Posts by Fasolt

    Wiessner sollte sein Angebot einfach zurückziehen und 5 bis 10 Jahre auf Eis legen, statt sich das Narrenhäusel von den K(l)otzologen in den Ämtern zerschießen zu lassen. Das Haus kann noch gebaut werden, da stümpert der Raoul längst in einer anderen Stadt herum. Ganz ehrlich, man muss die Dresdner auch nicht immer gegen ihren Willen zur Schönheit zwingen. Wenn die Neustädter mit Platten, Dreck und Schmierereien zufrieden sind, dann sollen sie auch nicht mehr bekommen, ist ja schließlich eine Demokratie. Und wenn sie das Narrenhäusel doch wollen, sollen sie halt mal beim Raoul anfragen, woran es klemmt.

    Dumme Aktion vom Bauherrn. Hätten Sie die kurze Stellungnahme von Herrn Schulz an die Wand gepinnt, hätten Sie mehr gekonnt, denn dafür hat jeder normale Mensch Verständnis. Hoffentlich lässt er sich bei der Tür trotzdem Zeit. Allein der Satz "Wenn SIe keine Tür brauchen [...]" zeigt ja schon, welche Wertschützung für die Handwerkskunst hier vorliegt.

    Auch fällt mir keine Nutzung für die Kantine ein, welche in einem Wohnumfeld Sinn macht, eventuell kommt ja aldi rein oder sowas... ;-) Wenn überhaupt wird es eine bauideologische Begründung geben aber selbst in Dresden sind dafür 2,1 Millionen hoffentlich zuviel Geld.

    Ach iwo, im Geldverbrennen macht uns niemand etwas vor. Ein paar Moose auf's Dach und als "Futurelab für nachhaltiges Bauen in Zeiten des Klimawandels" verkaufen und schwups sind die 2 Millionen weg.

    Quote from eryngium

    "fach-ferne Idealisten ohne volkswirtschaftliche Grundkenntnisse"

    Lustig, das erinnert mich an die Politiker, die sich die meisten hier kritisierten Bauauflagen und ökonomische Rahmenbedingungen überhaupt erst ausgedacht und herbeigeführt haben.

    https://www.dnn.de/Dresden/Lok…-entsteht-am-Hauptbahnhof


    Für das Drewag-Enso-Hochhaus an der Fritz-Löffler-Str. gibt es nun die Baugenehmigung und im August ist auch schon Baubeginn. Der Rohbau soll bis März 2020 stehen. Die Visu ist zwar neu, aber am Entwurf von gmp Architekten scheint sich nicht viel getan zu haben, gezeigt wird lediglich eine andere Ansicht. Ich kann damit leben - städtebaulich ist es sicher ein Gewinn und architektonisch ist es immerhin kein Strichcodequader.

    Man hat damals also bewusst an die flache Bebauung aus dem 18 (!) Jahrhundert anlehnen wollen? Dieser Vorsatz hat sich ja scheinbar nur sehr lokal ausgewirkt, denn das Haus der Presse, das auf deinem Bild als Aussichtsplattform diente, steht ja nur ein paar Meter weiter und dahinter steht die Yenidze. Es macht also keinen Sinn sich hier aus historischen Gründen auf Flachbauten zu beschränken. Aber das ist ja auch überhaupt nicht das zugrundeliegende Argument, es geht ja nicht mal um die Werkstätten, sondern um die Freiflächen, insbesondere weil es sich um zeitgenössische weiträumige Freiflächen handelt. Die Verweise aufs 18. Jahrhundert kann man sich hier also sparen.
    Man kommt dank DDR-Riegelbebauung zwar nicht auf die Idee, aber man befindet sich hier im Zentrum einer Stadt mit einer halben Million Einwohnern und dementsprechend war dieser Stadtteil vor der Zerstörung einer der am dichtesten bebauten. Das ist einfach Fakt. Der Zwinger liefert seinen Umgebungsschutz nach Westen praktischerweise selbst. Hier nun noch eine freie Leinwand für ein paar Bäume zu fordern ist einfach absurd, entschuldige.
    Und das obwohl der Zwinger Richtung Süden überhaupt keinen Umgebungsschutz hat und hier der eigentliche Schaden schon längst entstanden ist.
    Nochmal der Vorkriegszustand der Ostra: KLICK

    Investor Saal verkauft auch Park „Der Herzogin Garten“ – für einen Euro


    Reinhard Saal hat verständlicherweise keine Lust mehr auf die Stadt Dresden, im obigen Artikel wird nochmal schön zusammengefasst warum. Wir hatten es hier ja auch schon diskutiert, aber um den Irrwitz noch mal hervorzuheben:


    Quote

    Das Stadtplanungsamt sagt dazu: „Die Baugenehmigung für den Glaspavillon war von vorneherein befristet für fünf Jahre beantragt und genehmigt. Hintergrund der Befristung war, dass der Denkmalschutz bereits damals auf die Beeinträchtigung der umliegenden Denkmäler hingewiesen hat und deshalb den Pavillon auch nur befristet für genehmigungsfähig gehalten hat. Die Ablehnung des beantragten Bauvorbescheides für ein Wohn- und Geschäftshaus erfolgte einvernehmlich zwischen dem Amt für Kultur und Denkmalschutz und dem Landesamt für Denkmalpflege. Die Gründe ergeben sich aus dem Denkmalstatus der Theaterwerkstätten beziehungsweise der diese umgebenden Freiflächen, in denen sich das Thema der geöffneten und geweiteten Stadtlandschaft – ein typischer städtebaulicher Ansatz der Zeit – abbildet.“

    Ja wirklich toll mit den Freiflächen, es ist fast so als wäre das ehemals dichte und belebte Viertel an dieser Stelle zu Staub gebombt worden. Aber die Entscheidungen aus der DDR (manch fieser Klassenfeind würde dieses tolle Projekt auch als kommunistische Diktatur bezeichnen) gelten natürlich als heilig für die Ämter. Gott sei Dank steht der Neumarkt schon, denn heute würde dieser Stein nicht mehr ins Rollen kommen, Frauenkirche mit eingeschlossen.

    Aus der Luftperspektive wird auch nicht einmal deutlich dass das "Haus am Postplatz" die schlimmsten Bausünden optisch verbirgt.
    Klick
    Klick

    Einen guten Teil des Elends zu verstellen, ist tatsächlich der größte Verdienst dieses Gebäudes. Die "Mary Ann Apartments" können auch nicht schnell genug wachsen. Jeder Blick auf diesen gestrandeten Container namens Residenz am Postplatz ist ein Ärgernis. Es ist immer wieder unfassbar, welchen Schrott sich Dresden in die Innenstadt bauen lässt. Immerhin der zweite Knerer Entwurf konnte von der Gestaltunskommission entschärft werden, ich glaube sonst hätte ich diese ganze Ecke in Zukunft boykottiert.

    "1984 bekam Eberhard Pfau für das Ensemble den Architekturpreis der DDR."


    Das Totschlagargument für alles. Du musst in Dresden nur irgendeine Verbindung zur von den Ämtern heißgeliebten DDR nachweisen und du kannst alles als Denkmal erklären lassen. Solche Bausünden gibt es in Europa zuhauf, bzw. gab es, bis sie in den 90ern und nach der Jahrtausendwende wieder abgerissen wurden.

    Wenn dem so sein sollte und er das auch ernst meint und sich nicht nur profilieren will, Hut ab. Ich kenne ihn nicht persönlich, aber einige seiner Genossen und die interessieren sich entweder nur für DDR Restbestände (alte Generation), oder sind voll auf Form-follows-Function-Kurs und ganz vorne mit dabei wenn "Disneyland" und "Geschichtsrevisionismus" geschrien wird (junge Generation).
    Es bleibt die Frage, weshalb die Mehrheit bzw. der BauBM nicht mal das SPA an die Leine genommen hat, wenn sich doch angeblich alle einig sind? Soll man nun glauben, dass das böse SPA macht, was es will und daran niemand etwas ändern kann?

    RRG hatte von 2014 bis vor kurzem die Mehrheit im Stadtrat. Was hat sich in dieser Zeit im SPA getan?


    edit: Wirtz hat sich meines Wissens nach auch nur als Hochhausgegner hervorgetan, und das erst seit die Kritik durch das HH am Pirnaischen nicht mehr zu überhören war und sein Widerstand bezieht sich auch nur auf Neubauvorhaben und nicht auf schon bestehende Hochhäuser, die die Stadtsilhouette bereits mehr als genug stören. Beim Hotel am Terrassenufer hat sich seit der Gerichtsentscheidung 2014 wegen des Abrissvertrags auch nichts getan.

    Hier muß noch ein Kuriosum zum Besten geben - in der DDR wurden Kopfsteinpflaster entfernt, um sie nach Westdeutschland zu verkaufen... :schockiert:

    Und ein paar Jahre nach der Wende hat man sich dann oftmals teures exotisches Pflaster andrehen lassen, das weder historisch noch optisch in die Region passt. Für mich wirken manche Orte seitdem gerade zu künstlich, als hätten sie zu viele Schönheits-OPs hinter sich. Dazu noch pflegeleichtes Stadtmobiliar aus Edelstahl, Beton, Tropenholz... X/ und in jedem Kaff die gleichen pulverbeschichteten Laternen und Abfalleimer. Eigentlich hat sich verglichen mit der Waschbetonära nicht viel geändert. Mittlerweile müsste es sich doch mal rumesprochen haben, dass die beliebtesten Örtchen in Deutschland die historisch gewachsenen, authentischen und vorallem unberührten sind. Ich finde das Thema auch sehr ärgerlich.


    Und der Generalkritik zu Erfurt kann ich mich auch nur anschließen. Das ist eine der wenigen Städte im Osten, die sich in den letzten 20 Jahren nur wenig verbessert und stellenweise sogar verschlechtert haben, natürlich insgesamt immer noch auf hohem Niveau.

    Natürlich ist nichts verloren, aber der Bezirksbeirat zeigt doch mal wieder anschaulich, was für Kleingeister in Dresden am Werk sind. Man erinnere sich mal an Schmidt-Lamontain, laut dem es ja gar keine Interessenten für das Hotel Stadt Rom gäbe. Damals tat er so, als müsste man sich ja nur melden und es könnte losgebaut werden. Jetzt weiß man im Bezirksbeirat nicht mal, ob man es nicht doch lieber bei den Sitzgelegenheiten belassen sollte. Und wenn, dann dürfe man ja auf gar keinen Fall den famosen Riegel an der Wilsdruffer gefährden (hat sich die UNESCO eigentlich schon gemeldet?).
    Die genannte Brandwand ist doch kein K.O.-Kriterium, als könnte man dafür keine Lösung finden. Man muss nur den Willen dazu haben und obwohl der Neumarkt längst ein Besuchermagnet geworden ist, sucht man den Willen zur Rekonstruktion vergeblich. Rekonstruktionsvorhaben treffen in den Räten und Ämtern nach wie vor auf eine Mischung aus Ablehnung und Desinteresse. Man muss diese Stadt wirklich mit aller Macht zum Glück zwingen. Zum verrückt werden.

    https://www.dnn.de/Dresden/Lok…at-das-Hotel-Stadt-Rom-ab


    "[...]die Brandwand in Richtung Wilsdruffer Straße könne als hässlich und städtebaulich störend empfunden werden."
    "Die Bebauung an der Wilsdruffer Straße habe Qualität und solle nicht in Frage gestellt werden."


    "Die aktuelle Platzsituation mit den Bäumen wurde in der Debatte von mehreren Rednern als angemessen bewertet. Die Sitzgelegenheiten im Schaden (sic) seien sehr positiv."



    Also nix Neues in Dresden, man ist mit dem Bestand mal wieder völlig zufrieden. Da muss man mal wieder dankbar dafür sein, dass überhaupt so viel wieder aufgebaut wurde und nicht immer noch überall Wiese ist. Nach dem Motto "das wor doch och schee früor!".