Posts by Leine1977

    Heute wurde in der Tageszeitung ein erst kürzlich entdecktes Fotos aus der Progromnacht veröffentlicht. Es zeigt die jüdische Synagoge, wie sie in Band gesteckt worden ist.


    Dabei wurde diese Synagoge aus Integrationsgründen im 19. Jh. bewußt in heimischer Architektur gebaut.



    Man erkennt am rechten Bildrand, dass Hannover eine Fachwerkstadt gewesen ist.

    Quote from "spacecowboy"

    Gerade der westdeutsche Besucher dürfte, wenn er den Hbf verlässt, staunen, dass er in Dresden nicht inmitten schmuddeliger Nachkriegstristesse auf Dönerbuden und Ramschläden en masse trifft, ...


    ???


    Wo gibt es in Westdeutschland Dönerbuden an den Hbf´s? Welche Bahnhöfe sollen denn schmuddeliges Umfeld haben (bis auf München)?

    Kürzlich gab es eine Ausstellung von Architekturstudenten, die ihre Entwürfe für "Wohnen am Wasser" präsentierten. Als Stadtraum wurde die alte Leineinsel gewählt.


    Weiter oben hatte ich es beschrieben: die alte Leineinsel war mit Fachwerkhäusern übersät, im Krieg stark zerstört und schließlich zugunsten einer Ringstraße endgültig plattgemacht worden. Die Ringstraße war allerdings lange vor dem Krieg schon angedacht; denn Hannover hatte im Gegensatz zu anderen Großstädten keine.


    Mittlerweile hat man die Mißstände erkannt (u.a. Abkoppelung der Stadtteile) und sucht hier nach Lösungen. Die Ausstellung hat zwar nichts mit der Problemlösung zu tun, jedoch erhoffe ich mir, dass das Thema "Insel" endlich mal sensibilisiert wird.




    Schön finde ich, dass einige Studenten die Originalform der Insel aufleben lassen. Die Bebauung hat jeder modernistisch gewählt - ohne Abstriche. Anscheinend lernt man auch nicht dazu. :weinen:


    Na ja, ich habe jedenfalls ja unabhängig davon bereits an die Verwaltung geschrieben, man möge den City-Ring untertunneln und die alte Insel wieder aufleben lassen. 8)

    Dazu soll es heute im NDR Regionalprogramm 19:30 einen Bericht geben (ich schau ihn mir nicht an, ertrage das nicht als Hannoveraner... )


    Apropos: Auf Eurer e-Zeitung habe ich einen richtigen Schreck bekommen:
    :o

    Ehrlich gesagt, finde ich es immer gar nicht so schlecht, auch mal die nicht so dollen Ecken zu fotografieren. Gerade diese Bilder sind immer sehr interessant.


    Eine "perfekte" Stadt gibt es niergends auf der Welt. Jeder kann seine Stadt so fotografieren, dass es so aussieht, als sei sie die schönste uf der Welt. An besonders problematischen Ecken jedoch finde ich die Diskussion "warum ist das hier so, was war der Grund und was kann man besser machen", außerordentlich spannend.


    Vielleicht passt es allerdings nicht gerade ins aphforum.

    Ich kenne zwar Dresden (noch) nicht aus der Nähe. Deswegen will ich mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Die Bilder zeigen zwar wirklich keinen großartigen Bau, jedoch muss ich sagen, dass sich sowohl bei uns als auch in anderen Großstädten weit schlimmere Bausünden finden lassen - vorzugsweise alle aus den 70er Jahren. Jammert man in Dresden auf zu hohem Niveau?

    Das muss man doch nicht so ernst sehen. Die fr ist doch bekanntermaßen ein links-intelektuelles Blatt. Dementsprechend ist mit solchen Aussagen doch zu rechnen.

    Quote

    Ich frage mich, aus welchen Gründen sich Menschen gegen diesen Entwurf und für die jetzt gebaute Alternative entscheiden können?


    ECE: Verbockt hat das die damalige Stadtbaurätin. Die hat von vornherein klassische Varianten ausgeschlossen. Bei der Eröffnung hat sich der Center-Manager entschuldigt, "die Architekten hätten aus Respekt vor den übrigen Altbauten im Bahnhofsbereich eine schlichte Fassade gewählt". - Wenn das mal kein Eingeständnis ist. Andererseits muss man sagen, es gibt in Deutschland schlimmere ECE-Dinger.


    Positiv ist jedoch, dass dieser Bereich jetzt belebt wird. Zuvor lief dort kein Mensch lang (Straßenstrich und so).


    Nach drei nicht erfolgreichen Stadtbauräten seit dem Krieg gibt es aber jetzt seit kurzem etwas Hoffnung. Der neue, Herr Bodemann, bringt schon etwas andere Ansichten mit - einige Aussagen stimmen mich jeweils optimistisch.


