Posts by Equester

    Nur dass das nicht möglich ist. Wie willst du ein einzelnes Objekt teilen? In der Mitte durchschneiden? Längs oder quer? Es gab Ausleihanfragen von ägyptischer Seite. Die Büste der Nofretete ist jedoch so wertvoll und fragil, dass sie nicht auf Reisen gehen kann. Heutzutage gibt es einen umfangreichen Leihverkehr zwischen den Museen. Aber es gibt eine Reihe von Objekten, die aus konservatorischen Gründen und/oder aufgrund ihrer besonderen Bedeutung nicht ausgeliehen werden.


    Die früher praktizierte Fundteilung war übrigens eine Form von "shared heritage".

    Ich persönlich lehne diese Forderungen auch ab. Ich wollte lediglich den Sachverhalt darlegen.

    Natürlich würde eine solche Lösung so aussehen, dass das Objekt nach einem bestimmten Zeitraum (vielleicht alle zwei Jahre?) in dem jeweils anderen Museum gezeigt werden würde. Natürlich ist hier das konservatorische Argument zu beachten. So macht es zum Beispiel eine Restitution oder gar Teilung der Federkrone Moctezumas gänzlich unmöglich. Man sollte es aber auch nicht überstrapazieren. Für eine Beurteilung im Falle der Nofretete fehlt mir hier das Fachwissen. Letztlich ist die Diskussion aber auch müßig, da derartiges aufgrund der enormen Bedeutung der Büste für den Museumsstandort Berlin derzeit, realistsich betrachtet, außer Frage steht.

    Nein. Diese Objekte befinden sich rechtmäßig in Berlin. Das gilt auch allgemein für die Werke des Vorderasiatischen Museums, der Antikensammlung und des Ägyptischen Museums

    Zum Fall Nofretete kann ich sagen, dass die Lage nicht ganz so simpel ist. Von der ägyptischen Seite gibt es Rückgabe Forderungen die damit begründet werden, dass die damalige Fundteilung nicht transparent verlief und man sich der Bedeutung der Nofretete durch Verschmutzungen o.ä. nicht bewusst gewesen war. Und es gibt auch Stimmen in der deutschen Provenienzforschung, die sich durchaus für eine Teilung des Objektes im Sinne der "Shared Heritage" aussprechen.

    Am naheliegendsten wäre doch, dass Berlin die Figuren redlich erwirbt und mit dem Kaufpreis dann die Kopien finanziert werden.

    Naja, wenn die aktuellen Potsdamer Figuren entfernt werden werden würden, könnte man doch in Berlin Kopien des originalen Figurenprogrammes der Humobldt-Universität anfertigen. Das wäre in meinen Augen die optimale Lösung.

    Nun stehen alle Skulpturen aus 105 Mio. Euro Topf. Die restlichen 26 Skulpturen benötigen ja noch Finanzierung durch Spenden. Weiß man schon, ob es da auf absehbare Zeit weitergeht? Oder kommt es erst zu weiteren Aufstellungen, wenn die 7.5 Mio. zusammen sind?

    Also die Polemik ist an dieser Stelle vollkommen überzogen. Eine kurze Recherche zeigt, dass der Fotograf und nicht der Spiegel für das wegretuschieren (und das auch nicht besonders sauber) verantwortlich ist. Der Spiegel griff hier auf ein Stock Foto zurück. Auf die Manipulation wurde auf dem Foto-Portal aber nicht hingewiesen. Es ist vielleicht nicht ideal, aber man kann von einem gewöhnlichen Onlineredakteur wohl kaum erwarten den Bau so gut zu kennen wie wir das tun.


    Hier das original Foto: https://www.imago-images.de/st/0106127721

    Weiß eigentlich irgendjemand was aus den Bestrebungen, den Wettinobelisken zu rekonstruieren, geworden ist? Vor Jahren wollte sich ja mal eine Ärztin dafür einsetzen. Erfolgreich war sie ja offenbar leider nicht, aber woran lag das?

    Es wäre wirklich sehr schade, wenn diese Narbe niemals verheilen wird.

    Es mag vielleicht etwas realitätsfremd sein, aber warum wird eigentlich immer, wenn es um den Wiederaufbau des Belvederes geht, ausschließlich das Belvedere IV (oder alternativ moderne "Befürchtungen") in Betracht gezogen?

    Ich würde, falls es tatsächlich zur Rekonstruktion kommen sollte, das Belvedere II präferrieren. Es mag vielleicht nicht so ideal für gastronmomische Nutzungen geeignet sein, aber die Dokementation ist anscheinend relativ gut und es ist wohl nicht verwegen zu Behaupten, dass diese Ausführung die künstlerisch und kunsthistorisch bedeutendste ist. Mit diesem Juwel des Dresdner Rokokos würden wir uns dem weltberühmten barocken Stadtraum doch wesentlich besser annähern als mit einer (ohne das Belvedere IV geringschätzen zu wollen) verkleinerten "Adaption" der Semperoper. Einen in Ansätzen vergleichbaren Fall finden wir doch auch beim Narrenhäusl. Hier wurde nun der Zustand der höchsten kunstlerischen Ausprägung, also der barocke, dem letzten erhaltenen Zustand vorgezogen.

