Posts by enikma

    Ja, soweit ich weiß, besitzt das gerade fertiggestellte Achteckenhaus zur Friedrich-Ebert-Straße hin eine exakt rekonstruierte Fassade. Vor einiger Zeit hat sich die kommunale Denkmalpflege darum gekümmert. Ihr ist es zu verdanken, dass die ursprünglich geplante Fassade, die im Erdgeschoss zunächst deutliche Abweichungen vom historischen Vorbild aufwies, überarbeitet wurde (siehe Beitrag 412 von Konstantindegeer). Die Hoffassade ist hingegen modern gestaltet, siehe Beitrag 409 von potsdam-fan. Ich persönlich kann mit der modernen Hoffassade leben, finde es aber schade, dass wieder einmal Rohbeton verbaut werden musste. Wie einfach wäre es gewesen, ihn zu streichen.


    Leider hat man es versäumt, die heutige Friedrich-Ebert-Straße in ihrer ursprünglichen Breite wiederherzustellen. Da eine Rekonstruktion der beiden verbliebenen Achteckenhäuser am ursprünglichen Standort nun nicht mehr möglich ist und die Kreuzung somit nicht mehr in ihrer eigentlichen Form erlebbar ist, hat man sich hier (leider) für "interpretierende Rekonstruktionen" entschieden, siehe z.B. hier


    Potsdamer Mitte, LOS #01


    und hier


    Visualisierung

    Ein Oberbürgermeister, der sich nur bestimmten Wählergruppen (die zudem nicht unbedingt mit seiner eigenen Partei verbunden sind) verpflichtet fühlt und der jede Gelegenheit zur Polarisierung und Provokation zu nutzen scheint, ist definitiv kein Bürgermeister für "alle" und damit eine völlige Fehlbesetzung. Er tritt nicht nur Mitteschön immer wieder auf die Füße, sondern auch vielen anderen Bürgern der Mitte.


    Wer so vehement versucht, den Wiederaufbau des Kirchenschiffs zu verhindern, sollte sich sehr genau überlegen, was er im Kuratorium der Stiftung Garnisonkirche Potsdam verloren hat. Sicherlich gäbe es auch auf Seiten der Stiftung Mechanismen, um einen Ausschluss gegen seinen Willen zu erwirken...

    @Centralbahnhof Vielen Dank für den Link. Nach seinem Aufenthalt in Köln am 4. Mai 1891 besuchte Kaiser Wilhelm II. vom 5. bis 8. Mai 1891 Bonn, das er aus seiner Studentenzeit sehr gut kannte. Es war sein erster Besuch in Bonn als Monarch:


    Der ers­te Be­such Wil­helms als Mon­arch in Bonn fand vom 5.-8.5.1891 statt. Wie die „Bon­ner Zei­tun­g“ in ih­rem Leit­ar­ti­kel „Heil dem Kai­ser“ her­vor­hob, wün­sche der neue Herr­scher kei­nen gro­ßen Ein­zug, son­dern wol­le in An­knüp­fung an sei­ne Stu­den­ten­zeit die Ta­ge in Bonn in „pri­va­ter Ein­fach­heit“ zu ver­brin­gen. Die­se Be­schei­den­heit sah prak­tisch so aus, dass Wil­helm II. aus Köln kom­mend, am 5. Mai ge­gen sie­ben Uhr abends auf dem Schiff „Deut­scher Kai­ser“ am Bon­ner Rhein­ufer an­leg­te, wo er von ei­ner gro­ßen Men­schen­men­ge be­geis­tert emp­fan­gen und vom Prin­zen zu Schaum­burg so­wie des­sen Gat­tin Vik­to­ria be­grü­ßt wur­de.

    Warum diese Tribocke dort aufgebaut waren, kann ich leider nicht sagen. Besonders lang haben sie wohl nicht dort gestanden.


    Irgendwo meine ich einmal gelesen zu haben, dass die beiden Bliden anlässlich eines Besuchs von Kaiser Wilhelm II. errichtet wurden (das Pinterest-Foto wird auf 1891 datiert) und nur zu diesem Anlass das Tor schmückten. Möglicherweise war auch der hölzerne Wehrgang (der dem Tor meines Erachtens sehr gut steht) nur vorübergehend angebracht. Vielleicht hat man dem Kaiser mit diesen "Hinguckern" eine besondere Freude bereiten wollen - seine Begeisterung für Geschichte war sicherlich bekannt.

