Posts by Loggia

    Ah, eine sehr zähe Angelegenheit.
    Könnte man vielleicht mehr Leute auf die Umgestaltungsseite bekommen, wenn man sowas wie eine Vision für Osnabrück-Innenstadt darstellt? Und mehr mit den Anwohnern spricht?

    Also Du meinst, Neumarkt zur Fußgängerzone zu machen und Johannisstraße aufwerten würde helfen, d.h. das "Stadtkreuz" fußgängerfreundlich machen?

    tegula: D.h. der Teil südlich vom Neumarkt ist die Neustadt?
    Ja, der sieht besonders zerrupft aus.
    Wenn man den Neumarkt für den Durchgangsverkehr schließen würde (wofür scheints die Hälfte der Leute ist und was auch ausprobiert wird, wie Du sagst), bräuchte man für die Neustadt auch ein neues, urbaneres und kleinteiligeres Konzept.
    Denn die wird ja völlig beklotzt.
    Es wäre vielleicht so ähnlich wie in Potsdam, daß man die Außenbezirksklötze, die sich in die Innenstadt vorgefressen haben, wieder rausdrängt. Der Neumarkt könnte dafür der Ausgangspunkt sein, ja.

    Naja, das Problem beim Neumarkt scheint mir auch zu sein, daß der eben die kürzeste Ost-West-Verbindung ist, und insofern schwerlich für den Durchgangsverkehr gesperrt werden kann, wenn man dem nicht ziemliche Umwege zumuten will (es würden dann die Wallstraßen o.ä. Verkehrsschneisen werden).
    Auf Google Maps macht jedenfalls die ganze Innenstadt einen kläglichen Eindruck, Klötze und Brachen (Autostellplätze) allüberall, dazwischen ein paar stehengebliebene Häuschen älterer Bauart, daneben Parkhäuser.
    Als ob die Stadt sich aufgegeben hätte und zum reinen Außenbezirk mutieren wollte, oder zur Drive-In-Mall.

    Also der bisherige Strang macht einem ja nicht gerade Lust, Osnabrück touristisch zu besuchen.
    Wenn da solche Wirrheit herrscht, wie daß auf einem Platz all Monat die Verkehrsführung geändert wird, und auch nicht klar ist, wo man höher bauen will und wo nicht, dann kann da eigentlich nur Murks rauskommen.


    Was die abgerissenen Häuser für den Tommy-Hilfinger-Abtraum angeht, mein Eindruck ist, daß das linke und mittlere bereits ein Haus waren, das etwa in den 1990ern oder sogar den Nullern gebaut worden war (man beachte die gleichen Fenster und das sich umlegende Dach), das rechte ("Depot") war aber bestimmt vor 1918, so wie die Fenster und das Dach proportioniert waren, keinesfalls Nachkriegszeit (da hat man keine hohen Fenster mehr gebaut). Die waren eigentlich recht nett, aber halt recht niedrig, nur 3 Stockwerke.
    Ob das dort einen Klotz verträgt oder nicht, kann ich nicht sagen mangels Umgebungsbildern.
    Ich finde nur das "Schachbrett" ziemlich scheußlich, das ist so ein typischer Modebau, der nach 10 Jahren völlig gestrig aussieht, wahrscheinlich auch heruntergekommen.


    Herrscht denn Zuzug in Osnabrück, daß eine Verdichtung der Innenstadt angezeigt wäre?
    Wäre es dann nicht sinnvoller, die Orte, wo höher und größer (=mehrere kleine Parzellen zusammengelegt) gebaut werden darf, sich genauer auszugucken als mal hier, mal da ein Hochhaus hinzupflanzen, so daß alles völlig zerrupft aussieht?

    Das erscheint mir eine ziemlich üble Angelegenheit, in der man sofort aktiv werden sollte (EU_Parlamentsabgeordnete anschreiben oder besser noch anrufen, damit das Plenum dagegen ist).
    So wie ich das sehe, verlangt man dann kleinen Bloggern (die ja allesamt als "kommerziell" gelten, weil sie Spenden einwerben) auch Geld für Pressezitate ab?! Und Bildverwendung wird noch mehr abgemahnt?!
    Bei fefe, den ich nicht mehr so oft lese, weil ich ihn politisch für inzwischen oft etwas arg albern halte, ist unter
    Thu Jun 21 2018 und davor was darüber zu lesen.
    Es ist eine Sache, von Youtube zu verlangen, daß es mehr Geld an die Inhaltehochlader ausschüttet, und eine andere, derartige Regeln zu formulieren, die jegliche publizistische Internet-Aktivität, die ein bißchen größer wird, von vornherein abwürgt.

    Nicht umsonst sind doch Historismus-Wohnviertel unglaublich beliebt in nahezu allen deutschen Großstädten.
    Ja sicher, aber diese Häuser sind auch schon lange abbezahlt, und die zu renovieren/sanieren dürfte weitaus billiger sein als solche neu zu bauen... auch bestehen die aus Ziegelwänden, die heutigen Wärmedämmvorschriften nicht entsprechen, d.h. ein Haus heute neu zu bauen ist ein ganz eigenes Problem, da man dabei kaum wie im Historismus bauen kann (es gibt auch nicht mehr viel Ziegeleien und entsprechende Maurer).
    Ornamentik an "neuklassischen" Häusern gibt es teilweise ein bißchen, ob das Stuck ist oder etwas anderes, weiß ich nicht. Einiges wird auch aufgeklebtes Styropor sein...
    Es fehlt halt an Nachfrage, um wieder mal einen "Zierleistenwahn" zu entfachen - im Historismus gab es die Schmuckelemente ja nach Katalog, weil jedes Haus mit solchen ausgestattet wurde.
    Und die Historismus-Häuser waren damals Standard in dem Sinne, daß man ein Schema wie Vorderhaus-Seitenflügel-Quergebäude-2.Seitenflügel hatte, das alles in Ziegel, verputzt oder auch nicht, Schmuckelemente ran.
    Der heutige Standard ist anders, die Grundrisse sind durch die "modernen" freistehenden Häuser ab Mitte 20.Jh v.a. ganz anders geworden, so lange Flure mit abgehenden Zimmern wie dazumal sind nicht mehr so beliebt, das wirkt sich auch auf die Fensteraufteilung aus...

    Hm, also was Fachwerkbautensanierung anbetrifft, haben die in Quedlinburg ziemlich sicher viel Ahnung, aber ob die das zu Literatur verarbeitet haben, ist eher fraglich... jedenfalls habe ich dort letztes Jahr an einem Haus ein Schild gesehen von so einem Junghandwerker-Nachwuchsförderungs-Projekt, an den Namen erinnere ich mich aber nicht.
    Es sind dort viele Häuser fachgerecht saniert, Handwerker, die es können, muß es dort also geben. Und es gibt dort ein Fachwerkmuseumshaus, das allerdings kaum je offen hat. Vielleicht das Fachwerkmuseum dort anschreiben, oder dort anrufen?

    Das Kölner Beispiel ist extrem abschreckend. Und, ja, so ähnlich kommt es auch in Potsdam, wenn man die Kirche machen läßt. Das einzig Gute ist wohl, daß sie nicht sonderlich an dem Grundstück "Kirchenschiff" hängt, weil es ihr für die kleine Gemeinde eh zu groß ist.
    Ich finde, Konstantin hat recht, man muß unbedingt anfangen, jemand mit Geld und Sinn für Musik zu suchen, den man für diese Potsdamer Stadtreparatur erwärmen kann. Ein barocker Konzertsaal wär ja schon was Feines.