    Auch hier geht die Zerstörung historischer Bausubstanz fröhlich weiter. Allein in der Kernstadt sind mir aus den letzten 10 Jahren mindestens 15 Abrisse von Fachwerkhäusern bekannt. Teilweise auch Kandidaten, die man eigentlich als Denkmal hätte schützen müssen.

    Hier die beiden neuesten Fälle:


    hier eine alte Schmiede von 1865 mit Anbau ab 1895. Sie wurde bereits 2018 abgerissen.


    Dieses Haus, was von außen eigentlich noch immer einen guten Eindruck gemacht hat, wird aktuell abgerissen. Leider konnte ich es nicht rechtzeitig fotografieren. An der Tür steht, dass diese nicht verkauft wird. Es bleibt also zu hoffen, dass sie noch ein Zweitleben erhält.

    Mich beschleicht der Eindruck, dass wir uns hier doch auf vergleichsweise unerforschtes Terrain begeben. Vielleicht kommt da ja in Zukunft mehr von der Wissenschaft.

    Ich danke für die Bilder. Ich denke wir haben hier eine große Überschneidung der Stile. Dennoch tritt auch hier, wie in meinem Kommentar zu Schweizer Stil auch beschrieben, das Fachwerk und das Holz sehr in den Vordergrund. Ich weiß nicht ob man dann da von dem selben Stil reden kann.

    Zählt bei uns als "Schweizer Stil"

    Ja Ähnlichkeiten gibt es Gewiss, die "schweizerischen" Elemente, wie Fachwerk und verzierte Holzbalken sind oftmals vorhanden. Allerdings treten sie eher in den Hintergrund und im Falle des Fachwerks sind sie sogar relativ selten.

    Mich beschäftigt schon seit längerem eine Stilrichtung des Historismus, die fast nie näher erwähnt wird und zu der ich auch kaum Informationen finden kann. Die Gebäude von denen ich spreche befinden sich meines Erachtens nach meistens im ländlichen oder im suburbanen Raum.


    Hier ist ein schon etwas aufwändigeres Beispiel: https://commons.wikimedia.org/…ra%C3%9Fe_3_Ebeleben_.jpg


    Meine Beobachtungen sind die Folgenden:

    Die Gebäude sind nahezu alle um 1900 enstanden, also eigentlich in der Zeit des Späthistorismus. Die Materialität besteht häufig aus Klinkerstein oder Bruchstein, es gibt aber auch verputze Exemplare oder lediglich Steinsichtigkeit im Bereich der Fenster oder als Eckrustika. Das vermutlich entscheidene Merkmal sind Stichbogenfenster (manchmal auch mit Agraffe). Sie verfügen meistens über traufständige Satteldächer, gelegentlich aber auch Walmdächer. Fast immer findet man Zwerchhäuser. Diese haben wie im Beispiel zu sehen im Giebel häufig verzierte Holzverstrebungen (kenne keinen Terminus dafür). Man sieht in meinen Augen Ähnlichkeiten zur damaligen Fabrikarchitektur und dem ländlichen Bahnhofsbau.

    Wie würde man einen solchen Stil nennen? In Ermanglung eindeutiger historischer Bezüge würde ich persönlich auf eine norddeutsche Variante des Heimatstil tippen, der ja sonst eher mit alpinen oder süddeutschen Formen asoziiert wird. Ich habe das Gefühl, dass man gelegentlich ganz entfernt Bezüge zur Neogotik oder Neobarock finden kann. Das aber sehr stark abstrahiert. Man sieht die Gebäude eigentlich doch sehr häufig, umso mehr wundert es mich, dass sie so wenig Beachtung finden. Wenn noch mehr Beispiele gewünscht sind, könnte ich mich ja mal auf die Suche machen.

    In den späten Achtziger Jahren gab es Pläne, das Gebäude mit allem Schmuck zu rekonstruieren, so habe ich es jedenfalls verschiedene male gelesen. Und gegenüber sollte ja auf Initiative Helmut Kohls ein großes geschichtliches Museum der Bundesrepublik Deutschland entstehen. Die Pläne zur Rekonstruktion des Reichstags wurden aber durch den Mauerfall wieder ad acta gelegt.

    Vielleicht wäre es doch noch dazu gekommen, wenn man sich nicht mit einer Stimme Mehrheit dagegen entschieden hätte, die historische Kuppel zu rekonstruieren und sie stattdessen modern zu interpretieren. So hatte man wohl einen guten Grund dafür, auf weiteren Bauschmuck zu verzichten. Bestes Beispiel dafür ist die Germania-Gruppe über dem Portikus, die ich mir heute nur schwerlich als Vordergrund der moderistischen Glaskuppel vorstellen kann.

    Abbildung 15
    Die Loge aus einem anderen Blinkwinkel.



    Auf den meisten von mir auffindbaren Ansichten des alten Sitzungssaals befindet sich dort über dem Sitz des Präsidenten, wo im heutigen Plenarsaal der Bundesadler wäre, diese helle Leerfläche. Es gibt aber auch Ansichten, auf denen eine große Wandmalerei zu sehen ist. Weiß jemand was dort genau zu sehen war und warum es entfernt worden ist?