Posts by Wall1973

    Hallo liebe Foristen, nochmal ein Schwenk in einen anderen Bereich der Bahnhofsvorstadt. Nämlich zur Contrescarpe jenseits des Ansgaritores Richtung Steffensstadt, Auch hier hatten wir es in der Vorkriegsbebauung mit großbürgerlichen Häusern zu tun, die in der ersten Reihe mit Wallanlagenblick sicher mehr als begehrt waren. Untenstehend eine Postkarte von 1920 und ein Luftbild, auf dem das prächtige Eckhaus zu erahnen ist.
    Die Bilder der Trolley-Mission zeigen dann, dass die Bomber auch hier ganze Arbeit geleistet haben, wenn auch einige Fasadenteile stehengeblieben sind. Die Neubebauung im Bereich Ansgaritor war dann recht total. Einzig das Haus Nummer 120 beinhaltet heute Teile der Vorkriegssubstanz (Die stehengebliebene Rückfassade südöstlich, fast an der BGM-Smidt-Straße) erhielt schon 1950 wieder ein Vorderhaus..allerdings schmucklos und als Geschosswohnungsbau. Auf Postkarten bis in die 1960er ist dieses Haus als Solitär zu sehen. Heute fällt nur noch auf, dass das Haus als einziges die historischen Geschosshöhen hat, während alle anderen auf identischer Höhe 5 Vollgeschosse aufweisen, hat dieses nur 4 davon. Erst Mitte der 60er-Jahre kamen dann die weiteren Bauten Richtung Ansgaritor dazu...als Abschluss das entsetzliche Hochhaus und die Parkgarage am Wandrahm. Der Ansgaritorsteinweg (gab es den eigentlich vor dem Krieg??) wurde zu einer entsetzlichen Wüste mit überbautem Durchgang zur Bürgermeister-Smidt-Straße und die Ecke verlor endgültig jeden Reiz..

    Hallo zusammen, danke für die freundliche Aufnahme! Den Ansatz eines Wiederaufbaus auf einem Ruinenteil habe ich auch schon erwogen. Daher sind die Argumente schlüssig. Was tatsächlich noch einmal zu betrachten wäre, ist die Frage, ob es sich bei der Ursprungsbebauung der Wallzeile tatsächlich teilweise um zwei Häuser handelte, die Rücken an Rücken standen...das sieht mir auf dem 1938er Plan an einigen Stellen so aus, oder?

    Herzliche Grüße vom Wall!!

    Liebe Forumsteilnehmer, nachdem ich lange mitgelesen und mir die Geschichte des Stadtteils, in dem ich tatsächlich selber wohne (das kann man tatsächlich..auch wenn der Ausblick aus dem Fenster weh tut..) erschlossen habe, würde ich gern den Blick einmal auf den Bereich "Am Wall"/"Grafenstraße"/"Abbentorswallstraße" richten. Dass die Bebauung in diesem Bereich größtenteils aus schlimmstem Nachkriegseinerlei besteht, ist unzweifelhaft. Spannend ist aber, dass man offenbar aus zwei Rücken an Rücken stehenden Häuserzeilen eine durchgehende Bebauung gemacht hat und die "Grafenstraße" zum Hinterhof gemacht hat. Inmitten der baulichen Übelkeiten überrascht ein Gebäude, auch wenn es schmucklos ist, durch klassische Proportionen und Geschosshöhen und lässt für mich den Verdacht aufkommen, dass es sich (zumindest in Teilen) um einen überlebenden Vorkriegsbau handelt. Es ist das Haus "Am Wall 63". Es ist zum Wall hin dreigeschossig und überrascht an der Grafenstraße/Abbentorswallstraße durch ein weiteres Vollgeschoss, der Keller zum Wall hin ist hier ebenerdig. Zudem hat das Haus hier einen zweiten Eingang und auch noch eine zweite Adresse/Hausnummer. Wann ist hier wohl aus zwei Häuserzeilen eine geworden? Und ist es denkbar, dass dieses Haus tatsächlich ein Überlebender ist?
    Herzliche Grüße vom Wall