Posts by enikma

    Eine kleine Anmerkung sei gestattet: Die Marienburg gehörte zur Stadt Marienwerder im einstigen Westpreußen.

    Natürlich Westpreußen, vielen Dank für die Richtigstellung. Aber die Stadt, zu der die Marienburg gehört, hatte den gleichen Namen, "Marienburg (Westpr.)".

    Wie ist das hier eigentlich ausgegangen? Gibt es irgendwelche aktuellen Bilder?


    Ich habe das folgende aktuelle Foto (Juni 2022) auf der Seite von Google Maps gefunden:


    Klostergarten Balkon


    Obwohl der Balkon relativ klein ist, stört er das Erscheinungsbild des historischen Gebäudes doch erheblich. Viel schlimmer finde ich allerdings das Abriss- und Neubauprojekt in der Hirtengasse. Vor etwa einem Jahr hatte ich im Beitrag #116 einen Screenshot für einen besseren Überblick erstellt. Die dazugehörigen Links zu den Visualisierungen sind leider nicht mehr aktiv, aber das Ausmaß der Zerstörung und Veränderung ist auch aus dem Screenshot ersichtlich. Ich verstehe nicht, warum Rothenburg, das wegen seines historischen Stadtbilds geliebt und besucht wird, diesen Weg der Veränderung eingeschlagen hat. Es ist noch gar nicht so lange her, dass man sich erneut um den Welterbetitel bewerben wollte und versucht hat, in die Tentativliste aufgenommen zu werden. Irgendwie scheint das alles nicht so recht zusammenzupassen.

    Und es gibt in Potsdam noch eine Linke Initiative die unter mehreren verschiedenen Initiativnamen auftritt,die diese sozialistische Einöde mit einer trozigen Bestimmtheit verteidigt und erhalten will.


    Nach allem, was ich hier im Forum und in Online-Artikeln lese, nehme ich das auch so wahr. Als ich vor ein paar Jahren Potsdam ausgiebig besucht habe, durfte ich jedoch auch ein ganz anderes, bodenständiges Potsdam erleben, das stolz auf sein preußisches Erbe ist und es entsprechend positiv vermarktet. Vielleicht wird sich in den nächsten Jahren doch noch das eine oder andere Projekt in die in die richtige Richtung entwickeln. Der Turm der Garnisonkirche wird sicher eine ganz andere Ausstrahlung haben, wenn das Gerüst erst einmal abgebaut ist. Auch in der abgespeckten Version, die vorerst realisiert werden wird. Vielleicht werden sich dann auch immer mehr Bürger gegen das monströse Rechenzentrum wenden.

    Beim Kirchenschiff der Garnisonkirche sehe ich die Sache noch einmal anders. Hier glaube ich, dass das ganze Projekt mit der Zahl der konservativen und wirklich gläubigen Gemeindemitglieder steht und fällt. Je weniger ernsthafte Mitglieder und Gottesdienstbesucher die Garnisonkirche hat, desto schwieriger wird es sein, das Kirchenschiff zurückzubekommen. An einen Wiederaufbau als Konzertsaal glaube ich nicht. Ein sehr großer Teil der Kulturszene scheint extrem links zu sein, und ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand daran interessiert wäre, ein Konzerthaus oder ein anderes Kulturzentrum an einem Ort zu errichten, der angeblich rechts kontaminiert ist.


    Auch wenn sich viele Dinge in unserer Gesellschaft derzeit in eine negative Richtung entwickeln, habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Potsdam in den nächsten Jahren oder Jahrzehnten noch schöner wird.

    Die 3D-Ansicht von Potsdam auf Google Maps ist aktualisiert worden. Die neue Ansicht ist zwar nicht ganz aktuell, aber der Turm der Garnisonkirche ist schon deutlich zu erkennen - Gott sei Dank. Außerdem ist die ehemalige Fachhochschule am Alten Markt bereits verschwunden und die Arbeiten am Quartier III haben begonnen. Die Baukörper des südlichen Achteckenhauses und des neuen Einsiedlers sind deutlich sichtbar und sowohl die Anschlussgebäude am Barberini-Museum als auch das Hotel an der Neuen Post sind fertiggestellt. Hier ein Screenshot:



    Es ist schön zu sehen, wie sich eine sozialistische Einöde in eine lebenswerte Stadt verwandelt.

