Posts by Götzenhainer

    Hier handelt es sich aber nicht um eine Entstuckung der Nazizeit. Das Krankenhaus wurde 1929 umgebaut und erweitert und erhielt bei dieser Gelegenheit die neue Fassade.


    Die Entstuckungen im Dritten Reich betrafen auch eher Bauten des Historismus, die nachträglich in älteren Wohnquartieren errichtet worden waren und gegenüber dem Altbestand als unpassend empfunden wurden. Ganz viele Beispiele hierfür gibt es in Nürnberg, oder z.B. am Lübecker Marktplatz.

    Lieber Villa, danke für die schönen Bilder. Bei den ersten Bildern im Hintergrund handelt es sich allerdings nicht um ein Haus der Wiederaufbauzeit, sondern um den Hainerhof-Komplex 1937/38 errichtet, heute leider durch unpassende Fenster im Erscheinungsbild getrübt.

    Das ist sehr nett Heinzer, vielen Dank!

    Das Rätsel von Arsten konnte ich gestern Abend bereits über den Heimatverein klären, es ist der Behrenshof, Hinter dem Vorwerk 35, am Kriegsende abgebrannt.


    Sankt Magnus scheint sich schwieriger zu gestalten, befürchte aber auch der Hof steht ebenfalls nicht mehr!

    Dann habe ich doch noch zwei Bilder:


    Dieses Bauernhaus soll in Arsten (heute zu Bremen gehörig) stehen/gestanden haben? Weiß jemand ob es noch steht, bzw. wo genau?


    Und dieses Bauernhaus in St. Magnus (heute ebenfalls Bremen). Auch hier würde mich interessieren was aus dem Haus wurde?

    Die Abtragung der Ebene genügte allerdings nicht um das historische Bodenniveau wieder herzustellen. Dies ist gegenüber dem Ursprungszustand in der Tat -um einen halben Meter- erhöht.


    Es gibt noch einige schöne Keller in der Altstadt, auch von Bürgerhäusern. Der Keller vom Restaurant "Zimt und Koriander" (unter einem sehr hässlichen Neubau) kann zum Beispiel jederzeit ohne großen Aufwand besichtigt werden.

    Man muss die Stadt aber als Gesamtheit betrachten... Klar ist der Wiederaufbau in Teilen grottenschlecht, im ganzen gesehen schlägt die Stadt aber ihre unzerstörten Nachbarn/andere Städte um Längen (heisst trotzdem nicht dass ich mit allem zufrieden bin!).


    Ich kenne - neben dem Essener Münster- in beiden genannten Städten keine Bauten/Ensembles von herausragender Qualität...


    Und die ästhetische Qualität hängt sehr wohl davon ab ob ich an zugenagelten Schaufenstern, Dönerläden mit Plastikbestuhlung und 1-Euro-Läden entlang flaniere...


    Übrigens ist der Wiederaufbau der 50iger Jahre oft im Nachhinein verschandelt worden, siehe zum Beispiel Fenster der Kugel-Apotheke etc. (hierzu gibt es einen interessanten Artikel in den Altstadt
    Berichten)...

    Dexter, Du sprichst hier gerade den Wiederaufbau von Rothenburg an, ich war erst letzte Woche wieder da, so gut finde ich den nicht.


    Ich empfehle hierzu das zweibändige Werk vom Verein von Alt-Rothenburg, mit Vorher-Nacher-Bildern zu fast jedem Haus. Phantasiefachwerkhäuser (Gerlach-Schmiede etc.) sind auch nicht jedermanns Ding...


    Also ich komme viel rum, fahr mal nach Pforzheim, Bremerhaven, Ludwigshafen, Essen, Bochum, Duisburg, Dortmund, Offenbach...


    Als - relativ- gelungen würde ich zum Beispiel - neben Nürnberg- den Wiederaufbau in Donauwörth, Münster und Freudenstadt, Freiburg betrachten.


    In Nürnberg gefällt mir die - weitgehende- Wiederherstellung der Strassenführung, relative Kleinteiligkeit, Wiederherstellung der Dachlandschaften, architektonisch äußerst wertvolle Einzeldenkmale, relativ intakter Einzelhandel/Gastronomieszene.

    Also ich bin selbst - obwohl "Auswärtiger"- Mitglied der Altstadtfreunde und mag Nürnberg und bin von daher natürlich nicht ganz neutral. Klar fehlen hier ein paar wichtige Rekonstruktionen, aber insgesamt ist die Stadt wirklich nicht schlecht und der Wiederaufbau als eines der besseren Beispiele anzusehen! Ich denke wir sehen die ganze Sache zu sehr aus unserem Blickwinkel.... Tatsache ist nun mal, dass ein Großteil der Leute eben nicht zum Bildungsbürgertum gehört, denen ist die Architektur fast egal... Traurig aber wahr... Letztes Jahr bekam ich zum Geburtstag eine Reise nach Fürth und Erlangen geschenkt, wo ich seit über zwanzig Jahren nicht war. Die beiden Nachbarstädte - obwohl nicht im Krieg zerstört- sind derart heruntergekommen und kaputt saniert (Einscheiben-Verglasung, miese Schaufenster, Sat-Schüsseln, Nachkriegsabbrüche, Leerstand etc.) dass ich/meine Freundin echt froh waren das Nürnberg in der Nähe war und wir wieder viel Zeit dort verbrachten. Was sollen die Leute vermissen, wenn sie es nicht besser kennen.... Traurig aber wahr.... Ich glaube es wird in den nächsten Jahren leider eher noch schlechter....

