Posts by Alois

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    The Berliner Stadtschloss. View of the palace facade from the palace bridge, 1886. Artist: Ziller, Hermann (1843-1915)


    Ich bin auf dieses historische Bild gestoßen und frage mich ob das nicht auch eine schöne Platzgestaltung gewesen wäre, wenn man schon die Kollonaden oder das Kaiser-Wilhelm-Denkmal nicht wieder rekonstruieren möchte. Deutlich stimmiger und ästhetischer wäre diese Fassung meiner Meinung nach jedenfalls als die banale Einheitswippe.

    Gerade bei Synagogen wäre die Rekonstruktion eine große Chance zu demonstrieren, dass die Nationalsozialisten nicht wie leider in den meisten deutschen Städten immer noch üblich das letzte Wort hatten und haben: Entweder keine Synagoge oder eine hässliche Synagoge, die der jüdischen Gemeinde als Ersatz für die alte Synagoge wie blanker Hohn vorkommen muss.


    Wie schön wäre es überall wieder die alten Synagogen zu sehen, die dem Betrachter sagen: "Schau her, jüdisches Leben gab es an diesem Ort schon seit hunderten Jahren. Nationalsozialisten? Wer ist das? Ja sie haben mal versucht das zu zerstören, aber siehe, sie sind grandios gescheitert!"


    Das letzte was die jüdisch-christliche Gesellschaft versönt und wieder zusammenwachsen lässt sind Synagogen, die aussehen wie abweisende Bunker, wie Ufos, die an einem Platz gelandet sind, wo sie nicht hingehören. Eine Rückbesinnung auf die gemeinsamen Wurzeln wäre wünschenswert.

    Ich finde das Eckrondell leistet unglaubliche Dienste um den Bruch zur bescheidener gestalteten Seite des Schlosses zu kaschieren. Es wirkt ein bisschen so, als wäre das Schloss an der Stelle zu Ende und der traurige Nachbarbau würde nicht mehr dazugehören. (Welcher auch immer unbekannter Spender uns das Eckrondell spendiert hat, ich bin ihm sehr sehr dankbar dafür. Vielleicht ließt er das ja zufällig)

    Und natürlich nochmals die Schokoladenseite des Baus.

    Ganz anders auf der Nordseite: Hier wird es meiner Meinung nach immer so wirken als hätte man auf dem letzten Stück vergessen das Schloss zu verputzen/ zu vollenden.


    Dein letzter Absatz ist ausgemachter Blödsinn. Kunst ist nicht von Mehrheitsbeschlüssen abhängig, und kein Künstler muss sich sein Künstlerdasein von dir oder irgendjemand anderem bestätigen lassen.

    Da hast du natürlich recht :) Entsprechend Beuys ist jeder Mensch ein Künstler. Es ist nur meine Meinung, dass es nicht für Selbstvertrauen und Wertigkeit spricht, sein Werk juristisch absichern zu müssen. Da finde ich Banksy beeindruckender: Ihm ist es egal ob sein Werk zerstört wird, er erwartet es sogar, aber die Menschen kloppen sich drum und montieren notfalls ganze Häuserwände ab, um sein Werk zu retten oder für viel Geld weiterzuverkaufen. Da zählen inoffizielle Mehrheitsbeschlüsse in der Kunst dann doch etwas.


    Ich kenne eine Kirchengemeinde ohne Orgel, weil der Architekt es so wollte, mit einem Gemeindezentrum ohne Rolläden, in dem keine Gardinen aufgehängt werden dürfen, weil der Architekt es so wollte. Ich mache nicht dem unfähigen Architekten Vorwürfe, dass er keine Gebäude gestalten kann, sondern den Trotteln die ihn engagiert haben.


    Je weiter die Vollendung fortschreitet, desto deutlicher finde ich wird, dass die Ostfassade überhaupt nicht passt. Das Schloss sieht nicht aus, als wäre es eine Mischung zweier Architekturstile, sonder irgendwie so als wäre das Schloss in der Mitte aufgeschnitten worden wie ein Käse und man würde jetzt an der Schnittfläche in das Innere schauen. Das Schloss wird es so schwierig machen das Gebiet vor dem Rathaus mit unter den Linden städtebaulich zu verbinden. Es wird immer eine Betonmauer die beiden Stadtteile voneinander trennen, egal wie der Rathausplatz gestaltet wird.

