Posts by Chamfort

    Ich fürchte, das ist nicht wirklich möglich. Es betrifft letztlich Fragen der Bewusstseinsbildung, die sich leider bis heute nicht wissenschaftlich erklären oder objektivieren lassen. Hier gibt es nur Empfindungen und Erfahrungswerte, deskriptive statistische Werte, die die Architekturpsychologie zu erfassen versucht. Aber keine objektiven Maßstäbe. Eigentlich jeder Mensch empfindet unmittelbar, was für ihn schön ist, und was weniger schön. Nur, ehrlich gesagt, objektivieren lässt sich das nicht. Eine altbekannte Problemstellung der Philosophie.

    Normalerweise wird bei so einem Problem ein statistisches Verfahren herangezogen, wie Du es glaube ich zumindest anschneidest. Ich wäre daher zutiefst überrascht, wenn man nicht statistisch klare Qualitätskriterien festmachen könnte. Meiner Vermutung nach ist das höchstens bisher nicht erfolgt, weil das eine hohe Finanzierung voraussetzen würde, die es wohl grundsätzlich bei der Erforschung in diesen Themenfeldern kaum gibt.


    Aber man kann auch ohne Forschung zumindest extrem grobe Pflöcke einschlagen, welche in etwa so gehen: Über die Innenräume der Moderne gibt es eigentlich kaum Diskurs. Jeder mag helle Räume, praktische Nutzbarkeit (z.B. Fenster, putzaufwandsarme Oberflächen,...), schönen Ausblick ggf. ins Grün, Barrierefreiheit, Größe und Weite, ... , alles Errungenschaften der modernen Gestaltung.

    Aber über die Fassaden gibt es einen riesigen Diskurs. Nun ist das eine Innen/Privat, das andere Außen/Öffentlich. Aber das ist zu einfach. Denn es gibt den latenten Wunsch, auch im Innern in Altbauten diese modernen Errungenschaften zu verwirklichen, soweit eben möglich. D.h. es herrscht dort eine relative Einigkeit über die Vorzüge der Gestaltung, selbst wenn sogar die Substanz eigentlich etwas anderes vorgibt. Die Vorzüge sind bei modernen Fassaden nicht Grundkonsens. Damit vermute ich, dass es hier bereits eine massengeschmackliche Disparität gibt, zwischen dem aktuellen Fassadenstandard und älteren Fassadenvorstellungen.

    Arbeiten Wir Uns hier weiter: Warum könnten alte Fassaden menschliche Grundwahrnehmungen vermutlich befriedigen? Auch hier wieder ein Indizienprozess: Die Natur als der ursprüngliche Lebensraum ist immer noch präsent. Jeder kennt die urmenschliche Art sich von Wasser angezogen zu fühlen, als Zufallsbeispiel. Alte Fassadengestaltung könnte mehr diesen Ansprüchen genügen, weil sie greifbarer ist, weil sie eingängig ist, weil sie anatomisch begründete Schönheitsaspekte aufnimmt, wie Symmetrie, weil sie ,,gefühliger" ist. Nicht umsonst heißt es hier Architektur für den Menschen.

    Die Attribute müssten und können sich auch an objektiven Merkmalen festmachen lassen.

    Ich habe bereits Symmetrie genannt, ein erwiesenermaßen sehr starker Reiz in Uns Menschen. Aber auch z.B. das Verhältnis zwischen den Materialien, vornehmlich das tragender (auch simulierter) Elemente und nicht tragender Elemente. Dann haben Wir auch ein ausgesprochen gutes Gefühl für Farben nach Wärme und Kälte. Zuletzt vielleicht noch das Sicherheitsgefühl, das geprägt ist von einer gewissen Einschließung, wie es z.B. vorkragende Fassaden tun. Das sind jetzt alles Ebenen, die eher gleicher sind bei den meisten Menschen. Der Schönheitsdiskurs hat aber viele Themen die dann doch individuell sind, hautpsächlich die Frage des Zuviels. Ab wann ist es Reizüberflutung z.B. Aber umgekehrt scheint es eine Mehrheitsmeinung zu geben, was zu wenig Reiz ist. Das fühlt sich dann unangenehm an, und scheint relativ vergleichbar zwischen Menschen.

