Posts by Primergy

    In der Teltower Vorstadt soll ein neues Stadtquartier entstehen, berichtet die PNN.


    Sorge bereitet mir die Ankündigung der Pro Potsdam, das Areal komplett selbst entwickeln zu wollen. Ich wohne angrenzend an ein Baugebiet der Pro Potsdam und die Gebäude dort sind alles andere als ästhetische Offenbarungen:


    Bornstedter Feld - Pro Potsdam Bornstedter Feld - Pro Potsdam


    (Besonders frech ist die Tatsache, dass das Gebiet direkt am Waldpark angrenzt, aber man es nicht geschafft hat, die Fassaden irgendwie an den Wald anzupassen - zb. mit Holzelementen und erdfarben. )


    Weiß jemand, ob auf dem Areal in der Teltower Vorstadt etwaige erhaltenswerte Industriegebäude stehen?

    Naja, Argumente sind schön und gut, nur in Potsdam wurde die letzten Jahre alles an Argumenten gesammelt, alles wurde hundertfach diskutiert, abgestimmt..... Es ist jetzt eben mal an der Zeit, dass man eben nicht mehr diskutiert, sondern einfach mal macht. Vom reinen Diskutieren ist nämlich noch keine Stadt schöner geworden.

    Ich stimme dir natürlich zu, von den Neu-Denkern wird man niemanden mit Argumenten überzeugen können.


    Ich würde aber auch nicht behaupten, dass die die Zielgruppe einer Argumentation sind. Schließlich gibt es in der Öffentlichkeit auch stets eine Gruppe, welche sich noch nicht für eine Seite entschieden hat. Aber je öfter diese mit den eingängigen Parolen der ‚Anderen‘ beschallt werden, desto eher wird diesen Glauben geschenkt. Insofern ist es einerseits müßig, die selben Argumente ständig zu wiederhohlen, andererseits aber auch notwendig, um sich den nötigen Rückhalt zu sichern.


    Insofern liebäugle ich gerade damit, einen Leserbrief zu schreiben...

    Ist denn diese Aussage faktisch falsch?


    Das Dinner auf dem Alten Markt fand statt und war von Mitte Schön initiert. Wie jetzt die Sozialstruktur von Mitte Schön aussieht, weiß in im Detail nicht, würde aber auch vermuten, dass sich dort vor allem besser gebildete und wohlhabendere Bürger einfinden.


    Statt uns darüber aufzuregen, können wir doch Argumente sammeln, warum es eben nicht "schlecht" ist, wenn sich "wohlhabendere" (wie auch immer das definiert ist) für eine schönere Stadt einsetzen. Meiner Meinung nach ist das Engagment absolut demokratisch, da von schöner Architektur, einer schönen Platzgestaltung jeder Mensch etwas hat, da es die Aufenthaltsqualität verbessert.

    Hier ist noch kurz ein Link zum Sparkassenneubau MAX 23. Er fügt sich recht gut in die Häuserreihe ein.

    Ich war die Woche in meiner Heimatstadt Augsburg und habe mir unter anderem MAX 23 angeschaut und war schwer enttäuscht.


    Das Gebäude hat ein Dach, einen straßenseitigen Giebel und eine symmetrische Lochfassade. Das ist die Minimalleistung in einem altstädtischen Ensemble.


    In Natura fällt aber auf, dass der Bau eine Enttäuschung auf der ganzen Linie ist (wenn man denn Erwartungen hatte). Die Farbgebung ist das Äquivalent zum "Renterbeige" - da verschwimmt alles in einem unifarbenen Brei. Einziger Farbtupfer sind das grelle Rot der Sparkasse und das reflektierte Blau des Himmels. Wenn es aber mal keinen strahlend blauen Himmel oder dramatischen Sonnenuntergang hat, haben die Fenster dasselbe Problem wie alle Glasflächen - sie werden zu schwarzen Löchern.
    Hinzu kommt, dass die Fenster scheinbar einen Alurahmen haben und die Querteilung der Fassade (mir fällt der Name nicht ein?) aus Beton sind - beides Materialien, die bereits neu billig wirken und schlecht altern. Ich prophezeie, dass in 15 Jahren der Bau ein optischer Schandfleck sein wird und das an einem der schönsten Plätze, die ich kenne.


    Das man sich schon darüber freuen muss, dass das Gebäude wenigstens die Minimalleistung eines Giebels erbringt, zeigt, wie sehr wir schon durch das moderne Bauen zermürbt worden sind :(

    Wird Widerstand unter den üblichen Verdächtigen und einigen Anwohnern hervorrufen, aber gerade von den Letzteren hat nunmal absolut niemand das Recht mitten im belebten Zentrum einer 2Millionen-Einwohner-Stadtregion und dabei trotzdem ruhig dörflich im Grünen zu leben.

