Posts by ladybird

    Die Kritik, dass am Zwinger gerade umgebaut bzw. Ausgrabungen gemacht werden und darauf zu schließen, dass sich ein Besuch von dem Zwinger/Dresden/ganz Deutschland nicht lohnt ist so ein bisschen als wäre jemand vor 2 Jahren nach London gefahren und gesagt dass es sich nicht lohnt weil der Big Ben fünf Jahre lang restauriert wurde und nicht zu sehen war. Ein bisschen irrational und übertrieben wie ich finde, egal wie man es dreht.

    Königsbau das ist auf jeden Fall "kein Einzelfall" in dem Sinne, dass es in den letzten Jahren bereits einiges an Verdichtung auf der Dominsel gab, welche man aus buarques Post nicht mitbekommen hat. Darüber hinaus gibt es auch noch weitere Bauprojekte die (meiner Meinung nach) sehr schön die Lücken der historistischen Nachbarschaften um die Altstadt herum füllen. Zu diesen sage ich in einem späteren Post vielleicht noch mehr, möchte natürlich aber auch nicht buarques Gallerie Thread entführen.


    Einige Bauvorhaben auf der Dominsel schließen sich aber den gerade besprochenen Gebieten gut an:


    Diese Ansicht ist heutzutage nicht mehr aktuell:

    IMG_1224_DxO.jpg


    Im Vordergrund nochmals St. Peter und Paul:


    IMG_1226_DxO.jpg


    Gegenüber dem gotischen Backwerkhaus, steht nun eine Reko eines barocken Häuschens:


    Hier eine Ansicht zum Vergleich mit buarques erstem Foto. Hier noch einmal eine aktuelle Straßenansicht, unten folgen eine historische Ansicht (Quelle) und ein Foto vor der Rekonstruktion, alle drei aus der gleichen Perspektive.


    Kamienica_nr_1_dawna_Wroclaw_369165.jpg


    1280px-Wrocław_Katedralna_1_sm.jpg


    Wikimedia Link.Creative Commons. Autor: Sławomir Milejski.


    Die Adresse des Hauses ist Katedralna 1, damit kann man auch genügen Bildmaterial der Bauarbeiten, etc, gut finden.


    Gleich in der Nachbarschaft dieser zwei Gebäude am Domplatz:

    Steht nun ein (meiner Meinung nach sehr gelungener) Neubau des 5-Sterne Hotels "The Bridge". Man kann am linken Bildrand die Mauer des oben zu sehenden gelben Gebäues erkennen.

    Nun aber eine Neuigkeit und zwar wird die historische Fassade der ehemaligen Wiebenkaserne wiederhergestellt.

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    (Quelle: Yanek / fotopolska.eu, CC BY-SA 3.0)


    Pläne, Visualisierungen und historische Aufnahmen findet man in diesem Bericht von trojmiasto.pl.


    Leider kann ich die Bilder nicht direkt Verlinken, da ich noch keine gemeinfreien Fotos auf Wikimedia gefunden habe, die Arbeiten an der ehemaligen Wiebenkaserne sind aber abgeschlossen: Eine Galerie mit einigen Fassadenaufnahmen gibt es hier zu sehen.


    pierwotny-stan-budynku.jpg

    Rekos sollten generell keine Parteien anzetteln, sondern sollten von unabhängigen Verbänden kommen. Dass die Mehrzahl an Menschen keine Afd-Initiative unterstützen wird ist ja klar. Dabei werden sich die wichtigeren Akteure in der Stadt noch stärker von einem Afd-Vorhaben abgrenzen um ihren eigenen Ruf nicht zu schaden.


    Das war wohl wirklich nichts, ich würde mir wünschen, dass Parteien sowas wirklich lassen, das bringt niemanden weiter und macht eine spätere Initiative nur noch unwahrscheinlicher.

    Das Gebäude wurde Anfang 2020 an Breuninger verkauft (s. BKF). Damit dürften die Neubaupläne der LBBW vom Tisch sein. Bezüglich weiterer Zukunftspläne hielt man sich bedeckt. Seither wurde meines Wissens nichts neues bekannt.

