Posts by CA_rotwang

    Das ist ein grundsätzliches Muster bei den "Grünbeseelten", dass der gesamte Kreislauf von der Rohstoffgewinnung und daraus resultierendem Energie- und Wasserbedarf, bis hin zu Rückbau, Verschrottung und Deponierung ausgeblendet wird.


    Dies betrifft die Thematik Dämm-Materialien zur Wärmedämmung von Gebäuden, als auch Batterien für Handys, Tablets und natürlich Elektromobilität aber auch Windenergieanlagen.

    Ersterer Vorwurf des "Musters" ist natürlich auch Quatsch. Der gesamte ökologische Fußabdruck ist Bestandteil vieler Betrachtungen.


    Letzteres hingegen ist natürlich richtig, betrifft aber übrigens auch Bauteile von Gasturbinen, künstliche Hüftgelenke bei Senioren, Glaskunst und eigentlich so ziemlich das gesamte Leben der westlichen Zivilisationen, das seit Jahrhunderten auf permanentem Raubbau basiert.


    DARÜBER spricht indes niemand, weil es verdammt unangenehm ist. Stattdessen sucht man den Splitter nur im Auge des Anderen - in diesem Fall bei "Grünbeseelten". Ist halt einfacher als zuzugeben, dass wir uns entweder mit bestimmten fragwürdigen Praktiken zufrieden geben oder unser gesamtes Leben radikal verändern müssen.

    Im übrigen war mein Kommentar eine Antwort auf @CA_rotwang, der genau das zumindest insinuierte. Mein Verweis auf das bolschewistische Russland meinte, dass dort aus genau diesem Gedanken heraus ("die haben ihr Vermögen doch nicht selbst gemacht, sondern auf dem Rücken des geknechteten Volkes") eben alles nivelliert wurde.

    Fordere ich das? Nö.


    Ich sage nur, dass es hier eine gewisse Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit gibt. Aus dieser heraus sollte man eine solche Zusicherung aussprechen.


    Das hier ist nun einmal keine 08/15-Industriellenfamilie, die ihren Reichtum erwirtschaftet hat, sondern der Reichtum und die Kulturgüter sind Folge eines Feudalsystems. Es mag eine juristisch spitzfindige Definition von Eigentum geben, die eben genau dieses System nivellieren kann und das Eigentum voll und ganz den Hohenzollern zuspricht - aber es leitet sich daraus eine moralische Verantwortung ab, die sich nicht leugnen lässt. Das brauchen wir jetzt auch nicht lang und breit zu diskutieren, denn die ist von sich aus gegeben - übrigens gleichgültig, ob man nun über den Adel aus einer linken, rechten, oberen, unteren, mittleren oder sonstwie gearteten Position denkt.


    Und dass es ausgerechnet in diesem Forum schwer fällt, diese Verantwortung zu sehen und als solche zu akzeptieren, ist durchaus verwunderlich.


    Und damit ist meinerseits alles zu dem Thema gesagt.

    Und warum sollten sie eine solche Zusicherung aussprechen? Aus Liebe zum Vaterland? Das sie um ihr Eigentum gebracht hat? Aus Liebe zum Volk? Das sie als "raffgierig" , "unverschämt" und "maßlos" bezeichnet? Mir scheint, manche missverstehen den Namen "Preußen" bzw. "Hohenzollern" als Aufforderung, sich an den Namensträgern sein republikanisches Mütchen zu kühlen.
    Es wäre vielleicht ein erster Schritt, werter @Bismarck et al., rhetorisch etwas abzurüsten. Die Sprache verrät viel über den Charakter...

    Mir war bisher nicht bewusst, dass die Kunstwerke aus dem Einkommen selbstständiger Lohnarbeit heraus finanziert worden seien, aber mei, wenns offenbar so ist...

    Du verwechselst Recht und Moral. Denn wenn es um Moral geht, sieht es ganz schlecht aus für Prinz Georg von Preußen. Offenbar wittert der Hochwohlgeborene das große Geld. Vor zwei Jahren hatte er schon einmal keinerlei Skrupel das Erbe seiner Dynastie zu verhökern:

    Erbärmlich! :daumenunten:
    Mehr dazu >> https://www.tagesspiegel.de/be…-konnte/24588740-all.html

    Eben das ist es.


    Ich würde mich persönlich wesentlich leichter mit solchen Rückgaben arrangieren können, wenn man nicht befürchten müsste, dass die Hohenzollern danach erst einmal alles zu Geld machen.


    Und wie groß der Aufruhr hier im Forum wäre, wenn auf einmal die vielen Kunstwerke nach Russland, in die USA oder die Arabischen Emirate gehen... Solange die Hohenzollern nicht öffentlich und glaubhaft zusichern, dass ihr Eigentum nach einer Rückgabe zumindest im ehemaligen Herrschaftsgebiet verbleibt, solange sehe ich eine Rückgabe extrem kritisch - selbst wenn sie ihnen juristisch zustehen würde...

