Posts by Wangener

    Warschau hatte doch wohl auch Gründerzeitviertel, was ist denn aus denen geworden? Soweit ich weiß, konzentrierte sich die gezielte Zerstörung nach dem Warschauer Aufstand auf die Altstadt.

    Versuch einer Antwort: Westlich der Weichsel dürfte auch außerhalb der Altstadt nicht mehr viel gestanden haben, ich glaube nicht, dass da noch groß ein zusammenhängendes Viertel gestanden hat (jemand mit mehr Fachkenntnis darf mich gerne korrigieren). Östlich der Weichsel stand ja schon seit längerem die Rote Armee, da steht dann bspw. in Praga auch noch mehr »Gründerzeit«. Zu bedenken ist natürlich auch, dass in den Rekonstruktionsgebieten westlich der Weichsel vielerorts nicht der letzte Zustand wiederaufgebaut wurde, sondern der vorindustrielle, denn vor 1945 war natürlich auch in Warschau viel überformt.


    PS: Beispiel eines großstädtischen Gebäudes, das die Zerstörung halbwegs überstanden hatte und dann ins neue alte Stadtbild zurechtgestutzt wurde: https://pl.wikipedia.org/wiki/Hotel_Savoy_w_Warszawie

    Um hier etwas Orientierung zu bieten:


    Die eventuell zu erhaltende Hausfassade steht nördlich zur Alexanderstraße, das sah zuvor so aus:

    Alexanderstraße Eisenach


    Die gezeigten Entwürfe sind für die Fassaden südlich zur Georgenstraße. Von den drei dort abgerissenen Gebäude seht ihr hier zwei halbwegs gut (rosa, gelb):

    Georgenstraße Eisenach


    Und das dritte hier links:

    513px-Georgenstra%C3%9Fe_10_Eisenach_20191004_001.jpg

    [Tilman2007, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/…Eisenach_20191004_001.jpg]

    Beim letzten dürfte die Übereinstimmung beim Neubau am größten sein.

    einzigen heute noch bestehenden Frauenklosters der Zisterzienserinnen in Deutschland

    Nicht ganz :) Es ist das älteste durchgehend bestehende Kloster der Zistenzienserinnen. Gar nicht so weit weg von Marienthal gibt es noch Marienstern in Panschwitz-Kuckau, sonst noch Lichtenthal bei Baden-Baden, Seligenthal in Landshut, Oberschönenfeld bei Augsburg, Thyrnau bei Passau, Waldsassen, und Helfta bei der Lutherstadt Eisleben.

    Nicht nur, dass innerstädtischer Wohnraum geschaffen wird, so werden hier auch unansehnliche, zum Teil verfallene alte Fachwerkhäuser durch neue moderne ersetzt. Dabei wurden diese so geplant, dass sie sich hervorragend in die Umgebung des historischen Stadtbildes einfügen. Dies wurde auch vom Denkmalschutz so bewertet, der das Projekt als seit langem „beste zeitgenössische Planung“ bezeichnete.


    Tatsächlich?

    Ja natürlich! Es steht ja da, dass alte Fachwerkhäuser durch neue moderne [satzlogisch wäre hier »Fachwerkhäuser« zu ergänzen] ersetzt würden. Also neue Fachwerkhäuser :)

    Die Würdenburg von Ende des 16. Jahrhunderts in Teutschenthal wurde nach jahrzehntelangem Verfall Anfang April 2019 abgerissen. Siehe hierzu den schon von Heimdall erwähnten Artikel »Die Würdenburg – Das wahre Schloss zu Teutschenthal« und aktuelle Zeitungsartikel:
    https://www.mz-web.de/saalekre…abgerissen-wurde-32325216
    https://www.mz-web.de/saalekre…aler-identitaet--32458704


    »Auf dem Gelände des abgerissenen Schlosses soll ein Neubau entstehen, sagt Carl Friedrich Wentzel. Was das für ein Bau sein wird und wie er genutzt werden soll, steht noch nicht fest. „Wir sind noch mit der Gemeinde im Gespräch“, sagt Carl Friedrich Wentzel. Die Gemeinde habe in Erwägung gezogen, selbst zu bauen.« steht dem entgegen: »Zudem verweist der Gemeinderat darauf, dass entgegen der Behauptung von Carl Friedrich Wentzel die Gemeinde nicht in Gesprächen über einen eventuelle Neubau auf dem Grundstück der einstigen Ritterburg stehe.«


    Ich finde die krampfhafte Verwendung der polnischen Ortsnamen von ehemals deutschen Städten und Dörfern ohnehin skurril. Zumal die meisten Deutschen die polnischen Namen nicht einmal richtig aussprechen können.

