Posts by eryngium

    Kellergewölbe gibt es.
    Und ganz viel Deko-Kitsch, den ich mit "Disney" subsumiere.


    https://www.google.de/search?q…oECB8QBA&biw=1920&bih=979


    Hat mit Dresden ungefähr soviel zu tun, wie Hüte mit Gamsbärten mit München...



    Und im Pulverturm geht´s genau so "authentisch" zu.

    https://www.google.de/search?q…Aab_Sr1A&bih=979&biw=1920



    Allerdings muss ich feststellen, dass ich zwar weiß, wo ich NICHT hinginge... (s.o.)
    Allein, es fehlt mir derzeit an Ideen, wo man in Dresden derzeit die passende geschmackvoll und authentisch eingerichtete Lokalität mit sächsischer und regionaler Küche, die auch wirklich gut ist, findet.

    Seit das Historische Fischhaus förmlich platt gemacht wurde, fällt mir nur noch das Umweltzentrum ein. Doch das ist mir eigentlich zu vegetarisch...


    Schießhaus finde ich okay, aber auch nicht überragend...


    Gar nicht so leicht...


    Wer hat noch Ideen?

    Also vor den Touristenfallen Sophienkeller (Taschenberg-Palais) oder auch Pulverturm (im Cosel-Palais) kann man eigentlich nur warnen, finde ich.
    Da verirrt sich wohl kein Dresdener hin. Und das scheinbar "super-urig historische" ist hier wirklich "Disneyland".

    Deko vom Raumausstatter in Histo-Kitsch. Bedienung in Mittelalter-Kleidern oder barocker Kostümierung.

    Das ist doch eher was für die Abfertigung von Reisebussen mit Ü-65-Insassen...


    Und wirklich gute Küche gibt es bei der Massenabfertigung auch nicht. Alles vorproduziert und aufgewärmt. Richtig kochen kann da niemand mehr.

    Man versuche es doch mal in der äußeren Neustadt. Dort gehen Gäste nicht nur 1mal zum Essen und deswegen ist es da oft selbst gekocht und lecker.

    Also da muss ich DarkVision doch ganz stark widersprechen. Striesen, Blasewitz, Weißer Hirsch. Man muss wirklich nicht ins Umland von Elbflorenz, für geschlossene Denkmal-Ensembles.


    Mein Favorit wäre z.B. diese Fewo... Nähe Blaues Wunder und Elbradweg. 4km zur City, 8km nach Pillnitz.
    Trotzdem Shoppingcenter, Programmkino und tolle Restaurants um die Ecke.
    Fahrräder inclusive. "Willst Du das Leben genießen, zieh nach Striesen..."
    https://ferienwohnung-weissbach.de

    Veröffentlichung des Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement vom 18.09.2020

    Schloss Moritzburg - Aufsetzen der letzten Skulptur auf die Balustrade zum Abschluss des Skulpturenprogrammes

    Das Schloss Moritzburg markiert das Zentrum einer noch fast vollständigen Barockanlage und wurde seinerzeit der Göttin Diana, der Göttin der Jagd gewidmet. Daher finden sich sowohl bei der Ausstattung im Inneren als auch im Außenbereich zahlreiche Hinweise auf das Thema Jagd. Auch die Figuren auf den Balustraden sind mit jagdlichen Attributen ausgestattet.
    Im Rahmen eines Skulpturenprogramms erfolgte unter Regie der SIB-Niederlassung Dresden I in den letzten vier Jahren eine umfassende Bestandserfassung, gründliche Schadensanalyse und Restaurierung der 110 Skulpturen (6 Großfiguren, 52 Putti und 52 Vasen). Zum Abschluss des Skulpturenprogrammes wurde heute eine der aufwändigsten, aber auch schönsten Vasen – mit Rosenblüten und vier figürlichen Reliefs – versetzt. Die Vase war nur als Torso erhalten, wurde aufgrund historischer Fotos und kunsthistorischer Interpretation ergänzt und anschließend in Cottaer Sandstein kopiert. Die beschädigten vier weiblichen Figuren lassen sich möglicherweise als die vier Tugenden interpretieren.
    Insgesamt wurden in das Skulpturenprogramm 795.000 Euro investiert. Die Maßnahme wurde mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts.

