Posts by Centralbahnhof

    Quer über die Brachen sehen wir ein Stück Rückseite der Stadtmauer:

    IMG_2965


    IMG_2967


    Es kommen Brachen, Brachen, Brachen...

    IMG_2968


    IMG_2970


    IMG_2973


    Aber auch ein paar schöne Vulkangestein-Fassaden sind hier zu finden:


    IMG_2971


    IMG_2975


    IMG_2977


    Wir gelangen an der Herz-Jesu-Kirche an:


    IMG_2976


    Auf der anderen Seite der Ringstraße steht diese Basalt-Villa, die wir schon von der anderen Seite gesehen haben:


    IMG_2978


    Damit verlassen wir den gelben Bereich und wenden uns in den nächsten Beiträgen dem grünen Areal zu.

    Ohne dass ich mich perfekt mit der Topologie der äußeren Stadtviertel auskennen würde, spontan fällt mir als reines Villenviertel eigentlich nur Marienburg ein, welches ja bis heute recht gut erhalten ist.

    Zu nennen wäre aber zum Beispiel auch der am Rhein liegende Teil der Neustadt Nord. Am Ende hat es ja in vielen Stadtvierteln Areale gegeben, wo auch Villen gestanden haben, selbst im Arbeiterviertel Ehrenfeld.

    Da es mich gestern kurz nach Dorsten verschlagen hat, will ich hier kurz ein paar Bilder ergänzen. Allgemein kann ich mich dem hier gesagten nur anschließen: Die Altstadt ist leider nicht sehr sehenswert, nicht mal die alte Kirche ist übrig geblieben. Dafür hat man sich beim Wiederaufbau durchaus etwas Mühe gegeben, es fallen viele Treppengiebel aus der Nachkriegszeit auf - einen Schönheits-Blumentopf gewinnt man damit aber trotzdem nicht.


    Ich hatte doch etwas mehr erwartet, als ich vor meinem Besuch folgende Ansicht aus dem Jahr 1633 fand:

    Dorsten_1633-cupper-engraving_by_matthaeus-merian.jpg


    Die Kirche St. Johannes, knapp außerhalb der Altstadt, ist immerhin recht hübsch:


    IMG_20220624_100238


    Der Goldene Anker, der für einen Nachkriegsbau wirklich sehr gelungen ist (ich illustriere hier die Infos von Ostwestfale mit eigenen Bildern):


    IMG_20220624_095422


    Der Xantener Speicher:

    IMG_20220624_092946


    Und noch ein weiteres Fachwerkhaus am Rand der Altstadt:


    IMG_20220624_095837


    IMG_20220624_095904

    Diese Beiträge laufen zumeist im Kulturprogramm, und das schaut sich doch auch nur eine Minderheit an, die zumeist die gleiche Weltanschauung hat wie die Redakteure. Also ich glaube, da ist man weit entfernt davon, meinungsbildend für die gesamte Gesellschaft zu sein. Die meisten Bürger bekommen von den ideologischen Grabenkämpfen um das Schloss überhaupt nichts mit, und es interessiert sie auch nicht. Keep calm.

    Das mag ja sein, das Problem ist nur, dass diese kleine Minderheit an Kulturredakteuren ganz eng mit der Politik und deren Kulturumfeld verdrahtet ist - und die entscheidet nun einmal über die großen Bauprojekte. Seien wir doch mal ehrlich, heute würde der Bundestag keine Rekonstruktion der Schlossfassaden mehr beschließen, Projekte wie die neue Frankfurter Altstadt würden im Keim erstickt werden. Selbst eine Rekonstruktion der Frauenkirche wäre mit hoher Wahrscheinlichkeit heute nicht mehr möglich - am Ende hätte der Dresdener Denkmalschutz die Kriegsruine kurzerhand unter Denkmalschutz gestellt.


    Die übergroße Mehrheit der Menschen mag ja für Rekonstruktionen sein - aber da niemand aufgrund dieses Themas seine Wahlentscheidung ändert und diejenigen, die gewählt werden, unter dem giftigen Einfluss dieser hier zu Tage tretenden Geisteshaltung stehen, nützt uns das reichlich wenig.

    Ich möchte an dieser Stelle kurz darauf hinweisen, dass die gesamte Diskussion über E-Autos nichts mit dem Thema Städtebau zu tun hat. Es spielt schließlich keine Rolle, welche Antriebstechnologie in Fahrzeugen steckt, die den Straßenrand vollparken und Parkhäuser benötigen. Und auch hinsichtlich alternativer Verkehrskonzepten mit autonomen Leihfahrzeugen spielt es keine Rolle, ob dieses Leihfahrzeug jetzt mit Benzin oder Strom fährt.

    Also von daher würde ich darum bitten, zum Thema zurückzukommen.

    Die Meldung ist beim Zusammenführen und Aufräumen der beiden Quedlinburg-Stränge entstanden. Leider ist der Nutzer @Karasek nicht nur verschwunden, sondern seine ganzen Bildbeiträge verwiesen auf ungültige Links...

    Vielleicht in der Zwischenzeit nochmal eine Einschätzung über den Zustand von Mayen:


    Regionen


    Meiner Meinung nach kann man die Altstadt grob in drei Bereiche unterteilen: Der grüne Bereich beinhaltet viele erhaltene Gebäude und Ensembles, die nach dem Krieg im Heimatschutzstil wieder aufgebaut wurden, wie bereits teilweise gezeigt. Der grüne Bereich ist praktisch auch identisch mit Mayens Fußgängerzone, hier sind die Geschäfte und dort bewegen sich die Touristen.

    Der rote Bereich im Nordwesten wurde stark zerstört, besteht fast komplett aus Nachkriegsbauten und ist nicht wirklich sehenswert.

    Der gelbe Bereich im Südosten ist gesprenkelt mit Altbausubstanz, wirkt allerdings teilweise recht heruntergekommen und ist durchsetzt mit den schon angesprochenen Parkplatzbrachen. In dem Bereich bewegen wir uns aktuell.


    Hier noch eine Visualisierung mit den Parkplatzflächen:

    Parkplätze


    Wir machen weiter, gegenüber dem heruntergekommenen Areal im letzten Beitrag sieht es so aus:

    IMG_2951


    IMG_2950


    Ein altes Firmenschild, dank des widerstandsfähigen Basalts sieht es aber fast aus wie neu:

    IMG_2958


    Überall findet man hier Parkplätze...

    IMG_2959


    ...und alte Firmenschilder, die offenbar nie abgenommen wurden:

    IMG_2961


    Dieses Haus wirkt eigenartig zweigeteilt:

    IMG_2962


    IMG_2963


    IMG_2964

    Ein recht ansehnliches Bürogebäude direkt am nördlichen Rheinufer (Konrad-Adenauer-Ufer/Worringer Straße) hat eine Fassadenrestaurierung "nach historischem Vorbild" bekommen. Der Unterschied ist gut am höheren Turm zu sehen. Das Foto zeigt den Gebäudekomplex, es geht um das Gebäude rechts.

    Vielen Dank für den Hinweis! Ich hatte zwar gesehen, dass das Gebäude saniert wird, aber mit dieser positiven Überraschung hatte ich nicht gerechnet.

    Der Ortsverband hat dazu folgenden Beitrag auf seiner Facebookseite veröffentlicht:


    Das ist ein kleiner Reko-Hammer in Köln!


    Zugegeben, auf dieser Seite wird das Kölner Baugeschehen sonst viel kritisiert. Diesmal findet eine Baumaßnahme dagegen unsere ausdrückliche Zustimmung und wir plädieren für zahlreiche Nachahmung!


    IMG_8496

    So sah das Gebäude vor der Sanierung im Sommer 2020 aus.


    In der Neustadt Nord wurde an der Ecke vom Konrad-Adenauer-Ufer/Worringer Straße in den letzten Monaten ein Gebäude aus der Gründerzeit saniert, dessen Neorenaissance-Verzierungen aus Sandstein in der Nachkriegszeit entfernt worden waren. Bei dieser Sanierung wurden die Schmuckelemente originalgetreu wiederhergestellt.


    IMG_5244

    Zustand im Mai 2022: Der Originalzustand ist wiederhergestellt.


    Das Gebäude erstrahlt so wieder in seinem ursprünglichen Glanz und fügt sich wieder harmonisch in das Ensemble mit seinen unmittelbaren Nachbarn ein.


    IMG_5246


    IMG_5255


    IMG_5250

    Ein wiederhergestellter Balkon mit aufwändigen Sandstein-Verzierungen.


    IMG_5254

    Eine wiederhergestellte Ädikula mit Tympanon als Fensterumrandung.


    IMG_5252

    Der Kopf hatte die Zerstörung des Fassadenschmucks in der Nachkriegszeit überlebt, jetzt ist das Portal wieder harmonisch in die Fassade eingegliedert.


    IMG_5258

    Das Gebäude von der Worringer Straße aus gesehen.


    So geht echte Stadtverschönerung! Im Kölner Stadtgebiet, gerade in der Neustadt, finden sich viele Gebäude, die auf diese Weise mit vergleichsweise wenig Aufwand wieder zu echten Hinguckern werden könnten. Möge dieses Beispiel den Eigentümern einen Anstoß geben, auch ihre Fassaden bei der nächsten Sanierung wieder in den Ursprungszustand zu versetzen.

    Weiter geht es mit einem belanglosen Nachkriegsbau...


    IMG_2946


    ...dessen Eingangsportal aber eine Jahreszahl von 1777 aufweist:


    IMG_2944


    Höchstwahrscheinlich hat das Haus ja so ähnlich wie dieses ausgesehen:


    IMG_2947


    Wir kommen zur nächsten Parkplatz-Brache:


    IMG_2948


    Folgende Straße hatten wir schon von weiter weg gesehen:


    IMG_2949


    Hinter dem Miele-Schild links erblicken wir ein schwer verkommenes Areal:


    IMG_2952


    IMG_2954


    IMG_2953


    IMG_2955


    IMG_2956


    IMG_2957


    Man möchte gar nicht meinen, dass so etwas frei zugänglich in einer westdeutschen Altstadt zu sehen ist...

    Es kann sein, dass der Beitrag nicht im Forum geteilt wurde. Auf Facebook ist vor einem Jahr auf jeden Fall folgender Kommentar auf der Seite des Ortsverbandes eingestellt worden:


    Gedanken zu den Vorschlägen eines "Star-Architekten":
    Der Kölner Architekt Paul Böhm hat mit einem Experten-Team einen Plan zur Umgestaltung von Kölns zentralster Eisenbahnstrecke vorgeschlagen. Der Hauptbahnhof soll ins Rechtsrheinische nach Kalk verlegt und die bisherige Bahnstrecke durch die nördliche Innenstadt samt Hohenzollernbrücke analog zur New Yorker High Line begrünt und für Fußgänger und Radfahrer nutzbar gemacht werden. Für die Realisierung der Pläne bringt er sogar einen Tunnel unter dem Rhein ins Spiel.

    https://www.express.de/.../hauptbahnhof-nach-kalk-mehr...

    Die Maßnahmen sollen unter anderem "das Herz der Stadt wiederbeleben und für die Menschen zurückgewinnen", und eine "Platz für eine neue lebendige Mitte schaffen".

    Um das Vorhaben zu realisieren, soll nun ein gemeinnütziger Verein gegründet werden, zudem wurde eine Petition an den Kölner Stadtentwicklungsausschuss gestartet: https://www.openpetition.de/.../fuer-ein-lebenswertes-und...

    Was ist von den Plänen zu halten? Zunächst einmal ist die Idee, das Köln einen großen städtebaulichen Wurf braucht, für den auch viel Geld in die Hand genommen werden muss (ungeklärt der Frage, wo dies nach den horrenden Ausgaben der vergangenen Jahre herkommen soll), richtig.

    Doch wofür sollte das Geld investiert werden? Das Nadelöhr Hohenzollernbrücke mag durchaus eine Herausforderung für die Deutsche Bahn und ihr Fernlinienkonzept sein, ein Problem für die Stadt Köln ist sie nicht. Die nördliche Innenstadt wird von der Bahnstrecke zwar zerschnitten, doch dank Hochtrasse entstehen dadurch keine verkehrlichen Probleme. Wenn es ein verkehrliches Problem in der Innenstadt gibt, dann ist es die Nord-Süd-Fahrt, welche die Innenstadt in zwei Hälften zerschneidet. Eine Neuordnung des Verkehrs sollte sich zuallererst mit diesem Problem beschäftigen.

    Will man das Herz der Stadt für die Menschen zurückgewinnen, dann sollte man an die architektonischen Konzepte heran. Anstatt ganze Häuserblocks an einen einzigen Investor zu verkaufen, der sie dann mit wenigen gigantischen Baukörpern bebaut, sollte es eine Rückkehr zur mittelalterlichen Parzellenstruktur geben mit vielen schmalen Häusern mit individueller Gestaltung (in den äußeren Bereichen der Innenstadt wie zum Beispiel dem Severinsviertel liegt diese Parzellenstruktur übrigens immer noch vor). Dazu sollte die in weiten Teilen ästhetisch völlig belanglose Innenstadt mit Rekonstruktionen von Leitbauten aufgewertet werden. Zentrale Plätze wie der Alter Markt oder der nördliche Heumarkt könnten durch eine großflächige Rekonstruktion des Vorkriegszustandes wieder zu echten Hinguckern werden.
    Am Dom müssten die Umbauten aus der Nachkriegszeit revidiert werden: Die Domplatte hat mehr Probleme geschaffen als gelöst, das Römisch-Germanische Museum und das Museum Ludwig sollten Neubauten weichen, die architektonisch mit dem Dom harmonieren. Statt den Bahnhof zu verlegen, könnte man die alte Eingangshalle samt Turm wiederaufbauen und hätte einen der schönsten Bahnhöfe Deutschlands wieder.
    Gebäude wie das Gericht am Appellhofplatz und viele Wohngebäude in den äußeren Bereichen der Innenstadt könnten durch die Zurückversetzung in ihren Originalzustand durch Wiederbestuckung relativ kostengünstig die Stadt deutlich aufwerten.
    Auch die Umgebungsbebauung der meisten romanischen Kirchen lässt stark zu wünschen übrig: Genau wie beim Dom müsste Köln hier die Präsentation seiner weltweit einmaligen Architekturperlen grundlegend neu gestalten.

    Andere Städte in Deutschland zeigen, wieviel Erfolg man mit der Rückbesinnung auf das im Krieg zerstörte historische Erbe haben kann. Es braucht keine "visionären Konzepte" von begrünten Eisenbahnbrücken und Tunneln unter dem Rhein, die Milliarden verschlingen und nichts an der architektonischen Belanglosigkeit weiter Teile der Innenstadt ändern. So wundert es auch nicht, dass die Petition nach 3 Wochen gerade einmal 250 Unterstützer gefunden hat.

    Der große Wurf, die Kölner Stadtmitte neu zu denken? Ja bitte! Aber es braucht Konzepte, die machbar sind und die nachweislich Erfolg haben würden. Wenn derartige Vorschläge nicht von sogenannten Star-Architekten kommen, müssen sich vielleicht die Kölner Bürger stärker in die Debatte einbringen.

    Ich habe noch ein weiteres englischsprachiges Video gefunden, was für uns interessant sein dürfte:


    External Content www.youtube.com
    Content embedded from external sources will not be displayed without your consent.
    Through the activation of external content, you agree that personal data may be transferred to third party platforms. We have provided more information on this in our privacy policy.


    Auf dem Kanal werden die luxuriösesten und teuersten Häuser gezeigt, die man heutzutage so kaufen und bewohnen kann, wobei sie meistens in den USA unterwegs sind. Die allermeisten Häuser sind recht scheußliche moderne Kästen, dieses Haus in Frankreich ist also eine ziemliche Ausnahme. Laut Aussage in dem Video wurde es erst vor einigen Jahren gebaut.

    Eigentlich ja erfreulich, dass für Superreiche auch heute noch solche Häuser geplant und gebaut werden, wenn es auch die Ausnahme ist...