    Ist ja typisch für Freiburg, die Stadt kriegt es nichtmal hin die Straßen die zum Münsterplatz führen ästhetisch zu halten und ordentlich zu bebauen, aber was solls.

    Was ist denn jetzt aus dem BW-Bankgebäude auf dem Münsterplatz, welches der Breuninger zurzeit als "Breuninger Outlet" führt. Das sollte doch irgendwann abgerissen werden und ein "historischer Bau" entstehen, der sich an der Vorkriegsarchitektur orientiert. Nun scheint aber der Breuninger das (teils leere) Gebäude noch zu mieten?

    Ich sage es nochmal: diese "Um Gottes Willen, bloß keine Bauruine ohne Turmhaube"-Mentalität hat uns den Schlamassel eingebrockt, in dem wir heute stecken. Die Mumien im Förderverein wollen um jeden Preis noch den kompletten Turm erleben und haben sich darum auf einen Haufen unmoralische Angebote und faule Kompromisse eingelassen. Was wäre denn so schlimm daran, wenn der Turm ohne Haube für 10 oder 20 Jahre da steht?

    Ein Turm ohne Haube ist aber keine Bauruine? Manche Rekos kommen etappenweise, das beschränkt sich ja auch nicht nur auf Rekos, auch Restaurierungen passieren teilweise Etappenweise. Manche "geköpften" Türme, mussten auch 30 oder 40 Jahre auf ihren Turm warten (hätte ich jetzt den Potsdamern nicht gewünscht, aber es geht ums Prinzip), bei anderen dauerte es nur 5 Jahre.


    Bauruine war (von mir) auf den (zumindest laut Berichterstattungen) von mir schwer einzuschätzenden Zustand des "Hauptschiffes" oder wie man das auch nennen kann bezogen bzw. die "Halle" die da an dem Turm angebaut werden soll anstatt des "Kirchenschiffes" oder eben einer Halle welche im Stil des Kirchenschiffes rekonstruiert ist.

    wenn wir schon bei Brücken sind: hier ein Video, welches die Steinmetzarbeiten für die (Teil)-Reko der Pommerschen Brücken zeigt. Es hat zwar den Fokus auf die Repliken der großen "Fratzen" Schmuckelemente auf den Balustraden der Brücke


    External Content www.youtube.com
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    so sieht sie zurzeit aus (also nicht wirklich, sie wurde in der Zwischenzeit gesäubert, aber an ihrem baulichen Zustand hat sich ja nichts geändert)

    1280px-Wroclaw_Odra-most_Pomorski_2_21_05_2010.JPG

    Als Public Domain vom Autor auf Wikimedia zur Verfügung gestellt


    und so soll sie wieder aussehen, die Schmuckelemente deutlich zu sehen.

    Most_Pomorski_Poludniowy_Wroclaw_7452632.jpg




    Natürlich gibt es auch 3D Animationen des ganzen Bauverfahrens, diese finden sich in der Galerie dieses Artikels und zeigen die Brücke von verschiedenen Seiten und auch zwei Straßenansichten. Man sieht, die Brücke wird sich schön in die Bebauung der Umgebung anpassen.

    https://gazetawroclawska.pl/ta…zualizacje/ar/c1-14005267

    Dieser tragische "Wiederaufbau" dieser Kirche (Kirche? Dieses Gebäudes? nicht einmal das, dieses (Glocken-)Turms?) ist eine reise Katastrophe und ein Paradebeispiel für wie man NICHT vorgehen sollte... Schade das dabei so-etwas raus gekommen ist. Dabei hätte man wirklich viele Argumente bringen können um zumindest irgendwie den Turm samt Glockenspiel bauen hätte können. (kommt dass denn im Endeffekt überhaupt in den Turm, ich meine gelesen zu haben dass die Glocken wie sie heute sind verkauft wurden und der Turm neue bekommt?).