    Während der umfassenden Terrassensanierung wurden alle Skulpturen von den Balustraden herab genommen und für jede Skulptur ein sogenannter Exponatepass entwickelt – jede Figur erhielt eine eigene »Krankenakte«, welche sämtliche Informationen über die Skulptur enthält. Parallel dazu wurde nach einem intensiven Quellenstudium ein ikonografisches Programm zur Aufstellung der Putti und Vasen entwickelt, dem das Thema »Jagd« zu Grunde liegt. So wurden die Skulpturen an Hand ihrer Attribute der Hohen (Südseite) und der Niederen Jagd (Nordseite) zugeordnet. Die Attribute der einzelnen Skulpturen sind beispielsweise dem Fischfang, der Hochwildjagd, der Beizjagd oder der Entenjagd zuzuordnen.

    Hintergrund
    Schloss Moritzburg besitzt heute noch einen großen originalen barocken Bestand an Putti und Vasen. Von den 110 noch vorhanden Skulpturen sind wahrscheinlich noch 32 Originale aus dem 18. Jahrhundert. Allerdings lässt der Zustand einiger Skulpturen es nicht mehr zu, sie im Außenbereich zu zeigen. Diese Figuren wurden kopiert und erfreuen die Besucher nun wieder von der Balustrade. Insgesamt 19 Skulpturen (Putti und Vasen) wurden in dieser Maßnahme kopiert. Für 12 Kopien mussten Modelle geschaffen werden, weil die Originale nur noch Torsi waren. Hierfür wurde zunächst ein kleines, ca. 15 cm hohes Modell, ein sogenannter Bozetto geformt. Nach dessen Bestätigung (durch das Landesamt für Denkmalpflege und dem SIB) wurde die Figur im Maßstab 1:1 in Ton geformt. Anschließend wurde dieses Modell in Gips abgeformt und diente als Vorlage für den Bildhauer, welcher die Figur dann in Sächsischen Sandstein kopierte. Dieser Prozess war aufwendig zu begleiten, da jeder Bildhauer seine eigene Handschrift hat, welche sich allerdings in den gesamten Kontext des Skulpturenprogrammes einfügen muss.

    Über 20 bewährte Restauratoren, Bildhauer und Bildhauerinnen aus der Region wurden mit der Ausführung der bildhauerischen und restauratorischen Leistungen betraut. Ein jährliches Monitoring sorgt nun für die Dauerhaftigkeit des Geschaffenen.

    Kaffeesachse, nimm es mir nicht übel, aber bei dem bestehenden eklatanten städtebaulichen Missstand (Rähnitzgasse verbaut) ist es recht egal, ob "man drin gut wohnen kann".
    Der Durchbruch ist einfach absolut notwendig!


    Und wenn nicht im Jahr 2006 ein Finanzbürgermeister namens Vorjohann - der sich übrigens heute bis zum Staatsminister der Finanzen Sachsens hochge... (sagen wir -dient) hat - den eklatanten Fehler begangen hätte, einfach ALLE kommunalen Wohnungen zu privatisieren, ohne städtebauliche Problemfälle in städtischem Eigentum zu behalten, dann wäre das Problem Rähnitzgasse auch schon lange gelöst...

    Aber leider sind ja Menschen wie dieser, die einfach von irgendwo her kamen und kommen, keinen Bezug zu Dresden haben (wie ja auch unser scheidender Bau-Bürgermeister) Dresden-typisch. Da denkt man dann dogmatisch und ideologisch, statt wirklich das beste für die Stadt zu erreichen. War doch auch viel einfacher, einfach ALLE Liegenschaften zu privatisieren, statt vorher mal zu überlegen...



