Posts by Kaiserpalast

    [...] Aber generell braucht DD eher eine "gute Moderne" , ich sehe in Berlin sehr oft richtig tolle moderne Gebäude, die man erst auf den zweiten Blick als "modern" erkennt. Die sind definitiv historisch angelehnt, ohne allerdings zu übertreiben.

    Ich stimme dir vollkommen zu und diese Art "moderner Neubauten" passen sehr gut zum einfachen Barock! Deshalb eben auch gut zu Dresden, man könnte Sie mit Bürgerhäusern verwechseln. Ok, der Maßstab müsste ein anderer sein, damit es profitabel wird. Aber so etwas könnte ich mir auch gut vorstellen.

    Unfassbar was da weg kam.... für was? Eine Wiedergewinnung - zumindest grob - auf dem alten Grundriss bis zur Leipziger Straße wäre so wichtig. Damit das Schloss das entsprechende Pendant hat neben dem wuchtigen Dom wirkt es fast zierlich. Ein paar Bürgerhäuser vor allem auch auf der andere Spree Seite auf dem Platz des Max Engel Forums würden ein tolles Ensemble und Ausgewichtung bringen.


    Gibt es die Büsten noch vom Schlüterhaus?

    Habe gerade hier gelesen, dass:


    "Der weisse Saal, kürzlich mit grosser Pracht und einem Kostenaufwande von 300,000 Thlr. umgestaltet und vergrössert, enthält die Marmorstandbilder der 12 brandenburgischen Kurfürsten, ferner oben in Blenden 8 Standbilder, die 8 Provinzen des preuss. Staates versinnbildlichtend, darunter Karyatiden mit den Wappenschilden. "


    Weiß jemand wo ich Detailaufnahmen davon finden könnte?

    Spannend ist ja auch, dass einiges der Innenausstattung des Thurn und Taxis Palais auch noch existiert und zwar im Schloss Emmeram in Regensburg.


    1895 verlegten sie ihren Wohnsitz komplett dort hin und verkauften das Frankfurter Palais an die Reichspost.


    Die Wandverkleidungen die in Regensburg eingebaut wurden, waren zu hoch für die entsprechenden Räume in Emmeram, so sind diese in der Mitte durchschnitten und so gekürzt worden.

    Ganz sicher bin ich mir damit für den Gelben Salon - das wurde bei einer Führung dort auch erzählt:


    https://www.lookphotos.com/de-…det-Kronleuchter-Wandbild


    sogar noch 1960:

    "Ein kurzes Aufflammen dieses Barockstiles erlebte Schloß St. Emmeram nach 1960 unter Erbprinz Johannes, der sich vom fürstlichen Baurat Hermann Rauh wieder einen Salon mit vorhandenen Frankfurter Vertäfelungsresten einrichten ließ. Nach dem 2. Weltkrieg war der Barockstil ein Vehikel zum Vergessen der jüngsten Vergangenheit Deutschlands geworden."

    Quelle: http://www.antiquitaeten-baumann.de/seiten/margit.html





    Wo es gerade emotional wird, kann ich keinen Bezug beisteuern:


    Mein Urgroßvater hatte eine Gaststätte am Neumarkt - bzw. fast in der Moritzstraße 10. Ich habe noch alte Briefe von ihm von 1947 wo er bedauerlich schreibt wie "alles in Schutt und Asche" liegt und nach und nach "alles dem Erdboden gleich" gemacht wird.


    Hätte er sich träumen lassen, dass sein Urenkel einst auf seinen Spuren wandelnd, wieder die Frauenkirche in all ihrer Pracht sehen würde? Das Dinglingerhaus bewundern, im Coselpalais Kuchen essen, die Tante im Hotel de Saxe wohnte, man in der Kurfüstenschänke wieder Mittag essen würde?


    Dresden rührt mich immer wieder!

    Also ich bin doch überrascht wie sehr Magdeburg fertig gemacht wird.

    Ich war kürzlich da gewesen und hatte schon schlimmstes erwartet, ob der Beschreibungen hier im Forum.

