Posts by Dr. Haus

    Ich muss gestehen, mir ist dieses Gitter auf den ersten Blick überhaupt nicht aufgefallen.
    Und es kann mich auch wirklich nicht aufregen.
    Gerade in Betrachtung des Gesamtwerkes.
    Viel schlimmer finde ich die pseudohistorischen Polystyrolfassaden in anderen Quartieren rundherum.


    Man sollte aufpassen, dass man beim Schrauben- und Erbsenzählen sich nicht so sehr in randständigen Details verliert, dass man den Blick für das Ganze verliert.
    Wenn aus Gründen der Betriebssicherheit hier eine deutlich höhere Absturzsicherung notwendig ist, die über die eigentliche wissenschaftliche Rekonstruktion hinaus geht: Warum soll dann nicht der Bauherr darüber entscheiden, wie dieses neue Bauteil gestaltet sein soll, solange es kein überdimensioniertes Ungetüm ist, das aus dem Gesamtbild heraussticht? Es dem Barockstil des Gebäudes angepasst zu gestalten, ist doch jetzt echt kein Drama. Fügt sich doch gut ein.


    Unpassend fände ich, wenn man z.B. als "Kompromiss" die Sandsteinbrüstung angepasst und nach oben gestreckt hätte.
    Das Bodenniveau des Altans tiefer zu legen, wäre aus bautechnischen Gründen wahrscheinlich nicht möglich gewesen?

    Dass die Fassade so verstümmelt rekonstruiert werden soll, kann ich
    nicht nachvollziehen. Wenn man sich die Plangrundlagen mit der für den
    Kulturpalast geforderten Schleppkurve ansieht, dann tangiert diese die
    Grundfläche des Chiapponischen Hauses ja lediglich in der äußersten
    nordwestlichen Ecke des ursprünglichen Grundstückes. Die südliche Hälfte
    des Chiapponischen Hauses ist davon nicht betroffen.
    Natürlich verstehe ich, dass der rechte Winkel des Ingenieurs und Bauherrn liebstes Kind ist.
    Aber was spricht denn in diesem Fall dagegen, die Grundrissgestalt der
    Ecke Frauenstrasse - Galeriestrasse im Sinne eines spitzen Winkels zu
    verändern, so dass zumindest die Möglichkeit der originalgetreuen
    Rekonstruktion der vollen Fassadenbreite erhalten bleibt? Auch die
    östliche Strassenfront der Galeriestrasse würde in diesem Bereich dann
    wesentlich harmonischer verlaufen.

    Ich finde den Galerie- Neubau gar nicht schlecht, weil er die Frontalansicht auf das Neue Museum über den Kupfergraben hinweg verdeckt.
    Mich hat die asymmetrische Fassadengestaltung des Museumsbaus mit dieser vereinfachten, "historisch zitierenden" Fassade des nördlichen Gebäudeflügels schon immer gestört. Durch den Galeriebau wird diese unschöne Frontalansicht nun verdeckt und in der Schrägansicht von Süden kommend kaschiert der Neubau diese blöde Fassade auch, während der Blick auf den Mittelrisalit und die historische Fassade frei bleibt.
    Und das Berliner Schmuddelwetter wird hoffentlich das Seine dafür tun, dass der Neubau bald eine Patina bekommt...

    Dass Eichenholz generell nicht brennbar sein soll, ist natürlich Quatsch.
    Aber es ist auch nicht ganz falsch...
    Die Standfestigkeit eines Hartholzbalkens im Feuer ist deutlich besser und länger als eines Stahlträgers von gleicher Stärke. Sobald ein Hartholzbalken von aussen verkohlt ist, schützt ihn die isolierende Kohleschicht vor weiterer Zerstörung. Ein Stahlträger dagegen braucht immer eine teure Dämmschicht, die ihn vor Hitzeeinwirkung schützt. Sobald die weg ist - 09/11 World Trade Center...

    Ich meine "preußisch-deutsch" nicht im Sinne von hässlich oder schlecht.
    Diese Häuser sind ja nicht mal hässlich!
    Sondern einfach nur öde, platt, langweilig und steril.
    Ich meine "preußisch" im Sinne von "korrekt", "glatt", "zackig", "rechtwinklig" und "praktisch".
    Aber vielleicht sind das auch nur bajuwarische Vorurteile... ;-)

    Oft wird von Seiten irgendwelcher akademischer Stadtplaner davon gefaselt, wie wichtig es ist, bei Neubauplanungen in europäischen Altstädten den "lokalen Charakter" in Form und Materialwahl zu erfassen und einzufangen.
    Was in der Realität dann gebaut wird, hat damit meistens gar nichts zu tun und ist von Beliebigkeit und Austauschbarkeit geprägt. Zumindest hierzulande.
    Schade.

    Dass in München derzeit irgendwo etwas rekonstruiert wird, halte ich für eine völlige Illusion.
    Schon gar nicht der Hauptbahnhof.
    Aber wenigstens ein für die "normalen Bürger" hübscher und harmonischer anzusehender Neubau der Königshofes wäre schön gewesen.
    Der Vorkriegsbau des Königshofes war jetzt ja auch nicht der Brüller.
    Die aktuelle greisliche "Plastikbox" mit dem Degussa-Schriftzug ist sicher an Hässlichkeit nur durch den dahinter liegenden Kaufhof-Betonbunker zu überbieten. Ich konnte bei dem Anblick am Anfang nie glauben, dass sich hinter dieser Abfall-Fassade ein hochwertiges Hotel befinden soll...
    Als dann vor einigen Jahren klar wurde, dass der Königshof neu gebaut wird, haben sicher viele auf einen Neubau gehofft, der auch in der breiten Bevölkerung "mehrheitsfähig" ist.
    Schade, dass es nun wohl anders werden wird...