    Also was sind die Pflöcke:

    - Unzufriedenes Gefühl mit heutiger Fassadengestaltung, aber zu wenig Leidensdruck

    - Alte Außengestaltungsformen orientieren sich stärker am menschlichen Wohlbefinden

    - Maßstäbe sind: Symmetrie, Ausgeglichenheit, Stabilität, Würdigkeit, Schutz, eher abweisend oder umschließend, Reizarmut


    Viele moderne Fassaden wirken instabil, sind eigentlich immer unsymmetrisch, haben kaum Würde u.a. durch die hässliche Form der Alterung (man zeige mir ein schönes nicht saniertes gealtertes modernes Gebäude), bieten optisch kaum Schutz, durch die Kastenform ohne Dach, sind abweisend, durch die Farben Weiß, Graustufen, bläuliches Glas, sehr reizarm durch die Großflächigkeit, industrielle Standardisierung und Minimalismus.


    Soweit einig mit den objektiven Maßstäben einer gelungenen Gestaltung?


    Noch ein kleiner Exkurs:

    Warum wird nun dann nicht einfach neu so gebaut, wenn es doch das Beste ist? Zuerst würde ich sagen, weil heute vorwiegend großdimensioniert gebaut wird, und die Moderne war die Antwort darauf (s. z.B. Entwicklung von Hochhäusern). Weil die Standardisierung und damit die Baukosten eng mit einer modernen Bauweise verknüpft ist. Auch, weil Wir in einer Gesellschaft leben, die die Gegenwart verherrlicht, die Zukunft und die Vergangenheit geringschätzt. Das schafft Anreize ,,zeitgemäß" zu bauen, bloß nicht auch nur ansatzweise ,,altbacken", aber auch nicht zu zukunftsbewusst (ob die Häuser schnell altern interessiert kaum). Dann haben Wir immernoch einen Altbaubestand, der all jene Menschen bindet, die eventuell auch noch traditioneller gebaut hätten. Umgekehrt gibt es viele Gesellschaftsgruppen, die nie von traditionellen Wohnformen geprägt wurden bzw. nur (meist von der Innennutzung her) die Nachteile erfahren haben, und damit kategorisch traditionelle Formensprache ablehnen. Ein letzter gewichtiger wäre wohl auch Mangel an Exposition, man ignoriert den Missstand, mit viel Auto und Blick aufs Handy ist die Architektur kaum relevant.

    Es gibt sicher noch viele weitere Gründe.

    Das ist alles relativ werter Majorhantines.


    Ein statistischer Wert über Brandvorfälle sagt noch gar nichts aus über Art und Weise des Brandes, d.h. über die Geschwindigkeit der Brandausbreitung und über ggf. einfache oder kompliziertere Löschmöglichkeiten.


    Ich meine schon, dass Eltern von Kleinkindern bei der Kaufentscheidung eines PKW's, den Aspekt der Sicherheit in der Regel sehr hoch gewichten. Diese Sorge mag für Außenstehende mitunter übertrieben wirken.

    Ich meinte eher, dass es nicht so sinnvoll ist auf dem Thema Feuer eine Kaufentscheidung zu treffen. Wir haben ja in der Tat nun gesehen, dass solche Statistiken voller Fallstricke sind, aber eines war überdeutlich: Wenn 25 E-Autos in Brand geraten sind pro 100.000, dann ist es nicht sonderlich rational dies für ein persönlich eintretendes Szenario zu halten. Bei den Verbrennern wären es 368 pro 100.000, wenn ich Heimdalls Zahl der möglichen manipulierten Brände abziehe. Trotzdem fährt jeder einen Verbrenner und hat wohl höchstens in seltensten Fällen schon mal sein Auto brennen gesehen.

    Komme ich zum zweiten Punkt, den ich ja auch bei dem Busvideo am 3. Mai beklagt habe: Ich finde auch, dass diese Feuer extrem ablaufen. Ich halte es für nicht ausreichend, dass die Hersteller bisher als neue Technologie den Strom abtrennen im Notfall. Dennoch muss man eben das Eintrittfallrisiko einkalkulieren, und das ist hier eben recht gering. Viele Brände finden auch noch im leeren Fahrzeug statt, weil geladen wird. Google einfach mal, was alles mit derselben Wahrscheinlichkeit eintritt. Du wirst feststellen, da ist so einiges dabei und noch viel mehr, was man trotzdem macht, und eine viel höhere Eintrittswahrscheinlichkeit hat.

