Posts by enikma

    Danke zeitlos für die erhellenden Zitate und Heimdall für deinen Kommentar. Die jüngsten Entwicklungen in Rothenburg sind wirklich pathologisch und gleichzeitig symptomatisch für die heutige Zeit (damit meine ich etwa 2010 - heute). Wenn man befürchtet, dass bei ungebildeten (potentiellen) Besuchern Assoziationen mit dem Dritten Reich aufkommen könnten, wäre es auch meiner Meinung nach umso mehr die Pflicht einer solchen Einrichtung, professionelle Bildungsarbeit (d.h. möglichst ohne ideologische Auswüchse) zu leisten. Als ich vor mehr als zehn Jahren das Reichsstadtmuseum besuchte, war ich von den Ausstellungen und der Präsentation der Exponate sehr angetan. Wenn ich nun "mediale Gründe im digitalen Zeitalter" lese, wird mir angst und bange, denn ich kann mir sehr gut vorstellen, in welche Richtung die Reise gehen soll: Digitale Nachrüstung des Museums auf Kosten zahlreicher Exponate.


    Vielleicht sollte man generell darüber nachdenken, ganz Rothenburg abzureißen, da es für "deutsche, aber gerade auch ausländische Touristen" zu deutsch (und damit rechtslastig) erscheinen könnte. Auch in Rothenburg wurde in der Vergangenheit viel rekonstruiert - Stichwort "Rechte Räume". Natürlich sollte es anschließend auch noch zu einer adäquaten Umbenennung der entstandenen Wüstung kommen...


    Wenn ich Rothenburg in Zukunft wieder besuche (falls es dann noch steht), werde ich das sicher nicht wegen der Neubauten und wegen dieser scheinheiligen Konzepte tun, sondern wegen dem, was von der Altstadt übrig geblieben ist und den Menschen, die es ernst mit ihr meinen.

    Genau so sehe ich das auch zeitlos . Als in den letzten Jahren in Landshut, Freiburg im Breisgau, Hann. Münden usw. so viele Dinge schief gegangen sind (Abrisse und Brände), habe ich mich immer damit getröstet, dass so etwas in bestimmten Städten - dazu gehörte selbstverständlich auch Rothenburg - niemals passieren würde. Nun lehrt uns die Zeit etwas anderes, nämlich dass man auch hier lieber versucht, um jeden Preis "hip" zu sein, anstatt Geschichte zu bewahren. Die Umbenennung des Reichsstadtmuseums in "RothenburgMuseum", die 2019 erfolgte, ist wohl auch in diesem Zusammenhang zu sehen.

    Die Abrissfotos sind schockierend. Ich hätte nie gedacht, dass in Rothenburg solch massive Eingriffe in die Bausubstanz möglich wären. Der schmerzlichste Verlust ist sicherlich die Scheune aus dem 19. Jahrhundert, die in der Hirtengasse abgerissen wurde. Gemäß den veröffentlichten Grundrissen soll der an dieser Stelle geplante Neubau die Kubatur der Scheune aufgreifen und als Torhaus zur dahinter liegenden Bebauung fungieren. Warum letztere nicht unter Denkmalschutz gestellt war, will ich einfach nicht verstehen. In einer Stadt wie Rothenburg sind es auch solche Kleinigkeiten, auf die es ankommt. Schade, dass man nicht bereit war, dieses historische Gebäude in das Projekt zu integrieren.


    Zur besseren Übersicht habe ich einen Screenshot des Areals erstellt (Google Maps):



    Die bereits abgerissenen Gebäude sind in Magenta hervorgehoben, die nicht betroffenen in Grün. Sollte die Veröffentlichung solcher modifizierten Screenshots nicht erlaubt sein, werde ich ihn wieder entfernen. Wenn man dem Werbefilm auf der VB-Hohenlohe-Seite (ganz unten) Glauben schenken darf, werden auch noch die nicht markierten, hofseitig gelegenen Gebäude (kleinere Häuser und Anbauten) verschwinden. Möglicherweise ist die Visualisierung an dieser Stelle aber einfach ungenau - auf den von zeitlos verlinkten Abrissfotos sind sie jedenfalls noch erhalten.

    Das ist wirklich eine phantastische Nachricht. Hinter der Wellblech-Verkleidung sind sogar weitere Teile der Fassade des historischen Kämpgen-Hauses erhalten geblieben, siehe Facebook-Seite des Bürgervereins Eigelstein (Foto-Beitrag vom 09.10.2019). Der Geschäftsführer der KNDM ist übrigens Konstantin Neven DuMont, der in Köln nicht ganz unbekannt ist. Auf das Endergebnis bin ich schon sehr gespannt.