    Ich glaube, du irrst. Selbst wenn du der Eigentümer eines Kunstwerks bist, das bei dir über der Couch hängt, darfst du es nicht verändern, solange darauf noch Urheberrecht besteht.

    Das heißt, du darfst eine Öse anbringen, um das Bild an den Haken zu hängen, aber "einen Pinsel [...] nehmen [und] das Bild [...] korrigieren" darfst du nicht - jedenfalls nicht ohne Einwilligung des Urheberrechtsinhabers.
    Im übrigen bin ich neugierig zu hören, was einen "echten" Künstler ausmacht und wer das definiert.

    Das Urheberrechtsgesetz spricht von "Titel oder Urheberbezeichnung". Dabei geht es um das geistige Eigentum, das beim Künstler/Hersteller verbleibt, nicht um das materielle Eigentum, das auf den Käufer übergegangen ist. Soll heißen der Besitzer eines Kunstwerkes darf dieses durchaus mit einem Pinsel korrigieren, er darf es nur nicht anschließend ausstellen und behaupten es wäre seine Schöpfung gewesen. Wenn man sein Gebäude das man gekauft hat umbaut dürfte das kein Widerspruch zum Urheberrecht sein, solange man nicht abstreitet, dass das Bauwerk zumindest zu einem großen Teil von dem ursprünglichen Architekten stammt.


    Ich denke echte Künstler entwerfen vor allem Kustwerke die für sich selbst stehen und nicht per Gesetz gegen die Verachtung der Allgemeinheit geschützt werden müssen.

    Für ein Forum, das sich für Rekonstruktionen mit dem wesentlichen Argument einsetzt, diese seien künstlerisch wertvoller als viele moderne Architektur, ist das ein bemerkenswert erbärmliches Argument. Schon von der Sache her ist ein Kunstwerk aus vergänglichem Material (wie Zuckerwerk) etwas anderes als ein Gebäude aus Stein. Davon einmal abgesehen, ist ein Architekt mehr als ein reiner Techniker - er ist in einem gewissen Maße auch Künstler und hat als solcher natürlich auch Urheberrechte.
    Zugeben muss ich allerdings auch, dass im Fall des Stadtschlosses mir der Anteil von Herrn Kulka an der Außenfassade so gering erscheint, dass mir die für das Urheberrecht notwendige Schöpfungshöhe nicht erreicht ist. Für den Anteil von Knobelsdorff und de Bodt gilt das nicht; hier ist das Urheberrecht allerdings schon erloschen...

    Das Problem ist ja gerade, dass sich Architekten für Künstler halten, ohne welche zu sein. Heimdall hat dies ja schon angedeutet:
    Stellen wir uns einmal einen echten Künstler vor van Gogh, Beuys, Picasso etc. und ein reicher Sammler kauft sich privat ein Bild. Er dürfte es nicht abändern und für sein eigenes Werk ausgeben, wie es dem eigentlichen Sinn des Urheberrechts entspricht. Aber niemand könnte diesem juristisch verbieten einen Pinsel zu nehmen, das Bild zu korrigieren und sich ins Wohnzimmer zu hängen. Er könnte es auch zum heizen in seinem offenen Kamin verbrennen.
    Der Unterschied ist, er würde es nicht tun, weil er nicht so doof wäre ein wertvolles Kunstwerk, das er teuer gekauft hat zu ruinieren.
    Architekten, glauben sie seien Künstler, haben aber solche Angst, ihr Werk könnte nicht überzeugen, jemand könnte ihren Mist nicht wertschätzen, dass sie es vor dem Verkauf lieber juristisch absichern. Insgeheim ahnen diese Möchtegernkünstler ja selbst, dass das Werk für sich allein nicht als Kunstwerk erkannt werden wird, dass es eben nicht für sich selbst steht.
    Darum sind Architekten keine Künstler, sie verhalten sich nur wie welche, und genau das ist das Problem.

    Der Landtag ist ein Neubau mit Urheberrechten beim Architekten, bis 80 Jahre nach seinem Tod (dann durch die Erben). Diese Fragen stellen sich bei jedem Umbau oder Veränderung eines Neubaus. Am bekanntesten ist z.Zt. der Fall der Berliner Hedwigskathedrale.

    Wenn ich einen Patienten operiere, will ich danach auch dass dieser sich vorher meine Zustimmung einholt, bevor er an seinem Körper noch einmal irgendeine Veränderung vornehmen lässt!!
    Als Konditor würde ich auch verlangen wollen, dass die Kunden erst eine Genehmigung einholen, bevor sie Stücke aus dem Kuchen herausbeißen.


