Posts by Hildesheimer

    die GeStaKo

    Ich finde diese Abkürzung, die auf eine ganz andere anspielt, unerträglich. Es ist nicht nur vollkommen unangemessen (um es mal zurückhaltend zu formulieren), es ist auch ein Eigentor. Es ist unsachlich und diskreditiert Deine eigene Position, das so zu benutzen. Ich bin sicher nicht der einzige, dem solche DInge unangenehm aufstoßen, dahinter verschwindet jedes Anliegen, und sei es noch so berechtigt.

    Oktavian: Das setzt aber voraus, dass dir von Dir da mal so eben aufgeführten Vorgaben mehrheitsfähig sind. Und da setzt es eben an: das kann man nicht per Ordre de Mufti festlegen, dazu ist eine politische Willensbildung notwendig. Die gelingt aber eher nicht, wenn man, wie das die GHND mitunter tut, die Leute öffentlich beschimpft. Das ist kontraproduktiv. Es geht eben auch nicht an, alle möglichen Forderungen aufzumachen, nur weil man es gerne so hätte. Der typische Investor wird darauf mit einem lakonischen "Wenn Sie es bezahlen..." antworten. Das darf man dabei ja auch nicht außer acht lassen: Die Investoren treten ja in erster Linie an, um mit ihrem Vorhaben Geld zu verdienen, nicht um es "hübsch" zu machen. Das geht mitunter so weit, dass die Investoren eben lieber Staffelgeschosse bauen, weil sich gerade Wände besser vermarkten lassen als geneigte Dachflächeninnenwände.


    Den Wiederaufbau nach dem Krieg finde ich als Vergleich schwierig, das waren völlig andere Voraussetzungen. Und Berlin - naja, den Potsdamer Platz finde ich alles andere als gelungen, aber ich kenne zu wenig von Berlin, um das sinnvoll beurteilen zu können.

    Ich habe mit diesen Themengebieten in der Tat beruflich zu tun, möchte das aber nicht näher ausführen. Da bitte ich um Verständnis.


    Zum Thema selber: es ist halt nicht so einfach, wie es scheinen mag. Baurecht ist ein höchst komplexes Thema, und die Steuerungsmöglichkeiten der Stadtverwaltung und des Stadtrates haben Grenzen, die unter anderem durch Verfassungsrecht definiert sind. Da reicht es halt nicht, herzugehen und zu sagen, das gefällt uns nicht.

    Zunächst mal Realismus bei Forderungen. Rein rechtlich ist es so, dass ein Bauherr ein Recht auf eine Baugenehmigung hat, sofern dem keine Belange entgegenstehen. Eine Baugenehmigung ist kein Gnadenakt, sondern Verwirklichung eines Rechtsanspruches.


    Aus dem § 34 BauGB lassen sich gestalterische Feinheiten bei Neubauten nicht ableiten oder darauf basierend Forderungen aufmachen. Das ist ja oben auch schon reflektiert. Daraus jetzt abzuleiten, es braucht mehr Bebauungspläne, Gestaltungssatzungen etc., um Fehlentwicklungen zu verhindern, mag ja erstmal schlüssig klingen. Dafür müsste zunächst mal überhaupt festgestellt werden, was ist denn eine "Fehlentwicklung"? Wer prüft das, welche Kriterien sind hier anzulegen?


    Es ist ja nun mal beispielsweise so, dass die aktuell errichteten Häuser hohe Wärmedämmstandards erfüllen müssen, die oft mit gestalterischen Einschränkungen einhergehen. Diese Wärmedämmstandards basieren auf einer Bundesverordnung, sind also politischer Wille des Verordnungsgebers. Das kann aber dann nicht heißen, dass ein Neubau mit 20cm Wärmedämmung eine Fehlentwicklung wäre, den es zu verhindern gälte. (Mal unabhängig von Sinn und Unsinn der EnEV und den dennoch gegebenen gestalterischen Möglichkeiten). Nur mal als ein Beispiel, welche Hürden sich auftun, wenn man die Fehlentwicklung definieren will.


    Wenn man jetzt beispielsweise sagt, in Dresden wollen wir nur noch Sandsteinverblender haben, weil Sandstein ein traditionelles regionales Material ist, könnte man alle anderen Bauvorhaben, die das nicht erfüllen, als Fehlentwicklung einstufen. Wäre ja ein denkbares Szenario. Ist aber von vornherein nicht durchzuhalten, weil es massenhaft Beispiele historischer Bauten gibt, die Sandstein und Putz verbinden, teils noch mit Granit als Sockel dazu. Dann müsste ich das korrigieren und sagen, gut, Granitsockel, Sandsteinelemente, Putzfassade. Dann muss ich letztlich festlegen, in welchem Umfang diese Elemente auftauchen müssen, wahrscheinlich in irgendwelchen %-Anteilen. Damit würde ich Glasvorhangfassaden, Metallelemente, Klinker, keramische Elemente und anderes mehr faktisch verbieten, mal ganz davon abgesehen, dass ich damit die Baukosten in die Höhe treiben würde. Da hätte ich Zweifel, ob das faktische Verbot bestimmter Bauweisen rechtskonform ist. Zudem gibt es den erklärten politischen Willen, sozialen Wohnungsbau zu fördern, was nur bei niedrigen Baukosten funktioniert. Und nun? Was hat den Vorrang?
    Zudem hätte ich mit solchen Teilverboten noch keine "gute" Gestaltung garantiert (wer beurteilt wiederum das?).
    Das gleiche kann man mit geneigten Dächen durchexerzieren. Welche Neigung ist zulässig, und welche nicht? Warum? Sind 22°das Minimum (damit geht noch Schiefer ohne Probleme)? Sind 75° das Maximum?


    Es ist ja nicht so, dass die Stadtverwaltung nach Lust und Laune irgendwelche Vorgaben definieren kann. Jegliche Einschränkung der Rechte Dritter durch eine Regelung bedarf der Begründung, warum sie erforderlich ist. Pauschal zu sagen "um eine gute Gestaltung zu gewährleisten", wird da nicht reichen, zumal dann die Architektenschaft auf die Barrikaden gehen wird, wenn man ihnen pauschal Unfähigkeit zu einer guten Gestaltung unterstellt. Da muss schon jede einzelne Satzung eine Begründung haben, warum sie überhaupt erforderlich ist, und wie ihre einzelnen Vorgaben zustandekommen.


    Dann ist es ja so, dass es einem Grundstückseigentümer jederzeit freigestellt ist, für sein Grundstück einen Bauantrag einzureichen. Sofern noch kein B-Plan oder eine Satzung existiert, wird dieser Antrag nach § 34 zu beurteilen sein. Jetzt herzugehen und zu sagen, wir erlassen eine Veränderungssperre (und in der Folge einen B-Plan) bei jedem Bauvorhaben, das uns nicht passt, ist erstens vom Aufwand her nicht durchzuhalten und wäre zweitens grob rechtsmißbräuchlich. Eine Veränderungssperre ist nur dann zu rechtfertigen, wenn erkennbar ist, dass das geplante Vorhaben erstens ein Planerfordernis auslöst und zweitens übergeordneten städtebaulichen Entwicklungszielen zuwider läuft. Immerhin ist das ein massiver Eingriff in das Grundrecht auf Eigentum. Wie gut das in der Praxis läuft, zeigt ja die Hafencity, bei der die Veränderungssperre sofort vor Gericht landete. Es ist aber völlig unrealistisch, das gesamte Stadtgebiet "auf Vorrat" mit Satzungen und B-Plänen zu überziehen. Das würde einen gigantischen Arbeitsaufwand erfordern und ständige Änderungen und Anpassungen nach sich ziehen. Es wird also immer Lücken in der Regulierung geben, die auch nur bedingt geschlossen werden können.


    Ich bin mir nicht sicher, ob es hier wirklich zielführend ist, auf die Stadtverwaltung zu zeigen und zu sagen, tut mal was. Viele Dinge lassen sich nur mit hohem Aufwand regulieren, wobei die Frage bleibt, ob das in jedem Fall (politisch) gewollt ist. Es ist aber auf jeden Fall nicht hilfreich, die Bauverwaltung anzukacken, wie es jüngst mehrfach geschehen ist - mit Konfrontation wird sich gar nichts erreichen lassen. Ich denke, wenn die Akteure - Bauverwaltung, Architekten, Investoren und am Baugeschehen interessierte Bürger - in einer vernünftigen Art und Weise das Gespräch miteinander suchen, und dabei durchaus auch Druck auf Investoren ausüben (wobei Druck eben nicht heißt, sie öffentlich niederzumachen oder bei Veranstaltungen anzupöbeln), läßt sich am ehesten was erreichen. Noch mehr Vorschriften sind bei Investoren eher unbeliebt, aber viele legen durchaus Wert auf die öffentliche Meinung und ihre Darstellung in den Medien, und bewegen sich dann eher.

    Nette Träume von Herrn Kulke...


    Zum einen brauchen Bebauungsplanverfahren (mindestens) 2-3 Jahre, da es ein sehr aufwändiger Verwaltungsprozeß ist. Die Begeisterung der Investoren über diese Zeiträume kann man sich lebhaft vorstellen, die sind teilweise unter Druck der Geldgeber, das Geld so schnell wie möglich zu verbauen. Ist zwar geradezu pervers, ist aber so.


    Zudem ist es rechtlich nicht möglich, "Verhinderungssatzungen" zu erlassen, also Satzungen, die nur zum Ziel haben, bestimmte Entwicklungen zu verhindern. Auch sind Gestaltungsauflagen in Bebauungsplänen gerne mal eine Sache, die Bauherren ignorieren - weil sie genau wissen, dass eine Forderung, dies nachträglich zu korrigieren, entweder gar nicht erst erfolgt, oder wenn sie erfolgt, dann in das Rechtsverfahren kommt - bei dem am Ende das Gericht (nach mehreren Jahren) oft genug feststellt, dass die Grundzüge der Planung von den Abweichungen nicht tangiert werden und es also zulässig ist. Oder die Korrektur wäre unverhältnismäßig.


    Und mehr Personal in der Stadtverwaltung - genau, das wird allseits auf helle Begeisterung stoßen...

    Ich würde schätzen, dass es je nach lokalen Gegebenheiten und Erfahrungen unterschiedliche Gründe und unterschiedliche Herangehensweisen gab. Die Befestigungen sind wohl vor allem dort erhalten geblieben, wo Geld, Wille und Wachstumsdruck fehlten, um sie niederzulegen. Das spiegelt sich dann mitunter auch in der Bebauung der befestigten Stadt wider - die Bürger hatten auch oft kein Geld, um sich Bauten nach der neuesten Mode hinzustellen. Die heute als malerisch empfundenen Stadtbilder - Befestigung, historische (Fachwerk-)Bebauung - weist darauf hin, dass die entsprechenden Städte im 18./19. und oft noch im 20. Jh. relativ bedeutungslos und teils verarmt waren.


    Die im Eingangspost beschriebene Bebauung auf oder an der mittelalterlichen Stadtmauer dürfte nicht ungewöhnlich sein - um 1700 war diese militärisch von minderer Bedeutung, andererseits aber oft so massiv ausgeführt, dass sie auch nach 500 Jahren noch stabil genug waren, um eine Bebauung zu tragen. In Hildesheim fallen mir spontan zwei Beispiele ein, die ich hier auf Fotos gefunden habe:
    http://www.raymond-faure.com/H…ildesheim_Neustadt_A.html
    Leider ist von der Dompropstei kein Foto von der Rückseite dabei, da ist das wie bei der Großvogtei (von 1662) auch so, dass die rückwärtige Außenmauer des EG die alte Stadtmauer ist.

    Es wäre auch die Frage, ob eine Hydrophobierung bei den alten Steinen überhaupt richtig funktionieren würde, oder ob man damit die schon vorhandenen Salze nicht quasi einschließen würde, und damit den Schaden noch vergrößern würde. Und Experimente verbieten sich hier....

    Baubeginn Oktober? Das klingt sportlich. Ich nehme an, dass die Entscheidung zu den Fassaden vor Stellung des Bauantrages gefallen ist, alles andere wäre seltsam. Das würde heißen, dass die jetzt den Bauantrag einreichen. Dann halte ich einen Baubeginn im Oktober für nahezu ausgeschlossen. Außerdem werden erst mal die Archäologen das Wort haben, nehme ich an. Bei knapp 300 Stellplätzen müssen die wohl zwei Geschosse nach unten, da werden die Archäologen jeden Zentimeter genau anschauen. Dann die Baugruben mit aufwändiger Abfangung der Nachbarn - da sind auch zwei Jahre Bauzeit relativ sportlich.

    Die Innengestaltung und Einrichtung erinnert mich an ein DDR Kulturhaus, vermengt mit dem Charme der 70er und 80er Jahre (Holzvertafelung und roter Teppich). Wenn ich mir den Konzertsaal anschaue, in den Farben rot/weiß dann könnte man dort wahrscheinlich sofort einen SED/Linke Parteitag abhalten, es würde nicht auffallen.

    Naja, was die Farben jetzt damit zu tun haben, erschließt sich mir nicht. Die Architektur des Saales hat nichts von den meist nüchternen Mehrzweckhallen, die gewöhnlich für derlei Parteitage herhalten müssen. Die einzelnen Oberflächen sind vielfach gebrochen und erzeugen sehr bewegte Oberflächen, die große Orgel krönt den Saal.
    Ja, dass der Bau den "Charme der 70er" hat, ist ja Absicht. Die Bauteile um den Konzertsaal herum sind nach Maßgabe der Denkmalpflege nach dem Originalentwurf wiederhergestellt worden, soweit möglich. Dazu gehören auch Holzvertäfelungen und der rote Teppich.
    Ich würde einen Besuch auch empfehlen, eine Meinungsbildung aus der Ferne muss zwangsläufig eingeschränkt bleiben.

    Das wirklich Spannende an diesem Gebäude ist doch die Tatsache, dass man heute nachholen kann, was damals nicht ging. Ein DDR-Gebäude mit heutigen Mitteln zu sanieren bedeutet, dass es in einer Qualität erlebbar wird, die es damals aus Gründen der Mangelwirtschaft so nie gegeben hätte. Schon das allein ist faszinierend.

    Ich habe den Eindruck, dass bei solcherlei Prestigebauten vieles ging, was im normalen Baugeschehen der DDR nicht ging. Qualitativ habe ich nicht den Eindruck, dass der Kulti ähnlichen Bauten in Westdeutschland oder anderswo so viel nachsteht. Bei Kunst am Bau sind solche DDR-Bauten meist gut ausgestattet, seien es hier nun die Türen, das Wandgemälde innen im Foyer oder der "Weg der roten Fahne" außen. Die Handläufe sind aus Makassar-Holz, die Rasterdecke ist zwar auch nur Gips, aber mit gestalterischem Anspruch. Wie Mangelwirtschaft erscheint mir das nicht. Ich habe mir damals den Landtag in Hannover aus den frühen 60ern angesehen, als dessen Abbruch in der Diskussion war - der scheint mir qualitativ nicht so weit entfernt zu sein.

    Ganz herzlichen Dank für die wunderbaren Fotos. Da kriege ich sofort Lust, dort wieder mal Urlaub zu machen. Ich schaue mal, ob ich auch noch Fotos finde, eigentlich müsste ich irgendwo welche haben.

    Also, ich bin kein Fachmann für Akustik, aber ich konnte an meinem Platz jedes Instrument deutlich hören, und auch die Solisten waren klar zu hören. Ähnliche Aussagen habe ich auch von anderen gehört. Es wurde wohl in der Planungsphase schon ein hoher Aufwand getrieben, und auch in der Umsetzung. Das hat sich wohl gelohnt. Warten wir mal die Pressestimmen ab.

    Ich hatte heute Gelegenheit, der öffentlichen Generalprobe der Philharmonie beizuwohnen. Die Akustik ist fantastisch. Ich denke, hier ist ein Konzertsaal entstanden, der auf lange Sicht der Dresdner Philharmonie einen mehr als angemessenen Rahmen geben wird und zweifellos zu den besseren Konzertsälen im Lande gehört. Unbedingte Empfehlung! Wer die Gelegenheit hat, sollte sie sich nicht entgehen lassen.
    Das Finale von Beethovens Neunter mit Schillers Ode an die Freude war schlicht überwältigend, in jeder Hinsicht. Zu den Philharmonikern kam dann noch ein ca. 150 Köpfe zählender Chor dazu. Umwerfend!

    Theoretisch bekommt man das ganz einfach mit einem Kärcher gereinigt.
    Bei einem normalen Mauerwerk wird da auch nichts passieren, aber wenn ich den Kärcher auf die Styropor-Fassade halte, kann es schon sein das man am Ende einen größeren Schaden hat.

    Naja, da ist ja noch ein Putz mit Gewebe drüber. Und wenn ich es schaffe, mit dem Kärcher den Putz zu zerschießen, habe ich ihn wohl zu scharf eingestellt...

    Ich empfehle die Google Bildersuche nach "Wärmedämmung Algenbefall". Da wird klar, dass das hier nicht der Fall ist.
    Die von mir schon genannte Mauerspinne kommt hier wohl eher in Betracht. Die siedeln sich da an, wo es gute Beutemöglichkeiten gibt. Die Frage ist also nicht, warum sich die Spinnen dort ansiedeln, sondern was die Insekten anzieht. Vielleicht suchen die Schutz in den Winkeln unter den Gesimsen.

    @ Hildesheimer, heißt das nach deinen Ausfürhungen zu schließen, daß Bauten, deren Betonkern hermetisch ummantelt ist, wie z.B. jetzt beim Berliner Schloß mit Isolierung und dicker vorgebauter Fassade diese Korrosionserscheinungen , bzw. Carbonatisierungen nicht auftreten werden!? Der Schloßkern also über die normal übliche Haltbarkeit hinaus stabil bleibt?

    Sehr wahrscheinlich, ja. "Ewig" hält bekanntlich nichts, aber ein Beton, der relativ trocken gehalten wird, wird sehr lange halten können. Entscheidend ist immer die Dicke der Überdeckung der Bewehrung. Da kann man bei einer vor den Beton gehängten Fassade die Fassadendicke wahrscheinlich draufrechnen, was wohl dazu führen dürfte, dass dem Beton auf lange Sicht nichts passiert. Wenn denn die Bauphysik passt und die Feuchtigkeit von der Tragkonstruktion ferngehalten wird.

    Och - ich bin zuversichtlich, dass die Details der Kostenoptimierung zum Opfer fallen werden.
    Runde Gauben sind in der Ausführung viel zu aufwendig, und die ganzen Gesimse und Rundungen kosten auch nur Geld. Wird schon noch gekistelt werden. :D


    Aber mal im Ernst: Die Geschoßgesimse sind zu viel, das Hauptgesims viel zu wuchtig, die Risalite sind im Dach zu groß, vor allem mit dem Gesims oben drauf. Die Gauben bis an die Grate zu führen (beim Walmdach, ausgerechnet) zeugt davon, dass man hier eigentlich ein Vollgeschoß kaschieren will, und ist gestalterisch unbeholfen. Die Dächer sind weder die flachen Dächer der klassizistischen Nachbarn noch die Mansarddächer der Gründerzeitler. Den Anschluss an den großen Jugendstilklopper am Palaisplatz finde ich auch nicht gelungen.
    Macht auf mich den Eindruck, als ob ein reiner Neubauarchitekt versucht hat, was vage historisierendes zu entwerfen, und dabei noch Flächen maximieren musste. Finde ich nicht überzeugend.