Posts by Wangener

    Das Empfangsgebäude gehört seit einigen Jahren gar nicht mehr der DB (die auch nichts für den Erhalt von Bahnhofsgebäuden tut, abgesehen von einigen Knotenbahnhöfen), sondern wurde im Dezember 2012 erstmals versteigert (2500 Euro nach 1000 Euro Mindestgebot), später (für wesentlich mehr Geld!) an »zwei Männer [verkauft], die zu den nötigen Terminen mit Dolmetscher erschienen, weil sie der deutschen Sprache nicht mächtig seien. Was sie mit dem Gebäude vorhatten oder vorhaben, ist bis heute nicht ersichtlich« (Saarbrücker Zeitung). Für den zwischenzeitlichen Eigentümer nicht schlecht, er hat am Weiterverkauf noch verdient, und die jetzigen Eigentümer bekommen vielleicht noch etwas Geld wegen des Durchgangs zum Bahnsteig, ohne einen Pfennig zu investieren.

    Noch zur Clemenskirche. Wie man dem Wikipediaartikel entnehmen kann, wurde sie 1803 profaniert und ihres Dachreiters beraubt, dann als Speichergebäude benutzt und 1899 abgerissen. Wofür? Die Clemensstraße wurde zur Bordellstraße umfunktioniert! Kulturellen Fortschritt kann man das kaum nennen...


    Erhalten geblieben ist eine Glocke (etwa 1330–1340):

    [Concord, GFDL/CC-BY-3.0]


    Die Maria-am-Stegel-Kapelle wurde schon ab 1529 nicht mehr als solche benutzt, wurde 1942 schwer beschädigt. Ihr Wiederaufbau war geplant, aber keiner wollte ihn zahlen. Sturmgeschädigt wurde die Ruine 1967 abgerissen.


    Noch zwei Bilder:

    [vermutlich gemeinfrei]



    [vermutlich gemeinfrei]

    Der Einödhof Etzendorf 16 wird saniert. Die Denkmalliste schreibt zum Haus:

    Quote

    Zweigeschossiger Satteldachbau mit Traufseitschrot, Blockbau, zum Teil massiv, nach Norden Stadel, wohl 18. Jahrhundert, Dach später.


    Offensichtlich stammt das Gebäude jedoch von etwa 1650. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz schießt 30.000 Euro zu: https://www.wochenblatt.de/kul…schoss#gallery&0&1&223719


    Eine sehr erfreuliche Nachricht, gerade auch weil in der Gegend (ich habe sämtliche Wikipedia-Denkmallisten des Landkreises Regen überarbeitet) viel verfällt oder schon ganz weg ist.

    Die Ortsteile sind seit geraumer Zeit in den Listen des Denkmalpflegeamts nicht mehr enthalten. Wobei die Angaben, als es sie noch gab, wohl auch nicht unbedingt richtig waren. Jedenfalls steht das fragliche Objekt erst seit kurzem auf der Denkmalliste, deshalb hilft sie bei der Frage nach dem Ortsteil nicht weiter. Laut Openstreetmap verläuft die Grenze Moosach/Feldmoching auch erst am Nordrand des Bahnhofs. Alles etwas verworren.

    Das relativ ansehnliche Empfangsgebäude des Ingolstädter Hauptbahnhofs von 1957 soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden.



    Der Entwurf mit 48 Meter hohem Turm, der dort zu sehen ist, ist jedenfalls nicht prickelnd, soll aber noch überarbeitet werden. Etwas Besseres erwarte ich aber nicht...

    Irrsinn im Stadtteil Glindow

    Die Jahnsche Villa, ein früheres Krankenhaus, erst vor etwa vier Jahren saniert, wird abgerissen!



