Posts by eryngium

    Die Österreichische Tageszeitung Kurier hat ein Interview mit dem Direktor der Dresdener Gemäldegalerie Alte Meister geführt, denn Herr Stephan Koja kommt aus Wien. Er war bis 2016 Kurator am Belvedere. In Dresden ist er seit 2016 als Direktor tätig.

    Der Artikel " …. wie man ein Museum einrichtet" hinter der Bezahlschranke wurde von mir gekürzt, um das Copyright nicht zu verletzen...


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    Die Dresdener Gemäldegalerie: Eine Sammlung von Gemälden und Skulpturen, die bereits von Johann Wolfgang Goethe in höchsten Tönen besungen wurde. Eine Institution, die ihre Schätze bereits 1747 der Öffentlichkeit zugänglich machte und damit als Prototyp des modernen Museums gilt. Und schließlich ein Gebäude des 19. Jahrhunderts, das selbst diverse Museumsbauten, vom Frankfurter „Städel“ bis zum Wiener KHM, inspirierte.

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    Kojas Intention: Harmonische Räume

    „Mir war immer wichtig, dass jeder Raum neu anregt – und dass man sich auch an einzelne Räume erinnert“.

    Mit den einst von den sächsischen Kurfürsten August dem Starken (1670-1733) und seinem Sohn August III. (1696-1763) zusammengetragenen Werken – „die Dresdner Sammlung ist doppelt so groß wie die des KHM, was man im Österreich nicht so am Schirm hat“ – konnte der Kunsthistoriker mit seinem Team Säle genauestens komponieren: Man achtete etwa auf die Stimmigkeit bei den Farben oder die Blickrichtungen von Figuren auf einzelnen Gemälden.

    "Wir haben natürlich das Glück, dass wir mit der Sixtinischen Madonna eine Ikone der europäischen Kunstgeschichte haben“, sagt er. „Das ist eine glückliche Ausgangslage. Dann versuchen wir mit der neuen Präsentation, die Schönheit so offensichtlich vorzuführen und Vergleiche so anzulegen, dass ich gar keinen Text lesen muss. Dann wird mir etwas offenbar – ich glaube, dass diese Freude des Erkenntnisgewinns gut funktioniert.

    Ein Novum an Kojas Konzept ist, Skulpturen und Gemälde in der Präsentation zu mischen* – so sollen Inspirationen und formale Vorlagen, wie sie etwa Peter Paul Rubens von antiken Vorbildern erhielt, nachvollziehbar werden.

    Die im 18. Jahrhundert eingeführte Gepflogenheit, Werke nach regionalen „Schulen“ zu gruppieren, behielt das Dresdner Museum bei – auch wenn diese Praxis heute hinterfragt wird: „Es gibt gute Argumente dafür – doch viele Museen haben nicht unseren Reichtum des Bestands“, sagt Koja. „Wir können das Beste innerhalb jeder Schule herausholen.“

    Die Lichtregie lag dem Museumsmann so sehr am Herzen, dass die ursprünglich bereits für Dezember 2019 geplante Eröffnung verschoben wurde: Eine Großspende ermöglichte den Einbau zusätzlicher Beleuchtung, die es nun erlaube, in dem hauptsächlich mit Tageslicht erhellten Sälen „dramaturgisch einzugreifen“.

    Ein bisschen erhaben darf ein Museumsbesuch schon sein: „In einer Zeit, die so viel nivelliert, sind das schon Ausnahmeerfahrungen, wenn man ein schönes Gebäude betritt und den Höhepunkten europäischer Kunstgeschichte gegenübersteht. Ich habe keine Angst, dass die Kunst nicht anspricht und verführt.“


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    Ich finde es wunderbar, dass ein Museums"Macher" in Zeiten von Brüchen und Dissonanzen die Schönheit einer Gesamtschau in den Fokus nimmt. Und tatsächlich ist dieses Konzept für den Dresdener Bau wohl das einzig richtige...  




    * Das Berliner Bodemuseum verfolgt dieses Konzept von gemeinsamer Präsentation von "Ölschinken" und Skulptur freilich schon länger... Neu dürfte höchstens sein, dass man mehr oder weniger DIREKTE Bezüge zwischen Skulpturalem Vorbild und Gemäldeinhalt zeigt, statt "nur" Werke beider Gattungen aus einer Zeit in räumlicher Einheit zu präsentieren.

    Doch im Dresdner Albertinum stehen schon seit Jahren Degas Tänzerinnen und seine Tänzerin-Skulptur nebeneinander.

    https://skd-online-collection.…seum/Details/Index/240971

    https://skd-online-collection.…seum/Details/Index/166950

    HINTERGRUND ZU GESCHICHTE UND SANIERUNG

    Seit 2013 wurde der Semperbau am Zwinger umfangreich und in mehreren Etappen renoviert. Bauphysikalische Faktoren und altersbedingte Verschleißerscheinungen machten eine komplette Sanierung des Gebäudes notwendig. Grundlage des Umbaus bildete die Anlehnung an das ursprüngliche Museumskonzept: Nach Plänen des Architekten Gottfried Semper (1803-1879) entstand 1855 die Galerie als zu ihrer Zeit hochmoderner Museumsbau. Architektur und Kunstschätze verschmolzen hier zu einer Einheit, wie sie selten zu sehen war. Diese Wirkung ist sowohl der zielgerichteten Sammeltätigkeit der sächsischen Herrscher August des Starken und August III. als auch dem sensiblen Gespür Sempers für museale Inszenierung zu verdanken. Gottfried Sempers wegweisender Bau übte somit einen großen Einfluss auf die nachfolgende Museumsarchitektur in ganz Europa aus.


