Posts by Leine1977

    Wenn es vereinzelt Abrisse gibt, dann ist es wirklich sehr schade. Glücklicherweise hat sich der Markt gedreht. Unsere Gründerzeit-Stadtteile sind in Hannover die beliebtesten, nach einer neuesten Studie lassen sich Altbauten mit Stuck & Co. am besten vermieten.


    Noch in den 70er wollte man in Hannover ALLE Gründerzeitbauten großflächig abreißen. Es ist zum Glück nicht dazu gekommen. Damals war ja Stuck total out. Nicht zu fassen, wa? Und heute ist man froh, dass man im Altbau wohnt (in meinem ist aber glaub ich eine Bombe reingeplumpst).


    Dass heute keine "neuen" Gründerzeitler gebaut werden, liegt mit Sicherheit an den energetischen Bauordnungen seit den 70ern. 3 bis 4 Meter hohe Decken sind glaub ich so nicht mehr erlaubt.


    Überhaupt glaub ich, dass die neuen Energiespargesetze ein Problem für die Gründerzeitler darstellen. In meinem Stadtteil gibt es ein komplettes Backsteinareal aus den 20ern - ein geschlossenes Stadtbild. Nun hat ein Eigentümer angefangen und Dämmplatten einfach raufgezogen. Es sieht jetzt aus wie ein 0815-Bau.


    Ich hoffe, das findet keine Nachahmung. Das gilt gerade für Leipzig bei dem großen Altbestand.

    Das geht nur über Subventionen/Förderungen, wenn ich das weiter oben richtig gelesen habe.


    Sachsen setzt als einziges der neuen Länder den Soli ja auch - wie geplant - für Infrastruktur ein, was ich beim Anblick der Bilder nur begrüßen kann.

    Quote from "Wolfsheim_Jena"

    Naja, aufzuholen gibts da gerade gegenüber Hannover nicht mehr viel. Einwohnermäßig wird wohl Hannover bald gegenüber Leipzig den Kürzeren ziehen.


    Hab mich wohl falsch ausgedrückt. Mit Aufholen meinte ich, dass vieles in Leipzig seit erst einigen Jahren saniert wird. Irgend wer schrieb hier mal, dass in ehem. DDR alles verottete. Ist also eine logische Konsequenz, dass jetzt viel passiert. Dabei hat jetzt Leipzig das große Plus, dass heute saniert wird, wo es Denkmalschutz gibt. In den 60er und 70ern wäre vieles abgerissen worden.


    Mit Hannover hat das überhaupt nichts zu tun. Unsere Stadtteile mit Altbaubestand sind über längere Jahre nach und nach saniert worden. Einwohnermäßig kann ich nichts dazu sagen, ich bin kein Statistiker. Von mir aus soll Leipzig bald 1 Mio. Einwohner haben. Wahrscheinlich hat Leipzig auch Hannover in allen Bereichen schon überholt. Leipzig war immer eine bedeutende Industrie- und Bürgerstadt, Hannover immer eine behäbige Residenz- und Regimentsstadt. Gemeinsam haben wir, dass wir die meisten Kleingärten in Deutschland haben. :zwinkern:


    Um es aber trotzdem mal auszusprechen: ich persönlich glaube schon, dass Leipzig und Dresden in naher Zukunft führende Städte sein werden. Ist meine persönliche Meinung.


    @Stiffler: > 80% Wohnraum ist Vorkriegsbau? Der Hammer! Andererseits heißt das man hat 100 Jahre lang quasi nicht gebaut.

    Auch ich finde es sehr bemerkenswert, was da in Leipzig vor sich geht. Die Stadt kenne ich (leider) noch nicht. Verstärkt wird natürlich die Wirkung, da jetzt alles auf einmal saniert wird - quasi 40 Jahre aufgeholt werden muss. Gründerzeitler werden aber heute glaub ich nirgends mehr in Deutschland abgerissen - die bringen mittlerweile in allen deutschen Großstädten die größte Miete.


    Der Abrisstrend in Leipzig scheint auch endlich gestoppt zu sein. Vor etlichen Monaten gab es einmal einen großen Bericht in der Welt am Sonntag, wo moniert worden ist, dass gerade in Leipzig hunderte von Altbauten einfach abgerissen worden sind. Anscheinend sind ja immer noch genügend da. Der Zerstörungsgrad im Krieg muss wohl zum Glück hier auch geringer ausgefallen sein.


    Schön finde ich auch, dass die Elster- und Pleißemühlgraben wieder freigelegt werden. Auf ähnliches warte ich in Hannover auch noch. Wie bei uns Hannover gab es wohl früher in Leipzig auch den Begriff "Klein Venedig".


    Gruß aus Leipzigs Partnerstadt!

    Der Stadtplan ist von 1907. Die Ernst-August-Straße und alle anderen Straßen auf der Leineinsel gibt es nicht mehr, da hier jetzt der City-Ring rübersaust.


    Das Fehlen der Ernst-August-Straße ist aber im Laufe der Zeit als Problem identifiziert worden. Die Altstadt und die links gelegene C. Neustadt sind regelrecht abgeschnitten. Ich glaube, hier wird zukünftig nach Lösungen gesucht werden.


    Demnächst startet wohl eine Initiative der regierenden Parteien, die Potentiale im Innenstadtbereich ausloten will, wo man städtebaulich was machen kann. Es soll dann öffentliche Foren geben für interessierte Bürger.


