsitzung der Stadtverordnetenversammlung statt, auf der man sich erwartungsgemäß wohl leider für den Lederer/Ragnasdóttir-Entwurf entscheiden wird.


    Die FNP schreibt hierzu:

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    Auch über den Neubau des Historischen Museums wird beraten. Es ist zu erwarten, dass sich das Stadtparlament für den modernen Entwurf des Stuttgarter Büros LRO entscheidet. Ein historisierender Neubau, wie er von Altstadtfreunden favorisiert wird, hat keine Chance mehr. [...] Interessierte Bürger können Eintrittskarten für die Sitzung noch im Büro der Stadtverordnetenversammlung erhalten [...]

    Sind einige der Abbildungen des Entwurfs von Rang, die am Montag im Altstadtforum gezeigt wurden, auch irgendwo im Netz zu finden? Oder hat jemand damals bei der Ausstellung der Entwürfe die Pläne abfotografiert? Bisher hab ich nur dieses im Nachbarforum gefunden. Auch auf der HP von Rang findet sich leider nichts.


    Auf dem Grundriss seines Entwurfs war nördlich des kleinen Saalhofes diese "Verzierung" als Kapelle bezeichnet. Hat dies jemand verstanden?


    Was haltet ihr eigentlich von dem Entwurf und dem von Rang betonten Konzept "50% alt, 50% modern"? (Ich denke, wir wären alle froh, wenn dieser Entwurf doch noch realisiert werden würde - aber wo seht ihr Verbesserungspotential?)


    P.S. Es wurde mehrmals für den Bruchteil einer Sekunde ein Bild aus der Nachkriegszeit gezeigt, auf dem eine Prozession vor der Ruine des Marstalls zu sehen war. Kennt jemand das Bild oder ein ähnliches, das den Restbestand des Marstalls vor dem Abriss zeigt?

    Die FR legt nach:


    Historisches Museum - Nur eine Reaktion (FR von MARKUS BULGRIN)


    Die Debatte um das Historische Museum scheint die FR ja sehr zu beschäftigen. Nach der teils unsachlichen, teils diffamierenden Berichterstattung der letzten Zeit, die in der peinlichen Entgleisung von Christian Thomas ("Lokalpatriotismus - oder schon Lokalrassismus?") gipfelte, ist nun Markus Bulgarin mit einem Kommentar über die Sitzung des Ortsbeirats 1 an der Reihe. Vom fanatischen Eifer Christian Thomas' entfernt, ist jedoch auch bei ihm der Versuch zu erkennen, die Rekonstruktionsbefürworter zu diskreditieren ("Erneut warfen allerlei Wortführer, unschwer als Fachwerkfreunde zu erkennen, seinem Entwurf einen fehlenden Bezug zur Altstadt vor.") und den Entwurf von Prof. Rang zu marginalisieren ("Vielmehr habe sich Rang 'aus dem laufenden Verfahren persönlich heraus zu halten'. So wollten es die Richtlinien, der Ehrenkodex für Architekten. Eine Meinung, die auch das Hochbauamt vertritt. 'Das ist nicht in Ordnung, was der da macht', raunte Ulrich Kuhlendahl seiner Sitznachbarin zu."). Das alles mündet in der kategorischen Feststellung Kuhlendahls: "Der Siegerentwurf steht fest." Somit ist das ganze Theater also "Nur eine Reaktion", und "Da hat [der nicht anwesende] Lederer auch nix verpasst".


    Ich denke, dass bei aller Negativpublicity der FR somit immerhin die Ablehnung des Siegerentwurfs von Teilen der Bürgerschaft und die Existenz eines Alternativentwurfs im Gedächtnis der Leute bleibt. Ich meine, es ergibt wenig Sinn, hier im Forum über das Niveau der "Schund"schau zu lamentieren, sie hat nun mal eine nicht geringe Leserschaft. Es wäre schön, wenn dies von noch mehr Leuten hier aus dem Forum mittels Leserbriefen genutzt werden könnte. Wenn immer nur dieselben wenigen ihre Meinung öffentlich kundtun, muss man sich nicht wundern, wenn man als "kleine Gruppe von Querulanten" dargestellt wird. (Und ja, ich möchte als "Greenhorn" hier niemandem einen Vorwurf machen ;-). Um selbst sachliche Leserbeiträge leisten zu können, wäre es schön, wenn jemand meine noch nicht beantworteten Fragen aus den letzten Posts beantworten könnte.)


