Posts by Millennio

    Ich bin vor einigen Wochen auf der Seite


    afasiaarchzine.com/tag/miller-maranta/


    auf eine Version des Essighauses gestoßen, die hier so - glaube ich - noch nicht vorgestellt wurde.

    Die dargestellte Version des Essighauses kann ja wohl nicht ernst gemeint sein, ich kann oder will es nicht glauben.
    Nur mit gutem Willen möchte ich das, wie es hier dargestellt wird, noch als kritische Rekonstruktion bezeichnen. Die gesamte Plastizität der originalen Fassade fehlt, das liegt nicht nur an den sprossenlosen Fenstern, sondern auch daran, dass die Gesimse in dieser Visualisierung völlig abhanden gekommen sind. Da fehlt doch so viel!


    Also, ehrlich. Wenn das ernst gemeint sein soll, weiß ich echt nicht mehr weiter, da fehlen mir die Worte. Das ist ja eine Persiflage auf das Essighaus, schlechte Satire, und so oder so keine Rekonstruktion mehr. Und dann noch aus Betonguss...
    Ich war ja schon am Anfang skeptisch, doch sollte das hier wirklich so umgesetzt werden sollen (ich kann es nicht glauben), lehne ich dieses Projekt wirklich in allen seinen Einzelheiten ab! Man kann nur hoffen, dass dieser Stand nicht Bestandteil aktueller Planungen ist...

    Danke für die Bilder.
    Ich muss ja sagen, etwas verwundert bin ich ja schon, dass nun bereits alle Gerüste weg sind. Am Chiapponischen Haus fehlen im linken Bereich der Fassade ja noch die Putzfelder (das soll doch wohl hoffentlich nicht so bleiben), und der Erker am Dinglingerhaus ist ja auch noch nicht fertig. Wieso das Gerüst bei Blobel zwischen Eckhaus und Dinglingerhaus abgebaut wurde, wundert mich ebenfalls, hier fehlt ja in großen Teilen sogar der Putz, vom Erker gar nicht zu sprechen. Dieser sieht auch ein wenig windschief aus. Nunja, ich hoffe und denke, das wird alles noch.


    Was ich nicht sehr gelungen finde, ist die Gestaltung der Dachgauben, diese sehen doch recht klobig aus.
    Die Farbgebung gefält mir dagegen insgesamt sehr gut, es wirkt harmonisch und man sieht sehr schnell, wie viel allein die Farbe ausmachen kann, auch bei grauem Wetter wie jetzt. Besonders gegenüber des sehr grauen Quartiers V/1 ist dies sehr wohltuend.

    Nun als letztes noch fix zum Blobelbau.

    Zum Neumarkt hin steht wieder das Gerüst, es werden Fassadendetails aufgeputzt. Der Dachaufbau wurde weiterhin verglast.



    Hier oben, im Dachbereich, wurde die Konstruktion zwischen Staffelgeschoss und USD-Dach montiert. Ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass der Übergang zwischen beiden Bauprojekten schlicht unnötig schlecht bzw. nicht vorhanden ist.



    Die Auskragung für den Balkon im 1. Obergeschoss wurde verputzt und mit einem Profil ausgestattet.



    In der Frauenstraße ist die Fassade bereits fertig zum streichen, wie es scheint.



    Von hier oben wird ersichtlich, wie groß doch der Dachaufbau ist und wie sehr das Staffelgeschoss des Blobelbaus und der Übergang zum Nachbargebäude doch den Gesamteindruck einer Platzfront unterbindet. Dennoch muss ich an dieser Stelle die hochqualitative Bauweise einmal loben. Inwieweit die Fassadengestaltung an dieser Stelle seine Rechtfertigung hat oder nicht und welche AUswirkung das für weitere Rekonstruktionsvorhaben und Neubauten haben könnte, muss, so scheint es, jeder für sich ausmachen.



    Bilder sind von mir.


    Auf dem Gewandhausareal ist die Position der Bäume (U-Form) schon zu sehen. Rechts in der Ecke wird schon mit dem Pflastern begonnen. Diese Pflasterung erinnert an historische Textilien.


