Posts by Villa1895

    Zu Kaiser Wilhelm II. und der Berliner Gewerbeausstellung 1896:

    Irgendwo habe ich hierzu gelesen, möglicherweise sogar in der Prachtausgabe: Die Hauptinitiatoren der Berliner Gewerbeausstellung 1896 hätten zunächst einen Turm, höher als der Eiffelturm in Paris, errichten wollen. Dies hatte aber der Kaiser mit dem Hinweis abgelehnt, dass dies von Frankreich als Affront aufgefasst werden könnte. Deshalb wurde der Turm der Berliner Gewerbeausstellung 1896 dann niedriger erbaut, als der Eiffelturm der Pariser Weltausstellung von 1889.

    Schloss Fischbach / Zamek Karpniki

    Prinz Wilhelm von Preußen, Bruder von König Friedrich Wilhelm III. erwarb das Schloss 1822. Mit seiner Frau Marianne von Hessen-Homburg und den vier Kindern verbrachte er in Fischbach die Sommermonate in schöner Umgebung, ohne die Zwänge der Hofetikette und die damit verbundenen Verpflichtungen am Hof. Die Winter mussten allerdings nolens volens in Berlin zugebracht werden, da Hofbälle, Theater, Konzerte etc. die Anwesenheit verlangten. Schloss Fischbach wurde durch die prinzliche Familie zum gesellschftlichen Mittelpunkt der Region. Der Prinz hatte eine bedeutende Kunstsammlung für Schloss Fischbach erworben und ließ das Schloss, wohl nach seinen eigenen Plänen, neugotisch umbauen. Heute befindet sich im hervorragend renovierten Schloss ein Hotel. Der Park gewährt immer wieder Ausblicke zum Riesengebirge.






    Blick zum Riesengebirge:

    Vom Renaissanceschloss hat sich ein sehr schönes Portal erhalten:




    Schloss Lomnitz / Pałac Łomnica

    Das Schloss liegt im Ortsteil Łomnica (dt. Lomnitz) der Gemeinde Mysłakowice (deutsch Zillerthal-Erdmannsdorf).

    Es handelt sich um zwei barocke Schlösser. Das große Schloss mit den gedrückten Helmen beherbergt ein Museum, das in der edlen Innenausstattung die Wohnkultur des schlesischen Adels veranschaulicht.


    Das andere Schloss ist das "Witwenschloss". Es dient heute als Schlosshotel. Der Park ist ein gepflegter Englischer Garten, der sich entlang des Flusses Bober dahinzieht.

    Schloss Boberstein / Zamek Bobrów

    Dieses Schloss liegt im Ortsteil Bobrów (Boberstein) der Gemeinde Mysłakowice (Zillerthal-Erdmannsdorf). Es ist zum großen Teil zur Ruine geworden, obwohl die polnische Denkmalpflege bereits mit der Renovierung des Turmes begonnen hatte. Doch dann wurden die Arbeiten, warum auch immer, eingestellt. Das Gerüst steht auch heute noch am Turm.

    Nicht verschweigen möchte ich, dass das Schloss auch eine dunkle Seite in seiner Geschichte aufweist. 1933 übernahmen die Nationalsozialisten Boberstein, zunächst als NS-Sportschule, kurze Zeit später wurde dort jedoch eine Außenstelle des KZ Groß Rosen untergebracht.

    Nun zu den Bildern:

    Der frühere zum Schloss gehörende Gutshof wurde um 1850 errichtet und hat ein eigentümlich abweisendes Äußeres, was womöglich teilweise auf Einbauten/Umbautendie im III. Reich erfolgte Nutzung als KZ-Außenstelle bedingt sein könnte:

    Das einstige Herrenhaus macht einen freundlicheren Eindruck. Es wurde in den 1890er Jahren errichtet, und zwar in den Formen der Renaissance. Die Aufnahme entstand durch das schmiedeeiserne Tor hindurch.



