Posts by LEonline

    Dein Zitat im Wortlaut: "Bei den Dresdner potentiellen Baulücken in den Vorstädten stand vor 1945 größtenteils "nur" gründerzeitliche Stangenware, wie man sie in Leipzig oder Hannover, Berlin Prenzlauer Berg etc noch partiell (und natürlich erheblich verstümmelt) bewundern kann."

    Die Schlüsselwörter hier sind "partiell" und "natürlich erheblich verstümmelt". Dies im Kontext mit einer Stadt wie Leipzig, in der 1.) der Historismus die Fläche beherrscht und 2.) die Qualität der Altbausubstanz in Punkto Fassaden und Treppenhäusern in Dtl. und auch darüber hinaus seinesgleichen sucht. Explizite Vergleiche mit P-Berg und irgendwelchen entstuckten Fassaden schrauben den Wahrheitsgehalt auch nicht gerade in die Höhe denn gerade die geringe Entstuckungsquote und unique Rekonstruktionsleistung Leipzigs dürften allgemein bekannt sein.

    Sorry für die Einmischung aber das Leipzig hier und da aus ein paar Stangenwaren-Gründerzeitlern besteht, die dazu noch erheblich verstümmelt daherkommen, konnte ich nicht so stehen lassen. Nun zurück in die Schießgasse (ganz ohne UN-Aufsicht ;))!

    Gibt es einen Link zum Bericht des Gestaltungsforums mit den entsprechenden Projekten? :)

    Die Neumarkt-Visu ist aus einer Publikation abfotografiert, die bei der Jahresauftaktveranstaltung zum Gestaltungsforum verteilt wurde. Ein DAF-User hat nun das entspr. PDF online gefunden: https://www.leipzig.de/bauen-und-wohn…estaltungsforum

    Nochmal zum Plattenbauvorwurf, den ich überhaupt nicht nachvollziehen kann. Erstens lassen sich Nöfers bisherige Arbeiten nicht wirklich mit Platte 2.0 assoziieren und zweitens betonen Entwurfsverfasser und Bauherr (Zitat aus dem Jahresbericht): "Die Glaubwürdigkeit eines direkten Bezuges zu den Architekturen des frühen 20. Jahrhunderts setzt eine den Vorbildern adäquate Materialität und eine entsprechende handwerkliche Durchbildung bis ins Detail voraus. Darüber besteht Einigkeit auch zwischen Bauherrn und Verfasser. Dieser Anspruch wird ausdrücklich begrüßt". Klingt für mich nun überhaupt nicht nach dem Vergleichsobjekt in Goldsteins Tagesspiegel-Bild.

    In die Formensprach gehört auch die Verlängerung der Plauenschen Straße. Daher mal eine weniger bekannte Aufnahme:

    bruehl23.jpg

    Das im Bild gezeigte Gebäude ist die Plauensche Passage von 1873, ihres Zeichens eine der ersten Leipziger Passagen und 83 Meter lang. Abgesehen von den Kopfbauten war sie komplett glasüberwölbt und in der Mitte mit einer Kuppel versehen. Hier mal eine Ansicht in Verbindung mit der Richard-Wagner-Straße:

    v7y3ja2a.jpg

    Links angeschnitten übrigens das Gebäude der Dauernden Gewerbeschau, in dem anfänglich u.a. das Naturkundemuseum beheimatet war:

    6gjy8ibh.jpg

    zwscnvvz.jpg

    Zurück zur Plauenschen Passage (der Name geht auf die Tuchhändler aus Plauen zurück, die im Vorgängerbau "Plauenscher Hof" übernachteten).

    Hier eine Ansicht vom Brühl hinein in die Plauensche Straße:

    t6oplb67.jpg

    Leider sind mir keine Bilder aus dem Inneren also von der eigentlichen Passage bekannt - evtl. kann Dr. Mises hier "nachjustieren".

    ^ Ähem...es ging hier eigentlich ausschließlich um die Bay-Windows (die eben recht typisch für Leipzig sind) und um keinerlei anderen Bezüge. Ansonsten sollte keine Anlehnung an irgendeinen "Vorgängerbau" erfolgen (Steibs Hof steht ja sowieso in einer anderen Straße).

    Nach längerer Zeit mal wieder ein update: Nöfer-Entwurf für das Timonhaus (Neumarkt 20), für das es eine Neukonzeption für die Fassade am Neumarkt gibt. Wie man sieht hat man mit den Bay-Windows Bezüge zu Leipziger Innenstadt-Geschäftshäusern am Beginn des 20. Jhd. aufgegriffen. Als Vorbild wird hier explizit Steibs Hof von 1907 genannt.

    kii3e5vx.jpgQuelle: Nöfer Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin / aus ´Gestaltungsforum der Stadt Leipzig Jahresbericht 2022/23´

    Ein ähnlicher Vertreter stand mit dem Zeißighaus (Neumarkt 18, ebenfalls Baujahr 1907) übrigens früher direkt nebenan:

    9aoub4jv.jpg

    Leider ist es aber wohl so, dass durch die Entwurfsverfasser (rkw, Prof. Ringel) der Fassade von 1995 Ansprüche bezügl. Urheberschutz geltend gemacht werden. Mal schauen was bzw. ob sich da zukünftig was tut.

