Posts by Friedenau

    Man muss auf die richtigen Investoren setzen. Ich hab seiner Zeit die Neue Schönhauser Str. 19 an die Nippon Development verkauft und siehe da, die Fassade wurde wieder in historisch, korrekter Form rekonstruiert - heute sieht die Nr. 19 wie zur Erbauungszeit aus. Es war auch die gleiche Firma, die das große Eckhaus am Hackeschen Markt wieder aufgebaut und auch hier wieder den historischen Stuck anbrachte. Es gibt sie - man müsste sich drum kümmern und Investoren für Projekte begeistern.

    Die Laterne ist wieder einmal ein Beleg dafür, wie Details einem großen Baukörper Leichtigkeit verleihen. Wie wunderbar wird es erst, wenn der Figurenschmuck an der Kuppel und über den Portalen hinzukommen. Wie plump und schwerfällig wird die Ostseite dann erst wirken. Aber das ist eben die hochgelobte moderne Architektur, die über einen Schuhkarton nicht hinaus kommt.

    Hoffen wir das der Domgemeinde beim Anblick der Schlosskuppel noch ein Licht (oder eine Laterne) aufgeht, um wie viel der Dom bei Rekonstruktion der ursprünglichen Gestaltung aller fünf Kuppeln gewinnen würde.

    Ein Gebäude hört nicht am Gesims auf, sondern die Dachlandschaft ist immens wichtig für die Gesamtwirkung. Ein Negativbeispiel hierfür sind leider auch die Türme des Reichstages, die ihn heute schwer und wuchtig erscheinen lassen. Aber wem sage ich das in diesem Forum eigentlich - da sind wir uns alle wohl einig.

    Wünsche einen schönen Pfingstspaziergang zum Schloss.

    Kleine Anmerkung zum Blick von Osten auf die Fassade. Wenn die Bäume etwas größer und im Sommer belaubt sind, gibt es diesen Blick in der dargestellten Form nicht mehr. Aber wer auf die andere Seite des Lustgartens geht und von der Schlossbrücke die Lustgarten-Fassade betrachtet hat diesen Blick - mit oder ohne Apothekerflügel ob im Sommer oder Winter. Mit Apothekerflügel bekäme der Anblick allerdings einen schöneren Abschluss und liefe nicht ins Leere.

    Auf den Bildern wird sehr deutlich, dass das Humboldt-Forum nach Osten ins Leere läuft - der moderne Abschluss zur Spree funktioniert nicht. Hier sollte wirklich bald über einen Wiederaufbau des Apothekenflügels nachgedacht werden, um dem Lustgarten einen vernünftigen östlichen Abschluss zu geben. - Naja, auf Vernunft zu hoffen ist hierbei allerdings gewagt. -

    1912 ist die Adresse Konstanzer Straße 15 als Neubau aufgelistet, ab 1913 wird für das Eckhaus H. Mendelsohn (Baumeister) als Eigentümer im Berliner Adressbuch (Vororte von Berlin) geführt. 1920 erscheint H. Mendelsohn noch als Eigentümer, jetzt mit der Berufsbezeichnung Makler. Er verkauft das Haus 1920/21 an die Lumina Gesellschaft später Handelsges. (1923).

    Es ist natürlich reine Spekulation, aber wenn man logisch an die Sache herangehen würde - wenn es in der Zeit vom 16.04. - 02.05.1945 überhaupt logisch betrachten werden kann - dann hätte man nicht extra die Skulpturen für eine MG-Stellung aufwendig vom Tor genommen, sondern die Stellung eher daneben auf der Balustrade eingerichtet. Heruntergeschossen wurden sie aber auch nicht, denn sonst wären auch Schäden an den Köpfen der Pylonen entstanden - diese sind aber auf beiden Seiten des Tores völlig unbeschädigt geblieben. Da hätte jemand zweimal sehr genau zielen und sauber abräumen müssen - dafür war sicherlich keine Zeit und auch kein Interesse vorhanden.


    Hat man die Skulpturen zur Verstärkung der Barrikaden benutzt? Gibt es Unterlagen zu den Befehlen bzw. Anweisungen der Wehrmacht oder des Stadtkommandanten, zum Bau der Panzersperre am Charlottenburger Tor? Wer könnte hier helfen?

    Dass die Skulpturen von der russischen Armee sofort nach der Einnahme des Bereiches abgebaut wurden, ist irgendwie unwahrscheinlich. Zu dieser Zeit wären sie eher mit den Vorbereitungen zum 01. Mai und der Einnahme des Reichstages beschäftigt gewesen. Am 02. Mai waren die Skulpturen jedenfalls verschwunden.

    Es bleiben nicht viele Möglichkeiten - wurden sie abgenommen

    - um sie zu Schützen? Und hat man sie auf kurzem Weg im Landwehrkanal versenkt? Eigentlich unwahrscheinlich, denn die Quadriga, die wertvoller wäre wurde auch nicht geborgen.

    - oder wurden sie um den 24. April abgenommen um die zwei Fahrbahnlücken in der Panzersperre effektiv zu verschließen? Umständlich aber möglich.

    Was also ist in diesen zwei Wochen passiert?

    Wurden die Figuren von den Russen abmontiert und stehen heute irgendwo in Moskau oder St. Petersburg (unwahrscheinlich oder doch möglich)? Ich werde versuchen die Bauakten einzusehen - vielleicht ist irgendetwas zu finden. Hoffe nicht, dass der Soldat auf dem russischen Ehrenmal daraus gegossen wurde.

    Sorry, mir ist nicht ganz klar warum das damit auszuschließen ist.

    Allerdings wäre es sicherlich schade, das Tor wieder länger hinter Planen verschwinden zu lassen. Da gibt es bestimmt noch andere Finanzierungsmöglichkeiten. Es wäre der Sache sicherlich dienlich nicht schon voreingenommen an die Dinge heranzugehen. Schruoffeneger war letzten März auch Baustadtrat und da wurde der Turm der Gedächtinskirche mit Werbung verhängt.

    Nachtrag:

    Hab noch ein Bild vom südlichen Teil des Tores gefunden vom April 1945 - da ist die Figurengruppe noch auf dem Tor.

    hier der link:

    https://www.alamy.de/deutsche-…ervice-image67062537.html