Posts by eryngium

    Herr Maecenas,
    ist lesen und verstehen so kompliziert? Ich dachte ja eigentlich, ich hätte es nun wirklich oft genug erklärt, worum es mir geht.
    Wenn ich meine Beweggründe auf 3 Punkte zusammenfasse und Sie dann bis zu Punkt 2 kommen und nachfragen, wo das Problem sei... Da fällt mir wirklich kaum noch was ein...

    Herr Exilwiener,

    ich erkläre gern noch einmal, worum es geht, denn ich habe das Gefühl, dass es dem einen oder anderen Foristen wirklich unmöglich ist, inhaltliche Verläufe über 3 Posts zu verfolgen...


    1. Es ging um das Stadtschloss in Berlin, dass die "Lumpen von der SED" abrissen. SED = Sozialistische Einheitspartei

    2. Ich habe mir erlaubt daran zu erinnern, dass es auch im Westen unfassbare Abrisse gab. Weil die Zeiten eben so waren. Dort habe ich aber noch nichts von "Lumpen" gelesen, hier im Forum.
    3. Dann erläutern Sie, dass alles mit Sozialismus oder Kommunismus die Kulturbürger vernichtet...

    Was ja impliziert, dass die Menschen im Sozialismus keine Kulturbürger sein können.


    Und auch Sie können wirklich nicht erkennen, warum ich mich erdreiste, Ihren Satz relativieren?
    Das bekümmert mich.


    Wenn Sie die NSDAP und Kommunistische Diktaturen wie Nordkorea, Mao-China, Stalin-Russland oder die Roten Khmer meinen, die Bildungsbürger vernichteten: dann schreiben Sie das bitte auch. Da bin ich nämlich gleicher Meinung.

    Es bleibt für mich immer noch festzuhalten, dass die "Lumpen von der SED" im ALLGEMEINEN NICHT die Bildungsbürger vernichtet haben.


    Und wer es jetzt immer noch nicht verstanden hat, dem empfehle ich mit ganz viel Sarkasmus diese Statistik:

    Bildungsmonitor 2020: In diesen Bundesländern gibt es die beste Bildung - dhz.net (deutsche-handwerks-zeitung.de)

    ;-)

    Schöne Grüße aus Dresden.

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    PS: etwas ist mir über die interessante Frage was "früher alles besser war" noch eingefallen.

    Das ostdeutsche Jägerschnitzel. Es fehlt mir.

    So wie auf den nachfolgenden Fotos darf man sich die Produktion in der Königlichen Tapisserie-Manufaktur vorstellen.
    Da man keine eigenen Bilder machen konnte, hier nochmals der Verweis auf diese Bildquellen von vor über einem Jahr.




    Real Fábrica de Tapices, Madrid, España (tourmake.it)



    In 2019 erhielt ich zur Information:


    An einer Säule, die damals gerade ausgeliefert worden war, waren 4 Künstler beschäftigt.

    Größe 3,3m * 0,6m = 2qm.

    Ca. 4.300 Arbeitsstunden.
    Für einen qm braucht eine Arbeitskraft durchschnittlich 18 Monate.


    BautzenFan meldete übrigens für den 21. Februar 2020 die Fertigstellung der 6. Säule.

    RE: Das Dresdner Schloss


    Jetzt war erst die 7. fertig.

    Ich hatte ja gehofft, dass das schneller geht. Aber logisch, dass man wegen Corona-Abstandsregeln wohl nicht mal mehr zu dritt an einem Webstuhl sitzen kann...
    Gut Ding will also Weile haben.

    Lieber Fachwerkliebhaber,
    Danke. Das tut wirklich gut.

    Nur noch zur Korrektur. Ich habe IHNEN gar nichts unterstellt.
    Ich versuch´s noch mal. Bitte genau lesen:



    *Und genau dies widerlegt die verallgemeinernde Aussage

    Quote
    153-781c377abcc699c1dd5d6f2c3fbbc8ab89906d24.jpg Zitat von Exilwiener ... wobei alle Ideologien mit
    -sozialismus oder Kommunismus im Namen nicht nur Kulturgüter, sondern auch die KULTURBÜRGER gleich mitvernichteten.

    um Mehr oder Weniger geht es mir gar nicht.




