Posts by MeisterEder

    Neubauprojekt im Münchner Herzogpark. Architektonisch geht es in meinen Augen nicht besser. Hochachtung an Herrn Treese für die Leistung.


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    Man möchte meinen, es handele sich um Gründerzeitsimulationen. Aber die Häuser sind neue Entwürfe und werden ab 2020 dort gebaut.


    Das Projekt: https://www.sebastiantreese.de/projects/chamisso




    Bisher stehen dort unscheinbare Gebäude verschiedenster Art, und es sieht eher unaufgeräumt aus: https://www.google.com/maps/@4…V-SLiw!2e0!7i13312!8i6656


    Nicht nur das architektonische Niveau, sondern auch der Preis hauen einen aus den Latschen. Für das erste Gebäude sollen knapp 15 Milliönchen fällig werden.


    Wer zuschlagen möchte:

    https://www.immobilienscout24.…553&searchType=district#/

    Apropos St.Michael (mein Interesse ist natürlich namensbedingt), das Gebäude hat für mich nach dem neuen Anstrich vor ein paar Jahren leider etwas an Schönheit verloren. Geht es nur mir so? Ich fand die Fassade von St.Michael vor den Malerarbeiten deutlich schöner. Ich weiß nicht woran es liegt.


    Und ja, die hübsche junge Dame auf dem Bild ist sehr erfreulich. Sie scheint uns alle zu beschäftigen.


    Vielen Dank für die interessanten Information zum Gemälde Raffaels.

    stimme Dir völlig zu. Auch wenn die Farbe jetzt nur etwas blasser ist, war die Fassade vorher durch die farblichen Absetzungen viel besser gegliedert.


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    Ich finde das Konzept sogar ganz ok. Die hohen Decken machen den Raum einfach großzügiger und übersichtlicher.


    Trotzdem kann man nicht leugnen, dass es sich insoweit schlicht um eine kostengünstige Minimallösung handelt.


    Müde lächeln muss ich daher ob dieser Assoziation. Wir wollen es nicht übertreiben, meine Lieben.

    Der nackte Beton, die überraschend hohe Decke - der Bahnhof präsentierte sich plötzlich in der Architektursprache des Brutalismus, "fast kathedral", wie die BA-Politiker fanden

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    Hier der Vorzustand, den ich jetzt auch nicht unerträglich fand.


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    Danke für die tolle Galerie!


    Gerade die Reformstil-Gebäude von Hocheder etc. gefallen mir besonders.


    Weiß jemand, wozu diese großen Terrassen an den Ecken der Gebäude gedient haben? Die sieht man bei solchen Schulen ja sehr häufig.

    Quote from Resurrectus

    Na ja das geht doch noch. Sieht jetzt halt wie ein typischer Nachkruiegsbau aus.


    Klar ist das Kritik auf recht hohem Niveau.


    Aber mich deprimiert es dennoch maßlos, weil es Mechanismen und Machtverhältnisse in der Branche aufzeigt, die meinem Gerechtigkeitsempfinden widersprechen.


    Wenn schon überkritisch, dann bitte bei jedem Bauprojekt und mit vorgetragenen Sachgründen. Hier scheint es mir so, als genügte es, dass eine Kommission ohne Einlassung zur Sache "Hü" sagt, und der klassisch planende Architekt muss übers Stöckchen springen.


    Dass derart oberflächliche und blumige Ansichten bzw. Einlassungen dann über das Stadtbild entscheiden, empfinde ich auch als undemokratisch, weil keine echte argumentative Sachauseinandersetzung möglich wird (an der die Herrschaften wsl auch gar nicht interessiert sind).

    Mir ist es ehrlich gesagt auch unbegreiflich, wie im Kontext eines so harmonischen, aber doch auch auffallend unprovokativem Entwurfs Gift und Galle gespuckt werden kann a la "überladen" "kitschig" und "nicht echt" / "unauthentisch" (jeweils O-Töne der Stadtgestaltungskommissions-Architekten).


    Ernsthaft?! Wegen zwei Erkern (davon einer nichtmal an der Straße), einen minimal angedeuteten Eckturm und einem Giebel??


    Wovor haben diese Leute Angst? Sie können doch weiterhin ihre bewährte Klötzchen / Glasarchtektur vom Stapel lassen (was das Büro, das hiesigen Entwurf verantwortet, übrigens sonst auch tut)??


