Posts by Leine1977

    Ein wirklich toller Aertikel, der mal die Fakten schonungslos auf den Tisch legt. Erschreckend, was alles so abgerissen worden ist. Teilweise entdecke ich jedoch Parallelen mit meiner Heimatstadt. Der BDA hat einmal ermittelt, dass nach dem Krieg in Hannover genausoviel Bausubstanz abgebrochen worden ist, wie durch den Krieg zerstört worden ist.


    Euren Stadtbaumeister habe ich kürzlich auf einer gut besuchten veranstaltung in Hannover kennengelernt. Der hat den ganzen Saal unterhalten mit seiner lustigen Art. In den Ohren hab ich noch seine Worte "Ja, meine Damen und Herren, auch die Stadtplaner haben Fehler gemacht..." - Dafür gab es großen Beifall im Saal. 8)

    Genauso kenne ich auch Würzburg. Daher finde ich die Kritik etwas hart. Mein Eindruck war immer, dass Würzburg wohl nicht so schwere Bombentreffer hatte. Entweder ist die ganze restliche Stadt dann doch nicht so toll oder ich bin hier im Norden viel schlechteres gewohnt (das Wetter ist ja meistens viel schlechter und in Würzburg war ich immer im heißen Sommer).

    Quote from "ursus carpaticus"

    Philon
    ich erachte halt Nürnberg als Ganzes für den schlimmsten kulturellen Verlust.


    Was meinst Du damit? Dass es die mittelalterliche Fachwerkstadt nicht mehr gibt? Ansonsten wird der Aufbau doch immer gelobt, da er sich weitgehend an den historischen Gegebenheiten orientiert - im Vergleich zu Kassel etc.


    Die ehemaligen freien Reichstädte - so mein Eindruck - haben es als Fachwerkstädte auch schwerer als Industriestädte wie Leipzig, da Brandbomben wie in Braunschweig sämtliches Fachwerk vernichten als steinernde Geschossbauten. Ich kann die damalige Generation verstehen, dass bei aller Not die Priorität nicht auf Fachwerksbau lag.


    Oder verstehe ich das falsch?

    Kann mir einer mal erklären, was an dem Wiederaufbau von Würzburg und Nürnberg hier so zu mäkeln gibt? Eigentlich stehen diese Wiederaufbauten für die "konservative" Variante.


    Es soll in Deutschland schwer getroffene Großstädte gegeben, die haben weit weniger Glück beim Wiederaufbau gehabt. Wenn ich Fotos vom alten Hannover sehe, fang ich an zu weinen. Ihr glaubt gar nicht, was hier vorsätzlich :!: an intakten Gebäuden zusätzlich abgerissen worden ist. Dagegen sieht die Innenstadt von Würzburg (die Stadtteile kenne ich nicht) geradzu schnuckelig aus.


    Einen 1:1 Wiederaufbau schafft keine Menschengeneration innerhalb von 2 Dekaden, da muss man Abstriche machen. Dass in allen Stadtplanungsämtern Modernisten sitzen, ist ein Umstand, den man leider hinnehmen muss.


    P.S.: Ich bin größter Fan der fränkischen Küche! :zwinkern:

    Quote from "Zeno"

    Dafür in Hagen, Heilbronn und Hamm, in Hanau, Hannover und Hof, in Hamburg, Heidenheim an der Brenz und Halle (Saale). :(


    ... tja, so sieht es fast immer aus. Dennoch halte ich Dir die Treue, mein Hannover. :zwinkern:


    Münchens Altstadt ist in der Tat sehr schön harmonisch trotz Nachkriegsarchitektur. Dennoch finde ich andere Großstädte in DE nicht minder interessant. Hamburg ist ganz anders und für mich wesentlich spannender und halt anders schön. München hat halt keinen Zugang zur Küste. Soll jetzt jede Stadt so aussehen wie das "ach-so pik-feine" München? :?:



    Was ich interessant fand, ist, dass München zu mehr als 70% aus Zugereisten besteht.

    Ist doch einfach nur eine Geschmacksfrage. Ich kenne eine Menge, die in den einschlägigen Foren für Hochhäuser a´la Frankfurt sind. Scheinbar gefällt es also einigen und es ist ja auch dann vielleicht gut, wenn eine Stadt in Deutschland diese Nachfrage befriedigt.


    Persönlich mag ich die Skyline auch nicht von Frankfurt, das betrifft aber nur den Hochhausbau - nicht die Stadt an sich.


    München find ich toll in der Innenstadt (wenn gleich auch alles sehr geleckt ist). Na ja, ist ja im Grunde nach auch eine niedersächsische Stadt dem Gründungsvater nach... 8)

    In der neuen Spiegel-Ausgabe gibt es nun die Meldung, dass Stella auf Anraten des Bauministeriums seinen Entwurf etwas weiter einschänken muss. Grund: die Baukosten drohen ansonsten zu hoch zu werden, da er im Innenbereich etwas zu kompliziert (auch historische Portale?) geplant hat. Man wird sich mit dem Architekten jetzt zusammenstzen.

