Posts by Altstaedter

    Über die angedachte Brücke hatte ich auch im Bonner Generalanzeiger gelesen, kam aber bisher nicht dazu, das hier zu verlinken. Der Artikel ist ohne Bezahlschranke zu lesen, und auf dem Foto kann man in ungefähr, wenn auch sehr undeutlich, die geplante Konstruktion erkennen.


    Wie die neue "Brücke von Remagen" aussehen soll


    Auch auf der Seite der Stadt Remagen findet man weitere Infos, ein paar Bilder mit neuer Brücke (die man nicht runter laden kann, deshalb bitte Seite besuchen) und folgende Visualisierung:


    Quelle: Stadt Remagen


    Es sieht ganz nett und filigran aus. Für mich aber dennoch kein Vergleich zur Ästhetik der alten Brücke:


    Quelle: Wikipedia

    Danke für die Infos und Zusammenstellung! Wirklich spannend, in dem Rewe bin ich immer einkaufen gegangen. Damals war der Toom-Baumarkt schon abgebrannt. Das ganze Areal wirkte wirklich gruselig, und ziemlich heruntergekommen. Und es ist eine sehr große Fläche, die zusammen mit der Brache der Brauerei gegenüber wirklich keinen guten Eindruck machte. Da hat die Sanierung der Union Brauerei sehr vieles bewirkt. Toll, dass die Inhaber ein weiteres altes Gelände retten wollen, hast Du auch dazu Infos / Fotos / Links?


    Die neue Bebauung, die auf dem Gelände des Rewes / Tooms geplant ist, haut mich jetzt auch nicht vom Hocker. Aber besser, als der Ist-Zustand auf jeden Fall. Und auch besser als der 2. Preis, und die beiden Anerkennungen, die man in Deinen Links einsehen kann. Insbesondere Nr. 4 wäre guselig geworden, mit dem Charme von Plattenbausiedlungen... Ich bin gespannt, wie es dort weitergeht! Wenn Du mal in der Ecke bist, kannst Du uns ja hier mit Fotos auf dem Laufenden halten - mich würden auch welche zum neu gestalteten Ring interessieren.


    Zu dem von Dir eingezeichneten gelben Ring muss man aber dazu sagen, dass dieser im Bürgerpark unterbrochen ist. Da fährt kein Auto durch, insofern war der "Ring" nie geschlossen.

    Eine Kopie des altindischen Sanchi Tores soll vor das nord-östliche Umfeld Berliner Schloss gestellt werden.

    Also, ich bin ja ein großer Freund der indischen Kultur. Und ich weiß viel zu wenig über dieses Sanchi-Tor (gibt es da aufschlussreiche Quellen?).

    Aber ganz ehrlich, die in dem Artikel gezeigte Visualisierung ist...gruselig.

    Für mich ist auch nicht nachvollziehbar, dass man Millionen für die Gestaltung des Schlossumfeldes ausgibt - aber die Adlersäule, die Rossebändiger und die Oranierfürsten nicht wiederkommen dürfen. Stattdessen ein altindisches Tor, dass sich sicher fragt, was es an diesem Standort soll...

    Auf dem Gelände wird doch hoffentlich noch ein Ersatzbau erfolgen, oder? Zumindest habe ich das so gelesen. Ein Abriss nur für Stellflächen, wäre ein echter Witz.

    Neußer : Die ganze Situation ist beim Kurfürsten-Carré vertrackt. Auf dem Gelände befand sich früher die Brauerei der Kurfürsten Bräu AG. 2011 war Schluss, damit endeten 321 Jahre kurfürstliche Brautradition in Bonn. Schon 1950 wurde die Kurfürsten Bräu AG von der Dortmunder Union Brauerei aufgekauft. Und schon in den 1990ern wurde die Produktion an der Bornheimer Straße in Bonn eingestellt. Seitdem gibt es Streitereien um das Gelände:

    Der Dortmunder Aufsichtsrat verkündete nach Millionenverlusten das Aus für das Jahr 1993. Die Produktion wurde nach Köln verlagert, der Vertrieb verblieb bis Ende der 1990er-Jahre in Bonn. Kurfürsten-Kölsch blieb als Marke jedoch erhalten.