    Jetzt haben wir einen nicht finanzierten Turm, der Mitten im Bau steckt, hoffentlich nicht als Bauruine endet, sozusagen "geköpft", denn der Turm wird ohne seinen Körper stehen und an das (renovierte?, Teils abgerissene, Teils neukonzipierte?) ehemalige Rechenzentrum anschließen. Dabei hätte man die Kirche auch als Teil eines "Creative Campus" einkoorperieren können wie viele Neubaugebiete heutzutage welche teilweise Altes sanieren, manche sogar rekonstruieren und das mit zeitgenössischer Architektur ergänzen. Nun naja.. das was wir jetzt haben ist wie ein Obstsalat in den man salzige Sardellen reingemischt hätte.

    b) Nigeria nutzt die Bronzen als (emotionale) Verhandlungsmasse, ist aber an einer tatsächlichen Rückführung gar so nicht interessiert. Die europäischen Museen werden sich aus der Nummer sehr leicht rauskaufen können, indem sie Nigeria eine jährliche "Ausleihgebühr" zahlen. Offiziell steht dann "Dauerleihgabe" an den Bronzen und der Großteil wird in den Museen bleiben (ledlglich einzelne Objekte gehen aus Symbolgründen zurück). Diese Praxis läuft dann ein paar Jahre bis sich in Nigeria die Verhältnisse verschlechtern und die Zahlungen aus Europa als Sanktion ausgesetzt werden.

    Das wird doch schon von denen die Rückerstattungen fordern abgelehnt (zumindest im UK).

    Das zweite Beispiel mit den grünen Fenstern finde ich auch nicht schlimm, man hätte die Ornamente und Pilaster aber auch noch in dem creme der Fensterrahmen streichen können und es würde wahrscheinlich keiner mehr meckern.

    Wenn man sich original Farb-Fassungen von Gründerzeitlern anschaut, würde es mich nicht wundern wenn es solche rot-cremigen Fassaden mit grünen Fenstern damals öfters gab.


    Da finde ich die Balkonzäune viel schlimmer...

    In BW hieß das zu meiner Zeit MNK (Mensch, Natur, Kultur) obwohl dass glaube ich "wissenschaftlicher" sein sollte als Heimatkunde. Das einzige an was ich mich erinnern kann ist, dass wir einmal zu einem Bauernhof gefahren sind und ein anderes mal jiddische Lieder gesungen haben.

    In Breslau bewegt sich ganz schön viel, einerseits die Reko bzw. Umbau der zwei Gründerzeitlichen Hotels gegenüber vom Bahnhof, dem schon vollendeten Hotel Piast (ehemaliges Hotel Kronprinz) und dem zurzeit gebautem Grand Hotel (ehemaliges Nord-Hotel / Hotel du Nord, ich weiß nicht wann der Name gewechselt wurde).


    1024px-Wroc%C5%82aw%2C_Dom_Wycieczkowy_%22Piast%22_-_fotopolska.eu_%2899275%29.jpg

    https://commons.wikimedia.org/…fotopolska.eu_(99275).jpg

    Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

    Attribution: Neo[EZN] / fotopolska.eu


    1024px-Hotel_Piast_Wroc%C5%82aw_%281%29_Travelarz.JPG


    Hier eine alte Postkarte von Hotel Kronprinz und dem Hotel du Nord auf der Straßenseite gegenüber


    Wroclaw_Hotel_Grand.jpg

    Quelle: https://fotopolska.eu/292522,foto.html


    Hier ein (polnischer) Artikel mit sehr vielen Bildern der Baustelle (zeigt jedoch einen alten Stand von 2017, heute steht schon das Dach des Turmes) Visualisierungen des Hotels und auch den vorherigen Zustand (das Hotel stand wie man auf Google Maps sehen kann, schon seit ca. 2007 hinter einem Gerüst). In diesem deutschen (!) Artikel, welcher die Renovierungsarbeiten ein wenig beschreibt, kann man den Zustand von diesem Jahr mit dem Türmchen an der Ecke des Gebäudes und den zwei seitlichen Giebeln (in Roh-form) sehen. Wie der deutsche Artikel bereits nennt, hat das Unternehmen auch das Hotel Lothus und das Hotel Polonia gekauft, dessen Fassaden in den kommenden Jahren ebenfalls rekonstruiert bzw. beim Hotel Lothus eher "aufgestockt" werden. Dazu mache ich später, wenn die Bauarbeiten denn mal beginnen einen Post.



