Posts by artifex-babel

    "Bis zum 31. Oktober 2020 müssen die Kommunen den Finanzbedarf für geplante Vorhaben mit einem sogenannten Jahresantrag gegenüber dem Land Thüringen anmelden"


    Hier geht es also um Fördermittel des Landes und nicht aus dem Budget der Kommune.


    Die öffentliche Diskussion zu Entfachen - ist ziemlich schwierig. Dran arbeiten wir nun hier.


    in den zwei Jahren, die ich in Greiz lebe, sind dutzend Häuser abgerissen worden. Alle diese Häuser waren um 1900 erbaut worden.

    Zuerst möchte ich allen für die vielen positiven Reaktionen danken!


    Für das Gebäude ist kein Denkmalschutz bekannt. Sonst wäre so ein Umbaukonzept gar nicht denkbar. Erst als ich im Sommer 2019 meinen ersten Entwurf in dem Stadtbauamt, Sachgebiet Stadtplanung vorgestellt habe und keine Bedenken seitens der Stadt mündlich ausgesprochen wurden, so begann ich die Ausarbeitung der Umbaupläne. Im Mai 2020 habe ich umfassende Pläne an die zuständigen Behörden und an den Bürgermeister der Stadt Greiz übermittelt. Da es nun nach einem halben Jahr keine Reaktion gibt, gehe ich davon aus, dass der ausgearbeitete Konzept ausreichend begründet ist.


    Fördermittel:


    Im Herbst 2018 brachten mir die Nachbarn das Bürgermagazin der Stadt Greiz: "schau! Hier gibt es Fördergelder für das Haus". Zeitnah habe ich eine E-Mail an die städtische Verwaltung geschrieben mit der Frage wie der Ablauf der Beantragung aussieht und zu welchen Bedienungen es die Mittel gibt. Und prompt fünf Monate später bekam ich leider eine negative Antwort: „für das Jahr 2019 konnten keine Fördermittel für das Gebäude angemeldet werden“. Ohne dass ich irgendein Antrag gestellt habe, wurde die Förderung abgelehnt.


    Nun dasselbe Artikel wird in jedem herbstlichen Bürgermagazin der Stadt Greiz gedruckt. So war es 2019 und am 5. September 2020 auch. Hier ein Link(siehe Seite 4, "Finanzielle Unterstützung für Eigentümer sanierungsbedürftiger Gebäude in der Greizer Innenstadt").


    Im Sommer 2019 habe ich mit der Stadtverwaltung einen Beratungsgespräch absolviert. Gefördert kann zu 100% das trocken legen des Fundamentes, das Anbringen der Dachentwässerung und die Erneuerung des Dachstuhles. Das Entrümpeln und ausmisten der Jauchegrube hätte man auch zu 100% aus den Fördermitteln bezahlt bekommen. Allerdings muss die Maßnahme nach der Bewilligung stattfinden. Hiermit ist schon die erste Bedingung genannt. Zuerst die Bewilligung erst dann das Handeln.


    Im Sommer 2019 habe ich nun einen formlosen Antrag (eigene Initiative) auf die Fördermittel gestellt. Seitdem gab es keinerlei Kontakt zu den Ansprechpartnern in der Stadtverwaltung. Seit eineinhalb Jahren wird nun der Antrag schon bearbeitet. Bei der Geschwindigkeit fällt das Gebäude ohne so sehr dringend erforderlichen Sicherungsmaßnahmen eher zusammen. Also kann es auch sein, dass nach so einer langen Bearbeitungszeit das Gebäude nicht mehr existiert oder die Wirtschaftliche Situation des Eigentümers sich ändert und die Fördermittel gar nicht in Anspruch genommen werden können. (Den Gedanken habe ich schon mehrfach gehört: wenn man ein Mio. Euro hat und investiert, bekommt man einen weiteren aus Fördermittel dazu; hat man aber nichts, bekommt man auch keine Fördermittel)


    Ein anderer Aspekt ist ob durch die Fördermittel ausgeführten Arbeiten nach vielen weiteren Bedingungen dem Gebäude überhaupt guttun werden oder mehr Schäden anrichten. Hierbei habe ich einen gespaltenen Eindruck bekommen. Leider gab es auch wohl schlechte Erfahrungen...


    Im Bürgermagazin vom 11/2019 ist im Artikel AGENDA „Kritische Gebäude“ davon die Rede, dass die Neuerwerber im Sanierungsgebiet von der Stadtverwaltung angeschrieben und um die Fördermöglichkeiten gezielt informiert werden. Nun wir haben keine solche Post erhalten.


