Posts by Resurrectus

    Nochmals: Ich bezweifle diesen Befund in keinster Weise. Aber niemand weiß ob das der Befund ist, der den Zwinger als Garten aufgefasst hat. Wenn ich Planzeichnungen habe oder aussagekräftige Aktenaussagen, die in diese Richtung gehen, dann ist es etwas anderes.

    Aber ich fürchte, dem wird nicht so sein, sondern man hat einen kleinen Befund irgendwo im Hof gefunden und schaut nun nicht nach links und nach rechts und zieht so etwas als als "einzig Wahrheitsgetreue" durch.

    Heute sind die Zwingerfassade braun - und dazu dann einen rötlich brauen Belag??? Na danke aber.

    Nochmals: wer weiß einen Barockgarten mit einem solchen Belag??

    Ja. Denn man muss die Dinge auch künstlerisch zusammenbringen.

    Ein Bodenbelag, der am Ende einfach nur sch.... aussieht und von dem man nichts anderes weiß, als dass man ihn in irgendeiner Ecke gefunden hat (ich nehme an, nur ein kleines Stück) MUSS immer im Gesamtzusammenhang gesehen werden.

    Ich bin der Meinung, dass es dieses einzigartige Bauwerk verdient hätte.

    Es stelllen sich mir jedenfalles viele Fragen:

    Ist dieser rotbraune Belag zwar einer des 18. Jhs. (keinen Zweifel), aber vielleicht derjenige des Zwingers als Festspielort für Karussels, Turniere etc. und steht er eventuell in künstlerischem Zusammenhang mit den ehemals silbrig-hell-weiß gestrichenen Fassaden mit blauen Dächern und Vergoldungen? Und nicht unbedingt der Farbton des Zwingers als Garten/Orangerie?

    Befunde müssen immer auch eingeordnet werden - historisch und kunsthistorisch - gerade bei einem solch kostbaren Bauwerk...

    Ich lasse mich gerne, wirklich sehr gerne!, eines Bessern belehren, aber mir schwant bei Rotbraun nichts Gutees.

    Kenn jemand hier einen Barockgarten mit rotbrauner Belagfarbe??????

    Hell-gelb-beigefarbener Kies ist im europäischen Schloßbau jener Zeit das Übliche. Im Großen Garten und am Japanischen Palais hat man es doch schon längst so gemacht.

    Unabhängig von dem Befund, den ich keineswegs bestreite, ist es m. M. nach nicht klar. ob dieses Rotbraun damals so für die Ewigkeit gedacht war. Es wird (hoffentlich täusche ich mich) wieder ein farblich-ästhetisches Kuddelmuddel mit den bräunlichen Zwingerfassaden werden. So was ist doch nicht zweckdienlich...

    (Wikimedia Commons)

    Rotbraun für die Hofflächen !! Oh Mann sind die wahnsinnig? Also keine Verbesserung gegenüber dem Ermischschen Sportplatz-Splitt aus den 1930ern. Ich finde, man muss doch solche Grabungsergebnisse doch immer auch kunstwissenschaftlich einordnen. Man merkt hier, wie (sehr ) sich das LfD in seiner Ausrichtung verändert hat.... :weinenstroemen:

    Das glaub ich dir gerne und die sind mich auch nicht unangenehm. Aber soweit ich es überblicke hat man vor 1945 in Dresden weitgehend an den Gründerzeithäusern der Vorstädte (wie gesagt: damals reine Gebrauchsarchitektur) vorbeifotografiert. Selbst für das Bothen-(heute Blobel) Haus am Neumarkt (immerhin ein wertiger historistischer Bau, keine Gründerzeit!!) ist erst in den letzten Jahren eine Nahaufnahme (auch nur des EGs und 1. OGs) aufgetaucht (wegen des Geschäftes da drin!). Mal durch ein etwas besseres Foto dokumentiert sind von den Vorstädten nur gerade die Bauten, die ich aufgrund ihres massiven dekorativen Aufwands nicht wiederherstellen würde und wo das, so man es machen wollte, faktisch unbezahlbar wäre heute.

    Vergesst solche Gründerzeit-Reko-Träumereien in den Vorstädten. Die ganze Diskussion ist sinnbefreit, da sie zu nichts führt. Oder glaubt ihr im Ernst Frau Heckmann im SPA liest das hier und sagt "Jaaaaa.... genau, die APHler haben ja recht. Da müssen wir jetzt unbedingt 10-12. Gründerzeitler in den völlig verwüsteten Vorstädten rekonstruieren....."