    Das darf sie gesetztlich gar nicht. Sie kann aber die Kosten für Prüfung, Planung und Vorarbeit dem betreffenden Eigentümer, der das wünscht, aufhalsen. Der darf dann auf eigene Kosten herausbasteln, inwieweit eine solche Ladestation in der Tiefgarage technisch möglich ist.

    In öffentlichen Parkhäusern ist es hingegen der politische Druck, der dazu zwingt. Entweder sind die städtisch betrieben, dann ist das ohnehin politisch gefordert. Oder ein privater Betreiber bekommt das als Auflage. Das wird dann eben (sicher nicht selten mit Murren) erfüllt.

    Ja, eben deshalb wird das erklagt. Ich habe zahlreiche Drohschreiben bezüglich Rechtsmitteln vorliegen, die im überwiegenden Fall dann außergerichtlich gekärt wurden. Manche haben jedoch auch prozessiert und wie Du ausführst entsprechend der Rechtlage natürlich gewonnen. Das Problem tritt oft in Großwohnkomplexen mit sehr diverser Eigentümer und Mieterstrukturen auf, wo sich einige mit Händen und Füßen dann wehren gegen Ausgaben (oft muss eine Starkstromleitung zur Verfügung gestellt werden). Da machen dann eben die paar Besserverdiener ihr eigenes Ding und haben dafür den Vorteil keine Stromleistung mit anderen teilen zu müssen. Wenn alle zustimmen muss dagegen die vorhanden Stromquelle aufgeteilt werden, was die Ladeleistung erheblich heruntersetzen kann.

    Wenn ich fragen darf, was ist Deine Aussage mit dem Geschriebenen? Ich wollte mit meinem Beitrag ausdrücken, dass im überwiegenden Teil der Fälle für die E-Mobilität in den Parkhäusern sogar erst Angebot geschaffen wird, im Kontrast zu den paar Parkhäusern, die eben meinen keine E-Autos zulassen zu können. Wäre doch egal, wenn es sich dabei um politische Gründe handelt, oder nicht, es zählt dabei, ob nun Parkhäuser massenhaft wegen relevant eingeschätzter Feuergefahr ihre Pforten schließen würden und ggf. sogar ein Verbot kommt für E-Autos in Garagen. Dem ist nicht so und damit das Problem von Autobränden in Garagen wohl nicht so zu deuten, wie es Maecenas getan hat.

    Auch die Tatsache dass immer mehr Parkhaus-Betreiber ihre Anlagen für Elektroautos sperren hat seine Gründe.

    Das ist eine Fehleinschätzung. Ich habe dazu keine Zahlen (könnte ich aber versuchen zu finden, wenn es wirklich interessiert), aber in den Objekten, die ich verwalte haben wir meist Tiefgaragen. Die Eigentümer und Mieter klagen sich relativ regelmäßig zu einer Ladestation in den Tiefgaragen, wenn die Eigentümerversammlung das verwehrt. Und mehr und mehr entscheiden sich auch ohne Streit dann kollektiv für eine Ladeinfrastruktur für alle. Dazu kommen die ganzen öffentlichen Parkhäuser, die zumindest einzelne Ladepunkte nachrüsten. Eine besonders gewichtige Beobachtung stellt hier auch dar, dass neue Parkhäuser praktisch immer Ladepunkte aufweisen. In Ulm wurde erst vor 3 Wochen eines eröffnet, das hat eine ganze Etage voll, jeder Parkplatz eine Ladebuchse.

    Einerseits ist es eine sehr erfreuliche Nachricht, dass die Sonnenstraße noch mehr Grün bekommen wird und sogar Platz zum Flanieren und Verweilen erhalten wird, aber das ändert leider nichts daran, dass diese Straße zu den größten Architektursünden Münchens gehört.


    Ein einfallsloser und abstoßender Nachkriegsbau reiht sich an den nächsten.