    Was für eine unerträgliche Hybris, die sonst doch so hochgehaltene Baufreiheit (14 GG) der Eigentümer, die hier explizit klassisches Bauen wünschten, mit Füßen zu treten und sofort keifend und krakeelend auf einen Kollegen der Branche loszugehen!


    Und das immer mit unerträglich oberlehrerhaftem und apodiktischem Tonfall!


    Der Münchner Architekt Christoph Sattler, der die Überarbeitung als "richtig" würdigte, hakte aber bei dem Punkt mit der klassischen Fassade ein: "Das ist eine architektonische Haltung, die retrospektiv ist." Er finde das Vorgehen "zu vorsichtig" und fragte, warum man sich nicht an einem Haus wie der Post am Goetheplatz orientiere.


    Als wäre der Begriff "retrospektiv" schon eine Wertung! Natürlich ist dieser Entwurf retrospektiv weil klassisch, das hat doch niemand bestritten!

    Wieso muss sich das Haus denn unbedingt an der modernen, und wieso nicht an der historischen Nachbarbebauung orientieren??


    Ich empfinde es ohnehin im höchsten Maße unseriös, dass diese offensichtlich getroffenen Wertungen immer so insinuierend verpackt werden, statt sie klar auszusprechen, geschweige denn mit Argumenten zu untermauern! Leider eine grassierende Unsitte auch und vor allem in der Architektenbranche. Viel blabla und überschriftsartige Aussagen, statt mal mit echter sachlicher Auseinandersetzung um die Ecke zu kommen.

    Streit um Neubau in der Mozartstraße: Ist dieses Haus zu kitschig?


    Quelle: https://www.abendzeitung-muenc…BxC3y4lOLpV2J3q4zP2OX9keo

    Die Bauherren der Mozartstraße haben jetzt wohl nachgegeben und den Entwurf angepasst.

    Sehr schade, dass tendenzen zu klassischem und angepasstem Bauen an prominenter Stelle gleich so kaputtgetreten werden. Vorher eindeutig positiver Beitrag zum Stadtbild, jetzt langweilig und aussagelos.


    Bezeichnend insoweit folgende Haltung einer Person, die sich vor allem zur Abwertung der Ursprungsfassade berufen fühlte:

    Der Münchner Architekt Christoph Sattler, der die Überarbeitung als "richtig" würdigte, hakte aber bei dem Punkt mit der klassischen Fassade ein: "Das ist eine architektonische Haltung, die retrospektiv ist." Er finde das Vorgehen "zu vorsichtig" und fragte, warum man sich nicht an einem Haus wie der Post am Goetheplatz orientiere.


    Nochmal zum Vergleich:


    Vorher:

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    Nunmehr nach geforderter Anpassung:

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    Bin nicht so angetan.


    Die Fenster haben mir vorher -eben in Doppelfensterausführung- besser gefallen. Die Fassade wird dadurch viel plastischer. Die jetzigen Fenster scheinen tiefer zu sitzen, als vorher. Auch die starke Verspiegelung der Scheiben macht auf mich einen abweisenden Eindruck.


    Die Sockelzone schließlich war vorher durch konsequente Vergitterung von Erdgeschossfenstern, schmiedeeisernem Tor und Kellerfenstern in meinen Augen eine schönere Einheit, als jetzt, wo die Fenster regelrecht "nackt" wirken.


    Aber den ein oder anderen Kollegen hier im Forum wird die Installation von zwei weiteren Überwachungskameras im Berliner Raum freuen :tongue:

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    Beleuchtete Sicherheitstreppe, falls der Lieferverkehr zu flott rein- oder rausfährt, während man auf dem Weg zur Kuschelecke ist. Einen Gully gibt es dort auch! Weitere Ideen?

    "Kuschelecke", der Hammer!ablachen:)


    Ich persönlich sehe diese fantastische Treppenanlage gleichwohl eher als weiteren pompösen Höhepunkt der Südfassadenlandschaft; nur auf den ersten Blick sinnlos erscheinend; die Brüche zwischen Neubau und historischer Fassade klar betonend; in ihrer Brutalität und Technizität so dominant und doch so zurückhaltend; sozusagen eine Art Anti-Gigantentreppe!!