    Die Stadt Bonn handelte schnell: Für das 13.500 Quadratmeter große Brauerei-Grundstück an der Bornheimer Straße wurde bereits 1993 ein Architekten-Wettbewerb ausgerufen. 1994 stellte Friedrich Ebeling, Vorstandssprecher der Brau und Brunnen, den Siegerentwurf des Kölner Architektenbüros dt8 vor.

    Danach sollte das Karree in einen geschlossenen Häuserblock mit Wohnungen und Büros umgebaut werden. Brau und Brunnen trat aber nicht mehr als Investor auf, sondern verkaufte das Gelände 1997 an ein Bonner EDV-Unternehmen, das dort seinen neuen Firmensitz aufbaute.

    Aus den Plänen von dt8 wurde nichts. Mich würden die Pläne sehr interessieren, aber im Netz sind sie nicht auffindbar - kein Wunder, das war ja alles noch vor der Internetzeit (kann man sich ja heute kaum mehr vorstellen...).

    Seitdem streitet sich die Stadt mit dem IT Unternehmer Hansen, der das Gelände 1997 gekauft hatte. Vor allem die Linken wollen Wohnbebauung. Eine Blockrandbebauung würde dieser innerstädtischen Fläche sicher auch sehr gut tun. Natürlich am liebsten mit hochwertiger, klassischer Architektur (ich träume mal wieder...). Andererseits möchte Hansen auch Flächen freihalten, um für seine wachsende Firma Patz zur Expansion zu haben. Auch das kann man verstehen. Und in Zeiten von Klimawandel, Verkehrswende etc. bekommt man ja immer wieder gesagt, dass es wichtig ist, Wohnen und Arbeiten nah beieinander zu haben. Insofern ist so eine Gewerbefläche in der Stadt natürlich auch positiv.

    Weil auf dem Gelände der ehemaligen Kurfürstenbrauerei an der Bornheimer Straße seit Jahren nichts passiert, soll nun die Stadt dem Eigentümer Druck machen und eine sogenannte eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme einleiten.

    Das fordern die Linken und haben für ihren entsprechenden Antrag im Planungsausschuss und in der Bezirksvertretung Bonn Mehrheiten bekommen. Die Linken wollen, dass auf dem Areal überwiegend Wohnungen und eine Kita entstehen. Das wiederum hat die Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg (IHK) auf den Plan gerufen, die an dem Standort weiter eine gewerbliche Nutzung haben will.

    Die Politik, vor allem Linke und Grüne, würden Hansen gerne dazu zwingen Wohnungen zu bauen, mittels einer "Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme". Die Stadtverwaltung sagt immer wieder, dass das nicht erfolgreich sein wird, weil das Gelände dafür zu klein ist. Damit hat sie wohl recht, denn seit Jahren wird das Thema von der Politik immer wieder hochgekocht, getan wird jedoch nichts. Hansen sagt immer wieder, er würde ja neu bauen, tut dann aber nichts. Das Ganze erscheint mir wie ein Katz und Maus Spiel. Wahrscheinlich will er einfach die Fläche frei halten, entweder zum Parken oder um irgendwann seine Firma erweitern zu können. Was man auch bedenken muss: Die Stadt hätte die Flächen in den 1990ern auch kaufen können, um ihre Vorstellungen dort zu verwirklichen. Hat sie aber nicht, und jetzt will man den Eigentümer zwingen das zu tun, was die Stadt möchte... Weitere Artikel zu dem Thema:


    "Ideologischer Machtkampf", General Anzeiger, 2020 (frei lesbar)

    "Unternehmer Hansen verklagt die Bonner Linksfraktion", General Anzeiger, 2020, Bezahlschranke

    "Ratskoalition will Bonner Unternehmer notfalls enteignen", General Anzeiger, 2021, Bezahlschranke


    Das Drohnenbild im letzten Artikel zeigt super, wie groß das Gelände dennoch ist, eingespannt zwischen dem monströsen Stadthaus (rechts), Bornheimer Straße (unten) und der Marienkirche (links). Die drei abgerissenen Bauten standen in der Franzstraße. Auf dem Foto stehen sie noch, links oben zwischen den roten und weißen Bierwägen sind sie noch ganz klein zu erkennen.