    Ich kenne in der Straße nur 2,3 Außengastronomien. Wenn sich niemand dort länger aufhält, diese Straße nur Transitzone ist, kann sich ja nichts ändern. Welcher Investor sieht einen Mehrwert in einer aufwendigeren Fassade, die nach wenigen Jahren eingerußt und -dreckt ist, deren Umfeld einen vernachlässigten Eindruck macht und von der man kaum Notiz nehmen kann? Da verspreche ich mir schon etwas von der Stadtraumumgestaltung, gerade weil auch die Häuser nun dieses Alter aufweisen. Oft folgt auf eine Investition und Aufwertung im Straßenumfeld eine Investitionswelle der Anlieger.

    unify Verknüpfe ich die spannende Zahl von Heimdall mit Deiner Rückfrage, so wäre es wahrscheinlich sinnvoll, um finanzielle Betrügereien möglichst auszuschalten, sich die Zahl brennender Busse anzuschauen. Ich habe hier eine Quelle gefunden, die besagt, dass jährlich zwischen 0,5 und 2% aller Busse brennen. Insofern halte ich die Zahlen für die Autos für absolut valide (auch wenn sie natürlich Zahlen einer amerikanischen Bundesbehörde sind).


    Quelle: https://www.feuerwehrmagazin.d…elativ-haeufig-vor-102197


    Interessant ist folgendes Untersuchungsergebnis:

    Quote

    Die meisten Busbrände entstehen im Motorraum. „Das war jeweils bei rund 80 Prozent der Fälle so“, bilanziert der Dekra-Experte.

    Das würde die Zahlen aus der Quelle von Heimdall eher überhöht erscheinen lassen, wenn man annimmt, dass Busse deutlich seltener bewusst angezündet werden, aber trotzdem bis zu 2% aller Busse brennen. Die Zahl müsste ja dann bei Bussen eigentlich bei 0,36% (bei Annahme, dass Busse vergleichbar oft technisch brennen wie Autos) liegen, wenn nur 24% der Autos ohne Manipulation brennen. Aber höchst relevant natürlich was Heimdall da aufgetan hat. Das zerstört die ganze Vergleichbarkeit bei PKWs. Vielleicht finde ich ja noch Zahlen für Busbrände nach Antriebstechnik, obwohl ich da nicht sehr zuversichtlich bin.


    Edit, habe sogar etwas gefunden: Ich kann den Artikel zwar nicht lesen, aber in der Überschrift wird behauptet, dass E-Busse selterner brennen würden, als Verbenner-Busse.

    Brennende E-Busse sind immer ein Aufreger. Doch das Brandrisiko ist deutlich geringer als bei Dieselbussen. Sicherheitsexperte Wolfgang Reitmeier vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen erklärt, wie künftig noch weniger Schäden auftreten sollen.


    Es ist nicht hilfreich, irgendwelche Gerüchte in die Welt zu setzen.

    Das ist kein Gerücht, sondern eine Frage, die auf folgenden Frühwarnzeichen beruht: Die Beistandsgesetzgebung der USA hat explizit solche Munition erwähnt und als mögliche Unterstützungsleistung genannt, mit westlichen Geschützen, die mittlerweile der Ukraine zur Verfügung stehen auch jetzt erst überhaupt einsetzbar. Die russische Seite wiederum hat seit kurzem ihre beste Panzergeneration im Ukraineeinsatz, die ebenso solch eine Munition einzusetzen befähigt ist. Es ist also nichts, was man fantasieren muss.

    Hinsichtlich eines möglichen Brandes ist das E-Aoto mit weitem Abstand das sicherste.

    Wenn man wirklich sich absolut sicher sein will bei dem Thema, dann lässt sich das Stand heute zumindest insofern garantieren, wenn man das E-Auto z.B. für 2 Jahre least. Das sind dann neue Autos (damit sogar unter dem Durchschnittsalter in den Statistiken), die von dieser überdurchschnittlich niedrigen Brandgefahr profitieren. Ganz auszuschließen sind Sondereffekte jedoch dann immer noch nicht. So ist die Käuferschaft überproportional männlich und im Durchschnitt 51 Jahre alt, wobei mehr als 80% über 41 Jahre ist. Das hat Einfluss auf die Unfallstatistik, welche Einfluss auf die Brände hat.