    Das Recht hat niemand, aber genauso steht nirgendswo geschrieben, dass Städte grundsätzlich Stein-, Asphalt- und Betonwüsten sein müssen.


    Tatsächlich würde ich es sogar begrüßen, wenn in den Innenstädten der Gartenkultur wieder mehr Platz gegeben wird. Dann müssten die Menschen nicht immer noch weiter aufs Land ziehen, um ihren Traum von Garten zu erfüllen, gleichzeitig würde dies eine Ruheoase inmitten der hektischen Stadt schaffen, in die sich Bewohner und Besucher gleichermaßen gerne zurückziehen – siehe die Fuggerei in Augsburg. Aber in unserer durchökonomisierten Welt, in der alles dem Nutzen untergordnet wird, ist Garten natürlich ein ‚nutzloses‘ Stück Land, dass nur der Erholung dient.


    Das nur mal ganz grundsätzlich. Wahrscheinlich ist die Gestaltung der Zeile, die du beschreibst, wahrscheinlich auch alles andere als ästhetisch.

    Die Wirkung der modernistisch interpretierten Gebäude entlang des Krönungswegs auf der nördlichen Marktseite mit ensemblebildender Fenstergestaltung:

    Wie gewünscht hier ein Link zu meinem FB-Eintrag. Vielleicht kann man durch solche Beiträge ein wenig Einfluss auf die Sehgewohnheiten der Menschen nehmen und sie für wieder für die Schönheit von Städten sensibilisieren...


    https://www.facebook.com/thors…r/posts/10214454294736157

    @zeitlos


    Beeindruckende Demonstration, was Fenster ausmachen können!


    Könntest du mir auch die unbearbeitete Version zukommen lassen? Wenn erlaubt, würde ich die Originalansicht gerne mit deiner verschönerten Version auf meiner Facebook-Seite und meinem Blog zeigen, um zu demonstrieren, was mit moderner Architektur falsch läuft und wie leicht sie sich verbessern ließe.

    Im Ernst: Ich überlege ja immer, was man für eine Veränderung getan werden könnte (außer hier im Forum den Frust abzulasten), denn offensichtlich ist ja das ästhetische Empfinden in Teilen der Bevölkerung und v.a. bei manchem Entscheidungsträger unterentwickelt bzw. verloren gegangen. Vielleicht sollten wir offensiver in Erscheinung treten.

    Die Frage stelle ich mir auch öfters.


    Vielleicht würde es helfen, wenn man seitens des Vereins zu solchen Scheußlichkeiten wie oben Gegenentwürfe entwickelt, diese mit einem schönen 3D-Render visualisiert und dann eine Plakatwerbung in der Stadt schaltet - damit die Menschen mal sehen können, dass wir unsere Städte auch anders gestalten können.


    Mir sind hier auch immer wieder mal Bilder von Peter Stephan über den Weg gelaufen, welche schön aufzeigen, was mit dem modernen Stadtbild eigentlich schief läuft - das könnte ich mir auch als Plakatserie vorstellen. Die würden sicher auch Kontroversen in Gang setzen, aber dem Verein auch viel Hass einbringen und wahrscheinlich die finanziellen Mittel sprengen...


    Zwei Aphorismen zum Thema Herrschaftsarchitektur und Monotonie




    Welche Farben werden bei solchen Sanierungen eigentlich verwendet?


    Ich habe mir mal sagen lassen, dass öl/harz-haltige Farben den Putz der Fassade schädigen, da kein Wasserdampf mehr durchkommt. Daher mache ich mir leichte Sorgen, dass das zwar jetzt alles gut aussieht, aber langfristig wieder eher gammelig - statt schön patiniert.

    Das bedeutet natürlich, dass die Beurteilung der Bauveränderungen nun völlig anders ausfallen muss.

    Aber nur geringfügig. Es ist kein Beispiel mehr für hässliche nachträgliche Umbauten, sondern für hässliche nachträgliche Anbauten.


    Was aber bei diesem Reihenhaus besonders gut auffällt die Tatsache, welchen Unterschied Sprossenfenster machen. Die Fenster im ganz linken Gebäude sind einfach nur Fensterlöcher, die diesen Teil unglaublich billig und trostlos aussehen lassen. Diese Sorte Fenster schreien ja geradezu "Schandfleck!"


    Und trotzdem verschandeln diese Fenster landauf, landab unsere Gebäude. Ich will auch nicht wissen, wieviele historische Häuser wegen hässlicher Fenster abgerissen wurden, da sie den eigentlichen Charakter der Häußer und ihr Potential bei einer Renovierung schlicht nicht erkennen ließen...


    Edit:


    Ich sehe, dass Fenster schon öfters Thema in diesem Thread waren - scheint wohl ein Grundübel unserer Zeit zu sein.