    Nach verheerenden Schäden durch den Zweiten Weltkrieg gelang es, den Semperbau in Hinblick auf die Rückkehr der Kunstwerke aus der Sowjetunion in den 1950er-Jahren wiederaufzubauen und dieses wichtige architektonische Zeugnis für die Nachwelt zu er-halten.


    Der Semperbau wurde nun umfassend modernisiert. Bei der aktuellen Überarbeitung blieb die historische Grundstruktur des Gebäudes bestehen, Optimierungen erfolgten in den Bereichen Raum- und Klimatechnik, Brandschutz und Besucherführung. Ein barrierefreier Zugang war hierbei wichtiges Anliegen baulicher Maßnahmen. Eine unterirdische Verbindung zwischen Ost- und Westtrakt erhöht nun die Zugänglichkeit des Gebäudes von verschiedenen Seiten und erleichtert die Besucherführung. Der Raum für Kassen und Garderobe erhielt ein optisch beruhigtes Erscheinungsbild. In den Ausstellungsflächen imponieren vor allem die energieeffizientere Vollklimaanlage und das gut durchdachte Lichtkonzept. Trotz intensiven Umbaus ermöglichten die SKD während der Bauarbeiten einen Zugang zu den Meisterwerken der Gemäldesammlung in paralleler Teilöffnung des Ostflügels, der in der ersten Bauphase bis 2015 erfolgreich erneuert wurde.


    Barbara Klepsch, Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus:

    »Es ist großartig, dass wir nach siebenjähriger Sanierung heute die Gemäldegalerie Alte Meister gemeinsam mit der Skulpturensammlung wiedereröffnen können. Der renovierte Semperbau am Dresdner Zwinger ist das Zuhause von herausragenden Werken, die Besucher aus der ganzen Welt schätzen. Das zeigt: Unser kulturelles Erbe ist auch ein wichtiger touristischer Wirtschaftsfaktor. Der Freistaat Sachsen hat mit rund 50 Millionen Euro nahezu die gesamtem Kosten für die Bau- und Renovierungsmaßnahmen des Semperbaus getragen – eine wichtige Investition für den Kultur- und Tourismusstandort Sachsen.«



    Marion Ackermann, Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden:

    »Die anregenden Gegenüberstellungen im Dresdner Semperbau lassen das Auge hin- und herspringen, ungekannte formale Analogien, Wechselbeziehungen und gegenseitige Beeinflussung zwischen Skulptur und Malerei entdecken. In gewisser Weise wird hiermit ein Geist wiederbelebt, dessen Ursprung in der Kunstkammer liegt: die dialogische Koexistenz von Kunstwerken und Artefakten über die Gattungsgrenzen hinweg. Inhaltliche Verdichtungen, die die Stärken der Sammlungen zelebrieren und eine durchkomponierte Wegeführung durch das komplexe Gebäude, lassen das Flanieren durch die geliebte Sammlung der Alten Meister zu höchstem Genuss werden, - unterbrochen von neu geschaffenen Ausstellungsräumen, die die unterschiedlichen Tempora eines lebendigen Museums wirksam werden lassen. Die Gemäldegalerie Alte Meister ist weltweit berühmt, viele ihrer Werke haben sich über die Jahrhunderte hinweg im Bildgedächtnis der Menschen verankert.«



    Stephan Koja, Direktor der Gemäldegalerie Alte Meister und Skulpturensammlung bis 1800:

    »Ich bin überaus glücklich darüber, wie gut es gelungen ist, in Zusammenarbeit mit dem Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement und im engen Austausch mit der Landesdenkmalpflege, die Galerie behutsam, aber entschlossen zu modernisieren, um sie auch für die nächsten Generationen als Heimstätte für die Gemälde und Skulpturen zu erhalten. Es ist eine besonders schöne Herausforderung, ein historisch so bedeutsames Haus neu einzurichten und zu gestalten. Wenn ich durch die Galerie und die Depots gehe, beeindruckt mich immer wieder aufs Neue die ungeheure Fülle an wirklich herausragenden Gemälden. Ergänzt um die qualitativ exzeptionelle Skulpturensammlung – so besitzt Dresden unter anderem eine der ältesten und größten Antikensammlungen nördlich der Alpen – ergibt sich nun im Semperbau ein einzigartiger Rundgang durch fast fünf Jahrtausende europäischer Kunst- und Kulturgeschichte.«



    SMKT - Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus

    Gemeinsame Pressemitteilung vom 26.02.2020


    Wiedereröffnung Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden


    Der Semperbau am Zwinger mit der Gemäldegalerie Alte Meister und der Skulpturensammlung bis 1800 wird am Sonnabend, 29. Februar 2020 wiedereröffnet. Nach sieben Jahren umfangreicher Sanierung präsentieren die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) erstmals Werke ihrer weltberühmten Gemäldegalerie Alte Meister und Skulpturensammlung bis 1800 im direkten Dialog.

