Posts by Reik

    Wolf Weitbrecht , zwar in Stuttgart geboren, war aber um 1960 Volksvertreter im Bezirkstag Dresden . Wir können also davon ausgehen, dass Weitbrecht die barocke Pracht der Landeshauptstadt Dresden verinnerlicht hatte. Ende der 1960er Jahre beschreibt er einen Spaziergang von der Votivkirche, den Ring entlang zur Hofburg so:


    Quote

    Der Himmel war klar und hellblau, leicht strich der Wind durch die Parks und Straßen, die großen alten Kastanien am Rande der Orangerie setzen zartgelbe Farben in den Blattspitzen an...Irgendwie hat dieses Wien etwas Großzügiges...wenn auch die Bauten aus den Zeiten Franz Josephs, einzeln und für sich genommen, nichts anderes als scheußlich waren. Mit ringelschwänzigen Drachen auf den Dächern, mit angeklebten griechischen Säulen, mit schnurbärtigen Rittern und balkontragenden Jungfrauen in wallenden Steingewändern waren sie Talmi, verglichen mit dem echten Wiener Barock, von Maria Theresias Schönbrunn ganz zu schweigen.


    Aber all die Scheußlichkeiten waren so wunderbar leicht und locker in das Grün der Parkanlagen gestellt; nie gaben die alten Buchen, Kastanien und Fliederbüsche den vollen Blick auf die Prunkbauten frei -so kam die verblüffende Wirkung von Noblesse und spätfeudaler Größe zustande...Bedankt euch bei euren prächtigen Bäumen...

    ..., die die Historismusbauten glücklicherweise verdecken.

    In diesem Zusammenhang wird auch geprüft die Leipziger Stätten von `89 als Unesco -Weltkulturerbe aufnehmen zu lassen - immerhin war das friedliche Herbeiführen einer Demokratie in der Weltgeschichte ein einzigartiger Vorgang:

    Wobei Plauen die Stadt war, von der die Initialzündung der "friedlichen Revolution" ausging. In Plauen erinnert das Wendedenkmal daran, dass dort die "Wende" begann. In Plauen fand die erste Großdemonstration in der DDR statt, die von den Sicherheitskräften nicht mehr aufgelöst werden konnte. Und Plauen soll den UNESCO-Weltkulturerbestatus erhalten, meint die sächsische CDU. Leipzig hängt sich wieder nur dran.

    Beschreibungen vom Leben in der Vorzeit von Zeitzeugen zu lesen, die alles hautnah erlebt haben, sind immer wieder sehr interessant.


    Leider hat Onkel Henry seinen letzten Beitrag zum Thema Autokauf auf Pump wieder gelöscht...


    (Das alles irgendwann mal bezahlt werden muß mit Zinsen und die Einkünfte auch gesichert sein sollten...ja, daran hatte man wohl nicht gedacht.)



    Die Autoverkäufer West und ein paar Autokäufer Ost fanden sich dann später mit dem gleichen Problem konfrontiert: Sie waren traurigen Besitzer von SCHROTTIMMOBILIEN.


    Aber es gibt auch gute Nachrichten: Gewinner war unsere Landeshauptstadt DRESDEN. Hier wurde alles richtig gemacht.

    Erschreckend, wenn man sich Dresden per Google Street View ansieht. Südvorstadt, Friedrichstadt, Johannstadt. Viele breite Straßen, lauter Wiesen und hier und da ein Plattenbau. Eine Anti-Stadt. Gibt es einen Masterplan für diese Viertel?

    Passend dazu gibt es auch HIER einen Artikel zur Dresdner Stadtentwicklung. Seit 1990 sind 500 Millionen Euro in die Stadtentwicklung Dresdens investiert worden. In den nächsten Jahren ist damit zu rechnen, dass wirklich viele weitere Millionen Euro Fördermittel nach Dresden fließen werden.


    Ein wenig Denkmal Sonder-Afa wäre damals auch schon gut gewesen....

    Genau.


    Wir Dresdner lieben das barocke Dresden, wie es Canaletto gemalt hat. Leider wurde das in der Gründerzeit nicht gewürdigt und viel zu viel abgerissen und mit Historismusbauten zugebaut.



    Dresden Augustusbrücke 1865

    photographer n/a / unbekannt, Public domain, via Wikimedia Commons


    Augustusbrücke 1727–1907


    Unter August dem Starken baute der berühmte Barock-Baumeister Matthäus Daniel Pöppelmann gemeinsam mit dem Ratsbaumeister Johann Gottfried Fehre die Brücke 1727–1731 aufwendig um. Sie war danach 402 Meter lang und hatte noch 17 Bögen. Bei einer Breite von 11,04 Meter zwischen den Brüstungen betrug die Fahrbahnbreite 6,8 Meter. Sie war für damalige Verhältnisse wegen ihrer Größe, insbesondere ihrer Fahrbahnbreite, eindrucksvoll und wurde nach ihrem Bauherrn „Augustusbrücke“ genannt. Sie zählte zu den historischen Monumenten des barocken Dresden.

    Eine Ansicht, die sich uns heute zum Glück wieder genau so bietet :-) Das Bild hier stammt von 1940

    Aber leider haben die Historisten die Brühlsche Herrlichkeit dafür geopfert:



    DD Brühlsche Terrasse 1761

    C. A. Encke, Public domain, via Wikimedia Commons




    DD Brühlsche Galerie

    Unknown authorUnknown author, Public domain, via Wikimedia Commons


    Brühlsche Herrlichkeiten war eine im 18. Jahrhundert verwendete Bezeichnung für die ab 1739 im Auftrag Heinrich von Brühls von Johann Christoph Knöffel auf der Brühlschen Terrasse in Dresden errichteten Gebäude und Sammlungen. Dazu zählen das Palais Brühl, die Brühlsche Bibliothek, die Brühlsche Galerie, das Belvedere und der Brühlsche Garten mit dem Brühlschen Gartenpavillon.

    Heute ist nur noch der Brühlsche Garten in Teilen erhalten. Einige Plastiken des Palais Brühl sind in dessen Nachfolgerbau, das Ständehaus, überführt worden. Vom Belvedere existieren zwei Sphingen und der Delphinbrunnen. Zudem gibt es noch die beiden Balkons der Galerie und des Gartenpavillons, deren Konsolen am besten vom Terrassenufer aus erkennbar sind.

    Solltest Du aber mal machen. Das Gasthaus ist nämlich nicht nur in dem gezeigten Gebäude sondern in dem angrenzenden "Kühlen Brunnen",

    ...


    insbesondere im Sommer auch in dessen (Renaissance-)Innenhof.

    Die Infos unter dem Link klingen aber nicht danach, dass hier mit einer baldigen Rettung zu rechnen ist.


    Denkmalpflege / künftige Nutzung

    Schon vor der Räumung der Wohnungen wurde der Saalbau von Studenten auf Anregung des damaligen Stadtarchitekten mit dem Ziel vermessen, wieder eine Gaststätte einzurichten. Gleichzeitig entstand im damaligen Institut für Denkmalpflege eine Studie zur Erhaltung des Gebäudes. Für die Nutzung wurden die Varianten Gaststätte, Museum oder Angliederung an die benachbarte Poliklinik vorgeschlagen. Um dem drohenden Verfall nach der Wohnungsräumung und eventuellen Abriss zu entgehen, wurden seit 1977 Sicherungsmaßnahmen durchgeführt sowie Bauforschung betrieben. ...Der wirtschaftliche Niedergang Ende der 1980er Jahre brachte die Bautätigkeit jedoch zum Erliegen. Auch die politische Wende konnte die immer noch andauernde Stagnation am Kühlen Brunnen nicht durchbrechen.

    Aufgenommen in die Liste gefährdeter Baudenkmale steht das bedeutendste Patrizieranwesen der Stadt Halle derzeit weitgehend leer. Das Forschungsprojekt „Das Renaissancepalais Kühler Brunnen des Hans von Schenitz“ des Instituts für Kunstgeschichte der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in den Jahren 2007/2008 setzte sich eine umfassende kunsthistorische Würdigung von Architektur und Ausstattung des patrizischen Anwesens zum Ziel. Beabsichtigt sind eine erstmalige Zusammenstellung und Auswertung sämtlicher Schrift- und Bildquellen sowie historische Forschungen zur Besitzer- und Nutzungsgeschichte. Die Studie soll eine Grundlage für den künftigen Umgang mit der künstlerisch hochwertigen, aber gefährdeten Bausubstanz und dessen Interieur schaffen.


    Der Kühle Brunnen ist 1999 von einem Firmenverbund gekauft worden. Derzeitige Eigentümer des Komplexes (Stand Anfang 2018) sind drei verschiedene Immobilienunternehmen. Das Haus Markt 16 mit dem östlichen Galerieanbau ist im Sommer 2017 von der Immobilienfirma Bauart GmbH erworben worden...Konkrete Pläne zur weiteren Sanierung und Nutzung sind nicht bekannt.

    Hervorhebungen von mir.


    Seit 1977 wird gerettet.




    HAL-KühlerbrunnenHof

    Jwaller, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons




    Besonders im Vergleich mit Dresden zeigt sich,...



    14-06-27-Halle-Saale-RalfR-DSC 0011-06

    Ralf Roletschek

    , FAL, via Wikimedia Commons



    .... dass hier doch noch erheblicher Handlungsbedarf besteht.



    HAL-KühlerBrunnen0

    Catatine, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons

    Was ja bereits ständig gemacht wird.


    https://sattler-taeger.de/umbau-plattenbau-grusonstrasse

    Sattler + Täger Architekten GmbH, Magdeburg scheinen etwas unsicher in der Zuordnung der Konstruktionsarten zu sein.

    Bei der Großtafelbauweise aka Plattenbauten sind (überwiegend) Stahlbetonplatten die statisch relevanten Bauteile. Der Bau in der Magdeburger Grusonstraße wurde aber als Stahlskelettbau errichtet. Die Fassade ist davorgehängt.

    Ich habe das exakt in dem von Dir beschriebenen Sinn verstanden. Gerade bei Pflanzen, die im Frühjahr blühen und Herbst Laub abwerfen, müssen die Hängebeete mehrmals im Jahr von abfallenden Blättern gesäubert werden, dazu im Winter beschnitten. Hinzu kommen noch eventuell Düngung und in heißen Sommern eine Wässerung. Dies alles bei einer aufwändigen Fassaden-Hängegarten-Konstruktion, die von außen gepflegt werden soll. Viel Spaß

    Den technischen Aufwand für eine Grünfassade beschreibt Florian Starz, Teamleiter der Werner Sobek AG....