    Ich übernehme hier den Text, der auch auf der Facebookseite des Ortsverbandes veröffentlicht wurde, mit den zugehörigen Bildern:


    Das Rote Haus am Alter Markt ist fertiggestellt. Das jahrelang vorhandene Provisorium direkt neben dem Rathausturm hat somit endlich ein Ende gefunden. Positiv ist zudem, dass die Dachform wie bei den Nachbarhäusern an die Dächer des alten Köln angelehnt ist.

    Trotzdem wurde hier eine Chance verpasst, am zentralen Platz des mittelalterlichen Köln auch architektonisch dieses Erbe wieder mehr zu würdigen:

    Die Fassade müsste schmaler sein, im alten Köln hatten auf dem Grundstück zwei Häuser gestanden. Es fehlen steinerne Fensterumrandungen und das Dachgesims müsste viel ausgeprägter ausfallen. Die Fassadenproportionen sind zu gedrungen, der Versuch, dies mit bodentiefen Fenster aufzufangen führt zu dominierenden Glasflächen. Hier müssten zudem Sprossenfenster eingesetzt werden. Zudem ist die zurückgesetzte visuelle Verbindung zum Nachbarhaus absolut untypisch für das alte Köln.


    IMG_5069


    IMG_5071


    Dazu kommt die kritikwürdige Gestaltung der Treppe auf den Rathausplatz hinauf: Die Treppe ist aus Granit, ein Gestein, was im Kölner Umland weit und breit nicht zu finden ist und im mittelalterlichen Köln nirgendwo verwendet wurde. Hier hätte man früher auf Basalt gesetzt. Dazu die Geländer aus messingfarbenen Material, oben aus Glas, die eher die fünfziger Jahre wiederaufleben lassen.


    IMG_5073


    Das Haus auf der Rückseite, zur Bürgerstraße hin wirkt mit seiner düsteren Farbe und dem schräg zur Fassade abknickenden Eingangsbereich neben dem gläsernen Geländer auch nicht gerade Altstadt-tauglich.


    IMG_5072


    IMG_5075


    Als Fazit lässt sich also festhalten: Wie bei anderen jüngeren Bauprojekten in Köln wurde hier im Vergleich zu vorher durchaus eine Verbesserung erzielt, verglichen mit dem, was man hätte erreichen können, bleibt eine nicht unberechtigte Enttäuschung zurück.

    Hier Visualisierungen der geplanten Baumaßnahmen:

    11160-17.jpg


    Nicht durch den grünen Rasen im Vordergrund irritieren lassen, da verläuft eigentlich eine recht große Straße:


    11160-14.jpg


    11160-15.jpg


    Schwierig... bis zum Krieg war die Mauer im Stadtbild unsichtbar, da sie die Rückseite von dort stehenden Häusern gebildet hat. In dem Areal standen einmal unter anderem schöne alte Fachwerkhäuser:


    Man sieht es auch an der historischen Katasterkarte: Auf einer gewissen Länge schneiden die Häuser nach hinten alle gerade ab. Vergleicht man das mit den Grundrissen drumherum, merkt man, dass dies eigentlich ungewöhnlich ist. Ich habe den Bereich mal mit Pfeilen markiert:


    So hat man stattdessen diese kläglichen Mauerreste im Stadtraum, die nichts halbes und nichts ganzes mehr darstellen. Oben befindet sich ein Nachkriegsinnenhof mit Spielplatz, unten eine vierspurige Straße mit hässlichen Nachkriegsgebäuden gegenüber. Der Park, der hier simuliert wird, wird so nie existieren. Dazu diese Eisenkonstruktion auf der Brüstung...

    Meiner Meinung nach würde man das Areal am Besten wieder zubauen und die Mauer wie früher wieder als Rückwand der Häuser konservieren.

