Posts by Resurrectus

    Welche „Altstadt“ wurde bitte „sorgsam rekonstruiert“?

    Man meint wohl die Touristenmeile zwischen Theaterplatz und Albertinum.

    Dein Zynismus ist unerträglich - lass Dir das bitte mal gesagt sein!


    Es schmäht, verunglimpft und demütigt alle diejenigen, die sich für deine banale "Touristenmeile" den A..h aufgerissen haben. Und zwar mit mehr als nur eifrigem "Entertasten-Drücken" im APH. Und zu diesen zählt auch meine Wenigkeit.

    Ich weiß gar nicht, was du hast.

    Das Scharrer ist doch ein wunderschöner, sensibel eingefügter (da niedrige Höhe) , sehr funktionaler Schulbau der 1970er Jahre...... 😉

    Also so sah man das damals einfach, ohne je (im wahrsten Sinne des Wortes) nach links oder rechts zu gucken....

    Hm, na ja. So recht will es mir nicht gefallen. Die Absicht ist nachvollziehbar, es so zurückhaltend wie möglich zu machen, aber diese abgebrochenen Spitzen haben so was Gefährliches. Eine normale, geschlossene Konstruktion wäre mir lieber gewesen......


    Trotzdem danke für die Fotos!

    Ich wollte damit natürlich nicht sagen, dass die Sophienkirche kein riesiger Verlust ist!!

    Ein Verbrechen an der Stadt, dass man sie abriss!


    Was mich aber hier im Forum immer wieder so irritiert, ist aber die Tatsache, dass man sämtliche historischen Bauten immer nur quasi wie ein "Möbelstück" für ein irgendwie historisches Stadtbild sieht, das man gerne wieder hätte.


    So auch beim Berliner Schloss. Natürlich hatte Boddien - unendlich klug, wie er ist - immer mit dem Städtebau, der städtebaulichen Bedeutung des Schlosses für die Berliner Mitte und vor allem für den Luistgarten und die Museumsinsel argimentiert.

    Aber das war und ist letztlich nicht der tiefere Grund für den Wiederaufbau: Das Berliner Schloss war - und ist jetzt wieder! - ein absoluter Meilentein europäischer (es geht da schon lange nicht nur um Berlin oder deutscher) Kultur, eben wegen seiner enormen künstlerischen Bedeutung. Deshalb musste es wieder hin.


    Und die Sophienkirche in Dresden war halt kein Möbelstück für die Stadtverschönerung, sondern ein sehr kostbarer, da sehr alter und geschichtsträchtiger Bau, letztlich der Kulminationspunkt des Dresdner Bürgertums. Gerade mit den vielen Grabstätten (die ja nach 1945 noch da waren) und die die sozialstischen Verbrecher (ja Verbrecher) schändeten und zum Müll warfen (auf haargenau dem gleichen Niveau wie der französischen Revolution als man die französischen Königsgräber in St. Denis plünderte).


    Ich mag übrigens keine Revolutionen - weil hier letztens mal jemand schrieb, es müsse endlich mal eine Reko-Revolution geben.

    Da rollen mir einfach immer zuviele Köpfe - egal von wem...

    Oh Mensch, das wäre doch völlig sinnlos, die unwichtigsten, da jüngsten Teile der Kirche, zumal nur in Teilen, da zusammenhanglos wieder hinzustellen, einfach nur damit "wiederaufgebaut" worden ist.

    Mit solchen abstrusen Wunschäußerungen macht sich das Forum nur lächerlich und als ernstzunehmende Größe im Diskurs unglaubwürdig.

    Sorry....


    Gehe doch bitte mal in die Loschwitzer Kirche und erfreue dich am vollständig rekonstruierten Nossenialtar, dem Hauptaltar der Sophienkirche.

    Am Schloss meiner Heimatstadt sind nicht "barocke Teile" mit Nachkriegsarchitektur verschmolzen, sondern die kläglichen Reste des Barockbaus seit dem Feuer von 1793(!), ein klassizistischer Flügel, ein viel zu kleiner Mittelteil von 1870 und eine sehr gute moderne Lösung des renommierten, erst letztes Jahr verstorbenen Gottfried Böhm.

    Das Barockschloss ist aber schon lange weg, und sah einstmals so aus:

    © Resurrectus


    Traumhaft, nicht wahr?

    Der Modellbau machts möglich, dass ich jeden Abend im fernen Dresden mit einem Glas Wein in der Hand durch diese herrliche Anlage spazierengehen kann.

    Wäre vielleicht auch für andere ein adäquates Mittel, seine Sehnsucht nach untergegangenen Architekturherrlichkeiten zu stillen? Also bei mir klappts..... 😉

    Nein, "die Reko-Bewegung" ist nur eine Insel in der Not in einer Zeit der Macht- und scheinbaren Hoffnungslosigkeit. Der Anspruch muss aber größer, revolutionärer sein.

    Na dann mal los - und schnell das alte Berlin, Hannover, Frankfurt, Nürnberg, Stuttgart wiederaufgebaut...


    Ich für meinen Teil habe den Dresdner Neumarkt wiederaufgebaut - und das reicht mir dann mal an geopferter Lebenszeit ohne Privatleben....


    Sorry, ich kann solcherlei Phrasen einfach nicht ernst nehmen ......

    Wieso denn das? Ist doch allgemein bekannt, dass Berlin seit 1990 von vorne bis hinten historisch rekonstruiert wird!!! Überall entstehen enge verwinkelte Straßen, Fachwerkhäuser, barocke Paläste, Gründerzeitkaufhäuser noch und nöcher und auch sämtliche der - wieviele waren es? - gesprengten Kirchen werden rekonstruiert. Da die Rekonstrukionisten die Stadt im Sturm erobert haben, werden zu allem Elend auch noch im Humboldt-Forum die schönen außereuropäischen Sammlungen wieder rausgeworfen und nicht weniger als 60 Innenräume bis ins letzte Detail rekonstruiert.....Wahnsinn!