    Im Effekt wage ich zu vermuten, dass die Aktionen die Lebensdauer der FH eher verkürzen. Das Gebäude ist seit gestern stillgelegt und bewacht

    Jop, ironischweise hat diese Aktion auch den Studenten geschadet. In dem FH-Gebäude fanden jeden Tag verschiedene Sportkurse statt, die jetzt ausfallen oder in kleine Noträume verlegt werden mussten.


    Was mich an der Aktion besonders annervt, ist die Falschheit mit der seitens der Befürworter argumentiert wird. Es kursiert ja ein Flyer, auf dem die Gebäude der DDR-Moderne aufgezählt sind, welche bereits abgerissen wurden oder zur Disposition stehen - was auf diesem Flyer aber nicht gezeigt wird, sind die ganzen Wohngebäude, welche sich ostwärts des Alten Marktes erstrecken, das Krankenhaus und alles an der Breiten Straße/Zeppelinstraße. Diese DDR-Gebäude, die nciht abgerissen werden, werden gefließentlich unterschlagen.

    Gibts in Potsdam denn gute Eisdielen? Kommen mir alle ziemlich durchschnittlich vor...

    Meine Freundin hat sich extra die Mühe gemacht und verschiedene Dielen getestet; Marille und Vanille hat sie begeistert ^^


    So aber Schleichwerbung mal beiseite:


    Ich halte das weniger für eine Lobby, da sich funktionierender Städtebau und schöne/erhebende Architektur nicht schlechter verkaufen ließen, als für eine Ersatzreligion.

    Genau das. Und das ist eigentlich das Traurige. Diese Menschen glauben wirklich daran, dass ihre Produkte eine zeitenüberdauernde stilbildende Qualität haben. Dabei sind die Beton- und Glasriegel nur ein riesiges Subenvtionsprogramm für die Bauindustrie, da in 30 Jahren wieder alles weggerissen und neugebaut wird. (geplante Obsolenz?)


    Es gehört zu den Paradoxa der Architekturdebatte [...]

    Leider ein Teilsieg von Tomczak - man muss nur oft genug 'Disneyland' sagen und die Leute glauben es.

    Und natürlich kann man große Grundstücke neu parzellieren, aber wie soll das vonstatten gehen? Es müsste erst einmal zu Großabrissen von Kaufhäusern und Geschäftsarealen kommen.

    Ich will mal auf Potsdam verweisen, wo aktuell genau das gemacht wird. Man kann, wenn man will.

    Und auch unvernünftig, denn selbstverständlich gehört der Einzelhandel in die Altstädte. Der großflächige Einzelhandel freilich ist manchmal außerhalb der Altstadt besser untergebracht. Für die Hauseigentümer ist es von großer Wichtigkeit, dass die Läden im Erdgeschoß funktionieren. Denn das ermöglicht ihnen die Erhaltung der Häuser.


    Fassen wir zusammen: Was Dir vorschwebt, ist genau das Gegenteil dessen, was wir als Stadt definieren.

    Die Aussage, dass der Einzelhandel in die Innenstädte gehört, ist ziemlich dogmatisch und angesichts der Verödung auch falsch. Diese symbiotische Beziehung aus Einzelhandel und Innenstadt, welche du annimmst gibt es nicht. Der Einzelhandel lebt offensichtlich in seinen Malls ganz gut (sonst würden die nicht aus dem Boden schießen) und die Menschen brauchen auch eine Einkaufsinnenstadt nicht zwangsläufig (sonst würde die nicht veröden). Was Innenstädte aber brauchen sind Menschen und Menschen brauchen Wohnraum.


    Auch sollte man nicht einem 'Traditionsfehlschluss' erliegen. Nur weil wir Städte nicht mehr anders kennen als reine Einkaufsorte muss dies nicht immer so bleiben. Wie Heimdall oben angedeutet hat, waren Städte noch bis ins frühe 19. Jahrhundert ziemlich grün. Bsp. Augsburg in der Frühen Neuzeit:



    Angemerkt sei natürlich, dass ein Frankfurt am Main andere Probleme hat, als ein Parchim in Mecklenburg-Vorpommern. Daher muss meine Idee (wenn überhaupt) nicht für jede Stadt funktionieren. Aber ich sehe das Problem, dass es ökonomischer Wahnsinn ist, die Innenstädte vergammeln zu lassen, während draußen Straßen und Häuser aus dem Boden schießen. Und das nur, weil wir an einem Stadtmodell festhalten, was anscheinend nicht mehr funktioniert.

    Ich habe den Inhalt der WELT-Kommentare versucht zusammenzufassen. Man kann nicht unbedingt erkennen, woher die Kommentatoren stammen.