    Hier mal ein aktueller und sehenswerter Beitrag des MDR zur reduzierten Beleuchtung in mitteldeutschen Städten. Ein interessanter Nebeneffekt der aktuellen Situation ist, dass das Thema "Lichtverschmutzung" mehr ins Bewusstsein rückt. Sehr sympathisch finde ich den am Ende des Videos gezeigten Ansatz von Fulda als erste "Sternenstadt Deutschlands" mit weniger und gedämpfterem Licht. (Das Video kann man leider nur auf Youtube direkt anschauen).


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    In der Nordstadt, in der Franzstraße, sollen wohl zwei Gründerzeitler abgerissen werden. Artikel leider hinter Bezahlschranke. Schade, zwei typische Vertreter in der Bonner Stadtlandschaft, die alle Kriege und Abrisswellen überstanden haben und nun offenbar weg sollen: https://ga.de/bonn/stadt-bonn/…rstenkarrees_aid-66721629

    Auf dem Gelände sieht es mittlerweile so aus (Fotografieren war wegen Gegenlicht etwas schwierig):


    (Fotos von mir und gemeinfrei)


    Zur Erinnerung, so sahen die drei abgerissenen Häuser vorher aus - die beiden linken standen auf der Denkmalliste:

    (Quelle: Google Maps)


    Sensationell. Dort wo zumindest zwei schöne Gründerzeitler standen, stehen jetzt also Bierwagen. :applaus: Und das mitten in der Bonner Innenstadt, wo Wohnraum dringend benötigt wird. stickpoke:)


    Die Häuser standen bereits unter Denkmalschutz, als der IT-Unternehmer Hellmuth Hansen sie in den 1990ern kaufte. Jahrelang verfielen die Gebäude. Dann wollte er die Gebäude niederreißen - für das Gebäude ganz rechts brauchte er keine Genehmigung. Für die anderen beiden verweigerte ihm die Stadt Bonn die Genehmigung. Darauf klagte Hansen vor dem Kölner Verwaltungsgericht. Nach einem vor Ort Termin unter Anwesenheit der Denkmalbehörde, der Präsidentin des Verwaltungsgerichts und mehrerer Anwälte gab die Kommune dann nach.


    Quote from https://ga.de/bonn/stadt-bonn/franzstrasse-hansen-gewinnt-streit-um-denkmalschutz-gegen-stadt-bonn_aid-59239481

    Die Häuser Franzstraße 8 und 10 werden aus der Bonner Denkmalliste gelöscht, wie die Verwaltung jetzt dem Unterausschuss Denkmalschutz schriftlich mitteilte. Dies sei Ergebnis des Erörterungstermins vor Ort, „da nach Auffassung der anwesenden Richterin des Verwaltungsgerichts die denkmalwerten Eigenschaften untergegangen sind und nach dieser deutlichen Aussage ein Urteil im Sinne der von der Stadt vertretenen Position nicht mehr erwartet werden kann“. [...]

    Hansen selbst zeigte sich erleichtert, dass die Präsidentin des Verwaltungsgerichts „die Rechtswidrigkeit der angefochtenen Ablehnungen der Abbruchgenehmigungen mangels Denkmalschutzwürdigkeit unmissverständlich zum Ausdruck gebracht“ habe. Der IT-Unternehmer schrieb in einer Mail weiter: „Leider besteht die Gefahr, dass erneut die Untere Denkmalschutzbehörde die dringend notwendige betriebliche Erweiterungs-Investition auf dem Gelände verzögert oder blockiert. Wir sind investitionsbereit und warten auf das Go der Stadtverwaltung.“


    Das ist also die dringend notwendige betriebliche Erweiterungs-Investition. Ein Parkplatz für Bierwagen. Na denn Prost. cheers:)

    Danke an Königsbau und dermont für Eure Beiträge, genau das habe ich mir auch gedacht. Der PdR war ein gesundheitsgefährdendes Schrottgebäude, deshalb wurde er abgerissen.

    Ich bin in der DDR groß geworden. Warum muß alles dermaßen schlecht gemacht werden, was damals gebaut wurde?

    Auch das stimmt nicht. Gerade in diesem Forum wurden und werden immer wieder z. B. die grandiosen Aufbauleistungen der DDR rund um das Forum Fridericianum in höchsten Tönen gelobt.

    Was nicht gelobt wird ist die Abräumung der historischen Altstadt etc. - und das kann man wohl nachvollziehen...