    Was mich wirklich nervt (wenn ich Ihre Bezüge richtig verstehe): schon wieder soll ICH als Betroffener von Herabsetzung einer ganzen Bevölkerungsgruppe - gegen die ich mich verwahre - mit Plattitüden über "Ostalgiker" und die "Verklärung des Sozialismus" abgebügelt werden?
    Nichts der Gleichen trifft auf mich zu.
    Und es trifft auch nicht den Kern meines Wunsches:

    Wann ist man denn im Westen endlich mal in der Lage für eine differenzierte Bewertung der Zeit vor 1990?

    V.a. der Menschen in Ostdeutschland?

    NOCHMAL für SIE zum mitmeißeln: Es wurden KEINE Kulturbürger vernichtet.
    Viel mehr wurden die MENSCHEN im Osten zur Kultur erzogen.


    (Und noch eine kurze Info für Ihr Weltbild:
    ICH persönlich finde das Westdeutsche Gesundheitssystem deutlich besser. Liberale Marktwirtschaft auch in diesem Bereich und damit deutliche fortschrittlichere Anwendungen und Techniken haben mir das Leben gerettet...
    Ich kann Ihnen eigentlich kaum etwas benennen, dass für MICH früher besser war.
    Spontan fällt mir das deutlich bessere Recyclingsystem der DDR ein. Und der Grüne Pfeil.

    Auf alles andere verzichte ich lieben gern.


    Andere Ostdeutsche mögen das anders sehen.

    So wie man auch über gesunden Patriotismus und seine Grenzen unterschiedlicher Meinung sein kann.

    Sehr geehrter Fachwerkliebhaber,

    ich kann Ihnen eigentlich nur beipflichten.

    Wer hier spalterische Diskussionen betreibt und Mauern im Kopf hat, sollten SIE vielleicht noch differenziert ausarbeiten.

    Ich habe selbiges ja versucht.

    Bin mir nicht ganz sicher, ob ich Ihren Beitrag als Unterstützung meiner Argumente korrekt interpretiere.


    Ich kann mich noch erinnern, dass so ein paar Blödmänn*innen von Pegida in 2015 gerufen haben: "integriert doch erst mal uns". Warum wohl? Wegen permanenter Zurücksetzung ostdeutscher Biographien. So wie man hier eben einfach behauptet, dass "der Sozialismus den Kulturbürger vernichtet" hat.

    Überall ist in den Medien von Emanzipation und Gleichberechtigung die Rede. Und ich erlaube mir einfach hin und wieder, verallgemeinernde Plattitüden über "den Menschen im Osten im Allgemeinen" in Frage zu stellen.

    Noch ein Tipp von mir: versuchen Sie mal nicht Einzelzahlen aus der Statistik zu verwenden.
    Erst wenn man die Zahlen vergleichbarer Bundesländer addiert und überprüft, wird auch für Sie eine Tendenz hinsichtlich Ost und West erkennbar. ;-)

    Er ist nahezu fertig eingerichtet, soll aber erst im Herbst eröffnet werden. :-(

    Auf dem Youtube-Kanal der SKD statt einer Vorankündigung mit ein paar Bildern als letzte Beiträge 6 Stunden Clubmusik....


    :kopfwand:

    Herr Stauffer,
    zunächst muss ich mich bei Ihnen Bedanken, dass Sie das Gefühl haben,

    dass in Sachsen oder Berlin mehr Kultur zur Schau gestellt wird, als in Hessen oder im Saarland.

    Ich meine das wirklich ohne Ironie.
    Damit ist schon einiges erreicht nach 30 Jahren Wiedervereinigung. (Glauben Sie mir, in meinen 14 Jahren Diaspora im Südwesten Deutschlands habe ich da Anfang der 2000-er komplett gegensätzlichen Selbstüberschätzungen in einigen Diskussionen widersprechen müssen...)


    Nun frage ich mir nur, warum es für Sie schlecht zu ertragen ist, wenn nackte Zahlen eine gefühlte "kulturelle Überlegenheit" Westdeutschlands - wie sie Exilwiener (den ich im Übrigen sehr schätze) durch eine (aus meiner Ansicht unzulässige) Verallgemeinerung in seiner Grundaussage - widerlegen?


