Posts by CA_rotwang

    Was ist an ein normalen Gebäude ein Denkmal nichts es ist nicht nach einem besonderen Baustil gebaut nur so wie jedes Haus zu der Zeit gebaut

    Das ist ein grundlegendes Problem in den Köpfen der Menschen: Dass sie zwar verstehen, was z.B. den Kölner Dom zu einem Denkmal macht, dass aber ihre Vorstellungskraft bei "normalen Gebäuden" aussetzt. Natürlich kann jedes Haus ein Denkmal sein - selbst wenn es ein 08/15-Gebäude ist. Zum Denkmal - und damit meine ich nicht alleine nur die juristische Definition - wird es nämlich dann, wenn es stellvertretend für das Bauen seiner Zeit steht. Ein normales Bauernhaus aus dem Jahr 1826 mag nicht denkmalwürdig erscheinen - weil dort weder jemand geboren wurde, der berühmt war oder weil es nichts besonders gebaut wurde.


    Aber wenn dieses Bauernhaus auf einmal eines der wenigen Bauernhäuser aus den 1830ern in einer Region ist, weil alle anderen abgerissen wurden, kann es auf einmal ein sehr wichtiges Denkmal werden. Denn dann ist es der letzte Zeuge des Bauens seiner Zeit in einer Region. Und das meiner Ansicht nach sogar dann, wenn im Inneren Teile ausgetauscht oder verändert wurden.


    Klar, das ist nur einer von vielen Gründen, warum ein Haus ein Baudenkmal werden kann oder als solches angesehen werden muss. Aber dieser Grund ist hier entscheidend. Und ich denke, dass es unsere Aufgabe als Denkmalliebhaber sein muss, dass wir Usern wie flor, die stellvertretend für hunderttausende da draußen stehen, diese Vielfalt des Denkmalschutzes begreiflich machen.


    Macron hat gesagt: "Wir werden sie schöner aufbauen denn je" (sinngemäßes Zitat). Für mich ist das reine Politikerrhetorik. Sollte es ernst gemeint sein, wäre es Hybris. Bedenkt bitte, dass der Wiederaufbau von reichen Mäzenen finanziert wird, dass die Kathedrale UNESCO-Weltkulturerbe ist und in ihrer äußeren Gestalt ein Wahrzeichen ersten Ranges. Das sind drei gewichtige Gründe, die sicherstellen werden, dass es keine wesentlichen Veränderungen im Äußeren der Kathedrale geben wird. Die Herausforderung beim Wiederaufbau wird in technischen Fragen bestehen.

    Zumal die Äußerung von Macron ja auch schlicht bedeuten kann, dass man beim Wiederaufbau die Sanierungen vornimmt, die man lange verschlafen oder ignoriert hat oder die "im laufenden Betrieb" so nicht möglich waren. Am Ende einer grundlegenden Totalsanierung sieht die Kirche wahrscheinlich so schön aus, wie niemals zuvor - einfach weil man systematisch von unten bis oben und eben auf einen Schlag sämtliche Staub- und Dreckschichten entfernt, Schäden ausgebessert und Farben aufgefrischt hat.

    Ridikülöse Argumentation, welche die Poppersche Vorgabe, dass nicht zu sein hat, was nicht sein soll, nicht zu überwinden vermag. Nur, weil wir nichts wissen, hat die politisch ungewollte Option (die wahrscheinlichkeitstechnisch keineswegs geringer als ihr Gegenteil zu bewerten ist) ausgeschlossen zu sein.

    Ohne jetzt den durchaus berechtigten Einwand ins Lächerliche ziehen zu wollen: Eine gewisse mathematisch logische Wahrscheinlichkeitsrechnung besagt auch, dass das Feuer durch Außerirdische entfacht wurde.


    Worauf ich hinaus will: Dass etwas sein *kann*, ist noch lange kein Grund, sich seitenlang darüber zu streiten, ob es denn nun doch vielleicht so war und ob der "pöse" Mainstream da nicht etwas verschweigt.

    Aber wir sollten auch eingestehen, dass es heute eine solche Flut an völlig neuen technischen Mitteln zur zeitverzögerten Entfachung von Bränden gibt, wie nie zuvor.

    Das ist richtig.


    Dennoch gilt weiterhin Ockhams Rasiermesser statt James Bond.

    Hier erwarte ich konkrete Angaben zu Ursache und Ablauf.

    Diese Erwartungshaltung ist das Problem.


    Denn das etwas in völliger Dunkelheit bleiben kann, übersteigt die Vorstellungskraft des heutigen Menschen.


    In der Medienwissenschaft ist das als die "CSI-isierung" bekannt, wo sich aus dem munter miteinander kombinierten Bild aus Dokus über moderne Forensik und fiktive Formate wie eben CSI ein völlig bizarres Bild der realen Möglichkeiten von Ermittlungstechniken ergeben hat.


    Daraus entsteht eine fast schon pervertierte Erwartungshaltung.


