Posts by Freibuerger

    Auch wenn Frau Prof. Pohlack viele Verdienste aufzuweisen hat, so gibt es hinsichtlich einer Entscheidung für Freiberg einen gravierenden Kritikpunkt.
    Wir mir erst jetzt bekannt geworden ist, hat sie zwar dem ersten Entwurf für den geplanten Erweiterungsbau am Freiberger Stadt- und Bergbaumseum neben dem berühmten Dom St. Marien und den spätgotischen Domherrenhäusern nicht zugestimmt, siehe


    http://www.freiberg.de/freiber…81560040DB25?OpenDocument


    aber persönlich um diese Gestaltungvariante bei der Stadt gebeten, siehe


    https://www.mdr.de/nachrichten…msneubau-freiberg100.html


    Sie will dem Baukörper durch eine "filigrane Vorhangfassade in Form eines "Silberwurzelgeflechts die Schwere nehmen".


    Wenn in so einem sensiblen Altstadtbereich solch ein Baukörper genehmigungsfähig ist, dann kann getrost der Umgebungsschutz §2 Abs. 3 Nr. 1 aus dem Sächsischen Denkmalschutzgesetz ersatzlos gestrichen werden. Für was soll er dann überhaupt noch gelten?

    Hallo Rastrelli,
    der Verkauf von Museumsgut in kleineren Museen aus den Depots findet schon heute statt, auch für Rekonstruktionsvorhaben. Dies wird man natürlich nicht bestätigt bekommen aber mir sind derartige Fälle zu Ohren gekommen. Es ist gelinde gesagt ein Unding, wenn Privatpersonen historische Gegenstände in ein Museum bringen, in der Hoffnung, dort seien sie gut (für immer) aufgehoben und dann verschwindet es über verschiedene Wege wieder in Privatbesitz. Das Militärhistorische Museum in DD soll nach der Wende auch großzügig Dinge veräußert haben. Und bei der angeblich verschimmelten Stralsunder Gymnasialbibliothek ging man ähnlich vor.
    Und nicht zu vergessen die Einführung der Doppik in Städten und Gemeinden. Wenn da Museumsgut ins Anlagevermögen eingerechnet wird, hat bei der Insolvenz einer Gemeinde der Insolvenzverwalter Zugriff auf dieses ?


    Beste Grüße
    Freibuerger

    Als Schüler habe ich in der Mitte der 80er Jahre im damaligen Cotta-Club von Freiberg (Kulturbund als Sammelbecken vieler geschichtsinteressierter Bürger) eine Vortrag eines Mit- Verantwortlichen des Wiederaufbaus des Dresdner Schlosses (den Namen habe ich leider vergessen) einen beeindruckenden Vortrag gehört. Nun ist die damalige Vision endlich da !!!

    Hier wird ein bekanntes Problem angesprochen. Wenn ein Privatinvestor in Altstädten baut, muß sich dieser berechtigterweise an die Gestaltungssatzung des jeweiligen Ortes halten. Baut die "Öffentliche Hand" werden ständig Ausnahmen zugelassen. Nicht selten werden mit Hilfe von Parteifreunden in Ausschuß- und Stadtratssitzungen diese Ausnahmen beschlossen (so gescheben beim Abriß des Winterquarties Friedrichs des Großen im Siebenjährigen Krieg zugunsten eines innerstädtischen Parkhauses in Freiberg/Sa., 11 Abweichungen von der städt. Gestaltungssatzung). Kollidieren diese Ausnahmen dann mit der "Unteren Denkmalschutzbehörde", die Städte als Bauherren sind ja oft deren Vorgesetzte (schwierig genug), gelangt das Verfahren an die "Höhere Denkmalschutzbehörde". Und dann wird es Ernst, entweder diese stimmt dem Bauvorhaben auf Druck parteipolitischer Einflußnahmen sofort zu oder im Falle einer Ablehnung kommt es zu einem Dissenzverfahren. Dann gelangt der Fall zum jeweiligen Regierungspräsidium. Dessen Entscheidung ist auch nicht frei von Einflußnhamen (so geschehen beim Entkernen des Freiberger Schlosses Freudenstein, heute "Terra Mineralia"). Und sehr oft hat das "Denkmal" verloren.

    Gestern erschien in der Freien Presse ein Artikel über die gescheiterte Wiedereinführung des alten Freiberger Stadtwappens von 1227 als Logo der Stadt, dem ältesten in der ehemaligen Mark Meißen, mit den wichtigsten Begründungen des Stadtrates. Neben dem "Totschlagargument" Finanzierung findet man eine weitere bemerkenswerte Begründung eines Stadtrates. Eigentlich sollte man nicht reagieren aber so qualtitätvoll stimmen heutige Entscheidungsträger einer Stadt ab.


    https://www.freiepresse.de/mit…abblitzen-artikel10508094

    Bis vor Kurzem wußte ich nicht, daß im erzgebirgischen Annaberg ein schönes Gewölbe existiert. Es befindet sich im Hotel "Wilder Mann". Das Haus gehörte zu Beginn des 16. Jahrhunderts dem Münzmeister Albrecht von Schreibersdorf. Er prägte u.a. die berühmten "Schreckenberger"


    Siehe Bild 2 von 38 in Galerie


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    Hallo,
    es gibt immer mehr interne Details zu dem geplanten Neubau am Museum. Bei facebook findet sich (wie schon früher) eine interessante Seite mit Kommentaren. Selbst der in Sachsen sehr bekannte Historiker Prof. Dr. Heinrich Magirius hatte sich schon 2017 geäußert. Da die Seite "heimliche Mitleser" hat, auch von Seiten der beauftragten Architektenschaft, bitte rege weitere Kommentare schreiben.
    VG
    Freibuerger



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    Noch ein kleiner Nachtrag.
    Der geplante Bauplatz zwischen den Domherrenhäusern war bis ca. 1800 nicht bebaut. Dies belegen auch derzeitige archäologische Ausgrabungen. Der dann errichtete Zwischenbau wurde beim Umbau des Museums 1900- 1902 abgerissen, um die alten Sichtbeziehungen wieder herzustellen. Die Leitung des Umbaus hatte der bekannte Leipziger Architekt Arwed Roßbach.
    Als vor Jahren der neue Eingangsbereich geplant wurde (von einem anderem Freiberger Architekten), sollte das als Depot genutzte Domherrenhaus in die Moseumskonzeption einbezogen werden. Schön wäre gewesen, ein Schaudepot, Sonderausstellungsfläche zu den beiden in Freiberg geborenen Kurfürsten Moritz und August, Verwaltungsäume in historischem Ambiente. Der "Zwischenbau" wäre bis zum Wendelstein eingeschössig geblieben, dahinter zweigeschossig. Da hinter dem Gebäude sich ein geigneter Hinterhof befindet, wäre der Platz ausreichend gewesen. Aus einer hinten gelegene Cafeteria wären Sichtbeziehungen zum Dom St. Marien und die Giebel der Domherrenhäuser möglich gewesen.
    Da die derzeitige Stadtrverwaltung kompromißlos und ohne Nutzung von externen Fachwissen, die beiden Bürgermeister wissen alles besser, die beiden in der Nachbarschaft stehenden Domherrenhäuser an die SWG verkaufen will, enstand das nun vorhandene Dilemma. 2020 möchte Freiberg die Sächs. Landesausstellung ausrichten. Also ist wieder einmal keine Zeit für sinnvolle Planungen.
    Falls möglich, bitte helfen und zahlreich Protestbriefe verfassen.