    Nun kommen wir aber zum wahren Highlight, das heute angekündigt wurde:

    das klassizistische Palais Hatzfeld, welches 1773 nach einem Entwurf des Architekten Carl Gotthard Langhans geschaffen wurde, wird von der gleichen Firma wie die oben genannten Hotels rekonstruiert!

    Heute steht fast nur noch das Portal und der ehemalige Balkon des Gebäudes, wie ein Triumphbogen als Eingang zu einem Nachkriegspavilion, welches als Austellungshalle für kontemporäre Kunst genutzt wird. Bei Google Streetview ist auch noch zu erkennen das Teile der unteren Stockwerke der Seitenflügel den Krieg überlebt haben, diese wirken jedoch ohne den fehlenden Haupflügel und als "heruntergestockte Stümmel" sehr schlicht und unspektakulär. An das Portal sind seitlich auch noch einige Stuckelemente als Spolien auf einem Backsteinziegelhintergrund befestigt (wie hier auf Google Streetview ebenfalls zu sehen).

    Die Bauarbeiten der Reko sollen in ungefähr 2 Jahren starten, nach der Vollendung des Grand Hotel, das rekonstruierte Palais soll nämlich ein internationales fünf-sterne Hotel beherbergen, dessen Räume bzw. Raumplanung an die historischen Pläne angelehnt sein soll (da schätze ich mal sind eher die "großen" Säle wie die Rezeption, das Restaurant, etc gemeint und nicht die Standardzimmer, aber wer weiß). Dieser polnische Artikel zeigt dabei einige erste Visualisierungen des Vorhaben, auf einem von ihnen kann man auch gut die in den heutigen Pavilion integrierte Eingangshalle mit gewölbter Decke und Säulen erkennen, diese sieht heutzutage doch sehr schlicht und durch die 70-er Jahre Fenster etwas veraltet aus (Ein Foto des Inneren kann ich leider nur als Link verlinken, da ich keins auf wikipedia gefunden habe), hoffentlich wird sie mit dem Umbau in ein Fünf-Sterne Hotel noch visuell aufgewertet. Unten habe ich auch noch eine historische Ansicht aus der gleichen Perspektive in den Post eingebunden.


    Hier ein paar historische Bilder und der heutige Zustand:


    Beginnen wir ganz historisch mit einem Stich:

    Regierungsgeb%C3%A4ude_und_Dominikanerkirche_in_Breslau.jpg

    Zeichnung: Carl Würbs (1807–1876); Stahlstich: Ludwig Rohbock (1824-1893).

    Wikimedia


    Palac_Hatzfeldow_ul_Wita_Stwosza_Wroclaw_3644518.jpg

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    ul_Wita_Stwosza_Wroclaw_5378041.jpg



    Das Portal:


    Palac_Hatzfeldow_ul_Wita_Stwosza_Wroclaw_005644.jpg



    Die Eingangshalle (heute teilweise schlicht rekonstruiert und teils erhalten)


    Wnetrza_palacu_Hatzfeldow_Wroclaw_38364.jpg


    Dieser Anblick wird nach der Rekonstruktion mit den Nachbarhaus links zu sehen und der Kirche im Hintergrund wieder "zu erleben" sein:


    Palac_Hatzfeldow_ul_Wita_Stwosza_Wroclaw_209522.jpg


    Der Innenhof: auf den Visualisierungen ist zu sehen, dass das Palais auch von der Rückseite rekonstruiert wird, eventuell mit einem runden Glasanbau links am seitlichen Flügel (ich schätze eine Treppe? oder Gastronomie?), Mal schauen was den Architekten einfällt, meiner Meinung nach eignet sich der Innenhof perfekt als Gastrolocation.


