Posts by Berkowitz

    70-90Mio? Da würde mich interessieren, was das vergleichbare Hafenbad in Kopenhagen in der Nähe der Oper gekostet hat. Hier in Berlin läuft wohl einiges schief.

    Den Palast habe ich 1986, 1987, 1989 und auch noch danach besucht, und war vom Inneren stets angenehm überrascht. Allerdings war ich damals bereits für den Wiederaufbau diverser Schlösser. Der Palast an anderer Stelle, sogar auf dem Areal des Marx-Engels-Forum, hätte mich persönlich weniger gestört. Berlin, Potsdam, Braunschweig, Herrenhausen stehen inzwischen. Neustrelitz und manch Schlesische Schlösser haben sehr gute Realisierungschancen. Schlecht sieht es nur im ehemaligen West-und Ostpreussen aus, mit Finckenstein, Schlobitten auf polnischer Seite, dort stehen immerhin noch die Fassaden, und ganz schlecht mit dem Königsberger Schloss und Schloss Friedrichstein in der Oblast Kaliningrad, bei denen nur noch die Fundamente teils mit den Kellern erhalten sind. Aber das wäre Thema für einen anderen Strang.

    Ähnliche Bauten gab es in Gumbinnen z.B. Friedrichstrasse ( teils bereits im 1.Weltkrieg zerstört mit Wiederaufbau nach 1920) und in Tilsit z.B. Lindenstrasse (heute noch Reste erhalten).

    Kann schon sein, dass die Aufnahme in den ehem. deutschen Ostgebieten gemacht wurde.

    Es muss leider immer wieder das Rad neu erfunden werden.

    Anstelle die markantesten Bauteile des Bahnhofs zu rekonstruieren wie die Halle, und den Raum sinnvoll zu füllen, mit dem Museum, einem z.B. Exil-Hotel, usw. , muss das Ganze wieder auf Krampf modernistisch aufgeblasen werden.

    Übrigens ist das Tempodrom kein Hindernis für den Wiederaufbau, da es knapp außerhalb der ehemaligen Hallenkonstruktion errichtet wurde.

    Mit einem Betonkern und einer Ziegelverblendung wäre das Bauvorhaben vielleicht sogar deutlich günstiger als der dänische Entwurf und aufgrund des Bauvolumens vielfältiger nutzbar.

    Hm, der Link führt zu einem Artikel auf der Seite des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb). Daß dieser Regionalsender des öffentlich-rechtlichen Rundfunks eher kritisch gegenüber dem Deutschen Kaiserreich eingestellt ist, würde ich als gesetzt annehmen und überrascht auch nicht weiter.


    Allerdings kann ich dort keine Stelle ausmachen, an welcher zu entnehmen wäre, dass im Kaiserreich die "polnische Intelligenz verachtet (missachtet) " wurde.


    Also bitte die betreffende Passage des verlinkten Artikels posten.

    3.Absatz des Links:

    Allein einem Volk oder ethnisch und kulturell anders orientiertem Volksteil die Sprache, Zeichen einer ethnischen Verbundenheit, und/oder die Religion zu verleiden oder sogar zu verbieten, war in der Historie leider zu oft der Anfang vom Ende, oder einer der Sargnägel für das interkulturelle Zusammenleben. Folglich eine klare Missachtung.

    Das soll allerdings nicht heißen, dass sich die polnische Nation zwischen den Kriegen und nach 1945 gegenüber der deutschen Minderheit, trotz deren loyalen Votums zum polnischen Staat, diesbezüglich klüger verhalten hat.

    Mit dem Privileg der Mittelklasse anzugehören war das Leben im Kaiserreich, wie das Leben in vergleichbarer gesellschaftlicher Position in den anderen feudalen und postfeudalen Saaten Europas durchaus als angenehm zu empfinden. Als Schlafbursche im 6. Hof, Malocher in der Schwerindustrie und unter Tage, oder im Kaiserreich als Angehöriger der wohlhabenden jedoch missachteten polnischen Intelligenz, sah das Ganze wohl anders und zumindest deutlich differenzierter aus.

    Aber auch da gab es Möglichkeiten mit Ausweg zur sozialen Stabilität und Aufstieg, wenn auch in begrenztem Umfang. Dazu war das Klassensystem schlichtweg zu starr.