    Vorweg: Ich möchte hier niemanden persönlich angreifen, sondern nur ganz allgemein meine Meinung zu der in diesem Forum immer wieder auftauchenden Preußen-Diskussion einbringen.


    Es ist schade, dass einige Forumskollegen Preußen so sehr verachten. Für mich ist Preußen nicht nur Militär, Disziplin und Ordnung, sondern vor allem versöhnter Protestantismus (Evangelische Kirche der altpreußischen Union) in friedlicher Koexistenz mit dem Katholizismus, Aufklärung, Abschaffung der Folter und vieles mehr. Preußen ist und bleibt eine wunderbares Lebensgefühl. Niemand hier im Forum käme auf die Idee, in dieser Weise gegen Sachsen, Franken oder Bayern auszuteilen. Leider wird hier Preußen sehr oft - oftmals wirklich zu Unrecht - verunglimpft, was den einen oder anderen Forenkollegen kränken mag. Ich gehe davon aus, dass alle Forumsteilnehmer ihre Heimat lieben, die eine oder andere Region vielleicht ein bisschen mehr oder weniger. Ich bin sicher, dass es auch Forumskollegen oder Leser gibt, die z.B. einen besonderen Bezug zu Ostpreußen haben (manche Nicknamen hier im Forum lassen das vermuten). Daher fände ich es schön, wenn man auch auf sie Rücksicht nehmen würde.

    Dieses historische Foto hatte auch ich gestern entdeckt und es mit dem von mir verlinkten Entwurf verglichen. So kam ich zu dem Ergebnis, dass sich die Türme in der Höhe unterscheiden: Wenn man die Höhe des äußeren Spitzbogens in der Visualisierung verdoppelt, kommt man in etwa auf die Oberkante der Zinnen. Bei der historischen Aufnahme hingegen ist der Turm fast dreimal so hoch wie der äußere Bogen. Nun scheint der Spitzbogen in der Vergangenheit nicht exakt rekonstruiert worden zu sein, was einen Vergleich schwierig macht. Außerdem ist der Entwurf sicherlich ungenau. Aber wenn - wie ich befürchte - ein signifikanter Höhenunterschied zwischen dem Original und dem Nachbau bestehen sollte, dann fände ich es traurig, dass man, wenn man schon so viel Geld ausgibt, nicht bereit ist, so genau wie möglich zu rekonstruieren. Ähnliche Gedanken habe ich z.B. beim rekonstruierten Lösecke-Haus in Lüneburg, wo die Unterschiede schon sehr auffällig sind. Natürlich sind solche Anlehnungen an Originale immer besser als modernistische Neubauten, aber nicht annähernd so "heilsam" wie exakte (und materialgetreue) Rekonstruktionen.

    Das Weiertor soll neu erstrahlen - Die Zülpicher bekommen ihr altes Tor zurück


    Diese Schlagzeile hat mich zunächst sehr positiv überrascht - mit einem solchen Wiederaufbau in der Voreifel-Stadt Zülpich hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Doch dann habe ich mir den Artikel genauer angesehen und sofort schlug meine Euphorie in Enttäuschung um: Ein örtlicher Karnevalsverein möchte den 1944 schwer beschädigten Hauptturm des mittelalterlichen Weiertors wieder aufbauen. Leider strebt man nur einen an das historische Vorbild angelehnten Wiederaufbau an. Konkret bedeutet das, dass Höhe, Anzahl der Zinnen und die Gestaltung des Frieses unterhalb der Zinnen stark verändert werden, siehe Visualisierung. ME eine völlig verpasste Chance. 1974 wurde der ebenfalls zerstörte rechte Außenturm des Gebäudes noch weitgehend originalgetreu rekonstruiert. Wenn das Geld für eine komplette Rekonstruktion nicht ausreichte, hätte man das oberste Geschoss und die Zinnen vorerst weglassen und in den nächsten Jahren/Jahrzehnten rekonstruieren können.

    Die Rekonstruktion ist wirklich eine tolle Leistung. Nur den Verlust der altertümlichen Schornsteine bedauere ich.


