Posts by eryngium

    Und die Ansprüche der "Stadtgesellschaft" sind nach Pronto... scheinbar, dass dort in dieser städtebaulichen Ödnis seit einem Wettbewerb 2001 nix passiert.

    https://www.neumarkt-dresden.d…g-hotel-am-terrassenufer/


    Blockrand ist gewünscht und preisgekrönt. Aber wenn es nach Pronto geht, dann wartet man auch noch die nächsten 20 Jahre... Bis hier mal ne fähige Bauverwaltung in die Puschen kommt.

    Fassen wir zusammen: Die Stadt-Verwaltung und alle Eigentümer im Gelände bekommen dort keinen Anfang von Stadtumbau hin.

    Jetzt kommt endlich ein Ansatz in die seit 2001 gewünschte Richtung, aber Pronto.... will ganz pronto weiter Grundlagen ermitteln...



    Ich denke die Diskussion kann an dieser Stelle beendet werden. Ich diskutiere ja auch nicht, ob die Erde eine Scheibe ist.

    Luxemburger, DIESE Seite habe ich auch gefunden und hier verlinkt. Der Beitrag ist aber gesperrt...


    Architekten werden in Deutschland in den Listen der Architektenkammern geführt... Und da konnte ich keinen Spellenberg finden...

    Es ist vieleicht einfach weniger übrig auf das man sich jetzt konzentriert.

    Diese Behauptung ist einfach lächerlich. Allein in Dresden gibt es 9.300 Denkmale. In Leipzig sind es über 14.000, Chemnitz über 3.400.

    Die Stadt Bautzen hat fast 1.200, Görlitz über 3.100. Für Meißen und Torgau finde ich gerade mal keine Zahlen. Für ganz Sachsen ohnehin nicht.

    Man kann von 50.000 Denkmal-Objekten in Sachsen ausgehen. Ein Denkmal pro 90 Einwohner.


    https://de.wikipedia.org/wiki/…Kulturdenkmale_in_Dresden

    https://de.wikipedia.org/wiki/…Kulturdenkmale_in_Leipzig


    Sachsen ist das Bundesland mit dem reichsten Bestand an denkmalwürdiger Bausubstanz in Bezug auf Fläche und Einwohner in Deutschland.

    Und der Freistaat hat - ganz nebenbei - die höchsten finanziellen Ausgaben für Kultur pro Einwohner in allen Flächenländern.


    Allein der Zustand der Staatlichen Schlösser und Gärten liegt in Pflege- und Erhaltungszustand - deutlich über dem Niveau anderer Regionen.

    IMMER wieder gern.

    Klasse, wenn unadressierte Memoranden trotzdem an Durchlaucht zugestellt werden...


    Im April 2019 wurde hier mitgeteilt.

    Aber ich werde nun künftig so handhaben: ich schreibe hier, was ich für mitteilenswert halte und wovon ich glaube, dass es andere interessiert, ....

    Post 3.104 scheint also nun SO EINER gewesen zu sein.
    Ich freue mich schon auf die nächsten substanziellen Beiträge hier.

    Prügel gibt´s genau dann, wenn Luftpumpen unqualifizierte Aussagen im Brustton vollster Überzeugung zu Wahrheiten stilisieren wollen, ohne Detailwissen...
    (Nein, Dresden ist nicht Süddeutsch-Barock geprägt... Nein, Repliken von Barock-Kronen sind keine Gründerzeitmodelle... )


    Gegen Äußerungen zu geschmacklichen Fragen ist hingegen nichts einzuwenden....

    Also in Geyer muss man nicht unbedingt gewesen sein...
    Statt des freistehenden Turms dort würde ich eher diese freistehende Kanzel hier besichtigen, als Tourist...


    Dom St. Marien (>) | Kulturkirchen

    (c) Ralf Clöden


    Tulpenkanzel im Freiberger Dom, um 1505


    Und wenn man einmal da ist, dann sollte man unbedingt die Goldene Pforte und die Grablege der Wettiner besichtigen...

    Auch deren kunsthistorische Bedeutung wird derzeit deutlich zu gering beachtet.


    https://de.wikipedia.org/wiki/Freiberger_Dom

    Geyer hab ich auch überlegt, aber es erfüllt da zu sehr am Stadtrand stehend, bzw lediglich ein Ensemble mit der benachbarten Kirche bildend, nicht das Kriterium der Stadtbildwirksamkeit. ....


