Posts by MagdeburgerKind

    Da kann ich mich nur anschließen! Die Hegelstraße ist mit die schönste Prachtstraße der Gründerzeit die sich in Deutschland erhalten hat finde ich :applaus:

    Dabei sind die Mehrzahl der Häuser immer noch in keinem guten Zustand. Sie sind zwar saniert, aber gegenüber dem originalen Zustand oft entstellend verändert, was den Gesamtwert der Straße doch leider erheblich schmälert. Dazu stehen noch zwei sehr minderwertige Nachkriegsbauten im Bestand und werten die Qualität der Straße ab.
    Also aus der Straße könnte man noch richtig viel rausholen, wenn man denn wollte.

    Ich biete mich da gern an!
    Einfach Bescheid geben, wenn du mal in Magdeburg bist. Gilt natürlich auch für andere hier. cheers:)

    Na ja, wenn man von vornherein alles schlechtreden will und ein Haar in der Suppe sucht, wird es überhaupt nichts. Wie Manuel Re geschrieben hat: was soll man dort sonst tun? Mehr vom Bisherigen?

    Natürlich ist das Translokationsprinzip in dieser Situation das einzig Wahre, siehe Berliner Nikolaiviertel und alle anderen oft erwähnten Beispiele. Die Rekobewegung muss an irgendeinem Stadium angelangt das Prinzip der Standorttreue aufgeben.

    Natürlich ist beim transloziierten Wiederaufbau besonders auf Qualität zu achten.

    Das Translokationsprinzip ist in dieser Stadt auch nicht ganz neu. Als im ausgehenden 19. Jahrhundert und beginnenden 20. Jahrhundert einige kulturhistorisch wertvolle Gebäude den Neubauten des Historismus weichen mussten, hat man die Fassaden einiger alter Bürgerhäuser an anderer Stelle neu erschaffen.

    Oh je, hier ist ganz schön viel gefährliches Halbwissen im Raum, was ich so als Magdeburger nicht stehen lassen kann.

    1. Die Idee für die Rekonstruktion stammt von einem ehemaligen sehr verdienten Magdeburger Oberbürgermeister, Herrn Dr. Willi Polte. Dieser Mann hat viel für die Stadt getan, der DDR-Wüste in den schweren Nachwendejahren erstes Leben eingehaucht und hat sich seinerseits bereits in den 90ern für die Rekonstruktion einzelner Fassaden eingesetzt. Politisch waren Rekonstruktionen damals aber nicht durchsetzbar.
    Ähnliches gilt für seine Mitstreiter, welche die jetzige Idee mit ihrer jahrelangen beruflichen Expertise im Bereich Stadtplanung unterfüttert haben. Das sind alles längst pensionierte Herren, die daraus kein politisches Kapital mehr schlagen wollen und brauchen. Sie wollen dieser Stadt einen Dienst erweisen und ein Highlight für diese Stadt erschaffen.
    Das Projekt wird den Magdeburgern auch nicht von Außen aufgedrückt. Die o.g. Leute genießen in der Magdeburger Bürgerschaft und auf lokalpolitischer Ebene ein hohes Ansehen.


    2. Eine generelle Ablehnung ggü. Rekonstruktionen nehme ich in Magdeburg überhaupt nicht wahr. Im Gegenteil: Bei Neubauprojekten (z.B. Domquartier) wurde in den letzten Jahren aus der Bürgerschaft heraus immer lauter eine Rückbesinnung auf das alte Magdeburg und mehr architektonische Qualität im Allgemeinen gefordert. Das wird jetzt sogar in den neuen Rahmenplan Innenstadt Einzug halten, einfach, weil es bei den Bürgerversammlungen so oft genannt wurde.
    Die immer wieder vorgetragene Ulrichskirche ist und war ein gänzlich anders gelagerter Fall.


    3. Das jetzige Projekt wurde sehr positiv in Magdeburg aufgenommen. Die positiven Stimmen überwiegen deutlich ggü. den negativen. Es ist nicht auszuschließen, dass das auch kippen kann. Ich rechne aber im Moment nicht damit.

    4. Magdeburg ist kein hoffnungsloser Fall. Die Stadt wird zwar hier aus städtebaulicher Sicht zurecht sehr kritisch gesehen, weist aber eine hohe Dynamik auf. Die Wirtschaft entwickelt sich gut, der Bevölkerungsrückgang wurde durch immer stärkeren Zuzug gestoppt, die Nachfrage nach attraktivem Wohnraum ist groß, die Übernachtungszahlen sind in den vergangenen Jahren (vor Corona) immer schneller gewachsen und die Bürgerschaft erwacht 30 Jahre nach der Wende immer stärker zum Leben. Ich als gebürtiger Magdeburger habe in meinen 30 Lebensjahren diese Stadt noch nie so dynamisch erlebt. Hier kann man noch richtig was erleben und da müssen wir als Stadtbild-Initiative ordentlich mitspielen.

    Sicher wird es Widerstand geben. Von den Grünflächen-Liebhabern und sicher auch aus dem Kreise moderner Architekten.

    Allerdings hat die Projektidee einen entscheidenen Vorteil. Sie kommt nicht aus der Bürgerschaft, sondern sie kommt vom Alt-OB, vom Alt-Stadtplanungsamtsleiter und von der mächtigen Wobau als Grundstückseigentümer. Da hat die Projektidee von Beginn an einen etwas höheren Stellenwert.

    Jetzt ist es aus meiner Sicht wichtig, dass große Teile der Bürgerschaft schnell Rückenwind geben und sich hinter dieses Projekt stellen, um dieses zarte Pflänzchen zum Wachstum zu verhelfen. Das Feedback auf Facebook ist erstmal größtenteils sehr positiv.

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    Genau das ist es. Wenn der Denkmalschutz eine originalgetreue Ergänzung (z.B. eine zusätzliche Tür, Fenster, Dachgaube), Hinzufügung (Anbau, Aufstockung) oder Wiederherstellung (Wiederbestuckung) ablehnt, weil es nicht der originalen Substanz entspricht, dann wird er selbst zu dem was er eigentlich verhindern will. Nämlich zu einem am Bau Beteiligten, der der Entstellung und Verunstaltung eines Denkmals Vorschub leistet. Andernfalls müssten jegliche Veränderungen und auch Instandsetzungen grundsätzlich versagt werden.

    Denkmalpfleger argumentieren durchaus, dass die Zeitschichten sichtbar bleiben müssen. Daher kann unter Umständen die originalgetreue Rekonstruktion (z.B. Dachaufbau, Stuck) abgelehnt und als Kompromiss nur eine moderne Neuinterpretation genehmigt werden.
    Die Magdeburger Historismus-Prachtmeile Hegelstraße wurde nach der Wende saniert. Zahlreiche entstellte Historismus-Bauten wurden durch Elemente ergänzt, die das Alte modern zitieren. Man hat sich bewusst dagegen entschieden, die Gebäude originalgetreu zu rekonstruieren.
    In Magdeburg herrscht diese Einstellung bedauerlicherweise vor.
    Leipzig ist leider nicht überall.

    Beispiel zu meinen Ausführungen:
    Alt: http://www.ig-altes-magdeburg.de/34.htm (Haus mit den Dachaufbauten)
    Neu: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Datei:MD-Hegelstr31-35.JPG

    Vorweg, ich finde es auch bedauerlich, dass viele sinnvolle Rekonstruktionen nicht zu Stande kommen. Doch wird hier nicht genau hingeschaut, wenn man die Denkmalpflege hier als potentiellen Unterstützer sieht, so unter dem Motto "die müssten doch". Die Denkmalschutzgesetze aller Bundesländer legen als als obersten Maßstab den Substanzerhalt an. Originale Substanz am originalen Ort. Substanz wird als historische Quelle gesehen, wie beispielsweise eine Urkunde. Nach dieser Logik, ist Total-Rekonstruktion (beim diesem Begriff muss man auch sehr sauber differenzieren) keine Aufgabe der Denkmalpflege. Beim vorliegenden Fall ist die Quelle des 19. Jahrhunderts bedauerlicherweise weitgehend vernichtet. Jetzt schützt man den Quellenwert des 20. Jahrhunderts. Denkmalpflege hat nichts mit Stadtbildpflege oder Begriffen wie "schön" zu tun. Es ist ein Missverständnis bei Rekonstruktionsprojekten wie der neuen Altstadt oder dem Schauspielhaus die Denkmalpflege in der Pflicht zu sehen. Oder man muss die gesetzliche Grundlage ändern.

    Damit liegst du vollkommen richtig.
    Ich hatte die Tage auch eine interessante Diskussion mit der Denkmalpflege zur Teilrekonstruktion von denkmalgeschützten, entstuckten Altbauten. Während unsereins immer das Ziel hat, den Altbau vollständig zu rekonstruieren um das bestmögliche für das Stadtbild herauszuholen, strebt die Denkmalpflege den Erhalt der originalen Bausubstanz inkl. der mitunter hässlichen erlittenen Brüche der Zeitgeschichte an.
    Das ist ein Spannungsverhältnis, welches sich nicht so leicht aufbrechen lässt.

    Der Strang heißt ja "... - vorher, nachher, heute". Gibt es ein Nachher-Bild, also nach dem Krieg? Es würde mich doch sehr interessieren, ob die Kuppel, Haube und Giebel nicht noch zu retten gewesen wären.


    Es wäre doch schön, wenn es ein Förderprogramm für den Ausbau und die Wiederherstellung solcher Schmuckstücke gäbe. Damit ließen sich die Städte im gesamten Bundesgebiet deutlich aufwerten.

    Da gebe ich dir Recht. Nur die Frage ist auch, welche Hürden würde der Denkmalschutz setzen? Ich verweise mal darauf, dass ein nicht unerheblicher Teil der Denkmalschützer Rekonstruktion am Denkmal nicht begrüßt. Man beiseitigt damit schließlich den Bruch, den die Zeitgeschichte dem Denkmal zugeführt hat.
    Für uns ist diese Argumentation unvorstellbar aber im Bereich der Denkmalpflege spielt das tatsächlich eine Rolle und kann ein großer Stein im Weg sein.

    Die Stadt Dortmund pflegt ihre etwas unrühmliche Tradition des Abrisses von historischen Gebäuden.


    In der Alexanderstraße sollen gleich drei Jugendstilhäuser aus dem Jahre 1904 der Abrissbirne zum Opfer fallen.

    Die Denkmalbehörde hat die Gebäude untersucht und keinen Denkmalwert festgestellt.

    Manchmal fragt man sich wirklich, auf welcher Basis solche Entscheidungen getroffen werden. Wie Heimdall schon korrekt angemerkt hat, man schaue nur mal auf die Fassaden-Ornamentik. Mehr Jugendstil-Denkmal geht wohl kaum...

    Die Begründung ist ja wohl kaum an Dreistigkeit zu überbieten:


    "Die drei Gebäude wurden durch die städtische Denkmalbehörde und dem Fachamt für Denkmalpflege, der LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen innen und außen auf ihren Denkmalwert hin überprüft. Dabei wurde festgestellt, dass die Gebäude nicht mehr den Überlieferungszustand besitzen, der für eine Eintragung in die Denkmalliste der Stadt Dortmund erforderlich gewesen wäre."

    Wenn es danach ginge, müsste man bei einem nicht unerheblichen Prozentsatz der deutschen Altbauten den Denkmalschutz entfernen, da der "Überlieferungszustand" nicht mehr vorhanden ist.

    Wenn ausschließlich mit den Facebook-Seiten agiert worden ist, dann ist eine geringe Reichweite meist vorprogrammiert. Seit Ende 2017 hat Facebook seinen Algorithmus dahingehend modifiziert, dass man nur noch eine sehr geringen Anteil seiner Follower erreicht. Um daraus auszubrechen erfordert es einer sehr aktiven Followerschaft. Ein anderes sehr probates Mittel ist, es, in Gruppen mit entsprechender Zielgruppen-Ansprache zu teilen. Da vervielfacht die Reichweite enorm.

    Ja, da hast du Recht!

    In die SD-Gruppe werde ich es auch noch teilen.

    Es wird sicherlich nicht die Masse an Spenden bringen, aber steter Tropfen hölt den Stein.

    Leider hat SD den Vorschlag, auf Facebook offensiv für das Projekt zu werben, nicht aufgegriffen. Dabei ist es eigentlich das bedeutendste noch ausstehende Rekonstruktionsvorhaben in Deutschland.

    Ich habe deinen Beitrag gerade gesehen und halte den Vorschlag für sehr sinnvoll. Vielleicht können wir mit der Reichweite da einen wichtigen Impuls setzen.

    Ich werde es morgen posten.

    Das hole ich hiermit nach!


    Aus meiner Sicht eine herausragend qualtitätsvolle Sanierung.

    Dritter Dialog zur Zukunft der Innenstadt! Vom 09.10. bis zum 01.11.2020 können noch Meinungen und Ideen zum künftigen Rahmenplan Innenstadt einfließen.

    Mitmachen: https://www.magdeburg.de/Start…nen/Rahmenplan-Innenstadt

    Übrigens haben sich genügend Bürger bei dem ersten und zweiten Dialog auch für "unsere" Ziele eingesetzt, sodass bei der Auswertung des zweiten Dialoges ein entsprechender Abschnitt aufgenommen wurde.

    https://www.magdeburg.de/PDF/A…=PDF&WTR=1&_ts=1600791469

    Jetzt heißt es dran bleiben! Bitte Mitmachen (siehe oben!)