Posts by Nemsa

    In Dahlem steht sonst auch noch das Museum Europäischer Kulturen. Ich weiß aber nicht, wie umfangreich dessen Ausstellung und Archiv sind. https://www.tagesspiegel.de/ku…-rote-liebe/19314782.html . Im Grunde gehören die europäischen Kulturen zu den Weltkulturen natürlich dazu.

    In diesem werden, wenn man der taz glauben darf https://taz.de/Museum-Europaeischer-Kulturen/!5591225/ , auch Exemplare aus Schlesien ausgestellt, das ja (in Teilen) über mehr als zweihundert Jahre zum preußischen Territorium gehörte.

    Die verschiedenen Wettbewerbsentwürfe auf den vorderen Plätzen lassen sich bei Interesse hier https://www.stadtentwicklung.b…3/hu_forum/ergebnis.shtml und dort https://www.competitionline.com/de/ergebnisse/118962 einsehen und miteinander vergleichen. Diese weichen durchaus in der Gestaltung der Plätze voneinander ab.

    Eine ausführliche Selbstdarstellung des Siegerentwurfs findet sich hier https://www.bbz.la/projekt/fre…ng-umfeld-humboldt-forum/ .

    Ist nicht einmal OT, denn gerade den "Majestäten" haben wir dieses Schloß und fast alles Schöne rundherum sogar noch dazu originär zu verdanken! Und Hand aufs Herz, wenn wir noch eine Monarchie hätten, dann wären uns Nationalsozialismus und Kommunismus mit allen ihren Grauslichkeiten, die wir tagtäglich wahrnehmen müssen, erspart geblieben und wir würden vermutlich noch in märchenhaftschönen Städten leben. Petersburgs 2027 kann von mir aus wirklich gerne kommen ;-)

    Vor allem sind die Schlösser, Gärten wohl u.a. den damaligen Baumeistern, Palieren, Handwerkern sowie Landschaftsplanern, Gärtnern usf. zu verdanken.

    Das Geschichtliche was wäre wenn und heute, wenn das und das nicht, ist Kaffeesatzleserei, erst recht vor dem Hintergrund der vielfältigen Veränderungen, die die vergangenen etwa 100 Jahre in verschiedenen Bereichen mit sich gebracht haben. Ich bin jedenfalls ganz froh darum, dass die entwickelten Staaten nicht mehr von Monarchen in entscheidender Position gelenkt werden und in einem wenngleich wohl nicht perfekten, jedoch demokratisch verfassten, Rechts- und Sozialstaat zu leben.


    Was die Monarchie-Diskussion betrifft, so hast Du, lieber Rastrelli , Petersburg mit dem Hinweis zitiert, dass die Queen keinerlei politischen Einfluss habe. Der Einfluss des englischen Königshauses war freilich 1914 freilich nicht viel größer. Somit ging die englische Politik, die für den Ausbruch des Ersten Weltkrieges maßgebliche Mitschuld trug, vom Unterhaus aus. Ähnlich würde ich es von Zar Nikolaus sagen: auch er war in erster Linie ein Getriebener. Wenig machtpolitischen Einfluss besaß auch der italienische König unter Mussolini. Nun kann man darüber spekulieren, wie weit die Handlungsspielräume Wilhelms II. und der deutschen Bundesfürsten reichten. Aber auch da waren Militär, Öffentlichkeit und Ministerialbürokratie nicht ohne Einfluss. Wilhelm II. jedenfalls wollte den Krieg nicht.


    Rastrelli

    Wenn ich versuche, es wie Du zu sehen, dann wäre doch der logische Schluss, dass Republiken noch gefährlicher sind, dass es zu Gewaltdiktaturen kommen kann. Für Hitler-Deutschland wäre dies die Weimarer Republik und für die Stalinistische Diktatur die Sowjetische Räterepublik. Da diese schlimmsten Ideologien direkt aus Republiken hervorgingen, müsste man hier besondere Vorsicht walten lassen. Ich würde diesen Vergleich aber nicht direkt aufstellen. Trotzden bleibe ich dabei, dass eine in der Bevölkerung verankerte Monarchie ein Garant dafür ist, dass es zu keiner faschistischen und/oder sozialistschen Diktatur kommen kann.