    Rund um Raffaels »Sixtinische Madonna« erwartet das Publikum eine einzigartige Reise durch die europäische Kunstgeschichte. Die Konzeption der neuen Dauerausstellung folgt einer Unterteilung nach geografischen Schulen und Epochen und wird einzelne Hauptthemen der jeweiligen Zeit in den Blick nehmen. Meisterwerke wie Giorgiones »Schlummernde Venus«, Rembrandts »Ganymed« oder Bellottos Dresdner Veduten werden als Schlüsselwerke eindrucksvoll in Szene gesetzt.

    Wegweisend für die vollständig überarbeitete Dauerausstellung ist die Integration der Skulpturensammlung: Die bedeutende Dresdner Antikensammlung wird nach zehn Jahren im Schaudepot des Albertinum nun imposant im Semperbau präsentiert. Sie findet ihr neues Zuhause in der Antikenhalle, einer großen Halle im Erdgeschoss des Ostflügels, die ursprünglich für die historische Gipsabgusssammlung von Anton Raphael Mengs vorgesehen war. Plastiken und Skulpturen aus Renaissance und Barock sind im mit Tageslicht gefluteten Skulpturengang im ersten Obergeschoss neu installiert. Kleinbronzen, Büsten und Marmorwerke stehen im direkten Austausch zu ausgewählten Gemälden. Im Deutschen Pavillon im Erdgeschoss ist eine Auswahl an Mengs‘schen Abgüssen zu sehen. Im Stockwerk darüber verbinden sich Kunstgenuss und Gaumenfreude im neu erschaffenen Café Algarotti, das zum Verweilen einlädt.

    Experten und Expertinnen aus verschiedenen Bereichen der Restaurierung wurden von Beginn an für konservatorische Fragen in die Bauplanung eingebunden, um bestmögliche Bedingungen für die Präsentation und Sicherheit aller Kunstwerke zu schaffen. Eine neue Dreifach-Fensterverglasung mit hohem Farbwiedergabeindex ermöglicht jetzt natürliches Licht in den Räumen. Das vollkommen überarbeitete Lichtkonzept mit detailgenauer Akzentbeleuchtung und die farbigen Wandbespannungen lassen die Werke erstrahlen.


    Im Hinblick auf die Wiedereröffnung wurden seit 2013 umfangreiche Restaurierungen getätigt. Etwa 45 Gemälde wurden grundlegend restauriert, weitere 162 Gemälde in kleinerem Umfang. Ein Schwerpunkt lag hierbei auf der Konservierung von Gemälden auf Holz. Tafelbilder aus der Werkstatt von Cima da Conegliano, Lucas Cranach d. Ä. oder Giulio Romano konnten erforscht und umfassend bearbeitet werden. Dabei boten Kooperationen mit dem Getty-Institute in Los Angeles wichtige fachliche Unterstützung.

    Verschiedene großzügige Förderungen ermöglichten umfangreiche Restaurierungs- und Forschungsprojekte, wie die Restaurierung des Cuccina-Zyklus von Paolo Veronese. Mehrere Gemälde aus dem Depotbestand sind nach erfolgter Restaurierung nun ausstellungsfähig. Besonders wichtig war auch die Restaurierung der barocken Galerierahmen: Rund 310 Rahmenfassungen wurden überarbeitet und 33 fachgerechte Kopien nach Galerierahmen neu angefertigt. Dazu kamen 140 Rahmenumbauten, Rahmenverstärkungen und Verglasungen. Für die Neupräsentation der Antikensammlung wurde jedes einzelne Objekt gereinigt, zahlreiche restauriert und mit neuen Sockeln versehen. Die Mengs’schen Abgüsse wurden ebenso gereinigt und stabilisiert.


    Neue Sonderausstellungsflächen ermöglichen nun wechselnde Präsentationen von Kunstschätzen aus den Beständen sowie nationalen und internationalen Leihgaben. Das Winckelmann-Forum bietet eine große Wechselausstellungsfläche, die das gesamte Erdgeschoss des Westflügels umfasst. Ab 3. April 2020 wird diese mit der Sonderausstellung »Raffael – Die Macht der Bilder. Die Tapisserien und ihre Nachwirkung« eröffnet. Das Semper-Kabinett im ersten Obergeschoss bietet Gelegenheit, kleine und fokussierte Präsentationen zu sehen. Parallel zur Wiedereröffnung wird dort die Schau »Begegnung mit einem Gott. Der Dresdner Mars von Giambologna« gezeigt, die der 2018 geglückten Rückgewinnung der berühmten Kleinbronze gewidmet ist.

    Multimediale Vermittlungsformate ergänzen das Museumserlebnis. Künftig ist der Semperbau flächendeckend mit WLAN ausgestattet, darüber kann der neu konzipierte Multimediaguide aufgerufen werden. In Kooperation mit der Fakultät Informatik der Technischen Universität Dresden (TUD) sind zudem kostenlose barrierefreie Multimediaguides für die unterschiedlichen sensorischen und kognitiven Bedürfnisse der Besucher*innen entstanden. Im Sinne einer inklusiven Gesellschaft bieten die Geräte interaktive Darstellungen der Exponate, beispielsweise in Gebärdensprache oder mittels auditiver Beschreibung.

    Tiefere Einblicke geben neue Publikationen zu Kunstwerken der Gemäldegalerie Alte Meister und der Skulpturensammlung bis 1800, die anlässlich der Wiedereröffnung in deutscher, englischer und russischer Sprache erscheinen.