    Die Selbstwahrnehmung von Architekten kann man eigentlich nur als erbärmlich gestört bezeichnen, was ihrem allgemeinen Ansehen in der Bevölkerung nicht gerade dienlich erscheint.

    1. Im Haus hängt ein Bild. Dem Denkmalpfleger habe ich zugesagt die Trophäengruppe nach Wiedereinführung der Monarchie zu rekonstruieren, auf eigene Kosten.

    Das wäre in den 20ern nötig gewesen, dann wäre Europa einiges erspart geblieben.
    Nebenbei, wer die Verfassung von 1871 anschaut wird erkennen woher die Ideen zum Grundgesetzt kamen. Sogesehen wären für eine Monarchie nicht einmal große Änderungen nötig. Es würde reichen das Wort "Bundespräsident" gegen "repräsentativen Monarch" zu ersetzen und das "repräsentativ" ernster zu nehmen :D

    Das Wachhäuschen macht sich gut vor der Fassade.

    ganz meine Meinung. Es sind nur Bretterbuden, schnell errichtet, aber sie lassen Schlösser gleich lebendiger wirken, selbst wenn sie nicht genutzt werden. Man könnte im Zweifelfall ja ein öffentliches Stehpissoir einrichten wenn jemand den dekorativen Nutzen allein nicht anerkennen will :D

    Die farbliche Absetzung der Lorbeergehänge war auf den anderen Bildern gar nicht zu erkennen. So wie auf dem letzten Bild wird dann wohl auch der Eindruck sein, wenn man real vor dem Gebäude steht. So gefällt es mir sehr gut, ich denke das ist perfekt, eine bessere Lösung für die Farbgebung wird man wohl nicht finden.

    Auf einem Streifzug durch Baden-Baden sind mir einmal diese zwei Statuen aufgefallen.





    Es handelt sich um relativ neue Statuen in Metallguss. An Qualität stehen sie den Metallgüssen früherer Zeiten in nichts nach. Mir scheint, dass die Russen das Wissen um die Schöpfung europäischen Kulturguts weit besser bewahrt haben als wir Europäer selbst. Angesichts der Tatsache, dass unsere Handwerker soetwas wohl nicht mehr hinbekommen würden, bin ich für diese russischen Almosen unglaublich dankbar!


    Statuen in Stein und Metallguss werten den öffentlichen Raum ungemein auf, besser als jede abstrakte Plastik. Ich würde mir deutlich mehr davon in allen unseren Städten wünschen. Mir wäre dann auch egal, wen oder was das Denkmal dann darstellt. Von mir aus kann es der verstorbene Dorflehrer sein, oder der letzte Bürgermeister oder der Gemüsehändler um die Ecke, entscheidend ist der bereichernde Effekt solcher Statuen für die Aufenthaltsqualität.


    Ich finde auch Handwasserpumpen, Brunnen und Standuhren könnten im öffentlichen Raum deutlich mehr vertreten sein. Paris ist ein gutes Beispiel, wie solches Straßenmöbiliar bereichernd wirkt.

    Hoy,
    die Kaiser-Wilhelm Gedächtniskirche ist natürlich Geschmackssache, sie war besser als alles was heutige Kirchenbauer hinbekommen, aber für den Anspruch der damaligen Zeit finde ich die Nebentürme waren zu klein und zu zahlreich um eine stimmige Gesamtkomposition zu erreichen. Auch der Hauptturm wirkte nicht wie ein selbstständiger Turm sondern eher wie ein großer Dachaufsatz auf dem Kirchenschiff. Die heutige Ruine mit dem abgebrochenen Dach wirkt auf mich romantischer und stimmiger, vergleichbar mit dem Heidelberger Schloss, dessen Wiederaufbau zum Glück nicht umgesetzt wurde.
    Was mich stört sind die Betonklötze davor und dahinter. Ich hätte es besser gefunden man hätte den Turm als Ruine gelassen und ein schlichtes unauffälliges Kirchenschiff mit Satteldach angesetzt, was für einen Gottesdienst genüge tut und dem Turm das Hauptaugenmerk belässt. Oder die ursprünglichen Umrisse mit Pflastersteinen auf dem Boden markiert und an Stelle des Kirchenschiffs einen Wald mit Bänken gepflanzt, in dem im Sommer Freiluftgottesdienste stattfinden können.