    Doch nun dieses Denkmal auch beseitigen oder auch nur lächerlich und schlecht zu machen [...] Dieses Denkmal gehört auch zur deutschen Geschichte wie die Siegessäule oder auch der Reichstag oder auch der inzwischen abgerissene Palast der Republik [...]. Geschichte wiederholt sich.

    Das ist eine Art Argumentation, die mir jetzt schon öfter aufgefallen ist. So nach dem Motto: Nur weil der erste Abriss unrecht war, darf man jetzt nicht noch ein "Unrecht" begehen mit einem zweiten Abriss, der den ehemaligen Zustand wiederherstellt. Im Sinne von: "Der Klügere gibt nach". Ich finde das ist eine ganz geschickte Argumentation, die ich jetzt schon oft gehört habe, wenn Leute sich gegen Rekonstruktionen stellen (z. B. bei der Diskussion um die Potsdamer FH, das Rechenzentrum etc. habe ich diese Argumente gehört).

    Jetzt stelle man sich diese Argumentation mal im Rechtsleben vor. Ein Täter begeht eine Untat, die bei anderen für viel Leid/Schaden etc. sorgt. Nun sagt man: "Ja, aber den Täter dürfen wir nicht bestrafen, das würde ja noch mehr Leid produzieren. Belassen wir es doch bitte einfach dabei." Man merkt, wie abstrus einem diese Argumentation vorkommt. Der Täter wird "bestraft", um seine Schuld zu sühnen, und um nicht "ungeschoren" davon zu kommen. Somit wird verhindert, das er oder andere sich in der Zukunft erneut so verhalten.

    Genauso ist es meiner Meinung nach mit dem ideologischen Abräumen von Gebäuden wie dem Berliner Schloss, der Garnisonkirche etc. Der ehemalige Zustand sollte wieder hergestellt werden, gerade um vorzubeugen, dass sowas auch an anderer Stelle erneut geschieht.

    findorffer, vielleicht wäre das auch was für Deinen Strang Narrative in der Architektenkommunikation als sprachliche Manipulationsversuche.

    Dass man Marx und Engels in Berlin ein Denkmal setzt, ist ja nachvollziehbar. Aus meiner Sicht gibt es dafür aber sicher genug geeignete Plätze in Berlin - es muss nicht ein ganzer abgeräumter Block der ehemaligen Altstadt Berlins sein, die hoffentlich irgendwann an dieser Stelle wieder aufgebaut wird (ja, das ist ein Traum, aber das Träumen erlaube ich mir).

    Was ist so schwierig daran, den Bedarf an Windrädern und Solaranlagen einerseits, oder an AKW andererseits zu errechnen und die Bevölkerung dann selbst entscheiden zu lassen, welchen Weg das Land gehen soll?

    Für mich ist die Antwort da klar: Atomkraft, nein danke! Strahlender Müll, mit Halbwertzeiten von tausend, teils hundertausenden Jahren? Nein Danke! Keiner kann sagen, was auch nur in 5 Jahren passiert. Wer hat die Pandemie vorausgesehen, wer hat einen neuen Krieg mit all seinen Folgen in Europa in dieser Form vorausgesehen? Für mich ist Atommüll eine tickende Zeitbombe, und diese darf man einfach nicht unseren Kindern, unserer Erde überlassen - für abertausende Jahre, in denen niemand die Sicherheit garantieren kann. Atommüll ist mit zu vielen Risiken behaftet. Die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes steht da für mich in keinerlei vergleichbarer Relation - so wichtig mir die Schönheit von Städten und Natur auch ist. Davon abgesehen finde ich Windkraftanlagen auch in gewisser Weise schön.


    Zu HelgeK 's Vorschlag, die Bevölkerung selber entscheiden zu lassen, gehört dann ehrlicherweise auch, die Bevölkerung darüber entscheiden zu lassen, wer so ein Atommüll-Endlager vor der Haustür haben möchte. Ich bin gespannt, wo dafür Mehrheiten gefunden werden sollen.