    HOCHHAUS-VERHINDERUNGSKONZEPT


    In den letzten Jahren gab es immer wieder mal das Ansinnen durch Investoren, in der Dresdener Innenstadt und den zentralen historischen Vorstädten an möglichen aber auch (nach normalem Menschenverstand) unmöglichen Stellen Hochhäuser (über 30m) oder zumindest hohe Häuser (über 22m) zu errichten. Da in der Stadt in Folge des sozialistischen Städtebaus hunderte Gebäude zwischen 30 und 50m Höhe bestehen, musste seitens der Bauverwaltung mindestens 2 Projekten wegen der Genehmigungsfähigkeit nach § 34 Landesbauordnung zugestimmt werden (Wohnhochhaus am Straßburger Platz und an der Bürgerwiese / Lenné-Platz). Schon dagegen regte sich seinerzeit Widerstand seitens Vereinen, Bürgerschaft und Teilen des Stadtrats.

    Als dann vor 2 Jahren die neu gegründete STÄDTISCHE Wohnungsbaugesellschaft an sensibelster Stelle Hochhaus-Missstände am Elbufer durch einen weiteren ergänzenden bis 50m hohes Wohnturm zementieren wollte und das neue Technische Rathaus am Ferdinandplatz nach Wünschen der städtischen Bauverwaltung einen hohen Glasturm bekommen sollte, wurde die städtische Bauverwaltung mit Druck des Stadtrates zur Erarbeitung eines Hochhaus-Leitbildes verdonnert.


    Gestern nun wurden die Ergebnisse (nach mehreren Schritten der Bürgerbeteiligung) in einem gut gefüllten Rathaussaal den interessierten Bürgern präsentiert. Dank vieler kluger Köpfe ist ein Hochhaus-VERHINDERUNGSkonzept entstanden, dass zukünftig nur an sehr wenigen Stellen WEITERE Hochhäuser und hohe Häuser erlaubt.

    - Wiener Platz Ost und West,

    - Achse Grunaer Straße - Karcher-Allee vom Pirnaischen Platz bis Gruna,

    - Bahnbrache und Bomenschadgebiet zwischen Nossener Brücke und WorldTradeCenter,

    - Vorstadtbereich Niedersedlitz-Dobritz (wohl irrelevant, aber als Alibi-Fläche eingearbeitet) .

    Für die Johannstadt wurde explizit ein RÜCKBAU auf alte Traufhöhen und das Verbot weiterer hoher oder Hoch-Häuser als verbindliches Entwicklungsziel festgeschieben!!!!

    Schier unglaublich, aber wahr! Ein großer Erfolg der ;-) rückwärtsgewandeten und geschichtsverliebten dekadenten Dresdner ;-) gegen Modernisten und "Bruch-Fetischisten" in der eigenen Verwaltung.


    Das die Konzeption erarbeitende Schweizer Architekturbüro hat eine sehr akribische Untersuchung angestellt.

    In der Überlagerung u.a.

    - denkmalrelevanter und v.a. stadtbildprägender Blickbeziehungen,

    - ausgewiesenen Denkmalschutzgebiete,

    - Umgebungsschutz für die Altstadt,

    - Landschaftsschutz-Ausweisungen

    - etc. etc.

    wurde klar, dass nur in sehr wenigen Teilflächen der Stadt überhaupt neue Hochhäuser zulässig sind.

    Dresdener Landschaftsplaner, Bauhistoriker und v.a. die Landes-Denkmalpflege haben unmissverständlich die Bedeutung des Stadtbildes und die Unverträglichkeit von Hochhäusern herausgearbeitet.

    Bereits in der Auftaktveranstaltung erklärte die Stadtbaudirektorin von Köln: "moderne Städte brauchen keine Hochhäuser" .

    All diesen Protagonisten ist zu danken.


    Nun hat man also bald (durch folgenden Stadtratsbeschluss) verbindlich festgeschrieben, dass in Johannstadt (und am Technischen Rathaus) so wie in 90% der Stadtfläche weitere Hochpunkte NICHT zulässig sind.

    Ansinnen von Investoren und die Begehrlichkeiten bestimmter Kreise in der städtischen Bauverwaltung können mit diesem Hilfsmittel nun zukünftig abgewehrt werden.


    http://www.neumarkt-dresden.de…in-dresden-gebaut-werden/

    https://www.kulturstiftung.de/…025DE_for_publication.pdf


    Dresden presented its bid under the theme of “Neue Heimat”. The city has a well- developed cultural scene but acknowledges a need for innovation and a shift from a traditional cultural approach into a more transdisciplinary and decentralised cultural landscape.

    A first cultural development document was produced in 2008 and an updated plan was drafted, after consulting citizens and specialists. The document was still in the making at the time of pre-selection and was planned to be presented to the city council. The plan includes measures to further support the development of the cultural sector in Dresden. It intends to adhere to the United Nations 2030 Sustainable Development Goals, which is a positive element. The city is also willing to develop an alternative image as a tourist destination. However, those plans are not yet concrete. The programme for the ECoC year in 2025 is expected to add cultural value to the entire region, as an urban-rural cooperation can further help to mitigate asymmetric developments between the city and its surrounding areas. The level of regional involvement in those plans is unclear, though. It is therefore difficult to see in what way and to what extent the ECoC project would add value to the cultural development of Dresden and its region. The application hardly envisages capacity building measures to ensure the efficient delivery of a project of the size and scale of the ECoC. The evaluation prospects are technically promising. However, it is not clear what Dresden will evaluate, as indicators referring to two focal points of Dresden’s X-culture (a key element of its bid) are not clearly formulated.