    Das Alte wie auch das Neue Testament (und selbstverständlich auch die Predigten Jesu) sind reich an Mahnungen und Warnungen. Natürlich ist unser Gott eine Gott der Liebe. Ihn einzig und alleine auf diese EIgenschaft zu reduzieren kann ihm aber nicht gerecht werden. Insbesondere dann, wenn man die Heilige Schrift als Ganzes betrachtet und sich nicht nur auf einige "Wohlfühlpassagen" beschränkt. Alle Menschen bedürfen immer wieder der Vergebung. Wer diese sucht, sollte sich Jesus anvertrauen. Was eine "pharisärhafte" falsche Sicherheit damit zu tun hat ist mir unverständlich.


    Naja. Das erscheint mir im Zusammenhang mit dem an was wir glauben doch eine etwas "kleinkarierte" Argumentation.


    Hier wird nicht klar, wen genau du ansprichst, wenn Du darüber schreibst "was wir glauben". Deine Sichtweise entspricht möglicherweise derjenigen der (politischen) EKD-Kirchenoberen. Die Kirche ist aber vielfältiger und es steht jedem frei, sich anderweitig einer (Online-)Gemeinde anzuschließen (z.B. via Youtube). Das ist im übrigen auch eine Möglichkeit, Zeichen gegen Mißstände zu setzen (all das meine ich konfessionsübergreifend).


    Selbstverständlich führt uns das mittlerweile sehr weit weg von der eigentlichen Schlossdiskussion.

    Da der verlinkte Beitrag in der WDR-Mediathek nicht mehr verfügbar ist, hier ein paar mehr oder weniger aktuelle Informationen zum Projekt:


    26.06.2020:

    Erste Finanzspritze für die Restaurierung von Burg Gödersheim (mit Fotos von den Aufräumarbeiten vor Beginn der eigentlichen Baumaßnahmen)


    02.09.2020:

    Mauerwerksarbeiten an Burg Gödersheim werden gefördert (interessante Details zur Baugeschichte)


    31.03.2021:

    Lange Zeit Ruine, jetzt mit Dach und bald ein Wohnhaus (Achtung: Bezahlschranke. Interessantes Foto von Haus & Herr verfügbar)


    02.04.2021:

    Burg Gödersheim: Von der Ruine zum historischen Kleinod (Arbeiten am Dachstuhl schreiten voran)


    23.04.2021:

    Burg Gödersheim - Phönix aus der Asche (von Kurprinz verlinkter WDR-Lokalzeit-Beitrag, u.a. mit Visualisierung der restaurierten Burg. Auf facebook kann er (noch) aufgerufen werden)


    23.09.2021:

    Förderung der Bundesregierung: Burg Gödersheim kann weiter saniert werden (relativ aktuelle Fotos)


    14.01.2022:

    Flutschäden an Burg Gödersheim in Nideggen werden beseitigt


    Ein wirklich vorbildliches Projekt. Ich habe mich immer gefragt, warum solche Ruinen nicht viel öfter rekonstruiert werden, sei es von Privatpersonen oder von Vereinen.

    Mein "Nein" bezieht sich konkret auf

    Was ich geschrieben habe ist doch weder Wahrsagerei noch linke Utopie, sondern einer der fundamentalen Glaubensätze des christlichen Glaubens. Ich sprach vom Ende der Zeiten und nicht von irgendeinem Plan für die nähere oder weitere Zukunft.

    Wenn ich dich richtig verstehe, beziehst du dich wiederum auf deinen Beitrag #3,852, in dem du unter anderem schreibst:

    Ein gemeinsames Symbol sollte jedoch aus meiner Sicht nicht am Anfang, sondern am Ende der Entwicklung stehen. Nichts desto trotz ist es aus meiner Sicht wichtig bis dahin auch auf die Gemeinsamkeit der Monotheistischen Religionen hinzuweisen und nicht auf das Trennende.

    Ein derartiges Symbol kann es doch aus überzeugt christlicher Sicht niemals geben, weder in der Gegenwart noch am Ende der Entwicklung. Ganz abgesehen davon suggeriert die im Beitrag #3,822 gezeigte Abbildung ganz klar eine Hirarchie. Ein Glück, dass man dieses Objekt mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht realisieren wird - auch jüdische Mitbürger könnten sich daran stören.

    Das es auch Menschen anderer als christlicher Religionszugehörigkeit das Gericht bestehen können ist doch eigentlich unstreitig.