    Wenn wir schon über Statistik-Details sprechen, dann wäre vielleicht der Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung - die vermutlich eher Interesse für Museen und Klassik-Konzerte haben - ein passendes Argument für SIE gewesen.
    Auch ließe sich vielleicht fragen, ob Menschen mit anderem - beispielsweise vorderasiatischem oder afrikanischen - kulturellem familiärem Hintergrund mit Klassischer Musik in gleichem Maße etwas anfangen können, wie ein "Mitteleuropäer". Um nicht falsch verstanden zu werden: Mir fehlt zum Beispiel der Zugang zu indischer, thailändischer oder chinesischer Musikalischer Hochkultur komplett. Nicht weil ich diese ablehne, sondern weil ich sie nicht "gewohnt" bin....


    Falls Sie, lieber Stauffer, es doch noch mal mit Zahlen versuchen wollen:

    Auf dieser Seite kann man sich sehr schön eine Übersicht verschaffen, wo es wie viele Museen in Deutschland gibt.


    Museen in Deutschland – Wikipedia


    Beachten sollte man bitte auch insbesondere den Abschnitt, WO sich die meistbesuchten Museen Deutschlands befinden.
    Nach sächsischen Museen müssen wir da (leider) lange suchen.


    Und wenn man sich dann noch die Mühe macht, die Einwohnerzahlen der Bundesländer mit den Museumszahlen ins Verhältnis zu setzen, dann wird deutlich, dass

    - in Ostdeutschland wohl doch der Gang ins Museum oder Konzert "anerzogen wurde". *

    - hingegen die Zahl der Museen in Westdeutschland anteilig zur Bevölkerung überwiegt.


    *Und genau dies widerlegt die verallgemeinernde Aussage

    ... wobei alle Ideologien mit

    -sozialismus oder Kommunismus im Namen nicht nur Kulturgüter, sondern auch die Kulturbürger gleich mitvernichteten.


    Nur zur Klarstellung: Es liegt mir wirklich fern, die Katastrophe das Berliner Schlossabrisses relativieren zu wollen. Auch muss ich nicht unbedingt nachweisen, dass man in Westdeutschland per sé kulturferner ist als im Osten.

    Aber die üblichen unreflektierten Plattitüden zur allgemeinen "Unkultur im Sozialismus" sind gebildeten Menschen einfach unwürdig und entsprechen nicht den Tatsachen.

    Ich würde mir einfach wünschen, dass man 30 Jahre nach der Wiedervereinigung zu einer differenzierten Betrachtung der "anderen aus der Zone" fähig ist.

    Ich war ja im Dezember 2019 mal vor Ort. Damals hatte ich im Rahmen der Führung gesehen, dass man in dem großen Manufakturraum - neben anderen Projekten - an 4 Hochwebstühlen (von vielleicht 12 bis 15 insgesamt) an Dresdener Tapisserien arbeitete.

    - An einem Webstuhl, auf dem eine Säule gefertigt wurde, saßen damals 3 Personen.

    - An einem anderen Webstuhl waren an 2 voneinander unabhängigen Teilstücken des Balustradenfrieses auch 3 Personen am arbeiten.

    - An einem dritten Webstuhl arbeiteten 2 Personen an einem Teilstück des oberen Frieses.

    - An einem 4. Webstuhl wurde gerade von einem Mitarbeiter die Vorzeichnung auf die Kettfäden übertragen für eine weitere Säule.


    Damals wurde uns gesagt, dass man nach Abschluss eines anderen Projektes für Dresden mehr Mitarbeiter zur Verfügung haben wird.

    Ist das anhand von Stichen oä Quellen gesichert? Oder waren das nicht eben die herausragenden und so überproportional oft erhaltenen Beispiele?

    Die bildliche Quellenlage ist für die Zeiten vor der Renaissance sehr dürftig. Für alle Städte in Sachsen, aber auch sonst i Deutschland, behaupte ich mal.

    Am Beispiel Dresden sei das mal aufgezeigt:
    Ein Bild nach einem verschollenen historischen Modell...


    Datei:Dresden 1521.jpg

    Dresden 1521 - Frauenkirche (Dresden, gotischer Vorgängerbau) – Wikipedia


    Neuerscheinung: Das Residenzschloss zu Dresden, Band 1



    Zum Vergleich: Ein Kupferstich von 1555, der auch nicht viel mehr zeigt als Umrisse.


    Und ein Stich aus den 1730-ern



    Quartier V/ 2 - Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden e.V. -

    Vogel, Andreas: Perspektivischer Plan von Dresden. 1634 - Ausschnitt Neumarkt



    Vereinfachung der Darstellung im Vergleich zum Istzustand? Oder tatsächlich so schlicht?