    Wird die nicht befriedigt, wird an das geglaubt, was die eigene Erwartungshaltung wider besseren Wissens doch befriedigt. Verschwörungstheorien, persönliche Feindbilder - eben das, was jeden Einzelnen persönlich in seiner eigenen Weltsicht befriedigt.


    Und da - so hoffe ich doch - in diesem Forum niemand so jemand ist, den ich gerade beschrieben habe, können wir uns doch jetzt von den Theorien verabschieden und uns lieber dem einzig richtigen hingeben: Dem Kampf gegen die Norman-Foster-isierung von Notre Dame.

    Natürlich ist es von der Wirkung her nicht vergleichbar, aber hier gibt es beispielsweise ganze Straßen, auf denen im Winter vor der Benutzung wegen gefährlichen Eiswurfs gewarnt wird. Und was den Schlagschatten betrifft, so kenne ich deine Autobahnbrücke nicht. Aber ich glaube kaum, dass ein stehendes Bauwerk einen solche nervenden reflektierenden Diskoeffekt erzeugen kann. Bei tief stehender Sonne reicht dieser stets kilometerweit in die benachbarten Ortschaften hinein. Der Wert der betroffenen Grundstücke sinkt enorm.

    Es geht nicht um "eine" Brücke, es geht um eine komplette Kette von Autobahnbrücken. Die gesamte A45 im Sieger- und Sauerland ist ein Paradebeispiel für Schlagschattenthematik.


    Kurioserweise ist das aber nie ein Thema. Genausowenig wie die Abgase und der Lärm in den Tälern. Dass dieser Wertverlust ignoriert wird, dass hier ganze Kulturlandschaften zerpflügt wurden, ist offenbar weniger dramatisch als Windräder.


    Ich halte die Windenergie auch nicht für ein Allheilmittel und ja, auch mich nervt es, wenn ich schöne Landschaftsphotos machen möchte und so ein Ding steht da herum.


    Aber die Diskussion hat doch inzwischen wirklich hysterische Züge angenommen. Jedenfalls kann ich nicht erkennen, dass mit der gleichen Vehemenz gegen solche Brücken vorgegangen wird.

    Danke. Ich hatte bisher angenommen daß es sich dabei um ein katholisches Gebäude handel, da "sankt" für die Protestanten eher unüblich ist. Zwar beruhigt es mich nun daß es kein katholisches Gotteshaus getroffen hat bin aber anderweitig immer wieder sprachlos wie die Protestantische Kirche teilweise mit ihrem historischen Erbe umgeht.

    Es ist wirklich tragisch, was hier passiert.


    Zumal St. Lukas in München in mehrfacher Hinsicht ein Alleinstellungsmerkmal besitzt. Es ist ja nicht nur einer der wenigen, nahezu im Ursprungszustand erhaltenen Kirchenbauten des Historismus im Zentrum, sondern es ist auch - wie man auch an Henrys Irritation sehen kann - eine Besonderheit in religiöser Hinsicht: Im katholischen München ist diese evangelische Kirche eine Demonstration des protestantischen Selbstbewusstseins gewesen. Sie versteckt sich in keiner Weise hinter den katholischen Kirchen, sondern arbeitet mit den Mitteln einer protestantischen Ästhetik auf einem Niveau mit den übrigen Kirchen Münchens. Dieses Gesamtkunstwerk jetzt zu zerstören, ist geradezu krank.

    Aber die alten Windmühlen warfen keinen Schlagschatten.

    Zum Thema Schlagschatten empfehle ich an einem schönen Sonntagnachmittag eine gemütliche Fahrt über die A45.


    Wem angesichts des Schlagschattens, den die monströsen Autobahnbrücken auf die pittoresken Dörfer Hessens und NRWs werfen, nicht die Frage in den Sinn kommt, ob die Schlagschattendiskussion bei Windrädern nicht vielleicht ein wenig übertrieben ist, der darf auch gerne von der Autobahn abfahren und mit den Menschen sprechen, die DIREKT unter diesen Autobahnbrücken leben.

    Das ist kein Einzelfall und die Rauchgase von brennenden Kunststoff übertreffen selbst derer der schmutzigsten Chemieschlote. Das Zeugs zu löschen erweist sich ebenfalls nicht so ganz einfach, des ist wie Napalm.


    Was auch häufiger vorkommt - gerade bei Orkanböen - daß sich auch schon mal Rotorenblätter lösen und als Geschosse durch die Luft katapultiert werden.

    Das ist angesichts von z.B. Tschernobyl jetzt aber schon reichlich albern, oder?

    Niemand sagt, dass das ein perfektes Konzept ist.


    Niemand sagt, dass das technologisch das Ende der Fahnenstange ist.


    Aber es ist derzeit ein besseres Konzept als das der fossilen Energieträger.


    Als jemand, der über 30 Jahre lang im Ruhrgebiet gelebt hat, weiß ich, was Ewigkeitskosten, was Grubenwasserbelastung, was Tagebrüche sind.


    Als jemand, der mal beruflich mit dem Rheinischen Braunkohlerevier zu tun hatte, weiß ich, was die Vernichtung von Kultur- und Bodendenkmäler durch Bagger bedeutet; was es heißt, wenn Menschen zwangsumgesiedelt werden müssen.


