Posts by Berkowitz

    Rastrelli:

    Zu den Kirchensprengungen in Magdeburg gibt es diese Seite:

    Kirchensprengungen

    Es waren nicht alle betroffen, aber die eindeutige Mehrheit.

    Unabhängig davon, dass man derartige Handlungen auch aus dem Blickwinkel der damaligen Zeit betrachten sollte, war sicher einiges kulturhistorisch betrachtet bereits damals nur schwer nachzuvollziehen.


    In Kaliningrad beginne ich die Liste mit den leicht beschädigten sakralen Bauwerken wie Tragheimer Kirche, Altstädtische Kirche, Steindammer Kirche, Löbenichtsche Kirche und Haberberger Trinitatiskirche und andere. Selbst das Schloss mit der Schlosskirche war wiederaufbaufähig, ähnlich wie viele Bauwerke des Historismus und der Gründerzeit. Nahezu Totalschaden hatte die Probstei Kirche und das Kneiphofareal mit dem Dom. Die letzte Kirche, die in den 1970ern gesprengt wurde, war die ausschließlich durch Vernachlässigung betroffene Lutherkirche. Hierzu muss man sich nur die Aufnahmen nach der Einnahme, die Filme der späten 1940er als Propaganda und WerbefIlme für die Neusiedler ansehen, um den Gebäudestatus vorsichtig zu bewerten.

    Zur Ehrenrettung der Kaliningrader muss ich beitragen, dass diese BilderstürmereI von Gegenprotesten russischer Bürger begleitet war, und heute nur wenige Kaliningrader darauf stolz sind. Kaliningrad war eben nicht Danzig, obwohl der Zerstörungsgrad im Altstadtbereich ähnlich war. Die Motivation der jeweiligen Nationen die gewonnen, in Polen wiedergewonnenen, Städte für sich zu nutzen und dementsprechend wieder aufzubauen konnte unterschiedlicher nicht sein.

    Lissabon hat abseits der touristischen Hauptströme noch einiges zu bieten bezüglich Urbanität und traditionellem Leben. Dem Zentrum hat das letzte Jahrzehnt jedoch nichts Gutes getan. Traditionelle Eckcafes mussten Läden mit Touristenkitsch weichen. Auch wenn inzwischen für Handwerk und Läden mit Tradition ein Mietendeckel gilt, muss man inzwischen sehr weit nach außen fahren.


    Zu den Städten mit sehr hohem Enttäuschungspotential zählen für mich Magdeburg und Kaliningrad. Trotz der massiven Kriegszerstörungen wurden diese Städte durch die ideologisch geprägte Abrisswut (sämtliche Kirchen, außer den beiden Domen) und die sozialistischen Magistralen der Rest gegeben. Trotz stark unterschiedlicher politischer Strukturen, hier deutsch dort russisch, kommen in beiden Städten Maßnahmen zur Stadtreparatur wie der Wiederaufbau von St. Ulrich in Magdeburg oder das Projekt Altstadt in Kaliningrad nur sehr schwer oder gar nicht in Gang.

    Meine Lieblingsstädte in Deutschland (max. 5 Antworten):

    Bamberg, Potsdam, Dresden, Schwerin, Görlitz


    Meine Lieblingsstädte außerhalb von Deutschland (max. 5):

    Wien, Bath, Oslo, Haifa, Chicago


    Meine Lieblingsbauten in Deutschland (historisch, max. 3):

    Altes Rathaus Bamberg, Burg Eltz, Festung Königstein


    Meine Lieblingsbauten in Deutschland (modern, max. 3):

    Elbphilharmonie Hamburg, Messeturm Frankfurt a. Main, Beisheim Center Berlin


    Meine Lieblingsarchitekten (max. 3):

    Karl Friedrich Schinkel, Philipp Schaefer, Aldo Rossi


    Meine Lieblings-Architekturbücher (max. 3):

    Kann mich nicht entscheiden.


    Was sollte in Zukunft in Deutschland noch rekonstruiert werden? (max. 3):

    Pellerhaus Nürnberg, Neustädter Rathaus Dresden, Schloss Monbijou.