    Nochmal vergrößert:

    Bilder von mir.


    Am Jüdenhof hat sich nicht besonders viel getan. Am Regimentshaus wird weiter im Dachbereich gearbeitet.



    Das Zwerchhaus hat sein Gesims bekommen und ist verputzt. Wer genau hinschaut, sieht auch Vorzeichnungen für den Stuck.



    Die Gauben wirken recht klobig und wenig elegant.



    An der Neumarktfront hat sich bei USD/Patrizia nix getan.



    Von der Laterne der Frauenkirche aus wird dem Betrachter auch ein kleiner Blick in den Hof des Quartiers gewährt. Positiv ins Auge springt sofort die optische Distanz zwischen Kulturpalast und dem Neumarkt, ein nun eigenständiger Platz. Städtebaulich ist also die Fertigstellung des Quartiers VI ein riesiger Gewinn. Im Genaueren offenbaren sich jedoch so einige Schwächen in der Dachgestaltung.



    Ich war zunächst davon ausgegangen, dass sich hier im Vordergrund eine Dachterasse befinden würde,jedoch sehe ich keinen Aufstieg oder Zugang dazu. Also nur für Lüftungsanlagen? Wäre sehr schade. Die Dachvorderseiten zum Jüdenhof scheinen, auch beim Stellwerkeckbau, ordentlich und ansehlich zu werden, jedoch ist der Übergang zur Galeriestraße im Innenhof eine Katastrophe. Da wird Geschoss über Geschoss gestapelt, ohne überhaupt an eine Dachschräge zu denken, da sitzt in der Ecke ein seltsamer Balkon...



    Das Chiapponische Haus oder das Haus, was einen Teil seiner Fassade so aussehen lassen wird, hat auch kein besonders tolles Dach. Es ist erstens außergewöhnlich hoch, verdeckt so aber ganz nebenbei auch den Kulturpalast ;) Die Ecke scheint das Treppenhaus zu beherbergen und wird deswegen bis ganz oben gemauert. Weiterhin schließt es oben auch mit einem Flachdach ab, genauso wie die Rekonstruktion zwischen Chiappo und DInglingerhaus. Dieses hat ein hübsches Dach, auch wenn die Dachgauben, genauso wie auch diese zum Neumarkt hin, sehr unschön und klobig aussehen. Das ging doch schonmal besser!?
    Der Innenteil des Dinglingerhauses ragt mit einer Dachterasse neben dem kleinen Arkadenhof in den großen Innenhof hinein.



    Bei aller Kritik überwiegt - in meinem Fall - jedoch die Freude über den städtebaulichen Zugewinn.
    Bilder sind von mir.

    Mal wieder ein kurzer Bericht über die Bausituation am Neumarkt. Beginnen wir mit dem Quartier V/1. Hier hat sich in der letzten Zeit in der Tat etwas getan. Während der Großteil der Fassade momentan noch unter Planen versteckt ist und gedämmt wird, ist in der Frauenstraße und in der Schumachergasse bereits verputzt worden, auch die Ziergeländer sind wieder angebracht worden.



    Wie hier ansatzweise zu sehen ist, sind die Fenstergewände teils unterschiedlich breit, liegen aber mit den anderen Gewänden in einer Flucht, da sich die Fenster nicht vollständig übereinander befinden. An dieser Stelle eine meiner Meinung nach durchaus reizvolle Idee, jedoch warte ich für ein endgültiges Urteil noch den Abbau der Gerüste ab.



    In der Schumachergasse hat man damit bereits angefangen. Hier sind alle Fenstergewände gleich, auch die Fenster liegen direkt übereinander. Das Gesims ist ein wenig zu schmächtig, aber angesichts dessen, was an dieser Stelle zu erwarten war, eine recht angenehme "Gestaltung", wenn man bedenkt, wie unter anderem die GHND gegen den Bau gewettert hatte.