    Palac_Hatzfeldow_ul_Wita_Stwosza_Wroclaw_5751948.jpg


    Alle historischen Fotos (bis auf den Stich) sind aus der Galerie von Polska-org.pl entnommen:


    Dabei gibt es einen Ordner für Außenansichten des Palastes

    und ebenfalls einen Ordner für die Innenansichten (bei den neuen Fotos sieht man erneut, dass vor allem der Eingangsbereich noch teilweise erhalten ist).

    Das Portal hat auch einen eigenen Ordner mit vielen Detailansichten der Schmuckelemente.


    Heutiger Zustand:

    das alte Bürogebäude nebenan, welches man im ersten Foto sieht, wurde in den letzten 5 Jahren abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Diesen sieht man auch in den Visualisierungen für die Reko und auch ein klein wenig in dem zweiten Foto am rechten Bildrand. Der Neubau ist eine deutliche Verbesserung des Stadtbildes da er die ganze Parzelle durch Blockrandbebauung einnimmt und auch in der unteren Etage Geschäfte und Gastro beherbergt, somit ist es eine Rückgewinnung von städtischer Urbanität, welche dem alten "Büroklotz" fehlte.


    2560px-Pa%C5%82ac_Hatzfeld%C3%B3w1.JPG

    Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

    https://commons.wikimedia.org/…82ac_Hatzfeld%C3%B3w1.JPG

    Autor: Bonio

    1280px-Wroc%C5%82aw%2C_ul._%C5%9Bw._Wita_2021-03-03_foto_nr_03.jpg

    Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International

    https://commons.wikimedia.org/…2021-03-03_foto_nr_03.jpg

    Autor: Joee

    Vielen Dank für die Fotos zu Neisse! Mein eigener Besuch liegt zwar auch schon 15 Jahre zurück, allerdings fand ich den Wiederaufbau katastrophal, außer Basilika mit Turm, dem gezeigten Kämmereigebäude und Turm dahinter gibt es außer einer kurzen historisierenden Häuserzeile im Zentrum nur grüne Wiese und lange Zeilenbauten.


    Im übrigen finde ich den Wiederaufbau in der Fläche in Polen ziemlich katastrophal, wenn man mal die allseits bekannten "Leuchtturmprojekte" weglässt, in Schlesien die westliche Innenstadthälfte von Breslau, die östliche Hälfte ist ja auch ein ziemlicher Ausfall.

    Irgendwie finde ich solche Beiträge immer komisch, wenn es um Wiederaufbau Projekte geht ist immer von zwei Extremen zu reden, entweder muss es perfekt sein oder es ist "katastrophal". Die Westliche und Südwestliche Innenstadt Breslaus waren doch total vom Krieg getroffen und auch "nur öde Gründerzeitler" die in polnischen wie deutschen Städten nach dem Krieg gerne bis in die 60er Jahre auch ohne Kriegszerstörung gerne platt gemacht und überhaupt nicht geschätzt wurden, erst recht nicht wenn es nur Wohnviertel waren.


    Jetzt zu Nysa/Neiße, ist bestimmt nicht die schönste Stadt Polens, weder die schönste Stadt Schlesiens. Der Wiederaufbau wäre bestimmt auch einfacher zu gestalten (heutzutage) wenn nicht so viele Wohnblöcke in die Altstadt gesetzt gewesen wären. Oftmals finde ich den Wiederaufbau in der stalinistischen Zeit als gelungener als wenn später den modernistischen Architekten und Stadtplanern das "Experimentieren" erlaubt wurde. Auch wenn die derzeitigen Projekte mal besser und mal schlechter ausfallen sind diese meist städtischer als was zur zeit der kommunistischen urbanen Experimente in den 60ern und 70ern aufgestellt wurde, dies gilt ebenfalls für Breslau, dessen westliche Innenstadt (ich denke mal du meinst den Stadtteil Szczepin?) bestimmt besser aussehen würde wenn sie bis heute unbebaut geblieben wäre. Zu sehen ist das einerseits an den neuen Investitionen in Szczepin selbst, anderseits auch an Beispielen ganz nahe an den Altstädten: Der bis vor kurzem in Ruinen stehenden Speicherinsel in Danzig verglichen mit der typischen Siedlungsstadtplanung im Stare Przedmieście oder auch in Dresden oder Potsdam, dessen Altstädte heute nicht so stehen könnten, wenn diese bereits so bebaut worden wären wie die Dresdener Neustadt.