    Dresden believes that focusing on its urban society will allow for developing exemplary and scalable future-oriented possibilities for a free and peaceful European coexistence, Europe as Heimat. Yet a plan to establish a prototypical cultural landscape of X-culture in Dresden was not convincingly presented. Even though contacts with other European Capitals of Culture have been established and some other interesting partners from afar are mentioned, the panel considers that the European dimension is underdeveloped. The international partners and projects mentioned, e.g. regarding the opening event, are interesting. However, the application does not explain how they are rooted in the “heimat” concept and how they connect to the diverse cultural communities living in the city. Finally, according to the panel, the connections between local and European issues are not sufficiently articulated, even for the pre-selection phase.

    The cultural and artistic programme consists of four strands: Heimat – Common Ground (how different generations of Dresden’s people understand their Heimat – and how they want to redesign it), East and West (European integration with St. Petersburg and Coventry in the core of the programme), Power of Strangeness (burgeoning multiculturalism within the city and a look at Dresden’s colonial past) and Neue Heimat X-Culture (depicting current transformations in European society). The projects dedicated to the Elbe river, water and sustainability are considered highly relevant and worth being pursued. Participation is identified as a core artistic concept, but it is not clear if - and how - the curated and non-curated parts of the programme will be linked together and transformed into a coherent and attractive proposition of European relevance and interest. A coherent artistic vision is also missing. Additionally, the team could not explain clearly how the topic of democracy (that the panel found very important) would be addressed from a cultural and artistic content point of view. The panel was surprised that the city was not building on, or re-examining, its significant and world-known tangible and intangible heritage as part of its ECoC project. Regardless of the technical and legal fact that such heritage is prominently not the City’s, but the State’s property, it is a significant missed opportunity to develop a project of the magnitude of an ECoC without including all the city’s (and the region's) major cultural assets. Finally, the panel also misses reflection upon or reference to the city’s loss of the UNESCO World Heritage title.

    The application was unanimously approved by the city council on 4 July 2019. The city has an excellent infrastructure to host big cultural events. Yet the capital investment plans (especially as far as the establishment of so-called “third places” is concerned) are not sufficiently clear. The Robotron canteen is an interesting investment and is worth being further developed.

    The panel noticed good initial conditions in terms of outreach as the city already features a large number of accessible barrier-free cultural spaces and venues. The bid book includes good additional ideas, for example, the establishment of a youth curatorium and a showroom for projects presentation. However, the distinction between plans related to the general cultural development of the city and the ones that are ECoC-specific is hardly visible in the bid book.

    The operational budget amounts to € 70,600,000, which provides for a solid financial base for the ECoC preparation and implementation. The split between the suggested contributions from the various levels of territorial governance seems quite realistic. The ECoC organisation – as presented in the bid book – would be under the exclusive responsibility of the city council, which may suggest a top-down approach to the whole process. The management and funding of the non-curated part of the programme was not convincingly presented as it failed to include mechanisms ensuring artistic quality and relevance for the overall ECoC project. The marketing plans, even if supported by other institutions’ budgets, are too modest to implement the city’s aim to develop an alternative image as a cultural destination. The bid failed to address convincingly the challenge - recognised by the bidding team - to ensure the visibility of the ECoC in the already very active artistic life of Dresden.

    Conclusion

    The panel does not recommend that the bid of Dresden proceeds to the final selection phase.

    The panel recognised the city’s capacity to create and implement significant artistic programmes. However, it considered overall that the bid was under-developed. The local and European dimensions were not well balanced, as - according to the panel - features of local cultural development prevailed. The need for the ECoC title and its legacy was not clearly articulated. The panel would like to encourage Dresden to capitalise on the ECoC preparations and continue to invest in non-institutional culture as an important element of the city’s territorial and social development. The panel hopes that the endeavours to finalise and then implement a comprehensive cultural strategy will continue. The process would benefit from involving in a sustainable manner a wider range of stakeholders and the population of the whole territory as well as from broadening the perspective through European expertise and an enriching international cooperation.

    Am Freitag 28.02. wird nach 7-jähriger Bauzeit die komplett sanierte und neu wieder eingerichtete Gemäldegalerie eröffnet. Nach einem Staatsakt mit diversen Präsidenten (jedoch „ohne Fußvolk“) darf ab 20.30 die interessierte Bevölkerung im Zwingerhof der Übertragung eines Konzertes (E-Gitarren-Pop, https://de.wikipedia.org/wiki/Woods_of_Birnam) aus der Galerie beiwohnen. Dazu soll es an ein paar „Fressbuden“ auch was zu essen und trinken geben.

    Ab 22.oo bis 2.oo Uhr dürfen Kunstliebhaber zu einem ersten Rundgang durch die Räume schlendern.


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    Es ist zu wünschen, dass möglichst viele Menschen zu dieser OpenAir-Veranstaltung mit anschließendem Rundgang Interesse bekunden!

    Der eine oder andere denkt jetzt sicher: Freitag gegen halb neun? Da liege ich gemeinhin geschafft vom Stress der Woche auf der Couch. Auf Massenauflauf habe ich keine Lust und ich gehe später mal zu den normalen Öffnungszeiten hin, wenn ich die Kunstwerke in Ruhe betrachten kann… Alles verständlich.