    Das Stadtbild von Geyer wird von drei Türmen geprägt.

    Zwischen

    - Rathausturm am Altmarkt (ergänzende Höhendominante nach 1900) und

    - Wehrturm der St. Laurentiuskirche (Kirche von 1506 mit Wehrgang und eben diesem eigenen Wehrturm)

    liegen 175m Luftlinie.


    Und genau in der Linie zwischen beiden liegt zentral der

    - freistehende Stadtturm (als zentraler Wachturm von 1395)


    Wikipedia und ich wissen:

    Geyer wurde 1381 erstmals urkundlich erwähnt. Bereits Jahrzehnte zuvor war (um 1315) mit dem Bergbau begonnen worden. Im Jahr 1395 wurde der Wehrturm errichtet. Um die selbe Zeit gab es eine erste Bergmanns-Kapelle, aus der dann 1506 die heute bestehende Kirche St. Laurentius (Wehrkirche, in der man sich im Bedarfsfall zurückziehen konnte) geformt wurde.

    Geyer erhielt 1407 das kleine Marktrecht, 1453 das Braurecht und 1467 wurde der Ort erstmals als Stadt erwähnt. Das erste Rathaus von Geyer entstand 1496.


    Geyer ist also keine "klassische" Stadtgründung mit Stadtmauerring, Gassen und dichter Bebauung.

    Vielmehr erhielten frühe Bergbau-Siedlungen im Erzgebirge oft Marktrecht, nachdem an den wichtigen Straßenkreuzungen zwischen überörtlichen Handelswegen und an Zuwegungen von diversen Bergwerken der unmittelbaren Umgebung sich "Kondensationskerne für Stadt" gebildet haben.


    Die Bergstadt Geyer war über Jahrhunderte eher eine Streusiedlung.

    Nach einem anfänglichen starken Wachstum durch diverse Bergwerke war über Jahrhunderte keine weitere bedeutende Bevölkerungszunahme zu verzeichnen.

    Auch gab es hier in der damals reichsten ländlichen Gegend Deutschlands im Herzen Sachsens keine Bedrohungen, für die eine Stadtmauer sinnvoll gewesen wäre. Statt dessen baute die Bewohner der Stadt für sich einen zentralen 42m hohen Wachturm und eine befestigte Kirche, in der man sich im Bedarfsfall hätte zurückziehen und verteidigen können.


    Hier um den Stadt-Turm befindet sich also der "Nukleus" der Bergstadt Geyer.

    In der unmittelbaren Umgebung sind Reste mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Gebäude aus der Stadtgründungs-Periode versammelt.
    Leider wurde das zentrale Rittergut Geyersberg über die Jahrhunderte in seinem Umfang reduziert und in seiner Kenntlichkeit entstellt. Der heute "Lotterhof" benannte Gebäudekomplex südlich der Kirche (im Foto links unten) bildet trotzdem die Südspitze des Dreiecks Altmarkt - Kirche - Rittergut.

    Und zentral in diesem Dreieck steht nun unser Stadtturm.


    Dass Sie, werter Ursus die Bebauung des späten 19. Jhds. der Neustadt (entstanden nach Stadtbrand 1854 und durch die Industrialisierung nach dem Niedergang des Bergbaus - neu: Textilindustrie und Dynamitfabrik) oder Plattenbaugebiete städtischer finden, sei Ihnen unbenommen. Aber mehr historisches Stadt-Zentrum als zwischen den von mir benannten 3 Dominanten findet man in Geyer nicht.


    Geyer-an-Neujahr-2015.jpg


    (c) Ferienwohnung Haus Feig


    Der Lotterhof in Geyer - Erzgebirge aktuell


    (C ) Curth Marketing


    https://skd-online-collection.…eum/Details/Index/1750600


    Solche städtebaulichen Besonderheiten sind im Erzgebirge noch an anderen Stellen erkennbar.

    Nicht zu reden von umfangreichen sichtbaren und v.a. BESICHTIGBAREN Zeugen des Bergbaus vom 12. (!) bis ins 20. Jahrhundert.