    Anstatt Unterhaltungsfilme zu schauen, lese ich aktuell "Die Schlafwandler" von Clark. Kann ich übrigens wirklich empfehlen, denn da wird sehr gut und nachvollziehbar dargelegt, wer die eigentlichen Kräfte waren, die in die Urkatastrophe des 1. Weltkrieges führten. Ich will die Spannung aufrecht halten, aber soviel kann ich schon verraten, Kaiser Wilhelm II. war alles andere ein Kriegstreiber...es waren hier vor allem "revisionistische, republikanische Kräfte" aus Frankreich und...

    Nicht übersehen werden sollten die kolonialen Gewaltherrschaften insbesondere auch europäischer Großmächte, Monarchien wie Republiken, denen neben ökonomischen und weiteren Motiven wohl auch rassenideologische begründet wurden, welche außerdem zu territorialen Streitigkeiten außerhalb Europas führten sowie die innereuropäischen Spannungen im beginnenden 20.Jahrhundert verschärften.

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    Was das Zustandekommen des ersten Weltkriegs betrifft, gab es, glaube ich, keine relevanten bzw. hinreichend einflussreichen Kräfte in den beteiligten Staaten, die diesen wirklich mit aller Kraft vermeiden wollten gepaart mit Fehleinschätzungen beteiligter Akteure. Wilhelm II. nahm den Krieg wohl billigend in Kauf. Ich halte da aber von einseitigen Schuldzuweisungen an einzelne Staaten und deren Entscheidungsträger relativ wenig.

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    Nach dem was ich gelesen habe, begünstigte die autokratische Haltung Zar Nikolaus II. bis 1917 gegenüber anderen politischen Kräften und gewählten Vertretern im Russischen Reich zur damaligen Zeit nicht unbedingt die Aufrechterhaltung der Zarenherrschaft. Aus dem Zarenreich mündete, wenn auch gleichwohl über Umwege, die Herrschaft der Bolschewiki, wobei ihm und seiner Familie in der Folge der Oktoberrevolution ein umrühmliches Schicksal zuteil wurde.

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    Was sich mir nicht ganz erschließt, ist, was eine in der Bevölkerung verankerte Monarchie darstellt? Eine parlamentarische oder repräsentative Monarchie wie im Vereinigten Königreich, den BeNeLux-Staaten u.a.?


    Rastrelli


    Ich verstehe leider nicht zu 100%, worauf Du genau hinaus möchtest? Wenn ich Dich hoffentlich verstanden habe, dann versucht Du glaublich darzulegen, dass Monarchien den Faschismus in manchen Ländern nicht verhindern konnten, dann ist das für manche von Dir aufgezählten Ländern natürlich richtig, aber für manche wiederum nicht - das ist aber nicht Schuld der Monarchien, denn das kann man den Republiken ebenfalls vorhalten. Denn auch GB oder Dänemark, Belgien, Norwegen oder die Niederlande waren Monarchien (und sind es auch heute noch) und diese kämpften gegen den Faschismus. Der Vergleich hinkt daher aus meiner Sicht, wenn man das ganze Bild betrachtet und nicht nur herausgepflückte Teilstücke davon, die einem passen.

    Die Monarchien hatten, wie ich es interpretiere, ihre Legitimität als Herrschaftsform in nicht unerheblichen Teilen der Gesellschaft verloren. An Stelle der alten Ständegesellschaften traten neue ökonomische Ungleichheiten, Schichten und Klassen, andere Legitimationsformen von Herrschaft sowie Ideologien hervor, die sich spätestens im 19.Jahrhundert sowie im Zuge der Industrialisierung entwickelten und viele Menschen hinter sich versammeln konnten. Gerade aufgrund deren Machtkämpfe blieben nach meiner Auffassung sowohl die Monarchien als auch die (jungen) Demokratien in der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts instabil.