    Edit: Auf der Facebook-Seite der Altstadtfreunde kann nachgelesen werden, dass der Erker nach einer Zeichnung von Georg Christoph Wilder (um 1830) rekonstruiert wurde. Der frühere Giebelerker war eine erst im 20. Jahrhundert vorgenommene Vereinfachung.

    Nachricht vom 19.04.2021:



    Das Museum Wittumspalais in Weimar, das zum Unesco-Weltkulturerbe zählt, ist mit linken Graffiti beschmiert worden.


    Das ist einfach nur traurig und beschämend.

    Endlich tut sich etwas am (und im) Haus am Markt 18, das am 27. April 2018 komplett ausgebrannt ist, siehe Fotostrecke in der Ostsee-Zeitung (die Bilder wurden im September 2020 aufgenommen). Die interessanten Innenansichten zeigen u.a. die Arbeiten an den neuen Geschoßdecken. Nach der Restaurierung soll das Haus seinen cremegelben Anstrich zurückerhalten, den es schon vor der Zerstörung hatte (siehe Visualisierung auf Seite 3). Außerdem wird ein Aufzug eingebaut. Ich bin sehr froh, dass die Arbeiten endlich begonnen haben und hoffe nun, dass auch das abgebrannte Nachbarhaus bald in Angriff genommen wird. Seit 2018 habe ich die Sicherungsmaßnahmen, so gut es ging, über das Internet verfolgt und die Hoffnung auf Rettung nie verloren. Möglicherweise hat sich der UNESCO-Weltkulturerbe-Status der Hansestadt günstig auf die Wiederherstellung ausgewirkt.

    Weiß man mehr über da Haus? Die unregelmäßigen Bögen der Fenster im Untergeschoss lassen es eher auf Spätromanik datieren aber an der Plakette steht 1697, was doch Hochbarock wäre. Gabe es dort mal dokumentierten Fassadenschmuck?


    Gmaps


    Bisher habe ich immer nur gelesen, dass das Gebäude im 17. Jahrhundert errichtet worden ist. Die Wikipedia-Liste der Baudenkmäler im Stadtteil Sankt Lorenz enthält folgende Beschreibung:


    Hintere Ledergasse 43 (D-5-64-000-783): Ehemaliges Gerberhaus. Breiter viergeschossiger Satteldachbau, massiv und Fachwerk, im Kern Mitte 17. Jahrhundert, bezeichnet „1697“, Umbau der oberen beiden Stockwerke 1851, mit Seitenflügel


    Ich gehe davon aus, dass diese Angaben mit denen der Denkmalliste übereinstimmen und dass das Gerberhaus keine älteren Bauteile aufweist.

    In der Hinteren Ledergasse 43 sind nun endlich sämtliche Gerüste zur Straße hin entfernt worden, sodass sich die Fassade in ihrer vollen Schönheit zeigt. Die Altstadtfreunde haben auf ihrer Facebook-Seite ein aktuelles Foto (05.05.) geteilt, siehe hier. Besonders gut gefällt mir der neu hinzugefügte Erker, der dem Gebäude sein blockhaftes, horizontal orientiertes Erscheinungsbild nimmt und es viel "leichter" erscheinen lässt (unsanierter Zustand, siehe hier). Wieder einmal haben die Altstadtfreunde ganze Arbeit geleistet und Nürnberg ist um ein Kleinod reicher.

    Das Hotel daneben, ein entstelltes Gründerzeithaus?


    Das Hotel könnte tatsächlich noch Reste des Vorkriegsbaus enthalten. Auf "bildindex.de" habe ich das folgende Foto aus dem Jahre 1958 entdeckt:


    Unter Taschenmacher 15-17


    Neben dem bereits wieder aufgebauten Haus Saaleck ist ganz rechts im Bild deutlich zu erkennen, dass zumindest Teile des Vorgängerbaus des heutigen Hotels erhalten waren. Schön wäre es, wenn man solchen Gebäuden ihr ursprüngliches Gesicht zurückgeben würde. In Köln werden wir das wohl leider nicht erleben. ;(

    Gerade entdeckt:


    stiftunggarnisonkirchepotsdam Jetzt bei DMAX 26.3.2021: Spannende Reportage über unsere Bau-Highlights‼️ DMAX: Helden der Baustelle (Folge 5, Staffel 2) am 26. März 2021 um 19:15 Uhr 🥁 Im Mai 2020 dreht das Kamerateam von #captncapture für den TV-Sender DMAX die letzten Bauabschnitte bei der Setzung der Initialen-Kartusche im Portalgiebel. In etwa 20 m Höhe geht es in dem Spezialisten-Team von Enrico Raum und den Steinmetzen der Firma Schubert um Millimeterarbeit. Mit geballter Erfahrung und Kompetenz gelingt das Werk. Tatsächlich ist der krönende Abschluss die Setzung der 1 Meter großen Sandsteinkrone


