Posts by Lubitsch

    Für Ulm ist es übrigens hilfreich, sich diese Broschüre anzusehen (war glaube ich schon vor 9 Jahren mal verlinkt): https://www.ulm.de/-/media/ulm…tkonzept_2020_-teil-1.pdf . Auf Seite 24/25 ist dort ein Denkmalverzeichnis als Karte zu sehen, das sehr hilfreich für eigene Touren ist. Auch wenn der Unterschied zwischen blauen (besondere Bedeutung) und roten ("einfache" Kulturdenkmale) Punkten wenig Sinn macht - sollte das Ulmer Münster nicht eher blau sein :schockiert:? Man kann sich die Karte mit PDF Image Extraction Wizard leicht als eine File rausziehen. Da Baden-Württemberg aus irgendwelchen Datenschutzgründen als einziges Land nicht einmal Denkmallisten publiziert, abgesehen von einem Batzen von Ortsanalysen und Werteplänen sowie einer winzigen Handvoll gedruckter Denkmaltopographien, ist das schon hilfreich.


    So sieht man klar die zerstörten und die erhaltenen Zonen - und ich misstraue irgendwie auch der 80%igen Zerstörung der Innenstadt. Wenn man die Zerstörungszone westlich des Münsterplatzes rausnimmt, sind es östlich davon etwa 50/50. Und mit dem Westen dazu eher 60-70% Zerstörung, oder?

    Wenn es Dir um die aktuellen Vorhaben in der Dresdner Altstadt / Neumarkt-Bereich gehen sollte, dann sind derzeit noch die Quartiere III-2 (also der östliche Teilbereich des Quartiers III) und VII-2 im Bau.

    Karte: https://de.wikipedia.org/wiki/…/Datei:Neumarkt_Karte.png


    Außerdem soll noch in den nächsten Jahren auf der gegenüber liegenden Neustadt-Seite das Narrenhäusel gebaut werden.

    Mir ging es um das touristisch-klassische. Ich weiß, dass auch die Gewehrgalerie im Langen Gang im Herbst öffnen soll. Noch etwas?

    Ich hätte mal eine ganz schlichte und allgemeine Frage: was wird denn in Dresden noch alles gebaut und neu eingerichtet? Was würde man, wenn man jetzt hinfährt, noch nicht bzw. nicht fertig sehen?

    Wenn man sich die Ergebnisse des Bürgerdialogs ansieht, muß man aber feststellen, daß die Sache gelaufen ist. Die breite Masse hat sich wieder einmal für die Mittelmäßigkeit ausgesprochen. "Drei Geschosse, wie in der ursprünglichen Planung vorgesehen, scheiden als Option aus. Für zwei Geschosse mit einem geneigten Dach plädierte eine verschwindend kleine Minderheit", so heißt es im Abschlußbericht. Wenn dort noch die romanisch-gotische Kirche stünde, könnte ich das ja verstehen, aber bei dieser Nachkriegsfassade... huh:) Na ja, immerhin ist das 79er-Haus am Markt weg.

    Also bei der Bürgerversammlung hat sich nur noch bekräftigt, was Citoyen schrieb: https://www.echo-online.de/lok…-kein-weg-vorbei_20918813


    "Bei der Bürgerversammlung zum „Marktplatz der Zukunft“ am Mittwoch im Kolpinghaus zeigte sich jedenfalls einmal mehr ein differenziertes Meinungsbild mit dem maximalen Schorschblick als einendes Element. Die freie Sicht auf das Gotteshaus ist gesetzt – vom Standort an der Hauptstraße aus. Damit sich die Fachleute darunter etwas vorstellen können, hat das Baudezernat eine entsprechende Formulierung gewählt: Gefordert wird die „komplette Sichtbarkeit der Fassade mit mindestens zwei Drittel der Torbögen“. Das entspreche dem, was man heute schon sehe, wenn man vor der Apotheke steht, erläuterte Erste Stadträtin Nicole Rauber-Jung."


    Ansonsten gibt es viele Diskussionen, was auf dem Marktplatz genau passieren soll und wie das finanziert wird - inklusive eines städtebaulichen Wettbewerbs. Nun ja ... wie Citoyen tue ich mich etwas schwer, da die Begeisterung für die Kirchenfassade nachzuvollziehen, man könnte meinen, die hätten die Front der Kathedrale von Chartres freigelegt. Aber zu einer irgendwie gearteten Rekonstruktion wird es jeenfalls sicher nicht kommen.