    Trotz dieser Unwägbarkeiten liefern die 60! mal niedrigeren Brandzahlen eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass E-Autos nicht das Brandniveau der Verbrenner je erreichen werden. Dazu kommt der technische Fortschritt, der die größte Brandgefahr, die der Beschädigung bei Unfällen, bereits heute schon stetig reduziert. Beim Verbrenner hingegen hat man durch die starke Hitze, Vibration, Komponentenzahl, und Komplexität hier wohl kaum noch diese Möglichkeiten.

    Valjean Natürlich ist es eine individuelle Entscheidung, die jedoch nicht auf Angstbasis getroffen werden sollte. Schaut man sich die nüchternen Zahlen an so sieht die Sache gleich anders aus, hier aktuell:

    Quote

    Laut dem Versicherungsdienstleister AutoinsuranceEZ brennen Elektroautos seltener, als Autos mit Verbrennungsmotor. Von 100.000 verkauften E-Autos wurden nur 25 Brandfälle gemeldet, während von 100.000 Autos mit Verbrennungsmotor 1.530 Brandfälle und bei Hybrid-PKW 3.475 Brandfälle (bei 100.000 Fahrzeugen) gemeldeten wurden. AutoinsuranceEZ hat für die Studie die Zahlen der beiden US-Verkehrsbehörden NHTSA und NTSB für das Jahr 2021 ausgewertet.

    https://www.pcgameshardware.de…-und-Tiefgaragen-1389904/

    Ich frage mich einfach, was die Produktionsbedingungen dieser Zeit waren. Warum in dieser Zeit so viel mit traditionellen und klassischen Architekturmotiven "gespielt" wurde - und was dann daraus wurde.

    Ich habe mich dem Thema mal versucht anzunähern, indem ich mir angeschaut habe, wie das Design damals sich entwickelt und vor allem verändert hat, hierzu eine entsprechende Replik:

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    HelgeK Schon interessant, habe ich mir bisher tatsächlich vorher noch nie angeschaut. Aber bedenke, dass diese Autos nun in einem Umfeld lernen, das Autos als unberechenbar ansieht, weshalb die meisten sich vorsichtig verhalten. Das wird sich ändern, wenn man aufwächst mit der Gewissheit, die Autos sind vorhersehbar. Wer nutzt da dann noch den Übergang an der Ampel? Auch gibt es Situationen, da hilft auch eine lernende KI nicht, z.B. wenn eine Schneeschicht die Fahrbahn nahezu unsichtbar macht, oder das System eben nicht wie ein Mensch in der Ferne Strukturen wahrnehmen kann und damit z.B. eine Kuppe vorsichtig überquert oder nicht. Ich lasse aber lieber nen Profi sprechen:


    https://www.gq-magazin.de/auto…s-komplett-autonom-fahren


    Fürs Stadtbild wären wohl autonom fahrende Fahrzeuge, die auf Befehl kommen und abholen wohl ziemlich einflussreich. Das dürfte langsame öffentliche Nahverkehre abschaffen. Das würde wiederum heißen, dass eine Stadt mit dichtem Zentrum nicht mehr notwendig oder erstrebenswert ist. Bedeutend wäre die Kostenstruktur. Womöglich bleibt es zu teuer, weil es effizienter ist nicht viele kleine Fahrzeuge bereitzuhalten, sondern ein großes Gefährt. Aber schwer die Folgen irgendwie realistisch abzusehen.

    In der Tat, der Spruch hat's in sich. Früher ist der Strom wenigstens noch aus der Steckdose gekommen. Aber das ist mittlerweile egal. Der Strom wird kommen, er wird da sein, egal woher. Denn wir haben ja schließlich Möglichkeiten und Wünsche, ihn zu verbrauchen, also wird auch der dafür nötige Strom da sein. Und hier gilt es weiterzudenken, dann lässt sich gleich das nächste Problem lösen: Wir werden auch das nötige Geld haben. Und wenn es dafür eine florierende Industrie braucht, dann wird auch die da sein. So einfach ist die Welt! Wünsch dir was, und es wird da sein.

