Posts by Sonicted

    Ähnlich ordentlich war die Stadtreparatur beim Tichelhaus:

    Conren Land investiert in Hamburg und München
    Conren Land erwirbt zwei Büroimmobilien in Hamburg und München von Quest Investment Partners - der Kaufpreis soll bei 150 Millionen Euro liegen.
    www.immobilienmanager.de


    Vorher stand dort das scheußliche Holcim-Haus:

    Ein Neubau im Schatten von St. Nikolai – und was ihn so besonders macht
    „Tichel“ ist plattdeutsch und heißt Ziegel, und aus denen ist das Tichelhaus, welches bald an exponierter Stelle unterhalb der Nikolaikirche entsteht.
    www.mopo.de

    Danke für diese schönen Bilder. Meine Töchter waren auf der Grundschule an der Isebek, im Volksmund auch „Ziegenschule“ genannt, da es einst einen Stall mit zwei Ziegen auf dem Schulhof gab.

    Mittlerweile gehen beide auf das Helene-Lange-Gymnasium, kurz: HLG. „Öffentliche Eliteschule“ würde ich jetzt nicht unterschreiben, aber die Schule hat einen sehr guten Ruf, der auch gerechtfertigt ist.

    Es gibt ein schönes Werbevideo zum HLG, das auch die Innenansicht zeigt. In dem Video begrüßt einen zunächst der Direktor mit „Schau es dir an: unser Schloss“. Es ist in der Tat ein herrliches Gebäude.

    Hier der Clip: https://www.hlg-hamburg.de/das-ist-das-hlg-video-clips/

    Das Gymnasium am Kaiser-Friedrich-Ufer wird im Volksmund Kaifu-Gymnasium genannt. Erinnert mich an meine Zeit in Freiburg, wo der Volksmund „Kajo“ sagt, wenn die Kaiser-Joseph-Str. gemeint ist.

    An die Hamburg-Experten: Ist das Gebäude rechts vom Baugerüst (also Bildmitte) ein entstuckter Altbau oder ein gefälliger Nachkriegsbau?


    https://maps.app.goo.gl/5qyG3drVJxdrkhS26?g_st=ac

    Das Gebäude hat den Krieg überlebt, wurde mMn allerdings in der Nachkriegszeit verändert. Schau mal hier unter „Historie“:

    Fölsch-Block - Tradition am Hamburger Rathausmarkt


    Da kann man sehen, wie viele Gebäude in der Innenstadt den Krieg dann doch ganz leidlich überstanden haben.

    Ich meine nicht die Innendrehs im Altenheim, sondern der Außendreh in den kopftseingeflasterten Altbaustraßen, die ich bisher von Hamburg nicht kenne.


    Ist auch eher untypisch. Gibt es aber in fast jedem Hamburger Stadtteil.

    Ottensen und Altona: Hauptstraße, Rothestraße, Fischers Allee, Borselstraße, Billrothstraße, Hospitalstraße, Zeißstraße. Hoheluft und Eimsbüttel: Moltkestraße, Roonstraße, Gneisenaustraße, Kielortallee, Kippingstraße, Koopstraße. In der Schanze gibt es z.B. das Schulterblatt, die Susannenstraße, Juliusstraße und Lippmannstraße. In Eppendorf gibt es ebenfalls einige Altbaustraßen mit Kopfsteinpflaster, wie z.B. die Kegelhofstraße und Im Tale.

    Die Vereinsgründung hat nicht in Frankfurt stattgefunden, sondern in Berlin, auf Initiative von Antiquitus und mir. Wir lebten damals beide in Berlin.

    Ich meinte eigentlich auch, dass das schon im Dezember 2005 war und sich dann nur die Registrierung als eingetragener Verein bis Januar 2006 hingezogen hat. Lässt sich das noch anhand der Akten nachvollziehen? Eigentlich müsste die Gründungsurkunde mit den Unterschriften der Gründungsmitglieder ja beim Amtsgericht Charlottenburg hinterlegt sein und wir eine Kopie davon haben.


    Was war das dann damals in Frankfurt? Dachte, bei dem Treffen hätte es die Gründungsunterschriften gegeben. Zudem wurden Vorstand, Schatzmeister etc. gewählt. Kannst du dich an das Treffen in Frankfurt erinnern?

    Ich war damals bei der Gründung dabei. Bin aber gerade etwas verwirrt: hätte wetten können, wir haben den Verein in 2005 gegründet. Sehe aber, dass es 2006 war. Nun gut. Das Treffen fand in einem Gebäude in der Nähe vom Frankfurter Römer statt. Es müssen so um die 10-15 Leute dabei gewesen sein, wenn mich meine Erinnerung nicht trügt. Wer von den Leuten ist denn noch in diesem Forum aktiv?

    Außer meiner Unterschrift habe ich zugegebenermaßen nichts geleistet. War damals Student und bin am Abend des ersten Tages feiern gegangen; habe deshalb den zweiten Tag verkatert verpasst. Ich bin ebenfalls über das Gästebuch der GHND auf das Forum aufmerksam geworden. Das muss 2002 oder 2003 gewesen sein.

    Da ich lobe ich mir tatsächlich Köln, denn zumindest in der Innenstadt sind die meisten Bauten dieses Kalibers denkmalgeschützt. Haben die Herrschaften auf dem Denkmalamt jemals die Fassade in Augenschein genommen?:

    In Köln gibt es leider nur fast keine „Bauten dieses Kalibers“. Hamburg ist dagegen voll davon. Und es ist eine gute Idee, diese tote Passage zu beleben. Genau wie die Europapassage eine gute Idee war.

    Danke. Ich weiß auch nicht, wie ich hier in den Fanclub der unkritischen Lobhudler Hamburgs gekommen bin. Ich bin auch alles andere als überzeugt von der Stadt. Ich habe viele Versuche hinter mir, sie wirklich liebenzulernen, aber es bleibt immer ein Geschmack. Doch zu piefig irgendwie, zu gewollt, zu hässlich an vielen Orten. Da geht es Hamburg genauso wie anderen zerbombten norddeutschen Städten.


    Unkritische Lobhudler? Du übertreibst. In Hamburg ist vieles falsch gelaufen und in Teilen ist die Stadt ohne Frage hässlich. Deswegen finde ich den Hamburger Spruch von der „schönsten Stadt der Welt“ auch sehr anmaßend.

    Aber Tatsache ist auch: Im Vergleich zu vielen anderen deutschen Städten ist Hamburg ohne Frage sehr schön. Harvestehude, Rotherbaum, Eimsbüttel, Hoheluft, Eppendorf, Winterhude usw - das alles sind im Großen und Ganzen sehr schöne Stadtteile. Und dazu hat Hamburg eine recht ansehnliche Innenstadt.

    Ich habe schon so einige deutsche Städte gesehen und war regelmäßig geschockt. Köln, Düsseldorf, Frankfurt, Essen, Nürnberg, Dresden, Stuttgart, Hannover, Mannheim. In diesen Städten könnte ich niemals leben. Neben Hamburg käme für mich in Deutschland unter den Großstädten nur München in Frage. Auch diese Stadt hat einige hässliche Ecken, ist aber insgesamt sehr schön und wirkt außerordentlich lebenswert.

    Gut, über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Daher nur meine Meinung.

    Ich war vor drei Jahren zum ersten und einzigen Mal in Braunschweig. Ohne Frage hat die Stadt einige hässliche Ecken, aber insgesamt war ich von Braunschweig sehr angetan. Wir haben eine Bootstour auf der Oker gemacht. Anbei ein paar Fotos aus dem Süd-Osten der Stadt.









    Klar, Köln, viele Ruhrstädte, auch interessanterweise Frankfurt abgesehen vom Bahnhofsviertel sehen eher schlechter aus als Bremen. Aber auch Nürnberg, München, Hamburg, um noch nicht einmal die Klassiker zu nennen, haben tlw. riesige, geschlossene, extrem urbane Gründerzeitviertel vorzuweisen, gegen die Bremens Reihenhausquartiere richtiggehend piefig wirken.

    Man muss Bremen wirklich nicht zu einem zu Unrecht unendeckten Gründerzeitjuwel machen. Es ist eher die Besonderheit der Reihenhausbebauung, die es vom Rest des Landes abhebt, deutlich weniger die Fläche oder der Erhaltungsgrad dieser Viertel. Ich habe hier und könnte noch weiter ganze Stränge nur mit katastrophalen Renovierungen füllen, der Zustand des Bestands ist in vielen Bereichen erschütternd, ganze Stadtteile mit eigentlich sehr hohen Anteilen an Vorkriegsbebauung nur als Totalverluste zu bezeichnen durch Entstuckungen, Spaltriemchenverklinkerungen, Horizontalisierungen der Fenster, Aufstockungen. Ganze Baumarktsortimente wurden an diesen armen Häusern verbaut, von Aluhaustüren über abgehängte Decken, von ungeteilten Fenstern zu komplett verfliesten Vorgärten.


    Ja, die Renovierungen / Modernisierungen der 60er und 70er Jahre haben in Bremen einen gravierenden Schaden angerichtet. Weit schlimmer noch als die subventionierte Entstuckungsmanie in Berlin.

    Ich bin, denke ich, auch deshalb von Bremen ganz angetan, weil ich vor 15 Jahren für ein paar Monate in Frankfurt war, und das Aussehen der Stadt einen bleibenden negativen Eindruck auf mich gemacht hat. Ähnlich ging es mir jüngst bei Besuchen in Köln, Stuttgart und Düsseldorf, v.a. wo Letztere ja einen ganz guten Ruf hat.

    Hamburg steht mMn sowieso auf einem anderen Level, was Schönheit und Altbausubstanz anbelangt. Für mich mit München und Leipzig die schönste deutsche Stadt mit >500k Einwohnern.

    Es ist mir auch weiterhin ein Rätsel, warum Bremen so beliebt sein soll. Es ist eine insgesamt ziemlich runtergerockte Stadt mit einer vielleicht etwas größer als für vergleichbare deutsche Städte üblichen Traditionsinsel in einem Meer von Nachkriegstristesse. Dass man sich die Innenstadt mal ankuckt, wenn man Besuch hat oder dass Leute aus Osnabrück oder Leer Tagesausflüge machen hierher, ist natürlich ok und auch nachvollziehbar. Das Rathaus ist beeindruckend, der Marktplatz zumindest ganz schön.

    Dass Leute aus anderen Ländern hierherfahren und hier wesentlich mehr als ein paar Stunden verbringen, verstehe ich hingegen tatsächlich nicht. Nichts von dem, was Bremen bietet, findet sich (tlw. wesentlich) intakter/schöner/geschlossener nicht auch in anderen deutschen Städten.


    War jüngst mal wieder in Bremen. Die Stadt ist tatsächlich in Teilen extrem runtergerockt. Vor allem der Bahnhof und das Umfeld sind eine Katastrophe. Aber ein Meer von Nachkriegstristesse? Nein. Bremen ist mMn deutlich besser aufgestellt als Stuttgart, Düsseldorf, Köln etc. Ich denke da nur an den Marktplatz, Domshof, Domsheide, Böttcherstr. und Schnoor.

    Und Bremen hat ein echtes Pfund, mit dem es wuchern kann: dichte, urbane Viertel mit viel Altbausubstanz, direkt außerhalb der Altstadt. Hier ein paar Beispiele:

    Hohenlohestraße

    Slevogtstraße

    Carl-Schurz-Str.

    Delmestr.

    Donaustr.

    Bleicherstr.

    Besselstr. 

    Herderstr. 

    Mathildenstr.

    Hermann-Allmers-Str.

    Parkstr.

    Ostertorsteinweg

    Ich war jüngst im GOP in der Überseestadt. Der Stadtteil ist eine einzige Katastrophe. Öd und leer. Kein Leben. Kein Charme. Es wurden sämtliche Fehler der 60er und 70er Jahre wiederholt. Es ist mir ein Rätsel, wie man heute noch ein solches Viertel bauen kann. Ich bin kein Fan der Hafencity, aber sie schlägt die Überseestadt um Längen. (Das GOP Theater kann ich allerdings sehr empfehlen).

    "Die Räume mit Fischgrätparkett und Sichtbetondecken, das darf an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, sind wirklich schön." (Berliner Zeitung).

    Das Fischgrätparkett ist tatsächlich herrlich. Aber das kann ich mir in jeder Wohnung verlegen lassen. Und den Sichtbeton finde ich schrecklich.

    Erinnert mich an das Treppenhaus in dem Schulneubau meiner kleinen Tochter. Hat den Charme einer Tiefgarage. Und alle Eltern hatten den Eindruck, der Bau ist eigentlich noch gar nicht fertig.

    Stimmt, die "Zwiebelschalen" gibt es vielerorts nicht mehr. Komplett neu bauen lassen sich Städte aber auch nicht mal eben so, oder willst du die Eigentümer all der Gebäude enteignen? Und wo soll dafür das Geld her kommen? In der Realität kann man immer nur nach und nach vereinzelt Gebäude ersetzen und die betreffenden Neubauten sind dann immer dem jeweiligen Zeitgeschmack unterworfen.

    Du hast mich missverstanden. In Magdeburg musste ja die gesamte Stadt nach der 'Magdeburger Hochzeit' neu aufgebaut werden. Ebenso große Teile Lissabons nach dem Erdbeben. Oder eben Teile Dresdens nach dem Beschuss durch die Preußen im 18.Jahrhundert.

    Was ich sagen will: damals hat es funktioniert, auch ohne Rekonstruktionen. Denn die Architektursprache hatte überzeugende Lösungen parat. Nach den Zerstörungen des 2.Weltkriegs hat es oftmals nicht funktioniert. Weil die Moderne eben vieles so radikal anders machen wollte. Im Nachhinein wäre es klüger gewesen, mehr zu rekonstruieren und sich stärker an den alten Grundrissen zu orientieren.

    Nun ist es für viele Städte zu spät. Nach und nach kann - und sollte - man einzelne Stadtplätze aufwerten, da bin ich ganz bei dir. Aber eben auch mit Rekonstruktionen, es sei denn, die Moderne entwickelt sich endlich weiter. Und ich bin mir auch bewusst, dass "mehr" oft nicht geht.

    Deswegen glaube ich auch, dass z.B. Dresden ein "Jahrhundertprojekt" ist. Ich bin mir sicher, dass das Neustädter Rathaus zurückkommt, weil die aktuelle städtebauliche Situation so unbefriedigend ist. Ich bin mir aber nicht sicher, dass ich den Wiederaufbau noch erleben darf.

    Das Lübecker Gründerviertel finde ich gelungen, zwar nicht immer im Einzelnen, aber definitiv im Ganzen.

    Und zum Thema Rekonstruktionen würden so tun als hätte es den Krieg nie gegeben: Das Gründerviertel z.B. fügt sich in die Stadt ein, ohne die Spuren der Zeit gänzlich zu verwischen. Der Krieg ist Teil der Geschichte der Stadt. Ich finde die Folgen optisch gänzlich unkenntlich zu machen, würde Lübeck in seiner geschichtlichen Erlebbarkeit ganz massiv schaden. Ein Lübeck voller Rekonstruktionen wäre nicht mehr das echte Lübeck, sondern ein ... was auch immer. Mit Architektur ist es wie mit Zwiebelschalen. Jede Epoche hinterlässt ihre Spuren und drückt einer Stadt ihren Stempel auf. Das verstehe ich unter Authentizität. Wünschenswert ist, dass Viertel wie das Gründerviertel Schule machen, und dass mögliche zukünftige Viertel dieser oder ähnlicher Art dann differenzierter ausfallen. Dann wäre meiner Meinung nach eine Menge gewonnen.


    Ich finde das Gründerviertel in Ordnung und halte es für einen Schritt in die richtige Richtung.

    Leider ist das bei moderner Architektur aber viel zu selten der Fall. Billig, hässlich, unpassend. Das sehen ja nicht nur wir Rekonstruktionsbefürworter so. Ich muss nur meine kleinen Töchter fragen, was sie schöner finden. Da fällt die Antwort jedes Mal eindeutig aus (und ich beeinflusse nicht). Schönheit liegt eben nicht - oder nur ganz selten - im Auge des Betrachters.

    In Lübeck denke ich z.B. an das Peek&Cloppenburg Gebäude. Wie konnte man so etwas nur direkt am Markt bauen?

    Ich bin der Meinung: man müsste nicht rekonstruieren, WENN die moderne Architektur eine überzeugende Alternative bieten würde. Aber wann tut sie das schon? Selbst die Füllbauten am Dresdner Neumarkt sind ernüchternd - dabei war die Aufgabenstellung doch so einfach.

    Und das Problem in vielen deutschen Städten sind eben die von dir erwähnten Zwiebelschalen: es gibt sie nicht mehr. Der Bombenkrieg hat innerhalb weniger Stunden die gebaute Geschichte mehrerer Jahrhunderte ausgelöscht. Nun kann man sagen: wir bauen die Stadt eben komplett neu auf, so wie Magdeburg nach dem 30-jährigen Krieg oder Lissabon nach dem Erdbeben von 1755.

    Die Erfahrung zeigt allerdings, dass die moderne Architektur dabei versagt. Man schaue sich nur die meisten deutschen Städte an. Die Moderne kann spektakuläre Solitäre hervorbringen, so wie die Elbphilharmonie, das Centre Pompidou, das Sydney Opera Haus und so weiter. Aber sie scheitert beim Städtebau. Und deswegen geht es eben so oft nicht ohne Rekonstruktionen.