    Übrigens bestätigen mich Dresdens sozialistisch-klassizistischen Altmarkt oder Warschaus "Allee der Befreiung" erneut, dass wir viel mehr schönere deutsche und polnische Städte hätten, wenn der Wiederaufbau im sozialistischen-klassizistischen Stile weitergelaufen wäre und man Khrushchevs Stilbruch zum Modernismus nicht erlaubt/bzw. "erzwungen" hätte.

    Ich war noch nicht so oft in Torun, die Stadt ist aber sehr schön! Die Lage des Filmzentrums finde ich aber in keiner weise problematisch, es ist eine der wenigen Teile, welche an die alte Stadtmitte grenzen und noch bebaut werden können. Es wird weder von der Altstadt zu sehen sein, noch steht es auf der gleichen Straße wie weitere Altbauten oder Gründerzeitler. Die Stadtentwicklung Toruns ist mir sowieso ein Rätsel, meiner Meinung nach könnte man die ganzen Straßenzüge Szumana, Sikorskiego und die Parallelstraßen Uniwersytecka und aleja solidarnosci größtenteils bebauen.

    1 Und dann muss man trotzdem einsehen dass Lublins Kernaltstadt schon sehr Ansprechend geworden sei.


    19 Rynek – Google Maps

    Das stimmt, wie gesagt Lublin ist immer noch eine schöne Stadt und es strecken sich auch noch Straßen und Arterien mit "Gründerzeitlern" aus der Altstadt heraus, die Abrisse trafen den nördlichen Teil der Altstadt um die Brama Grodzka und das Areal um das Schloss, denn einen Schlossplatz, so wie er heute steht, gab es zur damaligen Zeit nicht. Durch die typische "Autobahnisierung" von Städten hat man wie in vielen Städten lieber Substanz abgetragen und damit alles nördlich vom Schloss komplett von der restlichen Stadt abgetrennt und bis auf wenige Straßen auch die Bebauung und den Straßenplan des nördlichen Stadtteils stark verändert.


    Ich habe selber leider keine Fotos aus Lublin aber ich kann mal schauen einen Strang aus lizenzfreien Bildern von Wikipedia anzufertigen, denn aus deutscher Sicht kennen die meisten die Stadt ja kaum und haben von ihr noch nichts gehört (zumindest in meinem Umfeld).


    Ich glaube die Diskussion um die Altstadt wäre auch eher in Warschau (Allgemeines) untergrebracht als in diesem Galerie strang, von denen es für Warschau auch zwei zu geben scheint?!

    1 Könnte man auch sagen dass die Fokus beim Wiederaufbau im Poland eher am grössere Städten lag?


    2 Warschau hat eine wunderschöne Altstadt und Neustadt aber die restliche Stadt ist nicht aufgebaut so die Vorredners Vergleich mit Dresden ist angebracht.


    3 Ich kann von die jetzige Situation und in sein Gesamtheit kein Vorteil von Warschau gegenuber Posen, Danzig oder Breslau sehen. Posen hat mich persöhnlich uberrascht als Ensemble auch ausserhalb die Markt.

    1) Der Fokus lag deutlich auf größeren Städten, wobei es auch genügend größere Städte gibt, dessen Wiederaufbau in einigen Teilen mit sehr viel abriss und Neuplanung daher kam (Lublin zum Beispiel, auch wenn es trotzdem eine wunderschöne Altstadt geworden ist!)