    Na, vielleicht dient dieses Projekt ja als "Initialzündung", wenigstens für ein paar kleinere Reko-Projekte...


    Ah, es gibt also noch ein Altstadtfest, ohne Altstadt....Neu-Isenburg "gönnt" sich das auch jährlich ohne Altstadt ;(

    Ach, ich möchte da niemanden beleidigen, die Leute haben es ja gut gemeint, aber es war wirklich teilweise recht skurril...


    Angefangen von Zwischenrufen wie " ganz Deutschland wartet auf die Paulskirche", die nur Kopfschütteln unter den Zuschauern hervorriefen, oder Angriffe gegen Herrn Guntersdorf warum man nicht zum "Pre-Opening" eingeladen worden sei...Dies zum Beispiel wurde dann untermauert, mit Verweis darauf wie sehr doch die Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden e.V. in Dresden geschätzt würde und wie wenig man selbst hingegen in Frankfurt (sehr "bescheiden" wenn man denkt was vom Verein in Dresden erreicht wurde, Pro- Altstadt spielte in FfM dagegen praktisch -leider- kaum eine Rolle).


    Andere haben sich mit "Dauermonologen" über Untersuchungen darüber, welche Fassaden beim Menschen am positivsten ankommen würden hervorgetan, so lange bis aus dem Publikum ärgerliche Rufe kamen das Mikrofon abzunehmen etc....


    Wie gesagt, die Leute meinen es ja gut, aber so kommt man nicht wirklich weiter, denke ich mal...

    Nur kurz zu gestern Abend:


    Die Veranstaltung war recht Prominent besetzt, neben den Moderatoren der FAZ mit Michael Guntersdorf (Dom-Römer), Marc Jordi (Architekt), Peter Cachola Schmal (Direktor Architektur Museum), Mike Josef (SPD), Jan Schneider (CDU).



    Die nun fast fertiggestellte Bebauung wurde -wider erwarten- im Grunde von allen sehr positiv bewertet -sogar von Herrn Schmal ;) .


    Auf Nachfrage bei Herrn Jordi, ob er sich -wie von Mäckler gefordert- die Altstadtbebauung auch ohne die relativ hohe Anzahl von Rekonstruktionen hätte vorstellen können, wurde dies zu meiner Überraschung von ihm verneint :applaus: . Er war ziemlich "Pro-Reko" eingestellt, was mich doch (trotz seiner beiden gelungenen Neubauten) sehr positiv überraschte.


    Auf die Frage in die Runde wer sich weitere Rekonstruktionen vorstellen könnte, kamen dann auch nur von ihm, bzw. Herrn Guntersdorf verhalten positive Signale.


    Ich war einigermaßen erschüttert wie unprofessionell teilweise von anwesenden Zuschauern, die dem "Pro-Altstadt-Lager" zuzurechnen sind argumentiert wurde (zur Paulskirche, wie zum Schauspielhaus). So kann man "keinen Blumentopf gewinnen"..... Auch -negativ- überrascht war ich, wie viele Zuschauer -und ich meine hier keine Architekten/Alt-68iger- für eine Erhaltung des Schauspielhauses/ der Paulskirche in der bisherigen Form plädierten.

    Ich hätte auch mal eine Frage. Sie betrifft die goldenen Wasserspeier (Drachen) an der Goldenen Waage. Siehe dieses Foto:

    An mich wurde nun die Frage herangetragen, ob diese eigentlich historisch überliefert sind? Auf alten Fotografien und Zeichnungen, die im Internet erhältlich sind, seien sie nämlich nicht zu sehen. Ich habe nur folgende Quelle gefunden:

    (http://www.fr.de/frankfurt/wer…ne-waage-ist-da-a-1501993)
    Vielleicht kann mir ein Fachkundiger weiterhelfen?

    Es sind drei Wasserspeier historisch überliefert, von denen nur die zwei zum Markt hin rekonstruiert wurden. Der dritte kann nicht mehr rekonstruiert werden, da das Stadthaus nun im Weg ist.


    Die Wasserspeier sind freie Nachschöpfungen, da keine Bilder vorhanden sind. Ihre Existenz ist aber durch ein Erbregister belegt, als das Haus im 17. Jahrhundert weitervererbt wurde (in Belgien aufgefunden).