    Auch wäre die Errechnung des "Bedarfs" nur eine Momentaufnahme. Solarmodule werden kontinuierlich effizienter und billiger. Als ich um 2010 in der Solarbranche arbeitete, wäre es ohne Subventionen der Anlagen nicht gegangen. Das hat sich mittlerweile, nur gut 10 Jahre danach, komplett geändert. Solarziegel, sogar in verschiedenen Farben, gab es damals noch nicht. Auch Windkraft wird immer effizienter. Erst kürzlich hat ein Leipziger Ingenieur ein Patent angemeldet, womit aus Windkraftanlagen die dreifache Menge Energie gewonnen werden kann. Wir werden sehen, was sich in den nächsten 10 Jahren tut - ich bin mir sicher, Deutschland wird gute Lösungen für die erneuerbaren Energien finden und langfristig enorm davon profitieren, die Erneuerbaren so konsequent ausgebaut zu haben.

    Neben dem rechts-rheinischen Bonner Stadtteil Ramersdorf bemüht man sich nun auch im link-rheinischen, zu Bad-Godesberg gehörenden Rüngsdorf um eine Gestaltungssatzung.


    Historischer Ortskern von Rüngsdorf - Gestaltungsregeln für das alte Fischerdorf (frei lesbar)


    Austausch mit Planern, Stadt und Bürgerschaft - Großes Interesse an der Zukunft des historischen Rüngsdorf (frei lesbar)


    Besonders erfreulich ist, dass die Stadt auch in weiteren Stadtteilen solche Erhaltungs- und Gestaltungssatzungen plant.

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    Die Stadt verfolgt nach Beschluss der Politik noch in anderen Ortsteilen mit historisch gewachsenen Strukturen das Ziel, Satzungen aufzustellen. Aktuell ist nach Auskunft von Lea Hoffmann aus dem Presseamt neben der Rüngsdorfer noch eine weitere Gestaltungssatzung in Arbeit mit dem etwas widerspenstigen Titel „Französische Siedlung – Chlodwigplatz und Baublock Sachsenweg“ in der Bonner Nordstadt.

    Weiter sagte Hoffmann: „Im April dieses Jahres wurde die Verwaltung beauftragt, eine Erhaltungssatzung für die historisch gewachsenen Bereiche des Ortsteils Oberkassel aufzustellen. Für die Erarbeitung der Erhaltungssatzung beauftragt die Verwaltung ein geeignetes Planungsbüro.“

    Ein weiterer Beitrag des Bonner GA zum Thema dieses Strangs: Grünes Steildach sorgt in Vilich für Aufsehen (frei lesbarer Artikel)

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    Auf dem Schrägdach von Familie Watty wachsen niedrigwachsende, pflegeleichte Sedum-Sorten wie Fetthenne und Mauerpfeffer, die aus der Familie der Dickblattgewächse stammen, sagt Dirk Kieslich. Der Inhaber vom Startup mygreentop hat sich die Dachpfannenkonstruktion für Schrägdächer vor drei Jahren ausgedacht. Einmal angepflanzt und montiert, sollen die Pflanzschalen nahezu immergrün bleiben. „Sedumsorten sind nahezu frostfest, für alle Standorte geeignet und vertragen Feuchtigkeit genauso gut wie längere Trockenperioden“, erklärt Kieslich. „Sie speichern sogar Wasser über längere Zeit in ihren Blättern und bieten so ganzjährig eine pflegeleichte Dachbegrünung.“

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    Gerade in städtischen Ballungsgebieten sei eine Dachbegrünung eine der effektivsten Möglichkeiten, um die Luft-Temperatur in der Umgebung zu reduzieren, betont Steffen Reeder, Mitarbeiter von mygreentop. „Während des Sommers sind die Temperaturen in den Städten etwa fünf bis sieben Grad höher als im ländlichen Bereich. Auf einem traditionellen Dach zum Beispiel kann die Temperatur bis zu 40 Grad höher sein als auf einem begrünten Dach.“

    So ein begrüntes Schrägdach habe ich noch nie gesehen. Und weiß auch noch nicht, ob es mir gefällt oder nicht. Das spannende an dem Haus ist auch, dass es kein Neubau ist, sondern ein Altbau mit ansprechender - wenn auch einfacher - Fassade. Die kühlende Wirkung und der Nutzen für das Stadtklima sind ja unbestritten. Auf jeden Fall sieht das Gebäude immer noch sehr viel ansprechender aus als die ganzen weißen Flachdachkisten, deren Investoren bei Politik und Gesellschaft ja aktuell stark mit ihren Dämmeigenschaften und Dachbegrünungen werben. Da wären mir solche begrünten Schrägdächer deutlich lieber - wenn man gleichzeitig Gestaltungssatzungen für hochwertige Fassaden hätte...