    Man weiß es nicht. Aber glaubt man den farbigen Darstellungen oben (nach einem historischen Holzmodell), dann sah Dresden in der Spätgotik etwa so aus, wie Mühlberg heute noch.

    Viele niedrige Häuser. Und zwischendrin ein paar größere mit wohl aufwändigeren Giebeln.


    In der Renaissance-Zeit wurde Dresden nahezu komplett umgestaltet, zu einer der großartigsten Deutschen Renaissance-Städte überhaupt. Da hat sich schon damals aus gotischer Zeit an den Fassaden nicht viel erhalten.


    </p> <p>Fürstliche Tierhatz mitten in der City: Der Altmarkt im Jahr 1609 zur Fastnacht beim sogenannten Fuchsprellen. Damals stand das Rathaus (Gebäude am rechten Rand) noch.


    Altmarkt.



    Und das Gleiche gilt vermutlich auch für Orte wie Meißen, Freiberg, Zwickau, Grimma.

    Auch Bautzen und Görlitz, obwohl die ja damals noch gar nicht zu Sachsen gehörten. ;-)

    Das stimmt leider, wobei alle Ideologien mit

    -sozialismus oder Kommunismus im Namen nicht nur Kulturgüter, sondern auch die Kulturbürger gleich mitvernichteten.

    Diesen Satz kann man leider so nicht stehen lassen, denn er verallgemeinert zu sehr.
    Wenn wir von (groß-)bürgerlicher Kultur sprechen, dann stimmt das uneingeschränkt.


    Was aber die allgemeine Kulturbildungsferne in der Bevölkerung angeht... Da hat der Konsumrausch und die Vielfalt an anderen Möglichkeiten doch eher zu einem Sittenverfall in Westdeutschland beigetragen.
    Zu DDR-Zeiten machte man ganz selbstverständlich kollegiale Betriebsausflüge zur Kunst. Millionen Werktätige besuchten die Großen Kunstausstellung der DDR in Dresden. Man ging häufig ins Theater und in Klassische Konzerte. In Museen sowieso.
    Weil an anderer Kurzweil nichts dem Westen vergleichbares geboten wurde.

    Noch heute sind die Statistik-Zahlen für Besuche in Museen und bei klassischen Konzerten je Einwohner in Sachsen signifikant höher als in jedem westdeutschen Flächen-Bundesland. Und eine ähnliche Tendenz sieht man für alle ostdeutschen Länder.







    Kulturindikatoren auf einen Blick - Ein Ländervergleich (destatis.de)

    ^... eigentlich doch genau so anklagend, wie die Bilder vom Braunschweiger Schloss, welche die "Lumpen des Kapitalismus" grandios anklagen.



    Thema%204.9.7%20Abbruch%20S%C3%BCdfl%C3%BCgel%20%20Fr%C3%BChjahr%201960_0.jpg


    residenzschloss_ruine.jpg (1168×771)



    Oder die Bilder vom Thronsaal der Münchner Residenz,
    der aus unerfindlichen Gründen von den "bayrischen Lumpen" verunstaltet wurde.

    Quellbild anzeigen



    Herkulessaal der Residenz München • Programm 2020 und 2021


    Wir hätten das alles natürlich viiiiiieeeeel besser gemacht. Heute.

    Gotische Bürgerhäuser sind in Sachsen oft nur schlicht.
    Meist war von vorn herein nicht "viel Lametta". Oder die Objekte wurden später vereinfacht, umgebaut und sind nur als schlichte Putzbauten aus Renaissance und Barock auf uns überkommen.


    Das allbekannte Pirnaer "Canaletto-Haus" zeigt exemplarisch, wie spätere Umbauten die gotische Architektur überformten.

    Canaletto-Haus

    Wohnhaus mit platzbeherrschendem Giebel; baugeschichtlich, künstlerisch, städtebaulich und ortsbildprägend von Bedeutung, ein Renaissancegebäude mit einigen noch spätgotischen Details; Das Haus ist eines der stadtbildprägendsten Gebäude Pirnas. Es entstand um 1525 infolge eines Gebäudeumbaus, wobei die heute ältesten vorhandenen Bauteile des Hauses aus der Mitte des 15. Jahrhunderts stammen. Nach dem Umbau verfügte das Haus allerdings nur über zwei Vollgeschosse mit vier Zwerchhäusern. Letztere wurden (vermutlich nach dem Dreißigjährigen Krieg) zu Gunsten eines dritten Vollgeschosses abgebrochen. Deshalb weist der markante und hohe Giebel einen „Knick“ auf. 1753/56 fertigte der Maler Bernardo Bellotto, genannt Canaletto, eine Marktansicht, die bereits die heutige Gebäudeform zeigt. Obwohl Canaletto selbst keine weitere Bindung zu dem Haus besaß, ging sein Name auf das Gebäude über. Das Haus wurde 1997–99 im Rahmen der Stadtsanierung grundlegend saniert.


    Gotisches Haus

    Auch am Gotischen Haus, Obere Burgstraße 3 haben die Jahrhunderte zu sichtbaren Veränderungen geführt. Ein giebelständiger Bau der Spätgotik, um 1480 mit straßenbildprägendem Giebel. Barockes Portal.


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    Die "üblichen Verdächtigen" Görlitz und Bautzen bieten uns an gotischen Bürgerhaus-Fassaden eigentlich nichts Erwähnenswertes, wenn wir von den gotischen Arkaden am Görlitzer Untermarkt mal absehen. Auch hier durch Umbauten, Feuer und Kriege nichts gotisches auf den ersten Blick mehr sichtbar.

    Wohnhaus in geschlossener Bebauung, mit Laden



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    Die 4 Zwickauer Priesterhäuser sind so ziemlich die ältesten Wohnhäuser in Sachsen: Ensemble von 1264/65 bis 1466/67 entstanden.

    Konnten 1993 gerade noch vor dem Abbruch gerettet werden.
    Leider auch überformt. Und wohl schon immer relativ wenig repräsentativ.


    Wohnhaus in geschlossener Bebauung

    Deutsche Stiftung Denkmalschutz: Priesterhäuser  -  Zwickau


    Das Zwickauer Dünnebier-Haus zeugt hingegen noch architektonisch vom Wohlstand in der Silberhandelsstadt Zwickau im 15. Jahrhundert.

    Wohnhaus in Ecklage und in geschlossener Bebauung

    Dünnebierhaus – Wikipedia

    Spätgotisches Bürgerhaus mit Portal, Vorhangbogenfenstern und fünfgeschossigem Treppengiebel, daneben dreigeschossiger Putzbau mit Vorhangbogenfenstern. 1980 originalgetreuer Wiederaufbau des Treppengiebels,


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    Auch in Meissen findet man einen - für Sachsen sonst kaum noch erhaltenen - gotischen Treppengiebel.

    Gotisches Prälatenhaus, Rote Stufen 3 in Meißen - Jäger Ingenieure GmbH


    Gotisches Prälatenhaus, Rote Stufen 3 in Meißen


    Ehemaliges Domherrenhaus in halboffener Bebauung, heute Wohnhaus, mit seitlicher Stützmauer zur Gasse Rote Stufen und Seitenflügel zum Hof; geschichtlich, künstlerisch, wissenschaftlich, städtebaulich, baugeschichtlich und kunstgeschichtlich von Bedeutung, wertvoller spätgotischer Bau mit ortsbildprägenden Treppengiebeln in Backstein, bemerkenswertes Inneres mit bauzeitlichen Wandmalereien, der Seitenflügel ein altertümlicher Fachwerkbau (zur Zeit eingelagert), ortsbildprägende Lage nahe der Afra-Freiheit; als Wohnhaus von Nikolaus Heynemann (päpstlicher Legat und Notar des Bischofs von Meißen) erbaut, mit Staffelgiebeln aus Backstein, nach starkem Verfall ab 1998 z. T. restauriert, darunter originale Malereien in den Bohlenstuben der Obergeschosse[1]


    Prälatenhaus (Meißen) – Wikipedia




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    Ein beeindruckendes Bürgerhaus in Torgau ist auf jeden Fall erwähnenswert.

    Wohnhaus in geschlossener Bebauung

    Bürgerhaus Leipziger Straße 28, 1. Hälfte 16. Jahrhundert, für Torgau einzigartiges Beispiel eines spätgotischen Giebelhauses mit repräsentativem Maßwerkgiebel.

    Auch in dieser sächsischen Residenzstadt wurde später sämtlicher Altbestand überformt.



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    Es gibt am Rande Sachsen aber genuin sächsische "Käffer", in denen sich die alte Pracht hervorragend erhalten hat.
    Fern ab jeglicher Entwicklung gibt es hier Stadtbilder, die sich seit 1815 kaum veränderten. Denn die Orte wurden durch Preußen annektiert... :-)
    In Mühlberg a.d. Elbe kann man erahnen, wie es in sächsischen Städten an vielen Stellen des Landes einst aussah.
    (Allerdings handelt es sich hier in Mühlberg mit Rathaus und Probstei tatsächlich um "mehr als" Bürgerhäuser.)


    Rathaus


    Neue Propstei



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    Weitere verhältnismäßig ansehnliche gotische Gebäude im heutigen Freistaat findet man in Grimma


    Alter Marstall; Alte Armenschule; später Handelsschule (Ehemaliger Marstall, später Schule, heute Wohnhaus, mit Anbau zur Frauenstraße)

    Alter Marstall; Alte Armenschule; später Handelsschule (Ehemaliger Marstall, später Schule, heute Wohnhaus, mit Anbau zur Frauenstraße)

    verputzter Bruchsteinbau mit spätgotischem Ziergiebel (Blendbogengiebel), unter Verwendung mittelalterlicher Grabplatten (vermauerte Spolien),


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    Und natürlich in Freiberg. Auch hier sind die gotischen Gebäude meist schlicht. Am Dom stehen aber die repräsentativsten gotischen Bauten der Stadt.

    Wohnhaus


    Am Dom 4, Wohnhaus vor 1490 in geschlossener Bebauung; Gebäude des ehemaligen Domherrenhofs, repräsentativ mit spätgotischen Vorhangbogenfenstern und Steildach.



    Wohnhaus (Rektorat)

    Wohnhaus Am Dom 2, um 1488 , markanter Bau mit Blendnischengiebel, Spitzbogenportal und Treppenturm, Erdgeschoss zellengewölbt, Gebäude des ehemaligen Domherrenhofs.


    Wohnhaus (Thümerei; Stadt- und Bergbaumuseum)

    Wohnhaus mit Hintergebäude, später Museum; repräsentativer Eckbau mit großem, neogotisch wiederhergestellten Blendnischengiebel zum Untermarkt, Treppenturm, versetztem spitzbogigen Stabwerkportal, reich profilierten Fenstergewänden und aufwändiger Innenausstattung, Gebäude des ehemaligen Domherrenhofs.


    Danke liebe BautzenFan für die Recherche...

    Bleibt am Ende des Prozesses der "Raumwerdung" nur noch einmal festzustellen, dass die von Dir dargestellte ablehnende Haltung von Teilen der Staatsregierung und die der SKD ja nun im Herbst 2020 durch die sehr aktiven Protagonisten aus dem - wegen Verweigerung der vorgenannten Gruppen zwischenzeitlich aufgelösten - Schütz-Förderverein sehr erfolgreich eine Lanze für die "Schützkapelle" gebrochen haben.


    Durch die Einbindung der Kapelle in ein Überregionales Schütz-Jahr kann nun ganz schnell rekonstruierend ausgebaut werden, obwohl der Ausbau eigentlich in der Zeitplanung für die Fertigstellung des Schlosses stetes ausgeklammert und auf einen St.-Nimmerleinstag verschoben werden sollte.


    Wie ich schon schrieb: Auf die Schlosskapelle sollten wir noch ne Weile warten.

    Und mit der Schützkapelle ging´s jetzt ganz schnell... Dank Schütz-Förderverein und dem ungebrochenen Bekenntnis seitens SIB für den Ausbau als Reko.


    Für mich auch so ein Beispiel, dass stetes Wirken von Bürger-Vereinen in Dresden in Sachen Reko etwas bewirkt. Gegen Widerstände in verantwortlichen Führungspositionen.

    Man mag es "ewig-gestrig" nennen.

    Besonders dann, wenn man sich darüber ärgert, dass man Bürgerwille nachgeben musste... ;-)

    Das Mannheimer Stadthauses / Kaufhauses.


    Der Artikel der Zeitung kann natürlich die Nachkriegsgeschichte des Mannheimer Stadthauses / Kaufhauses nur bedingt aufzeigen.
    Im Jahr 1997 wurde aber in der Schriftenreihe des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz, Band 57 "Rekonstruktion in der Denkmalpflege. Überlegungen – Definitionen – Erfahrungsberichte auf Seite 122 – 134 die Chronologie des Gebäudes, insb. seine Nachkriegsentwicklung - für die Öffentlichkeit genau dokumentiert.