    Doch bei allem Lob gibt es doch so einige Dinge, die zu kritisieren sind.



    Da muss an erster Stelle natürlich das Flachdach bzw. Staffeldach kritisiert werden, das direkt neben dem Köhlerschen Haus einen doch argen Kontrast darstellt. Weiterhin finde ich die Position des Regenrohrs direkt an der Ecke sehr ungünstig.



    Beinahe eine Novation ist es hingegen, dass der Rest des Quartiers V/1 ein ROTES Dach bekommen hat - auf einem NEUBAU! :D Die Ziegel sind in einem altstadttauglichen Rot gehalten, jedoch in eckiger Form.



    Gewöhnungsbedürftig sind die Gauben rechts, die aus der Dachfläche herausragen.



    Wo wir schon bei der Dachgestaltung sind, "lohnt" auch ein Blick von oben (dieser folgt auch fürs QVI). So lässt sich aus meiner Sicht feststellen, dass das Quartier V/1 sich doch recht unauffällig in die Dachlandschaft einfügt. Größtes Problem ist jedoch das Flachdach, das die untergliederte Fassadengestaltung, zumindest für den Wissenden, peinlich torpediert.



    Es hätte schließlich deutlich besser gehen können. Jedoch hat man mit der Maniküre des Entwurfs doch noch so einige Verbesserungen erzielen können. "Man war bemüht", könnte das genannt werden: Große Änderungen gab es nicht, jedoch einzelne auch erkennbare kleine Verbesserungen. So hat man über die Lüftungsanlage zur Kaschierung ebenfalls Kiesfläche angelegt.
    Nun ja - ein abschließendes Urteil fällt mir noch schwer. Auf der einen Seite die groben Mängel der Struktur: Das Staffelgeschoss, das Flachdach, die Großstruktur des Gebäudes (es ist innen nunmal EIN Gebäude) etc. sind schwerwiegend. Auf der anderen Seite jedoch deutliche Verbesserungen im Vergleich zu vorhergehenden Planungen, und die Fassadengestaltung scheint auch, gerade im Vergleich mit anderen Füllbauten, angenehm zu sein.
    Bilder sind von mir.

    Heißt das, die CG-Gruppe hat verkauft bevor die angefangen haben zu bauen, oder was ...!??? Tsss!

    ja, so ists. So ähnlich hat die USD das mit dem Quartier VI auch gemacht, also das Bauprojekt an die Patrizia verkauft.


    Der Verkauf an Aberdeen Asset Management wurde schon im August vollzogen, siehe weiter oben im Strang.


    Dass hier im Quartier III/2 nur so riesige Investoren zum Zug kommen, hängt dabei natürlich vom Verkäufer des Grundtückes ab, also hier dem Freistaat Sachsen. Der wollte nur die gesamte Fläche an einen Käufer veräußern, für den möglichst hohen Preis. Kein Wunder also, dass die Ergebnisse im Stadtbild dann dementsprechend renditeorientiert ausfallen müssen ... :/

    Beim Mittelbau würde mich interessieren, ob dies der Wunsch der Bauherrschaft war oder ein Diktat der Bauverwaltung. Ich vermute eher letzteres. In Dresden müsste man wirklich mal auf eine Änderung der Bauvorschriften bezüglich der Dachgestaltungen pochen.

    In diesem Fall ist diese Tatsache eckiger, moderner Dachgauben wohl allein auf den Investor USD/Patrizia zurückzuführen, da aufgrund der Weiterveräußerung des Grundstücks diese Investoren, auch Blobel NICHT an den Bebauungsplan gebunden waren(falls dem nicht so sein sollte, bitte ich dies zu entschuldigen und zu korrigieren).

    Nur ist es in Dresden leider so, dass der Staat und die Stadt bei Grundstücksverkäufen das Los den Meistbietenden zuspielt, und diese daher jeden cm2 ausnützen müssen. Wüssten die Investoren von Anfang an, dass es bei den Dächern Einschränkungen gibt, müssten sie weniger bieten, und die Verkäufer würden weniger aus den Grundstücken lösen. In dieser Hinsicht sehe ich in Dresden unter den gegebenen Umständen keine Möglichkeit für bessere Gestaltungen.

    Dies ist in der Tat eins der Hauptversäumnisse am Neumarkt, das es eigentlich in den letzten Jahre - die Vergabepolitik war ja letztlich bekannt - zu ändern hätte gelten müssen. Ich halte ebenso dieses Prinip im Ansatz für verkehrt, da zunächst häufig nur Großinvestoren so viel bieten können (wenn eben nur gesamte Quartiersflächen verkauft werden...) und andererseits auch nicht mehr so viel Kapital in die Immobilie selbst - zugunsten von Bauqualität, Wertigkeit der Rekonstruktion und so weiter - stecken können und wollen.
    Sollte es in der nächsten Zeit zu weiteren größer angelegten Neubebauungen, wie nun am Neustädter Markt, kommen, muss dies bitte anders gehandhabt werden, und zwar nach dem Prinzip der Kleinteiligkeit und möglichst auch mit einem rechtsgültigen Bebauungsplan, der wegen meiner auch die Dach(fenster)Gestaltung festschreibt.


    Zum Bild kann man aber sagen, dass es nicht außergewöhnlich war, wenn viele Gauben nebeneinander standen. Was selten war und beim WIederaufbau meist praktiziert wurde, dass auch im zweiten Dachgeschoss zahlreiche Gauben verwendet werden. Wenigstens sind die Gauben im Quartier III/1 nicht rechteckig... stattdessen gibt es hier im Baywobau leider gerade von der Frauenkirchen-Laterne unschöne Flachdachbereiche.


    Was ich im Q VI störend finde, ist besonders die Rückseite des Stellwerkbaus an der Galeriestraße. Durch den niedrigen Mittelbau des Quartiers zum Neumarkt hin ist dieser Bereich von der Frauenkirchen-Laterne sichtbar. Neben den Gauben, den Fachdächern und dem Übergang zum Blobelbau finde ich das in der Tat nicht optimal. Aber wie bereits angeklungen, ist an dem Übergang nicht Bloble allein schuld, denn auch die USD haben am Mittelbau und Jüdenhof-Eckbau die Stockwerke verändert, und zwar bei Originalhöhe je ein weiteres Geschoss hinen-"gequetscht". Wie auch immer, mal sehen wie die Farbgebung das ganze abmildert oder nicht.

    Vielleicht habe ich mich missverständlich ausgedrückt - die Fenster zum Kulti sind nur einfach gesprosst und auch teilweise etwas chaotisch durch Balkon-Einsparungen durchsetzt. Ich meinte bloß, dass der Eindruck eines einheitlichen Baus etwas mehr entstehen kann, indem zumindest die Fensterfarben sowohl zur Frauenstraße als auch zur Galeriestraße gleich sind (und hoffentlich auch die Farbe des Putzes...).
    Trotzdem ist die Seite zum Kulturpalast modern.

    Auch hier kurz der Zwischenstand: Der Blobel-Bau wurde inzwischen schon verputzt; damit entschwindet zumindest vorerst der Kontrast von dem Ziegelrot bei Blobel und dem Hell bei USD.


    In Kürze wird dann wohl auch das Dachdecken beginnen.



    Kurzer Blick in die Frauenstraße, zu der der Blobelbau übrigens ebenso Bauschmuck trägt: Mal sehen, wie sehr das Staffeldach von Q V/1 stören wird.



    Auf Höhe der Frauenkirche wird dann der Dachaufbau sichtbar...