    Schloss Schildau/Wojanow

    Das Schloss geht auf ein sog. "Festes Haus", also einen mittelalterlichen Steinbau, zurück, umgeben von einem Wassergraben. Um 1600 wurde ein neues Schloss erbaut. Vor allem das Schlossinnere und die Turmabschlüsse wurden im 19. Jh. vermutlich nach Plänen von Baumeistern aus dem Umkreis von Karl Friedrich Schinkel, umgebaut. Heute befindet sich ein Hotel in dem Gebäude; dessen Restaurant mit großer Terrasse sowie der Park sind für jedermann zugänglich.

    Vom Park aus gibt es immer wieder schöne Sichtachsen, auch hinüber zur Schneekoppe. Am anderen Ufer des Flusses Bober schließt sich unmittelbar der Park von Schloss Lomnitz an.



    Als Hauptzugang zum Schloss dient dieses schöne Doppelportal aus der Renaissance. Über beiden Torbogen sind jeweils 8 Wappen zu sehen. Es handelt sich dabei jeweils um eine Ahnenprobe (vier Generationen adeliger Vorfahren):


    Der Springbrunnen vor dem Schloss stammt aus dem Frühklassizismus (Louis Seize/Zopfstil):


    Blick vom Park über den Teich auf das Schloss:



    Im Park sind noch einige barocke Figuren aus Sandstein vorhanden:


    Schloss Jannowitz gehörte im 19. Jh. der gräflichen Familie von Stollberg. Diese ließ um 1850 das Herrenhaus, wie man uns berichtete, nach Plänen von Carl Friedrich Schinkel umbauen und einen großen englischen Landschaftspark anlegen. 1930 in bürgerliche Hände übergegangen, nannte man das Haus dann "Villa Rohrlach". Heute gehört es zur Gemeinde Trzinsko. Hier hatten wir während des Kurzurlaubs in guter Luft und angenehmer Ruhe gewohnt. Auf der anderen Straßenseite fließt der Bober.

    Schloss Erdmannsdorf /Pałac Mysłakowice:

    Es handelt sich um ein ursprünglich barockes Schloss. Dieses wurde zwischen 1841 und 1848 durch Friedrich August Stüler im neugotischen Stil bzw. in Tudorgotik umgestaltet. Das Schloss diente als Sommeresidenz der Hohenzollern, bis diese Schloss Erdmannsdorf schließlich 1909 verkauften. Heute ist das Schloss eine Schule. Der ehemalige Speisesaal wird heute als Turnhalle genutzt. Die Raumaufteilung im Innern wurde vollständig geändert. Nicht einmal die kleinsten Reste der ehemaligen wandfesten Ausstattung wurden erhalten. Auch die überlebensgroßen Standbilder zweier Ritter vor dem Haupteingang sind verschwunden. Allerdings sah ich vor etlichen Jahren im Schlesischen Museum in Görlitz einen Wohnraum (um 1820, Biedermeier), mit feinstem Mahagoni, der aus Schloss Erdmannsdorf in Schlesien stammend, bezeichnet war..


    Die mit König Friedrich Wilhelm III. in morganatischer Ehe lebende "Gräfin von Liegnitz" verkaufte das Scloss nach dem Tode ihres Mannes an Friedrich Wilhelm IV. Sie ließ sich im Park als Wohnhaus die "Villa Liegnitz" im Schweizerhausstil errichten und bewohnte dann dieses. Hier folgen Bilder der Villa Liegnitz:



    Bad Warmbrunn/Cieplice Śląskie-Zdrój:


    Hier das Kurhaus im Kurpark:


    Ein schönes Gebäude aus dem späten 18. Jh.:

    Im Kurpark ein Denkmal des Hl. Erzengels Michael


    Eine kleine Kapelle am Rande des Kurparks:


    Der Turm der einst evangelischen Kirche:


    Das Schloss der Grafen von Schaffgotsch, heute wird es von der Universität genutzt. Es soll im Innern noch sehr viel der wandfesten Ausstattung erhalten sein, ja sogar viele Möbel. Leider waren wir nicht drinnen. Doch auch von außen ist das Gebäude recht beeindruckend:



    Ein Haus aus dem frühen Historismus am Eingang zum Park:


    Der rote Turm ist der Kirchturm der katholischen Kirche:

    Am Chor der kath. Stadtkirche von Hirschberg gibt es noch einige sehr schöne Grabmäler:


    In der Fußgängerzone von Hirschberg befindet sich ein sehr schönes Stadttor aus dem Rokoko. Ganz links das Hirschberger Wappen in einer Kartusche, sodann die beiden Wappen in den Kartuschen rechts davon zeigen uns links den preußischen Adler, rechts den schlesischen Adler. Soweit ich mich entsinne, ist auf der Rückseite jeweils ein FR für Fridericus Rex angebracht.