    Als Angehöriger der Öffentlichen Dienste, der Polizei, der Feuerwehr, der Eisenbahn und des Militärs gab es, je nach Größe der Familie, jedoch auch für die weniger Privilegierten, günstig Wohnraum, Verpflegung und Freizeit, Bildung mit eingeschlossen. Ein Prinzip, was sich später auch die Großindustrie zur Werbung qualifizierter Arbeitskraft sehr gerne zu nutzen machte.

    Im sowjetischen Spielfilm "Schild und Schwert" Teil1

    Щит и меч 1

    spielen zwischen 1:10:14 und 1:16:51 Szenen auf dem Areal des Königsberger Schlosses.

    Die Sicht ist aus Nordost, etwa in Höhe Blutgericht (Standort des LKW auf dem Trümmerschutt) zwischen Berwart-Turm und Haberturm. Der Nordwestturm (Berwart-Turm) ist bereits gesprengt (1967). Der Haberturm ist schon früher beseitigt worden. Zu sehen sind noch die Reste des Südwestturms, die Basis des ehemaligen Schlossturms weiter östlich, und südöstlich die Aussenmauern der Ruine des Unfriedtbaus.

    Trotzdem bröckelt die Front, gerade auch durch Impulse Jüngerer. Ein "plüschiger" Lebensstil verhindert nicht progressives Denken. Dass das bei den "Alt 68ern" nicht mehr ankommt ist verständlich, aber nicht mehr im Wesentlichen bestimmend. Der demographische Wandel ist selbst in diesen Kreisen inzwischen deutlich spürbar und nicht mehr aufzuhalten.

    Architektonische Rundschau 1907.


    Mühlbach im Oberelsass, im hinteren Münstertal, 1871-1918 Reichsland Elsass-Lothringen, Kreis Colmar. Rat- und Schulhaus.


    Da die Dörfer des oberen Münstertals im I. Weltkrieg sehr stark zerstört wurden, existiert dieses Gebäude wohl leider nicht mehr.

    Das Rat-und Schulhaus ist das in Eppingen Ortsteil Mühlbach bei Heilbronn, und das ist noch gut erhalten. Sieht man auch am Stadtwappen von Mühlbach (mittlerer Teil links). Kann natürlich sein, da der Architekt aus Colmar stammte, dass es noch ein ähnliches Bauwerk im Elsass gibt.

    Rat-und Schulhaus Mühlbach

    Es gibt in derartigen Artikeln immer zwei entscheidende Aussagen, die mich stets extrem irritieren. Der Automatismus der politischen Verortung nach "rechts" gegenüber denjenigen die das "Alte und Schöne" wertschätzen, und die Meinung, dass eine traditionelle Fassade grundsätzlich eine "Moderne" dahinter verhindert.

    Beides ist ja bereits des öfteren beweiskräftig widerlegt worden. Ebenso, wie bereits mehrfach bewiesen wurde, dass manch klassenkämpferisch auftretende "Antitraditionalisten" im privaten Wohnfeld nicht dem Sichtbeton huldigen, sondern mitnichten besten Wohnraum in Objekten der "Traditionelle " besetzen.

    Rastrelli

    Der Unterschied Oblast zu Rajon ist bekannt. In der Hitze des Gefechts...

    Mein russisch war nie so gut, und vor allem mangels regelmäßigen Gebrauchs so beständig. Nicht jeder ist so sprachbegabt.

    Die orthodoxe Kirche Russlands hat Anspruch auf alle religiösen Besitztümer einschließlich ehemals religiös genutzter Liegenschaften. Dazu gehören unter anderem die Grundstücke der ehemaligen Königsberger Kirchen. Die meisten davon sind trotz Überbauung in ihren Fundamenten noch vorhanden. Eine Neubebauung oder veränderte Bebauung muss, sofern das Areal der Kirche als deren Besitz bekannt ist, mit dieser abgesprochen werden.

    Hohe Militärs der Baltischen Flotte haben massive Einwände gegen eine Regermanisierung des Gebietes. Wir wissen, dass das Unsinn ist. Bei der russischen Seite bin ich mir allerdings nicht so sicher. Wer Kontakte hatte zum russischen Militär, ich gehörte auch dazu, weiß, dass es neben sehr viel Gastfreundschaft und ehrlicher Verbrüderung, einen sehr großen Respekt gegenüber der Geschichte und des Großen Vaterländischen Krieges gibt. Das sollte man gerade als Deutscher respektieren.

    Das Thema der Paranoia, die Deutschen wollen das Gebiet zurück, ist keine deutsche Erfindung, wird aber gerne von gewissen Kreisen, insbesondere den Resten der Kommunisten in Russland gerne wieder aufgewärmt, und findet leider öffentlich mehr Beachtung als es das von der Grundlage her verdient.

    Leider verstehen viele Russen nicht, dass der Deutsche von heute in seiner Einstellung und seines Werteempfindens mit den Deutschen von 1941 bis 1945, gerade denen, die für Russland sehr unangenehm in Erinnerung blieben, in der Regel nur die Ahnentafel gemeinsam hat.

    Zur Bebauungssituation in Kaliningrad.

    Wer sich mit dem Architekten Arthur Sarnitz auseinander gesetzt hat, weiß, dass dieser trotz sehr deutsch klingendem Namen sonst nichts mit Deutschland zu tun hat. Er gehört allerdings zu den noch halbwegs jungen dynamischen Kräften in Kaliningrad, denen das momentane Erscheinungsbild der Kaliningrader Innenstadt ein Dorn im Auge ist, und der dies ohne Einfluss von deutscher Seite, einschließlich einer leider nur kleinen Gruppe, gerne ändern würde.

    Er, und natürlich auch Vertreter der Gebietsregierung haben zumindest noch vor ein paar Jahren öfters auch deutsche Experten, wie Hans Stimmann um Rat gefragt.

    Das läßt vermuten, dass zumindest unterschwellig, eine deutsche Beteiligung nicht unerwünscht ist.

    Vom finanziellen Gesichtspunkt her hätte der Wiederaufbau der Innenstadt Anfang der 2000er ca. 5 Millarden € gekostet. Heute gehe ich vorsichtig vom dreifachen Betrag aus.

    Da kann man für gewisse Objekte, insbesondere solche, die mit der deutschen Geschichte und Identität verbunden sind, auch eine finanzielle Beteiligung durch Spenden, etc. in Betracht ziehen.

    Schöner Vorschlag mit einem Brief.

    Nur, der gegenwärtige Gouverneur Anton Andrejewitsch Alichanow der Rajon Kaliningrad hat mehr als einmal deutlich gemacht, dass ihn das Königsberger Schloss nicht interessiert.

    Er scheint eher in einem städtebaulich kühlen Umfeld sozialisiert zu sein.

    Daher auch die Liebe zu dem städtebaulichen Monster des Hauses der Räte und seiner geplanten Abtragung und Rekonstruktion. Ein romantisches Stadtbild, ob mit russisch oder deutsch inspirierten Fassaden scheint nicht seins zu sein. Aber diese Einstellung kennen wir ja auch von Politikern in unserem Land.

    Ich bin ja nach wie vor der Meinung, dass noch nichts verloren ist. Hans Stimmann war ja vor Jahren auf Einladung der Gebietsregierung auch zu seinen Ideen befragt worden. Zumindest sind die Hochhauspläne für die ehemalige Innenstadt damals gekippt worden.

    Der Plan von Arthur Sarnitz überzeugt mich allerdings am ehesten, und würde auch das "Monster", allerdings auf ein Drittel verkürzt, entsprechend der städtebaulichen Bedeutung eines Dresdener Kulturpalastes, noch als städtischen Mittelpunkt zulassen.

    Insgeheim hoffe ich ja, dass diese Planung nur dazu dient das "Monster" ohne große Proteste erst einmal abzureißen, und dann plötzlich in den Planungen umzuschwenken, wenn die Tatsachen für einen echten Neubeginn bereits geschaffen sind.

    PS: Ich sehe das allerdings auch so, dass wir Deutschen uns am Wiederaufbau, und das nicht nur beim Schloss, sondern auch bei eventuellen Leitbauten, kräftig beteiligen sollten ohne hierbei der russischen Seite den Eindruck zu geben sie dabei vorzuführen oder irgendwelche territorialen Forderungen damit zu verknüpfen. Dabei darf man nicht vergessen sich patriotische Unterstützung zu holen beim russischen Militär und bei der russisch-orthodoxen Kirche.

    Noch etwas: Die letzte Rekonstruktion war die Synagoge auf der Lastadie.