    Nach dem Phantombild zu urteilen würde ich diese Person eher dem osteuropäisch kaukasischem Typus zuordnen, als der Tätergruppe im Fall des Bodemuseums. Auch wenn eine Kooperation von Täterkreisen grundsätzlich nicht auszuschließen ist.

    Da es im deutschsprachigen Bereich unüblich ist, wie in den meisten Ländern mit demokratischer Grundordnung, Straßen und Plätze nach noch lebenden Personen zu benennen, hat die Stadt wie ich sehe zu dieser Frage noch ausreichend Bedenkzeit für die dann passende Antwort.

    Wie mir der OB über sein Büro mal hat mitteilen lassen, war sehr ersichtlich, dass er der "Nüchternheitsfraktion" angehört, die Sichtbeton und alles wenig urbane bevorzugen.

    Nur sollte diesen gewählten Damen und Herren unabhängig ihrer eigenen Vorlieben inzwischen klar sein, dass die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung urbane Stadtstrukturen den gesichtslosen modernistischen Ausprägungen vorziehen.

    Städtebau gehört in die Entscheidungshoheit der Bürgerschaft und der Bürger, und nicht nur in die Hände abgehobener Eliten.

    Fatalismus wäre zuviel gesagt. Jedoch sieht man anhand jüngerer Ereignisse in Dessau und anderen Orten, dass hier die speziell deutsche Vergangenheit und nicht nur die zwischen 1933 bis 1945 noch einige Projekte beeinträchtigt wenn nicht gar verhindert. In Frankreich wurde wenig zerstört, und diese Nation heißt nicht nur so, sondern fühlt auch so. In Frankreich gibt es wie in Deutschland einen sehr starken Lokalpatriotismus. Nur wie die Franzosen als Nation, trotz der momentanen innenpolitischen Zerrissenheit der Franzosen, fühlen wir uns in Deutschland bisher nur beim Fußball. Städtebaulich gibt es auch in Frankreich Fehler der Neuzeit wie die Banlieus. So ganz einig sind sie sich ja auch nicht beim Wiederaufbau von Notre Dame de Paris.
    Zurück zu Deutschland: Wir sind auf einem besseren Weg, aber es bleibt noch sehr viel zu tun. Bis auf die Rekonstruktion von Karstadt am Hermannplatz halte ich momentan Rekonstruktionen von Tietz und Co. in Berlin erst einmal auch aus wirtschaftlichen Betrachtungen heraus für sehr unwahrscheinlich. Sollte dann Karstadt am Hermannplatz nicht nur die Besucher, die Bezirkspolitiker sondern auch die Investoren glücklich machen, dann wären weitere Projekte dieser Art denkbar. Dann aber nicht als reines Warenhaus, sondern in Mischnutzung.

    Sicher ist der Abriss nach so relativ kurzer Zeit freundlich zu hinterfragen. Nur mein selbst gemachter persönlicher Eindruck vom Kurhaus vor mehreren Jahren ist eher der einer aufgepeppten Seniorenresidenz mit einer wenig ansprechenden Innengestaltung. Von der Aussenseite betrachtet ein guter Versuch, aber der jetzt geplante Bau scheint von der Visualisierung und der Baumasse mehr als nur ein besserer Kompromiss zu sein und die Torsituation wirkt harmonischer als heute.

    Das ist Frankreich! cool:)
    Dort gibt es bereits Rente ab 50, gelegentlich Generalstreik, funktionierende Streitkräfte, usw... und neben ein paar Absurditäten auch die Belle Epoque.
    Wir sind hier eben in Deutschland!
    Nicht zu vergessen, mit Blick ins Ausland, Harrods in London wurde auch umgebaut und war bereits fast pleite. Macy's in NYC geht es auch nicht besonders.

    Prächtig und wirtschaftlich sind leider zwei paar Schuhe. Das sehen wir ja z.B. in Görlitz.
    Ich kann mich noch erinnern wie Ende der 1960er der beeindruckende Lichthof des Hertie in Bamberg, in dem die Orientteppiche präsentiert wurden, durch Zwischendecken erheblich reduziert wurde um weitere Verkaufsflächen zu generieren. Dieses Schicksal wäre auch den Berliner Warenhäusern nicht erspart geblieben. Im KaDeWe lief es ja nicht nur dem Wiederaufbau geschuldet ähnlich.
    Daher wird auch der Wiederaufbau des Karstadt am Hermannplatz, der kommen wird trotz Befindlichkeiten einiger Kiezpolitiker, Wirtschaftlichkeit und Repräsentation geschickt verbinden müssen.

    Leider hinter der Bezahlschranke:
    Ein Lob der exakten Replik
    Zitat aus oben genannten Artikel der "Welt" als Absatz zum Schluss:
    "Warum soll, was sich in jenen Fällen als richtig erwiesen hat, im aktuellen Fall der Bauakademie falsch sein? Warum sollte man nicht auch Schinkel jene Reverenz erweisen, die man in Barcelona und Dessau den Architekten Mies und Gropius erwiesen hat? Wie kann man glauben, eine Stahl-Glas-Fassade, ein Beton-Würfel, Digital Screens oder was sonst gerade angesagt sein mag, könnten faszinierender sein als die Wiederauferstehung von Schinkels Bauakademie, diesem singulären Werk der Architekturgeschichte? Damit würde zugleich das einzigartige Ensemble aus Schloss und Zeughaus, Altem Museum und Bauakademie im Herzen Berlins rekonstruiert. Und die imaginäre Trias aus Bauhaus, Barcelona-Pavillon und Bauakademie wäre wiederhergestellt."

    Die Taktik der Einkreisung habe ich selten so gut gesehen wie bei den russischen/sowjetischen Streitkräften. Jeder weiß wie er sich positionieren muss. Allein der minutiöse Ablauf hat ein sehr stark gewichtetes Einschüchterungspotential. Das beherrschen nur wenige Sicherheitsorgane anderer Nationen.
    Nein, die Cowboymethode ist da nicht wegweisend. Rumballern kann schließlich fast jeder.
    Ich hoffe, dass unsere Polizei das auch mit anderer Taktik noch hinbekommt. Manchmal sind sie weiter als sie uns mitteilen dürfen, und hier geht es eindeutig um mehr als 100kg Gold. Hier geht es um Vertrauen und dessen Wiedergewinnung.

    Spekulativ gesprochen wäre die korrekte russische Methode Mannstärke zeigen, Einkreisen und von der Schußwaffe nur im Notfall Gebrauch machen. Nur von gestellten und lebenden Personen gibt es Informationen über Auftraggeber und weitere Hintermänner.
    Ich hoffe hier, dass geplant war über Erpressung Geld zu generieren. So bleibt die Chance alles wieder unversehrt über Bitcointransfer und Co. zurückzubekommen.
    Die Hoffnung stirbt zuletzt.

    Bleibt zu hoffen, dass das ein Privatsammlerauftrag war, und die Preziosen nicht als Hochzeitsschmuck enden.
    Vielleicht gelingt ja noch ein Überraschungs-Coup, aber diesmal von der richtigen Seite.
    Kommissar Zufall, oder?


    PS: Gold ist nach dem Einschmelzen nicht mehr nachzuverfolgen. Die Steine sind im Schliff und im Ursprung bekannt. Aber auch das wäre die Suche nach der Nadel im Heuhaufen.

    Da hilft nur Nachverdichtung und das meines Erachtens unter Nutzung des bestens funktionierenden Leitbautenkonzeptes.
    Braucht neben den entsprechenden Geldmitteln auch den deutlich formulierten politischen Willen. Kürzlich in Dessau hat es nicht geklappt. Magdeburg zeigt auch deutliches Widerstandspotential in Sachen Stadtreparatur, und zu Zerbst fehlen mir leider die Informationen. Das zitierte Kaliningrad wird uns vielleicht noch überraschen. Denke, dass Kaliningrad in Respekt zu den Veteranen des Großen Vaterländischen Krieges noch in die Bremse tritt und daher jeglichen Anschein einer zu vermutenden Regermanisierung vermeidet. In Deutschland gibt es ja bekanntlich andere weitgehend ideologisch basierte Gründe der Vermeidung der Rückgewinnung verlorener Stadtbilder, die mitnichten deutlich schwächer und substanzloser begründet sind. Aber die Front bröckelt immer mehr und gibt Hoffnung, auch für finanzschwache Orte wie Zerbst.