    Windräder sind nicht schön, das ist richtig. Aber das Kohlekraftwerk Bergheim-Niederaußem ist es auch nicht.


    Jeder Form der Energieerzeugung hat ihre Schattenseiten. Aber bei den Erneuerbaren scheint mir persönlich dann doch noch ein Hauch mehr Licht zu sein.


    Am 28. März um 18:00 Uhr stellten die Onshore- und Offshore-WKA ganze 3 GW bereit, bei einem Bedarf von 70 GW. Solar war um die Uhrzeit eh nicht mehr der Rede wert und die Industrienation Deutschland musste ihren Strom importieren, sonst wären die Lichter ausgegangen.

    Entschuldigung, aber sich einfach irgendeinen Wert rausziehen, ist Mumpitz.


    Wieso?


    Wegen der ebenso nichtssagenden Gegenbeispiele:


    12. März, 13 Uhr:
    Stromverbrauch: 81,65 GW
    WKA: 33,76 GW
    Solar: 19,42 GW
    Wasser: 2,32 GW
    Biomasse: 5,94 GW
    Erneuerbare lieferten also 61,6 GW und damit mehr als 75% des Strombedarfs!


    13. März, 1 Uhr:


    Stromverbrauch: 64,32 GW
    WKA: 40,02 GW
    Solar: 0 GW
    Wasser: 2,48 GW
    Biomasse: 5,89 GW
    Erneuerbare lieferten also 48,39 GW und damit mehr als 66% des Strombedarfs!


    17. März, 11 Uhr:
    Stromverbrauch: 70,53 GW
    WKA: 34,64 GW
    Solar: 18,26 GW
    Wasser: 2,64 GW
    Biomasse: 5,58 GW


    Erneuerbare lieferten also 61,12 GW und damit mehr als 80% des Strombedarfs!

    Wenn man früher in unserer Region auf die nächste Ortschaft zu fuhr, so sah man oft in direkter Verlängerung der Straße ein markantes Bauwerk, einen Turm oder eine Kirche. Manchmal auch wohltuend nur den Horizont. Heute sieht man in der Regel drehende Windflügel. Besonders ätzend ist dies in langen Waldschneisen, wie die z.B. B184, Abfahrt A9 D.Süd Richtung Süden. Offenbar kümmert sich kein Mensch um solche Sichtachsen. Ein paar Meter Verschiebung hätte genügt. Oder es ist bewusste Werbung für Windkraft.

    Vielleicht liegt es auch einfach nur daran, dass inzwischen so viele Mindestabstände eingehalten werden müssen, dass überhaupt nur noch ganz wenige Flächen in Betracht kommen...

    1. Massivste Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr. Z.B. Bau weiterer U-Bahn-Tunnelröhren. Bau von weiteren Straßenbahnlinien. Schnellere Taktung der U-Bahnen, Straßenbahnen, Busse. Engmaschige Fahrten rund um die Uhr, also auch nachts. Und zwar auch ins Umland Münchens.
    (...)


    Vielleicht investiert München gerade massiv in den öffentlichen Nahverkehr. Ich bin gespannt. Für den Einzelhandel wird das ingesamt aber nicht einfacher, weil viele Einkaufspendler dann lieber auf die "grüne Wiese" fahren.

    Schaut man sich die politischen Diskussionen der letzten Jahre an, dann sollte man nicht auf den Ausbau des ÖPNV hoffen. Hier und da wird mal eine Verlängerung, eine neue Tram oder eine neue U-Bahn beschlossen, aber ob das dann auch alles wirklich so kommt, steht auf einem anderen Stern.


    Am Wochenende war ich in Wien. Ich bin immer wieder erstaunt, mit welcher Selbstverständlichkeit in den zentrumsnahen Vororten die Trams kreisen. Probleme mit dem Einzelhandel gibt es dort meinem Eindruck nach auch nicht in den verkehrsberuhigten Nebenstraßen (eben weil die größtenteils per Tram erreichbar sind), sondern an den Ausfallstraßen, die durch den Autoverkehr extrem unattraktiv geworden sind. Würde sich München mehr an Wien orientieren, es wäre viel geholfen.

    Ökofundamentalisten, die den „sofortigen Kohleausstieg“ fordern (ohne eine seriöse Antwort liefern zu können, wie dann die Energiesicherheit Deutschlands gewährleistet werden soll) und ein riesen Affentheater um einen kleinen Wald namens „Hambacher Forst“ veranstalten, während anderswo für neue Windräder exorbitant mehr Wälder abgesäbelt werden. Da dreht sich mir der Magen um.

    Nach der Rekultivierung beträgt der dauerhafte Flächenverbrauch eines Windrades 0,5 Hektar.


    Als Denkmalschützer sollte man vielleicht etwas kritischer über das Thema Braunkohle denken.


    Mir dreht sich nämlich der Magen bei solchen Listen um:


    https://de.wikipedia.org/wiki/…inischen_Braunkohlerevier


    Oder solcher Einträge.