    Quote

    Trotz einiger sehr schöner Gebäude bleibt Hannover m. E. aber - ich hoffe, ich darf das als alter Hannoveraner sagen - ein verschlafenes bis langweiliges Städtchen.


    Na klar darfst Du das. Machen wir doch alle. Das war Hannover schon immer, auch vor dem Krieg: eine behäbige Regiments- und Beamtenstadt. Da muss man sich nichts vormachen. Ich finds eigentlich ganz gut so. Man gewöhnt es sich schon an, sich gegenüber Externen zu entschuldigen.


    Und in einem US-Reiseführer habe ich neulich gelesen: "Hannover ist in Deutschland dafür bekannt eine sehr langweilige Stadt zu sein." Klischees wollen halt bedient werden... :zwinkern:

    Quote from "youngwoerth"

    Eben! Wie üblich wird da rumgewerkelt, wo sowieso schon eine einigermaßen befriedigende Lösung besteht. Das Postgebäude empfand ich in meiner Hannover-Zeit immer als eines der angenehmeren Gebäude.


    Dabei gäbe es in der nahen Umgebung so viele Fassaden, deren Hässlichkeit sich vortrefflich opfern ließe. Aber die bleiben uns erhalten. Gut gemacht. :kopfschuetteln:


    Ja, hier ist nunmal Hopfen und Malz verloren. Ich denke da an das Kaufhof, was unbedingt mal angegangen werden müsste.


    Das ECE-Ding ist eigentlich von allen Seiten kritisiert worden. Ich glaube sogar von einigen Architekten. Es sieht fast so aus wie die alte Post. Da fragt man sich: Wieso rekonstruiert man eine Nachkriegspost?


    Letztlich geht man hier nur zum Einkaufen hin. Der Hannoveraner trinkt seinen Cafe lieber in der Altstadt - und das tue ich auch!

    So, das Kröpcke-Center wird nun demnächst angegangen. Es ist eigentlich das Gebäude schlechthin, was die ganze Stadt bewegt. Schließlich steht es in der Stadtmitte am gefühlten Mittelpunkt: am Kröpcke (fast am Bahnhof).


    Für alle Nicht-Ortskundige sei gesagt: Hannover hat eine andere Stadtstruktur als andere Städte - ungefähr seit dem 18. Jahrhundert. Die historische Mitte liegt an der Leine und um die Marktkirche - also weiter weg. Der Kröpcke war eigentlich immer nur ein Verkehrsknotenpunkt. (benannt nach einem beliebten Kellner im Cafe Robby im 19. Jh.). Hier ist heute die Shopping-Center-geprägte Innenstadt zu finden, ganz im Kontrast zur Altstadt. Der Hofbaumeister Laves (Klassizismus) hat hier die Stadterweiterung betrieben, was im 19. Jahrhundert die mittelalterliche Altstadt ins Elend geführt hat.



    Zurück zum Kröpcke-Center: ein in den 70er Jahren umstrittener Betonkoloss im feinsten Brutalismus. Hannover sollte vollgepflastert werden damit. Im Plan stand, dafür die Gründerzeitviertel um die Innenstadt abzureißen. Glücklicherweise ist es dazu nie gekommen, da die Menschen lieber das "Schönere" nachfragten.


    So soll es dann aussehen (Kosten: über 200 Mio. €). Die Architekten kommen aus Berlin (die haben die beiden Häuser neben dem Brandenburger Tor gebaut...ich komm nicht drauf, wie sie heißen).



    Die Fassade ist eigentlich ganz schick (Sandstein). Leider kann der Turm nicht entfernt werden. Er dient quasi als Briefbeschwerer für die 3 Stockwerke U-Bahn. Er wird aber wenigstens mit verkleidet.


    Mit dem neuen Kröpcke-Center - und das finde ich positiv - werden die alten Grundrisse wiederhergestellt. Vor dem Krieg stand hier das Hotel Continental.



    Na ja, eine Reko sähe hier auch komisch aus. Rundherum ist kaum was altes. Hier war Alles zerstört. Leider!

    Ja, das ist ein Problem, was jedoch in jüngster Zeit kritisiert wird - u.a. in der Presse. Hannover hat nunmal im Kerngebiet der Innenstadt auf engstem Raum viel Einzelhandel. Davon lebt die Stadt auch. ich kann mir vorstellen, dass sowas der Einzelhandel verlangt hat. Nichts desto trotz wird jetzt aber wieder mehr mit den Herrenhäuser Gärten geworben.


    Im Rahmen der öffentlichen Foren will man ja nun auch weg von der reinen Shopping-Stadt.