    2) Der Vergleich mit Dresden ist auch okay, es ging auch eher darum zu zeigen, dass sich die Zerstörung nicht nur auf das Areal der Altstadt beschränkte, Warschaus Zerstörung hat ebenfalls ein riesiges Ausmaß an damals noch relativ neuen Stadtvierteln getroffen. Viele von Ihnen waren in der Vorkriesgzeit auch als Repräsentativer wahrgenommen als die kleine Altstadt. Einiges, aber nicht mehr so viel und vor allem auch nicht reihen an Prachtbauten des 19 Jahrhunderts sind aber noch in der südlichen Hälfte der Innenstadt (Srodmiescie) zu finden und bieten generell eine sehr angenehme Gegend.


    3) Das ist sehr interessant, in Posen war ich tatsächlich noch nicht. Die Viertel des 19 Jahrhunderts empfinde ich aber auf Bildern schon fast atmosphärischer als die Altstadt, es wird ja generell in Posen und Breslau viel renoviert und dazu gebaut, was teilweise das städtische Klima wieder zurück bringt. Am Interessantesten in Posen finde ich die Synagoge die bisher seit ihrem Umbau im Zweiten Weltkrieg so steht wie sie "zerstückelt" wurde.

    Danzig sticht wohl als einzige Stadt etwas aus der Liste aus, da die Kommunisten das ganze Rechts- und Altstadtareal ja als bloße Wohnsiedlung gesehen haben und nichts kulturelles in die Altstadt investiert haben, bis sich dass erheblich in der Wende geändert hat. Mittlerweile werden auch immer mehr die Umliegenden Viertel des 19 Jahrhunderts wieder in Richtung Rechtsstadt geöffnet, was in den kommenden Dekaden wohl zu den größten Veränderungen Danzigs beitragen wird, wenn die ehemalige Stadtmitte wieder zu einer richtigen Stadtmitte wird. Leider gibt es selbst im Bereich der Rechtsstadt (da diese sehr groß war) und der Altstadt noch einiges an Gebieten, welche bebaut werden müssen.

    Die Texte die ich gelesen habe waren auch aus der polnischen Forschung. Es wurde in Polen aber wahrscheinlich mehr zerstört weil dass den Idealvorstellungen der kommunistischen Regierung nicht gepasst hat (und das auch im ganzen Teil des Landes, inklusive Warschau) als dafür um irgendwelche alten Ziegel zum Wiederaufbau der Warschauer Altstadt zu transportieren. Einerseits hätte Warschau für den Wiederaufbau der Stadt die Anzahl an Ziegel um die Altstadt mehrere Male aufzubauen wenn man jeder Erzählung glaubt, die besagt dass das lokale X oder Y abgerissen wurde für Warschau, anderseits wurden bestimmt einige Ziegel nach Warschau transportiert, da ich nicht bestreite, dass dies generell passiert ist, nur die Anzahl an Gebäuden und Ziegel welche "wegen Warschau", noch explizit Warschaus Altstadt verschwinden mussten wird von Erzählungen übertreiben in die Höhe geschätzt. Das wundert aber auch niemanden der sich nicht kurz mit der Situation auseinandersetzt, denn die ganze kommunistische Propaganda protzte Jahre lang mit "Das (ganze) Land baut Warschau auf!", das die ganzen abgebauten Gebäude dann aber auch den Kommunisten einfach Platz machten um deren Pavilions und Gebäude zu errichten war natürlich "nur" ein wunderbarer Nebeneffekt. Man weiß ja auch dass einige Breslauer Ziegel für kommunistische Vorzeigebauten in Nowa Huta eingesetzt wurden, ein Stadtteil als eigene Stadt konzipiert, welche Krakau "in den Schatten treiben und in sich verschlucken sollte", ironisch, dass es heute als abgetrennter Stadtteil der ehemaligen Königsstadt gezählt wird.