    Man mag übrigens von den neuen Gebäuden an der Hauptstraße - Ecke Heinrichstraße architektonisch halten, was man will. Zum Glück wurde wenigstens hier der Missstand einer Abschottung des dahinterliegenden Viertels behoben.

    So wie auf der gegenüberliegenden Seite heute noch, sah es vorher aus:

    https://www.google.de/maps/@51…!2e10!3e11!7i13312!8i6656


    heute ist es nun zum Glück wieder so:

    https://www.google.de/maps/@51…!2e10!3e11!7i13312!8i6656


    Und auf den nachfolgenden Luftbildern sieht man sehr schön, dass an der Rähnitzgasse etwas passieren MUSS.

    https://www.google.de/maps/pla…3d51.0599557!4d13.7432297


    https://www.google.de/maps/@51…27a,35y,45t/data=!3m1!1e3


    Und so siehts das ganze von unten aus.

    https://www.google.de/maps/@51…0wDGRQ!2e0!7i13312!8i6656




    Auf der gegenüberliegenden Seite ist der Ausgangszustand mit den kleinen Durchgängen erhalten.
    Es ist klar, dass dahinter keine städtebauliche Entwicklung möglich ist.

    https://www.google.de/maps/@51…,35y,39.31t/data=!3m1!1e3


    Eine solche menschen- und geschichtsverachtende Gigantomanie war 1967 geplant,

    hauptstr-neustadt.jpg


    Zum Glück ist nur ein Torso herausgekommen, weil man nicht das Geld hatte, die barocke innere Neustadt noch weiter zu entstellen und durch gigantische Zeilen abzuriegeln.
    Und solche städtebaulichen Fehler sollen durch einen verschärften Denkmalschutz-Status zementiert werden, statt sie nach Möglichkeit zu heilen?

    Goldstein, den von Dir als "Kompromiss" angesprochenen Durchgang gibt es. Schon immer.


    Und er ist zu klein, als das eine urbane Verbindung zwischen dem trostlosen überdimensionierten Platz und der dahinter abgeriegelten kleinteiligen hoch bedeutenden barocken Stadt möglich wäre.
    Zu Ostzeiten war das genau SO gewollt: bröselnde Altbauten aus dem Blickfeld des Interhotels zu nehmen....
    Heute wäre es dringend nötig, die wunderbare innere Neustadt wieder an den Goldenen Reiter, damit an die Augustusbrücke und damit die Altstadt gleichwertig anzubinden. Damit dort auch Touristen und mehr Fußgänger die Boutiquen und Galerien erreichen.

    Warum ist das nur so schwer zu verstehen?

    Seit 25 Jahren wird das gefordert. Und es passiert nichts an diesem Missstand.



    Und apropos Grüngleise.... Lebenswerte Innenstädte bestehen i.d.R. nicht aus ausuferndem Verkehrsgrün...

    Mitteleuropäische Stadt ist dicht.

    Platz hat man an den Elbwiesen unmittelbar nebenan zur genüge.
    Und genau DIESER Gegensatz ist das besondere an Dresden.

    Die Frage ist doch immer wieder leicht beantwortet. Es muss sich rechnen...
    Wer soll denn die Mieten zahlen, wenn man zusätzlich zu aberwitzigen Baukosten für nötige und unnötige Annehmlichkeiten des Wohnens zusätzlich abertausende Euro für Fassadenverzierungen kreiert?

    Widerspruch.


    Preiswertes Bauen mit vorgefertigten Modulen wäre auch in schlicht-traditioneller Form z.B. in Anlehnung an den Heimatstil der späten 20er und 30er Jahre oder auch an die frühe Nachkriegszeit möglich gewesen, wenn man nur gewollt hätte. Wollte man aber in der DDR nicht - und im Westen praktisch zeitgleich ebenso wenig.