    Man muss leider auch sagen: der City-Ring ist nicht mehr wegzudenken. Der bekannte Stadtbaurat Rudolf Hillebrecht, der in Hannover einen zunächst gefeierten Wiederaufbau betrieb und später dafür kritisiert worden ist, musste wohl die alten Straßenstrukturen durchbrechen.


    Im Gegensatz zu Bürgerstädten wie Leipzig, Köln, Frankfurt, wo es schon vor dem Krieg Ringstraßen gab, hatte Hannover vieles verschlafen. Hannover wollte immer Regiments- und Residenzstadt sein und der König hat vieles Modernes blockiert, was sein Baumeister Laves umsetzen wollte. Deswegen ließ sich wohl die damals neue Idee einer "autogerechten Stadt" gut umsetzen; denn sonst wär hier alles zusammengebrochen.


    Aber der neue Stadtbaurat will hier ansetzen, weitläufige Strukturen verdichten, Straßen rückbauen. Das begrüße ich. Und ja, wenn viele Bürger es wünschen, Geld da ist, dann begrüßen auch unsere Politiker Rekonstruktionen wie man beim Schloß Herrenhausen jetzt sehen kann.

    Quote from "Däne"

    Soweit ich im DAF gelesen habe, stehen etliche Ratsmitglieder Rekos positiv gegenüber.


    Das ist leider definitv nicht der Fall. Es muss sich da um eine andere Stadt handeln.


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    Vielleicht kann ich Euch kurz die Situation an der ehemaligen Leineinsel zeigen:


    Vorkriegszustand:






    Heute:


    Schon vor dem Krieg gab es Pläne, die Leineinsel zugunsten einer Straße abzureißen.


    Zukunft?:



    Anm.: Ist nur ne schnelle Skizze.


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    Meine Reko-Lieblinge - neben der Wasserkunst, die ja weiter weg steht - wären wie gesagt die Alte Kanzlei (regionaltypischer Bau)...



    ...oder das Haus der Väter (das wäre das erste Gebaüde in H, dass mehrmals den Standort wechselte)




    Die Flusswasserkunst bleibt aber natürlich mein absoluter Liebling:


    Ah, jetzt hab ich mich auch mal angemeldet. Hallo und Grüße aus Hannover!


    Ich weiß jetzt nicht, ob ihr bessere Informationen. Mein Sachstand ist derzeit folgender:


    Die Flusswasserkunst steht derzeit ganz am Anfang. Das Thema ist noch kaum publik, trotzdem hat sich der Rat schon damit beschäftigt... und abgelehnt, was zu erwarten war. Man fürchtet Kosten. Es gibt in Hannover immer mal Vorschläge was zu rekonstruieren, jedoch will es keiner bezahlen. Hoffen wir das beste für den weiteren Verlauf.


    Das Schloß wird kommen. Hierzu hatte ich den Oberbürgermeister mal angeschrieben; denn vor nicht all zu langer Zeit hat der BDA nahezu wöchtlich Stimmung gegen Rekonstruktionen gemacht. Da hab ich Angst bekommen und wollte mal eine Antwort von der Stadt.


    Auch liest man des öfteren in der Zeitung, dass u.a. auch Hannovers Innenstadt aufpassen muss, nicht unter der Kommerzialisierung der Architektur (Shopping-Center etc.) unterzugehen. Der Abschied von der "autogerechten Stadt", zu der wir ja quasi zählen, geschieht glücklicherweise schon länger. Auch in Zukunft werden viele Straßen rückgebaut werden.


    Damit kommen wir zum City-Ring (Ringstraße), der am Hohen Ufer, wo die Leineinsel mal stand, städtebaulich besonders schlimm wirkt. Hierzu hatte ich eine Skizze mal an Politiker und Stadtplanungsamt geschickt, wie man die alte Leineinsel wieder errichten könnte, ohne auf die Ringstraße verzichten zu müssen.


    Dabei wäre die Insel an sich ein Gewinn. Eine genaue Rekonstruktion der Bebauung ist nicht möglich und m.E. auch nicht sinnvoll. Hier war früher das Armenhaus von Hannover, schlechtes Fachwerk und alles viel zu dicht, so dass man die Leine nicht mehr sehen konnte. Ich könnte mir aber eine lockere Bebauung mit historisierender Bebauung vorstellen undvielleicht mit einer Rekonstruktion (Alte Kanzlei, Haus der Väter). Das "Haus der Väter" hat schon vor dem Krieg den Standort einmal gewechselt, von daher ist das nicht schlimm.


    Die Antwort vom Stadtplanungsamt war, dass man diesen Stadtraum mit in die künftige Planung mit einbeziehe. Auch die Stadt sucht hier nach Lösungen. Architekturstudenten versuchen sich zur Zeit ebenfalls hier. Vielleicht gibt es auch moderne Lösungen, die hoffentlich kleinparzellig sind.


    Es gibt eigentlich sehr viel Potential an diesem Ort, man darf es nur nicht versauen. Obwohl Hannover im Ganzen eine überraschend schöne Stadt ist, ist die Stadtplanung seit Kriegsende im Innenstadtbereich leider mangelhaft geblieben.


    Auch ich gucke neidisch nach Dresden, Frankfurt & Co., auch wenn Hannover finanziell schon nicht mit diesen mithalten kann, hoffe ich, dass der Funke bald auch an die Leine überspringt.