Posts by Konstantindegeer

Im neuen Jahr bittet der Vorstand euch, frühzeitig nach neuen Bauprojektplänen in eurer Stadt Ausschau zu halten. Wo lässt sich durch traditionelle Architektur oder Rekonstruktionen euer Stadtbild verbessern? Teilt uns eure Ideen mit! Je eher wir mit Ideen an die Öffentlichkeit gehen, umso höher sind unsere Chancen, dass die Ideen von den Verantwortlichen ernstgenommen werden!

    ^Es wäre deshalb wichtig nicht nur das bisherige Konzept der Potsdamer Mitte mit verstärkter Kraft umzusetzen (bei einer Reihe von Grundstücken kann ja schon mit dem bau begonnen werden, auch wenn der FH Umzug noch nicht erfolgt ist) sondern auch das Konzept nach Osten zu erweitern. Blücherplatz, Burgstraße - hier müssen jetzt weitere Parzellen geplant werden.

    Heisst das, dass die bisherige Nutzung noch 5 Jahre im FH-gebäude bleiben soll? Das wird ohne Sanierung nicht gehen. Und dass das neue Haus für die FH-Nutzungen pünktlich fertig wird ist doch auch illusorisch.


    Also muss eine Zwischenlösung für etwa 7 jahre her, in der die FH Ihre Bedürfnisse befriedigen kann. Da findet sich schon was - die Potsdamer Politiker sind auch erst Montag wieder aus dem Urlaub zurück.

    Neben der "Rolltor-Problematik" möchte ich nochmal auf die von Lelbach angekündigte Verglasung der Kutschvorfahrt ("aus klimatischen Gründen") zurückkommen. Hier eine Abbidung um 1900 - auch der Durchblick zur Alten Fahrt ist gut zu erkennen. Wenn es bei der Aquarium-Lösung bleiben soll müsste der Platz anders als früher angelegt werden, damit an an der Vorfahrt vorbeikommt.



    (C) LDA Brandenburg | gemeinfreies, amtliches Meßbild

    Und bei dieser völlig unsinnigen "modernen Kunst" mit dem Spruch "ceci est pas un chateau" dieser unsägliche Übersetzungsfehler: Sanssouci und das Stadtschloß sind natürlich auf französisch keine "chateaux" sondern "palais", da sie innerhalb der Stadtmauern liegen und lagen.
    Aber insofern stimmt der Satz wieder im von den Autoren nicht beabschtigten Sinne. Kein chateau, naturellement, un palais! Et si beau...
    P.S. Wikipedia schreibt: "l faut noter la différence entre le palais et le château. À l'origine, le château était le domicile du protecteur de la région, il avait donc une utilité protectrice, le palais représentait le pouvoir d'un homme politique, économique ou autres. Par la suite, l'appellation de palais fut réservée à une résidence urbaine, alors que le château était généralement rural : ainsi parle-t-on du Palais du Louvre ou du Palais-Royal, mais du Château de Versailles ou du Château de Fontainebleau."
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    Der Wasserspeier fehlt auch und irgendwie habe ich den Eindruck, dass das Gelände höher liegt als früher.


    Bzgl. des Geländers sehe ich das wie mein Vorredner: die Billignummer wird nicht von Dauer sein. Rekos von Metallarbeiten sind zwar immer schwer, die Quadrige auf dem Brandenburger Tor ist ja aber auch geglückt.

    Was ist denn bei der Fahnentreppe mit den Schlosserarbeiten passiert? Ist der Handlauf aus dem Baumarkt?



    Das Original:



    (C) Wikipedia/ Bundesarchiv (gemeinfrei)



    Beim Fortunaportal sieht die Dreiecksteilung auch recht simpel aus - das gab es doch gar nicht. Da war doch über dem Gittertor gar nichts...:



    (c) Konstantin


    Historisch:



    (C) Bundesarchiv / gemeinfrei


    Die Vermutung mit den Pflasterarbeiten scheint zu stimmen:



    (C) Konstantin

    Das ist schon interessant, weil die Nutzung des langen Stalles immer nur auf seine Verwendung als Exerzierhalle reduziert wurde. Dies jedoch war wohl bis ins 20. Jahrhundert so, im Kaiserreich fanden die Vereidigungen von Rekruten des 1. Garderegiments vor bzw. bei Regen im Langen Stall statt.


    Interessant ist die Nutzung als Theatersaal zum Ende des 18. Jahrhunderts. Eine Zurverfügungstellung für russisch-orthodoxe oder französische Christen ist skurril: dass der Lange Stall teilweise als Kirche oder zumindest Gemeindesaal gedient hat war mir nicht bekannt.

    Es immer das Gleiche: bei der Frauenkirche sind 75 % der Spenden eingegangen, nachdem der Rohbau abgeschlossen war (Sichtbarkeit). Das ist bei den meisten anderen Wiederaufbauprojekten genauso - da wird das Berliner Schloß keine Ausnahme machen.


    Der Schloßverein hat die Sachspenden (Modelle, Bauzeichnungen etc.) miteingerechnet, die Gegner zählen nur das Bare - so erklärt sich die Differenz.


    Also: alles nichts Neues...

    ^Da kann ich nur zustimmen. Der Stadtvandalismus ist ja kein DDR-Phämomen, sondern eben ein systemübergreifendes Ergebnis der Moderne. Man schaue sich nur den mittelalterlichen Stadtkern von Hamburg an. Im Gegensatz dazu, wie der Hamburger Senat bis heute mit der Altstadt umgeht ist der Umgang der DDR mit dem Potsdamer Stadtkern der eines Freilichtmuseums, das unter Weltkulturerbe steht.