    Leider ist es wichtig, dass auch das „dekadente Bildungsbürgertum“ sich einer Eventisierung der Hochkultur nicht verschließt! Man mag es nicht glauben, aber mittlerweile muss man in Dresden zeigen, dass es Menschen gibt, die sich für die Kultur der Altvorderen interessieren:


    Gerade hatte die Stadt Dresden unter weitgehender Missachtung ihrer kulturellen Vergangenheit eine grandios gescheiterte Bewerbung um den Titel Europäische Kulturhauptstadt bei der EU eingereicht. In der Begründung der Europäischen Jury zu den 8 deutschen Kulturhauptstadtbewerbungen bezüglich der Ablehnung der Dresdener kann man unmissverständlich nachlesen, dass das Gremium „überrascht war, dass die Stadt im Rahmen ihrer Bewerbung NICHT auf ihrem bedeutenden und weltweit bekannten materiellen und immateriellen Erbe [gemeint sind hier Potentiale wie Gemäldegalerie, Grünes Gewölbe, Zwinger, Residenzschloss- oder Moritzburg, Frauen- oder Hofkirche, Staatskapelle oder Kreuzchor] aufbaute oder dieses Erbe erneut untersuchte. Ungeachtet der … Tatsache, dass dieses Erbe nicht das Eigentum der Stadt, sondern des Freistaates steht, ist es eine bedeutende verpasste Gelegenheit, ein Projekt in der Größenordnung einer Europ. Kulturhauptstadt zu entwickeln, ohne alle wichtigen Kulturgüter der Stadt (und der Region) einzubeziehen.“


    Statt dessen suchte die Stadt Dresden ihr Heil in der Beschäftigung mit den eher zeitgeistigen Themen-Schwerpunkten:

    - freies und friedliches Zusammenleben Europas / Demokratie

    - Heimat - Common Ground / Ost und West,

    - Power of Strangeness (aufkeimender Multikulturalismus in der Stadt und ein Blick auf Dresdens koloniale Vergangenheit) und

    - Neue Heimat X-Culture (Darstellung aktueller Transformationen in der europäischen Gesellschaft)

    Auch wurden:

    - Elbe, Wasser und Nachhaltigkeit sowie

    - Partizipation

    als Schwerpunkte der Kulturhauptstadt-Bewerbung thematisiert.

    Mit diesen neuen kulturellen Ansätzen ist die Stadt bei der Bewerbung gescheitert, denn nach Einschätzung der Jury gelang es „leider … nicht, diese Themen aus kultureller und künstlerischer Sicht überzeugend zu behandeln. … Eine zusammenhängende künstlerische Vision fehlte“.


    Zusammengefasst:

    Die Stadt Dresden hat für ihre Bewerbung zur europäischen Kulturhauptstadt "das Rad neu zu erfinden" versucht und negierte dabei ihre historischen Werte und Aspekte (bis auf jenen der kolonialen Vergangenheit) komplett.


    Nun ist es wohl Zeit durch Präsenz zu zeigen, dass historisch Überliefertes für viele Menschen immer noch einen sehr hohen Stellenwert hat.


    Sehr geehrter Petersburg,

    es sei Ihnen nochmals zur Erläuterung dieser Beitrag ans Herz gelegt.


    RE: Dresden, Altstadt - Quartier III/2 - CG-Gruppe


    Bei (auch den von Ihnen gezeigten) Ziegelbauten handelt sich in der Dresdener Altstadt meist um Gebäude mit Sondernutzungen (Hotel, hochwertige Büros, Seniorenresidenz), die nach Fertigstellung in der Vermietung höhere Erträge erzielen.
    Sie waren als Leitbauten ausgewiesen und sollten nach Vorgabe der Stadt in Material und inneren Grundrissen historisch korrekt wieder errichtet werden.


    Für Wohnnutzungen müssen beim Bau leider Kosten gespart werden und so kommt es dann zu Beton.
    Eine rühmliche Ausnahme ist das mit Spendengeldern "subventionierte" Bürgerhaus der GHND.


    Würde die Stadt Dresden bzw. der Freistaat Sachsen die Grundstücke nicht teuer an Investoren verkaufen, sondern hätte den historisch korrekteren Wiederaufbau irgendwie subventioniert, dann könnte man von Ziegelmauerwerk träumen...

    Sehr geehrter Rastrelli,

    ich würde nicht jeden modernen Eingriff in den historischen Bestand verteufeln und vor allem das eine und das andere in keinster Weise gleich setzen.


    Ich unterscheide v.a., wie sich

    - modernISTISCHE Änderungen / Ergänzungen im Gesamtbild in den Vordergrund drängen (Fenster) oder

    - moderne NOTWENDIGE Anpassungen dezent im Hintergrund bleiben (Abhebung der Mensa vom Retabel wegen Änderungen der Liturgie entspr. II Vatikanischem Konzil von 1963 - wenn ich mich nicht irre) Mäckler wird also einerseits der Erneuerung in der Liturgie gerecht und behält trotzdem das Retabel dort, wo es seit einem halben Jahrtausend hingehört.

    Ein dezenter Kompromiss, der moderne Erfordernisse und Gewachsenes vereint.