    Hier nun ein Höhepunkt der Reise, die einst (bis 1945) evangelische Gnadenkirche. Reiche Kaufleute hatten dafür gespendet. Es entstand ein evangelisches Gotteshaus, wie es in dieser barocken Pracht und Schönheit nur sehr selten zu finden ist:


    Der Altar, darüber die Orgel.


    Eine kleine, einstige Klosterkirche:


    Zu guter Letzt noch eine Aufnahme in den Gewölben der Lauben des Ringes/Rynek. Der Alte mit dem Hut, das ist meine Wenigkeit:

    Hirschberg/Jelenia Góra:

    Hier einige Bilder. Insgesamt ist die Altstadt in einem gut restaurierten Zustand, allerdings gibt es unter den barocken Bürgerhäusern auch "Sorgenkinder".

    Ein Turm der einstigen Stadtbefestigung:

    Eine Gasse Richtung Marktplatz/Ring:





    Der Marktbrunnen, mit Neptun samt Dreizack:


    Das barocke Rathaus:



    Hochaltar der kath. Stadtkirche; leider waren die beiden Gemälde des Hochaltars zur Restaurierung weg:


    Kanzel und Gestühl:

    Ein Brunnen in einem Innenhof:


    Die steinerne Brücke zum Haupteingang, dessen äußeres Tor links zu erkennen ist:


    Blick vom Schlossplatz über die Brücke zum Haupteingang. Der Bergfried aus dem 13. Jh. ist der älteste Teil der Burganlage. Ansonsten haben viel Jahrhunderte mitgebaut.

    Das Hauptportal in den Formen der Renaissance:

    Im kleinen Garten beim Schlosshof:


    Der "Fechter", wie an der Universität in Breslau, womöglich vom gleichen Künstler geschaffen:


    Es gibt auch noch einige Barockstatuen im Garten:

    Vom 08.08.2022 bis 12.08.2022 unternehmen wir einen Kurzurlaub nach Niederschlesien, hauptsächlich ins Hischberger Tal, aber auch an einige weiter davon entfernte Orte. Die anlässlich dieser Reise entstandenen Fotos möchte ich euch hier vorstellen.

    Bei der Anreise fuhren wir zunächst von Görlitz nach Lauban/Luban und von dort zur Burg Tzschocha/Zamek Czocha), eine Höhenburg in Stankowice (Rengersdorf), einer Ortschaft der Stadt-und-Land-Gemeinde Marklissa/Leśna.

    In den Jahren vor dem I. Weltkrieg wurde die Burg durch den "Burgenbauer" Bodo Ebhard restauriert. Heute beherbergt die Burg ein Hotel. Man kann allerdings auch eine Besichtigung unternehmen, was bei uns aus Zeitgründen leider nicht möglich war.






    Hier ging es zur Folterkammer, welche wir uns aber auch nicht angetan hatten:




    Eine sehr interessante Anlage. Herzlichen Dank für die Bilder.

    Der Gotische Hof mit seiner Backsteingotik ist m. E. schon recht schön. In Brandenburg gibt es auch traditionell Backsteingotik.

    Der Renaissancehof mit seinem Zierfachwerk und den nachgotischen Maßwerkbrüstungen, welche ja in der deutschen Renaissance öfters vorkommen, stellt allerdings die Krönung der Anlage dar. Wirklich sehr stimmungsvoll. Den romanischen Hof hingegen halte ich für weniger gelungen und vom Barockhof ist ja nun leider Gottes so gut wie nichts mehr da.