    Wir leben in einer Zeit, in der es keine größere Sünde zu geben scheint als rechts zu sein. In einer Zeit, in der jegliche auch nur vage Assoziation mit "rechts" eine totale gesellschaftliche Isolation nach sich zieht. Herr Trüby weiß genau, was er macht, wenn er versucht, der Rekonstruktionsbewegung ein rechtes Mäntelchen umzuhängen.

    Ja.


    Und das ist sein Leim.


    Indem er nämlich das tut, indem er damit Gegenreaktionen auslöst, bei denen z.B. über Seiten hinweg über die richtige Deutung von links und rechts gestritten wird, zieht er euch rein in diesen Assoziationsstrudel. Irgendwann geht es dann um Stalins Katzen, Rechte, die das Bauhaus mögen und die Heldentat der Meinungsfreiheit. Alles zerfasert, alles redet sich den Mund fusselig und heraus kommt nix - außer aufgeheizten Forenseiten.


    Euch ist allen bewusst, wie leicht heute dieses Assoziationsspiel ist, wie leicht man mitgehangen wird. Und trotzdem stürzt ihr euch genüßlich hinein, weil Trüby das so will und euch an den richtigen Stellen zu triggern weiß.


    Was juckt es die Eiche...


    Ja, seid standhaft gegen diese völlig depperten Vorwürfe. Das bedeutet wahrlich kein Schweigen über Trüby, aber dann doch wenigstens ein wohlüberlegtes Reden und kein Thread, der sich nicht besser als Beweis für das eignen könnte, was Suebicus schreibt.

    Das ist doch der Punkt. Der Baum wurde gepflanzt als noch kein Mensch daran dachte, dass sich an der Stelle einmal wieder eines der bedeutendsten Frankfurter Altstadthäuser erheben würde. Daher ergibt sich jetzt, da dies eingetreten ist, eine gänzlich neue Situation, bei der man zumindest abwägen kann was die größere Existenzberechtigung hat.
    Da aber einige hier schreiben die Beeinträchtigung wäre nicht groß (ich war noch nicht vor Ort), kann man es ja auf sich beruhen lassen.

    Der Baum passt sehr angenehm ins Gesamtbild und gibt der Ecke etwas natürlich gewachsenes. Als ich im letzten Jahr dort war, lag es nicht zuletzt an diesem Baum, dass ich nicht sofort erkennen konnte, wo die "neue" Altstadt endet und wo etwas schon länger steht. Und insbesondere jetzt im heißen Sommer dürfte dieser Baum eher für Wohlgefallen als für Missstimmung unter den Besuchern sorgen.

    Die Gemeinde Pullach hat laut einem Bericht der SZ einen Wald im Isartal gekauft, der bis jetzt dem Kraftwerksbetreiber Uniper gehörte.


    Das ist insofern spannend, weil in dem Wald auch die Überreste des Höllriegl-Parks liegen, einem Englischen Landschaftsgarten mit Kapelle und (nicht mehr vorhandenem Monopteros), der lange Zeit in Vergessenheit geraten und erst 2003 "wiederentdeckt" worden war.


    Hier der Artikel über den Kauf:
    https://www.sueddeutsche.de/mu…holz-1.4467313?source=rss


    Hier einige Artikel über den Park:
    https://www.sueddeutsche.de/mu…-englische-park-1.3134555
    http://www.uewg-baierbrunn.de/images/Streifzuege/STRFZ02.pdf


    http://www.agenda21-pullach.de/node/68

    Seit ein paar Jahren schon werden Glühlampen durch energiesparende LEDs ersetzt, die nur noch ca. ein Fünftel Energie verbrauchen. Dafür hätten einige Kraftwerke abgeschaltet werden können . Man hat aber nie etwas gehört. Es war ein Sperlingssch.. im Vergleich zu dem ungeheureren Energieverbrauch, der durch das angeblich fortschrittliche Recycling-System verursacht wird. Langlebensdauer und Instandhaltung wären die Lösung. Nicht nur in der Energiefrage, sondern auch bei anderen Ressourcen. Für die Herstellung eines T-Shirts sollen beispielsweise ca. 3000 Liter Wasser verbraucht werden, die natürlich auch recycelt werden müssen.

    Weil das Einsparpotenzial bei der Beleuchtung längst nicht so groß ist, wie man glauben mag - hinzu kommt der sogenannte Rebound-Effekt: Weil ja alles energiesparender ist, lassen viele Menschen Lampen, etc. viel länger brennen als vorher. Dadurch kann es dazu kommen, dass man hinterher mehr Energie verbraucht als vorher.


    Richtig ist aber auch, dass z.B. Billig-T-Shirts ein riesiges Problem sind. Überhaupt die immer stärker auf den Markt drängenden Billig-Modeketten.


    Und jetzt wieder zurück zum Beitrag von Benjamin, dem ich voll und ganz zustimme...

    Es ist aber leider heute extrem angesagt, solche Kunstwerke als "Eye-Catcher" in solche Räume zu stellen. Eben wegen des krassen Kontrastes. Siehe auch das Neue Museum oder das Ägyptische Museum in München. Vielleicht ist das alles - so hoffe ich zumindest - wie ein riesiges Pendel: Im 19. Jahrhundert waren voll thematisierte Räume in Mode, heute das komplette Gegenteil. Mit ein bisschen Glück wandelt sich der Geschmack in ein paar Jahrzehnten wieder, weil die Nüchternheit eben doch auch nicht für alle Zeiten tragfähig ist.

    Völlig richtig. Die Windkrafträder sind die größten Insektenkiller- und nicht nur das, auch Greifvögel werden geschreddert. Ich bin durchaus für Artenschutzerhaltung, aber da muß man vernünftige Lösungen finden und nicht einesteils "rettet die Bienen" verlangen, und andererseits dessen Mordinstrumente schönreden.

    Darüber kann man durchaus streiten.


    Es ist schon irritierend, wenn Windrädern tote Insekten angelastet werden, zeitgleich aber ignoriert wird, dass mehr PKW und größere Windschutzscheiben auf unseren Straßen eben auch die Todesrate in die Höhe treiben.

    An die wirkungsvollste Lösung denkt natürlich niemand: radikale Senkung des Energieverbrauchs durch Beenden der Verschwender- und Wegwerfgesellschaft.

    d'accord.


    Deshalb hab ich ja auch gesagt, dass die grundlegende Frage die ist, ob wir unseren heutigen Energiebedarf beibehalten wollen. Und das meint eben nicht nur den im eigenen Haushalt, sondern eben auch die Energie, die für Coffee-to-go-Becher, Werbeartikel, Einwegprodukte, etc. aufgewandt wird.


    Bitte nur jetzt nicht mit sowas wie freier Energie um die Ecke kommen. ;-)


    Ganz im Ernst: Auf die technologischen Entwicklungen der Zukunft zu vertrauen, hilft uns im Hier und Jetzt nicht weiter. Abgesehen davon, dass sich viele innovative Ideen wie Gezeiten- oder Osmosekraftwerke als wirtschaftliche Reinfälle erwiesen haben, bräuchten wir Technologien, die uns nächstes oder übernächstes Jahr aus der Misere ziehen und nicht welche, an denen noch 50 Jahre lang geforscht werden muss.

    Wer profitiert denn von den Windkrafträdern? Jene welche auch paradoxerweise die Bienen retten wollen. Also bittschön nicht alles den "bösen Kapitalisten" in die Schuhe schieben.

    Das ist in Teilen richtig, in Teilen falsch. Von Windkrafträdern profitiert vor allem die Öko-Boheme der Großstädte, die ihre Energie für den Latte auf dem Land grün produzieren lassen können. Das sind ebenfalls die, die auch mehrheitlich die Bienen retten wollten.


    Umwelt- und Naturschützer auf dem Land stehen aber vor einem moralischen Dilemma - denn ein Windrad beisst sich oft mit lokalen Umweltinteresseren.

    Ein Besuch der Paulskirche gehört für mich bei jedem Besuch in Frankfurt mit dazu - auch weil ich diese Widersprüchlichkeit mag, die ich dabei jedes Mal empfinde: Als historischen Ort finde ich den Umgang mit dem Inneren absolut unwürdig. Die Kälte und Nüchternheit, die das ausstrahlt, steht für mich in einem krassen Widerspruch zur Bedeutung des Ortes.


    Auf der anderen Seite ist sie ein herausragendes Beispiel für den Neubeginn nach 1945 und gerade in ihrer Schlichtheit ein Denkmal für das Selbstverständnis Deutschlands nach der Stunde Null. Ich kann deshalb auch nie sagen, was ich eigentlich von dieser Kirche will. Eine Rekonstruktion würde mir ebenso gefallen, wie eine Beibehaltung des jetzigen Zustandes.

    Das ist in meinen Augen auch der größte Fehler vieler Planungsbüros: Viel zu wenige Akteure v.a.werden Beteiligt und die Flächeneigentümer geben Ihre Verfügsgewalt über die möglichen Flächen zu leichtfertig über Pachtverträge her, anstatt selbst aktiv zu werden.

    In meiner neuen Nachbarschaft steht ein Windrad, das von den Bürgern gebaut wurde. Es ist akzeptiert, obwohl es für einige Anwohner jetzt mitten im Blick auf die Alpenkette steht - eben weil es von einer Gemeinschaft von Bürgern initiiert wurde.


    Die grundlegende Frage ist einfach wirklich, ob wir unseren Energiebedarf in der jetzigen Form aufrecht erhalten wollen.


    Wenn ja, dann gibt es nur vier Optionen:


    1. Atomstrom mit der mühseligen Suche nach einem sicheren Endlager, das dann aber auch gegen lokale Widerstände durchgedrückt werden muss


    2. Gas, mit dem wir uns von anderen Ländern abhängig machen werden


    3. Braunkohle, mit dem wir die irreversible Zerstörung der Kulturlandschaft fortsetzen


    4. Regenerative Energien, mit denen wir die ästhetische Wirkung unserer Kulturlandschaft beeinträchtigen


    Mehr Möglichkeiten gibt es nicht.