    Der Sender DMAX gehört zum amerikanischen Discovery-Unternehmen und hat sich in der Vergangenheit wohl eher nicht durch qualitätvolle Beiträge im Bereich Kirche/ Architektur/ Kunstgeschichte ausgezeichnet. Möglicherweise erlaubt der Beitrag dennoch Einblicke aus ungewohnten Perspektiven.

    Hallo zusammen,


    die Spolie zeigt die Spitze, bzw. den Pfeil ("Stral"), der seit 1265 das Stralsunder Wappen ziert, siehe hier. Von Münzen des 14. und 15. Jahrhunderts ist mir auch eine diagonale Ausrichtung der Spitze innerhalb des Wappenfeldes bekannt. Davon ausgehend kann man natürlich nicht auf das genaue Alter, den ursprünglichen Ort oder die Verwendung des Stückes schließen (vielleicht weiß der Besitzer mehr darüber). Ein Bezug zur Hansestadt Stralsund ist aber auf jeden Fall naheliegend.

    Hallo Neußer,


    genau das verstehe auch ich nicht.


    An der Stelle wäre ein modernistischer Neubau eine Katastrophe, aber wenn wie der Stadtbürgermeister sagt, nur die Platzgestaltung verschönert und ein gegenüberliegendes Jugendstilhaus saniert werden und besser zur Geltung kommen soll, ist das vielleicht zu verschmerzen.


    Mir ist kein Jugendstilgebäude aufgefallen, das von einem Abriss profitieren würde. Sowohl in südlicher als auch in westliche Richtung wird der Platz maßgeblich durch ähnlich schlichte Gebäude geprägt. Ein Abriss würde meiner Meinung nach zu einer äußerst unschönen Hinterhof-Situation führen, mit Blick auf Brandmauern und Ähnliches ...


    Visualisierungen habe ich weder im Internet noch vor Ort gesehen. Ich denke, dass man auch an dieser Stelle auf Verwahrlosung setzt, um in ein paar Jahren das vollkommen marode Haus ohne Widerstand abreißen lassen zu können. Vielleicht ist es zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu spät für eine Rettung. Immerhin gibt es in Bernkastel-Kues einen Unternehmer, der historische Gebäude retten möchte:


    https://www.volksfreund.de/reg…in-bernkastel_aid-6868108


    In seinen Händen wäre das Haus am besten aufgehoben...

    Nun folgt eine große Überraschung. Es geht um die beiden Gründerzeitler "Hotel Burg Landshut" und "Haus Schroeder", die kürzlich vollständig abgerissen worden sind sowie um die harmonische Erweiterung der benachbarten ehemaligen Kurfürstlichen Kellnerei (siehe erster Beitrag dieses Strangs von Löbenichter). Wie bereits im Strang "Abriss-Watch" erwähnt, wird die Fassade des Hotels "Haus Schroeder" im Zuge des Hotel-Großprojekts rekonstruiert. Der Wiederaufbau hat bereits begonnen und die Rekonstruktion wird vorbildlich in Ziegelbauweise (Wienerberger Poroton) errichtet. Was habe ich mich darüber gefreut!



    Das ist aber noch nicht alles: Wer genau hinsieht, wird feststellen, dass sowohl die Anzahl der Fensterachsen als auch die Anordnung der Fensteröffnungen (bodentief und nicht-bodentief) des Neubaus Gestade 11 mit denjenigen des Vorgängerbaus "Hotel Burg Landshut" übereinstimmen. Wenn es sich dabei nicht um eine Rekonstruktion handelt (die äußeren Fenster scheinen deutlich breiter als diejenigen des Vorgängers auszufallen), so kann doch auf einen harmonischen Neubau gehofft werden.


    Als Nächstes ein Foto zur besseren Übersicht:



    Bernkastel ist glücklicherweise, trotz groß angelegtem Neubau, nicht verschandelt worden - von der Burg Landshut aus gesehen breitet sich vor dem Betrachter weiterhin ein harmonisches Altstadtensemble aus. Im Zentrum dieses Bildes ist die ehemalige Kurfürstliche Kellnerei zu sehen, die im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört worden ist. Hier ein Vergleichsbild von 1930:

    https://www.ro-klinger.de/BKS/2014-5/kellnerei1930.jpg.