    [SchiDD, CC-BY-SA 4.0]


    Zumindest dürfte die Stelle von Beton- und Glaspalästen verschont bleiben: »Auch wie die Fassade aussehen soll, regelt der Plan. Demnach können die Häuser in hellem Putz, als Fachwerk oder mit Sichtmauerwerk aus gelben, roten oder ockerfarbenen Ziegeln gestaltet werden.« (http://www.maz-online.de/Lokal…he-Turmvilla-muss-weichen)


    Weitere Quelle: http://www.pnn.de/pm/1266878/

    Die Gemeinde Krauchenwies möchte offensichtlich ihr Renommee steigern. Ein paar alte, recht bäuerlich und dörflich anmutende Häuser tun es da natürlich nicht. Viel besser sind zumindest mittelstädtisch, modern und austauschbar aussehende Gebäude. Zur Neubebauung siehe auch dort: https://www.schwaebische.de/la…tehen-_arid,10727034.html


    In sämtlichen Zeitungsberichten kein Wort zur Geschichte der momentan im Abriss befindlichen Häuser.


    PS: Ich vergaß es zu schreiben, das, was entsteht, nennt sich »Prinzenpalais«. Das meinte ich auch mit »Renommee«. Danke an thommystyle.

    Es steht nur das Kreuz auf der Denkmalliste. Dessen Symbol im Atlas umfasst scheinbar auch den Garten, aber das ist nur ein gewöhnliches Quadrat zur Markierung von Baudenkmälern fast ohne Fläche, ein Punkt von der maßstäblichen Größe des Kruzifixes wäre ja kaum zu sehen.


    Wenn man vom wirtschaftlichen Aspekt ausgeht, dann wären auch wahrscheinlich schon weit über 3/4 der eingetragenen Denkmäler verschwunden, weil deren Sanierung "nicht lohnt".

    Drei Viertel sind es nicht, aber die Anzahl der Karteileichen in den Baudenkmallisten ist schon hoch. Da können schon einmal ein paar zerstörte pro Gemeinde noch drinstehen.

    Links von dem Haus "Auf der Teusch 1", in der alten Kirchgasse befindet sich dieses besondere Fachwerkhaus. An der Seite hat es vergoldete Vordächer (ist wohl nicht historisch ? :lachentuerkis: )




    Vermutlich genauso historisch wie die Aufschriften, die offensichtlich in völliger Unkenntnis der Lang-S-Regeln (vor allem, wo es nicht hingehört) hingepinselt wurden. Das schmerzt einen ja regelrecht.

    An sich scheint sich ja nichts zu ändern. Wenn die einfachen Denkmale bislang zwar als Kulturdenkmale galten, aber keinen Schutz genossen.


    Den Satz »Ab sofort wird das Landesamt nur noch die Denkmäler listen, die »von besonderem Wert« und damit schützenswert sind.« muss man sich aber auch auf der Zunge zergehen lassen.

    Schmerzhaft bleibt natürlich der Verlust der Altbauten.

    Der wird von diesem Neubau auch kaum aufgewogen. Zwar mag er nicht der schlechteste sein, aber dass wir darüber, dass er halbwegs angepasst ist, eigentlich schon gottfroh sein müssen, zeigt, wie niedrig das Niveau der Baukultur heute ist.


    Am Stadtrand könnte man mit dem Neubau zufrieden sein, in einer Altstadt und als Ersatz für diese Häuser sollte man dies aber nicht, muss man aber vielleicht schon sein.

    Hast du aber bemerkt, dass im Gegensatz zu vielen andern Google Street View-Ansichten grösserer Orte wie besispielsweise Worms oder Paderborn durch Klicken auf "3D" unterhalb des Nordpfeils rechts wenigstens Vogelschauansichten verfügbar sind? Und dies sogarin allen vier Himmelsrichtungen.

    Nein, das war mir nicht aufgefallen. Danke für den Hinweis! Für einen grundsätzlichen Eindruck reicht das schon, aber eben kaum flächendeckend.


    Zur eigentlichen Sache bin ich eher zwiegespalten. Einerseits weil Abrisse von Altbauten in der Regel unschön sind, aber andererseits kann man das Bedürfnis nach einem Stadtplatz schon verstehen.

    Zur Beurteilung der Situation vor Ort samt den abzureißenden Häusern wäre es wieder einmal schön, wenn es auch für Deutschland Google-Streetview gäbe. Aber das wurde ja leider erfolgreich verhindert.

    Siebzig ehemalige Kulturdenkmäler (laut Wikipedia, Stand 2015) gibt es alleine in der Kernstadt Zeitz. Die dürften in den allermeisten Fällen abgerissen worden sein. Das spricht schon Bände.