    Konkret bezog ich mich Joh 5, 24-29. Daraus geht nicht hervor, welche Lebensführung ohne Jesus Christus zum Bestehen im Gericht genügt. Wenn ich die Heilige Schrift als Ganzes betrachte, bin ich sogar noch überzeugter, dass es das Beste ist, schon zu Lebzeiten zu Jesus zu gehören.

    Was ich geschrieben habe ist doch weder Wahrsagerei noch linke Utopie, sondern einer der fundamentalen Glaubensätze des christlichen Glaubens.


    Nein. Am Ende aller Zeiten wird Christus nicht mehr als Opferlamm sondern als Richter wiederkehren. Nur die Menschen, die ihr Leben schon zu Lebzeiten Jesus Christus übergeben haben und auf ihn vertrauen, werden nicht in das Gericht kommen und können gewiß sein, unmittelbar nach ihrem Tod in das Reich Gottes zu gelangen. So das Evangelium des Johannes. Das ist, was Christen glauben. Als Christen bezeichne ich alle Menschen, die in der Bibel das lebendige Wort Gottes erkannt haben, unabhängig von ihrer Konfession. Diese Menschen können einem "Kombi-Symbol" monotheistischer Religionen nur ablehnend gegenüber stehen, ganz egal, ob es nun die Schlosskuppel betrifft oder in einem anderen Zusammenhang aufoktroyiert werden soll.

    Ich kann den Schmerz verstehen, den eine solche Tat verursacht, vor allem natürlich in denen, die eine ganz persönliche Beziehung zur Johanneskirche haben. Auch weil die Kirche ohnehin restauriert wird, hoffe ich auf eine schnelle Behebung der sichtbaren Schäden. Wenn die Gemeinde finanzielle Unterstützung benötigt, könnte sie auf der KiBa-Seite (eine meiner absoluten Lieblingswebseiten) einen Förderantrag stellen.


    Leonhard: Danke für deine klaren Worte. Ich denke, dass sich viele Christen so wie du fühlen, und ich schließe mich selbst mit ein.

    In der Regel waren evangelische Kirchen außerhalb der Gottesdienstzeiten geschlossen und erst in den letzten Jahren hat vielerorts im Zusammenhang mit ökumenischen Bemühungen ein Umdenken in dieser Hinsicht stattgefunden - so zumindest mein persönlicher Eindruck. Wenn die Serie der Kirchenschändungen nicht aufhört, befürchte ich auch, dass sich viele Gemeinden wieder zurückziehen werden und ihre Gotteshäuser für Gläubige und Architekturliebhaber nicht mehr so einfach zu besuchen sind.


    Auch die Johanniskirche war verschlossen, was nicht verwunderlich ist, da die Täter vermutlich in der Nacht zum Samstag eingebrochen sind. Nach Angaben von t-online (siehe Link in meinem letzten Beitrag) verschafften sie sich Zugang, indem sie zunächst "vier Fensterscheiben des eingerüsteten Gebäudes einschlugen".

    Kirchenschändungen scheinen im Deutschland des 21. Jahrhunderts Schule gemacht zu haben, nachdem sie in Frankreich bereits seit Jahren an der Tagesordnung sind. Ein sehr zeitnahes gesellschaftliches Umdenken ist erforderlich, wenn solche Praktiken nicht zum integralen Bestandteil einer neuen "Leitkultur" werden sollen. Dem Artikel auf t-online zufolge wurden in der Johanneskirche auch Bibeln geschändet, indem sie herumgeworfen wurden.


    Meine Gedanken und Gebete sind bei der Gemeinde und ich wünsche den Gemeindemitgliedern trotz allem eine gesegnete und besinnliche Adventszeit.

    Artikel und Videobeitrag befassen sich mit der schrecklichen Schändung der Frauenberg-Kirche in Nordhausen (älteste Kirche der Stadt), die sich in der letzten Woche ereignet hat:


    Bild: Afghane räumt Kirche aus


    Als gläubiger Christ bin ich zutiefst schockiert. Sind sich weder Pfarrer noch Gemeinde vollständig bewusst, was ihrer Kirche und der Kirche Christi im Allgemeinen angetan wurde? Einem Ort, der allein der Anbetung und Verherrlichung des dreieinigen Gottes dient? Wurde Anzeige erstattet, oder wird die Tat als Bagatelle wahrgenommen, als Ausrutscher eines armen, fehlgeleiteten Menschen, der für sein Verhalten nicht voll zur Verantwortung gezogen werden kann? Der Kommentar des Pfarrers der Gemeinde zur Kompromisslosigkeit des Täters war zumindest recht schlicht: Der Mann "[...] halte den christlichen Glauben für falsch. Jesus sei nicht der Sohn Gottes" und er habe nicht mit sich reden lassen. War das wirklich alles? "Ich möchte mal sagen, das waren schon religiöse Hintergründe [...], weil er sagt: Das alles hier, das darf nicht sein, das kann nicht sein [...], das muss alles raus."