    Sehr geehrter Helge,
    mit unserem heutigen Blick lässt sich gut schwadronieren. Die oben gezeigten Beispiele der Dresdener Altmark-Südseite sind ja auch wirklich ein Armutszeugnis.

    Und dass heute (teilweise von ideologisch verblendeten Architekten) geplante Hässlichkeit unter dem Deckmantel der Authentizität daher kommt. Ja, das ist anzuprangern.
    Aber ich kann es nur immer wieder wiederholen. Es hatte in der DDR tatsächlich nur wenig mit "Wollen" zu tun!


    Man kann es vermutlich nur glauben, wenn man in der DDR gelebt hat, dass da wirklich NICHTS ging...

    Ich erlaube mir mal an dieser Stelle etwas auszuholen und von meinen persönlichen Erfahrungen mit dem sozialistischen Wohnungsbau zu berichten. Nur so als Beispiel für das Versagen der Planwirtschaft.

    Es fällt schon ostdeutsch sozialisierten Menschen heute schwer, sich an die real existierende Mangelwirtschaft zu erinnern.


    Ein westdeutsch aufgewachsener Mensch kann es sich vermutlich kaum bis gar nicht vorstellen, wie es im Osten war.

    Auf jeden Fall liegen Welten zwischen

    - einem Landesteil, der nach dem Krieg durch Marshall-Plan und Wirtschaftswunder wieder (mehr oder weniger ohne weiter drückende Altlasten) wachsen konnte und

    - der armen Schwester im Osten, die noch bis 89 (gesamtdeutsche) Kriegsschulden an die Sowjetunion abtrug.


    Ein Land namens DDR mit seinen Menschen, das nach 1945

    - zunächst große Teile (der Nachkriegs-Reste) der Industrie und Infrastruktur noch an Russland als Reparation abtreten musste und

    - bis 1989 an Russland zu von dort diktierten Preisen Waren und Dienstleistungen im Tausch gegen russisches Erdöl erbrachte.

    Ein Land, dass für Frieden und eine bessere Welt (ohne Faschismus und Imperialismus ) gedacht war. Das unter der Führung von Ideologen der "roten Fahne" folgte. Das mit seiner Geschichte und Vergangenheit zunächst brach, um eine "bessere Gesellschaft" mit "neuen Menschen" zu formen. Ein Land das Andersdenkende unterdrückte und die Individualität des Einzelnen einschränkte.

    Ein Land das Facharbeiter und Ingenieure nach seinem Bedarf auf Staatskosten ausbildete und diese bis 1961 über eine offene Grenze (zu einem großen Teil und unter immensem volkswirtschaftlichen Schaden) an das (tatsächlich) bessere System im Westen verlor...

    Ein Land, das ab den 1960-ern seine Bewohner immer mehr einengte und klein hielt, ihre Individualität einem "größeren Ganzen" unterordnen wollte.



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    Meine Erfahrungen mit dem Sozialistischen Wohnungsbau:


    Ich selbst bin in einem Plattenbau aufgewachsen, in einem der größten Plattenbaugebiete der DDR. Wohngebiet Fritz-Heckert in Karl-Marx Stadt.

    Dort wurden auf einer riesigen Fläche innerhalb von ca. 25 Jahren über 30.ooo (!) Wohnungen in immer gleichen Häuserblocks errichtet. Dabei hatte man ca. 10 (ich habe sie nicht gezählt) verschiedene Typen von Plattenbauten zur Auswahl, die man im Baukastenprinzip immer wieder wiederholte.