    Gerade war ich einmal wieder länger in Hamburg und kann die Trostlosigkeit der Altstadt (so stehts im Stadtplan!) nur bestätigen. Dass den Hamburgern eine Untertunnelung zu teuer ist, muss man ja angesichts der Elbphilharmonie als Treppenwitz bezeichnen. In den 70ern hätte man jetzt als Alternative die Überbauung der Elbe erwogen.


    Hamburg ist jedoch noch überall in den 70ern steckengeblieben. Straßen mit zig Spuren, keine Busstreifen, Fahrradwege wie in ihren Anfängen, Funktionsstrennungen in den Häusern und städtebaulich Großstrukturen wie in Brasilia (offenbar ist die Größenreferenz für einen Neubau im Hamburger Stadtzentrum stets die Queen Elisabeth II oder das Hotel Atlantic.


    Dass da ein Innenstadtkonzept her soll, ist löblich. Ob hierbei wenigstens ein paar Barbareien wie das Zuschütten von Fleeten und das Abreissen von stadtgeschichtlich wichtigen Bauten rückgängig gemacht werden, scheint mir angesichts einer Tour durch die Hafenstadt fraglich.


    Zum Vergleich: Deichstraße vs. Sandtorhafen (Bilder von mir)



    Nach einem Vierteljahr der Ruhe um das Thema der Wiederbebauung des
    Marienviertels ist nun bei der Berliner SPD der Groschen gefallen:
    SPD-Chef Stöß und Fraktionschef Saleh plädieren für eine Neubebauung im
    Rahmen einer IBA ("Schöner Wohnen vor dem Roten Rathaus", Tsp. vom
    20.4.2013)


    Die bisherige Brache sei "ohne Aufendhaltsqualität" und es gebe keinen
    Plan seitens der Senatsverwaltung. Deshalb entstünde "mittelmäßige
    Investorenarchitektur". Deshalb müsse man die Straßen und Plätze der
    Vorkriegszeit wiedergewinnen und mit "anspruchsvoller Architektur, die
    Berlin zu oft vorenthalten wurde" füllen. Um Urbanität
    wiederherzustellen, sollten Wohnhäuser die neuen Quartiere prägen.


    Lesenswert ist auch der Kommentar des Tagesspiegelredakteurs Ralf
    Schönball, ("Machtvoll in die Mitte", Tsp. vom 20.4.2013) der dem
    Rathausforum attestiert "aus der Zeit gefallen" zu sein.


    Der Vorstoß ist ein offener Affront gegenüber der von der SPD
    nominierten Schweizer Senatsbaudirektorin Lüscher, die gerade versucht
    mit einer behutsamen Instandsetzung der Brache durch das Büro
    Monsigny-Levin den durch Verwahrlosung entstandenen Handlungsdruck zu
    beseitigen. Die nächste IBA sollte sich zudem nicht mit der Innenstadt
    sondern mit Großsiedlungen an der Peripherie beschäftigen.


    Der SPD-Koalitionspartner CDU hatte schon vor geraumer Zeit eine
    Wiederherstellung des historischen Straßenrasters und ein Wiederbebauung
    gefordert.


    Die Medien griffen das Thema im April schon mehrfach auf: Parallel
    schlägt Andreas Kilb in der FAZ in die gleiche Kerbe: unter dem Titel
    "Stadtplanung in Berlin: Hüterin der Brachen" zeiht Kilb die
    Senatsbaudirekton der DDR-Nostalgie und unterstellt ihr noch immer in
    der Ideologie der Nachkriegsmoderne zu leben (FAZ vom 20.4.2013).
    Ähnlich pointiert kritisiert Dankwart Guratzsch in der WELT (15.4.2013)
    Frau Lüscher "Das Trauma des Turms"). Die Argumentation ist ähnlich wie
    bei Kilb, zusammenfassend sei Frau Lüschers Nostalgie der
    Nachkriegsmoderne einfach nicht mehr zeitgemäß. Last - but not least -
    eine Philippika von KT Brenner, eigentlich Modernist ("Das Ganze ist ein
    einziges Schlamassel", PNN vom 14.4.2013) fordert sogar
    Rekonstruktionen (hier mit Bezug auf potsdam): Wenn man dermaßen
    gravierende Schäden aus der Kriegs- und Nachkriegszeit habe, dann sei
    die Rekonstruktion ein wichtiges Mittel, um die Grundelemente der Stadt
    wiederherzustellen und auch sichtbar zu machen. Für die moderne
    Architektur sei es eine wunderbare Herausforderung, sich dem zu stellen.
    Das hiesse - so Brenner weiter - die moderne Architektur in der Stadt
    lebe davon, dass sie sich mit den historischen Bauten messe. Und wenn
    diese historischen Bauten nicht mehr da sind, müsse man sie zumindest an
    den strategisch wichtigen Stellen wiederherstellen.


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    Dankwart Guratzsch berichtet heute (19.4.2013) in der WELT, ein Kind des Chefs der Weissen Flotte, die den häßlichen Fresswürfel im Lustgarten bauen will, sei "das Patenkind von Mathias Platzeck". Ist das wieder Potsdam-Filz oder üble Nachrrede? Illustrieren könnte es eine zumindest gewisse Vertrautheit und erklären die eigentümliche Geschmeidigkeit, mit der der Lustgarten hingerichtet wird...