    Danke lieber Heinzer für die tollen Bilder aus meiner alten Heimat! Ja, Heimat, denn ich habe mal drei Jahre von 2014 bis 2017 in Osterfeuerberg gewohnt, quasi schräg gegenüber der Union-Brauerei. Und hatte genau den Eindruck, den Du beschreibst: Nicht mal Bremer kannten diesen Stadtteil, der von einer Autobahn und einer Bahntrasse (und im Norden vom Bremer Blockland) eingeschlossen wird. Aber es ist verhältnismäßig ruhig dort und nett zu wohnen, bei sehr bezahlbaren Mieten (zumindest damals). Soweit ich weiß wird aktuell auch der Osterfeuerberger Ring, der damals schon recht runtergekommen war, komplett erneuert. Da würden mich Fotos interessieren, falls Du mal Gelegenheit dazu hast...

    Ansonsten stimmt Deine Beschreibung genau: Als die Union-Brauerei saniert war, war das plötzlich ein Publikumsmagnet im sonst komplett ruhigen Viertel und das Ding war von Beginn an ziemlich ausgebucht. Auch schicke SUVs standen plötzlich auf den Straßen drumherum - derartige Autos waren vorher in Osterfeuerberg eher nicht zu sehen... Ich dachte damals, während die das saniert haben, dass das niemals funktionieren wird. Eine Brauerei mit Gasto, so versteck und abgelegen, niemals kommt da einer hin, dachte ich mir. Pustekuchen, von Beginn an war das Teil voll.

    Danke auch für die Infos zum Osterfeuer-"Berg" - ich hatte mich damals immer mal wieder gefragt, warum dieser Stadtteil, der genauso platt ist wie der Rest von Bremen (Bremens höchster Berg ist mit etwas über 40 Meter ü NN der Berg einer Mülldeponie - kein Scherz!!! :biggrin: ), eigentlich "-berg" heißt.

    Der alte Turm ist für mich tausend Mal schöner. Das aktuelle Gebäude sieht für mich nur aus wie eine zu groß geratene Kaserne mit Turm. (OK, das ist vielleicht etwas überspitzt :biggrin:)

    Man sieht aber einfach, dass das Gebäude so nicht geplant war und es deshalb unstimmig ist. Vergleichbar mit den vielen entstuckten Gründerzeitlern.

    So wie es jetzt da steht ist es für mich nix Dolles, da braucht man nicht viel „rekonstruieren“. ~:-[]

    Ich lasse diesen Fund hier mal da, leider aber hinter einer Bezahlschranke:

    Deswegen bleibt es in Fachwerkhäusern auch im Sommer kühl

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    „Die Wände von Fachwerkhäusern bestehen vielfach aus Gemischen aus Lehm, Stroh und Holzanteilen“, erklärt auf GA-Anfrage Ulrich Röhlen. Der Viersener Diplom Ingenieur leitet die Technik der Firma Claytech, die laut Martin Bredenbeck vom LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland Pionierarbeit für moderne Lehmbauweise leistet. Die Wärmedämm- und Speichereigenschaften der Lehmbaustoffe schützten tatsächlich gut sowohl vor Hitze als auch vor Kälte.

    [...]

    Man solle sich heute viel mehr den Low-tec-Konstruktionen zuwenden, wie sie historisch verbreitet waren, rät der Lehmbau-Experte Röhlen. Sie könnten mit geringer Herstellungsenergie sowie geringem Technik- und Wartungsaufwand erstaunlich leistungsfähig sein. „Der Vorteile von schweren, die Wärme speichernden Bauteilen, werden in unseren Energieeffizienz-Vorstellungen chronisch unterschätzt“, meint der Ingenieur. Dabei seien gerade sie für den sommerlichen Wärmeschutz ideal. „Lehm reguliert in gewissem Umfang die Luftfeuchte. Dies funktioniert über Jahrhunderte, ganz ohne Anlagentechnik.“

    Die Vorteile der historischen Bauweise nutzt auch Anne Stöcker, seit sie mit ihrem Mann an der Klufterstraße eines der ältesten Fachwerkhäuser Friesdorfs aus dem Jahr 1750 renovieren ließ. Die alten Gefache hätten noch den Original-Lehmputz aufgewiesen.