    Der nachfolgend Link zeigt zufällig mein unmittelbares Wohngebiet. Dort sind meine Eltern mit mir 1976 eingezogen:

    https://m.bpb.de/geschichte/ze…lerie&show=image&i=230164

    Und solche tristen "Arbeiterschließfächer" wuchsen auf hunderten Hektar! In KMST. (Und in der ganzen DDR.)

    https://chemnitz-sued.de/wp-co…px_92dpi_RGB-576x1024.jpg


    Unser Wohnhaus-Typ war zum Beispiel ein 6-geschossiger* Bau. Endlose monotone Waschbeton-Zeilenbauten aus vorgefertigten Großplatten. Einziger Gestaltungsanspruch bei solchen Bauten in KMST**: Waschbeton grau wird teilweise in rötlichen oder schwarzen Platten ergänzt.


    http://www.chemnitzer-geschich…icture-1600?_=173d36822a0


    Aneinandergereihte Treppenhäuser mit Wohnungen links und rechts:

    - 56qm 2,5 Zimmer die eine Seite,

    - 68qm 3,5 Zimmer die andere Seite.


    Die Wohnungen wurden zugeteilt. Man hatte KEINE Wahlmöglichkeit auf einem freien Wohnungsmarkt.
    Für Familien mit 1 Kind gab es in KMST 2,5 Zimmer mit 56qm.

    Meine Eltern und ich wohnten in einer solchen .
    Wenn man Glück hatte, dann gab es an der Wohnung einen Balkon. Bezüglich Balkon hatten wir leider kein Glück...

    Auch mit meinem Kinderzimmer war ich nicht glücklich. Breite 2m, Länge 3,80m.


    Als irgendwann einmal in einer Zeitung zu lesen war, dass ein Hundezwinger mindestens 8qm groß sein muss (nach irgendeiner Verordnung), da haben meine Eltern im Kinderzimmer ein mehr oder weniger raumfüllendes Bett für sich eingebaut und mir die knapp 12qm Schlafzimmer überlassen.


    Schön war, dass man warmes Wasser und Zentralheizung hatte. Nicht so schön, dass wir in der 6. Etage* wohnten. Ohne Fahrstuhl*.

    Wenn man SO wohnt, dann überlegte man sich immer 2mal, was man alles bei EINEM Gang auf die Straße erledigen kann. Einkaufen, Müll weg bringen, Wäsche aufhängen, im Telefonhäuschen telefonieren. Man wird effizient.
    Auch fühlt man sich irgendwann unbewusst "immer gleicher" mit all den anderen "Wabenbewohnern", die fast alle die Schrankwand an der gleichen Stelle stehen haben...


    Ich erinnere mich noch heute, wie monoton diese Wohnblöcke waren. Als ich mit 6 Jahren einmal allein eine Freundin vom Kindergarten (in einem anderen Block wohnend) besuchen wollte, konnte ich bei 12 gleichen Eingängen in deren Block nicht deren Wohnung finden... "Ich wohne im 6. Eingang, 4. Stock rechts".

    Aber von welcher Seite musste ich die Eingänge zählen? Von der Wohngebietsstraße oder von dem mittleren Fussweg der dieses Quartier von meinem trennte?

    Vor jedem Hauseingang die selbe Bepflanzung mit einem Wacholder. Nichts individuelles, an dem sich Kinder orientieren können. Wo klingeln, wenn man nicht lesen kann?


    Ich behaupte, man wird in einem solchen Umfeld in seiner Individualität unmerklich beschränkt.

    Ganz nebenbei wird man dort zu einem effizienten Rädchen für´s System.


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    Wie kam es zu solchen monströsen Großsiedlungen?
    Man hatte sich in der DDR entschieden, dass Wohnungsproblem nicht durch (marktwirtschaftliches) Engagement des einzelnen Individuums zu lösen, sondern den "revolutionären Weg des Volkseigentums und der Planwirtschaft" gewählt.

    Dazu gab es ZENTRAL in Berlin (!) 5-Jahrespläne. In denen war (u.a. auch) festgeschrieben, wie viele neue Wohnungen jeweils in den 15 Bezirke der DDR im nächsten 5-Jahres-Abschnitt zu erstellen waren.