    Laut Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Südharz machte die Tat "ein bisschen" den Eindruck einer Entwidmung der Kirche, die stattfinden sollte. Aber die Kirchgemeinde habe an der Stelle gesagt: "Nein, das bleibt natürlich unser Gotteshaus und wir tragen die Dinge selbstverständlich wieder nach drinnen."


    Das überrascht mich jetzt aber. Ich war fest davon ausgegangen, dass nach dieser "Aktion" die nunmehr ehemalige Kirche komplett umfunktioniert und in Zukunft als Versammlungsstätte für eine andere Religion genutzt werden würde (Ende der Ironie).


    Es ist schon bemerkenswert, wie bemüht man in dem Videobeitrag ist zu betonen, wie behutsam der Täter vorgegangen ist ("das Kreuz [...] entfernt er sorgsam von der Wand, Gesangbücher und Altargegenstände trägt er aus der Kirche") und wie "feinsäuberlich" und "ordentlich" er das Kircheninventar vor dem Gotteshaus aufgetürmt hat. Nur ganz versehentlich - so die Bild-Sprecherin - ging dabei eine Jesusfigur (die Entsprechende Einstellung im Videobeitrag ist nichts für schwache Nerven) und auch ein Schaukasten zu Bruch. Konkret kann im Artikel das folgende Zitat (Superintendent) nachgelesen werden:

    "Als er ein mittelalterliches Kruzifix aus der Wand riss, stürzte es herunter und zerbrach. Er zerschlug das Glas einer Vitrine, um darin befindliche Reliefs mit Jesus-Darstellungen aus der Kirche zu schaffen. Alles machte den Eindruck einer Entwidmung." Das hört sich doch schon ganz anders an!


    Ich möchte an dieser Stelle deutlich machen: Diese Tat ist die abscheulichste und niederträchtigste Schändung einer Kirche im wiedervereinigten Deutschland, von der ich je gehört habe - unabhängig vom Geisteszustand des Täters. Nach Angaben der Bild-Zeitung war es die Absicht der Gemeinde, den Reformationstag wieder in ihrer Kirche zu feiern. Aber dann wohl ohne "Jesusfigur".


    Gelobt sei mein Herr und Retter, Jesus Christus.

    Ja, soweit ich weiß, besitzt das gerade fertiggestellte Achteckenhaus zur Friedrich-Ebert-Straße hin eine exakt rekonstruierte Fassade. Vor einiger Zeit hat sich die kommunale Denkmalpflege darum gekümmert. Ihr ist es zu verdanken, dass die ursprünglich geplante Fassade, die im Erdgeschoss zunächst deutliche Abweichungen vom historischen Vorbild aufwies, überarbeitet wurde (siehe Beitrag 412 von Konstantindegeer). Die Hoffassade ist hingegen modern gestaltet, siehe Beitrag 409 von potsdam-fan. Ich persönlich kann mit der modernen Hoffassade leben, finde es aber schade, dass wieder einmal Rohbeton verbaut werden musste. Wie einfach wäre es gewesen, ihn zu streichen.


    Leider hat man es versäumt, die heutige Friedrich-Ebert-Straße in ihrer ursprünglichen Breite wiederherzustellen. Da eine Rekonstruktion der beiden verbliebenen Achteckenhäuser am ursprünglichen Standort nun nicht mehr möglich ist und die Kreuzung somit nicht mehr in ihrer eigentlichen Form erlebbar ist, hat man sich hier (leider) für "interpretierende Rekonstruktionen" entschieden, siehe z.B. hier


    Potsdamer Mitte, LOS #01


    und hier


    Visualisierung

    Ein Oberbürgermeister, der sich nur bestimmten Wählergruppen (die zudem nicht unbedingt mit seiner eigenen Partei verbunden sind) verpflichtet fühlt und der jede Gelegenheit zur Polarisierung und Provokation zu nutzen scheint, ist definitiv kein Bürgermeister für "alle" und damit eine völlige Fehlbesetzung. Er tritt nicht nur Mitteschön immer wieder auf die Füße, sondern auch vielen anderen Bürgern der Mitte.