    Das mag stimmen, aber diese Substanz gibt es in Dresden noch in Hülle und Fülle.

    Und welchen Bau sollte man auswählen und auf welcher Argumentation? Das Sachen waren Massenware, sind fast gar nicht dokumentiert und gleichzeitig extrem kostenaufwendig

    Und das Argument, dass die GZ (ausgerechnet die doch zumeist nicht!!) stilsicher den Anschluss an Früheres, in Dresden stets sehr viel bescheideneres gefunden hätte, trifft doch z. B. gerade im Hinblick auf Polzeigebäude , Kunstakademie, Ministerialgebäude am Neustädter Elbufer wahrlich nicht zu. Oder ist das einzige Kritrium für dich: Hauptsache viele Schnörkel dran?

    Aber ich will mich nicht streiten: Einfach nen Verein gründen und loslegen

    Warum auf teufelkommraus einen Gründerzeitbau rekonstruieren? Das macht doch keinerlei Sinn: Kaum dokumentiert, baukünstlerisch nicht sehr bedeutend (das städtebauliche Ganze hingegen sehr wohl), dafür aber mit einem Heidenaufwand an den Fassaden (alles massiver Elbsandstein). Wer sollte das wiedererrichten wollen?

    Kannst gerne du sagen.

    Ich denke, alle Vorstellungen bezüglich einer wie auch immer historisierenden Bebauung der Vorstädte sind obsolet. Dort wird, und ich denke zu Recht, modern gebaut werden (modern / zeitgenössisch kann auch "angepasst“ heißen). Schön wäre die sukzessive Rückkehr bzw. eine Annäherung des / an den alten Stadtgrundriss, damit sich Stadträume, Straßen und Plätze wieder ausbilden können. Mehr ist da m. E. nicht möglich. Und das wird natürlich in einer relativ großen Kubatur erfolgen und nicht in der Kleineiligkeit der barocken Strukturen (die wie gesagt schon vor 1945 weitgehend weg waren).

    Bitte mal gaaaanz langsam.

    Quelle und Autor dieser Visualisierungen ist neben Andreas Hummel die KHBD, zu deutsch: Kulturstiftung Historisches Bürgerhaus Dresden (= die Ra 29). Autor und Auftraggeber hier (aus verschiedenen Gründen) Torsten Kulke, der ja allen hinlänglich bekannt sein dürfte.

    Das sind also die Vorstellungen der GHND hierzu. Nicht die der Stadt.

    Aber auf Grundlage der aktuellen städtischen Planungen was das Quartier Generelle angeht (= Albers Entwurf, daher leider auch die unschöne Runde Ecke) plus Kleinteiligkeit von Jordi / Keller / Pellnitz plus Wünsche der GHND bezüglich einiger Fassaden.

    Also es ging am Neumarkt darum, die Typologie der immer weitgehend schlichten Dresdner bürgerlichen Wohnhausfassaden des 18. Jhs, (die in dem Gebiet dominierten) wiederaufzunehmen. Eigentlich hätte die Fassade des kleinen Rundbogenhauses im Q III nach Satzung gar nicht genehmigt werden dürfen.....

    Ähäm- in direkter Nachbarschaft (Eckhaus, Landhaus Gartenseite, Kurländer Palais, Coselpalais, Albertinum, Frauenkirche und Johanneum) gibt es sie doch. Bei den Bauten um 1900 rum dann sowieso.

    Hm, bitte nicht Äpfel mit Birnen verwechseln. Weder die Frauenkirche noch das Johanneum, das Landhaus, das CP oder das KP sind relevante bürgerliche Hausbauten (d. h. untergeordneter Kategorie!) auf die man sich sinnvollerweise für die Bebauung der Straßenzüge beziehen sollte, sondern eben herrschaftliche oder gar kirchliche Bauten mit eigener Typik und Bedeutungsdimension. Der Rundbogen war in der klassischen Architektur immer die werthaltigste, kostbarste, vornehmste Tür-/Fensteröffnung.

    Wie gesagt, bei dem einen kleinen Haus macht es nichts, aber es wäre typologisch einfach mehr als unpassend, wenn alle Hausfassaden so aussähen.