Posts by eryngium

    Ich habe es mir angesehen, aber nicht fotografiert.
    Wenn ich mich recht erinnere:

    - 2 verschiedene Sandsteinbeläge (große Platten und gesägtes Großpflaster)

    - eine Art sandfarbener Asphalt als Alternative zum Sandstein (etwa wie im Großen Garten)

    - Ich glaube 8 verschiedene Arten wassergebundene Decke. Sehen alle sehr ähnlich aus. Haben nur unterschiedliche Körnungen und unterscheiden sich vermutlich im technischen Aufbau.

    Bis 2025 im Zwinger ist aber noch lange! O: Wird außer dem neuen Bodenbelag denn noch mehr gemacht oder dauert allein das so unglaublich lange?

    Es handelt sich um ein Projekt im 2stelligen Millionenbereich.

    Es müssen wohl zunächst 2 der zentralen Brunnenbecken (Richtung Kronentor) nochmals erneuert werden. Das ist zwar vor wenigen Jahren schon mal gemacht worden, aber die beiden sind schon wieder undicht. Weil durch temperaturbedingtes Dehnen und Schwinden stets Fugen undicht werden. Oder es Risse im Unterbeton gibt. Das wurde damals falsch geplant und gebaut. Man hatte keine Erfahrung.

    Die gegenüberliegenden Brunnen zur Gemäldegalerie wurden wenig später als die jetzt defekten, konstruktiv besser, erneuert. Die sind also dicht und haben sich bewährt.

    Und nun werden die Becken Richtung Kronentor nochmals erneuert, so wie bei den funktionierenden gegenüber.

    Allein die Brunnensanierung wird unheimlich teuer. Ich hoffe man hat das Geld und macht es einmal richtig, statt ggf. jetzt zu flicken und in wenigen Jahren dann nochmal in den fertigen Hof reinreißen zu müssen.


    Dann werden sämtliche Leitungen im Hof erneuert.

    Das ist nicht nur das Abwasser für den Hof selbst, sondern auch sämtliche Leitungen zu den Museen werden erneuert: Strom, Wärme, Kälte, Daten, Wasser, Abwasser, Luft etc.


    Es wird eine neue Beleuchtung im Hof geben. Man tüftelt nun, wie man die Leuchten unauffällig in den Bestand integriert. Denn Pollerleuchten oder Masten mit Lampen sind natürlich ausgeschlossen. Ob man Strahler in die Brunnenwände integriert, oder in die zentralen Kandelaber aus den 1920-er Jahren ? Oder an den Wegerändern? Man wird sehen.


    Für die neue Wegedecke hat man letzten Herbst 10-12 Musterflächen angelegt.

    Verschiedene Varianten im Test. Aber das ist der geringste Aufwand bei der Sache.


    Und zukünftig wird nicht nur der Rasen automatisch bewässert, wie bisher.
    Auch die wassergebundenen Wegedecken soll eine automatische Beregnung durch Versenkregner bekommen, damit man den Hof bei Hitze, Wind und Trockenheit gegen Staubbildung wappnen kann.


    Und dann sind natürlich noch auf über 50% der Fläche archäologische Grabungen zu machen.


    Insgesamt ein unheimlich komplexes Bauvorhaben von dem man letztlich im Idealfall nichts sieht...
    Man macht sich keine Vorstellung, wie viele Gewerke, Fachplaner, Wissenschaftler sowie unterschiedliche Nutzer, Bauherrenvertreter und beteiligte Ämter und Behörden da mitmischen...

    Der Zwingerhof dauert leider ziemlich lange.
    2024.... Vielleicht 2025?
    Wenn der Zwinger für einen Besuch "fertig" sein soll, dann würde ich auch gleich so lange warten, bis der Schloß-Altan fertig und der Schloßhof begehbar ist...


    Aber warum so lange warten? Es gibt ja auch so genügend zu sehen.

    Die Altstadt dürfte das Zwinger-Baustellen-Unbehagen ausgleichen. Dort ist alles schick.
    Die Augustusbrücke ist im Frühjahr 2022 endlich fertig...

    Gemäldegalerie und Residenzschloss-Museum...

    Hofkirche und Frauenkirche

    Die Elbschlösser
    Moritzburg und Pillnitz

    Großsedlitz und Königstein.

    Panometer


    Man hat gut ne Woche mit 1a-Sehenswürdigkeiten zu tun.

    Auch wenn man mich jetzt hier steinigt...

    Mir persönlich gefällt die Präsentation der originalen ägyptischen Kunstwerke im modernen Berliner Neuen Museum sogar besser, als die Präsentation in Wien. In Berlin bin ich nämlich NICHT durch überbordende Wand-Deko des 19. Jhds. vom Originalobjekt abgelenkt.

    Als Gestalter gefällt es mir sehr gut, wie Chipperfield unheimlich gekonnt und durchdacht die Ägyptischen Objekte in Szene setzt.

    Für mich ist das Neue Museum gestalterisch tatsächlich eine der schönsten Museumspräsentationen weltweit.


    Natürlich ist die Wiener und war die alte Berliner Präsentation ein Gesamtkunstwerk. Kind ihrer Entstehungszeit.

    (Und natürlich muss man eine solche Art der Präsentation bewahren, wenn sie noch existiert.)


    Aber ehrlich gesagt ist GENAU DAS (Gesamtkunstwerk und Kind seiner Entstehungszeit) auch das Chipperfieldsche Museum für mich.

    Beispielsweise finde ich den lichtdurchfluteten schwebenden Einbau im Ägyptischen Hof mit den Amarna-Objekten großartig.

    Der Vergleich eines Vorredners mit Schwimmhallen-Atmo ist für mich völlig unpassend. Vielmehr leuchten hier die Objekte direkt im Sonnenlicht und die Milchglasscheiben bringen den ganzen schwebenden Bereich in eine lichtdurchflutete Atmosphäre, die zum Sonnenkult Echnatons für mich in sinnfälliger Beziehung steht.


    Neues Museum Berlin - Nofretete Entwurf aus Bildhauerwerkstatt

    Beispielbild aus: Neues Museum Berlin - Exklusivbesuch bei Nofretete - Unterwegs mit Kind


    https://www.google.de/url?sa=i…2_tqOpfUCFQAAAAAdAAAAABAP


    Auch erinnere ich mich besonders gern an einen Raum, in dem z.B. ALLE Objekte der 2. Reihe "gerahmt" wurden, um sie in den Raum gleichwertig einzubinden. Dabei waren manche Objekte in Glas-Vitrinen, andere nur in Metallgestängen gleicher Größe gefasst, um so gestalterische Einheitlichkeit zu erzeugen. Bei absolutem Minimalismus.

    Und die Sockel / Vitrinen sind so wunderbar im Raum angeordnet. Da hat man sehr lange getüftelt und probiert.


    Neues Museum Berlin - Ägyptische Sammlung

    Das ist für mich MODERNE Raumkunst in Vollendung.


    Als ich das erste mal im neuen Neuen Museum war, bin ich mit Ablehnung und Vorurteilen hingefahren, so nach dem Motto: "Scheiß Modernisten machen immer nur Brüche und kriegen nix hin."

    Nach 3h im Museum war ich von Chipperfield begeistert...


    Ich wundere mich, dass einige hier auch qualitätvolle moderne Gestaltung per se ablehnen.

    Muss denn auch bei Euch zu Hause eine Vase IMMER auf Häkeldeckchen und Furnier stehen? Oder geht auch weißer Lack.
    Ich finde es geht beides. Sogar DIREKT nebeneinander, wenn man es gut macht....

    SKD: Porzellansammlung
    SKD: Porzellansammlung

    Die Skulptur der sich seit 1827 hier befindlichen so genannte Laitière, eine Bronzefigur des russischen Bildhauers Pavel Petrovitsch Sokolow, nach einer Fabel Lafontaines das Mädchen mit dem zerbrochenen Krug versinnbildlichend


    Berlin - Wannsee



    Auch an dieser Schöpfung sieht man wieder einmal die enge kulturelle Beziehung zwischen dem russichen Zarenhof und der Preußischen Herrscherfamilie.

    Bei dem Brunnen Laitière handelt es sich um den Transfer einer russischen Gartenschöpfung nach preußisch Arkadien. Meistens lief es ja genau anders herum*.


    Im Jahr 1810 schuf Sokolow eines seiner bekanntesten Werke, die Bronzeplastik Milchmädchen mit dem zerbrochenen Krug, für den Katharinenpark in Zarskoje Selo, dem heutigen Puschkin.


    Die Milchmädchen-Quelle in Puschkin

    Dieser Statue hat der russische Dichter Alexander Sergejewitsch Puschkin 1830 sein Gedicht Die Statue von Zarskoje Selo (russisch: Царскосельская статуя) gewidmet: Lässig die Urne mit Wasser gefüllt ließ fallen das Mädchen. Trauernd sitzet die Magd, hält den zerbrochenen Krug. Wunder: Das Wasser versiegt nicht, es zerfließt aus zertrümmerter Scherbe. Ewig rinnet der Quell, ewig trauert die Magd.


    In Glienicke handelt es sich um eine Kopie aus Zeiten der Park-Reko von 1985 ff.



    Der russische Bildhauer Pawel Petrowitsch Sokolow schuf zwischen 1807 und 1810 (es ist auch 1816 als Fertigstellungsangabe zu finden) nach Motiven aus der Fabel „Das Mädchen mit dem Milchkrug“ von Jean de La Fontaine die anmutige Sitzfigur eines Mädchens (der Perette, einer Laitière), das um den zerbrochenen Milchkrug und die daraus auslaufende Milch trauert (Es handelt sich dabei inhaltlich um eine mehrschichtige, moralische Qualität zwischen „Milchmädchenrechnung“ und „Verlorener Unschuld“).
    Die in Bronze gegossene Figur wurde auf einem Granitstein am Großen Teich im Katharinenpark von Schloss Puschkin (Pushkin; Zarskoje Selo) bei St. Petersburg aufgestellt.
    Übrigens der einzige Brunnen im Katharinenpark überhaupt.


    Ein Zweitguss gelangte 1827 als Geschenk des Zarenpaares Nikolaus I. und Alexandra Feodorowna an die preußische Verwandtschaft (Prinz Carl von Preußen war ein Bruder der Zarin Alexandra Feodorowna, geb. Prinzessin Charlotte von Preußen. Er sah auf seinem Besuch bei der Schwester 1820 in Zarskoje Selo die Laitière, die ihm gut gefiel) in den Pleasureground von Schloss Klein-Glienicke.

    Das Original bzw. der Erstguss in Puschkin überstand die Zerstörung von Schloss und Garten durch Soldaten der Deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg weil beherzte Mitarbeiter der Schlossverwaltung die Plastik vergruben.

    Der deutsche Zweitguss ging im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg verloren. Im Zuge der Wiederherstellung des Pleasuregrounds in Klein-Glienicke gelangte 1987 auf Betreiben von Prof. Martin Sperlich aus der Sowjetunion als Zeichen kultureller Verbundenheit ein Nachguss der ersten Bronzefigur in Puschkin nach Berlin-Klein-Glienicke und konnte dort auf dem originalen Granitfindling wieder aufgestellt werden.

    Übrigens: in Berlin gibt es 2 Milchmädchen...
    Zwischen der Kulturstiftung Schloss Britz und der Schlösserverwaltung in Puschkin/Zarskoje Selo besteht durch Ausstellungskooperation seit 1989 ein enger Kontakt. 1998 gelangte ein weiterer Nachguss der Puschkiner Laitière nach Berlin und konnte am 12. September 1998 im Gutspark Britz aufgestellt werden. Auch hier wurde ein passender Findling ausgewählt und hier mit einer kleinen Kaskade kombiniert.

    156 Spender trugen damals für den Verein der „Freunde und Förderer Schloß Britz e. V.“ die 69.000,- DM für den Nachguss der Plastik zusammen.


    Laitière – Bildhauerei in Berlin (bildhauerei-in-berlin.de)

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    *Oft lief es mit dem Kulturtransfer genau anders herum, wie man z.B. an den Potsdamer Römischen Bädern (1729-1840-er) und der Zaryzin-Insel mit ihrem Römischen Bad in Peterhof (1844) sehen kann.
    Übrigens ein weiteres beeindruckendes Rekonstruktionsprojekt der Russen, um deutsche Kriegsschande zu heilen.

    Leider ist diese kulturelle Großtat hierzulande noch nahezu unbekannt.



    "Bezaubernde Insel-Pavillons in Peterhof", Zarizin- und Olga-Inseln in Peterhof in Peterhof • HolidayCheck


    Es wurde in den Jahren 2003/04 auf den beiden mit Gestrüpp überwucherten Inseln im Olga-Teich die Ruinen des Zarizin- und des Olga-Pavillons restauriert und in alter Pracht originalgetreu wieder eingerichtet. Die Gartenanlagen beider Pavillons wurden mit großer Liebe und Sorgfalt genau dem historischen Vorbild entsprechend mit üppigem Blumenschmuck, mit Statuen und einem „Ruinenfeld“ angelegt.
    Auf der Vorderseite des Zarizin-Pavillons wurde in einer Nische zwischen zwei Fenstern der „Betende Knabe“ aufgestellt. Er hatte dort bis zu seiner Zerstörung im Zweitem Weltkrieg immer gestanden.

    Landschaft der Insel Zarizyn in Peterhof - Interessant (gardens-tricks.com)


    800px-M%C3%A4dchen_mit_Papagei.JPG


    Und die 3 "Kristall-Säulen" aus blau-weißen Glasröhren im Marly-Garten Potsdam / Roseninsel Starnberger See / Zarizyn-Insel Peterhof sind ebenso ein Zeichen der engen Beziehungen zwischen Deutschland und Russland.

    Mädchen mit Papagei – Wikipedia

    Was noch fehlt:


    Die erwähnte "Palmenstamm-Uhr".


    Weiterhin:


    http://forschung.skd.museum/fi…bilder/Pendule2_klein.jpg


    https://kunstgewerbemuseum.skd…tonnier_01_61fd0c0b44.jpg


    Allerdings die Frage, ob diese überhaupt hier gezeigt werden.
    Sie gehören vermutlich ursprünglich in die Privatgemächer August III


    Hier im Video schön zu sehen, dass selbst im Eckparadesaal 2 Uhren neben dem Kamin standen...







    Hier mal der Zustand der Objekte vor der Restaurierung.SKD | Online Collection



    Kunstgewerbemuseum: Latz-Restaurierung (skd.museum)

    Ich bin der Ansicht, dass die Uhren aus 1. und 2. VZ ausgetauscht werden sollten. :-)

    Jahreszeiten an den Postamenten der Pendulen im 2. VZ passen doch besser zu den Säulentücken der Tapisserie im 1. VZ.

    Die Uhren kästen haben selbst Säulen mit Fruchtgirlanden...


    Und Apoll und Minerva der Pendulen im 1. VZ finden sich am Spiegel im 2. VZ exakt wieder...

    Für mich nicht verständlich, dass die Reihenfolge andersherum ist.

    Aber die Fachleute werden es bedacht haben...


    Insgesamt eine überreiche Ausstattung mit Uhren, die historisch belegt ist. Aber unverständlich. Warum immer 2 in jedem Zimmer und dann gleiche Exemplare?


    Nicht "Erichs Lampenladen", sondern "Augusts Uhrenladen"... :-)

    Die zweite Uhr rechts ist eigentlich identisch.






    Die Spiegel im Audienzgemach sind auch ergänzt.

    Fast fertig.





    Und die 8. Uhr hier:


    Grünes Gewölbe: Ermittler durchsuchen nach Juwelendiebstahl Geschäftsräume  in Berlin | ZEIT ONLINE


    Deren Postament ist eine Komplett-Reko

    Im Audienzgemach nun auch endlich 2 Uhren, die hier bisher fehlten, da sie in den Vorzimmern standen (zumindest eine):










    Chronos als Uhrbekrönung ist klar.

    Wer bekommt hier eine Mauerwerks-Krone überreicht?


    Pendule auf hohem Piedestal, Gehäuse und Piedestal: Jean-Pierre Latz (signiert); Uhrwerk: Gault à Paris, Paris, 1739 Inv.Nr. 37680-1 + 37627-2 © Kunstgewerbemuseum, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

    Noch 2. VZ




    Apoll und Janus

    sind auf den Uhrenkästen dargestellt.

    4 Jahreszeiten auf den Postamenten.

    Apoll und Minerva + ein Genius auf dem Spiegel von Ludwig XIV



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    Der 2. Venezianische Spiegel hat seine Bekrönung bekommen




    So sah er vor 6 Wochen aus.
    Und so in 2019


    Im 2. VZ gibt es - neben der neuen Kommode, den bereits bekannten Tabourets, und den Gueridons von Permoser - wieder 2 identische Uhren mit Postamenten...
    Verwunderlich.





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