    Somit wenn auch offensichtlich Fördermittel zustehen, heißt es noch nicht, dass das Gebäude diese auch bekommt, obwohl alljährlich der gleiche Artikel veröffentlicht war. Die Meinung der Öffentlichkeit ist dadurch aber beeinflusst worden. Viele Passanten meinen wohl ernsthaft, dass es reichlich Fördermittel gibt, die Eigentümer aber nicht fähig sind diese in Anspruch zu nehmen.

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    Ich möchte hier Auszüge aus den von mir erstellten Unterlagen zum Bauantrag veröffentlichen.


    "Die süd-ost Ecke ist etwas hervorgehoben. Die Gesimse und die Dachform im Bestand bilden ein Turm. Das soll aufgegriffen und verfeinert werden. Durch die Umbaumaßnahmen wird die nord-west Ecke als Treppenhausturm ausgestaltet. Durch das Anbringen der Fenster in der ehemaligen Giebelwand soll die süd-west Ecke ausgewogen erscheinen. Hier wird ein Dachfenster übers Eck die Gesamtwahrnehmung der Gebäudeecke als eigenständige Designelement verstärken. Die abgeschrägte nord-ost Ecke soll durch ein charakteristisches Dachfenster als einheitliche Ecke erscheinen. Demnach hat das Gebäude im ausgearbeiteten Konzept vier unterschiedlich gestaltete Ecken. Das Gebäude ist ebenfalls aus dem oberen Schloss gut zu sehen. Deswegen wird das Treppenhausturm nicht nur die umliegenden Straßen prägen, sondern auch vom Weiten das Stadtbild mit den vielen Türmen aufwerten.


    Das untere Grundstück hat zurzeit ein erhöhtes Niveau zu der oberen Silberstraße. Das Niveau zu dem benachbarten Grundstück ist ebenfalls nicht angeglichen. Das Nachbarhaus in der oberen Silberstraße hat keine eigene Auffahrt. Hier soll im Züge der Umbaumaßnahme eine einheitliche Ebene auf dem unteren Grundstück und dem Grundstück des Nachbarhauses entstehen. Die untere Grundstücksebene soll als eine Art Dreiseitenhof zwischen den Häusern ausgebildet werden. Als Ausgleich zu der viel befahrenen Straße entsteht so etwas Privatsphäre. Danach wird auch das untere Grundstück von der oberen Silberstraße erschlossen und befahrbar sein. So wird es auch möglich sein das Nachbarhaus mit einem Fahrzeug zu erreichen. "


    Die Beantragung der Umbau stellt eine Hürde dar und wird so schnell wohl nicht geschehen. Ich hoffe die Öffentlichkeit so etwas auf das Problem der Schrottimmobilien in Greiz aufmerksam zu machen. Ich bin kein Architekt, erstelle aber die Unterlagen für den Umbau; ich bin kein Großinvestor oder Fabrikant, nehme aber diese Herausforderung an... ob mit der Hilfe der Öffentlichkeit oder ohne, so schnell geben wir nicht auf!

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    März 2018 - Erwerb

    Juni 2018 - Eingezogen

    August 2018 - Trinkwasseranschluss installiert

    September 2018 - Kanalisation wieder in Betrieb genommen; Grube frei geschaufelt

    Oktober 2018 - Autarke Photovoltaik Anlage mit 15 kW LiFePO4 und 8 kW Wechselrichter eingerichtet

    2018 - das Haus Winterfest gemacht (Verglasung)

    Winter 2018 - Dachboden entrümpelt

    2019 Bauarbeiten an der Grube; Historische Ziegel aufbereitet; Das Gebäude und Grundstück entrümpelt; Zementputz im Innenbereich und von der Fassade entfernt

    November 2019 - Bogen unter der Fassade fertig gestellt, Statik wieder unbedenklich

    Winter 2019 - Vorsatzwände teilweise entfernt

    Februar 2020 - Das Gebäude und Grundstück vermessen

    März 2020 - Begriffen, dass das Treppenhaus unzulässig umgebaut wurde und nun wohl das Betriebserlaubnis für das Gebäude schon lange ungültig ist.

    April 2020 - Bestandspläne erstellt

    Mai 2020 - Umbaupläne ausgearbeitet

    Sommer 2020 - obere Grundstücksebene in Handarbeit bis auf den ursprünglichen Hang abgetragen, vom Müll befreit und mit Geröll aufgeschüttet.