    ^ In seinen 1957 erschienenen Kindheitserinnerungen „Als ich ein kleiner Junge war" heißt es dann später im Text:

    Quote from Erich Kästner

    "Ja, Dresden war eine wunderbare Stadt. Ihr könnt es mir glauben. Und ihr müßt es mir glauben! Keiner von euch, und wenn sein Vater noch so reich wäre, kann mit der Eisenbahn hinfahren, um nachzusehen, ob ich recht habe. Denn die Stadt Dresden gibt es nicht mehr. Sie ist bis auf einige Reste vom Erdboden verschwunden."

    DarkVision

    Na ja, vielleicht erkennt der Forentroll mal wie durchschaubar solche Pauschalisierungen sind (allein ich habe meine Zweifel).

    Etwas gehaltvolleres zu DD wollte ich dann doch noch loswerden: Jede Stadt hat ihre schönen Seiten aber keine Großstadt in Dtl. hat eine derart ramponierte Innen- und erweiterte Kernstadt wie Dresden. Ich gehe mal davon aus, dass dies allgemeiner Konsens ist. Der wiederaufgebaute Altstadt-Teil ist auf der einen Seite beachtlich allerdings ist er auch von einem Fluidum durchzogen, welches auf mich einen ambivalenten Eindruck macht. Mir fehlt da die Wahrhaftigkeit, das Echte und Gesetzte wenn ich mich durch diesen Stadtraum bewege. Es ist schwer zu beschreiben aber diese Kullissenartigkeit eines großen Theaters will sich nicht abschütteln lassen. Wenn man diesen Raum verlässt erschlägt einen dann diese fast absurde Tristesse gebauter Hässlichkeit. Der große Nachteil der Stadt ist, dass dieser Zustand weitgehend manifestiert ist - nur auf recht wenigen Arealen lässt sich noch nachverdichten bzw. neu modellieren (der Hypetrain zur Grauen Energie hupt derweil im Hintergrund). Hier drängt sich ein Vergleich zu Leipzig auf, das ebenfalls an vielen Stellen ramponiert daherkommt dergestalt unzähliger Brachen und Konversionsflächen plus recht vieler unsanierter Gebäude und Straßen (weit mehr als in DD). All diese Mängel lassen sich aber mit vergleichsweise geringen Eingriffen korrigieren. D.h. die schon recht gute Basis wird peu a peu im Sinne einer heilenden Stadtstruktur weiterentwickelt. Diese Möglichkeiten hat DD in diesem Umfang nicht (mehr) und wo es sie hatte wurde oft versagt (Marienstraße, Bereich Külz-Ring usw.).

    Edit: Wahrscheinlich wurde das was ich geschrieben habe hier schon mal so oder so ähnlich von dem ein oder anderem User geäußert daher entschuldige ich mich für die Wiederholung. Allerdings lese ich hier im DD-Subforum nur selten mit (daher entgehen mir auch solch spannende Vergleiche wie der zwischen Dresden und Dortmund ;)).

    Dann verstehe ich nicht warum Mr. Ahnungslos ständig alternative Fakten ausm Tal in Richtung Leipzig sendet. Wenn ich eine Sache nicht mag dann beschäftige ich mich einfach nicht damit. Dass wäre so als würde ich mir permanent Speed Metal reinziehen obwohl mir alle anderen Musikrichtungen viel besser gefallen um mich dann im Speed-Metal-Forum anzumelden damit ich den Leuten dort in schöner Regelmäßigkeit erklären kann warum Speed Metal der größte bullshit ist.

    DarkVision

    Das Problem ist, dass es damit nicht getan ist sondern das Getrollte weiterhin öffentlich stehen bleibt. Die Moderation lässt ihn ja gewähren. Andererseits sorgt er halt auch dafür, dass die ihm verhasste Stadt im Gespräch bleibt (was er aber irgendwie nicht zu schnallen scheint).

    Wenn eine Stadt keine richtig historischen Gebäude vorweisen kann...

    "Mit 15 000 registrierten Kulturdenkmalen gehört Leipzig zu den denkmalreichsten Städten in Europa." Quelle: https://www.kulturstiftungleipzig.de/wp-content/upl…oschur_2018.pdf

    Eine französische Hotelkette scheint die Reißleine gezogen zu haben und schließt zwei Klotzhotels am Bilderbunker.

    Laut Hotelbetreiber angeblich aufgrund Wasserschadens: https://www.lvz.de/lokales/leipzi…7X4E3Z3KJY.html

    Damit kann eine Stadt aber auf Dauer keine Gäste anlocken.

    Da sprechen die Rekordzahlen (3,8 Mio) in 2023 dagegen: https://www.lvz.de/lokales/leipzig/leipzig-bei-touristen-gefragt-langzeit-effekte-durch-em-erhofft-ZCKLHARKOZEDFGZYQCZQPA546Q.html#:~:text=Leipzig%2C%20so%20LTV%2DPr%C3%A4sident%20J%C3%B6rg,und%204%2C4%20Millionen%20%C3%9Cbernachtungen.

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    2023 war das Jahr, in dem Sachsen sich aus dem Corona-Tal herausgearbeitet hat. Das machen auch die Tourismuszahlen deutlich, die das zurückliegende
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