    Das Argument mit dem Mahnmal finde ich totalen Quatsch, als ob Rekonstruktionen ein Erinnern verhindern würden. Erinnern kann nur stattfinden, wenn Orte der Vergangenheit sichtbar bleiben.
    Dieses Argument wird immer gebracht um Rekonstruktionen zu verhindern oder hässliche Neubauten zu bauen, meist von Seiten der Architekten und Investoren, die bei dem Argument an ihren eigenen Profit denken. Nach diesem Argument hätte man den Polen verbieten müssen Warschau wieder aufzubauen, weil sie damit das Gedenken an ihre Vorfahren beleidigen, die so sehr gelitten haben.


    Ganz offensichtlich ad absurdum geführt wird diese Theorie der Brüche bei Synagogen: Weshalb werden diese nicht wieder rekonstruiert? Stattdessen wird auf Synagogen ganz verzichtet oder es werden möglichst hässliche aus der Umgebung herausstechende Betonbunker hingesetzt um zu mahnen. Überspitzt ausgedrückt: "Eure schönen Synagogen haben wir niedergebrannt, ein Recht auf Geschichte habt ihr nicht mehr". Dabei wäre eine Rekonstruktion ein viel deutlicheres Statement, um zu zeigen, dass das Judentum eine jahrtausendealte deutsche Tradition hat, das nicht ausgelöscht bleiben darf, sondern ein Recht hat an dieser Vergangenheit anzuknüpfen. Und zwar auch ohne die von den Nazis aufgezwungenen Brüche.


    Ein schönes Gebäude der Vergangenheit zu sehen macht einen neugierig, sich über diesen Ort, dieses Gebäude zu informieren. Liest man dann die angebrachten Geschichtstafeln und stellt fest, dass das Gebäude kein Original ist, wird einem erst bewusst welche Kulturgüter durch Idiotien der Geschichte zerstört wurden und was in Zukunft anders laufen muss, um die wiedergewonnene Schönheit, den wiedergewonnenen Frieden zu erhalten.

    l'architecture: Da bin ich deutlich optimistischer. Dass z.B. die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche nicht wieder aufgebaut wird, weil sie in ihrem Zustand eine echte Sehenswürdigkeit geworden ist (auch wenn die störenden Eiermann Betonkötze vielleicht irgendwann einmal verschwinden dürften) würde ich erwarten, weil bei deisem Beispiel tatsächlich eine unbedeutende Kirche zu einer einmaligen Ruine geworden ist.
    Aber beim Berlinder Dom wird niemand Argumente finden, weshalb eine schlechte Reparatur der 50er/60er Jahre nicht einer besseren Reparatur weichen sollte. Diejenigen, denen das Erscheinungsbild des Doms wichtig ist, würden sich darüber freuen, diejenigen, die sich nichts aus Rekos machen würden den Unterschied gar nicht wahrnehmen. Und ich meine mich zu erinnern mal gelesen zu haben, dass es bereits erste Vereine gibt, die genau für diese Dachreparaturen Geld sammeln.

    Es handelt sich beim Gutshaus Thurow, wie diese Doku zeigt auch um keinen Einzefall, sondern um einen Teil einer vernetzten Gemeinde von Menschen mit Geschmack :)


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    Mir macht das Mut, weil ich denke mir, wenn die es schaffen solche Ruinen in Eigenarbeit zu retten, dann schaffe ich es mal auch, wenn ich mir ein Einfamilienhaus in schöner Lage gekauft habe, dieses in einen Gründerzeittraum umzubauen/umbauen zu lassen. Weil mehr als die Grundmauern haben diese, meine Helden ja auch nicht zur Verfügung :D

    Ich weiß nicht ob die folgende Dokuserie zum Gutshaus Thurow schon bekannt ist. Es handelt sich um keinen Neubau und auch keine echte Rekonstruktion von Grund auf, aber doch um ein Renovierungsprojekt, das eine desolate Ruine zu einem echten Schmuckstück werden lässt. Auch solche Projekte machen mich unglaublich glücklich! Und sie zeigen, dass wenn man nur genug Zeit hat, man auch ohne finanzielles Polster richtig was reißen kann:


    Teil 1:
    https://www.zdf.de/nachrichten…us-thurow-teil-1-100.html
    Teil 2:
    https://www.zdf.de/nachrichten…us-thurow-teil-2-100.html


    Teil 3:


    https://amp.zdf.de/video/https…diathek%2F180919_hass_hde