    Noch nicht einmal richtig schreiben: Besonders skurril finde ich es, wenn man einerseits auf die Verwendung der polnischen Namen besteht und mit den einschlägigen Begriffen gegen die wütet, welche die deutschen Namen verwenden, aber zu faul ist, den polnischen Namen korrekt mit Sonderzeichen zu schreiben, wobei man es ja nur aus der Wikipedia oder ähnlichen Seiten kopieren müsste. Und ohne Sonderzeichen ist es eben nicht der richtige polnische Name.


    Besonders schön ist es dagegen, wenn man beim Gespräch mit einem Polen aus Vorsicht den polnischen Namen sagt und der dann in der Antwort den deutschen Namen verwendet :)

    Der Zustand dieses Beitragsstranges ist symptomatisch für Teile des Forums, die Nichtmehrexistenz der Galerie ebenso.


    Erfreulicher ist, dass in Wilhermsdorf eine Aufbesserung des Stadtbildes durch Sanierung dreier zentraler Häuser in Sicht ist:


    Hauptstraße 40

    [Tilman2007, CC-BY-SA 3.0]



    [Tilman2007, CC-BY-SA 3.0]



    Hauptstraße 44:

    [Tilman2007, CC-BY-SA 3.0]


    Zeitungsartikel dazu: http://www.nordbayern.de/regio…uckstuck-bilden-1.8071418


    Nach der Sanierung ist eine öffentliche Nutzung vorgesehen, Haus 40 soll ein Vereinshaus werden, der Innenhof 40/42 soll als Biergarten genutzt werden. Das Rückgebäude von Hauptstraße 42 wird wohl abgerissen werden, auch die Nutzung ist auch wegen niedriger Decken noch unklar. Haus 44 ist im ersten Stock noch bewohnt. »Außerdem könnte in das Gebäude 44 auch noch die Registratur einziehen und die Volkshochschule Räume erhalten. Ebenfalls noch Platz wird für einen permanenten Sitzungssaal gesucht. Momentan wird im Bürgersaal getagt.«

    Das Enslinhaus wurde jüngst beseitigt nach Nachweis der angeblichen Unwirtschaftlichkeit einer Sanierung:
    »Das Kellergewölbe sei eines der wenigen Überbleibsel an Bausubstanz, die den großen Tuttlinger Stadtbrand von 1803 überdauert haben, heißt es. Der Fachwerkbau wurde wohl 1804 über einem älteren, zweigeschossigen Gewölbekeller errichtet.
    Nach jahrelangem Hickhack wurde der Abbruch nun im Oktober genehmigt. Die Wohnbau hatte per Gutachten nachgewiesen, dass eine Sanierung nach Auflagen des Denkmalschutzes wirtschaftlich nicht darstellbar sei (wir berichteten). Eine umfangreiche Dokumentation des Gebäudes liegt aber vor.
    Einige Tuttlinger bedauern den Abriss, wie mehr als 90 Prozent der Beiträge im sozialen Netzwerk Facebook zu diesem Thema zeigen. „Die letzten schönen Häuser verschwinden nun auch noch“, heißt es da beispielsweise. „Am besten ganz Tuttlingen abreißen und neu aufbauen, alles rechteckig und quadratisch, weiß und grau genormt“, lautet dieser sarkastische Beitrag. „Jetzt kriegen wir noch einen weiteren Betonpflärren.“ Und schließlich: „War doch klar. Man weiß doch, wer in Tuttlingen wichtig ist und wer nicht.“« https://www.schwaebische.de/la…s-weg-_arid,10978070.html

    Im Bistum Essen gehen Profanisierung und Abriss weiter.


    Gestern wurde die aus Trümmersteinen erbaute Kirche St. Thomas Morus von 1952 in Vogelheim profaniert, bald soll sie abgerissen werden, offensichtlich um Platz für Wohnraum zu schaffen (braucht es da doch wieder neuen im Ruhrgebiet?). Zukünftig soll das evangelische Markushaus ökumenisch genutzt werden.

    [Wiki05, gemeinfrei]


    Zu weiteren Informationen über die Kirche siehe Wikipedia-Artikel. Bericht des Bistums Essen: https://www.bistum-essen.de/pr…menische-zentrum-oeffnet/


    Die Liste profanierter Kirchen im Bistum Essen wurde hier schon erwähnt. Der Niedergang ist wirklich bitter, denn auch viele der Nachkriegskirchen (und es sind nicht nur Nachkriegskirchen) sind architektonisch wertvoll. Davon, dass die vielen Abrisse den Denkmalschutz stören, habe ich auch nichts gehört. Dringend wäre er hier nötig.