    Echt enttäuschend, was an dieser Stelle direkt neben Herrn Schinkel entstanden ist.
    Aber typisch preußisch-deutsch.
    Mit Edelstahl-Winkel und Rasierklinge gerade gezogen.
    Langweilig. Grau. Steril.
    Man fühlt sich wie im OP.
    Wahrscheinlich kann man die Fassade mit dem Feuerwehrschlauch abspritzen, wenn sie mal staubig geworden ist.
    Hauptsache praktisch...
    Wie öde!

    Und dass München "Isar-Athen" ist, ist vor allem Ludwig I. zu verdanken.
    Hier wurde architektonisch kopiert und abgekupfert, dass es eine wahre Freude ist.
    Wie übrigens an vielen anderen Orten und vielen Jahrhunderten zuvor auch.
    Nur unsere "Modere" denkt, sie kann mit jedem Bau die Architektur neu erfinden...
    Aber das ist ein anderes Thema.

    Der Name "Elb-Florenz" bezog und bezieht sich vor allem auf die Kunstsammlungen der Sächsischen Kurfürsten und Könige, die mit der Qualität der florentinischen Sammlungen gleichgesetzt wurden, und nicht auf das Stadtbild.
    Dass eine königliche Residenzstadt städtebaulich und architektonisch was zu bieten hat, war damals noch normal und bedurfte keiner besonderen Betonung.
    Trotzdem schön, dass Dresden mit dem Dinglingerhaus endlich einen kleinen Teil seiner ehemaligen Schönheit zurück erhält.

    Wunderschööööön!
    Ich bin begeistert! :applaus:
    Fehlen nur noch die Uhren, um die Optik perfekt zu machen.
    Die "Bullaugen" finde ich nicht schlimm, befinden sie sich doch genau an der Stelle, an der auch am historischen Obelisken solche Ochsenaugen angebracht waren.
    Zeit, mal wieder Berlin zu besuchen...

    Die Kirche war durch einen Sprengbomben-Volltreffer sehr schwer zerstört.
    Trotzdem:
    Wenn man sich die Bilder aus der Nachkriegszeit anschaut, stehen sowohl von der Augustinerkirche als auch vom Salzstadel daneben noch sämtliche Aussenmauern bis zur Mauerkrone.
    Soweit ich weiss, war auch in Ingolstadt nach dem Krieg geplant, an dieser Stelle eine Stadtautobahn durch die Altstadt zu schlagen. Da hat man vorsorglich die Kirche und den Stadel schnell abgeräumt. Nicht, dass noch irgendwer auf die blöde Idee hätte kommen können, die Barockkirche unter Schutz zu stellen.
    Auch das unzerstörte Donautor wurde ja für diesen Verkehrswahn geopfert.

    Auch die nun schon in großen Teilen neugebaute "Spitalvorstadt" auf dem ehemaligen Gelände des Güterbahnhofs der Spedition Stibolitzki ist so langweilig und hässlich geworden, dass man sich kaum traut, Fotos einzustellen.
    Alles von einem monopolistischen Bauträger (Meier Bau - wie könnte es in Eichstätt auch anders sein?). Alles mit grossformatigen, uninspirierten, gleich hohen Kästen und Klötzen zugebaut.
    Und in diesem Fall kann man für die Klötzchenkotze nicht einmal einen Architekten anklagen.
    Meier Bau spart sich - wie viele andere Bauträger auch- aus Kostengründen einen Architekten.
    Und baut mitten in der Stadt eines Jacobo Angelini, Gabriel de Gabrieli, Maurizio Pedetti und Karljosef Schattner den billigsten Schund!
    Typisch Eichstätt eben. :kopfwand:

    Was ich an dieser Stelle besonders Schade finde ist, dass an der Gabelung Westenstrasse-Pfahlstrasse das markante Eckhaus mit beinahe dem gesamten dahinter liegenden Baublock in den 80er Jahren weggerissen wurde.


    Wie so oft bei Abrissen in der Eichstätter Altstadt lief das auch wieder symptomatisch ab:
    Das "alte Gerümpel" wurde vom Denkmalschutz als Bausubstanz des 19 Jhdt. und für nicht erhaltenswert klassifiziert.
    Beim Abbruch der Häuser hat man dann festgestellt, dass die Gebäude im Kern spätmittelalterlich waren. "Undokumentiert abgebrochen" steht dann hier in der Denkmalkarte... :kopfschuetteln:


    Das gleiche Spiel lief in der Westenstrasse bei Pirckheimers Geburtshaus ab.
    Die damals aus dem Bauschutt geborgenen gotischen Balken kann man heute im Inneren des "Paradeis" am Marktplatz (das auch abgebrochen werden sollte) bewundern. Wenn es irgendwann mal wieder öffnet...
    Manchmal sind die Eichstätter Zustände - auch in anderen Belangen - nur zum Heulen :weinenstroemen: