Posts by MeisterEder

    Was heißt vor kurzem? Ich finds weder in 74 noch 73.

    https://www.stadtbild-deutschland.org/forum/index.php?thread/8139-deprimierende-neubauten-wo-bleibt-denn-hier-das-schöne/&postID=363025#post363025


    etwas versteckt im anderen Thread :)


    "...bildstarke Gebäude, aufgeladen mit Referenzen auf lokales Bauen."


    "nimmt auch den Stadtraum wahr. Nach vorne, zur Isar, fügt sich das Haus mit seiner Fassade in die Reihe denkmalgeschützter Altbauten ein, ohne sich pseudohistorisch anzubiedern."


    Unerträglich, dieses Geschwätz. Ich warte bis heute auf eine stichhaltige Erklärung, was genau ein Gebäude "pseudo", "unecht" oder "unauthentisch" macht.


    Und nach welchen Parametern fügt sich dieses Gebäude bitte ein?


    Geschoss- oder zumindest Firsthöhe? negativ


    Farbe? negativ


    Fassadengestaltung? absoluter Fremdkörper


    Preise? ein sehr guter Scherz

    Die "Entfernungsorgie" nannte sich 2. Weltkrieg ;-) das Stiegenhaus wurde durch eine Sprengbombe schwer getroffen, da dürfte von den Stuckaturen und Figuren nicht viel übrig geblieben sein.

    Ob da wirklich der ganze Stuck bis auf den ersten Stock samt sämtlicher Statuen weggesprengt, oder bei der Gelegenheit nicht einfach "mitpurifiziert" wurde, bezweifle ich aber.


    Aber ich lasse mich natürlich gern (am liebsten mit Fotos) eines Besseren belehren :smile:

    das Treppenhaus des Justizpalastes war früher sogar noch weitaus prächtiger. So fehlen heute die Deckenstuckaturen ab dem 1. OG, und einiges an Plastik auf den Treppengeländern.


    2036488.jpg


    AK-Muenchen-Treppenhaus-im-Justizpalast.jpg


    1024x1024


    Ich frage mich: Wohin ist der Bauschmuck (insb Plastiken) nach solchen Entfernungsorgien wohl verschwunden? Einfach auf den Müll? In Depots? Oder stehen sie heute in einem Privatgärtlein am Starnberger See?

    Wenn nachgewiesen werden kann dass der Remmo Clan die Beute gestohlen hat, müssen die Einbrecher eigentlich den Schaden ersetzen?

    Materiell-rechtlich ist die Sache klar. Wer Sachen klaut muss sie zurückgeben, wenn das nicht mehr möglich ist, den Gegenwert zuzüglich weiterer Schäden ersetzen.


    Nur dürfte die Vollstreckung dieser Ansprüche bei den einschlägigen Verdächtigen nicht möglich sein, Stichwort Erwerbslose und Privatinsolvenz.


    Was unabhängig daneben bleibt, ist natürlich die strafrechtliche "Behandlung"

    Architektur im Wandel der Zeit im Münchner Hofgarten:


    Bayerisches Armeemuseum Anfang des 20. Jahrhunderts:



    Unmittelbar nach Kriegsende


    Museu_ProvidedCHO_Bildarchiv_Foto_Marburg_obj05221515?view=http%3A%2F%2Fwww.bildindex.de%2Fbilder%2Fd%2Ffm202450&disposition=inline&api_url=https%3A%2F%2Fapi.europeana.eu%2Fapi


    In den 1970ern nach Kriegszerstörung und Teilabriss


    bayerische_staatskanzlei_1977-003.jpg


    Heute Teil der Bayerischen Staatskanzlei:


    022081_1e4939d4.jpg


    Hat noch jemand weitere Bilder vom damals sehr kontroversen Architekturwettbewerb aus den 1980ern? Würde mich sehr interessieren :smile:

    Dem kann ich mich anschließen! Wirklich ein harmonisches und bereicherndes Bauwerk.


    Interessant noch zum Nornenbrunnen:


    Er wurde 1907 ursprünglich einige hundert Meter entfernt am Stachus erbaut.


    Im Zuge der Umgestaltung des Stachus zur heutigen Verkehrswüste im Jahre 1965 - Anlass war nicht zuletzt die Unterbauung des gesamten Platzes mit U- und S-Bahn - wurde der Brunnen dann leider entfernt. Zum Glück aber eben nicht abgerissen, sondern nur an seinen heutigen, etwas abseitigen Standort versetzt.


    Gleichwohl hat er für mich damals am Stachus selbst ungleich eindrucksvoller gewirkt.



    Im Hintergrund mittig das nach dem Krieg verunstaltete und kürzlich abgerissene Hotel Königshof.


    Das Gebäude links daneben hat einen Bayerischen Löwen auf dem Giebel und war eine große Gaststätte namens Mathäserbräu, der zumindest dem Namen nach im heutigen Mathäserkino weiterlebt, allerdings ein postmoderner Neubau.


    Rechts der heute noch bestehende, und nach wie vor eindrucksvolle Justizpalast.



    Dieselbe Szenerie heute aus Google Streetview, als der Königshof noch stand. Mit Ausnahme von aparten Betonblumenkästen ist den Platzgestaltern leider nichts eingefallen.

    Gut möglich, dass das ein Teilmotiv war. Das Einschmelzen von Statuen scheint damals aber keineswegs ein Tabu gewesen zu sein.


    Beispiel Frankfurt a.M.:

    170px-Wilhemsdenkmal_Frankfurt_1900.jpg

    Das Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I. von Clemens Buscher

    Hier wurden 1940 im Auftrag der Stadtverwaltung unter anderem die Sockelfiguren des 1896 errichteten Kaiser-Wilhelm-Denkmals von Clemens Buscher in der Taunusanlage, die Kupferfiguren am Schleswig-Holstein-Denkmal vor der Paulskirche, das Sömmering-Denkmal und der Schützenbrunnen vor dem Zoo[16](errichtet 1894) entfernt; zum Abbau von letzterem schrieb das Frankfurter Volksblatt: „Die Zerkleinerungsarbeiten waren ziemlich schwierig … In wenigen Stunden wird nichts mehr daran erinnern, daß hier einst der pompöse Schützenbrunnen stand. Wenigstens hat er im Sterben noch seine Aufgabe erfüllt und dem Vaterland einen recht ansehnlichen Brocken für die Metallspende geliefert.“ 1941 ließen die Stadtväter sogar das symbolträchtige Bismarck-Denkmal aus der Gallusanlagesowie das Reiterstandbild Kaiser Wilhelm I. (siehe Bild) in die Schmelzöfen wandern. Gerettet werden konnte hingegen das Heinrich-Heine-Denkmal des Malers und Bildhauers Georg Kolbe (1877–1947); es war nach antisemitischem Vandalismus bereits 1933 vom Städel in Obhut genommen und im Magazin als Skulptur „Frühlingslied“ getarnt worden.

    Leider nein, an der Stelle stand ein entstuckter Gründerzeitler.


    https://www.google.de/maps/@48…0Nc2Dg!2e0!7i13312!8i6656


    Hätte man auch wieder herrichten können.


    Hier das entsprechende Gebäude vor dem Krieg, mit Pfeil markiert.


    Im Vordergrund das nach dem Krieg abgetragene Ludwig-II-Denkmal. Es ist heute noch großteils in einem Depot erhalten (bis auf den Körper des Königs - Stichwort Reichsmetallspende), wird aber aus finanziellen Gründen (die Statik der Brücke müsste ertüchtigt werden) nicht im Original wiederaufgebaut. Vor kurzem stand ein modern interpretierter (in meinen Augen recht kitschiger) Teilaufbau einer Neuinterpretation als "romantische Ruine" in Rede.

    Leider nein, an der Stelle stand ein entstuckter Gründerzeitler.


    https://www.google.de/maps/@48…0Nc2Dg!2e0!7i13312!8i6656


    Hätte man auch wieder herrichten können.

    Neubauprojekt im Münchner Herzogpark. Architektonisch geht es in meinen Augen nicht besser. Hochachtung an Herrn Treese für die Leistung.


    CH08_5.jpg?format=500w


    CH08_1.jpg?format=750w


    CH08_7.jpg?format=500w


    Man möchte meinen, es handele sich um Gründerzeitsimulationen. Aber die Häuser sind neue Entwürfe und werden ab 2020 dort gebaut.


    Das Projekt: https://www.sebastiantreese.de/projects/chamisso




    Bisher stehen dort unscheinbare Gebäude verschiedenster Art, und es sieht eher unaufgeräumt aus: https://www.google.com/maps/@4…V-SLiw!2e0!7i13312!8i6656


    Nicht nur das architektonische Niveau, sondern auch der Preis hauen einen aus den Latschen. Für das erste Gebäude sollen knapp 15 Milliönchen fällig werden.


    Wer zuschlagen möchte:

    https://www.immobilienscout24.…553&searchType=district#/

    Apropos St.Michael (mein Interesse ist natürlich namensbedingt), das Gebäude hat für mich nach dem neuen Anstrich vor ein paar Jahren leider etwas an Schönheit verloren. Geht es nur mir so? Ich fand die Fassade von St.Michael vor den Malerarbeiten deutlich schöner. Ich weiß nicht woran es liegt.


    Und ja, die hübsche junge Dame auf dem Bild ist sehr erfreulich. Sie scheint uns alle zu beschäftigen.


    Vielen Dank für die interessanten Information zum Gemälde Raffaels.

    stimme Dir völlig zu. Auch wenn die Farbe jetzt nur etwas blasser ist, war die Fassade vorher durch die farblichen Absetzungen viel besser gegliedert.


    MABB1.JPG39153746-03b2-4dee-9e8e-cb654cf4f5c9.jpg