    ... um dann auf dem Teil-Platz An der Frauenkirche komplett sichtbar zu werden - und mir das positive Platzgefühl zu verderben: Der Dachaufbau für den Fahrstuhl auf dem Blobelbau wirkt sehr groß und wird wahrscheinlich verglast... dieser Mist ist meiner Meinung nach letztlich deutlich störender als das Staffelgeschoss von Q V/1. AUf dem Eckbau des Quartiers VI zum Jüdenhof ist ja anscheinend auch eine Dachterasse (vermeine ich auf den Laternen-Fotos von der Frauenkirche herab von wissen.de - im Strang zu QVI - zu erkennen), und dort stört es wenigstens vom Platz unten nicht. Wirklich schade, dass man das bei der Blobelecke nicht anders gelöst hat :thumbdown:

    Mal wieder ein kleines Baustellen-Update...
    Bitte entschuldigt die schlechte Bildqualität, ich war diesmal nicht mit der Kamera, sondern nur mit dem Handy unterwegs...

    Das Dach des USD-Eckbaus ist weitgehend gedeckt.




    Neben der schlechten Qualität des Zooms offenbart sich hier auch die Tatsache, dass die Fenstergewände aufgetragen (geputzt) werden. Auch die Hauptgesimse sind an die Fassade gekommen.



    Offensichtlich verwendet man keinen echten Sandstein, sondern am Eckbau Kunststeinelemente:



    EIn Schwenk zum Jüdenhof:

    Am Regimentshaus verwendet man im Gegensatz dazu echten Sandstein :cool:




    Die Fenster in den Obergeschossen sind schon länger drin, nun auch im Zwerchhaus. Die Fenster sind nur geölt und haben einen ähnlichen Farbton wie in der Rampischen Straße 33 (auch USD).



    Mit den Sandsteingesimsen hatte man aber offenbar zum Eckbau hin ein Problem mit der hervorstehenden Dämmung, diese wurde zum Teil wieder entfernt:



    Situation in der Galeriestraße. Die Fenster des Chiapponischen Hauses zur Frauenstraße sind gesprosst, im selben grauen Farbton wie hier an der Seite zur Galeriestraße.


    Abschließend der Blick von der Frauenkirche:


    Das Platzgefühl ist umwerfend...
    In jedem Falle trägt das Quartier entscheidend zur Vollendung des Neumarktes und damit zur Genesung des Dresdner Stadtbildes bei. Auch optisch vergrößert sich der Neumarktbereich, indem nicht von jedem Stadnpunkt aus Frauenkirche und Kulturpalast zu sehen sind. Besonders natürlich schön der Jüdenhof als hervorragender, vollendet korrespondierender Stadtraum :thumbup:

    Ja, es ist richtig: Dresden besitzt unglaublich viel architektonisches Ödland, gerade um das Zentrum herum: Vor allem in der Pirnaischen Vorstadt, der Seevorstadt und so weiter müsste komplett neu bebaut werden, um wieder die Stadt Dresden als urbane,funktionierende Großstadt städtebaulich zu erhalten.
    Aber zum Beispiel passiert ja gerade das in der Wilsdruffer Vorstadt an der Schweriner Straße, an der Ostraalee, am Schützenplatz, demnächst auch das Nöfer-Projekt, um nur ein paar Beispiele zu nennen.
    Ich habe das Gefühl, dass langsam sogar erste Schritte in die richtige Richtung getan werden.


    mich macht es als Dresdner auch durchaus wütend, mit welch bräsiger Selbstgefälligkeit sich die Dresdner Lokalpolitik in Bezug auf den Neumarkt auf die Schultern klopft, als wäre es eine außerordentlich herkulische Leistung gewesen dieses recht kleine Viertelchen zu rekonstruieren ... Dieses Gebiet macht vllt. 3% der zerstörten Stadtfläche aus, wenn überhaupt! Herausgekommen ist eine kleine Konsuminsel voller überteuerter Geschäfte für Touristen, die die Lebenswirklichkeit der normalen Dresdner aber nur peripher tangiert.