    Frau Kathrin Ungerer-Heuck, seinerzeit Konservatorin und Gebietsreverentin beim Landesdenkmalamt in Karlsruhe beschrieb in Ihrem Beitrag:

    Mannheim: Stadthaus N 1. Moderner Neubau oder historisierender Nachbau. Eine Chronologie genauestens Ursache, Wirkung und Folgewirkung ff. Es ist beeindruckend, dass auch und gerade

    - durch den Rückzug der Denkmalpflege auf "akademische Standards", die Charta von Venedig

    - und die Verweigerung von Rekonstruktion

    - mit späterer Unterstützung der Denkmalpflege für den Neubau in seiner modernen Form

    letztlich das Stadthaus in seiner heutigen Form entstand.


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    1998 galt das neue Stadthaus in Denkmalpflege-Fachkreisen als ein gelungenes Beispiel für den "richtigen" Umgang mit verlorener, ehedem hochbedeutender Bausubstanz.

    Auch im Mai 2014 war die Autorin - nach Ihrer Pensionierung - noch der Ansicht, dass das Stadthaus doch ein recht gutes Ergebnis ist...

    Seite 130 - 133 des nachfolgenden Buch-Ausschnitts:

    13831-Artikeltext-27992-1-10-20140505.pdf

    Auch wenn schon damals deutlich zu erkennen war, dass das Ding nicht funktioniert.


    Heute sehen wir wieder einmal, was auch in den 80-ern schon viele wussten: Reko wäre besser.

    Für Mannheim stellt sich die bange Frage, was nach der "gelungenen Adaption" der Mannheimer Mittelturmfassade aus den 80-ern jetzt folgt.

    Der private Eigentümer, der Baukonzern Diringer&Scheidel lässt eigentlich nichts gutes hoffen, denn mit Reko lässt sich vermutlich keine ordentliche Rendite erzielen.

    Und wenn die SPD-Stadträtin Cademartori auch meint, die Immobilie "gehöre" allen Mannheimern. Dafür hätte man im Stadtrat die Weichen

    vor ein paar Jahren anders stellen müssen.


    Die Nachkriegs-Geschichte des Mannheimer Stadthauses / Kaufhauses ist wirklich beispielgebend für: "wie man es nicht machen sollte".
    Dieses Projekt ist eine mustergültige Argumentationshilfe FÜR jedes zukünftige Rekonstruktions-Projekt in Deutschland.

    Ich hoffe man lernt anderenorts daraus.

    Ohne den Artikel bisher gelesen und mich mit den 117 Punkten wirklich beschäftigt zu haben, bin ich überzeugt, dass es sich um sehr viel heiße Luft in schönen Phrasen handelt. Zur Beruhigung der Wählerklientel.

    Nachdem im Jahr 2015 der CDU-Baubürgermeister Marx durch den GRÜNen Baubürgermeister Schmidt-Lamontain abgelöst wurde, hat man jetzt erkannt, dass man irgendwann mal Dachbegrünung an städtischen Gebäuden umsetzten will... Super. Ist ja auch erst 5einhalb Jahre her. Nahezu gestern...


    Beispiel:

    Schulstandort Tolkewitz. Städtischer Neubau 2016 bis 2018. Geplant in Zeiten eines Grünen Baubürgermeisters.


    Vorplatz zur Tolkewitzer: 2.700qm Großpflaster mit wieder eingebauten Gleisen "zur Gestaltung". NICHT EIN Baum oder Pflanzfläche.

    Dachbegrünung?

    Photovoltaik?


    Gut, dass man jetzt umdenkt und die Dachbegrünung "entdeckt"....

    Frau Ackermann ist sicher eine deutlich angenehmere Generaldirektorin, als ihr Vorgänger Fischer es war.

    Ich glaube aber, dass sie mit den 2 Mio. historischen Objekten der SKD nur begrenzt etwas anfangen kann. Ich denke sie brennt für anderes.


    Ein paar Beispiele sollen diese meine Behauptung - als Anregung zur Diskussion - belegen.


    1.

    Als Direktorin der Kunstsammlungen NRW hatte sie sich seit 2009 dafür engagiert, dass die Sammlung Hoffmann nach Düsseldorf kommt.

