Posts by Touranoglou

    Es sieht sehr schön aus, und die Entwicklung erfreut mich sehr. Danke für die Ansichtsfotos aus der Kirche heraus!

    Man merkt hier jedoch, dass es keine große Rekonstruktion ist, und es sieht zugegebenermaßen auch mehr nach Kleinstadt als nach Altstadt aus.

    In diesem Stil bzw. Stilen werden oft moderne Einfamilienhäuser in den Speckgürteln der Großstädte gebaut (wenn man mal die Häuser mit den Klinkerfassaden und den Treppengiebeln herausnimmt).

    Die für das Gründungsviertel eigens abgerissene Hanse-Schule aus der Nachkriegszeit hatte sich bereits mit ihrer Backsteinfassade, ihrem Bullauge und ihrem Giebeldach an das ursprüngliche Gründungsviertel angelehnt. Insgesamt ist es also kein großer architektonischer Sprung.

    Zwei kürzlich fertig gestellte Bauten am Ortseingang, leider nicht besonders "einladend". Historische Altbauten hatte der Bereich hier zwar nicht, war aber doch relativ einheitlich kleinstädtisch mit Giebeln und Ziegel-Dächern. Der ganze Straßenzug nach rechts hatte diese Gestaltung. Diese zwei Neubauten am Ortseingang machen jetzt den "Bruch". Nur farblich fügen sie sich leicht ein.

    Warum nicht? Ist doch besser als das übliche sterile weiß. Und nein, es sind weder Kaulquappen noch Himbeeren, sondern Blüten, wenn ihr genau hinsieht. Sie sehen alle exakt gleich aus, was darauf hindeutet, dass sie per (Computer-)Ausdruck erstellt wurden und ein Punkt ist, der mir nicht gefällt.

    Einige Bauten an der Dietersheimer Straße wurden auch abgerissen, etwa das Haus gegenüber, wo in alter Schrift "Kolonialwaren" drauf stand. Dort entsteht jetzt etwas Neues. Insgesamt ist die Straße als einzige (fast) nur mit traditionellen Schrägdächern ausgestattet.

    Man sollte auch beachten, dass abseits der heutigen, ziemlich billigen ("Disneyland"-)Kopien im 19. Jahrhundert auch in China (wie auch in Japan oder im Osmanischen Reich) ein historistischer Baustil präsent war, der europäische klassische Stilelemente eklektizistisch mit gewissen inländischen Elementen vereinigte.

    Dies trifft nicht nur auf die im ganzen Land verteilten Kolonialbauten oder Kirchengebäude aus dem 19. und 20. Jahrhundert zu, in Schanghai etwa lassen sich vielerorts noch ganze solcher historistisch-klassische Straßenzüge finden.

    Interessant und Hoffnung gebend ist, dass diese beiden letzteren Rekonstruktionen im serbischen Landesteil gebaut werden, wo ja die genozidalen Massaker an der bosniakischen Bevölkerung stattfanden. Beide sind Totalrekonstruktionen, und es sind nicht alle.

    Derzeit wird noch die Arnaudija Dzamija ("Moschee des Albanertums") in der bosnisch-serbischen Hauptstadt Banja Luka rekonstruiert. Allerdings ist auch sie nicht vor Vandalismus verschont.

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    Das Bild ist schon drei Jahre alt, aber "witzig" ist die Verwendung des Hakenkreuzes, weil die Nazis gerade gegenüber Serben eine rassenideologische Verachtung ausübten.

    Auch war Odessa war ein Zentrum des Judentums in der ganzen Sowjetunion, was sich durch die schönen historistischen Synagogen und viele Hebraismen im Odessiter Russisch bemerkbar macht.


    Sewastopol ist übrigens mittlerweile eher monokulturell, vor allem seit der Annexion durch Russland 2014 ein Großteil der ethnischen Ukrainer vertrieben wurde (Vergleich Volkszählung 2001. In noch extremerer Form geschah dies im Donbass. Hunderttausende ukrainische Donbass-Bewohner leben schon seit Mitte der 2010er Jahre in Polen).

    Deine Theorie ist schon deshalb falsch, weil z. B. ich, der den Abriss ablehnt, einen translozierten Wiederaufbau unterstützen würde (solange es nicht im Hessenpark ist, weil dann wird der Disneyland-Vorwurf bestätigt).

    Was ich meine ist, dass es in der Altstadt hässlichere Nachkriegsgebäude gibt, die man abreißen oder aufmotzen könnte. Hier sehe ich die "Kornmarkt Arkaden" um den Bundesrechnungshof auch als vertane Chance.

    Da Deutschland mittlerweile ein Zufluchtsort für viele Juden aus dem postsowjetischen Raum ist und etwa aus der Ukraine viele aus der verbliebenen jüdischen Gemeinde aufgrund des derzeitigen Krieges auswandern, dürfte die Frage nach einem Wiederaufbau der Synagoge irgendwann auch ins Tageslicht rücken.

    Leider ist medial seit dem letzten Beitrag hier keine neue Information über den Entwicklungsstand hinzugekommen. Weiß jemand "Eingeweihtes", ob die Rekonstruktion noch realisiert werden kann? Es wäre architektonisch eine massive Aufwertung innerhalb Hamburgs.

    (Um mal wieder zum Thema zurück zu kommen:) Ich persönlich hätte auch beide Gebäude in original zurück, aber es ist meines Erachtens ein falscher Fokus und viel Energie, die man in der Frankfurter Altstadt woanders investieren kann.

    Die heutigen Bauten habe immerhin ihre originale Kubatur, eine regionaltypische Schiefer-Bedachung sowie eine gewisse architektonische Gestaltung - wenn auch eine, die sich an die Nachkriegsmoderne anlehnt (diese Betonfassaden-Anordnung findet man 1 zu 1 in den wiederaufgebauten Teilen der Münchner Altstadt).

    Zudem hatte man damals nicht mehr abgerissen, als man musste, sodass ja die Erdgeschosse (neben den Spolien) noch erhalten sind. Der Anblick ist etwas ungewöhnlich, aber kein so extremer Kontrast und durchaus ein altstadtwürdiger Hingucker.

    Ich sehe die beiden Häuser auch im Kontext der erstaunlichen Wiederaufbauleistungen nach dem Zweiten Weltkrieg, weshalb sie meines Erachtens schützenswert sind (auch wenn die Originale passender und ästhetischer sind). Man sollte eigentlich froh sein, dass an deren Stelle keine Garage oder ein Hochhaus (wie das Technische Rathaus) gekommen ist.

    Die Parzellierung gefällt sehr gut, allerdings sind auf der Seite des Architekturbüros von Bernd Albers fast alle realisierten Entwürfe Flachdach-Bauten - wenn auch schon Moderne und Urbanismus unter einen Hut zu bringen versucht wird. Ich befürchte allerdings, dass die Häuser am Molkenmarkt am Ende fast genauso aussehen könnten, wie auf den Miniaturmodellen der beiden Sieger des Wettbewerbs.


    Wenn wir auf die Kubatur achten würden und zumindest Schrägdächer kommen, wäre die halbe Miete bei der Bebauung schon getan. Der Ort sollte gerade wegen seiner Bedeutung kein architektonischer Experimentierkasten wie am Potsdamer Platz werden. Auch war ja die Vorgabe, dass die archäologischen Ausgrabungen integriert werden! Wie sieht es dann mit dem Stand zum Leitbauten-Konzept aus, das idealer wäre?

    Ostwestfale Mich persönlich überzeugen die Bilder leider genauso wenig wie wohl die meisten anderen Forenteilnehmer. Man sieht schon auf den bei Nacht geschossenen Fotos die ersten Verschmutzungen, die vom Ostfassaden-Flachdach aus kommen. Das ist ein Problem bei gestaltungsarmen Bauten der Moderne. Die Verschmutzung sticht bei oft nackten Betonfassaden viel stärker hervor als bei den Bauten von früher, die z. B. durch Patina sogar was dazugewinnen können.

    Die Ostfassade wäre für mich eigentlich nicht schlimm - sie steht nur am falschen Standpunkt, nämlich in Berlin-Mitte - wo eigentlich für Touristen interessante, repräsentative Bauten der lokalen Berliner Identität stehen sollten, aber stattdessen sehr viel austauschbares Modernistisches steht, wie das von Touristenführern oft als "Waschmaschine" oder "Elefantenklo" bezeichnete Kanzleramt usw usf.

    Das einzig Positive ist, dass die Ostfassade sich an die umliegenden Gebäude um das Marx-Engels-Forum anpasst.

    Meister Lampe Das ist ein sehr guter Punkt. Das Problem ist, dass die Frage nach der Nutzung des Gebäudes und damit nach dem Sinn des Wiederaufbaus (oder eines "Humboldt Forums") vor und während des Baubeginns gestellt wurde. Hier war der Kolonialismus noch kein Thema, es ging hauptsächlich darum, warum man eine große (ehem.) Residenz ohne klares Nutzungskonzept aufbaut.

    Man hat sich sich dazu entschieden, wie damals nach der Vertreibung der Hohenzollern in der Weimarer Republik, es als Museumsräume zu nutzen. Es wurde dann so spezifiziert, dass hauptsächlich die Ausstellungsstücke aus den außereuropäischen Sammlungen einziehen werden.

    Nun ist es aber tatsächlich ein Kuriosum, dass man die teilweise "Raubkunst" deklarierten Stücke ausgerechnet in einem rekonstruierten Gebäude ausstellt, wo diejenigen Herrscher gehaust hatten, die während der deutschen Kolonialzeit regierten. Schade, dass die Leute vom Humboldt Forum nicht daran gedacht hatten. Ich persönlich fand die Idee mit dem Einzug aus den Asiatischen Museen etc. auch nicht gut. Man könnte es auch als Sieg des Kosmopolitischen oder Kompromiss der heutigen Zeit sehen, dass jetzt "die Welt zu Gast bei Freunden" ist. Es wird aber immer mehr als neues "Gebäude der Raubkunst" interpretiert - wie kürzlich im neuesten Artikel der National Geographic.

    Diese Art der Nutzung torpediert jetzt so auch einen originalgetreuen Wiederaufbau ("warum müssen außereuropäische Sammlungen unter einem Kreuz stehen?" etc.) und wahrscheinlich später dann die Rekonstruktion der Räume , wenn die Medien noch Futter finden, um Stimmung gegen das Gebäude zu machen. Ich persönlich war immer für einen komplett originalgetreuen Wiederaufbau sogar einschließlich einer rekonstruierten Schlosskapelle. Der Kompromiss, dass es auch im Schlüterhof eine "Ostfassade" im Westen gibt, die Nebenkuppeln wegfallen und stattdessen ein Dach-Café im Stil der Ostfassade kommt, gefällt mir immer noch nicht. Das Gebäude war nun mal das Herz Berlins.

    Es sollte uns nur um das Erscheinungsbild gehen, nicht um die Art der Nutzung, und wir sollten von diesem Standpunkt aus argumentieren.