Posts by Resurrectus

    Wenn man es ganz Krass herunterbricht , dann ist am Neumarkt nur die Rampische Str. 29 , und die Frauenkirche eine wirkliche Reko ..... , alles andere ist irgendetwas dazwischen ....

    Nein, wenn man es "ganz krass" herunterbricht, dann ist auch die FK keine, wenn man so wöllte, denn sie hat weder Holzemporen noch hatte der Ursprungsbau Edelstahlinnenanker im Mauerwerk liegen, Internetanschluss und Toiletten und Tonstudios auf der Betstubenempore.

    Es ist alles relativ im Leben, nichts ist ganz perfekt und 100%ig - nur Gott


    Aber bei der FK wurde es schon seeeeehr weit getrieben, wie im Westen vorher sonst nur beim Hildesheimer Knochenhaueramtshaus: Vollständig nachvollzogene Holzkonstruktion, aber der (neu eingebaute) Aufzug (den is im Mittelalter nicht gab....) hat einen Stahlbetonkern.


    Insofern gibt es keine gaaaanz echten Rekos überhaupt. All dies rührt schon am Kern der gesamten Diskussion.

    Mit dem scheinheiligen Argument, ganz originalgetreu könne man es ja gar nicht machen, hatten die Architekten und Gegner (!) vor 50 Jahren auch schon die Reko der Saarbrücker Ludwigskirche zu hintertreiben versucht (also des Innenraums): Mann weisse nicht mehr, wie die kleine, ebenfalls von F.J. Stengel entworfene Sanduhr (für den Prediger) an der Kanzel ausgesehen hatte (von der die Quellen berichteten) und müsse den gesamten historischen Wiederhaubau deshalb nun sein lassem .. ERNSTHAFT!!


    Man muss hier sehr genau wissen, was man tut und zu differenzieren in der Lage sein.

    Deshalb waren und sind die überzeugendsten Rekos in Dtl. sicherlich die rekonstruierten Innenräume in den Schlössern und Kirchen, da diese sich alle in den erhaltengebliebenen Außenmauern befinden und oftmals auch noch sehr viel (geborgene) Originalsubstanz (Möbel, Supraporten etc. siehe Münchner Residenz) eingefügt wurde. Deshalb gibt es auch so eine riesengroße Schnittmenge zw. Reko und Denkmalpflege, was die heutige Denkmalpflege nicht wahrhaben will.


    Die beste Hausreko am NM? Hm... wahrscheinlich das British Hotel: Fassade aus Stein und mit 55 (!!) Fragmenten, Hof, Treppenhaus in alter Position, Halle mit Gewölben, erhaltene Keller. Die Ra 29 steht dem wohl auch in nichts nach (Grundriss und Treppenhaus!)


    Deshalb sind die anderen Sachen aber nicht gleich schlecht. Nicht alle Häuser hatten Fragmente, integrationswürdige Keller und Grundrisse. Hier spielt das Wirtschaftliche stark mit hinein. Eine große Haushalle macht in einem schönen Hotelbau wie dem B.H. einfach Sinn. Die GHND hat den winzig kleinen GR der RA 29 ja auch nicht aus Notwendigkeit, sondern aus Prinzip, um zu zeigen, dass es geht, wiederhergestellt. Ein rein wirtschaftlich denkender Bauherr kann so einfach nicht vorgehen.

    Und dann ist men plötzlich bei dem berühmten Wort "Komprimiss" angekommen.


    Übrigens: Eine Dame aus der GHND, die mit Feuereifer vor vielen Jahren spenden wollte, trat kurzerhand aus der GHND aus, als sie hörte, dass bei der Ra 29 die Decken keine Holzbalkendecken und die Fenster (wärmedämmtechnisch) moderne sein sollten. Soviel zur Kompromissfähigkeit.

    Nein, ganz bei Null muss man natürlich nicht anfangen, sonst wäre man ja nie auf die Idee gekommen, die vier Häuser zu rekonstruieren.


    Von der Gr. Meißner 11 (die aber durch das Hotel verbaut ist) existiert als einziges Fragment der riesige Schlusstein noch im Bellevue.

    Ansonsten gibt es ganz hervorragende Fotos aller Fassaden. Es dürften auch noch Fassadenaufmaße aus der Nachkiriegszeit da sein.

    Der Eckbau Rampische Straße 33 wurde meiner meinung nach " verhunzt " 1. durch zum Teil falsche Wahl der Baustoffe (im Kern aus Kalksandstein gemauert , und umhüllt von Dämmstoff) , und 2. die Streckung des Daches um 50cm.

    Glaub mir, das Dach wurde um ca. 1 m (!) gestreckt und weist noch ganz andere Abweichungen vom Original auf, gegen die die Erhöhung unwesentlich ist.