    Und dafür gab es dann jeweils für die Bezirke ein Budget für die gesamte Bauaufgabe.


    Dass Budget pro durchschnittlicher Wohneinheit war dabei bei der zentralen Verteilung in Berlin für alle Bezirke (gemessen an der jeweiligen Bauaufgabe = Wohnungsmenge) prozentual gleich groß.

    Es war den Chef-Strategen in Berlin bei der Budgetvergabe beispielsweise herzlich egal, ob man Plattenbauten

    - auf schweren Lehmböden mit relativ hohem Aufwand bei der Gründung (Beispielsweise in KMST i.d.R. auf abschüssigem Gelände (Hanglagen im Gebirgs-Vorland ) oder

    - auf flachen Sandböden (wie in Rostock oder Potsdam) errichtete.

    Das Budget pro Wohneinheit war letztlich (durchschnittlich) gleich.

    ** So kam es, dass man z.B. in Nordostdeutschland etwas mehr Geld für Fassaden-Gestaltungen an Plattenbauten hatte (Klinker-Elemente, Wandbilder) , in Karl-Marx-Stadt eben nicht.


    Der Spardruck im Wohnungsbau war so hoch, dass man bezüglich des Standards des Massenwohnungsbaus ganz unten ansetzen musste.

    Eine interessante Anekdote ist in diesem Zusammenhang die Sache mit dem Fahrstuhl...


    *Auch in der DDR gab es eine Wohnungsbauverordnung aus den 60-er Jahren in der festgeschrieben war, dass man in Wohnhäusern ab 6 Etagen einen Fahrstuhl einzubauen hat. ("Sieg des Sozialismus, bessere Lebensbedingungen" und son Quark...)

    Der Sozialismus siegte von da an dann zunächst überwiegend 5-geschossig (denn Fahrstühle waren - und sind immer noch - teure Ausstattungen in Wohnhäusern),

    - oder man ließ es (überwiegend später) mit 11-Geschossern "richtig krachen".


    https://www.facebook.com/Unser…56711688/267476643356606/


    Weil aber jede Möglichkeit ausgereizt werden musste, das knappe Budget effizient einzusetzen, kamen findige Planer auf die Idee, ab den 70-er Jahren Plattenbauten unter dem Motto "5 Puls 1" effizienter zu bauen.

    Man entschied sich nämlich von nun an dazu, 5-geschossige Häuser OHNE Fahrstuhl zu errichten und auf DIESE als "Neuerung" und "Verbesserung" einfach - nach offizieller Lesart - ein "zusätzliches Geschoss" aufzusetzen.
    Für relativ geringe Mehrkosten konnte man so "sportlichen jungen" Familien nahezu ohne zusätzlichen Verbrauch von Ressourcen eine Wohnung zusätzlich errichten.


    -----

    Das soll nur ein Beispiel sein, welches Menschen ohne diese persönliche Erfahrung einen unverstellten Blick auf Bauen und Wohnen im realen Sozialismus bis 1989 ansatzweise ermöglicht.


    Und dann lasse man doch bitte zukünftige verallgemeinernde Behauptungen von Ideologie, Heimatstil und anderen aus heutiger Sicht sinnfällig erscheinenden Zusammenhängen weg, wenn man eigentlich gar nicht weiß, wovon man redet.


    Gern lasse ich mir aber erklären, wie es im Westen vor 89 so war. Da bin ICH nämlich nicht dabei gewesen.

    Auch hier sind zu einem großen Teil wirtschaftliche Rahmenbedingungen Bremsen für anspruchsvolle Gestaltungen.
    Und natürlich auch die fehlende Bildung und der fehlende Wille bei Bauherren, Architekten, Behörden...

    Und dann gibt es Personen wie Herrn Kulka, die Freude daran haben, dem Nutzer in seinem "biederen Geschmack" eins auszuwischen...