    Nun noch einmal zur eigentlichen Thematik: Der Wiederaufbau, besonders der Wiederaufbau der historischen Altstadt als Grund warum man abgebaut hat. Dies stimmt eben nur so maximal "Jein". Der von dir verlinkte Artikel ist ebenfalls nicht auf deine These ausgelegt, dieser spricht nämlich ebenfalls von Nowa Huta und Städten im Allgemeinen. Die Altstadt Warschaus entstand eben nicht allzu mehr auf den Kosten anderer Städte als generell der gesamte Wiederaufbau des Landes auf den Kosten von jeglicher Bebauung lag, welche dem Regime nicht passte. Denn Ruinen, welche man noch Retten hätte können, Bauten welche als zu bürgerlich, unbrauchbar und ideologisch nicht wertvoll ansah wurden abgebaut. Das ist jetzt aber weder an der Altstadt Warschaus Schuld noch ist das wirklich eine Eigenart von Nachkriegspolen da man selbst in nicht neurdings kommunistischen Ländern, welche eine Propaganda zu schmeißen hatten, abriss ohne Ende sondern auch in den Kapitalistischen.


    Und nun noch etwas zu dem verlinkten Artikel: Er besagt Kürstin und Forst wären für Warschau abgetragen (nochmal als meine Anmerkung: dies wird über jedes mittelgroßem Dorf behauptet), bei Forst handelt es sich dabei über keinerlei Altstadt die abgetragen wurde auch wenn das Beispiel tragischer ist als Kürstin, da es hier zufällig wirklich keine Kriegsschäden gab.


    Kürstin bestand aber was dessen Altstadt angeht nur noch aus Ruinen, aber um die geht es in dem Artikel ja nun gar nicht. Die Neustadt Kürstins war aber nicht vom Krieg unversehrt auch wenn das der Artikel behauptet (warum weiß ich auch nicht). Man kann in diesem Youtube Video deutlich die Zerstörung der Neustadt erkennen (0:53 der Bahnhof der Neustadt; 2:55 ebenfalls eindeutig die Neustadt durch den Wasserturm zu erkennen, dieser steht nämlich wie einige Gebäude der Neustadt noch). Zusätzlich noch ein Artikel vom Museum in Kürstin welches besagt dass die Neustadt "1945 zu über 90% zerstört worden ist, entstand an ihrer Stelle eine polnische Stadt, die sich stets verändert und wächst."




    Abschließend meinerseits noch ein Paar Worte zum gesamten Themenkomplex, da dieser tatsächlich sehr groß und unübersichtlich ist:


    Ziegel aus Allerlei Herkunft -> einige kamen nach Warschau -> das heißt nicht dass die Altstadt Warschaus nur aufgrund vom Abtragen historischer Städte entstanden ist, denn

    Ziegel aus Allerlei Herkunft -> kamen Ebenfalls in komplett modern geplanten Plansiedlungen an und wurden dort ebenfalls verbaut

    Mein Fazit: Abgerissen und Abgebaut wäre so oder so heiter ob nun der Ziegel zu einer Reko-Baustelle traf oder viel eher auf eine Baustelle einer neuen Plansiedlung. Allein schon dem Ausmaß an Abrissen kann die kleine Warschauer Altstadt nicht die Anzahl an Abrissfreudigkeit erklären.


    Aber ebenfalls und am wichtigsten: Die Warschauer Altstadt hat keine Ziegel gebraucht und wäre auch bestimmt mit keinem einzigen neuen Ziegel, welcher eine Anreise in die Stadt benötigte ausgekommen. Was sich die Kommunisten da aber ausgedacht haben und mit heiterer Aufbaus Propaganda gekoppelt haben kann man nicht klar verstehen, aber anschließend waren Altbauten den Kommunisten weder bei dem Aufbau noch beim Abtragen von großem Wert, sonst hätten diese nicht Plansiedlungen aus der Platte gleich neben der Altstadt oder stalinistische Häuserkomplexe (inklusive Stalin's Kulturpalast) anstatt von Siedlungen welche viel Altstadtgerechter waren, wie Mariensztat welches zwischen der Weichsel und dem Warschauer Königstrakt liegt. Um noch einmal das Wort Fazit zu benutzen: Die alten Gebäude wären bestimmt auch ohne jegliche Rekos abgebrochen worden und mussten somit nicht "für Warschaus Altstadt" weichen, das ist ja grundlegend die Aussage auf die ich geantwortet habe.