    Sehr schöne Bilder. Ja, Wasser wird in der Stadtplanung tatsächlich immer wichtiger. Finde ich gut.


    Lustig finde ich den Titel "Klein-Venedig", den Hannover auch mal auf vielen Postkarten hatte. Tatsächlich schmücken sich sehr viele Städte mit diesem.

    @bildung: ich hab mir mal eure Seite angeschaut. Wir haben in Hannover derzeit ein ähnliches Thema. Der Landtag möchte sich einen neuen Plenarsaal genehmigen und den alten baufälligen dafür abreißen. Das erste Argument dagegen war: "...und für die Schulen ist kein Geld da".


    "Bildung statt Investition" - das muss ich mal (ganz unabhängig von Rekonstruktionen) hier ganz deutlich sagen ist ein abscheuliches Totschlagargument. Mit diesem gewichtigen Argument läßt sich alles kaputt diskutieren. Das geht soweit, dass man bei einem Neubau einer Schule sagen kann: "Wir sollten das Geld lieber in Bildung stecken als für den Neubau von Schulen."


    Ich finds schade. Nötige Investitionen werden somit vernichtet. Man sollte die Energie lieber bei Shopping-Center Konzernen aufbringen, dass die ihr Geld lieber in Bildung investieren - anstatt Städte mit ihren Mega-Hallen zu verschandeln und den einheimischen Handel vernichten. Aber an die denkt ja keiner...

    So, die Vereinsgründung ist nun vollzogen. Am Dienstag gab es dann auch prompt einen sehr großen Artikel in der Hannoverschen Allgemeine zur Flusswasserkunst (größte Tageszeitung in Niedersachsen). Mal schau´n wie es wird. Hab jedenfalls viele positive Reaktionen erhalten.


    SPIEGEL-Ausgabe


    Mein lieber Schwan, die drei Spiegel-Autoren, die ja die ganze Medienlandschaft zum Schloß auf Trab halten, ledern heute aber so richtig ab. Der Entwurf von Stella sei einfach nur peinlich, ist dabei noch vornehm ausgedrückt.


    Man kann ja gegen den Entwurf sein, aber so eklatant parteiisch zu schreiben, finde ich nicht mehr schön. :!:

    Verein "Hannoversche Stadtbaukultur e.V." vor Gründung
    Erstes Projekt Wiederaufbau der Flusswasserkunst


    Seite (im Aufbau): http://www.hannoversche-stadtbaukultur.de/


    Es ist soweit. Das Internet macht´s möglich und nun werden sich einige (darunter auch ich) zusammenschließen und einen Verein gründen, der etwas zur Stadtbaukultur in Hannover beitragen will. Nach dem Vorbild anderer Vereine, z.B. die Altstadtfreunde Nürnberg, wollen wir uns für etwas mehr Qualität im Stadtbild engagieren. Die Idee stammt aus dem SSC.


    Einen ersehnten Wiederaufbau der Flusswasserkunst wird dann das erste Projekt werden. Dieses wird schwer genug werden, wenn nicht gar unmöglich. Interessant wird dies, da das Land Niedersachsen den Landtagsplenarsaal am Schloss abreißen möchte (eigentlich zu begrüßen) und ihn dafür an den ehemaligen Standort der Flusswasserkunst dicht ranbauen möchte. Zudem ist das Thema Rekonstruktion vielen Bürgern manchmal schwer vermittelbar in einer recht armen Stadt.


    Nun denn, erstmaliges Vereinstreffen ist der 01. Dezember um 20:00 Uhr im Paulaner. Anscheinend ist die Lokalpresse schon involviert, so dass die Werbung wohl stimmen wird.

    Heute morgen gab es einen kleinen Bericht im ARD/ZDF Morgenmagazin zu dieser Debatte. Einige Architekten und Künstler wurden dazu befragt, die sich enttäuscht äußerten, dass nichts modernes gebaut wird. Tenor der Berichterstattung: Anscheinend verstünden die Menschen die Rekonstruktion falsch - viele sehnen sich angeblich nach der gulten alten Zeit im Kaiserreich.


    Persönlich verstehe ich immer nicht, warum immer dieses Argument kommt, wenn man für Rekonstruktion ist, sehne man sich automatisch nach dem Kaiserreich bzw. 3. Reich. Seltsame Logik... :?:


    In jedem Fall scheinen die Öffentlich-Rechtlichen nicht gerade zu dem Schloß zu stehen.

    Also wie ich an anderer anderer Stelle bereits geschrieben hatte, hat euer Stadtbaurat zur Nedden neulich bei uns in Hannover auf einer Veranstaltung gesagt, dass nur Hamburg, Berlin und Köln vor dem Krieg größer als Leipzig waren. Von daher war München schon damals abgehängt.


    Er betonte auch, dass Leipzig überproportional an der Judenverfolgung gelitten hat (da liberale Bürgerstadt).


    Heute ist doch alles nicht sooo wild. 40 Jahre Nichtstun in der Stadtentwicklung hat doch erst die tolle Sanierungswelle möglich gemacht. Sachsen hat doch schon viele Westländer überholt, so dass ich mich jeden Tag frage "was soll der Soli?".