    Aber ich war sehr positiv überrascht - fast schon überwältigt. Könnte natürlich an der Erwartungshaltung liegen, wenn man nichts erwartet kanns nur gut werden. Aber eine derartige Wucht an Historismus Gebäuden - die Größe allein, wenn man sich vom Hasselbachplatz Kreisel der Innenstadt nähert, mega!

    Und der Blick von der Hegelstraße Richtung Dom ist ein Motiv das jede Postkarte aus dem 19. Jahrhundert nicht besser wieder geben könnte.

    Nun muss man dazu sagen, ich bin über Magdeburg wenig informiert gewesen und wenn man sich ansieht welche Verluste der Breite Weg erlitten hat blutet einem natürlich das Herz. Auch war mein Aufenthalt so kurz, dass ich es nicht mal bis zum Alten Markt schaffte. Aber ich fand es zumindest interessant genug, dass ich auf jeden Fall wieder kommen würde.


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    Magdeburg

    Ein Bild von dem Saal gibt es hier - ob das allerdings eines vom Originalstandort oder schon im Museum ist weiß ich leider nicht:


    https://www.johannstadt.de/wp-…um_Rokoko_verkleinert.jpg


    "In den Bau integriert waren Teile des ehemaligen Palais Brühl, das für die Errichtung des Sächsischen Ständehauses auf der Brühlschen Terrasse im Jahr 1900 abgerissen worden war. Hierzu zählte auch der Brühlsche Saal mit seinem Rokoko-Deckengemälde."


    War das wie im Schloss auch auf Leinwand oder wie wurde das Deckengemälde da rüber transportier?


    Ansonsten ist der von dir vorgestellte Gebäudekomplex ja recht vollständig erhalten wie es aussieht - und ja ich finde auch er passt sehr gut zu Dresden mit diesen Mansarddächern. Es bedindet sich an der Kreuzung Gerokstraße und Güntzstraße


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    Weiß eigentlich jemand mehr zum Haus in der Bölschestraße ? Das Nachbarhaus von der Nr. 1A, an dem die bröckelnde Fassade durch ein Netz abgehängt, geschützt ist?


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    ... und gerade das nach dem grausamen Bombenkrieg.

    Aber vielleicht war auch eben genau das der Grund. Es ist zwar wahnsinnig schrecklich von diesen Abrissen zu hören, aber ich habe versucht Frieden mit sowas zu schließen indem ich mir klar mache, mir nicht klarmachen zu können wie kaputt manche Seelen zu dieser Zeit waren. Um zu differenzieren dass die Gründerzeitler nichts dafür konnten assoziiert zu werden mit einer Vergangenheit, die man abschütteln wollte, dazu fehlte sicher die Objektivität.


    Ich habe mal einen Film über Frankfurt in den 60ern gesehen und auf eine erstaunliche Art und Weise konnte ich der Stadt einiges an Ästhetik abgewinnen - nicht unbedingt mein Geschmack - aber wenn die 60er Jahre Laterne mit dem 60er Jahre Auto und Gebäude zusammen stehen dann sieht das relativ harmonisch aus. Leider altern diese Gebäude schlecht. Was damals toll aussah wirkt heute deplatziert und runtergekommener als jedes schiefe Fachwerkhaus oder Historismus Gebäude ohne Turmdach...

    Wenn man diese Ruinenbilder des Schlosses so sieht frage ich mich eigentlich warum die DDR-Regierung sie nicht besser als Ruine hätte stehen lassen. Was könnte besser den Untergang einer anderen Zeit zeigen als deren Ruinen?

    (Beispiel Rom, Kirchenreste in Ostpreußen usw.)


    Natürlich auch ein nachträgliches Wunschdenken von mir, denn eine Rekonstruktion aus der Ruine heraus wäre natürlich was tolles.


    Gibt es eigentlich eine Übersicht welche Räume zu wieviel Prozent% zerstört waren? Bzw. welche gab es noch komplett intakt? Ich weiß nur vom Weißen Saal und vermutlich einiges im Erdgeschoss?

    Weiß jemand was aus diesem Tisch nun eigentlich wurde oder wo er jetzt hin kam?