    ...erstmal Luft holen :D8o
    Ich finde es doch ein wenig unverschämt, hier sagen zu müssen, das Neumarktgebiet sei nix als eine "Konsuminsel für Touristen". Auch ich bin Dresdner, sollte es die darum gehen, und bin regelmäßig auch auf dem Neumarkt.
    Hier entstand doch etwas, von dem andere Städte in ganz Deutschland gelernt haben, hier enstand wieder ein Stück Dresden (in Teilen) auf einer Brachfläche, hier ist Stadt! Man kann sich doch kaum noch vorstellen, wie unermüdlich für jedes noch so kleine Detail am Neumarkt wahrlich "gekämpft" werden musste. Das waren Zeiten... die hab ich teils noch nicht mal mitgeschnitten, so alt bin ich noch gar nicht. :lachentuerkis:
    Sicher, viele Fehler wurden gemacht, und ich habe ebenfalls regelmäßig das Gefühl, dass man daraus nicht lernen möchte. Auf dem jetzigen Zustand darf sich selbstverständlich auch nicht ausgeruht werden, im Gegenteil.


    Und selbst wenn es eben bis jetzt nur 3% sein sollten - was wäre Dresden ohne sie?


    Aber dieses Projekt sollte doch idealerweise nur der erste Auftakt für einen großabgelegten (auf mehrere Jahrzehnte ausgerichteten) Wiederaufbauplan sein, stattdessen werkelt man Jahrzehntelang auf dieser winzigen Fläche rum und will es dann auch noch dabei belassen. Die Untätigkeit und Planlosigkeit der Stadt ist einfach nur enttäuschend, aber als Dresdner hat man sich daran gewöhnt und resigniert.

    Ich jedenfalls nicht. Potenzial nach ganz weit oben gibt es jedenfalls genug (um es mal positiv auszudrücken), so viele Brachflächen gibt es nahe des Zentrums in kaum einer anderen deutschen Großstadt. Gerade da und im eigentlichen Zentrum muss wieder Urbanität her.. das ist doch das, woran es in Dresden in der Tat mangelt. Wird also Zeit, sich langsam auch anderen Dingen als dem Neumarkt zuzuwenden, so wie es bspw. die GHND am Neustädter Markt tut. Da muss nämlich ganz dringend was passieren! Wie an so vielen Stellen eigentlich :/huh:)

    Wie sieht das eigentlich mit dem Bau im Hintergrund aus, dadurch bleibt die Schumachergasse doch eine Sackgasse?

    Mehr oder weniger ja. Die Schumachergasse führt auf die Rückseite der Nordbebauung der Wilsdruffer Straße, die mittelfristig dort stehen bleibt. Dort ist nichts, was einen verleitet, dahin zu gehen. Andererseits führt zwischen ebenjener Bebauung und der Südseite der Quartiere V.1 und V.2 eine schmale Gasse parallel zur Wilsdruffer Straße, auf die die Schumachergasse zuläuft. Das Ganze ist aber, wenn man ehrlich ist, schlussendlich nach Abschluss der Arbeiten definitiv eher als Hinterhofsituation zu betrachten, als dass man es ernsteshalber als Straßenraum bezeichnen könnte.
    Neben dem Punkt Moritzstraße und Hotel Stadt Rom zeigt sich eben auch hier wieder, wie problematisch hart die Neumarktbebauung auf altem Grundriss auf diese Gebäude trifft - oder auch anders herum. Auch hier muss langfristig eine gute Lösung gefunden werden, denn auch nach der Fertigstellung des Neumarktes kann der Status quo nicht auch für die Zukunft als Mittel der Wahl gelten. Wie gesagt - Träumereien ^^:engel:

    Ok, ich habe auch abgestimmt - man darf ja mal träumen dürfen ;)
    Letztlich ist es aber leider klar wie Kloßbrühe, dass man hier vorerst nicht damit rechnen kann, dass an der Situation des Pirnaischen Platzes grundlegend etwas geändert wird. Mein Traum wäre ja, dass irgendwann einmal der Verkehr der St. Petersburger Straße durch einen Tunnel führt...
    Ohne ein Verkehrskonzept und einen Bebauungsplan für die gesamte Prinaische Vorstadt und die Seevorstadt ist eine Rekonstruktion sowieso nicht möglich und absolut unrealistisch. SO sieht es ja leider aus...
    Ich habe ja schon geschrieben, dass ich von einer Sanierung des Hochhauses nichts halte und schon auf den städtebaulichen Entwurf von Fabian Jäkel hier weiter oben hingewiesen...