    Danke zeitlos für die erhellenden Zitate und Heimdall für deinen Kommentar. Die jüngsten Entwicklungen in Rothenburg sind wirklich pathologisch und gleichzeitig symptomatisch für die heutige Zeit (damit meine ich etwa 2010 - heute). Wenn man befürchtet, dass bei ungebildeten (potentiellen) Besuchern Assoziationen mit dem Dritten Reich aufkommen könnten, wäre es auch meiner Meinung nach umso mehr die Pflicht einer solchen Einrichtung, professionelle Bildungsarbeit (d.h. möglichst ohne ideologische Auswüchse) zu leisten. Als ich vor mehr als zehn Jahren das Reichsstadtmuseum besuchte, war ich von den Ausstellungen und der Präsentation der Exponate sehr angetan. Wenn ich nun "mediale Gründe im digitalen Zeitalter" lese, wird mir angst und bange, denn ich kann mir sehr gut vorstellen, in welche Richtung die Reise gehen soll: Digitale Nachrüstung des Museums auf Kosten zahlreicher Exponate.


    Vielleicht sollte man generell darüber nachdenken, ganz Rothenburg abzureißen, da es für "deutsche, aber gerade auch ausländische Touristen" zu deutsch (und damit rechtslastig) erscheinen könnte. Auch in Rothenburg wurde in der Vergangenheit viel rekonstruiert - Stichwort "Rechte Räume". Natürlich sollte es anschließend auch noch zu einer adäquaten Umbenennung der entstandenen Wüstung kommen...


    Wenn ich Rothenburg in Zukunft wieder besuche (falls es dann noch steht), werde ich das sicher nicht wegen der Neubauten und wegen dieser scheinheiligen Konzepte tun, sondern wegen dem, was von der Altstadt übrig geblieben ist und den Menschen, die es ernst mit ihr meinen.

    Genau so sehe ich das auch zeitlos . Als in den letzten Jahren in Landshut, Freiburg im Breisgau, Hann. Münden usw. so viele Dinge schief gegangen sind (Abrisse und Brände), habe ich mich immer damit getröstet, dass so etwas in bestimmten Städten - dazu gehörte selbstverständlich auch Rothenburg - niemals passieren würde. Nun lehrt uns die Zeit etwas anderes, nämlich dass man auch hier lieber versucht, um jeden Preis "hip" zu sein, anstatt Geschichte zu bewahren. Die Umbenennung des Reichsstadtmuseums in "RothenburgMuseum", die 2019 erfolgte, ist wohl auch in diesem Zusammenhang zu sehen.

    Die Abrissfotos sind schockierend. Ich hätte nie gedacht, dass in Rothenburg solch massive Eingriffe in die Bausubstanz möglich wären. Der schmerzlichste Verlust ist sicherlich die Scheune aus dem 19. Jahrhundert, die in der Hirtengasse abgerissen wurde. Gemäß den veröffentlichten Grundrissen soll der an dieser Stelle geplante Neubau die Kubatur der Scheune aufgreifen und als Torhaus zur dahinter liegenden Bebauung fungieren. Warum letztere nicht unter Denkmalschutz gestellt war, will ich einfach nicht verstehen. In einer Stadt wie Rothenburg sind es auch solche Kleinigkeiten, auf die es ankommt. Schade, dass man nicht bereit war, dieses historische Gebäude in das Projekt zu integrieren.


    Zur besseren Übersicht habe ich einen Screenshot des Areals erstellt (Google Maps):



    Die bereits abgerissenen Gebäude sind in Magenta hervorgehoben, die nicht betroffenen in Grün. Sollte die Veröffentlichung solcher modifizierten Screenshots nicht erlaubt sein, werde ich ihn wieder entfernen. Wenn man dem Werbefilm auf der VB-Hohenlohe-Seite (ganz unten) Glauben schenken darf, werden auch noch die nicht markierten, hofseitig gelegenen Gebäude (kleinere Häuser und Anbauten) verschwinden. Möglicherweise ist die Visualisierung an dieser Stelle aber einfach ungenau - auf den von zeitlos verlinkten Abrissfotos sind sie jedenfalls noch erhalten.

