Posts by Reik

    Im Japanischen Palais kann man bis März 2025 in der Veranstaltung "Planet Utopia" erleben, wie sich eine an der TU Dresden entwickelte KI den zukünftigen "Canaletto-Blick" vorstellt. Das einzig Gute an diesen Ausblicken ist, dass die KI die Rekonstruktion der historischen Augustusbrücke als selbstverständlich voraussetzt.

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    Die vielen modernistischen Bauten und der dominante Brandgiebel ergeben keine harmonische Ensemblewirkung. Das Thema wurde bereits vor Jahren ausdiskutiert.

    Nochmal: Die Dresdner Neustadt war ein Arbeiterviertel! Und wer genau hinschaut, der bemerkt qualitative Unterschiede zu Berlin oder [lexicon='Leipzig'][/lexicon]. Noch deutlicher aber ist die Überlegenheit Dresdens in anderen Arbeitervierteln: Löbtau könnte auch als Villenviertel durchgehen, und selbst Striesen war keineswegs ein Stadtteil für die obere soziale Schicht.


    Und eben das ging in vielen Dresden-Diskussionen hier im Forum oft unter, da wurde [lexicon='Leipzig'][/lexicon] als geschlossene Perle der Gründerzeit vergöttert, und Dresden außerhalb des Neumarkts als großflächige Einöde in Beton und Brache abgestempelt. Dem ist mitnichten so!

    @Schörtschi: Die Rothenburger und Görlitzer Straße sind ebenso wie Teile der Bautzner, Königsbrücker Str. und Bischofsweg atemberaubende Zeitzeugen einer hochurbanen Baukultur. Die Ensemblewirkung ist grandios.

    Na ja: Deutsche Sprache - schwere Sprache...


    Die Straße wurde im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts zur Erschließung der nordwestlichen Vorstadt angelegt. Am 03.11.1883 wurde beschlossen, der neuen Straße mit Wirkung vom 03.01.1884 den Namen Wettinerstraße zu geben (nach dem Fürstenhaus der Wettiner, dem [bis 1918] die Landesherren der Stadt Leipzig entstammten).

    Gegenwärtig wird amtlich die Schreibweise Wettiner Straße verwendet, die darauf schließen lässt1), dass die Straße nach der Stadt Wettin im Saalkreis (Land Sachsen-Anhalt) benannt sei, also irreführend ist.

    1) vgl. Berliner oder Dresdner Straße (nach dem jeweiligen Ort benannt), aber: Schongauerstraße (nach der Person M. Schongauer benannt, nicht nach der bayerischen Stadt!)

    Liegt womöglich am Dialekt.

    Das obige Beispiel ist ja auch nicht schön und stört sogar die Geschlossenheit der Platzfronten an zwei Seiten.

    Auf dem Foto sind praktisch nur modernistische Plattenbauten zu sehen. Angeblich sollen dort vorher einige ganz vorzeigbare Gebäude gestanden haben. Eine rekonstruierte Innenstadt hat man erkennbar nicht bauen wollen.

    um die historischen Fassadenfiguren original wiederherzustellen

    Die historischen Figuren wurden in Leipzig vernichtet, existieren also im Original gar nicht mehr....


    Bei einem Baujahr 1912 ergibt sich noch die Frage, ob hier der Begriff "historisch" zulässig ist. Bei einem Barockgebäude braucht diese Frage nicht gestellt werden.

    Wer das Haus auf den ersten Blick ganz schrecklich findet, sollte sich etwas Zeit nehmen. Das Opernhaus ist für deutsche bauhausgestählte Augen sicherlich ungewöhnlich.

    Dieses Opernhaus zeigt doch schön, dass es nicht ausreicht, einzelne Gebäude im sogenannte Historismusstil errichten zu lassen, um eine schöne Stadt zu erhalten. Gut zu sehen

    Hier: https://maps.app.goo.gl/oxXYEPkjbjnnvwN78

    Hier: https://maps.app.goo.gl/8seQvdgcjfNXAfy39

    Hier: https://maps.app.goo.gl/x456jyRqMH6immM88

    Hier: https://maps.app.goo.gl/ExiNpYVAF9Lhn8Wk8

    Hier: https://maps.app.goo.gl/3sZeDA1iP7bKbgEH8

    oder auch Hier: https://maps.app.goo.gl/JFokgwJdAffuGNWv7


    Ob dort noch etwas zu retten ist? Wenn man den Wiederaufbau z.B. Nürnbergs als Vergleich heranzieht -wohl eher nicht.

    Über das Projekt berichtet auch Sibylle Muth vom Sachsenspiegel Dresden:

    MDR SACHSENSPIEGEL: Siegerentwurf vorgestellt: Was wird aus dem 'Alten Leipziger Bahnhof' in Dresden? | ARD Mediathek
    Siegerentwurf vorgestellt: Was wird aus dem 'Alten Leipziger Bahnhof' in Dresden? | Video | Auf dem Gelände hinter dem Neustädter Bahnhof in Dresden soll ein…
    www.ardmediathek.de

    Schön ist auch, dass Sibylle Muth daran erinnert, dass die erste deutsche Ferneisenbahn 1839 vom Leipziger Bahnhof in Dresden abfuhr.

    In Dresden geborene können natürlich den Frust von Nichtdresdnern verstehen.

    Quote from Erich Kästner

    ...

    „Wenn es zutreffen sollte, dass ich nicht nur weiß, was schlimm und hässlich, sondern auch, was schön ist, so verdanke ich diese Gabe dem Glück, in Dresden aufgewachsen zu sein.

    Dresdner verlieren daher kaum die Contenance. Wenn sie dann z.B. auf der Brühlschen Terrasse stehen, erfreuen sie sich an der barocken Pracht. Stumpi macht das, hat er mal im Radio verkündet..

    Wer die Schönheit Dresden liebt, dem wird den Beitrag Mythos Dresden mit Sicherheit genießen.

    Kürzlich hat die "New York Times" in einem Artikel Dresden als "Place to Travel" empfohlen. Unter den 52 gelisteten Reisezielen war Dresden dabei die einzige deutsche Stadt. Auch der größte Reiseverband Großbritanniens, die Association of British Travel Agents, führt Dresden als Top-Reiseziel.
    Maler, Dichter und Musiker verliebten sich in die Stadt mit ihrer anmutigen landschaftlichen Lage, den Elbhängen und dem geradezu italischen Himmel darüber. Es ist die ganz besonders harmonische Mischung aus Kunst, Kultur und landschaftlicher Schönheit, die den Reiz Dresdens ausmacht. In der einstigen Residenz der sächsischen Kurfürsten und Könige reihen sich die Perlen europäischer Architektur nur so aneinander: Residenzschloss, Frauenkirche, Semperoper, Zwinger, Taschenbergpalais.

    rzlich hat die "New York Times" in einem Artikel Dresden als "Place to Travel" empfohlen. Unter den 52 gelisteten Reisezielen war Dresden dabei die einzige deutsche Stadt. Auch der größte Reiseverband Großbritanniens, die Association of British Travel Agents, führt Dresden als Top-Reiseziel.
    Maler, Dichter und Musiker verliebten sich in die Stadt mit ihrer anmutigen landschaftlichen Lage, den Elbhängen und dem geradezu italischen Himmel darüber. Es ist die ganz besonders harmonische Mischung aus Kunst, Kultur und landschaftlicher Schönheit, die den Reiz Dresdens ausmacht. In der einstigen Residenz der sächsischen Kurfürsten und Könige reihen sich die Perlen europäischer Architektur nur so aneinander: Residenzschloss, Frauenkirche, Semperoper, Zwinger, Taschenbergpalais.

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    Statt Rekonstruktionen Dekonstruktivismus - aber nur in einer simplen Form.

    Etwas überspitzt formuliert: nach 1945 war Frankfurt ein Gewinner der deutschen Teilung und Leipzig ein Verlierer.

    "Mehr Hochhäuser für Leipzig?"

    Wenn eine Stadt keine richtig historischen Gebäude vorweisen kann, werden eben Hochhäuser gebaut. Und wenn man das nicht hinbekommt: Klötze. Damit kann eine Stadt aber auf Dauer keine Gäste anlocken.

    Der Bau unnötiger Hotels in Leipzig führte wohl zu einer Hotelschwemme. Eine französische Hotelkette scheint die Reißleine gezogen zu haben und schließt zwei Klotzhotels am Bilderbunker.

    Das APH hat sich den historischen Bauten, deren Erhaltung und Rekonstruktion verschrieben. In vielen Orten -auch in Deutschland- wird dies ähnlich gesehen und historisches Bauen wird akzeptiert. In ganz Deutschland? Leider nein. Wie uns unser langjähriges Forumsmitglied Dr. Mises in ausführlichen Beiträgen, mit profunden Wissen darlegt, ist besonders Leipzig im alten Stasidenken verhaftet.

    Die heutigen Leipziger wollen auch gaine Girsche mehr sehen, nämlich gaine Matthäigirsche - eine der Wirkungsstätten Johann Sebastian Bachs - allen voran der OB, die Stadträt*innen und Verwaltung. Und die Ostalgiker, die ihren Narren am Stasibau gefressen haben und ganz sicher über den Stuttgarter Schauerentwurf jubeln.


    Auch im Heimatforum von LEonline wird diese Tatsache beklagt.

    ^^Das hätte mir in der Tat am besten gefallen und ein bisschen hatte ich auch die Hoffung, dort ein Stück Altstadt zurückzubekommen, ähnlich wie es Dresden gemacht hat, wie es Frankfurt a.M. getan hat. Einem Stadtkern tut so etwas gut, eine "Stadt-Reparatur", ein schöner Begriff. Einen Ort für Stasiunterlagen & Co. hätte man auch darin unterbringen können. Ich werde auch nie verstehen, warum so etwas nicht die Bürger entscheiden können, sondern eine Hand voll Leute.

    Frankfurt als Hochhausstadt würde ich nicht ganz so euphorisch betrachten.

    Während aber in der Landeshauptstadt Dresden eine authentische, kleinteilige, barocke Altstadt bewundert werden kann, findet man in Leipzig Plattenbauten und moderne Stahlbetonbauten. Sollte sich eine Chance zur Rückkehr zum historischen Bauen ergeben, wird konsequent modern entschieden. Gerne im "Bunkerstil" wie beim städtischen Kunstmuseum, im "Neurussenchic" wie bei der Universität oder man erhält die grauen (energetisch gesehen bzw. grauenhaften) Stasibauten. Von Rekonstruktionswillen keine Spur. Ein hoffnungsloser Fall für dieses Forum.

    Kurz zur Geschichte: Hermann Adolph Täschner (1786-1868) war ab 1819 Inhaber der berühmten Engel-Apotheke am Leipziger Markt und ließ sich auf seinem Anwesen u.a. dieses Gebäude errichten, welches ab 1954 als Kindergarten diente und 1988 wegen Baufälligkeit abgerissen wurde:

    Dort scheint es ein mentales Problem zu geben: Gibt es schon mal ein halbwegs annehmbares Gebäude, dann lässt man es verwahrlosen, um es abreißen zu können.


    @Dr.Mises : Gab bzw., gibt es in Holzhausen eine besonders aktive Stasizelle?

    @ tegula

    Da hilft das Internet. Die Journalistin der ZEIT Evelyn Finger hat die haarsträubenden Zustände in Leipzig in ihrem Artikel gut zusammengefasst.

    Neben den genannten Zeitzeugen benennt Evelyn Finger auch den engagierten Kunsthistoriker Wieland Zumpe,(Nicht zu verwechseln mit Karl Zumpe - mitverantwortlich für den neuen Gewandhaus -Klotz am Augustusplatz), der gegen die Missstände in Leipzig ankämpft. Über Wieland Zumpe zieht z.B. das Leipziger Zentralorgan KREUZER her.