    BS. Die Bundesregierung hat genaue Pläne, wie es für Deutschland funktionieren kann. Sie setzt auf den Großspeicher Norwegen, dorthin wird eine extrem leistungsfähige Stromtrasse gebaut. Auch werden überall im Stromnetz kleinere Batteriesysteme integriert, die die Erneuerbaren stabilisieren kurzzeitig. Zusätzlich wird eine europaweite Vernetzung angestrebt, denn irgendwo weht fast immer Wind und man hat vor so effektiver das Speichermedium Wasserstoff zu etablieren. Und der ganze fossile Kraftwerkspark wird solange bis sich das entwickelt hat als Reserve vorgehalten (was übrigens einen erheblichen Teil der Transformationskosten ausmacht). Die europäische Vernetzung wird einigermaßen ein Nullsummenspiel, weil wie gesagt, jeder mal zu einem Zeitpunkt Erneubare liefern wird, wenn mal jemand nicht kann. Ausnahme sind hier nur die Atomstaaten und jene die besonders viel Speicherkapazität haben. Die haben aber ja die Errichtungs- und Betriebsrisiken, die bei AKWs z.B. recht erheblich sind.

    Aber die Speicherkapazität wird wohl jeder Staat mit der Zeit entwickeln, weil sehr viele ein Elektroauto und ggf. sogar einen Heimspeicher noch besitzen werden. Dazu schafft die Regierung ja schon seit Jahren die exakten Anreize. Zusätzlich wird eine intelligente Stromnutzung (siehe Beitrag 175) helfen das Netz stabil zu halten. Auch das alles fließt in die Überlegungen der Regierung ein. Schon dreist zu meinen, dass die Regierung das Prinzip Hoffnung als Ausgangspunkt von Entscheidungen heranzieht, die die nationale Sicherheit und den Wohlstand gefährden, und es selbst besser zu wissen als der Behördenapparat. Dabei sieht man doch, dass der Wirtschaftsminister hier ganz sicher nicht seine politischen Wünsche präsentiert, wenn er jetzt z.B. Infrastruktur für fossile Energieträger bauen lässt.

    Das ist nicht sicher, ob uns das teuer zu stehen kommt. Ab einem gewissen Preis lohnt es sich dann ja auch stattdessen selbst in Speicherverfahren zu investieren. Ich gehe eher davon aus, dass es günstiger wird mittelfristig, weil die Energieerzeugung kein Material verbraucht, also z.B. Kohle, Erdöl, usw. So eine Solarzelle produziert über viele Jahrzehnte einfach Strom, ohne, dass ich etwas aus dem Boden kratzen muss, einlagern muss, ggf. behandeln muss, zum Ofen fahren muss, das dort verbrennen muss, die Abfallstoffe behandeln muss. Und auch die Speicher können ohne besonderes zutun Jahrzehnte arbeiten, weil deren individuelle Maximalkapazität bei einem Großspeicher z.B. zur Netzstabilisierung nicht das oberste Kriterium ist (Platz/Energiedichte kaum relevant). Man kann also beispielsweise alte Elektroautoakkus mit 75% Restkapazität solange da noch durchjagen, bis sie bei 40% z.B. sind. Das ganze Elektromaterial macht bei Herstellung und Abfallbehandlung deutlich weniger aus, weil man einfach viel weniger Umsatz damit hat, als wenn ein verbrauchender Energieträger diesen Umsatz überwiegend ausmacht.

    Auch wird ein erheblicher Kostensparfaktor sein, dass man angebotsorientiert verbraucht. So gibt es jetzt schon zahlreiche Geräte, die dann Strom beziehen, wenn er besonders verfügbar ist. Lass' das mal bei 40 Millionen Elektroautos machen, und man braucht kaum, wie heute, erhebliche Lastspitzenproduktion.

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    Der Wirtschaftsminister setzt einen Schwerpunkt darin, weniger Energie zu verbrauchen. ,,Dafür gibt es große Maßnahmen, gesetzliche Maßnahmen, Wir bauen Unsere Gebäude anders, dafür sind die Gesetze in Vorbereitung."


    Auch der langfristige Ausbau wird angesprochen, sodass vielleicht für einige Foristen sich langsam klarer abzeichnet, dass natürlich genügend Strom da sein wird, wenn er denn dann gebraucht wird, für die 25%ige Nachfragesteigerung durch eine vollständige Elektrifizierung der Mobilität. Jetzt zu sagen, wir haben den Strom nicht, ist wie 1930 zu sagen, wir haben nicht ausreichend Raffinerien für eine breite Zukunft des Benzinautos.