    Na, jetzt gebt der armen, armen Moderne doch endlich mal eine winzigkleine Chance... Endlich mal wenigstens ein modernes Bauwerk zwischen all den Fachwerkhäusern und schnörkeligen Barockpalästen.....

    *Zynismus off*


    Mit diesen Argumenten - denn haargenau so, wie ich es dargestellt habe, sehen die Modernisten die Realität - wird klar, wie diese selbst nach 120 Jahren immer noch die Welt sehen: Sie sind die armen Opfer, die ehrbaren Kämpfer (Luke Skywalker vs. The Empire and Darth Vader), die endlich einmal der verwirrenden architektonischen Fülle historisch-historistischer Stadtbilder etwas anderes entgegensetzen wollen.


    In Dtl. kann man das nicht mehr nachvollziehen, aber wenn ihr mal nach Wien geht, dann wird es klar, was die Moderne wollte. Endlich - endlich mal eine glatte Fassade, kühles Glas, flache Dächer - etwas ganz anderes als das, womit man allüberall umgeben war. Und das kann man (kann ich) von dieser Warte aus auch verstehen.....


    Aber wir leben eben nicht mehr im Jahr 1900. Die Welt und vor allem unsere Städte in Dtl. haben sich radikal verändert. Woran natürlich auch die Moderne dran "schuld" ist. Und das wird auch / will auch die Reko-Bewegung nicht ändern können. Aber im Jahre 2022 immer noch ein Weltbild aus der Zeit um 1900 zu haben, das ist heftig. Deshalb auch die Angst vor Schloss und Garnisonkirche: Die denken wirklich, der Kaiser (oder noch ein anderer, viel schlimmerer) käme dadurch zurück.

    Absurd und dumm!

    Richtig. Nach Einbringung des Rabitzgitters wird dieses von unten mit Mörtel beworfen. Also ein ganz anderer Bau als beim echten Gewölbebau, wo man von oben nach unten baut.


    Ich weiß nicht, ob jemand von euch ein slches Rabitzgewölbe einmal aus der Nähe gesehen und angefasst hat. Ich hatte dazu vor ca. 10 Jahren beim British Hotel die Möglichkeit gehabt. Man kann zwar oben drauf keinen Walzer tanzen, aber das Gewölbe ist mit ca. 20 cm Mörtel durchaus fest und massiv und hat keinesfalls die Haptik einer leicht einzudrückenden Gipskarton-Attrappe....

    Zur Beruhignug für alle, die lieber ein massives Gewölbe gehabt hätten......

    :kopfschuetteln::kopfwand::kopfschuetteln:

    Na dann kann der nächste Direktor die Galerie für 50 Mio Euro wieder zeitgeistkonform umbauen und die Seidenbespannungen, die Skulptureen und die dichte Hängung rausschmeißen lassen

    Es gibt in diesem Land nur noch Leute, die ausschließlich ihrer Karriere, aber nicht einem Ort und einer Institution sich verpfilchtet fühlen......

    "Die Karawane zieht weiter"


    Traurig .

    wage die Prognose, dass, wenn erstmal das Projekt 'Lingnergärten' fertig ist, auch irgenwann mal dort an dieser Stelle etwas erstehen könnte.

    Rchtig! Denke und hoffe ich auch so. Ich glaube, das Innere ist nicht weiter dokumentiert. Wie wäre es die äußerliche Reko als kleines aber feines Hotel - mitten in dieser grünen Oase? Das wäre doch was, oder?

    Meine Güte, wie bin ich froh, dass ich zeitlebens ein kleiner Freiberufler an der Grenze zu Hartz IV geblieben bin. Für kein Geld in der Welt möchte ich in der Position dieses Menschen (oder ist es eine Menschin?) in der Stadt- oder Senatsverwaltung sein, die solch ein Zeugs zusammenschreiben muss, damit die verdrehte Wirklichkeit wieder publikumsgerecht "richtig" gedreht ist.... brrr. Mich schauderts.....

    Soweit ich es verstanden hatte, standen die Rossebändiger auf eigenen Sockeln vor den Gartenbalustraden. Klar, auf die alten wird man sie nicht mehr setzen (können/wollen), ich bin aber immer davon ausgegangen, dass es jederzeit möglich ist, sie auf neuen Sockeln davor zu setzen.....


    Hab gerade nochmal nachgeschaut. Die waren mit den hinteren Ecken in die Balustraden eingeklinckt. Das kann man heute durchaus wieder bringen, indem man die neuen Sockel hinten z. T. ausnimmt und dann darüber setzt. Zwei Ecken an den neuen Balustraden abzuarbeiten, ist aber auch kein Problem. Ganz sicher würden aber die Architekten darauf dringen, dass es neue postamente sind, die stilistisch zu den Balustraden passen. Ich fürchte die Kröte wird man schlucken müssen.

    Ich finde trotzdem schlimm, dass man das Tor so vor die Lustgartenfassade gesetzt hat. M. E. wäre es seitlich vor der schlichten Ostfassade viel besser zur Geltung gekommen und hätte dort einen wichtigen Akzent setzen können. Wer oder was will denn mit den reichen Schlüterfassaden konkurrieren??

    Was für ein unfassbarer Hass muss bei den Machern des Humboldt-Forums auf dieses Barockbauwerk herrschen..... ?