    Zeitplan kann man bei so einem Objekt kaum erstellen. Die Lage des Grundstückes ist schwierig, sodass die meisten Baufirmen nicht Mal einen Kostenvoranschlag abgeben (Erfahrung der Nachbarn). Wir (zwei Personen) richten bzw. ordnen die Baustelle nun langsam ein. Die obere Grundstücksebene kann nun mit einem Bagger befahren werden. Sobald ein Bauantrag eingereicht wird und eine Baugenehmigung vorliegt, dann kann die Grube im Außenbereich fertig gestellt werden und der Bereich mit Geröll verfüllt werden. Erst dann kann man an der Nordfassade zumindest die Gerüste aufstellen. Obwohl diese nutzen ja nichts, denn bevor das Fundament nicht abgedichtet ist, steigt die Feuchtigkeit die Fassade hoch und der neue Putz würde nach kurzer Zeit wieder Schaden nehmen. Aus diesem Grund haben wir einen Minibagger angeschafft um im nächsten Jahr zumindest das Fundament in Ordnung zu bringen. Das Fundament frei legen, dann abwarten bis es trocknet; Naturstein behauen, ebnen und die Fugen verfüllen; dann kann man erst abdichten. Und bis zum ersten Frost muss dann alles wieder verfüllt werden.


    Jahrhundert lang hat man die Krankheiten am Gebäude nicht beheben können. Es ist ja eine logistische Herausforderung. Wir betrachten die Lage realistisch: wir werden am Gebäude Jahrzehnt(e) werkeln müssen.


    Auf die Frage, was wir mit dem Gebäude später machen möchten, kann ich kaum eine Antwort geben. Auf jeden Fall wird der Laden wieder als solches eingerichtet. Ob die Nachfrage für diese Nutzung gegeben ist oder nicht. Auf eine Idee, wie eine Garage dort unterzubringen möchte ich gar nicht denken. Obwohl in der Gegend so etwas vielfach umgesetzt wurde.


    Das Begriff einer Sanierung muss man in unserem Fall erst definieren. Wir haben im Archiv recherchiert und anhand der Erkenntnisse nun klar wird, warum die Giebelwand so errichtet wurde und hinter dem Haus eine "Wanne" ausgeschachtet wurde. An der Giebelwand grenzten früher zwei kleine Häuser, somit die Giebelwand als eine Brandschutzwand ohne Fenster sein musste. Wir haben also heute ganz andre Grundstücksgrenzen und können somit das Werk von dem Fabrikanten Viktor Dietel vollenden.


    Ich möchte hier auf unser Umgang mit dem Bestand aufmerksam machen.

    Wohn- und Geschäftshaus von Victor Dietel

    Facebook - Bebauungsplan von Victor Dietel


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    Im März 2018 haben wir ein verlassenes Haus in Greiz gekauft. Die sogenannte Schrottimmobilie stand nach Aussagen der Nachbarn bereits seit 2002 leer und war eine Weile offen. Zeitweise hausten Obdachlose im Gebäude. Die Zwischenzimmertüren wurden fast alle als Brennholz herausgeschleppt. Fußboden im Erdgeschoss aus Naturstein wurde herausgerissen. Brauchbare Öfen, Elektrik und Sanitär waren abmontiert. Das Dach ist an einer Stelle undicht. Schleichend war es soweit fortgeschritten, dass in der mittleren Etage das Regenwasser an den Wänden herabfloss. Alles war durchnässt. Der Lehm-Stroh-Putz ist von den Decken stellenweise herabgefallen. Natürlich vor dem Kauf konnte man das Ausmaß der Schäden nicht beurteilen, denn eine Besichtigung war nur von der öffentlichen Straße möglich. Das Grundstück war verwildert und mit stacheliger Brombeere zugewachsen. Sowohl außen als auch im Gebäude wurde illegal Müll abgelegt.


    Nach den Recherchen im Stadtbauarchiv konnten wir folgendes herausfinden:

    Laut Adressbücher war ein Privatier bzw. Rentier Victor Dietel der Eigentümer des Hauses in der Oberen Silberstraße. Schon am 11. Februar 1894 suchte er in einer Anzeige bei der Greizer Zeitung Mieter für die Wohnung in der mittleren Etage. Die Wohnung bestand aus 4 heizbaren Zimmern mit Zubehör. Victor Dietel hatte zwei Söhne, Werner und Max. Zwischen 1878-1895 war die Familie im Haus nebenan wohnhaft. 1898 waren die Söhne und das Geschäft der Firma Gebrüder Dietel, Woll-Warenfabrik nun hier ansässig. Zwischen 1908-13 stirbt Victor.

    Im Stadtbauarchiv ist leider keine Bauakte zu dem Gebäude vorhanden. Aus diesem Grund wurde das Gebäude vermessen und der ursprüngliche Zustand rekonstruiert. Hierfür sind verschiedene Vorsatzwände und abgehängte Decken entfernt worden. Anhand der gesammelten Spuren wurden anschließend von mir die Pläne erstellt.


    Umbauentwurf

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