Aus der Sitzung des Senats am 20. Januar 2026
.... Ziel ist es, sich beim Bund und der Bundesstiftung Bauakademie für eine originalgetreue Wiederherstellung der Fassaden einzusetzen.
... Die historische Fassadenrekonstruktion wird darin als maßgebliches Leitbild verankert. ...
• Orientierung am Schinkel‘schen Original • Verwendung der spezifischen baukünstlerischen Gliederungselemente • Verwendung historischer Ziegel
Das ist vernünftig, beruhigend und selbstverständlich. Mir ist schleierhaft, wie Experten überhaupt auf die Idee einer abweichenden Fassade Richtung Auswärtiges Amt kommen und noch Bezug nehmen konnten auf die moderne Fassade des Humboldt Forums (HF).
Das originale Berliner Schloss hatte eine abweichende Renaissance Fassade, kleinteilig, teilweise später in historistischem Stil nachempfunden und in den Raum- und Fensterdimensionen für Museumszwecke wenig geeignet. Eine Rekonstruktion dieser originalen Ostseite wäre weder funktional noch im Stil sinnvoll gewesen, zumal eine neue Bebauung ob und wie auf der östlichen Spreeseite ungewiss ist.
Dagegen ist die Bauakademie ein Solitärgebäude rundum. Gerade die vier gleichen Seiten betonen den auf allen Seiten gleichen, schön strukturierten, noblen Kubus-Charakter. Auch gibt es kein nahe anschließendes, optisch anspruchsvolles Gebäude, das eine stilistische moderne Lösung aufdrängt. Das Auswärtige Amt vermeidet geradezu den Eindruck einer korrespondierenden, rhytmisch geschlossenen Fassade.
All das müsste ich eigentlich nicht schreiben, weil es so offensichtlich und selbstverständlich einleuchtet. Aber es ärgert doch, wie die nach vielen Jahren und Streitereien erfolgte Entscheidung nach endlosen Wehen und zeitvergeudender Zangengeburt erst jetzt zustande kommen konnte.