    Wir machen weiter an der Straße Am Brückentor. Hier stehen zwei Brunnen, beide dürften ebenfalls aus der Nachkriegszeit stammen. Ich glaube es sind bisher die einzigen Brunnen/Skulpturen aus der Nachkriegszeit, die ich kenne und die mir auch gefallen:

    IMG_2934


    Wir schauen in die Gasse links neben dem Fachwerkhaus, die Richtung Mühlenturm führt:

    IMG_2935


    Blick zurück:

    IMG_2936


    Wir bewegen uns zurück Richtung Brückenstraße, rechts im Bild eine der beiden bösen Bausünden an der Straße:

    IMG_2938


    Auch das Gebäude links hat Sichtfachwerk, wenn man genau hinschaut, sieht man, dass es teilweise etwas abssteht:

    IMG_2938 nah


    Gegenüber:

    IMG_2939


    Der zweite Brunnen, ebenfalls gut gelungen, wie ich finde:

    IMG_2940


    Das folgende Fachwerkhaus scheint den Krieg überlebt zu haben, allerdings sind einige Schmuckelemente offenbar aus Sichtfachwerk aufgesetzt:

    IMG_2941


    IMG_2942


    Daneben ein kleiner Hof:

    IMG_2943

    Dein Beitrag leitet perfekt das Areal ein, an dem ich als nächstes hingekommen bin, also danke dafür Ravensberger. :smile: Ich würde deine Ausführungen auch unterschreiben, allerdings gibt es auch einen negativen Punkt, der mir an Mayen aufgefallen ist: Man hat in der Innenstadt wahnsinnig viele Kriegsbrachen als Parkplätze behalten. Dadurch fehlt an vielen Stellen so ein bisschen die Dichte einer Altstadt.


    Weiter geht es mit der Galerie, zunächst biegen wir aus der Polcher Straße ab und kommen an ein paar Villen vorbei:


    IMG_2919


    IMG_2920


    IMG_2922


    Wir kommen wieder am Vogelsturm an:

    IMG_2924


    Hier eine der angesprochenen großen Parkplatz-Brachen:

    IMG_2926


    Kommen wir zur tatsächlich recht vorbildlich wiederaufgebauten Straße "Am Brückentor", so wie ich das sehe, sind alle Gebäude aus der Nachkriegszeit:

    IMG_2929


    Das Fachwerk ist tatsächlich nur vorgeblendet:

    IMG_2930


    IMG_2932


    Auch dieses Fachwerkhaus wurde nach dem Krieg neu gebaut, es ähnelt dem Vorgänger stark, ist aber nicht identisch:


    IMG_2933


    Und hier ein Vorkriegsfoto:

    Br-ckenstra-e-ballmann1.jpg

    Das führt dann zu solchen Hau-Drauf-Äußerungen wie über die Frankfurter Altstadt, die "mit halbverstandenen, billig imitierten Formen aus der Rumpelkammer aller erdenklichen Lokalstile" "maskiert" sei.

    Ist das wirklich eine Hau-Drauf-Äußerung? So wie ich das verstehe, hätte sich der Autor gewünscht, die Neukreationen in der Neuen Frankfurter Altstadt wären auch Rekonstruktionen gewesen, oder hätten zumindest dem typischen Frankfurter Baustil entsprochen. Damit ist er doch eigentlich auf unserer Seite, oder? :wink:

    Ein englischsprachiges Video über die deutsche Vorkriegsarchitektur:


    External Content www.youtube.com
    Content embedded from external sources will not be displayed without your consent.
    Through the activation of external content, you agree that personal data may be transferred to third party platforms. We have provided more information on this in our privacy policy.

    Weiter geht es an der Nette:

    IMG_2899


    Die Abendsonne scheint in eine der besser erhaltenen Straßen der Innenstadt:

    IMG_2900


    Das letzte Stück Stadtmauer, was wir noch nicht gesehen haben. Als nächstes kommt dann schon wieder das Brückentor:

    IMG_2904


    Weiter geht es an einem anderen Tag (deswegen das etwas andere Licht), vor der Stadtmauer steht ein lustiges kleines Häuschen:

    IMG_2928


    Nochmal ein Blick auf die Herz-Jesu-Kirche:

    IMG_2909


    Wir folgen zunächst der Polcher Straße, eine wichtige Ausfallstraße im Süden der Stadt, zunächst eher wenig begeisternd:

    IMG_2910


    Dann wird es allerdings besser:

    IMG_2912


    IMG_2913


    IMG_2915


    IMG_2918