    Das ist wieder mal ein typisches Beispiel dafür, wie seit Herbst 2015 zwanghaft versucht, alles, also wirklich alles was in Deutschland auch nur ansatzweise schlecht läuft, mit Flüchtlingen in Verbindung zu bringen. Angesichts dessen, dass der Strukturwandel im Einzelhandel und die folgende Verödung der Innenstädte ein Prozes ist, der mindestens seit den 1990ern am Laufen ist, kann das wohl kaum den Flüchtlingen in die Schuhe geschoben werden und dieses Argument ist nur eine Nebelkerze, die getrost ignoriert werden kann.
    --

    Interessanterweise gibt es heftige Polemik gegen Fußgängerzonen. Völlig autofreie Innenstädte werden häufig als Grund für deren Niedergang vermutet. Neben der Sonntagsruhe.

    Mich überzeugen die vorgebrachten Argumente der Kommentatoren eher nicht. Das lässt sich alles subsummieren unter "ich habe keinen Bock in Innenstadt zu gehen und suche jetzt das erstbeste Argument, warum ich da nicht hin will." Selbst wenn wieder Autos in die Innenstadt fahren dürften, würde keiner kommen - Parkplatzsuche wäre nervig, ständig laufen Menschen über Straße etc. etc.


    Ein Problem was ich mit Innenstädten sehe, ist, dass sich einfach völlig auf den 'City-Aspekt' verengt haben. Und alle Ansätze zur Belebung von Innenstädten zielen darauf ab, die Innenstadt als reinen Wirtschaftsraum aufrecht zu erhalten. Die Standardfrage die gestellt wird ist "wie bekomme ich mehr Menschen dazu, in der Innenstadt einzukaufen?"
    Aber offensichtlich wollen die Menschen das nicht mehr. Was sie aber wollen, ist in der Inennstadt leben (gute Anbindung) und sich mit Freunden in Kneipen und Restaurants treffen.


    Daher schwebt mir eine radikale Umgestaltung der Innenstädte vor. Die H&Ms sollen in Malls ziehen, welche rund um die Innenstadt gruppiert werden - dann sind sie sowohl von innen, wie außen noch gut zu erreichen. Währenddessen baut man innen die Straßen zurück und schafft Platz für Vorgärten/kleine Gastronomieflächen wo man draußen sitzen kann. Große Grundstücke sollten kleinteilig parzelliert werden und solche Preise haben, dass auch Privatpersonen sich ein Haus darauf bauen können. Dann müssten die nicht immer zwangsweise raus auf die grüne Wiese ziehen und noch mehr Flächen versiegeln, wenn sie sich den Traum vom Eigenheim erfüllen wollen.

    Das macht alles wenig Hoffnung, kommt aber auch nicht überraschend. Die Linie klang in den bisherigen Äußerungen der Stadt immer wieder durch. Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich in meinem ersten Beitrag hier davor gewarnt zu glauben, dass alleine mit dem Abriss der FH alles gut wird.


    Jetzt ist aber meine Frage, welche Einflussmöglichkeiten werden die Bürger haben? Oder werden doch wieder Kisten diktiert?

    Ich finde, dass das Urheberrecht eines Architekten auf von ihm geplante Gebäude abgeschafft gehört...


    Potsdams neues Schwimmbad
    Architekturkritiker verreißt blu: "Langeweile statt Moderne"
    http://www.pnn.de/potsdam/1193453/




    Die Kommentare der Jury zum Entwurf sind ist auch die reinste Comedy-Show - wo zeigt denn dieser Klotz "Leichtigkeit"? Weil unten eine Reihe von Fenstern eingebaut sind?


    Quote from PNN

    Der Entwurf komme „mit der Anmutung einer Kunsthalle daher“, hatte etwa der damalige Baubeigeordnete Matthias Klipp (Grüne) bei der Vorstellung der Siegerentwürfe gesagt. Die Wettbewerbsjury war neben Klipp mit Baufachleuten und dem damaligen Stadtwerkechef Wilfried Böhme besetzt. Die Fassade zeige „Klarheit, Leichtigkeit und Präsenz“, hieß es damals.


    Um ehrlich zu sein, die DDR-Moderne hat hier im Forum nicht den besten Ruf, aber die alte Schwimmhalle ist ästhetisch tausend mal besser als das neue 'blu'.

    Nein das ist keine kleine nette Anekdote, das ist in meinen Augen ein Ausdruck eines bornierten, egomanen und durchgegenderten Verhaltens dieser Person. An diesem Bau sind genug zeitgeistige Verunstaltungen, da braucht es keine geschlechtsumgewandelten Löwen! :daumenunten:

    Anscheinend kann man auch aus einem Löwen einen Elefanten machen. :rolleyes:


    Mir wäre es lieber man hätte aus jedem Löwen eine Löwin (die machen eh die ganze Arbeit) gemacht und dafür den Ostblock weggelassen.