    Nicht ohne Grund wurde die Region zum Welt-Kulturerbe erklärt: auch wenn das Stadtbild von Geyer vielleicht so gar nicht dem entspricht, was sich Otto-Normal-Ursus so vorstellt.


    Aber schön, dass Sie überlegt haben ;-)

    Leider muss man feststellen, dass der Zwingerhof insgesamt keinen so guten Eindruck macht.

    Die Bilder im Beitrag waren geschickt gewählt, so dass man die Beeinträchtigungen nicht sieht.

    Natürlich sind die wunderbaren Wandbrunnen links und rechts des Kronentors, die Architektur-Details und die Orangen ein Genuss. Aber der Gesamteindruck ist gestörte: mit

    - 2 Baustellen (Glockenspielpavillon teilweise eingerüstet, Französischer Pavillon komplett im Bau, jetzt immerhin mit "Fototapete" ) und v.a.

    - der riesigen störenden Event-Blase im Zentrum...


    Ich empfehle, mit einem Besuch des Zwingerhofes bis wenigstens Anfang Juli zu warten.
    Letzte Vorführung: 28.06.2020


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    Dafür ist es in der Altstadt gerade um so schöner.
    Überall Menschen die die zahllose Außengastronomie nutzen.
    Harmonische Musik von Straßenkünstlern.


    Ich lief gestern zufällig hinter einem schwäbischen Ehepaar durch die Sporergasse.

    Vom Neumarkt, der gerade dramatisch beleuchtet war durch einen Wechsel aus Sonne und Wolken, tönte ein Saxophon und spielte chillige Melodien.
    Bei `Carless Wisper` traten wir zeitgleich aus der Sporergasse auf den Jüdenhof.
    Sie blieb stehen und sagte in breitestem Schwäbisch, wie schön es sei...

    Ihr Mann stoppte zeitversetzt. Guckte. Sagte erst nichts. Dann machte er zwei Fotos.


    Und ich hab auch gar nichts gesagt, obwohl doch Umberto Eco in einem Zeit-Beitrag aus 1996 keck behauptete: "Die Dresdner fragen einen gar nicht, ob einem die Stadt gefällt. Sie sagen es einem. "

    ;-)




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    Die Zeit 1996,
    Umberto Eco: "Grundzüge einer Stadtpsychologie":


    "Ich komme gerade aus Dresden zurück. Dresden ist eine Stadt, die alle Gründe hätte, sich zu beklagen. Glänzende Hauptstadt Sachsens, von Herder als "Florenz des Nordens" bezeichnet, in einer romantischen Landschaft erster Klasse gelegen, wurde sie drei Monate vor der Kapitulation Hitlerdeutschlands dem gnadenlosesten konventionellen Bombardement des ganzen Weltkriegs unterzogen. Ausradiert, und das ohne zwingende Gründe: Man wußte bereits, daß die Russen bald dasein würden, und das "Dritte Reich" lag schon am Boden. Das geben inzwischen auch die Anglo-Amerikaner zu, die nicht aufhören, Gewissensbisse und Solidarität zu bekunden.

    Aber die Stadt hat, ohne zu vergessen, ihre Trauer ohne Gejammer, ohne Opfergetue und, man möchte fast sagen: ohne Groll getragen. Die Dresdner gehen davon aus, daß man die Geschichte kennt, und zeigen dem Besucher stolz die wiederaufgebauten Paläste, die Türme, die Kirchen, die unglaubliche Pinakothek, sie sagen ihm, wieweit im Jahr 2006, zur Achthundertjahrfeier der Stadt, alles wieder hergerichtet sein wird, sogar die scheußlichen Bauten, die nach dem Krieg rasch hochgezogen worden sind, werden ersetzt sein, und die Barockfassaden, die Bellotto so genau auf seinen Bildern festgehalten hat, werden restauriert sein (Bellotto hatte kein so feines Gespür für die Ungreifbarkeit der Atmosphäre wie sein Onkel Canaletto, aber er war von einem glasklaren Realismus, der auch die Altstadt von Warschau wiederaufzubauen erlaubt hat).

    Die Dresdner fragen einen gar nicht, ob einem die Stadt gefällt. Sie sagen es einem.


    ...

    Zur neuen roten Wandbespannung unter den Canalettos sei noch angemerkt:
    Wohl durch die jahrzehntelange deutlich zu helle Hängung im Canaletto- (heute Skulpturen-) Gang der Gemäldegalerie ist bei den berühmtesten der Veduten das blaue Pigment des Himmels irreversibel in graublau umgeschlagen und verblasst...


    https://www.mdr.de/zeitreise/w…t/canaletto-blick102.html


    Ich finde: graublauer Himmel auf roter Wand gibt dem Ganzen wenigstens noch ein bisschen sonnige Gesamtwirkung. Auf Grau war es doch ziemlich fad.


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    Übrigens hängt eine kleinere Kopie des Canaletto-Blicks derzeit in der seeeehr sehenswerten Rafael-Ausstellung in der Gemäldegalerie. Identischer Klassizistischer Galerie-Rahmen, nur kleiner. Besitzer: SKD

    Man wundert sich, dass dann doch nicht alle kleineren Kopien nach Petersburg, England und sonst wo hingegangen sind.


    Ich freute mich auf eine Canaletto-Sonderausstellung.

    Lieber Exilwiener,
    ich teile Ihre Ansichten im Wesentlichen.

    Allerdings eine Anmerkung:

    Der Beitrag wurde für 3sat produziert vom SWR.
    Der MDR ist unbestreitbar auch nicht politisch unabhängig. Allerdings gibt es dort im Programm auch ab und an mal ne andere Meinung und andere Blickwinkel auf "übliche" Themen.
    Die Selbstgefälligkeit des Herrn Brock stammt mutmaßlich doch eher aus seiner Arbeit beim SWR. Auch wirbt der Herr auf seiner eigenen HP damit: "Seit 2014 bin ich außerdem Trainer für Moderation, Präsentation, sicheres Auftreten und den Umgang mit Medien, u.a. für die Burda-Journalistenschule, Hochschulen, die Moderatorenschule Baden-Württemberg und die LernraumAkademie." Er wohnt in Karlsruhe.
    Deswegen hat er als "Auslandsberichterstatter" im unzivilisierten Osten natürlich auch den Durchblick...


    Und bei 16:45 wird seine Haltung für mich deutlich: "Keine Frage, Dresden ist eine der schönsten Städte Deutschlands, mit einem Reichtum an Kunstschätzen - man könnte fast neidisch werden."
    Man könnte fast neidisch werden...

    Nicht etwa: es ist schön, dass dieser Teil seit 30 Jahren zu uns gehört...
    Auslandsberichtserstattung 30 Jahre nach dem Mauerfall.



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    Es sei eine Anekdote gestattet:
    Vor geraumer Zeit wurde ich bei einer Einladung in Karlsruhe ebenfalls auf Pegida und die rechten Tendenzen in Dresden (und im ganzen Osten sowieso) angesprochen. War mir - wie immer - sehr unangenehm und ich wies - wie an dieser Stelle immer - auch diesmal im Gespräch darauf hin, dass Dresden von einem rot-rot-grün dominierten Stadtrat gelenkt wird. Nun wurde vom Gegenüber Verwunderung geäußert.
    Wenig später wechselten wir das Thema und der Karlsruher Besser-Mensch erzählte mir von 3 traumhaften Biergärten in und um Karlsruhe, eine kleine Kette, die übrigens auch das Ballhaus Watzke in Dresden betriebe...
    Als ich wenig später diesen Artikel ergoogelt hatte, und meinem Gegenüber zu lesen gab. War unser Gespräch bald beendet.

    https://pieschen-aktuell.de/20…aus-watzke-ein-kommentar/*

    Natürlich würde es mir nicht einfallen, in einem Beitrag über die Karlsruher Kunsthalle - beispielsweise vor einem Stillleben mit Münzen - darüber zu schwadronieren, dass das sprichwörtliche südwestdeutsche "Schaffe Schaffe" auch vor moralischen Grenzen keinen halt macht...


    * Vielleicht meinte er ja auch einen anderen Biergarten in Dresden. Seit 2017 sind Verbindungen zwischen Watzke und Karlsruher Biergärten jedenfalls nicht mehr so einfach nachvollziehbar.

    hinzu kommt, dass man den Sächsischen Sandstein nicht einfach "reinigen" kann. Die Schwarzfärbung ist eine Material-typische Eisenoxid-Schicht. Eine Entfernung gelingt nur durch Sandstrahlen bei Abtrag um 2mm.