    Es fehlen momentan leider einfach die Grundlagen, überhaupt über Rekonstruktionen wie z.B. des Kaiserpalastes ernsthaft zu diskutieren.
    Aber wie gesagt - Visionen zu haben ist ja wohl erlaubt, und hier und da, an der ein oder anderen Stelle, konnte man ja schon Träume in Erfüllung gehen sehen ;)

    Nun - nach langer, langer Zeit - auch von mir wieder ein paar Fotos zur aktuellen Situation rund um das Quartier VI:


    Wie bereits angesprochen wurde, hat sich das Raumgefühl mindestens seit dem Erreichen der ungefähren Traufhöhe dieses Quartiers auf dem Neumarkt und in den angrenzenden Straßen des Quartiers erheblich verändert. Endlich ist der Platz schon so weit gediehen, wie man es sich noch gar nicht lange zuvor gar nicht ausmalen konnte...



    Die Blobel-Ecke hat nun auch ihre Traufhöhe erreicht und sticht momentan vor allem durch die sich vom Beton absetzenden Ziegelsteine hervor. Ob die Bauten auch nach ihrer Fertigstellung noch kontrastieren, weiß ich nicht.




    Besonders ärgerlich ist neben den unterschiedlichen Fenstergrößen und -höhen ( und dann wahrscheinlich auch Fassadenanstrich) der Übergang im Dachbereich.



    Ansonsten kann man gerade im Bereich Frauenstraße und Galeriestraße schon die künftige Firsthöhen erahnen...



    ...während man den mittleren Teil der Neumarkt-Front inzwischen beinahe vollständig gedeckt hat. Schade ist in der Tat die Tatsache, dass die Gauben eckig werden.
    Die Fenster sind übrigens sowohl am Mittelbau als auch am Eckbau zum Jüdenhof gleichfarbig graublau gestrichen:

    (Bild vom 02.10.2017 von mir)



    Der Einblick in den Jüdenhof ist schon jetzt sehr faszinierend, vor allem freue ich mich, dass die Stellwerk-Ecke des Quartiers VII/2 vom Neumarkt perspektivisch erst am Eingang in die Augustusstraße sichtbar sein wird.



    Wie gesagt ist das Quartier städtebaulich auch höchst bedeutsam, da es nun den Kulturpalast und den Altmarkt-Bereich auch optisch von dem Neumarkt trennt.


    Auf dem Jüdenhof:

    Bereits gut erkennnbar ist seit längerem schon die Form des Regimentshauses (hier rechts).




    Vergleichbare Ansicht mit der Visualisierung.



    Ein neues Fotomotiv entsteht... :):foto:


    Dann geht es durch die Rosmaringasse in die Galeriestraße:

    Hier erkennt man die doch beträchtliche Höhe des Quartiers, welches gut und gerne mit dem Kulturpalast konkurrieren kann.



    Städtebaulich nach wie vor nicht elegant gelöst, muss man trotzdem fairerweise sagen, dass hier an der Ecke doch etwas draus gemacht wurde.


    In der Frauenstraße war es leider sehr dunkel, sodass ich hier keine Fotos gemacht habe. Dort hat sich nicht viel getan, abgesehen davon, dass man nun schon die Erkerbrüstungen aufgemauert hat.


    Wie beenden unseren Rundgang wieder auf dem Neumarkt:

    Bilder sind - so nicht anders gekennzeichnet - von heute von mir.


