Posts by Jakku Scum

    Es wäre ihm daher zuzutrauen, zum zweiten Mal für eine Renaissance Bremens zu sorgen.

    Diese Rolle ins 21. Jahrhundert zu übertragen, ist so leider nicht möglich.

    Es ist wichtig, die Bedeutung der St. Ansgarii für die Hansestadt hervorzuheben und zu verdeutlichen - dies sollte aber mit 'aktuellen' Themen und Strömungen des 21. Jahrhunderts verknüpft werden.

    Eine solche Verknüpfung ist keine Garantie für einen Wiederaufbau, zumindest aber eine Chance.

    Nutzungsmischung aus leben, wohnen, arbeiten und einkaufen besinnt

    Das klingt mir doch sehr stark nach altbackenen Immobilien-Invest-Marketing.

    Die Innenstadt muss wieder werden, was sie bis zum Zweiten Weltkrieg war: das unangefochtene Zentrum einer Großstadt, lebendig, vital und nachhaltig in ihrem ganzen Wesen.

    Das ist sehr geschichtsverklärend, denn für die Zeit bis zum Zweiten Weltkrieg galt für Bremen:

    Armenviertel im Zentrum der Großstadt - die, zugegeben, sehr lebendig waren; besonders lebendig waren Ratten und Filzläuse. Nachhaltig auch der Gestank, der durch die Gassen bis zum Dom zog...

    Rotlichtviertel im Zentrum der Großstadt - das, zugegeben, durchaus als vital zu nennen wäre...

    Die Innenstadt in Bremen vor dem Zweiten Weltkrieg war eben nicht nur Glanz und Gloria.

    Von daher wäre es besser zu differenzieren, wenn die Innenstadt Bremens von vor dem Zweiten Weltkrieg als Maßstab oder Vorbild für die Großstadt der Zukunft stehen soll...

    daß es vor den Zerstörungen des Bombenkrieges noch mehrere Bereiche der Altstadt gab, die - ebenso wie der Schnoor - von aus den Zeiten von Mittelalter bis zum frühen 19. Jahrhundert stammenden Kleinhäusern geprägt waren

    Ganz recht, lieber Pagentorn.

    Die Böttcherstraße war vor dem Ankauf Roslius' auch so ein mittelalterlicher Straßenzug. - Ein erbärmlicher Straßenzug zwar, wie Zeitgenossen aussagten, doch können wir dies wohl nicht wirklich nachweisen. Es sei denn, du hast in deinem Archiv vielleicht noch ein Foto von damals von vor dem Umbau.

    Hier noch zum Vergleich zwei Ansichten der Tiefer 'über die Weser hinweg':


    Angesichts dieser Fotos frage ich mich, wie lange wir uns noch an den Weser-Arkaden/Tiefer Arkaden erfreuen können. Die überfällige Sanierung lässt weiter auf sich warten.

    Es bleibt zu hoffen, dass sie nicht so lange gammeln wie die 'Seute Deern'. Die wird ja derzeit abgewrackt
    Den Arkaden möge dieses Schicksal erspart bleiben.

    Immerhin hamse die Böttcherstraße

    Die Böttcherstraße war damals ein 'Neubau'. Dass sie überhaupt in dem Stadtführer Erwähnung findet, ist wohl nur der Tatsache geschuldet, dass der Bremer Kaffee-Magnat Ludwig Gerhard Wilhelm Roselius (Kaffee Hag) Bauherr war.

    Wahrscheinlich wussten die Herausgeber nichts mit dem neuen Straßenzug anzufangen und ließen deshalb die Beschreibung weg.

    An Bedeutung gewann der Straßenzug erst nach dem Krieg und ist daher - wie das Schnoorviertel - eine sehr junge Touristenattraktion.

    Die gänzliche Aussparung des Schnoorviertels samt der dortigen Kirche ist schon ein arges Stück.

    Ein heruntergekommenes Arme-Leute-Viertel, in dem vor 1945 die Prostitution blühte, verdient wohl kaum als Sehenswürdigkeit in den Stadtführer aufgenommen zu werden. Zudem sollte es abgerissen werden.

    Erst in den 1950er Jahren zogen Künstler und Studenten wegen der günstigen Mieten ein und werteten das Viertel auf.

    Die Abrisspläne blieben dennoch bestehen. Dort sollten Hochhäuser entstehen.

    Neben anderen Personen ist es dem damaligen Leiter der Bremer Denkmalpfleger, Karls Dillschneider, zu verdanken, dass 1959 das Viertel ein 'Ortsstatut' bekam, eine Art vorzeitige unter Denkmalschutzstellung. Danach wurde das Schnoorviertel saniert, herausgeputzt und zu dem, als was man es heute erkunden und begehen kann: Eine Touristenattraktion, eine Stätte mittelalterlichen Gassen und Häuser.