    Ganz unabhängig davon, dass der Glaskünstler bedeutend und qualitativ in der obersten Liga spielt. Er erzeugt mit seinem Werk an dieser Stelle Brüche, die ich persönlich für unangemessen halte. Seine Kunstwerke sind Zutat zu einem historischen Raum. Doch sie dominieren und übertönen den gesamten historischen Bestand und marginalisieren ihn (in meiner Wahrnehmung.).

    Die blauen Fenster können noch so schön sein und in einer Betonkirche der 60-er sind die bestimmt Klasse. An dieser Stelle zerstören sie ohne Not einen historischen Gesamteindruck in ihrer Aufdringlichkeit. Aber das ist jetzt nur meine persönliche Meinung. Du magst das anders empfinden.

    Also ich schon. Klarglas. Oder Satiniert. Oder kleinteilig gemustert, oder Butzen, meinetwegen modern adaptiert.
    Auf jeden Fall dezent.
    Das blaue, moderne, und v.a. großflächige "Gemale" auf den Fenstern dominiert aus meiner Sicht den kompletten Raum und nimmt ihm viel von seiner historischen Gesamtwirkung.
    Geschmäcker sind offensichtlich verschieden...

    Also die Frankfurter Altstadt innerhalb der Mittelalterlichen Stadtmauern hat eine Ausdehnung von ca. 1,2 * 1km

    Stadtgrundriss Frankfurt


    Als releativ intakte Altstadt vom Dom bis zur Paulskirche würde ich mal 7ha anrechnen. Man möge mich verbessern, wenn man noch weitere Straßen und Gassen in ihrer Anmutung als mehr der Vorkriegszeit als den 50-er und 60-er Jahren angehörig empfindet.
    Stadtgrundriss Frankfurt


    Die Fläche des Dom-Römer Projektes liegt mit 1ha bei unter 1% der gesamten Frankfurter Altstadt.

    Stadtgrundriss Frankfurt




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    (Übrigens sind in der Dresdener Altstadt bei ca. 900m x 700m ursprünglicher Fläche (56ha) der gesamten Altstadt innerhalb der Renaissance-Stadtmauern 30ha Fläche nun zusammenhängend wiederaufgebaut bzw. gerade im "fertig werden" (1,3ha), davon ca. 10ha "bürgerliche Stadtquartiere" (allerdings incl. Frauenkirche und Polizeigebäude) und 19ha "Staatsbauten der Residenz", wie Schloss, Stallhof mit Kanzlei und Johanneum, Zwinger, Taschenberg-Palais, Kunstakademie, Ständehaus, Katholische Hofkirche, Sekundogenitur, Albertinum).
    Das Hilton-Quartier aus Vorwende-Zeiten habe ich aus den 30ha mal rausgelassen.


    Stadtgrundriss Altstadt Dresden


    Stadtgrundriss Dresden Rekobereich


    Die Restlichen 26ha der ehemaligen Inneren Altstadt sind überwiegend durch

    - Nachkriegs-Neubauten (z.B. Altmarkt, Wilsdruffer Straße, Gebiet "Weiße Gasse")

    - Gebäude der intenationalen Moderne (Kulturpalast)
    - Nachwendezeitliche Investorenarchitektur (z.B. Altmarkt-Galerie, Altmarkt-Südseite bis Ring) und

    - wenige historische Solitäre (Rathaus, Kreuzkirche, Gewandhaus) geprägt.


    Insgesamt kann man für Dresden die komplette Wiederherstellung einer "historischen" Altstadt auf über 50% der Gesamtfläche der historischen Inneren Altstadt (Stadtmauer-Ring) attestieren. ("Außen rum", in den historischen Vorstädten, sieht es dafür an vielen Stellen leider weniger ansprechend aus, da man die überwiegend gründerzeitlich geprägten Vorstädte nach der Totalberäumung bis heute unmaßstäblich großräumig wieder bebaut hat und bebaut. Auch existieren große Brachflächen und Siedlungen mit vorstädtischem, wenig urbanem Charakter in ehemals dicht gründerzeitlich bebauten Gebieten, wie man sie auch in Frankfurts Innenstadt beispielsweise westlich des Römer-Areals noch findet.)


    Gerade in diesen Flächen besteht Potential.

    Das sollte doch für Frankfurts Altstadt weiterer Ansporn sein!

    Heute Sonderführung Textilien in den Parade - Appartements mit der zuständigen Kunsthistorikerin und wiss. Projektverantwortlichen für die textile Ausstattung der Paradeappartements Dr. Sabine Schneider aus Leipzig.

    Viele beeindruckende Details zu Original und Rekonstruktion.

    Kann man demnächst in einer Publikation nachlesen. Hier nur was ich mir merken konnte (ohne Gewähr bespannu )



    Eckparadesaal:

    Rotsamtene WandBESPANNUNG entspr. Ausstattung von 1767 wurde nach Rechnung bzw. Inventar rekonstruiert.
    Originalfragmente des Samt waren nicht vorhanden.

    Der Samt hier ist mit einem manuellen Webstuhl gewebt, aber mit geringerem handwerklichen Aufwand, als für die 4 folgenden Räume. (Der Samt wurde nicht von Hand aufgeschnitten, wie sonst in den anderen Räumen.)

    Hölzerne Zierleisten mit Rokoko-Ornamentik zur Überdeckung der Bespannungs-Nägel sind fertig geschnitzt, wurden vor Ort angepasst, werden jetzt noch vergoldet und dann mit ergänzender umlaufender Tresse demnächst eingebaut.