    Als Familie Hoffmann dann ihre Sammlung später wirklich schenkte, war Frau Ackermann (zu unserer großen Freude) in Dresden. So kam die Sammlung also "zufällig" nach Dresden. Ein sehr sympathischer Freudscher Versprecher von Frau Ackermann zeigt ein wenig, dass eine "Verinnerlichte Verankerung" in Dresden für Frau Ackermann noch nicht stattgefunden hat.

    Heute stehen nun - zur Bereicherung der angestaubten langweiligen Dresdener Sammlungen- außergewöhnliche Objekte in der Ausstellung und machen sie damit auch für modern denkende Menschen sehenswert. Ich persönlich, als ewig gestriger verstehe es ja nicht. Aber DAS sagt ja nur etwas über MEINEN begrenzten Horizont aus...





    Besonders "bedeutend" finde ich auch die Bauchmaske mit "Chia-Samen".


    Und die Bereicherung der Kurfürstlichen Kleiderkammer durch ein modernes "tiefgründiges" Werk, wie dieses.




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    2.

    Seit dem 23.12.2020 hat es die SKD nicht mehr für nötig erachtet, auf ihrem Youtube-Kanal Kontakt zu für Hochkultur begeisterten Menschen herzustellen. Gab es im ersten Lockdown noch das schöne Format "Art for Lunch", so findet man seit Januar 2021 hauptsächlich:


    - Yoga-Videos für Kinder


    - 6 Stunden Club-Musik und


    - Beiträge für Kindegartengruppen


    als relevanten Content.

    Diese "Arbeitsverweigerung" zum Thema Hochkultur passt zu der zukünftigen Entwicklung, auf die uns Frau Ackermann einstimmt.

    - Die Zahl großer Ausstellungen wird man verringern.

    - Die Kinderbiennale wird - weil sie 2020 ausfiel - in 2021 nachgeholt. Das finde ich gut. Aber ob es 2222 gleich die nächste braucht, damit man im Rhythmus bleibt, wie Frau Ackermann andeutete... Nun ja.

    SKD: Kinderbiennale

    Japanisches Palais: Kinderbiennale – Embracing Nature (skd.museum)



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    3. Wenn wir uns jetzt in Dresden mit dem Ökologischen Fingerabdruck von Museen beschäftigen, dann setzen wir uns nun "endlich" mal an die Spitze einer modernen Bewegung und verlassen das "ewig gestrige".

    Sächsischer Louvre? Vorbild Eremitage? Oder Prado?

    Dafür meine ich - könnte Frau Ackermann ihr persönliches Engagement ausweiten.


    Naja, als ewig gestrigem Menschen sind MIR die konservativ agierenden Direktoren

    - Herr Dr. Stephan Koja (Direktor Alte Meister)

    - Herr Thomas Geisler (Direktor Kunstgewerbemuseum - nach vorheriger kurzer Fehlbesetzung seit 2018 endlich ein fähiger und MIT dem historischen Umfeld Pillnitz arbeitender Direktor.

    deutlich näher.



    Abschließend möchte ich noch hinweisen auf die sehr interessante Ackermannsche Dresdener Rede. Höchst intelligent.

    Dresdner Rede Marion Ackermann 16.02.2020 von Staatsschauspiel Dresden (soundcloud.com)


    Unklar ist mir nur, warum die Weltbürgerin Marion Ackermann beispielsweise für Korea die Bedeutung der Kultur für die Nationale Identität erkennt und sehr gut erläutert, es dann aber nicht wirklich versteht, dass eine über lange Jahre DDR komplett unterdrückte Identität Sachsen auch und gerade durch Kultur und Hebung der alten Staatsschätze bei der SKD wiedererstehen konnte und kann.

    Und das gerade DIES IHRE ureigene Aufgabe sein könnte...

    Statt dessen setzt sie andere Prioritäten.

    Das täuscht. Immerhin hat Frau Ackermann zur Eröffnung der Paraderäume unumwunden erklärt, dass sie sich nicht vorstellen konnte, dass das "was wird". Sie hat das Vorhaben nicht unterstützt, gibt das aber wenigstens zu. DAS ehrt sie.


    Herr Syndram hingegen lies sich für die Paraderäume feiern, hat aber AUCH alles dafür getan, Rekonstruktionen möglichst zu verhindern und auf jeden Fall zu diffamieren.