    Das ist wirklich eine phantastische Nachricht. Hinter der Wellblech-Verkleidung sind sogar weitere Teile der Fassade des historischen Kämpgen-Hauses erhalten geblieben, siehe Facebook-Seite des Bürgervereins Eigelstein (Foto-Beitrag vom 09.10.2019). Der Geschäftsführer der KNDM ist übrigens Konstantin Neven DuMont, der in Köln nicht ganz unbekannt ist. Auf das Endergebnis bin ich schon sehr gespannt.

    Vorweg: Ich möchte hier niemanden persönlich angreifen, sondern nur ganz allgemein meine Meinung zu der in diesem Forum immer wieder auftauchenden Preußen-Diskussion einbringen.


    Es ist schade, dass einige Forumskollegen Preußen so sehr verachten. Für mich ist Preußen nicht nur Militär, Disziplin und Ordnung, sondern vor allem versöhnter Protestantismus (Evangelische Kirche der altpreußischen Union) in friedlicher Koexistenz mit dem Katholizismus, Aufklärung, Abschaffung der Folter und vieles mehr. Preußen ist und bleibt eine wunderbares Lebensgefühl. Niemand hier im Forum käme auf die Idee, in dieser Weise gegen Sachsen, Franken oder Bayern auszuteilen. Leider wird hier Preußen sehr oft - oftmals wirklich zu Unrecht - verunglimpft, was den einen oder anderen Forenkollegen kränken mag. Ich gehe davon aus, dass alle Forumsteilnehmer ihre Heimat lieben, die eine oder andere Region vielleicht ein bisschen mehr oder weniger. Ich bin sicher, dass es auch Forumskollegen oder Leser gibt, die z.B. einen besonderen Bezug zu Ostpreußen haben (manche Nicknamen hier im Forum lassen das vermuten). Daher fände ich es schön, wenn man auch auf sie Rücksicht nehmen würde.

    Dieses historische Foto hatte auch ich gestern entdeckt und es mit dem von mir verlinkten Entwurf verglichen. So kam ich zu dem Ergebnis, dass sich die Türme in der Höhe unterscheiden: Wenn man die Höhe des äußeren Spitzbogens in der Visualisierung verdoppelt, kommt man in etwa auf die Oberkante der Zinnen. Bei der historischen Aufnahme hingegen ist der Turm fast dreimal so hoch wie der äußere Bogen. Nun scheint der Spitzbogen in der Vergangenheit nicht exakt rekonstruiert worden zu sein, was einen Vergleich schwierig macht. Außerdem ist der Entwurf sicherlich ungenau. Aber wenn - wie ich befürchte - ein signifikanter Höhenunterschied zwischen dem Original und dem Nachbau bestehen sollte, dann fände ich es traurig, dass man, wenn man schon so viel Geld ausgibt, nicht bereit ist, so genau wie möglich zu rekonstruieren. Ähnliche Gedanken habe ich z.B. beim rekonstruierten Lösecke-Haus in Lüneburg, wo die Unterschiede schon sehr auffällig sind. Natürlich sind solche Anlehnungen an Originale immer besser als modernistische Neubauten, aber nicht annähernd so "heilsam" wie exakte (und materialgetreue) Rekonstruktionen.

    Das Weiertor soll neu erstrahlen - Die Zülpicher bekommen ihr altes Tor zurück


    Diese Schlagzeile hat mich zunächst sehr positiv überrascht - mit einem solchen Wiederaufbau in der Voreifel-Stadt Zülpich hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Doch dann habe ich mir den Artikel genauer angesehen und sofort schlug meine Euphorie in Enttäuschung um: Ein örtlicher Karnevalsverein möchte den 1944 schwer beschädigten Hauptturm des mittelalterlichen Weiertors wieder aufbauen. Leider strebt man nur einen an das historische Vorbild angelehnten Wiederaufbau an. Konkret bedeutet das, dass Höhe, Anzahl der Zinnen und die Gestaltung des Frieses unterhalb der Zinnen stark verändert werden, siehe Visualisierung. ME eine völlig verpasste Chance. 1974 wurde der ebenfalls zerstörte rechte Außenturm des Gebäudes noch weitgehend originalgetreu rekonstruiert. Wenn das Geld für eine komplette Rekonstruktion nicht ausreichte, hätte man das oberste Geschoss und die Zinnen vorerst weglassen und in den nächsten Jahren/Jahrzehnten rekonstruieren können.