    Du übersiehst hier IMHO etwas. Die Antriebstechnologie ist nur die eine Seite der Medaille. Die andere ist die Fahrzeugsteuerung!

    Irgendwann in den nächsten 10 Jahren wird der Durchbruch zum echten autonomen Fahren erfolgen. Die Folgen dieses Schritts sind meiner Meinung nach kaum zu unterschätzen.

    Ich will da noch nicht so recht dran glauben. Aber vermutlich hast Du recht. Irgendwo denke ich mir, da fehlt bisher der große Zwischenschritt. Wir haben heute autonome Systeme in nahezu völlig freien Zonen, wie im Flugzeug und bei der Schifffahrt. Da wäre aber dann erst noch der einfachere Schritt, diese Systeme komplett zu automatisieren. Bzw. wenn dies noch nicht soweit ist, dann würde ich erwarten, dass schienengebundene Systeme als nächstes komplett automatisiert werden (U-Bahnen zähle ich mal zu ersterem Beispiel, da komplett freie Infrastruktur). Erst wenn es gelingt, solche "einfacheren" Systeme zu automatisieren, halte ich die Chancen für hoch, dass Millionen von Kleinstfahrzeugen sich völlig frei durch komplexeste Räume bewegen können und dabei mit völlig unrationalen sonstigen Verkehrsteilnehmern interagieren. Ich nutze das Beispiel immer gern, weil es zeigt, wie undurchdacht das bisher noch ist: Mal angenommen, es gäbe nur noch autonome Fahrzeuge, da würde jeder Fußgänger, jeder Radfahrer die Autos durch ihre vorhersehbaren Reaktionen völlig auflaufen lassen. Eine Fahrt durch einen Bereich mit vielen Fußgängern würde zur Holperfahrt, weil ständig Nothalte ausgelöst würden, weil wieder jemand vors Auto springt. Je besser die Systeme umso höher die Zuversicht. Auch bedeutet Autonomie irgendwo Verlust an Resilienz. Fällt das Satelitensystem aus, Fahrzeuge ohne praktische Bedienelemente sind dann nutzlos, auf einen Schlag wäre die gesamte Logistik und Mobilität verloren. Ich sehe nicht, wie solche Effekte systematisch lösbar sind bei einem Endziel der vollständigen Automatisierung.

    Ob diese Ansicht des Marienplatzes von ca. 1830 wohl zu idealisiert dargestellt ist?

    Die Häuserfront von Interesse hier erscheint schon mal höchst akkurat. Hier das Bild von 1568:

    Ritterliches_Turnier.jpg

    Man erkennt, die Grundstückseinheiten waren noch aus dem Mittelalter völlig erhalten, es sind 10 Häuser, so wie um 1830 wohl auch. Das erste komplett abgebildete Haus rechts in Deinem Bild ist wohl noch praktisch vollständig erhalten gewesen, aber mit seinem rechten Nachbar bereits optisch verschmolzen worden. Interessant ist zudem, dass mit einer Ausnahme alle Häuser noch ihre Ergeschosszone behalten haben. Das lässt sich daran festmachen, dass die Zahl der Bögen stimmt, von rechts nach links ab dem vollständig erhaltenen Haus 3,3,3,2,3,3,2.

    Interessanter Fund Eichsfelder. Das würde die Deutung zulassen, dass Autos fortwährend zurückgedrängt werden, also dass die Antriebstechnologie keinen Einfluss haben wird und bisher auch nur begrenzt hatte. Denn es lässt sich schließen, dass die engen europäischen Stadtgrundrisse einfach an ihr Limit kommen mit dem steten Autozuwachs. Es wurden ja zum Glück seit vielen Jahrzehnten die Verkehrsflächen auch nicht um dem Schritt zu halten in den Städten weiter vergrößert und nun wird sogar zurückgebaut.

    Irgendwie schade, ich hatte gehofft, dass man mit der neuen Technik es schafft alle Ansprüche zu versöhnen.

    Aber war das nicht beim Brutalismus vergleichbar? Zumindest für öffentliche Gebäude, wie Universitäten, Krankenhäuser und Rathäuser gab es in dieser Zeit praktisch nichts anderes.