    Wer so vehement versucht, den Wiederaufbau des Kirchenschiffs zu verhindern, sollte sich sehr genau überlegen, was er im Kuratorium der Stiftung Garnisonkirche Potsdam verloren hat. Sicherlich gäbe es auch auf Seiten der Stiftung Mechanismen, um einen Ausschluss gegen seinen Willen zu erwirken...

    @Centralbahnhof Vielen Dank für den Link. Nach seinem Aufenthalt in Köln am 4. Mai 1891 besuchte Kaiser Wilhelm II. vom 5. bis 8. Mai 1891 Bonn, das er aus seiner Studentenzeit sehr gut kannte. Es war sein erster Besuch in Bonn als Monarch:


    Der ers­te Be­such Wil­helms als Mon­arch in Bonn fand vom 5.-8.5.1891 statt. Wie die „Bon­ner Zei­tun­g“ in ih­rem Leit­ar­ti­kel „Heil dem Kai­ser“ her­vor­hob, wün­sche der neue Herr­scher kei­nen gro­ßen Ein­zug, son­dern wol­le in An­knüp­fung an sei­ne Stu­den­ten­zeit die Ta­ge in Bonn in „pri­va­ter Ein­fach­heit“ zu ver­brin­gen. Die­se Be­schei­den­heit sah prak­tisch so aus, dass Wil­helm II. aus Köln kom­mend, am 5. Mai ge­gen sie­ben Uhr abends auf dem Schiff „Deut­scher Kai­ser“ am Bon­ner Rhein­ufer an­leg­te, wo er von ei­ner gro­ßen Men­schen­men­ge be­geis­tert emp­fan­gen und vom Prin­zen zu Schaum­burg so­wie des­sen Gat­tin Vik­to­ria be­grü­ßt wur­de.

    Warum diese Tribocke dort aufgebaut waren, kann ich leider nicht sagen. Besonders lang haben sie wohl nicht dort gestanden.


    Irgendwo meine ich einmal gelesen zu haben, dass die beiden Bliden anlässlich eines Besuchs von Kaiser Wilhelm II. errichtet wurden (das Pinterest-Foto wird auf 1891 datiert) und nur zu diesem Anlass das Tor schmückten. Möglicherweise war auch der hölzerne Wehrgang (der dem Tor meines Erachtens sehr gut steht) nur vorübergehend angebracht. Vielleicht hat man dem Kaiser mit diesen "Hinguckern" eine besondere Freude bereiten wollen - seine Begeisterung für Geschichte war sicherlich bekannt.

    Danke zeitlos für die erhellenden Zitate und Heimdall für deinen Kommentar. Die jüngsten Entwicklungen in Rothenburg sind wirklich pathologisch und gleichzeitig symptomatisch für die heutige Zeit (damit meine ich etwa 2010 - heute). Wenn man befürchtet, dass bei ungebildeten (potentiellen) Besuchern Assoziationen mit dem Dritten Reich aufkommen könnten, wäre es auch meiner Meinung nach umso mehr die Pflicht einer solchen Einrichtung, professionelle Bildungsarbeit (d.h. möglichst ohne ideologische Auswüchse) zu leisten. Als ich vor mehr als zehn Jahren das Reichsstadtmuseum besuchte, war ich von den Ausstellungen und der Präsentation der Exponate sehr angetan. Wenn ich nun "mediale Gründe im digitalen Zeitalter" lese, wird mir angst und bange, denn ich kann mir sehr gut vorstellen, in welche Richtung die Reise gehen soll: Digitale Nachrüstung des Museums auf Kosten zahlreicher Exponate.


    Vielleicht sollte man generell darüber nachdenken, ganz Rothenburg abzureißen, da es für "deutsche, aber gerade auch ausländische Touristen" zu deutsch (und damit rechtslastig) erscheinen könnte. Auch in Rothenburg wurde in der Vergangenheit viel rekonstruiert - Stichwort "Rechte Räume". Natürlich sollte es anschließend auch noch zu einer adäquaten Umbenennung der entstandenen Wüstung kommen...


    Wenn ich Rothenburg in Zukunft wieder besuche (falls es dann noch steht), werde ich das sicher nicht wegen der Neubauten und wegen dieser scheinheiligen Konzepte tun, sondern wegen dem, was von der Altstadt übrig geblieben ist und den Menschen, die es ernst mit ihr meinen.