    Die Rekonstruktion ist wirklich eine tolle Leistung. Nur den Verlust der altertümlichen Schornsteine bedauere ich.


    Edit: Auf der Facebook-Seite der Altstadtfreunde kann nachgelesen werden, dass der Erker nach einer Zeichnung von Georg Christoph Wilder (um 1830) rekonstruiert wurde. Der frühere Giebelerker war eine erst im 20. Jahrhundert vorgenommene Vereinfachung.

    Nachricht vom 19.04.2021:



    Das Museum Wittumspalais in Weimar, das zum Unesco-Weltkulturerbe zählt, ist mit linken Graffiti beschmiert worden.


    Das ist einfach nur traurig und beschämend.

    Endlich tut sich etwas am (und im) Haus am Markt 18, das am 27. April 2018 komplett ausgebrannt ist, siehe Fotostrecke in der Ostsee-Zeitung (die Bilder wurden im September 2020 aufgenommen). Die interessanten Innenansichten zeigen u.a. die Arbeiten an den neuen Geschoßdecken. Nach der Restaurierung soll das Haus seinen cremegelben Anstrich zurückerhalten, den es schon vor der Zerstörung hatte (siehe Visualisierung auf Seite 3). Außerdem wird ein Aufzug eingebaut. Ich bin sehr froh, dass die Arbeiten endlich begonnen haben und hoffe nun, dass auch das abgebrannte Nachbarhaus bald in Angriff genommen wird. Seit 2018 habe ich die Sicherungsmaßnahmen, so gut es ging, über das Internet verfolgt und die Hoffnung auf Rettung nie verloren. Möglicherweise hat sich der UNESCO-Weltkulturerbe-Status der Hansestadt günstig auf die Wiederherstellung ausgewirkt.

    Weiß man mehr über da Haus? Die unregelmäßigen Bögen der Fenster im Untergeschoss lassen es eher auf Spätromanik datieren aber an der Plakette steht 1697, was doch Hochbarock wäre. Gabe es dort mal dokumentierten Fassadenschmuck?


    Gmaps


    Bisher habe ich immer nur gelesen, dass das Gebäude im 17. Jahrhundert errichtet worden ist. Die Wikipedia-Liste der Baudenkmäler im Stadtteil Sankt Lorenz enthält folgende Beschreibung:


    Hintere Ledergasse 43 (D-5-64-000-783): Ehemaliges Gerberhaus. Breiter viergeschossiger Satteldachbau, massiv und Fachwerk, im Kern Mitte 17. Jahrhundert, bezeichnet „1697“, Umbau der oberen beiden Stockwerke 1851, mit Seitenflügel


    Ich gehe davon aus, dass diese Angaben mit denen der Denkmalliste übereinstimmen und dass das Gerberhaus keine älteren Bauteile aufweist.

    In der Hinteren Ledergasse 43 sind nun endlich sämtliche Gerüste zur Straße hin entfernt worden, sodass sich die Fassade in ihrer vollen Schönheit zeigt. Die Altstadtfreunde haben auf ihrer Facebook-Seite ein aktuelles Foto (05.05.) geteilt, siehe hier. Besonders gut gefällt mir der neu hinzugefügte Erker, der dem Gebäude sein blockhaftes, horizontal orientiertes Erscheinungsbild nimmt und es viel "leichter" erscheinen lässt (unsanierter Zustand, siehe hier). Wieder einmal haben die Altstadtfreunde ganze Arbeit geleistet und Nürnberg ist um ein Kleinod reicher.

    Das Hotel daneben, ein entstelltes Gründerzeithaus?


    Das Hotel könnte tatsächlich noch Reste des Vorkriegsbaus enthalten. Auf "bildindex.de" habe ich das folgende Foto aus dem Jahre 1958 entdeckt:


    Unter Taschenmacher 15-17


    Neben dem bereits wieder aufgebauten Haus Saaleck ist ganz rechts im Bild deutlich zu erkennen, dass zumindest Teile des Vorgängerbaus des heutigen Hotels erhalten waren. Schön wäre es, wenn man solchen Gebäuden ihr ursprüngliches Gesicht zurückgeben würde. In Köln werden wir das wohl leider nicht erleben. ;(