    Gerne wiederhole ich nochmal, dass das Raumgefüge schon jetzt wahrlich beeindruckend ist und sich nach der Fertigstellung des Quartiers und der Gewandhausfläche noch einmal vervollkommnen wird. Und wer hätte vor einiger Zeit schon gedacht, dass die Fassaden letztlich doch so harmonisch daherkommen werden, auch wenn es selbstverständlich Dinge zu kritisieren gibt. :daumenoben:

    An dieser Stelle möchte ich auf den böhmischen Architekten Johann Blasius Santini hinweisen, der in meinen Augen einer der herausragenden böhmischen Baumeister des Spätbarock ist. Mit "Nachgotik" hat diese Formensprache eher weniger zu tun, aber dafür hat er in seinen Bauwerken eine sehr interessante Synthese aus barocken und gotisierenden Elementen gefunden - sogenannte "Barockgotik":
    Gerade die Wallfahrtskirche Zelená Hora muss sehr beeindruckend sein:



    Wallfahrtskirche Zelená Hora by Prazak - Eigenes Werk CC BY 2.5 https://de.wikipedia.org/wiki/…_-_poutn%C3%AD_kostel.jpg


    Oder in extremer - wenn auch gewöhnungsbedürftiger Form am Kloster Kladruby:

    Kloster Kladruby by Orange.man - Orange.man - gemeinfrei https://de.wikipedia.org/wiki/…/media/File:Kladruby1.JPG


    Front:

    Klášter benediktýnů s kostelem Nanebevzetí Panny Marie, Kladruby 1, Kladruby (okres Tachov). Milada13 - Eigenes Werk CC BY SA 4.0 https://commons.wikimedia.org/…zet%C3%AD_Panny_Marie.png


    Auch von meiner Seite besten Dank für die Bilder, wissen.de :)

    Ach, was soll man denn dazu noch sagen...
    In Dresden wird so viel gebaut; und so viel wird falsch gemacht!
    Wie immer liegt auch hier ein absolut kurzsichtiger und langfristig definitiv falscher Ansatz zugrunde: Statt strukturell und städtebaulich endlich mal anzupacken und z.B. unter Verwendung der Ideen von Fabian Jäkel die gesamte Pirnaische Vorstadt und die autobahn-ähnliche St. Petersburger Straße umzuplanen oder überhaupt auf den Gedanken zu kommen, dass hier umgedacht werden muss, wird wieder kleinteilig Maniküre betrieben.
    Die Lingner-Stadt ist doch im Gegensatz dazu wenigstens ein ordentliches städtebauliches Projekt, über dessen Architektur man sich zwar trefflich streiten kann, doch hier entsteht wenigstens ein Stück Stadt, das langfristig eine große Bereicherung Dresdens, besonders im Bereich Städtebau, darstellen wird.
    Zugegebenermaßen ist der jetzige Zustand des Hochhauses noch weit unzumutbarer als die doch recht ordentlich scheinende Formen-"Sprache" nach der Modernisierung. Was mir jedoch wieder Kopfschmerzen bereitet, ist folgendes:

    Die alte Gemeinschaftsterrasse wird den Plänen zufolge überbaut und verglast. Insgesamt soll das Gebäude noch ein Stückchen höher werden, damit das Dach mit dem neuen Fahrstuhlschacht abschließt.

    Wieso muss dieses übel in die Stadtsilhouette eingreifende Hochhaus noch höher gebaut werden? Klar, mit Blick auf die Altstadt zu wohnen, bietet viel Potenzial für Rendite...
    Es ist im Grunde genommen nur noch traurig. Ich würde mich ja sehr gerne über diese letztlich doch aufwertende Maßnhame freuen, doch ich kann es beim besten Willen nicht.
    Und um ehrlich zu sein, ist man denn doch schon so abgestumpft, einfach zu tolerieren, was hier wieder passieren wird. Meine Hoffnung besteht nun darin, dass diese Nachricht einfach wieder eine Meldung mehr war, der keine Maßnahmen folgen werden, sodass doch nochmal über einen Abriss nachgedacht wird... :S

    Im Inneren wird kaum eine Wand stehen bleiben. „Das Gebäude, wie es ist, ist Schrott“, sagt Stefan Stift. Jede Leitung, jedes Kabel müsse heraus. So ziemlich alles stamme noch aus der Bauzeit 1964 bis 1966.

    ... warum nicht doch gleich abreißen? ...