    Rastrelli, ich muss sagen, ich bin etwas verblüfft deinen Post hier im Reko-Forum zu lesen ?( . Stellplatz für Weihnachtsmarktbuden scheint mir ein originelles aber höchst zweifelhaftes Kriterium für Stadtplanung.
    Als ich dieses Jahr in Halle war, ist mir und meiner Begleitung sofort das Loch aufgefallen, dass das fehlende Rathaus reißt. Und außerdem sind die Gebäude an der Ostseite überwiegend schmucklos kahl, während Rathaus und Stadthaus zusammen ein schmuckes Ensemble bilden würden. Das ist echt eines der offensichtlichsten und naheliegendsten Rekoprojekte in ganz Deutschland.

    Nun, das Stadtpalais ist natürlich belanglos, aber ganz ehrlich: es liegt auch an einer völlig irrelevanten Stelle. Manchmal wird in dem Forum etwas viel Lärm um relativ wenig gemacht. Für die Parkhofstraße gilt nomen est omen und es handelt sich um einen Streifen relativ belangloser Wohnbebauung zwischen der Altstadt und dem Villenviertel. Wenn der Investor allerdings das angrenzende, isoliert stehende Fachwerkhaus saniert, wäre das viel wert. Bisher tut sich da allerdings nichts, der Artikel ist von März 2017 und Juli 2019 sah es noch so aus


    Zwei Nachrichten aus Bad Homburg


    Da ist zum einen das Schloss und die ewig in Sanierung befindliche Kaiserwohnung, die es mittlerweile wegen der Kostensteigerungen nicht wirklich zurecht in den Bericht vom Bund der Steuerzahler gebracht hat. Nun wird auch außen frisch gestrichen und es wird wohl Frühjahr 2021 werden: https://www.fr.de/rhein-main/h…ird-saniert-13140885.html


    Noch interessanter für uns ist das Kurhaus, mit dem der Thread auch begonnen wurde. Ebenfalls Frühjahr 2021 fällt die Entscheidung darüber, siehe hier: https://www.faz.net/aktuell/rh…iert-werden-16529612.html

    Nun, in sechs Tagen ist Bürgerversammlung https://www.bensheim.de/leben-…rktplatz-der-zukunft.html


    Heimdall hat natürlich auch recht, wenn er die Lücke rechts bemängelt. Dort ist, wie in meiner Galerie erwähnt, ein Parkhaus, das man wegen des Höhenunterschiedes dankbarerweise nicht sieht. Sonst wäre es noch schlimmer.
    Das Problem des Bensheimer Marktplatzes ist, dass er ziemlich tot ist. Die meisten Cafes finden sich eher in der Vorstadt ein paar Meter weiter über die Brücke. Mit der Lücke, die das abgerissene Haus lässt, wird der Platz noch größer und noch leerer. Die Stimmung in der Bevölkerung scheint aber sehr für den freien Blick auf die Kirche zu sein.
    Ich bin nicht unbedingt ein Fan eines unauffälligen klassizistischen Rathauses und würde eher die aufgepeppte Version von Metzendorf von 1905 bevorzugen https://upload.wikimedia.org/w…Bensheim_Rathaus_1905.jpg . Ich weiß nicht, ob es irgendwelche Zeichnungen gibt, die den Marktplatz VOR dem Bau des klassizistischen Rathauses zeigen. Vielleicht stand da eine niedliche Fachwerkzeile, die ein guter Kompromiss wäre.

    Insofern sind die Vorhaben eine Verbesserung. Das kannst Du aus Auswärtiger natürlich nicht so gut wissen. Gleichwohl gebe ich Dir Recht, dass auch ich mir eine architektonisch anspruchsvollere Umsetzung gewünscht hätte. Gerne mit Kuppeln, Säulen und Karyatiden. Aber, seien wir ehrlich, das ist mit der derzeitigen Architektenriege nicht drin.

    Ich stimme da ganz zu. Offenbach ist durchaus attraktiver als man denkt, aber der Marktplatz ist genau wegen dieser zwei Gebäude, die weg sollen, ein dystopischer Alptraum, an dem man aber mit der S-Bahn aussteigt, wenn man das Schloss und das Büsing Palais sehen will.
    Die Berliner Straße zerschneidet vor allem ab der Kaiserstraße brutal das Stadtgebiet Richtung Osten. Man hat da jetzt konsequent auf eine moderne Bebauung gesetzt. Das ist gesichts- und fantasielos, aber wenigstens homogen und unauffällig, während es jetzt geradezu verstörend wirkt.


    Wer Offenbach was Gutes tun will, sollte die Umgebung des Schlosses aufwerten und eine Verbindung zum Haus der Stadtgeschichte und Büsing Palais schaffen. Dann die Kaiserstraße als Magistrale soweit wie möglich reparieren, das Eckgebäude an der Geleitstraße ist z.B. schauderhaft, während der Gründerzeitler an der Frankfurter Straße seine originale dachgestaltung bräuchte.

    Einerseits stellt Auerbach die Mutterstadt Bensheim, von der man 1939 eingemeindet wurde, mit seinen beiden Sehenswürdigkeiten fast ein wenig in den Schatten, andererseits sieht sich den Ort selbst so gut wie niemand an. Und trotz 10000 Einwohnern ist das historisch in der Tat eher eine kleine Ansiedlung. Eine Kirche auf dem Hügel und darunter windet sich die Bachgasse als Altstadtkern. Interessanter sind die Villen der Jahrhundertwende, auch wenn man in Bensheim davon mehr zusammenhängend antrifft. Ein kurzes Porträt:


    Hier zuerst die Bergkirche auf Augenhöhe und von der Bachgasse aus




    in der Bachgasse findet man einige wohlgeformte Fachwerkhäuser wie Nummer 31/33



    eine wichtige Dominante ist das alte klassizistische Rat- und Schulhaus, Nummer 60



    interessant die Nummer 66 mit Schweifgiebel aber leider nicht im besten Zustand



    als Kuriosität sei auch Kappengasse 2 gezeigt




    die Villen findet man entlang der Darmstädter Straße, die sich von Bensheim her nordwärts zieht (beide Orte sind mittlerweile nahtlos miteinander verwachsen), Nummer 133 ist ein historistischer Metzendorf Bau an der südlichen Grenze des Ortes



    die schöne Nummer 247, ein typischeres späteres Werk von ihm kann man hingegen gut in einen Rundgang einbauen (die prächtige Nummer 233, ein Hauptwerk, ist leider gerade in Sanierung und eingerüstet)



    dazu muss man von der Alt"stadt" Richtung Burgstraße vielleicht mit einem Schlenker über die Martinstraße an der Jahnstraße vorbei gehen, dort findet man einige nette Villen wie Burgstraße 7 und 14



    Ich bezweifle, dass allzu viele Leute sich nach der Burgruine und Fürstenlager noch mit Auerbach selbst aufhalten, Bensheim bietet einfach Ähnliches in größerem Umfang, aber wer aus der Region ist, mag vielleicht einen Blick werfen.

    Nun, das Haus am Markt ist weg, die Stelle von Bauzäunen eingerahmt und alle sind sich nicht sicher, wie es weiter gehen soll, denn es gab Bürgerproteste gegen den Abriß und nun gegen einen Neubau. Es ist auch nicht überraschend, dass nicht wenige - inklusive des neubauwilligen Bürgermeisters - finden, dass der freie Blick auf die Kirche durchaus einiges für sich hat. Ungeachtet unseres Enthusiamus für Rekonstruktionen ist das durchaus eine verständliche Reaktion.


    Die Artikel zum Thema sind leider ziemlich durchgehend hinter Paywalls verborgen.


    https://www.faz.net/aktuell/rh…egen-neubau-16367198.html


    https://www.morgenweb.de/bergs…tplatz-_arid,1494182.html


    aber hier findet sich was dazu


    https://www.kus-genuss.de/aktu…fnet-richter-die-augen-1/

    Also für Hessen gelten folgende Zerstörungsgrade im Krieg, wobei man natürlich immer bedenken sollte, dass einiges auch nach dem Krieg rasiert wurde. Aber zur Orientierung:


    Hanau 65%
    Rüdesheim 63%
    Kassel 60%
    Griesheim 55%
    Gießen 53%
    Darmstadt 46%
    Haiger 44%
    Rüsselsheim 33%
    Frankfurt 32%
    Babenhausen 30% (sehr wahrscheinlich zu hoch)
    Offenbach etwa 25%
    Wetzlar 25% (sehr wahrscheinlich zu hoch)
    Neu-Isenburg 20%
    Wiesbaden 18,5%
    Fulda 17%
    Limburg 16%
    Raunheim 16%
    Viernheim unter 10%
    Marburg 7%


    Was die Altstädte betrifft (und damit meine ich durchaus alles vor den Erweiterungen der Gründerzeit ab 1870), so wurden die von Hanau, Darmstadt und Kassel fast bis aufs letzte Haus ausgelöscht, Frankfurt und Gießen sehr weitgehend, jede Rekonstruktion dort ist eine Insel.
    Bei den anderen Orten ist der Altstadtkern entweder von moderaterem Interesse gewesen oder die Schäden betreffen entweder einzelne Gebäude oder Platzensembles aber die Altstadt selbst ist noch vorhanden. In Fulda ist es z.B. der Gemüsemarkt, in Wiesbaden das Quellviertel, in Marburg die Gründerzeitler um den Bahnhof.


    Die Wünsche aus dem TOP 5 Thread zielen auf Frankfurt ab mit Salzhaus und Langer Franz bzw. gesamte Westzeile, Haus Fürsteneck, Inneres der Paulskirche, Bahnhofsplatz, Schauspielhaus und generell mehr Altstadt, Rohne hat noch eine längere Liste Rekowünsche - Eure Top 5 , er nennt als einzigen Ort außerhalb Frankfurts das Bad Homburger Kurhaus.


    Ich kenne mich in Hessen je besser aus, je südlicher es geht. Ich werde mal demnächst Südhessen bearbeiten mit Darmstadt als Zentrum.
    Fuldataler, wenn du Kassel mit Bilderlinks machen könntest, wäre das fein. Wer ist hier eigentlich der Experte für Frankfurt?

    Kann sich beim nächsten Mal in Marburg ja villeicht mal treffen.

    Und ich bin aus Südhessen :) .


    @Mantikor Die Links habe ich gesehen und das ist gewiß ein guter Anfang, aber mir schwebt eine gründliche Datenbank vor. Etwas, worauf die Ortsvereine zurückgreifen können bzw. selbst mit dazu beitragen. So dass man sich bei jeder sich ergebenden Gelegenheit einschalten und Lärm machen kann.
    Und bei solchen Umfragen nach den persönlichen Favoriten kommen meistens die bekannten großen Sachen zusammen, die viele von uns kennen. Aber manchmal fehlen kleinere aber trotzdem das Bild prägende Gebäude oder es handelt sich um ärgerliche Vereinfachungen, die das Bild ruinieren.

    Wir sollten das nach Bundesländern aufteilen, mit Bildern ausstatten und auch checken, wie realistisch das ist, also z.B. ob da heute was steht. Am besten sind natürlich originale Freiflächen wie es bei der Alten Waage in Braunschweig der Fall war oder jetzt beim Rathaus in Halle ist.


    Ich check das vielleicht mal für Hessen durch. In Wiesbaden natürlich die Rathausfront und der Platz, wo das Lyceum https://webedition.noack-immob…sch/altstadt/docs/210.php stand ist auch eine unnütze Freifläche: https://www.fr.de/rhein-main/w…-schoenheit-11394442.html

    johan v2: Du hast vollkommen recht mit Deiner Beobachtung in Bezug auf die Innenstadt: Hamburg ist in dieser Hinsicht eine absolute Anomalie in Deutschland. Es gibt sogar eine Karte, in der die Zerstörungsgrade der Innenstädte und der Gesamtstadt getrennt angezeigt werden (also weitergehend als die üblichen über eine simple Googlesuche zu findenden; entsprechend finde ich eine solche auch gerade nicht) - und diese zeigen genau das, was Du sagst: Hamburg ist eine der wenigen (und unter den großen die einzige) deutschen Städte, deren Zerstörungsgrad der Innenstadt unter dem der Gesamtstadt lag


    So schwer eigentlich nicht zu finden: http://archiv.nationalatlas.de…df/Band5_88-91_archiv.pdf

    Untere Fulder Gasse 28 und 30 (nur das linke Haus auf dem zweiten Bild)





    Soweit dazu. Allerdings gibt es nicht wenige Häuser mit mittlerem Sanierungsbedarf, die auch nicht ganz frisch wirken:


    Am Kreuz 5



    Amthof 15



    Enggasse 2/4



    Hersfelder Straße 1 (inklusive meinem Finger)



    Markt 7 (Hochzeitshaus)



    Metzgergasse 17



    Untere Fulder Gasse 36 38



    und ich könnte in dieser Kategorie noch ein paar Beispiele ergänzen.