    P.S. Interessant war die Bemerkung "Um 'einem Kulturkampf vorzubeugen', wie es ihn einst um das Goethehaus gegeben habe." Daraus entnehme ich, dass es den Wiederaufbau des Goethehauses beinahe auch nicht gegeben hätte? Mir fällt es wirklich sehr schwer, den Hass mancher Leute auf Rekonstruktionen zu begreifen.

    Nochmal zu meinen Fragen von letzter Woche bzgl. des Beitrags von Lederer in der FR:


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    Offensichtlich war das Bemühen der Stadt erkennbar, Fachpreisrichter unterschiedlicher Architekturrichtungen an einen Tisch zu bringen.


    Ist diese Aussage korrekt oder nicht? War das bemühen nach Fachpreisrichtern unterschiedlicher Architekturrichtungen "offensichtlich" erkennbar? Gab es unter den "Architekturrichtungen" auch welche, die Rekonstruktionen nicht grundsätzlich ablehnen? (Da Museumsdirektor Jan Gerchow und Kulturdezernent Semmelroth eine Teilrekonstruktion entschieden ablehnen, kann ich mir soviel Ausgeglichenheit gar nicht vorstellen.)


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    Alle in der Baugeschichte gelungenen Gebäude bilden eine unzertrennliche Einheit des inneren konstruktiven und funktionellen Gerüstes mit der äußeren Hülle. Maskeraden sind auf den ersten Blick verfänglich, weil sie eine Wahrheit vorgeben, die sie ihrem Wesen nach nicht haben.


    Gibt es nicht Beispiele, wo schon in historischen Zeiten mehrere Häuser "zusammengelegt" wurden, d.h. Wände zwischen den Häuseren durchgebrochen wurden, um größere Räume zu bekommen?
    Was meint er mit "innerem konstruktiven und funktionellen Gerüst"? Ist nicht auch die Alte Oper in gewissem Sinn eine Maskerade? Oder Film- und Architekturmuseum, deren Gebäude einst völlig entkernt wurden?

    Alles Beton - Arno Lederer, der Architekt des Historischen Museums, klärt die Freunde der Altstadt auf (FR von CLAUDIA MICHELS)


    Die Überschrift sagt schon alles: Dem Experten Lederer, der ja nur das Beste für die Altstadt will, werden hinterwäldlerische Altstadtfreunde gegenübergestellt.


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    Der Frankfurter Römer [...] ist den Freunden der Altstadt heilig. Doch selbst beim Römer, das war am Mittwochabend im Historischen Museum zu erfahren, täuscht der äußere Eindruck über inwendige Tatsachen hinweg. "Gehen Sie doch mal rein, und klopfen Sie mal an die Wände. Was da drunter ist, ist Stahlbeton, Stahlbeton, Stahlbeton." So sprach der Stuttgarter Architekt Arno Lederer über das Frankfurter Rathaus. Ein Experte, dem die zum Gespräch über den geplanten Museumsneubau erschienene Bewohnerschaft gerade erklärt hatte: "Ihr Entwurf ist nicht aus Frankfurter Bewusstsein erdacht. Sie kommen ja auch aus Stuttgart." Denn diesmal heizte sich die Debatte an den Materialien auf [...] "Wir wollen ja außen mit Sandstein bauen"
    "


    Der Experte spricht, die ahnungslose Zuhörerschaft muss darüber aufgeklärt werden, dass selbst ihr Heiligtum aus dem verteufelten Stahlbeton besteht.


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    Lederer und seine Kollegin Jórunn Ragnarsdóttir sind bekannt dafür, beim Bauen Tradition und Umgebung zu berücksichtigen [...] Beim neuen Historischen Museum werde städtebaulich "eine Atmosphäre vorgegeben, wie sie mal war". Zumal die Hälfte der Baumassen von 7 700 Quadratmetern unter der Erde zu liegen komme. Natürlich entstehe da ein großes Gebäude, aber "Altstädte waren immer geprägt von großen Häusern", nämlich Rathaus, Kirche und Schule - "in einem Netz von kleinen".


    Leider ist das "Netz von kleinen" nicht mehr vorhanden, dafür nehmen die großen Häuser überhand, dank Lederer & Co. selbst dort, wo man das "Netz der kleinen" ein klein wenig rekonstruieren könnte.


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    "Die erste Maschine, die hier auffährt", erschreckte der Architekt die Zuhörer - "wird ein Betonmischer sein".


    "...erschreckte der Architekt die Zuhörer", die hier schon wieder als völlig naiv und ahnungslos dargestellt werden.


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    Schon die riesige Kuppel des Pantheon-Tempels in Rom sei in Beton errichtet - "sonst hätten die Römer die nie hingekriegt". Es sei schließlich "nicht der Beton dran schuld, dass er missbraucht wurde, in den 60er Jahren". Beton sei nicht mehr, als gegossener Stein - "dass Immobilienhaie damit alles zuklatschen, ist auch unser Problem".


    Anders gesagt: Wir sind die Guten, die Immobilienhaie sind die Bösen.


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    Verschiedene Ausschüsse (Kultur, Planung, Dom, Römer) behandeln das Thema im Historischen Museum am 13. November gemeinsam in öffentlicher Sitzung. Uhrzeit noch offen.


    Na dann mal frohes erscheinen ;-).

    Hallo zusammen,
    ich bin neu im Forum und wie so viele hier recht unglücklich mit dem prämierten Siegerentwurf für das Historische Museum.


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    Offensichtlich war das Bemühen der Stadt erkennbar, Fachpreisrichter unterschiedlicher Architekturrichtungen an einen Tisch zu bringen.


    Kann das mal jemand (sachlich) beurteilen? Gab es auch Jurymitglieder, die gegen Rekonstruktionen nicht grundsätzlich abgeneigt sind? Hier wurde erwähnt, dass Prof. Fingerhut als Leitung der Jury eine klare Fehlbesetzung gewesen sei ("Hatte er noch beim letzten Dom-Römer – Ausschuss zugestanden, daß er die Verhältnisse in der Frankfurter Altstadt „nicht so gut kenne“ und den historischen Wiederaufbau als „Disneyland“ verunglimpft".)


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    Dass unser Entwurf ohne Gegenstimme den ersten Preis erhalten hat,...


    Stimmt das denn? Hier wurde über eine Gegenstimme berichtet: "Mit 9 zu 1 Stimmen errang das Stuttgarter Büro, das die bauliche Situation schon aus den Voruntersuchungen kannte, den mit 38.000 Euro dotierten 1. Preis des Architektenwettbewerbs." Weiß man, wer aus der Jury dagegen stimmte?


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    Zur Lösung des stadträumlichen Problems betrachten wir Modelle, die historisierend vorgehen, indem sie das große Volumen mit alten Fassaden kaschieren, als ungeeignet. Alle in der Baugeschichte gelungenen Gebäude bilden eine unzertrennliche Einheit des inneren konstruktiven und funktionellen Gerüstes mit der äußeren Hülle. Maskeraden sind auf den ersten Blick verfänglich, weil sie eine Wahrheit vorgeben, die sie ihrem Wesen nach nicht haben. Sie nutzen sich schnell ab und sind ausschließlich auf äußere Wirkung gebaut.


    Das letzte Zitat würde ich ganz gerne zur Diskussion stellen. Gibt es Beispiele für derartige "Maskeraden" auch aus der älteren Geschichte?