    :kopfwand:

    Doch, daran lag es. Man musste ab Ende der 50-er eingestehen, dass man mit der relativ aufwändigen Architektur der ersten Nachkriegsjahre (im Stil der "nationalen Tradition") niemals genug Wohnraum schaffen kann. Und dann wurde Wohnungsbau zunächst vereinfacht und dann industriealisiert (Plattenbauten).

    Wirtschaftliche Impotenz war eher verantwortlich, als irgend eine "Ideologie".

    Und gerade in der DDR hat man sich lange gegen die internationale Moderne gestemmt.


    Man vergleiche z.B. die Geschichte des Dresdener Kulturpalastes.

    Hat sich mal irgendjemand überlegt, wie es ist, wenn hunderttausende Wohnungen weggebombt sind, die übrig gebliebenen Fabriken und Bahngleise demontiert und nach Russland versendet werden; wenn man nichts zu Essen hat und wie in Dresden ganze Stadtbereiche in Wiese mit Schafen "verwandelt" wurden... Wenn man 10 Jahre braucht, bis die Essen-Rationierung abgeschafft worden ist. Wenn 3 Familien mit Kindern in einer Dreiraumwohnung leben mussten.

    Dass sich meine Vorredner in unserer heutigen Dekadenz und dem üblichen Überfluss so gar nicht erklären können, wie es zu trostlosen Neubau-Vierteln kam... Armes Deutschland...

    Ideologie der Modernisten war da sicher nicht dabei. Eher die Not der Nachkriegsjahre.

    Und wer es genauer wissen will:


    Hier mal der Beschlusstext der Stadtratssitzung.

    https://ratsinfo.dresden.de/getfile.asp?id=488066&type=do


    Geltungsbereich Bebauungsplanhttps://ratsinfo.dresden.de/getfile.asp?id=435876&type=do


    Beitrag Verkehrliche Einschätzung

    https://ratsinfo.dresden.de/getfile.asp?id=457356&type=do

    und Verkehrsplanerische Untersuchung https://ratsinfo.dresden.de/getfile.asp?id=457357&type=do



    Noch mal zur Erinnerung das Wettbewerbsergebnis https://ratsinfo.dresden.de/getfile.asp?id=435873&type=do


    Überlagerung Bestand / Bebauungsvorschlag nach Wettbewerbsergebnis

    https://ratsinfo.dresden.de/getfile.asp?id=435875&type=do

    Super tolle Neuigkeiten zum Königsufer!


    Der Stadtrat hat das Wettbewerbsergebnis zum Königsufer bestätigt und für die Weiterbearbeitung (B-Plan) freigegeben.

    Man will außerdem

    - noch mehr Kleinteiligkeit der Fassaden - wie im Entwurf des 2.-Platzierten UND

    - Rekonstruktionen zwischen Blockhaus und Bellevue!

    Und der Beschluss war nahezu einstimmig (66 Ja-Stimmen, 1 Nein) !!!

    Klasse!


    Zwar wird erst einmal eine seitliche Fassung des Neustädter Marktes zurückgestellt.

    Aber wenn das Königsufer als erster Schritt dann in eine paar Jahren steht, wird man sehen, dass die seitlichen Fassungen nur "natürlich" sind.


    Ich finde ein riesiger Erfolg der GHND und vor allem Wiesners Narrenhäusel-Initiative.


    Lest selbst hier:

    https://www.neumarkt-dresden.d…ewsletter-August-2020.pdf



    Bleibt zu hoffen, dass man unbedingt die Rähnitzgasse öffnet.

    Dann werden endlich die Potentiale der inneren Neustadt gehoben.

    Ich befürchte, das letzte was Kulka genehmigen wird, sind Bilder an den Wänden...

    Antiseptische Gestaltung "so richtig zum Wohlfühlen" für die Besucher...


    Und dann male man sich dazu noch den Schallpegel bei den in der Visu gezeigten Materialien aus...

    Wird sicher schön. Mensa lässt grüßen.