    Bremen Karte aus dem Faltblatt des Fremdenverkehrsvereins von 1938 mit eingezeichneten, für den Touristen essentiellen Sehenswürdigkeiten.

    Sehr eindrucksvolles Material, Pagentorn.

    Die Gegenübertsellung dessen was war und dem was noch ist, führt sehr anschaulich und überdeutlich vor Augen, was Bremen nach 1945 verlor.

    Aber viellleicht führt die Hinwendung zur eigenen Heimat ja auch zu etwas Bewusstseinsbildung hinsichtlich der schöneren Gestaltung dieser persönlichen Umwelt.

    Ich denke, dass sich in Bremen gerade ein zartes Pflänzchen mit eben diesem Bewusstsein entwickelt.

    Es schmerzt.

    Daher denke ich nicht oft daran zurück.

    Drei Monate hätten uns gefehlt – und das von uns vorgestellte Nutzungskonzept wäre gebilligt worden.

    Hier, an der Villa Gross, am Medienhaus, wollte der Eigentümer ein Exempel statuieren. Und das hat er gnadenlos durchgezogen. Erschreckend, welche Charakterzüge dabei, mMn; zutage traten.

    Die Rettung des Medienhauses war möglich. - Das macht es doppelt unerträglich!

    janpmw Das kann ich bestätigen! ;)

    Um den Knoten etwas zu entwirren:

    Beide Seiten bei facebook zum Wiederaufbau St. Ansgarii sind eigenständige, voneinander unabhängige Seiten.

    Die facebook-Seite der BI musste leider etwas vorgezogen werden.

    Sie sollte eigentlich erst Ende des Jahres an den Start gehen.

    So ist das, wenn "Tote" plötzlich wieder in der Tür stehen...!

    Welche Gruppe soll nun aufgebaut werden??!

    Kein Grund zur Panik oder Verzweiflung.

    Zugegeben, die Dinge überschlagen sich hier gerade etwas, was an der Tatsache liegt, dass über vier Jahre eine bestehende Gruppe zum Wiederaufbau der Kirche im Verborgenen schlummerte - auch wenn diese Gruppe aus kümmerlichen 5 Mitgliedern bestand. Das plötzliche Auftauchen dieser bestehenden Gruppe aus der Versenkung, hat die Dinge etwas zu stark forciert bzw. Vorgriffe nötig gemacht.

    Mensch, Pagentorn, darauf hätten wir seit 1461 Tagen Zugriff haben können!!!

    Sei es so.

    janpmw, es soll sich eine Bürgerintiative gründen, die den Wiederaufbau der St. Ansgarii-Kirche voranbringt.

    Der Link führt zu der betreffenden Gruppe auf facebook.

    Sieht eher beknackt aus, wenn ich das so salopp sagen darf

    Du darfst es ruhig salopp formulieren.

    Weitere Büroräume sind auch für mich in Zeiten von Corona und den daraus resultierenden Homeoffice ein Anachronismus.

    Die angedachten Glasfassaden sind es auch. Zwar nehmen sie die 'Aussichtsmöglichkeiten' über den Dächern der Altstadt auf - wie es Herr Grobien im Artikel auch anspricht -, doch mitten im Klimawandel stellt sich hier für mich die Frage der Sinnhaftigkeit solcher Fassaden.

    Zwar könnte man ja eine Art Aussichtsplattform installieren, doch wäre eine Aufstockung, die einen Bezug zur ehemaligen Gestaltung des Daches nimmt, eine bessere Variante. Eine Variante, die selbstverständlich weniger Fläche generieren würde. Wobei die Frage in Raume steht, wie viel Flächenbedarf in der City überhaupt besteht? Alle wollen Fläche bauen - bestenfalls für Büros und Wohnungen. Verträgt die City aber all diese Büroflächen und Wohnungsangebote? Oder wollen uns die Immobilienfürsten dies nur suggerieren? Welches ist hier der beste Mix für die Innenstadt? Die Pläne für die Baumwollbörse zeigen dies nicht auf. Sie enthalten nur die allgemeinen Losungen, die zu jedem Projekt postuliert werden.

    Beknackt, salopp gesprochen - und wenig innovativ.

    Der entsprechende Artikel aus dem Kurier am Sonntag ist jetzt online beim Weser Kurier einlesbar:

    https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-…id,1933351.html

    Darin schildert Fritz Grobien aus dem Präsidium des Vereins Bremer Baumwollbörse die Pläne für die Aufstockung des denkmalgeschützten Gebäudes. Allein kann der Verein die Baupläne finanziell nicht umsetzen, es wird nach einem strategischen Partner/Investor gesucht.