    An der Stelle des sogenannten "Turms" wurde dem historischen Bestand ein stilreiner Neubau bzw. eine modifizierte Rekonstruktion hinzugefügt. Auch die der Mosel zugewandte Seite wurde in veränderter Form wieder errichtet. Dort wurde eine zusätzliche Fensterachse mitsamt Schmuck-Portal (oberhalb der im Bau befindlichen Hotel-Vorfahrt) eingefügt:



    Im obigen Bild ist auf der linken Seite nochmals die Fassadenrekonstruktion "Haus Schroeder" zu sehen. Weitere Details der klassisch anmutenden Neuschöpfung:



    Auch die Spitzen der Obelisken, das Trauben-Relief und die Rosetten auf den Fensterkreuzen sind vergoldet worden:



    Insgesamt macht der Bau schon jetzt einen sehr wertigen Eindruck, mMn ein Kandidat für das Bauwerk des Jahres (wenn fertiggestellt). Hier eine Ansicht des gesamten Komplexes:



    Zum Abschluss noch einige Ansichten der Rückseite des Komplexes. Die Fassade des Gründerzeitlers, der rückseitig an das Hotel "Römischer Kaiser" anschließt, ist erhalten geblieben und wird in den Neubau integriert:



    Hoffentlich können auch die alten Fenster restauriert und übernommen werden.



    Leider sind hier zwei historische Nachbargebäude abgebrochen worden. Die Nachfolgebebauung wir auch an dieser Stelle in Ziegelbauweise ausgeführt. Stein auf Stein, natürlich mit Mörtel. Auf das Ergebnis bin ich schon sehr gespannt. :)



    Hinter der Rekonstruktion "Haus Schroeder" ergibt sich folgende Hofsituation:



    Anscheinend ist für diesen Hof eine gläserne Überdachung vorgesehen, siehe Visualisierung.


    Das war es soweit von mir - auf das Endergebnis bin ich, wie bereits gesagt, schon sehr gespannt.

    Im Zuge meiner Abriss-Recherchen haben einige aktuelle Bauprojekte in Bernkastel-Kues sowie der Austausch mit Kurpfalz im Nachbar-Strang "Abriss-Watch" mein Interesse für das historische Moselstädtchen geweckt, siehe hier:



    Vor wenigen Tagen bot sich mir unerwarteterweise die Möglichkeit, Bernkastel zu besuchen, und so konnte ich mich vor Ort über die aktuelle Sachlage informieren. Meine Eindrücke möchte ich gerne mit euch teilen, allerdings werde ich nur unbearbeitete und komprimierte Fotos zeigen, da sie einzig der Dokumentation dienen.


    Den Anfang macht die Graacher Str. 33, deren Erhalt mir - auch aus städtebaulichen Gründen - sehr wichtig ist. Im folgenden Bild, welches die Raumsituation deutlich macht, ist sie ganz rechts (hinter dem grünen VW) zu sehen.




    In ihrer Schlichtheit korrespondiert sie mit dem Eis-Café in der Mitte des obigen Bildes. Das bläuliche Nachbarhaus macht vor, wie derartige Häuser erheblich aufgewertet werden können, Vergleiche mit italienischen Städten drängen sich mir immer wieder auf. Auch mit ortstypischen Schriftzügen, wie sie an vielen Fachwerkhäusern in Bernkastel zu finden sind, könnte die Graacher Str. 33 kostensparend verschönert werden.



    Im hinteren Teil des Hauses haben sogar einige Sprossenfenster die Zeiten überdauert.



    Hier eine weitere Aufnahme, die den städtebaulichen Kontext veranschaulicht:



    Eine historische Ansicht (um 1920) kann unter folgendem Link aufgerufen werden:

    https://www.ro-klinger.de/BKS/2014-5/wo.jpg.


    Durch eine entsprechende horizontale Gliederung der Fassade wäre bereits viel gewonnen. Der Platz am Bärenbrunnen ist einer der drei wichtigen Plätze Bernkastels, auch an einem trüben Corona-Oktobertag war er relativ stark frequentiert. Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass sich eine Sanierung nicht lohnen würde bzw. eine Weiternutzung - z. B. als Wein-Bar - nicht lukrativ wäre.


    Zum Schluss noch ein Foto der gegenüberliegenden Platz-Seite: