Posts by MagdeburgerKind

    Hab auch noch ein schreckliches Beispiel aus Magdeburg, welches genau in die angesprochene Problematik passt.


    Leipziger Straße - 6 Häuser, 6 mal Neobarock.
    Noch zu frühen DDR-Zeiten waren alle sechs Häuser komplett erhalten (siehe SW-Bild). Zu späteren DDR-Zeiten wurden die sechs Häuser dann äußerlich wie innerlich entstuckt. Ergebnis: Natürlich heutzutage kein Denkmalschutz. Was passiert: Ein Haus nach dem anderen wird jetzt mit Dämmung eingepackt und teilweise sogar regelrecht umgebaut. Fehlender Denkmalschutz und die Energiesparverordnung machen es möglich.


    Und das passiert mittlerweile überall in Deutschland. Allein in Magdeburg würde ich von einer Dimension von über 200 Häusern sprechen, die durch Entstuckung nicht mehr unter Denkmalschutz stehen.
    Fatal für das Stadtbild.

    Problem ist auch einfach der fehlende Denkmalschutz. Und da kommen wir nämlich schon zum nächsten Problem: Nach welchen Kriterien wird Denkmalschutz festgelegt. Offensichtlich nur nach dem, was heute noch da ist. Aber sollte man nicht lieber schauen, ob das Haus in seiner ursprünglichen Form Denkmalcharakter hatte und wenn ja, es auch heute unter Denkmalschutz stellen und damit die Wiederherstellung des verlorengegangenen Denkmalwertes zur obersten Handlungsmaxime erheben?

    Schlimme Entwicklung, jedoch logisch.
    Der Hauseigentümer nutzt nur eine Lücke, die sich ihm bietet. Das Haus steht offensichtlich nicht unter Denkmalschutz und für eine energetische Sanierung kriegt er eine satte Förderung.
    Das werden wir jetzt häufiger sehen, leider!

    Dasselbe sollte man in Stuttgart mit dem (ehemaligen) Hotel Marquardt machen. Aber nein, die Nachkriegsversion mit dem abgeschlagenen Bauschmuck ist denkmalgeschützt... :S

    Man muss einfach konstatieren, dass Leipzig bundesweit eine Ausnahme darstellt, was die detailgetreue Sanierung und Rekonstruktion von Altbauten anbelangt. Leider!
    Wie groß alleine der Segen für das Stadtbild wäre, wenn man die bestehenden Denkmäler wieder konsequent in den Originalzustand versetzen würde, ist kaum vorstellbar.


    Mal ein Beispiel aus Magdeburg: Allein in Magdeburg sind nach meinen Schätzungen über 80% der Baudenkmäler durch fehlende Fassaden-/Dachdetails, falsche Fenster und/oder Ladeneinbauten oder Entstuckung in ihrem Erscheinungsbild beeinträchtigt. Ein riesiges Potential für die Aufwertung des Stadtbildes. Aber dazu muss sich der Denkmalschutz endlich seiner Aufgabe bewusst werden. Hier werden die schlechten Zustände nur konserviert. Verbessert wird nur das Wenigste.

    Bis 2030 für Magdeburg:


    - Portal-Rekonstruktion Ulrichskirche
    - Fertigstellung Sterntor
    - originalgetreue Rekonstruktion Borussia-Denkmal Herrenkrug
    - Rekonstruktion Gesellschaftshaus Herrenkrug
    - Rekonstruktion Barock-Haus Große Marktstraße 8 im Zuge der Neubebauung am Alten Markt 2025
    - Rekonstruktion fehlender Details an Denkmalen (Potential für weit mehr als 200 kleine Rekonstruktionen)

    Es hilft nichts, zu jammern dass keine heutige deutsche Großstadt damit auch nur ansatzweise mithalten kann. Stattdessen sollte man sich freuen, dass es in Europa noch immer solch grandiose Städte wie Budapest gibt.

    Grandiose Städte, zu denen man aufschauen und sich an ihnen aufrichten sollte. Ich denke bei dieser Aussage besonders an die deutschen Historismus-Bauten, die in vielen Details bis heute entstellend verändert sind.

    Wir freuen uns, mit dem Ortsverband Darmstadt eine neue Regionalgruppe begrüßen zu können. Jörg Harbrecht hat die Rolle des OV-Leiters übernommen. cclap:)
    Wir wünschen bei der Aufgabe viel Erfolg und sind frohen Mutes, dass Darmstadt ein spannendes Pflaster für vielfältige Stadtbild Deutschland-Aktivitäten sein kann.

    Es muss allerdings dazu gesagt werden, dass es sich dabei in der Regel um Luxus-Vorhaben für eine sehr solvente Käuferschicht handelt. Im Stadtteil Oberkassel vor allem residiert eben der Geldadel. Normalverdiener können sich dort keine Wohnung leisten.
    Das soll die Objekte nicht kritisieren oder ihren Wert schmälern. Es ist zu hoffen, dass der Geschmack mancher "Eliten" nach unten durchsickert.

    Erstmal müssen wir dahin kommen, dass das der Standard für die "Luxus-Objekte" wird. Damit wäre schon einmal viel gewonnen für unsere Stadtbilder. Zu oft wird auch im obersten Preissegment noch hässlich gebaut.

    Der Südverbinder ist zweifelsfrei schrecklich, aber noch einigermaßen erträglich, weil er an der wenig beachteten Museumsseite liegt.


    Die Turmrekonstruktion wäre schon wichtig, wenn die irgendwann einmal kommen würde. Der Turm war ziemlich hoch und damit eine weithin sichtbare architektonische Marke. Er hat dem Museum das gewisse "Etwas" gegeben. Die heutige Eingangsfront war zwar damals gut gemeint und auch stilistisch gut gemacht, jedoch wurde die Eingangsfront dadurch zu stark vereinfacht.

    Sieht super aus. Nur ne Nummer zuviele Stockwerke für Dessau Wie siehts mit den Kosten bei einer solchen Sanierung aus? Haben wir da irgendwelche Zahlen?

    Ich bin absolut kein Profi, aber tendentiell würde ich sagen, dass sich fassadengliedernde/-gestaltende Dinge wie Gesimse oder Faschen heute preislich in einem absolut verträglichen Rahmen bewegen. Da gibt es alleine schon durch die Verwendung von Styropor recht kostengünstige Alternativen.
    Ein weitaus größerer Kostenpunkt dürften da schon die Fenster werden. Es ist für die Ästhetik eines Gebäudes unheimlich wichtig, hochwertige Fenster zu verwenden. Aber die kosten leider auch sehr viel. Vielleicht mal bei den Patzschkes nachfragen?

    Hallo MagdeburgerKind, vielen Dank für deine Anmerkungen. Hast du konkrete Beispiele parat zu Formen und Farbe? Dann kann ich das ergänzen.

    Schau mal auf die Seite 4 bei den Altbauten der Schlossstraße. Da sind einige recht schlichte Formen dabei, die man problemlos übernehmen und mit den heutigen Techniken kostengünstig nachbilden könnte.
    Farblich würde ich die Treppenhäuser mit einem dezenten beige bis hellem gelb absetzen und diese Farbgebung auch bei den Fensterfaschen wiederholen.
    Die Fenster sollten dann möglichst eine dunkelbraune Sprossung aufweisen.


    Ich kann den Einwand von Rastrelli hinsichtlich des Johannbaugiebels verstehen. Es könnte in der Tat ein wenig kitschig aussehen. Eventuell würde es auch genügen, über den Treppenhäusern die Giebel etwas stärker auszuformen, als es jetzt bei deinem Entwurf der Fall ist.