Posts by Touranoglou

    Rastrelli, mit deiner Argumentation kann man genauso gut auf die Kuppel des Schlosses verzichten. Es wurde auch erst 1853 (also im 19. Jahrhundert wie die Uhrentürmchen) nach dem Eosanderportal unter Stüler und Albert Dietrich Schadow vollendet. Gleichwohl stört es ja die jetzige Geradlinigkeit des Daches als Solitärbau vor dem Dachrestaurant.



    Quelle: deu.archinform.net

    Da das Thema wegen des aktuell gebauten Dachrestaurants endgültig ad acta gelegt werden könnte, würde ich die Diskussion von der Kunsthistorie lieber hierher verlagern:


    Die Nebenkuppeln waren in ein harmonisches Raster der Westfassade
    integriert und sind zum Ausgleich der gesamten Fassade mit der Kuppel
    nicht ganz ohne Bedeutung. Die jetzige Fassung ohne die Nebenkuppeln ist
    leider eine stark amputierte Version der Westfassade. Das Dach wurde
    eben erst mit Kupfer überzogen und ist dabei, seine Patina zu erhalten,
    was doch eine kurz- und mittelfristige Wiedererrichtung der Kuppeln
    ausschließen könnte.


    Aber das Wichtigste: Der Wille zur Rekonstruktion der Schlosskuppeln fehlt leider.



    Bildquelle: SchortschiBähr

    Peter Kulka hatte ja moderne neue Attikafiguren auf dem Stadtschloss vorgeschlagen, welche "die Demokratie" symbolisieren sollen. Was ist aus diesen Plänen geworden, und was geschieht mit den originalen Attikafiguren des Schlosses, die sich jetzt auf der Humboldt-Universität befinden?

    Das ist interessant. Auch an einer Figur über dem Erker ist das Grau erkennbar. Das Überdenken hat übrigens bereits stattgefunden. Vor zwei Jahren war geplant worden, das Haus Nürnberg rechts vom Glauburger Hof, die beiden ein Ensemble gebildet hatten, farblich an das linke Gebäude anzupassen. Es soll später alles Grau werden.


    Ich hatte den Link mal gepostet, aber er ist in den Streitereien untergegangen.




    Hier nun der Durchgang von der Braubachstraße aus. Über dem Fenster des ersten Stocks ist übrigens erkennbar, dass dort die Farbgebung abgenommen wurde - gerade über Letztere unterhielten sich zwei Herren während meines Fotos, möglicherweise wird die Farbgebung, die offenbar aus den späten 80ern stammt, überdacht.

    Um mal zurück zum Thema zu kommen...

    Zur Schlosskuppel - sie war natürlich auch eine Kompensation dafür, dass FW IV die Erweiterung des Doms, die ja recht gigantisch hätte werden sollen, nicht realisieren konnte.

    Die jetzige Fassung ohne die Nebenkuppeln ist leider eine stark amputierte Version der Westfassade.
    Meiner Meinung nach hätte man das später überraschend hinzugekommene Geld für das Eck-Rondell an der Südfassade besser in die Rekonstruktion der zwei Seitenkuppeln investiert, da die Ostfassade mit dem Rondell überhaupt nicht harmoniert. Selbst viele Anhänger der Moderne und Gegner der Rekonstruktion kritisieren diese Eck-Konstellation einfach als unpassend und hässlich, wenn man mal durch die Zeitungen blättert.
    Das Dach wurde eben erst mit Kupfer überzogen und ist dabei, seine Patina zu erhalten, was eine kurz- und mittelfristige der Kuppeln ausschließt.
    Aber das Wichtigste: Der Wille zur Rekonstruktion der Schlosskuppeln fehlt.

    Meine Damen und Herren, ich möchte bei gleichzeitiger Zustimmung mäßigend auf uhugreg einreden.


    Jedoch müsste man nachdrücklich hinzufügen, dass er beim letzten Punkt Recht hat.


    Nicht einmal die hochgelobte Westfassade ist vollständig wiederhergestellt. Zwei Kuppeln fehlen, und das scheint leider keinen zu interessieren. Eine Kuppel ist aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, die andere Kuppel wurde unter dem großen Kaiser Wilhelm II. Ende des 19. Jahrhunderts aus Symmetriegründen mit angefügt.


    Im Endeffekt ist die Fassade des Schlosses eine freie, "kritische" Interpretation mit einer hoch-modernistischen Ostseite und einem Dachcafé. Damit müssen wir uns leider erstmal abfinden. Mich stört weniger, dass die Ostseite modern ist, als dass sie überhaupt nicht zum Rest des Schlosses passt.


    Aber hoffentlich kommen für den Rest auch noch die Spender zusammen!

    Die Luft in Berlin ist heute so klar, dass man Entfernungen nicht abschätzen kann.
    Und siehe da: Das Schloss hat ein Uhrentürmchen wieder! smile:)



    Zwei Uhrentürmchen stellten die beiden Nebenkuppeln über der Westfassade. Der fehlende Wille und das fehlende Geld machen diese Vervollständigung leider unmöglich.


    Die Hauptkuppel steht jetzt so ziemlich alleine da, dabei waren diese Kuppeln genauso ein Bestandteil wie die Hauptkuppel selbst. Es ist für mich nicht erklärlich, warum diese zwei einfach weggelassen wurden.


    Auch kann man sie wegen des Flachdach-Cafés hinter der Kuppel nur schwer verwirklichen. Die Sicht von der Dachterrasse würde ja auch verbaut/versperrt durch die Kuppelchen.


    Aber die historische Authentizität ist gerade in diesem Fall doch wertvoller und wichtiger als der freie Blick beim Kaffee-Trinken?

    Für alle, die an der Vervollständigung der Westfassade interessiert sind: Die zwei flankierenden Seitenkuppelchen sind leider wohl weiterhin Wunschträume, aber das Kreuz der großen Kuppel ist seit Langem durchfinanziert, und zwar durch eine Spende der Witwe des Gründers des Otto-Versandes von einer Millionen Euro.

    Gibt es schon aktuelle Entwicklungen bezüglich der Realisierung und der Entwürfe? Baustart soll Ende des Jahres sein. Das Mercator-Haus erhält einen modernistischen Glas-Anbau.
    Allerdings wirkt die Seite wie ein Immobilienvermittler.

    Eine kleine Aktualisierung für Leute, die noch Hoffnung haben und sich für Leitbauten oder Rekonstruktionen einsetzten wollen. - in der Berliner Zeitung


    Anstelle von ortstypischer Bebauung oder auch nur kleinteiliger Häuserparzellierung sollen im "Neuen Quartier" des Molkenmarktes wohl Plattenbauten "im Billig-hässlich-monoton-Stil" durch zwei städtische Wohnungsbaugenossenschaften kommen. Das wäre eine vertane historische Chance...


    Vielleicht kann man ähnlich Druck ausüben wie in Potsdam beim Staudenhof oder in Frankfurt-Altstadt? Immerhin ist Berlin die Haupt- und größte Stadt.