    Die rechtlich bindende "Denkmalpflege" ist am Neumarkt (wie edenn auch?) nicht beteiligt, sondern zwei Denkmalpflegeberater (beraten heißt nicht bestimmen) sind tätig

    Und wie du ja zurecht schreibst, ist das Gesamtergebnis am NM die Summe alle möglichen Faktoren: Die Fähigkeiten der beauftragten Architekten, Bildhauer und Stukkateure, v. a. die Bereitschaft der Bauherren, dass es "auch mal etwas mehr kosten darf" und dass der Profit dadurch eben etwas weniger wird nebst des gesetzgeberischen Rahmens (z. B. ENeV). Eine Riesengeschichte .

    Habe mir gestern den neuen Hirmer-Bamnd zum Berliner Schloss gekauft. Nicht seeeeehr dick, aber für 20,-- € dennoch ein Schnäppchen.


    Mit sehr, sehr vielen schönen Aufnahmen der Fassaden von allen Seiten, bei Streiflicht (Scharruren!!!), im Winter, bei Nacht und natürlich in unendlich vielen Details.


    Der Haupttext ist von Peter Stephan und geht über die Schlüter-Esosanderschen Fassadenkonzeptionen und die Ikonographie. Dann gibt es noch andere Beiträge (mit tollen Bildern) zu den Steinmetz- und Bildhauerarbeiten.

    Einen Text von Y. Stuhlemmer zur Frage, wie die Reko im Plan mit diesen unendlich vielen, aber wichtigen Unregelmäßigkeiten entstanden ist, vermisse ich aber nach wie vor im Umfeld der Schloss-Literatur. Denn er hat mindesten einen genausogroßen Anteil an dem Werk wie von Boddien, Stella und die Bildhauer (und die Spender natürlich) .


    Sehr zu empfehlen. Quasi das "Berliner Schloss für zuhause".


    Einmal mehr wird mir, der ich das Schloss noch nicht im "Original" in Berlin gesehen, habe, klar, was da für eine Giganten-Arbeit geleistet worden ist (oder waren es die Zyklopen? Bin mir gerade nicht sicher). Jedes, auch auf gewissen Seiten immer wieder gern geübte Jammern über die nicht vorhandenen Innenräume erübrigt sich erst einmal, wenn man dieses unfassbare Architekturwunder sieht.


    Danke Wilhelm von Boddien!!

    Oder noch schlimmer: "Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen". Verehrter Meister Schiller, wie rassistisch-xenophob von Ihnen!

    Vollste Zustimmung, lieber Peter, vollste Zustimmung.

    Aber bis auf das Schiller-Zitat, denn dort ist "Moor" mit Doppel "oo" und nicht "oh", denn es handelte sich nicht um zwei ***** [offizielle SKD-Schreibweise], sondern um die Gebrüder Franz und Karl Moor.


    Schiller ist also noch "wooken" [der war ja eh so ein Revoluzzer), aber beim alten Goethe befürchte ich schlimmes, denn der war definitiv ein weißer alter Mann. Und dann auch noch ein Weiberheld.....puuuh.. Geht gar nicht. Der wäre schön um 1780 an "Me too" gescheitert und abgeschossen worden.

    Nein, sicher keine Genossenschaftswohnungen.

    In DIESER Lage geht das einfach nicht.

    In Rom, Paris, Florenz, Prag geht so etwas auch nicht..... Das ist halt der Markt.

    Gibt ja in Dresden schon auch noch andere Wohnungen mit bezahlbarem Wohnraum.

    Ist das jetzt Ironie/Überspitzung Deinerseits

    "lesbisch" und "trans" war böse Ironie meinerseits. Der Rest ist traurige Realität.


    Wie die "Woken" mit meinen Dresdner Ikonen Wagner und Strauss umgehen, ist mir ein totales Rätsel.

    Ich fürchte Schlimmes für den Opernbetrieb. Wahrscheinlich dürfen die dann nur noch mit vorherigem "Beipack-Zettel-Hinweis" genossen werden.

    Immerhin war mein Idol Mahler Jude, ausgegrenzt und durfte bei den Nazis auch nicht gespielt werden. Gleichwohl auch er ein weißer Mann war... Brrrr....

    Peter, du bist einfach nicht "woken" genug (ich weiß jetzt endlich auch, was das heißt - oha!)


    Mozart und Beethoven ist sowieso out. Hörte ich jetzt von einem Freund, der gute Kontkate zur Musikwissenschaft an der Uni hat.

    Die sind viel zu alt und weiß. Von den Nazi-Musikern Strauss und Wagner ganz zu schweigen.

    Es soll zukünftig mehr die klassische Musik von farbigen, lesbischen Transfrauen erforscht und gespielt werden.

    Na dann mal zu.