    Textile Fertigstellung wohl bis Anfang Dezember 2020.



    1. VZ

    - WandBEHÄNGE ab hier.

    - jeweils roter (oder grüner) Handsamt. Jeweils handwerklich aufwändiger als im 1. VZ, da 50 Jahre ältere Herstellungstechnik (aufschneiden von Hand).

    - Ursprünglich wurden die Tapisserien (Säulen, und Querelemente) tatsächlich in Dresden (!) gefertigt. Der Handwerker war von Frankreich über Berlin nach Dresden übersiedelt, dann aber weitergezogen.

    - Die SÄULEN hingen ursprünglich im Holländischen Palais und wurden 1718/19 in den Paradeappartements zweitverwendet.

    Da sie für die Paradeappartement zu niedrig waren, wurden die Balustraden-Tapisserien ergänzend von der gleichen Manufaktur angefertigt. Festonfriese dazu für die optische Ausgewogenheiten ergänzt.

    - Warum die Säulen 1767 aus dem Raum durch die Chinoiserie ersetzt wurden, ist nicht belegt.

    - Die 12 Säulen werden nach einer Original-Tapisserie in Krakau kopiert (das wissen wir ja schon).

    - Die Balustraden- und Festonfriese sind nach Originalen in anderen Schlössern (Schloss in England und ???) kopiert ! Keine Analogien oder sowas!

    Somit: Alle Teile der Dresdener Reko sind an unterschiedlichen Standorten in Originalen erhalten. Man weiß aus den Akten der damals produzierenden Manufaktur-Dynastie, dass die immer gleichen Kartons über mehrere Jahrzehnte für verschiedene Aufträge produziert wurden.

    - Textile Fertigstellung wohl bis 2023 auch hier nochmals bestätigt.



    2. VZ

    - Wandbehänge, wieder roter Handsamt. Auch hier: Stoff schlägt vorhangartige Falten. Das Ganze wurde auf ausdrücklichen Wunsch August des Starken und Vorgaben Wackerbarths nach Vorbild in Versailles angefertigt. Auf dem Öl-Bild des Empfanges (des späteren) August III auf seiner Kavalierstour beim Sonnenkönig im Raum ist der Faltenwurf der für Dresden vorbildgebenden Versailler Wandbehänge so zu sehen! Die Versailler Räume sind heute anders eingerichtet (Originale aus der Zeit des Sonnenkönigs sind Verlust der Revolutions-Wirren).

    - Es wurden die Goldtressen in schier unendlicher Länge zu den Ornamenten appliziert. Originalfragment der Tressen und des Samtes fand sich bei einem Konvolut in Pillnitz (Kunstgewerbemuseum). Reko der Formen der auf den Wandflächen seitlich umlaufenden "Tressen-Bordüren-Feldern" wurden nach Kupferstichen und anderen Vorlagen geschaffen.

    - Es fehlt derzeit noch die östliche Hälfte der Nordwand in Samt. Alles andere ist fast fertig.

    - Die jetzt hängenden goldenen Fransen-Borten an den umlaufenden kurzen oberen Deck-Wandbehängen sind Originale, die in Pillnitz gefunden und hier eindeutig zugeordnet werden konnten. Sie wurden wohl 1881 ausgelagert und sind in sehr gutem Zustand. Die noch fehlenden Fransen an der westlichen Südwand müssen noch neu hergestellt werden.

    - Letztendlich werden ca. 4000 kleine textile Blüten-Posamente in den goldenen Borten-Feldern angeordnet sein. Ca. 80% wurden in den vergangenen 10 Schließtagen an die Wand gebracht.

    - Textile Fertigstellung wohl bis Dezember 2020.



    Audienzgemach:

    viele interessante Details zu den Gold-Pilastern; z.B.:

    - gekauft in Paris, damals unendlich teuer. 35.ooo Luis d´or (etwa vergleichbar 5 mal ! Rohbau Moritzburg oder Hofstaat des Großmoguls, aus der Privatschatulle August des Starken bezahlt.). Original-Rechnungen komplett vorhanden.

    - Reinigung und Beizung in 1881 hat den Schaden (Schwarzfärbung) verursacht. Irreversibel, wegen des Materialmixes in den Pilastern (barockes Original aus Gold-Lahn, Restaurierungen von 1881 aus Messing-Lahn)

    - Die beiden heller aussehenden Pilaster hinter dem Audienzstuhl wurden 1881 bei dem damaligen Umbau (Beseitigung des Thronbaldachins und Audienzstuhls) unbehandelt eingelagert und sind jetzt restauratorisch aufpoliert worden.

    - Die Pilaster wurden vor dem Krieg ausgelagert und bereits ab 1945 unmittelbar nach dem Krieg restauriert (!) und jetzt in Wien nur erneut nähtechnisch fixiert, aber nicht ergänzt. Bleiben so schwarz und mit Fehlstellen.

    - Textile Fertigstellung bis Anfang Dezember 2020. Es kommen noch diverse Posamenten am Thron-Baldachin und dessen Rückwand. Am Baldachin kommen allseits (!) Fransen und Behänge (also auch rechts noch, wo es jetzt fehlt).


    Paradeschlafzimmer

    - vergleiche ältere Posts hier.


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    Zusammengefasst:

    Mattielli, kann hier mit seiner Nummer als Da Statler und Waldorf in einer Person noch bis 2023 unverändert auftreten.

    ;-)