    Das Ergebnis des ersten Weltkriegs bereitete überdies wenn auch mittelbar gemeinsam mit den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise den Boden für das Scheitern der Weimarer Republik und für den zweiten Weltkrieg in Europa.

    Das Buch ist wirklich gut, das kann ich bestätigen. Wilhelm 2 war - trotz seiner großen Klappe - alles andere als ein Kriegstreiber, das verdeutlicht übrigens auch sehr gut diese Doku. Trotzdem war dieser Kaiser in der Summe eine Person, die weder den Charakter, noch die Besonnenheit, noch das Verständnis für die Probleme der damaligen Zeit hatte, die tatsächlich nötig gewesen wären, angesichts seiner herausgehobenen Stellung in der Verfassung. Das ist der Nachteil an der Staatsform (konstitutionelle) Monarchie, dass vielfach nicht die größten Leuchten das Staatsschiff lenken. Wobei ich gerne zugebe dass das in Republiken auch oft nicht besser ist.

    Ein Vorteil demokratisch gewählter Staatenlenker ist immerhin oder sollte es demokratietheoretisch wenigstens sein, dass diese für ihr Handeln gegenüber dem Souverän in Verantwortung stehen und wieder abgewählt werden können, sowie die Bevölkerung direkt oder indirekt selbst für die Personen in staatsführender Position verantwortlich ist. Eine Herrschaft auf Lebenszeit bzw. eine qua Geburt und Abstammung bestimmte traditionelle Herrschaft ist nach meinem Eindruck mit einer pluralen Gesellschaft und Medienlandschaft auf Dauer heutzutage eher bzw. vermutlich nicht überein zu bringen.

    Ich mag die monarchischen Zeremonien in London genau wie die republikanischen in Paris, weil beide eine Atmosphäre von Geschichte transportieren, die den deutschen, oft sehr nüchternen Staatstraditionen fehlt. Das ist aber auch schon alles.

    Das hat freilich mit der jüngeren deutschen Geschichte zu tun. Zudem ist der neunte November, an dem die innerdeutsche Mauer überwunden wurde, ein Datum, dass durch weitere Ereignisse geprägt wurde. Die Revolution 1848/1849 ist darüber hinaus ja gescheitert.

    Grundsätzlich kann ich diesen Zeremonien auch etwas abgewinnen, jedoch werden mir, und ich war an dem Tag schon vor Ort, zum 14.Juli in Paris die militärischen Streitkräfte zu sehr ins Zentrum gerückt.

    @ Namses, diese "Abweichungen", heißt die geforderten Planänderungen des Stella-Entwurfes hat ein paar Beiträge weiter oben Seinsheim erläutert!

    Dass es Planänderungen gegeben hat, lässt sich erschließen. Nach den Gründen fragte ich jedoch.

    Es gab bei den Entwürfen mehrere zweite bzw. offiziell dritte Preise. https://berliner-schloss.de/ne…hitekturwettbewerbs-2008/

    Für mich persönlich sind/waren die Entwürfe von Mäckler Architekten insgesamt und mit Abstrichen nps tchoban voss Architekten am ansprechendsten. Das Preisgericht wird aber sicher verschiedene Aspekte in seine Entscheidung einbezogen haben.


    Was mich interessieren würde, sind die Abweichungen zwischen denen im Verweis abgebildeten Bildern des Siegerentwurfs und dem tatsächlichen Bau. Diese fallen ja bei der Westseite des Schlüterhofs und der Ostseite der Außenfassade des HF. deutlich auf. Wann und aus welchen Gründen wurden hier denn Anpassungen vorgenommen oder sind die im Link abgebildeten Bilder nicht korrekt?