    Dafür gibt es gute Nachrichten vom der benachbarten Schloss Drachenburg. In der Vorburg wird der historische Torbogen rekonstruiert. Dafür wurde von Ministerpräsident Hendrik Wüst der Grundstein gelegt. Die NRW Stiftung zahlt die dafür notwendigen 160.000 Euro. Die Arbeiten sollen nur zwei bis drei Wochen dauern. Es sind sogar noch Originalsteine aus der Gründerzeit vorhanden. Bilder gibts im Artikel. Tolle Sache! (Ich sage mal nix zum modernen Glasdach, das in der Vorburg schon steht floet:) )


    Es geht um die Vorburg, im Bild links oben zu sehen:

    Quelle: Wikipedia.

    Beim Burghof - die Siebengebirgsalm gibt es Probleme. (Bezahlschranke) Der BUND will die Sanierung gerne verhindern.

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    Wie berichtet, ist die Umgestaltung des seit Jahrzehnten leer stehenden Burghofes dem BUND grundsätzlich ein Dorn im Auge. Laut Baumgartner widersprechen der Umbau und die Umnutzung zur „Siebengebirgsalm“ mit Gastronomie und Beherbergung im Naturschutzgebiet durch Eigentümer Bernd G. Siebdrat, der das Objekt 2019 gekauft hatte und es aufwendig sanieren will, den Vorgaben des Naturschutzes komplett. Zumal damit auch weiterer Besucherandrang im ohnehin belasteten Siebengebirge zu erwarten sei, so der Umweltverband.

    [...]

    Parallel hatte die Stadt Königswinter wie berichtet die Arbeiten am Gebäude einstweilen untersagt – von Amts wegen, wie es hieß. Denn: Das Burghof-Thema werde von jeher intensiv begleitet und ordnungsbehördlich eingeschritten, wenn es denn sein müsse. Auslöser des Baustopps seien nicht genehmigte Arbeiten, eine Baugenehmigung liegt bislang wie berichtet nicht vor.

    Burghof-Eigentümer Siebdrat hielt wiederholt entgegen, es würden keine Bauarbeiten, sondern lediglich Sicherungsarbeiten durchgeführt. Es gehe darum, weiteren Schaden von dem seit Jahren leerstehenden Burghof abzuwenden.

    Aktuell also Baustopp. Der Kreis möchte wohl eine Ausnahmegenehmigung für den Burghof erteilen, der BUND will dies zur Not gerichtlich verhindern. Mal schauen, wie es da weitergeht...

    Auf jeden Fall sehr schön! Wird das ganze Gebäude wieder orginialgetreu saniert? Dann würden ja auch ein paar fehlende Giebel im Dachbereich wiederkommen. Das wäre eine enorme Aufwertung des Gebäudes.


    Aktueller Zustand:

    Quelle: Wolfgang Pehelmann


    Historische Kriegsschule von 1902:

    Quelle: Wikipedia


    Ein Wermutstropfen ist für mich aber die geplante neue Bebauung unterhalb des Brauhausberges. Einfallslose Schuhschachteln wie überall sonst auch. Werden das wirklich so ästhetisch anspruchslose Gebäude? Die Plattner Stiftung hat sich doch sehr um das Potsdamer Stadtbild verdient gemacht und Großartiges geleistet. Es passt irgendwie nicht, dass dann unterhalb des Brauhausberges so einfache Investorenarchitektur kommen soll. Auch wenn es natürlich schonmal super ist, dass Sichtachsen erhalten werden und im Sinne des Gesamtbildes auf Baumasse verzichtet wird.

    Das ist mit Sicherheit nicht die aktuelle Planung, denn das Minsk fehlt hier noch und das Grundstück ist auch mit Wohnungsbau bebaut.

    Das ist noch ein Entwurf bevor Plattner sich eingebracht hat.

    Der nachfolgende Artikel ist zwar auch veraltet, gibt aber die aktuelle Planung immer noch wieder. Plattner war es wichtig, Sichtachsen zu erhalten und den Hang nicht vollständig zu bebauen. Man kann hier schon von einem Glücksfall für Potsdam und seine Touristen sprechen!

    https://www.maz-online.de/loka…html?outputType=valid_amp