    Aber im Ernst: Dieser Käse hat doch sicher was mit (der Sache nach berechtigten, nur halt plump ausgeführten) Vorschriften bzgl der Erreichbarkeit der dortigen Feuerwehranschlüsse (?) zu tun, oder? A la "Der Feuerwehrmann soll nicht erst zum Anschluss klettern müssen"

    Für mich sieht es eher so aus, als würde das rechte Auge der jungen Dame in die falsche Richtung gehen. Fast so, als hätte der Bildhauer den Kopf zuerst in die eine, nach Ausarbeitung des halben Gesichts dann aber in die andere Richtung drehen wollen.

    Klasse, finde ich hochinteressant! Nur könntest Du das nächste Mal darauf achten, alle Bilder "im Original" einzufügen, wie es Dir auch beim Marienplatz um 1900/1910 gelungen ist? Dann kann man die Bildbeschreibungen zuordnen und alles ist übersichtlicher. Ich würde mich sehr über weitere Bildvergleiche freuen! :)

    Ein toller Wikipedia-Artikel! Chapeau an den ehrenamtlichen Autor.


    Besonders beeindruckt hat mich das dort zitierte Gedicht "Bruch" (1918) von Kurt Tucholsky, welches auch in der aktuellen Denkmalstürzer-Debatte wieder Relevanz erlangt:


    Was aber wird nun aus der Siegsallee?

    Wird man dieselbe, weil zu royalistisch,

    zu autokratisch und zu monarchistisch,

    abfahren in den Neuen See?


    Läßt man bei jedem Denkmal die Statur?

    und setzt nur neue Köpfe auf die Hälse?

    Nun, sagen wir mal, den von Lüders Else

    und Brutus Molkenbuhr?


    Weckt man den schönen, weißen Marmor ein?

    Vor langen Jahren, damals, im Examen,

    wußt ich, wie alle nach der Reihe kamen …

    Soll das umsonst gewesen sein?


    Und sie ist schön! – Laß uns vorübergehen

    und lächeln – denn wir wissen ja Bescheid.

    Ich glaub, wir lassen still die Puppen stehen

    als Dokumente einer großen Zeit.

    Ich hab heute mal die Baufirma, die für die Sanierung der Maximilianstraße 6 und 8 zuständig ist, angeschrieben und nach dem Verbleib der Statuen gefragt. Die Antwort kam schnell, überaus höflich und mit beruhigender Auskunft: nach Abschluss der Bauarbeiten in den oberen Geschossen werden die Figuren selbstverständlich wieder auf der Attika angebracht werden. Sehr schön :thumbup:

    Dieser Beitrag stammt vom 20.09.2017, Figuren konnte ich am heutigen Tage leider keine entdecken :schockiert:


    Auf diesem historischen Foto sind die Attikafiguren zu sehen, wie sie dort bis zur Sanierung 2017 standen:


    Quote from Solinger

    Hat jemand Bilder vom Königshof 1945?

    https://www.youtube.com/watch?v=8Sc8PMrOz5M&t=1179s


    Schau mal hier ab 8:09 ist er rechts angeschnitten zu sehen.

    Ein besseres Bild aus der Nachkriegszeit habe ich kürzlich im Buch "München farbig: 1946–1965, Vom Trümmerfeld zum U-Bahnbau" gefunden, dieses aber leider weder parat, noch die entsprechenden Urheberrechte ;).

    Jedenfalls zeigen die Bilder ganz klar, dass der Königshof nach dem Krieg entgegen der vor dem kürzlich erfolgten Abriss des Bestandsgebäudes kolportierten Darstellungen trotz grauenhafter Umgestaltungen im Kern noch das historische Gebäude war, dessen Geschichte bis ins frühe 19. Jahrhundert zurückreichte.

    "Die Grundlage dieses Streits ist der alte ideologische Konflikt der Nachkriegszeit. Damals wollte die angeblich "gute" Moderne den Spuk des "bösen" Historismus vertreiben, der symbolisch mit Faschismus gleichgesetzt wurde. Damals setzte sich eine moralische Verknüpfung durch, die bis heute wirkt. Dabei gab es diese saubere Front niemals. Ein Großteil der "modernen" Nachkriegsplaner stammte direkt aus dem Wiederaufbaustab von Albert Speer, und die wichtigsten Ahnherren der Moderne - von Mies van der Rohe über Le Corbusier bis zu Philip Johnson - haben allesamt intensiv mit dem Faschismus kollaboriert. Doch deren geistige Erben erklären heute immer wieder mit großem Aplomb ausgerechnet die Bewahrung historischer Qualitäten in der Baukultur als politisch rechts verdächtig."

    Dieses Wort in jedermanns Ohr!