    Armes Deutschland.......


    P.S.: Ganz, ganz toller Filmbeitrag und Kommentar!!

    Rastrelli


    Vielen Dank für die tollen Fotos!

    Für die Schützkapelle hoffe / denke ich, dass du Unrecht hast.

    Ich nehme mal an, dass die Maler schon Kartons für die untersten Fresken gemacht haben. Jetzt im Herbst (Okober?) soll ja die zweite Etage des Altans fertig werden, dann hätten sie noch vielleicht 2-3 Monate in der Kapelle zu tun, bevor sie dann zum Beginn des neuen Jahres zum dritten Mal auf den Altan steigen.


    Ich denke, die Pläne für die Kapelle sind fix und fertig und die Sandsteinteile vielleicht schon beauftragt oder kurz davor, Wenn man sich die doch recht große Geschwindirgkeit beim Wiederaufbau des gigantischen Berliner Schlosses anschaut, dann könnte ich mit vorstellen, dass man es in dem Dreivierteljahr in 2022 bis zum November, wo der Todestag Schützens ist, mit der eigentlich recht kleinen Kapelle gut schaffen könnte.


    "Es" heißt hier für mich die rein sandsteinmäßige Fertigstellung der Emporen, des Marmorfußbodens und das Verputzen der Gewölbekappen. Altar und Orgel, geschweige denn die Farbigkeit, werden jetzt (noch) nicht kommen, das ist klar.


    Der materiell ja noch vorhandene Altar muss mit einigem Aufwand sorgfältig restauratorisch ergänzt werden, das braucht etwas Zeit, damit es gut wird. Die Orgel (das schrieb ich schon mal) wird sicherlich über Spenden finanziert werden (müssen)

    Für die Zwischenzeit könnte ich mir im Raum, damit es nicht zu leer aussieht, Papp-Attrappen an deren Stellen vorstellen. Dann bleibt auch der Hunger nach mehr. Also so würde ich es machen, wenn ich das SIB wäre (vielleicht liest ja jemand mit... :thumbsup:)


    Ich bin zuversichtlich.

    Zumindest bei mir ist dies der Fall aber bei den "woken" und "progressiven" unter uns mag sich das durchaus anders verhalten.

    ämmm------ darf ich als alter Mann mal fragen: Was heißt eigentlich "woke"????? Ist das jetzt ein In-Begriff?

    Danke für die Bilder. Aber meine Fresse, was wäre diese Stadt ohne den Neumarkt?


    Von oben sehen die Neubauten am Altmarkt und am Postplatz ja noch schlimmer aus als von unten. Von dort habe ich mich ja fast schon dran gewöhnt..... Wenn man sich vorstellt, was für unvergessliche Dachlandschaften dieser Stadt vor 1945 hatte - und da war wahrlich nicht alles barock.


    Es ist einfach nur ein unsägliches Armutszeugunis für die (Dresdner) Architektur 2021. Zu wissen, dass es (anderswo) auch anders und besser gehen kann ,tröstet auch nicht, denn in Dresden hängt man nun schon seit 30 Jahren treuherzig dem zigsten Bauhaus-Neuaufguss als dem vermeintlichen "Dernier Cri" immer noch an.


    Traurig.

    Was spricht eigentlich dagegen diese in hoher Auflösung zu drucken anstelle die neu zu malen?

    Ja genau das würde ich hierfür auch vorschlagen.

    Aber letzter Stand ist, dass die SKD zumindest diese Malereien - in welcher Form auch immer - nicht wollen, damit die Museumsexponate (zur Abwechslung mal Waffen) in ihrer Wirkung nicht gestört würden. Ich kann mir die Säle aber auch gut ohne diese Malereien vorstellen. Das LfD schlug damals als Kompromiss Seidenbespannungen an den Stellen vor - auch möglich m.M.n.....

    Nein, es geht ja auch nicht um Sachsen als dem "Hort des Liberalismus".


    1831 erhielt Sachen aber eine früh(!)liberale Verfassung und wandelte sich von einer (neo-) absolutistischen Monarchie zu einer Konstitutionellen. Das war damals schon sehr viel.


    Darauf nahmen in den beiden (!) Sälen Ballsaal und Propositionssaal, die übrigens künstlerisch zusammengehörten (auch dies ist ein Argument für den Wiederaufbau im Stil von ca. 1842 ) vor allem die Malereien Bezug, indem sie die Monarchie als anders verwurztelt und aufgefasst darstellten, als bisher.


    Einfach dies alles mal bei Rosemarie Pohlack im vorletzten Arbeitsheft des LfD (2018 oder 2019) nachschlagen, dort steht das alles en détail drin (mit unglaublich vielen schönen Abbildungen zu den Sälen und den Malereien - ihr Vermächtnis!) .