    Schlimmer: am Bahnhof heißt jetzt fast alles mit "Ernst-August": -Gallerie, -Caree, -Markthalle, -Promenade, ... Mein Gott, wir hatten doch noch andere Könige und Kurfürsten!


    Hier alle Gebäude auf einem Blick (aus der Presse). Mir gefällt die Nachkriegspost noch besser; denn sie hat ja wenigstens ein Dach! An die Reichspost kommt natürlich kein Gebäude ran (im Krieg übrigens komplett zerbombt):


    Quote

    Kurzer Sachstand aus der Leinestadt:


    * Das Projekt City 2020 zur Zukunftsvision der Innenstadt läuft nun bereits. Eine Veranstaltung ist bereits absolviert worden und hat bei Bürgern großes Interesse geweckt. Alles verlief m.M. zu harmonisch seitens der eingeladenen Experten (wurde hier schon vorher alles abgesprochen?). So soll es mehr Wohnbebauung in der City geben und die Nachkriegsstadt weiterentwickelt werden. Begrüßenswert ist der Wunsch nach kleinparzellierter Bebauung und die Abkehr von der "autogerechten Stadt".


    Der erste Stadtbaurat Hillebrecht, der Verfechter des modernen Aufbaus war, wurde ausreichend gewürdigt. Zwar hat er m.M. tatsächlich viel geleistet, jedoch wurden seine Makel (=zahlreiche Abrisse von Gründerzeitbauten nicht erwähnt).


    Es folgen noch drei weitere öffentliche Termine.


    * Das Großprojekt von ECE ist nun fertiggestellt. Zuvor wurde die Fassade heftigst in der Öffentlichkeit kritisiert. Die Architekten haben sich aber hier auch wirklich keine Mühe gegeben. Ich sags ungerne, aber man hätte sich unsere liebe Stadt Ost-Peine zum Vorbild nehmen sollen (Schloß-Reko) und in Hannover die schöne Reichspost rekonstruieren sollen. ECE hätte es wohl auch bezahlt.


    * Zum Reko-Wunsch der stolzen Flusswasserkunst wird es zum Winter hin hoffentlich neuen Schwung geben. Sie ist aber bitter nötig in so einer kriegszerstörten Stadt. Mehr unter http://www.flusswasserkunst.de">http://www.flusswasserkunst.de


    * Ansonsten große Baukativitäten von Shopping-Filialisten in der Innenstadt. Zum Teil mit klassischen Fassaden - also nichts modernistisches.

    Oh mein Gott. Dieser Berufsstand (bzw. diese Kaste) ist wirklich seltsam. Dass diese Leute immer soviel Selbstbestätigung durch Dritte brauchen...


    Architektur ist eigentlich ja Baukunst. In der Musik kommt doch auch keiner auf die Idee alte Werke von Mozart zu zerstören und seine eigene Kompositionen in den Himmel zu loben. Es gibt glaub ich keinen Berufsstand der selbstverliebter ist.

    Ah, die Zusammenarbeit mit Braunschweig klappt hervorragend. Wer hätte das gedacht...


    Ich wollte dazu mal einen wikipedia-Artikel schreiben. Bin noch nicht dazu gekommen. Zur Germania und Bruni gibts ja schon Artikel.


    Nee, ein Reko-Gedanke ist da noch nicht aufgekommen. Läßt sich in Hannover wahrschinlich schwer durchsetzen bei den vielen linken Vögeln im Stadtrat.


    Heimdall: ist alles weg. Das sie eingeschmolzen ist, ist später widerlegt worden.

    Quote from "Benni"

    Wo in Hannover stand denn die Hannovera und wie sah sie aus? Oder ist das nur ein Scherz?


    Sie stand an der Eilenriede (Stadtwald) zusammen mit der Germania auf dem Kriegerdenkmal. Dieses zeigte "eine triumphierende Germania" und eine "trauernde Hannovera".


    Ich glaube bezüglich der Reichsgründung. 1866 hat das Königreich Hannover bei Langensalza die Schlacht gegen die Preußen verloren. Die Braunschweiger haben sich clevererweise auf die preußische Seite geschlagen und durften noch eine Weile selbständig bleiben. :zwinkern:


    Im Kriege sollte sie eingeschmolzen werden. Zwar wurde sie abmontiert, zur Einschmelzung kam es aber nicht; dennoch verrottete sie auf einem Schrottplatz. War wohl nach dem Krieg nicht mehr gefragt...

    Quote from "Braunschweiger"

    ; kriegst auch ein Visum :lachen:


    ... du meinst, ich brauch mein Autokennzeichen nicht zu verdecken?


    Ich hoffe, dass die Errichtung von Brunonia Vorbildcharakter hat. Ich möchte irgendwann auch unsere Hannovera wiedersehen. Ein tolles Weib...